Eine schrottige Zukunft

Ab und zu bleibt man nach ein bisschen Internetkonsum mit gemischten Gefühlen zurück. Keine Ahnung ob man lachen oder weinen soll.

Hier zwei Beispiele, die mich neulich völlig fertig machten:

1) Der Smart Juicer „Juicero“

Ja genau. Dieser 700$ teure Saftpresser kann nichts anderes als GEPRESSTEN SAFT IN TÜTEN AUSZUQUETSCHEN. Das muss man sich mal reinziehen. Wenn der QR-Code auf der Packung abgelaufen ist, ist es nicht mehr möglich, den Saft zu pressen. (Übrigens kann man auch keinen Saft pressen, wenn das Internet nicht läuft.) Aber es war ja noch Saft, deshalb haben die Leute die Packung aufgeschnitten und den Saft ins Glas geschüttet. Ich habe absolut keinen Schimmer wie das passieren konnte. Also alles. Wie kommt man auf die Idee, sowas Sinnloses zu erfinden und dafür auch noch Ressourcen zu vergeuden? Wie kommt man auf die Idee, sowas Sinnloses zu finanzieren? Wie kommt man auf die Idee, sowas Sinnloses zu kaufen? Das Start-up ist mittlerweile zu meiner völligen Überraschung pleite.

2) Der smarte Salzstreuer SMALT

Naaaa? Zückst du schon die Kreditkarte? Ein salzstreuender Lautsprecher, der Musik spielen kann, den eigenen Salzkonsum überwacht, ein bisschen Stimmungslicht erzeugt und so für eine unique Dinner-Experience sorgen soll. Das Salz streuen funktioniert über eine App, also braucht man auch Internet dafür, sonst kriegt man kein Salz. Wow.

Es gibt noch mehr Beispiele für eine sinnlos-idotische Zukunft der Dinge. Die Dislikes unter den Videos zeigen immerhin noch eine Portion gesunden Menschenverstand an und darauf kann ich bauen.

Aber bleibt das so? Gerade in dieser Kickstarter-Crowdfunding-Start-up Welt, wo alles „smart“ sein soll, wirds meistens ziemlich dumm. Nachhaltig, cool und gesund soll alles sein – und dann nimmt man Sinnlosigkeit in Kauf??

Oh und wie oft wird man als am Minimalismus interessierte Person angesprochen, dass das „extreme“ Beschäftigen mit den Dingen im Umfeld ungesund sei? (Nach 7 Jahren Bloggen könnte ich eigentlich auch mal in Minimalismus-Bullshit-Bingo basteln) Aber Minimalismus ist eben mehr als Entrümpeln und Ordnung halten. Es ist immer eine bewusste Entscheidung für oder gegen Dinge und kann helfen, solchen Schrott zu vermeiden, der eh vermutlich nach 5 Jahren kaputt geht.
Mit einer minimalistischen Lebensweise trainiert man die Fähigkeit, entscheiden zu können, ob und wann ein Ding sinnvoll zu gebrauchen ist.
Oft wird Minimalismus auch mit dem Simple Living der 80er und 90er gleich gesetzt und den Menschen, die diesen Lebensstil praktizieren entsprechend eine Technologie-Verweigerung angedichtet. Aber das ist nicht so. Minimalismus heute konnte sich deshalb so gut entwickeln gerade WEIL alles digital vorhanden und jederzeit verfügbar ist. Man kann sich leichter von CDs und DVDs trennen, wenn man nen Streaming-Dienst hat. Es geht um Maß halten, aber nicht um Technologie-Feindlichkeit.

Oder wie siehst du das?

Gesehen im August

(Die Leseliste im August ist ziemlich kurz, weil ich nur 1 Buch gelesen habe. Das tu ich dann in die Liste von September.)

Filme und Serien, die ich gesehen habe

Das habe ich mir im August angesehen:

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten
Laureline und Valerian sind ziemlich coole Agenten und werden von der Regierung auf eine Spezialmission in die Megametropole geschickt, um dort ein mysteriöses Verschwinden von Soldaten und eine Strahlung im Kern der Stadt zu untersuchen.
Fazit: nett, aber irgendwie belanglos. War schön bunt und hatte ein gutes Tempo, aber jetzt kein Meisterwerk.

