Anders Lernen, neugierig bleiben, andere Lernorte

24 April, 2015 — 10:12am

Vor einiger Zeit haben die Minimamusen gefragt, womit wir durch Minimalismus freigewordene Zeit nutzen. Was das Wesentliche denn dann sei.
Das Wesentliche, das mir erst durch Minimalismus klar geworden ist, ist für mich das Thema lebenslanges Lernen. Dafür will ich Zeit haben. Ich bin neugierig und will WISSEN. Die Welt ist voll von Zeug, das ich nicht verstehe. Von dem ich noch nie gehört habe. Das ist aufregend. Und gleichzeitig irgendwie witzig, so völlig doof durch die Welt zu tapsen. Aber es so viel toller, Sachen endlich auch mal zu kapieren und/oder Dinge dann anders zu machen. (z.B. Bananen wie Affen öffnen, das hat mein Leben enorm verbessert! Zero Bananenmatsche ey :D)
In der Schule hab ich größtenteils nur Zeug gelernt, das ich nicht verstanden habe. Ich habe nix hinterfragt, der Lehrer hat nicht erklärt WARUM man das alles braucht. Erst als ich verstanden habe, wie mein Gehirn lernt, wurde es besser. Da war ich dann aber schon aus der Schule raus. Jetzt lerne ich im Leben und vom Leben. Und das macht total Spaß!

Ich lerne aus Schulbüchern, die ich mir in der Bücherei leihe. Und ja, das nutze ich als Ausrede, um mir hübsche und gut riechende Schulhefte kaufen zu können :D
Gerne nutze ich auch die Bücher aus der “Für Dummies”-Reihe oder Bücher für Kinder. Für Kinder ist alles einfacher erklärt und meistens auch noch schön illustriert.

kipiguin

Aber was noch viel toller ist: Woanders lernen! Sachen angucken, sie sich zeigen lassen. Experten mit Fragen löchern. Raus aus der Internetblase und den Informationsfluss selbst steuern. Den Warum-Muskel trainieren. Je mehr man fragt, desto weniger Scheu hat man. Es gibt keine blöden Fragen! Es gibt nur unterschiedliche Erfahrungshorizonte und auch wenn die Frage anfangs komisch anmutet, so ist sie doch interessant, weil es wieder eine andere Perspektive anbietet.
Das macht richtig viel Spaß! #nerdalert

So konnte ich schon mal:

  • durch einen aufgeblasenen Dickdarm gehen
  • DNA aus Fischsperma extrahieren
  • Elektronenrastermikroskope bestaunen
  • endoskopisch operieren
  • etwas über bestimmte Strategien von Urwaldpflanzen in Erfahrung bringen
  • mein Gehirn mit wissenschaftlichen Geräten testen
  • Astronauten treffen
  • fliegende Sternwarten besichtigen

grenzschichtwindkanal

Diese Art etwas Neues in Erfahrung zu bringen, gefällt mir gut. Leicht und locker und weniger mühsam, als sich stundenland durchs Netz zu klicken. Zusammenhänge sind auch leichter verständlich, wenn es jemanden gibt, der sie mir erklären kann.

Es folgen nun einige Tipps, wie du selbst andere Lernorte finden kannst.

nasberli

Ich zähle erstmal das auf, was hier in Hamburg alles passiert. Bestimmt gibt es in deiner Stadt oder in deiner nächstgelegenen (Groß-)Stadt auch solche Aktionen. Hinweise darauf findet man oft in Wochenblättern, im Fahrgastfernsehen an U-Bahn-Haltestellen und über Flyer, die oft auch in Bibliotheken oder an der VHS ausliegen.