Equals – euch gehört die Zukunft
In einer dystopischen Zukunft gibt es in der Gesellschaft keine Gefühle, keine Empathie, da das Böse auf Gefühlen basiert. Die Menschen sind Arbeitsmaschinen und der Tagesablauf folgt einem festen Programm. Silas, Illustrator bei Atmos folgt diesem Programm genau wie andere. Doch es gibt Menschen, die an dem Switch-on-Syndrom erkranken. Sie entwickeln Gefühle. Erkrankte landen in Phase 4 in einer Heilanstalt oder sie bringen sich vorher um. Eiens Tages, auf dem Heimweg, beobachtet Silas ein „erkranktes“ Pärchen, das von Krankenpfleger und Polizisten auseinandergerissen und in die Anstalt gebracht wird. Ein paar Tage später spürt Silas die ersten Gefühlsregungen. Er begibt sich sofort in Behandlung, nimmt seine Pillen und arbeitet weiter. Als sich jemand vom Dach des Gebäudes in den Tod stürzt bemerkt er das kurze Aufflackern einer Gefühlsregung bei seiner Kollegin Nia und seine Neugier ist entfacht…
Fazit: von der Grundstory hat mich die Handlung ziemlich stark an „Wir“ von Jewgeni Samjatin erinnert, zumindest stellenweise. Ich mochte die Schauspieler, den Look und das Sounddesign. Die Geschichte hat ein paar Längen, aber die Bilder und die Schauspieler haben das für mich hingebogen. Ich mochte den Film jedenfalls sehr.

Central Intelligence
Vom Mobbing-Opfer zum harten CIA-Agent: Bob Stone hat einen Auftrag – und eine Idee – deshalb nimmt er anlässlich eines bevorstehenden Klassentreffens Kontakt zum damals beliebtesten Jungen der Schule auf. Das dieser jedoch mittlerweile ein spießiger Buchhalter ist, der keine Risiken eingehen will, ist der Mission nicht unbedingt förderlich.
Fazit: kann man gucken muss man nicht, aber ey – THE ROCK! Ultrasympathischer Kerl. Ich mag den sehr und in dem Film beweist er sehr viel komödiantisches Talent. Ansonsten typisch amerikanischer Humor.

La La Land
Mia ist erfolglose Schauspielerin, Sebstian erfolgloser Jazz-Pianist. Beide träumen von der großen Karriere, aber nicht auf Biegen und Brechen sondern mit Herz und Verstand. Als sie das in dem jeweils anderen erkennen, verlieben sie sich. Doch als beide dann doch immer mehr Erfolg haben, leidet die Beziehung…
Fazit: ganz nette Bilder, aber ich verstehe den Hype darum nicht. Vermutlich muss man dafür mal in L.A. gewesen sein. Ich fand die Tanzeinlagen langweilig, die Geschichte zu platt und die Songs sind für mich keine Ohrwürmer. Schöne Farben und Bilder warens schon, aber das reichte mir nicht.

Passengers
Das Raumschiff Avalon ist vollbesetzt und eine voll ausgestattete Luxus-Arche-Noah, dass die Menschen zu Homestead II bringen soll, um den Planeten zu kolonisieren. Durch einen Asteroidenschauer gibt es allerdings einen Einschlag und die Schlafkapsel von Jim erleidet eine Fehlfunktion. Dadurch wird Jim 90 Jahre vor Ankunft aufgeweckt. Nach einem Jahr Einsamkeit bei Kaffee, Cornflakes und Whiskey schmiedet er einen unmoralischen Plan.
Fazit: die Geschichte ansich ist irgendwie vernachlässigbar, sie war leider nix besonderes. Aber das Raumschiff war sehr cool und immerhin hatte der Film ein unterhaltsames Tempo.

Evil Dead
Freunde übernachten im Wald in ner ekligen Bude und finden ein verhextes Buch das Zombie-Grusel-Geister mit sehr viel Kunstblut aufweckt.
Fazit: Tatsächlich fand ich den zweiten Teil irgendwie besser, aber keine Ahnung warum. Vielleicht muss ich die Filme alle noch mal in der richtigen Reihenfolge gucken?! Trotzdem natürlich total sehenswert :D

Das wars schon. Was hast du dir angeguckt?

Wochenrückblick KW37/2017

Hurra Hurraaa, bin wieder da! Was hat mir meine Wochenend-Linksammlung gefehlt. Ich hab zwischendurch so viel guten Shice gefunden, ich konnte es kaum abwarten zu teilen :D
Nein, quatsch. Das ist jetzt ein bisschen übertrieben. Ich führe keine Statistik und auf diese Beiträge kommt ja generell wenig Rückmeldung, deshalb weiß ich gar nicht, ob diese Linksammlungen überhaupt Beachtung finden…aber ich mach trotzdem weiter.

Also geht los:

How to draw better – ein toller Artikel in dem ein bisschen der Hype der 70er mit „Linke Gehirnhälfte – Rechte Gehirnhälfte“ aufgegriffen wird. Wer mehr davon will, dem empfehle ich das einzig wahre Buch zum Zeichnen lernen nämlich „Garantiert zeichnen lernen“ von Betty Edwards. Auch wenn man keinen Bock hat zu Zeichnen, lernt man damit das sehen.

Eine richtig tolle neue alte Serie ist „Alpha Alpha“ – eine deutsche Mischung aus Twilight Zone und Akte X im schönsten 70er Jahre Look. Das hier ist meine Lieblingsfolge.

Wie praktisch, so ein Mutterersatz…ich präsentiere „iMOM

George Orwell erklärt, warum er 1984 geschrieben hat.

Oliver und Gitte haben im Rahmen meiner #fddblogpause17 – wie übrigens viele andere auch – ganz tolle Fotos geknipst und sie online gestellt. Guckt euch mal den Hashtag auf Instagram an! (Und macht nächstes Jahr auch mit, ok? :D)

Utopia – könntest du da glücklich werden?

„Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, um etwas aus der Vergangenheit in die Zukunft zu bringen, was wäre das?“ ist das nicht eine supergute Frage?? :D Ich mag sie, weil sie das Gehirn in Falten wirft. Das dazugehörige Buch klingt auch gut.

How to make yourself more resilient – tolle Tipps!

Sophia haut mich immer wieder um

List-o-Manie: Urlaub zuhause – aber richtig (und mit möglichst viel Spaß)

Hallo! Mein Urlaub war super. Ich war mal wieder auf Deutschlandreise und nach Detmold, Potsdam, Bad Münstereifel, Königswinter und allem dazwischen war ich auch ein paar Tage zu Hause. Das war auch sehr schön, aber nur, weil ich mir immer Mühe gebe, den Urlaub zuhause auch ein bisschen zu gestalten. Denn wenn ich das nicht mache (Faustregel: Jeden Tag was Besonderes), fällt mir schnell die Decke auf den Kopf und ich denk dann doch über die Arbeit nach.

Wer also aus ökologischen, organisatorischen oder wirtschaftlichen Gründen lieber daheim urlaubt auf Terrasse und Balkon, bekommt hier nun ein paar Ideen mit ins Gedankengepäck. Und vielleicht können wir ja mal überlegen, wie man „richtig“ zu Hause urlaubt. Wie erholt und entspannt man sich am Besten? Gibts da vielleicht eine bsiher unentdeckte allgemeingültige Regel?

Hier nun ein paar Ideen, die ich selbst getestet habe:

  1. Geh zu nem Meetup – oder mach dein eigenes
  2. Lies einen Expeditionsbericht oder etwas aus einem Genre, dass dich in fremde Welten entführt
  3. Fahr in einen Stadtteil, in dem du noch nie warst
  4. Koch dir etwas, was du normalerweise nicht kochen würdest, weil es zu aufwendig ist
  5. Oder: Probiere ein neues Lokal aus
  6. Wenn du einen Garten oder Balkon hast: Übernachte draußen
  7. Leih dir einen Wanderführer aus und mach ne Tour
  8. Ab ins Schwimmbad oder an die See. Idealerweise zu Zeiten, wo kein anderer mehr da ist
  9. Mach ne typische Touritour mit. Ab in den Bus oder…vielleicht ne Segway-Tour? :D
  10. Mach ne Liste mit Dingen, die du in deiner Stadt noch nie getan hast – und arbeite die Liste ab (eignet sich übrigens auch super als Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug
  11. Verstecke kleine Botschaften in deiner Nachbarschaft
  12. Bastel Seedbombs und verteil sie
  13. Mach ein Picknick im Park! (und versuch es #zerowaste)
  14. Übe Verzicht. Zum Beispiel beim Essen.
  15. Wenn dein Schlaf-Wach-Rhythmus eh im Eimer ist, kannst du um 5 Uhr morgens raus und den Sonnenaufgang anschauen und coole Bilder knipsen
  16. Geh bei jedem Wetter raus
  17. Mach bei einer Instagram-Photochallenge mit (oder kreiere deine eigene)
  18. Lern was Neues! Wie wärs mit nem VHS-Kurs?
  19. Ab ins Museum und schau dich um!
  20. Verkleide dich für einen Nachmittag. Was entdeckst du?
  21. Probier Geocaching oder Actionbound
  22. Wie weit kannst du gehen bis zu müde wirst? Geh einfach ohne Ziel los und lass dich treiben
  23. Erfinde deinen eigenen Feiertag und denk dir Rituale dazu aus (ich habe den Strudeltag ins Leben gerufen, an diesem 21.6. wird Apfelstrudel gegessen und an Menschen gedacht, die Gedanken zum Strudeln bringen)
  24. Nimm dir vor, bestimmte Dinge zu sammeln und mache am Ende deines Urlaubs eine Ausstellung in deinem Wohnzimmer. Lade alle deine Freunde dazu ein.
  25. Fotografiere mit einem Motto im Kopf. z.B. nur Türen in deiner Stadt oder alles in der Farbe Rot.
  26. Guck dir Veranstaltungen aus dem allgemeinen Vorlesungswesen deiner Uni oder bei eventbrite aus und geh hin
  27. Probier nen neuen Sportkurs aus oder guck dir mal youtube Fitness Videos an
  28. Tausch mit deinen Freunden die Wohnung. Echt, das ist voll gut. Noch besser, wenn ihr in unterschiedlichen Städten wohnt :D
  29. Wie wärs mit einem MOOC?
  30. Schreib ein paar Postkarten oder Briefe an deine Freunde oder an deine Familie
  31. Ausmisten, aber bitte mit Spaß! (hehe, das musste in die Liste :D)
  32. Brettspielabend mit Freunden
  33. durch die Bücherei schlendern und stöbern
  34. Schreibe Tagebuch oder deine Biografie
  35. Zeichne eine Landkarte von deinem Stadtteil
  36. Finde deine Werte
  37. Befrag ein Orakel
  38. Entferne alle Etiketten und Labels und freu dich über die visuelle Ruhe
  39. Drück auf Wikipedia den Zufallsbutton und mach irgendwas mit der Info. Weitere Informationen suchen, jemanden davon erzählen, die Information irgendwie künstlerisch verwerten?
  40. Gestalte eine Collage oder ein Scrapbook
  41. Schreibe eine Liste „Was ich tun kann, wenn ich zu Hause Urlaub mache“


Also: Wie urlaubst du richtig? Was fehlt in der Liste? Was fällt dir noch ein? Was hast du im Urlaub erlebt?

Blogpause! + Fotochallenge auf Instagram

Ihr Lieben, ich habe Urlaub und mache deshalb auch eine Blogpause.
Bis zum 10.September werden keine neuen Beiträge erscheinen. Der nächste Beitrag erscheint somit erst am Mittwoch, den 13. September 2017.