Lange Nacht der Museen: es kann ziemlich voll und wühlig werden, aber ein bisschen Museumshopping kann auch Spaß machen. Wer es kuscheliger haben möchte, besucht an wenig frequentierten Tagen die Ausstellung oder besucht spezielle Märkte oder Messen z.B. im Völkerkunde- oder Naturkundemuseen und plaudert dort ein bisschen mit den Experten
Auch schön: Freiluftmuseen mit Vorführungen oder Mitmachmuseen wie das phaeno
Nacht des Wissens – in Hamburg leider nur alle zwei Jahre, aber das ist immer ein absolutes Happening.
Tag der offenen Tür bei den jeweiligen Einrichtungen. Bei größeren, öffentlichen Einrichtungen kann man auch mal ne Gruppenführung buchen.
Volkshochschulkurse für jedes Interessengebiet. Es macht Spaß mit anderen etwas zu lernen.
Heimathafen Wissenschaft – Aktionstage der Uni HH (auch besuchenswert: die diversen naturkundlichen Museen der Uni HH)
Bestimmt gibt es auch an deiner hiesigen Uni solche Aktionstage, wo man mal in den Archivbestand oder in den Laboralltag schnuppern kann.
Allgemeines Vorlesungswesen der Uni Hamburg Kostenlose Ringvorlesungen zu bestimmten Themen, die Schwerpunkte sind von Semester zu Semester unterschiedlich
Wer doch lieber Online bleiben will, kann sich ja mal MOOC anschauen. Im Zuge meines Jahresmottos werde ich demnächst bei einem mitmachen.

tropenhaus1

Viel Spaß beim Entdecken! Hast du Tipps für tolle Museen? Wo kann man noch lernen? Hast du mal eine freie Uni ausprobiert? Oder lernst du lieber über Online-Plattformen? Hast du schon mal bei einem MOOC mitgemacht?
Wer kennt einen Geheimtipp? (mein Geheimtipp, der wohl gar keiner mehr ist, ist die DDR-Wohnung in Berlin)

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Lichtverschmutzung

22 April, 2015 — 7:53pm

Heute ist Earthday, Tag der Erde. Und am 28.3. 2015 war schon Earth Hour. Schön ist das. Da gibts ein GoogleDoodle über das alle reden, da knipst man eine Stunde das Licht aus, sitzt bei Kerzenschein am Esstisch und spielt Karten. Schön ist das. Dann knipst man das Licht an, den Fernseher auch, das Leben geht seinen gewohnten Gang.
Bringts was? Hm. Geht so. Wenn ein bisschen Bewusstsein geschaffen wird ist das ja schön. Müll ist doof. Cradle to Cradle wäre natürlich besser. Aber das ist viel Aufwand. Und das ist anstrengend.

Aber in diesem Beitrag soll es um ein anderes Problem gehen. Ein Problem, das die meisten gar nicht als Problem wahrnehmen. Es geht um Lichtverschmutzung. Viele schmunzeln bei diesem Wort, weil sie es noch nie gehört haben. Dabei ist nicht das Licht verschmutzt, sondern der Nachthimmel, der mit künstlichem Licht so erhellt wird, dass sich das ganze Streulicht in der Atmosphäre verteilt. Wir sehen diffus erleuchteten Nebel, aber keine Sterne und Planeten mehr.
Ein komisches Problem: Es macht keinen Lärm, es tut nicht weh, es ist schön, wenn man was sehen kann und nicht im Dunkeln umhertappt und hinfällt.

Licht ist praktisch, aber auch teilweise überflüssig. Und als Möchtegern-Minimalistin ist es an der Zeit, sich nicht nur mit überflüssigen und sinnlosen Verpackungen auseinanderzusetzen sondern eben auch mit sinnlos eingesetzten Lichtquellen, z.b.

  • bei Sehenswürdigkeiten, die nachts beleuchtet werden
  • in Schaufenstern, die auch um 3 Uhr morgens den Bummler anlocken sollen
  • grelle Laternen in Wohngegenden
  • Werbekästen an Bushaltestellen
  • Bewegungsmelder, die so eingestellt sind, das sie bei jedem Staubkorn anfangen aufzublitzen
  • Treppenhaus- und Flurbeleuchtung, die zu lange leuchtet

“Aber mein Haus soll beleuchtet werden, das schreckt Einbrecher ab!” – Ja, meinst du? Als Einbrecher würde ich mich freuen, wenn mich ein festlich erleuchtetes Haus einladen würde! Da kann ich meine auffällige Taschenlampe ja im Auto lassen und einfach so im Garten herumspazieren und schon mal gucken, wo ich rein kann.
In absoluter Dunkelheit kann auch der Kriminelle nix sehen. Denk mal drüber nach.