Aber keine Panik, damit uns nicht langweilig wird gibts wie letztes Jahr eine kleinen Foto-Kreativchallenge!
Mitmachen könnt ihr per Twitter oder Instagram. Facebook hab ich nicht, aber da könnt ihr natürlich trotzdem was hochladen, wenn ihr mögt. Es ist außerdem nicht nur als Fotochallenge zu verstehen, ihr könnt auch basteln, malen oder zeichnen. Hauptsache ich erfahre davon :D

Hier sind also meine Themenvorschläge:

  1. ein Selfie
  2. etwas Rotes
  3. Aussicht
  4. etwas Altes
  5. Action
  6. Routine
  7. Muster
  8. ganz nah dran
  9. Symmetrie
  10. etwas Neues
  11. Lieblingsfarbe
  12. Gefühl

Erlaubt ist, was gefällt. Bitte nutze den Hashtag #fddblogpause17 damit ich deine Beiträge sehen kann. Also: Am Mittwoch, den 23. August gehts los! Die Challenge endet am 3.9.
Jeden Tag ein Bild.

Viel Spaß!

Ab ins Kunstmuseum – aber langsam

Ich gehe gerne ins Kunstmuseum. Egal in welcher Stadt – ich muss rein. Und bin hinterher ganz entspannt, begeistert und inspiriert.
Nur leider geht fast nie jemand mit. Was nicht schlimm ist, denn Gemälde kann man sich ja auch alleine anschauen. Schlimm ist der Satz „ich kann mit Kunst nichts anfangen“.
Dieser Satz macht mich nicht nur traurig, sondern bricht mir immer das Herz.
Ich weiß, woher der Satz kommt. Der hat sich irgendwann in der 3. oder 4. Klasse eingenistet, als ne blöde Handarbeitslehrerin oder ein strenger Werklehrer gesagt hat, wie unsinnig dein Werk ist, wie hässlich etwas gestrickt wurde, wie unsauber gearbeitet wurde. Ein anderes Kind in der Klasse konnte alles viel besser und schöner und du hast dein Gekrakel betrachtet und beschlossen: Kunst ist blöd.
Das wars dann.

An dieser Stelle übrigens einen Gruß an meine Handarbeitslehrerin der 4. Klasse, die mich immer vor der ganzen Klasse bloßgestellt hat, weil meine Arbeiten immer so unglaublich hässlich waren. Anscheinend hat ihr das Kopfschmerzen verursacht :D
Mein Kerzenlichthalter in Engelsform war nicht rosa und hellblau bemalt, sondern hatte lila-orange Streifen (mehr Farben hatte die Alte nich zur Auswahl) und ich fand ihn gut und sie war scheisse. Also Frau S. – ich rufe Ihnen ein fröhliches „Fuck-you!“ entgegen und sage Ihnen nun etwas, was ich ihnen schon vor 22 Jahren hätte sagen sollen: Tennissocken in Pumps gehen gar nicht! (ich mein…sie zog sich SO an und hat mich fertig gemacht, weil ich ein Stirnband in blau und rot gestrickt habe??? Ich war 10 und mochte damals schon keine Stirnbänder)

Ich will eigentlich damit sagen: Wühl dich da heraus, weil es sich lohnt. Geh ins Museum und entdecke dich selbst. Da drin ist es kühl, still, seltsam und wunderbar. Ja, manchmal ist es auch nervig und anstrengend.

Als die hiesige Kunsthalle fertig renoviert war und „1 Monat Eintritt frei für alle!“ ausrief, sind Herr DingDong und ich auch hingegeangen. Es war Sonntag und wir wussten, dass es voll wird. Also haben wir uns diese Klappstühle an der Museumskasse geschnappt und haben ausgemacht: Es wird geschlendert und wenn uns etwas auffällt, schauen wir es an. Wir nehmen uns so viel Zeit, wie wir wollen. Auch wenn wir dann nur 3 Bilder sehen. Da saßen wir in mitten des Gewusels und starrten abstrakte Kunst und alte Meister an. Nicht jedes Bild war schön. Aber es hat uns interessiert und wir kamen ins Gespräch. Und hinterher? Beseelt und glücklich.

Hier also ein paar Tipps und Fragen für einen interessanten Museumsbesuch:

    Was sehe ich? ruhig auch mal näher ans Werk oder weiter weg gehen (nur nix anfassen!!)
    Welche Farben und Muster nehme ich wahr?
    Weiß ich etwas über die künstlerische Epoche oder den Künstler? Wie hängen diese Aspekte mit dem Bild zusammen?
    (ja, per Handy bei Wikipedia nachlesen ist erlaubt :D)
    Wie fühle ich mich? Was fühle ich, wenn ich das Werk anschaue? Welche Reaktionen beobachte ich bei mir? Ist es Langeweile? Überforderung? Faszination? Ekel?
    Was hat das Werk mit mir zu tun? Warum mag ich es, warum nicht? Was genau mag ich daran bzw. daran nicht?
    Kann ich etwas vom Kunstwerk für eine bestimmte Situation lernen? Und wenn ja, was genau?

  1. Klappsessel mitnehmen. Auf diese schwarzen Dinger kann man sich auch gut abstützen und sind nicht nur was für alte Leute
  2. am Besten viel Zeit mitbringen. Mit Genuß trödeln und ein Bild auch ruhig mal 20 Minuten anschauen. Das entspannt total!
  3. Wer von knarzendem Parkett oder Gemurmel alter Leute in hässlichen Pullundern genervt ist, nimmt sich bitte Ohrstöpsel oder Musik mit
  4. ein Notizbuch ist vielleicht auch nützlich
  5. anstatt Kunstwerke abzuknipsen, lieber ne Postkarte im Museumshop kaufen

Das wars schon, mehr wollt ich gar nich erzählen. Und wem der Eintritt zu teuer ist, der guckt sich mal diesen tollen Kunstblog an.

Gehst du gern ins Museum? Hast du ein Lieblingsmuseum, das du immer wieder aufsuchst? Magst du Kunst? Oder wurde dir Kunst und Handwerksarbeiten in der Grundschule auch verleidet?

Wochenrückblick KW32/2017

Ups, ich neige momentan dazu, meine Wochenrückblick-Linksammlung zu vergeigen. Ich bin sowas von urlaubsreif! Noch eine Woche durchhalten, dann gehts endlich los :)

Hier aber erstmal meine Fundstücke:

Prof. Iggy Pop Delivers the BBC’s 2014 John Peel Lecture on “Free Music in a Capitalist Society”

Faul sein und die Welt retten? genau mein Ding!

Wie die Bestseller-Listen funktionieren

„Walk of Life“ von Dire Straits ist der perfekte Abschluss für Filme. Soweit die Theorie. (ich liebe das Internet.)

Raus aus nem Wurmloch? Anscheinend haben Physiker nen Weg gefunden…

Schöne Fotos von „nicht-Orten“

Nachts vorm Schlafen gehen lieber nich mehr aufs Handy gucken. Das is nämlich nich gut für uns!

So, wie stehts um deine Jahresziele? Wenn du feststeckst, schau dir das mal an.

ende. Schönen Wochenstart für dich!

Von Dingen und Gewohnheiten

Gerade habe ich zwei hässliche alte Kisten mit alten Briefen, Postkarten, Notizbüchern und Bildern ausgemistet und die Schätze, die bleiben dürfen in neue weiße Kisten gepackt. In einem der aussortierten Notizbüchern habe ich ein Post-it aus dem Jahr 2014 mit „gesammelten Erkenntnissen“ gefunden, wo so Sachen drauf stehen wie „mehr Wasser statt Spezi trinken“ und „weniger Essen tut mir gut“. (Super Erkenntnisse, gell? hahaha)

Aber mir kam dabei ein Gedanke, weil mir das Wasser trinken leichter fällt als früher. (das mit dem weniger essen übrigens auch, aber nur, weil ich jetzt seit fast 3 Jahren intermittierend faste). Ich habe mich gefragt, was da anders geworden ist und des Rätsels Lösung ist ein Ding! Vor ein paar Wochen kaufte ich mir in einem schwedischen Möbelhaus spontan eine Karaffe. Fassungsvermögen 1,1 L – was meinem persönlichen Tagesziel entspricht. (Von diesen Angaben man solle jeden Tag 2 Liter oder mehr trinken halte ich übrigens nichts, ich bin kein Leistungssportler, wohne in einem gemäßigten Klima und will nicht alle 10 Minuten aufs Klo rennen…)
Nun, seit ich diese Karaffe habe, fülle ich diese jeden Abend mit Leitungswasser und trinke. Ohne Anstrengung. Ohne mich daran erinnern zu müssen. Weil das Ding auf meinem Schreibtisch steht und sichtbar ist und es bequem ist.