Zu viel sinnloses Licht verdirbt uns nicht nur romantische Nächte unterm Sternenhimmel, es ist auch mitverantwortlich für das massenhafte Sterben von Tieren und die Verarmung von Flora und Fauna.
Meeresschildkröten, wie z.B. die Karettschildkröte, werden von Strand- und Küstenbeleuchtung abgelenkt und verirren sich. Sie landen nicht am Strand, wo sie ihre Eier ablegen können, sondern wandern viel zu weit ins Landesinnere und werden überfahren oder sterben völlig entkräftet. Nachtaktive Insekten werden von künstlichen Lichtquellen geblendet und sinken zu Boden, weil durch die Tageslichtbedingungen ein Ruheverhalten ausgelöst wird. Oder sie werden so desorientiert, dass sie ihre gesamte Kraft auf das Umherschwirren an der Lichtquelle verschwenden und sie sterben. Motten tragen übrigens auch dazu bei, dass sich Blütenstaub verteilt, das nur mal als Randnotiz.
Bei Zugvögeln ist es ähnlich. Sie orientieren sich nachts auch an den Sternen. Wenn sie die Sterne nicht sehen können, verirren sie sich.
Für uns ist zu viel Licht auch nicht gut. Es hemmt das Melatonin, ein Hormon, das unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Helles Licht für ca. 1 Stunde kann unsere innere Uhr auf bis zu zwei Stunden umstellen. Und was Müdigkeit mit uns macht, wissen wir ja.
Ich könnte noch mehr Horrorgeschichten erzählen, die im Licht spielen. Aber ich lasse das jetzt.

Wichtiger ist doch, was man dagegen tun kann. Und das einfache, äußerst minimalistische Rezept lautet: LICHT AUS! Und wenn das nicht geht, eine andere Farbtemperatur wählen. Je rötlicher das Licht, desto besser. Aufgrund einer Initiative sind seit 2013 in Frankreich nachts die Lichter aus. Das könnte man doch eigentlich hier auch einführen, oder?

Du wirst überflüssiges Licht erkennen, wenn du es siehst. Ganz besonders toll sind diese kugelförmigen Gehwegleuchten, die alles anstrahlen, nur nicht den Boden.
Die Lampe soll das anstrahlen, was sie anstrahlen soll. Das ist der Boden, das ist ein hübsches Gebäude (wenns sein muss) oder na gut, eben auch die Reklametafel. Dann soll es das aber bitteschön auch tun.

Falls du ein Haus hast, prüfe doch mal, was bei dir wie angestrahlt ist. Geht das Licht in den Himmel? Dann solltest du was ändern.
Geh mal nachts in der Stadt spazieren und schau dich mal um. Dir wird schlecht. Schlag doch deinem Pizzahouse, deinem Friseur oder deinem Kiosk um die Ecke vor, sie sollen Zeitschaltuhren benutzen. Meistens reicht das doch, wenn die Beleuchtung um 0 Uhr aus ist?!
Liebe Radfahrer, super das mit den LEDs! Nicht so toll ist, wenn ihr mir damit in die Fresse leuchtet und mich blendet. Vor allem, wenn ihr klingelt und ich nicht sehen kann, wohin ich ausweichen soll.
Discobesuch? Check mal, obs da Skybeamer gibt und sag dem Besitzer, er soll das mal schön lassen.

Ich glaube, ich versuche sowas in der Art. Einen Text formulieren und einfach mal an die betroffenen Häuser und Geschäfte hängen. Vielleicht ändert sich was. Denn wie gesagt, es ist ein Problem, das uns nicht als Problem erscheint.

Und wenn das Licht aus ist, gucken wir uns den Himmel an, ok?