Daher lautet die spannende Frage: Wie beeinflussen die Dinge unsere Gewohnheiten? Oder: Warum tun sie es nicht?

Wenn ich Süßigkeiten kaufe und in der Schublade bunkere, nasche ich. Wenn ich keine Süßigkeiten zu Hause habe, dann nicht.
Wenn ich wenig Dinge besitze, muss ich nicht so viel aufräumen und putzen.
Wenn der Mixer leicht zu reinigen ist, benutze ich ihn öfter, um mir einen Smoothie zu machen.
Wenn ich in der Nähe einer schönen Laufstrecke oder in der Nähe eines Fitnessstudios wohne, gehe ich öfter hin.
usw.

Welche Dinge brauche ich, um ein gutes Leben zu führen und welche nicht? Welche Dinge sind hilfreich und nützlich?

Beim darüber nachdenken fiel mir der Begriff Environment Design wieder ein. Das bedeutet, seine Umgebung so zu gestalten, dass Gewohnheitsänderungen leichter gelingen. Eben zum Beispiel das mit der Wasserkaraffe. Seit der Aktenvernichter dauerhaft neben meinem Schreibtisch steht, stapeln sich keine Unterlagen mehr. Durch das Vogelhäuschen am Fenster erfreue ich mich morgens mit einer Tasse Tee in der Hand an der Natur und das macht mich ruhig. Wenn genügend ausgedruckte Einkaufslisten an der Pinnwand hängen, markiere ich sofort was fehlt und ich muss weniger nachdenken.

Wie viele unserer Gewohnheiten sind wohl an Dinge gekoppelt? Und: Löst man diese Gewohnheiten wirklich, wenn man die Dinge verkauft/wegwirft/spendet?

To Do – im August

Schon August und bald endlich Urlaub! Ich bin so dermaßen überarbeitet, deshalb war die letzten Wochen hier auf dem Blog nicht viel los. Ich vergesse Wörter, laufe in die falsche Richtung, trinke wieder richtigen Kaffee, obwohl ich es ja eigentlich aufgegeben hatte und bin so richtig schön im Zombie-Modus mit wenig Schlaf und noch weniger Freizeit. Hoffentlich reicht der Urlaub aus, um diesen Modus abzustellen. Kein Wunder, dass man irgendwann von zu viel Arbeit verrückt wird. Das ist einfach nicht gesund. Aber das Projekt auf das ich 3 Jahre hingearbeitet habe, ist mit viel Hurra endlich beendet.
Gut, zurück zum Wesentlichen: Bald habe ich Urlaub und das bedeutet – es ist wieder Zeit für eine Instagram-Challenge! Ich muss mir noch was ausdenken, aber sie kommt. Versprochen. Also Augen auf – Twitter, Instagram, Blog – ich werde rechtzeitig informieren!

Das steht sonst noch an:

  • Urlaub machen! Und zwar wird im Teutoburger Wald gewandert und Potsdam besucht (und evtl. irgendwas dazwischen)
  • programmieren lernen (vermutlich muss ich wieder bei NULL anfangen)
  • schwimmen
  • ganz viele Comics lesen
  • Heilfasten, wenn es in meinem Urlaubsplan passt
  • viel Eis essen
  • Tagesausflug in die Hauptstadt

Was hast du für den August geplant? Wie sehen deine Urlaubspläne aus?

Wochenrückblick KW30/2017

„The gap opens into a hollow space that’s acted as a perfect trap for all sorts of tiny items.“ – Wenn Kinder was in Ritzen stecken…

Wie man sich den Soundtrack seines Lebens zusammen bastelt

6 Tipps, wie man besser mit seiner Kleidung umgeht

auch nützlich: How to Stop Caring So Much About Others’ Opinions

Foodies – aufgepasst! In diesem Tumblr steckt richtig viel Potential :D

kotzende Haie
eine nette Erinnerungshilfe

Wer sich für Dada interessiert, klickt sich durch das Dada Archiv!

..und zum Abschluss etwas Musik!

Das wars schon. Guten Wochenstart!