P.S.: Ich weiß, der Artikel ist sehr launisch. Aber Lichtverschmutzung nervt mich und ich möchte dafür ein Bewusstsein mit Hilfe meines Blogs schaffen. Mir ist Lichtverschmutzung genauso wichtig wie Müllvermeidung. Ich glaube nämlich, dass ein staunender Blick auf die Milchstraße extrem wichtig für uns ist.
Falls du den Artikel also bis hierher gelesen hast, vielen Dank. <3

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das Orakel befragen

20 April, 2015 — 9:31pm

Auch so ein Ploop-Dings. Früher habe ich ganz unwissenschaftlich gerne orakelt. Einfach so, zum Spaß. Weil es mich zum Denken anregt und meine manchmal verstopften Gedankenabflüsse reinigt. Gerade wenn es stressig ist oder ich mich in einer Sackgasse bewege, helfen mir Orakelkarten dabei, die nötigen Impulse zu finden, um mal wieder in eine andere – neue – Richtung zu denken.
Keine Ahnung, warum ich es irgendwann aufgegeben habe. Daher ist es Zeit, es mal wieder zu versuchen.

orakel1

Man stellt eine Frage und zieht mit geschlossenen Augen, in entspannter Umgebung eine Karte (oder 3 für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und konzentriert sich auf seine Frage. Alleine schon das entspannte rumsitzen und die schönen Bildchen auf den Kartenrückseiten zu bestaunen macht Spaß und ich fühle mich dabei sehr geheimnisvoll.

orakel2

Und bringt es was? Jepp, ich finde schon. Nach all den Jahren finde ich es erstaunlich, dass ich immer noch Spaß daran habe. Eigentlich wollte ich die Karten schon ausmisten, aber ich behalte sie.
Weil ich mir damit neue, andere Gedanken und das ist etwas, was ich gut gebrauchen kann.

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Wochenrückblick KW16/2015

19 April, 2015 — 12:50pm

Ja ja, das Internet und ich…klappt momentan nicht so gut. Allerdings hat mich der neue Star Wars Trailer schon sehr beeindruckt. Es waren keine Abrams’schen Lichtreflexe zu sehen und die Effekte waren smooth, deshalb habe ich doch noch Hoffnung, dass er es nicht komplett versaut. Ich bleibe aber wachsam, JarJar Abrams!!!!!

Ein paar Kleinigkeiten:

Eine perfekte Vorbereitung auf die kommenden Superhelden-Filme bietet diese ARTE Doku in 3 Teilen

Gestern der Renner im Freundeskreis: Videos von Pfannkuchen.

Ziemlich coole T-Shirts. Trägt auch “Cisco Ramone” aus der Serie The Flash. Woher ich das weiß? -> wornontv.net

Schöner Erklär-Film über Thoreau:

Hamburg – grüne, gerechte und wachsende Metropole?

25 psychological life hacks that will help you gain the advantage in social situations – da sind echt ein paar brauchbare Tipps dabei. Ich werde definitv etwas davon ausprobieren.

(englischsprachige) Buchtipps und die dazu passende Stimmung.

Schönen Restsonntag euch allen!

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Raus aus der Internetblase?!

15 April, 2015 — 10:25am

In letzter Zeit denke ich wieder oft über Informationen nach und was sie mit uns anstellen.
Denn 1. sind wir in unserem Informations- und Kommunikationszeitalter komplett damit überfrachtet und 2. basteln wir uns dank sozialer Medien eine schöne Brille, die zu unserem Weltbild passt. Andere Informationen, die wichtig für eine Meinungsbildung wären, sehen wir dann nicht mehr. Wir folgen Leuten auf Twitter, die so sind wie wir bzw. zu unserem Erfahrungshorizont passen. Wir liken Sachen auf Facebook, von Leuten, mit denen wir “befreundet” sind.
(Und dann kriegen wir es nicht mal mit, wenn ein Konzern unseren Feed steuert…)
Auf Instagram, Blogs und Pinterest gucken wir uns ständig schick ausgeleuchtete, perfekt inszenierte Bilder an.

Nun, was macht das mit uns?

Ich ärgere mich über die Rechthaberei in einigen Kommentarbereichen (vor allem auf Nachrichtenseiten, wo sich Rechthaberei zwischen Tratsch und andere Mutmaßungen schleicht), ich fühle mich langweilig, weil es bei mir nicht so schick aussieht und kriege nur das mit, was ich wissen will. Was darüber hinaus passiert ist schwer verdaulich, anstrengend und könnte schlechte Gefühle hervorrufen.

Aber ich glaube, genau davon brauchen wir mehr, oder? Wir leben in einer glänzenden, schönen Internetblase und wenn wir da drin bleiben, könnte sich unser Blickfeld noch mehr einengen. Es gibt so viel, wovon wir keine Ahnung haben. Mit dem wir uns noch nicht auseinander gesetzt haben. Ja, es ist anstrengend. Sehr sogar. Aber ich glaube, wir brauchen das, um die Welt da draussen besser verstehen und uns darin einordnen zu können.

Um neugierig, offen und interessiert zu bleiben,

  • folge ich auf Twitter Leuten, die ich nicht kenne und warte ein paar Tweets ab, was sie mir in die Timeline spülen
  • folge ich auf Instagram Leuten, dessen Style mich in erster Linie eher abschreckt
  • lese ich Blogs, die ich normalerweise nicht lesen/ansehen würde
  • rede ich mit Leuten IRL und höre mir wertfrei und achtsam ihre Ansichten zu Leben an

Dann erforsche ich, was das mit mir macht.

Und du?

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Fazit Stilberatung

13 April, 2015 — 11:20am

Weil viele von euch wissen wollten, wie mein Stilberatungskurs war, schreib ich das hier mal schnell auf.

Den Kurs selbst habe ich über die VHS gebucht, fand gestern von 10-18 Uhr statt und kostete 60 Euro.
Ich fand die 60 Euro gut in den Kurs – und somit in mich – gut investiert. Wir waren insgesamt 10 Frauen und haben viel gelernt. (Für die Profis: nach dem Color me Beautiful Prinzip) Der größte Lerneffekt war für mich beim Thema Farben und Farbwahrnehmung. Ich habe endlich verstanden, warum uns einige Farben blass, alt und krank machen, während andere Farben uns die Frische ins Gesicht zaubern. Und damit kann man arbeiten.
Es war aber auch anstrengend, so lange bei 9 Frauen zu sehen und wahrnehmen zu müssen. Der Großteil der Frauen waren kühle Typen, da hielt sich die Abwechslung in Grenzen und ging nur in Nuancen, das war auf die lange Zeit gesehen doch ein bisschen ermüdend.
Nachdem wir uns trölfmillarden Farben vors Gesicht gehalten haben, ging es dann noch um Gesichtsformen und was man am Besten bei Brillen und Frisuren beachten sollte, sowie um Körperformen, Stilpersönlichkeiten und Proportionen.

Die Kursleiterin war sehr nett und witzig. Sie hat praktische, lebensnahe Tipps gegeben, z.B. dass man sich das Geld für einen Farbfächer sparen sollte, weil die Dinger 1. teuer sind und 2. es die Farben meistens sowieso nicht im Laden zu kaufen gibt, wenn sie nicht gerade modern sind. (Denk nur mal an diese ganzen Nude-Töne!) Wenn wir uns in der Farbe vergriffen hätten, sollten wir es einfach wieder zurück bringen und den Verkäufern sagen, dass sie in der Umkleide besseres Licht machen sollen.
Wenn sie welche verkauft hätte, hätte ich mir wahrscheinlich trotzdem einen gekauft, weil ich gerne Farben angucke. :D Aber ich guck erst mal meinen Farbkreis zu Hause an und hol mir dann aus dem Baumarkt ein paar Farbkärtchen, die ich dann in meinen Filofax einhefte.
Letztlich gehts darum, seine Farbwahrnehmung zu schulen.

Und um euch zu beruhigen: Wir sind nicht die kompletten Vollhonks. Man fühlt sich sowieso zu dem hingezogen, was einem auch steht. Man liegt eigentlich nie so sehr daneben, aber manchmal gehts eben schon drum, ob das lila nun einen rötlichen oder bläulichen Unterton hat, gedeckt oder klar ist. Ich habe anhand des Drapings gelernt, dass meine Farbauswahl ziemlich okay ist. (Bis auf eine Camel-farbene Opa Strickjacke, die mich wirklich krank macht, aber das ist mir egal, die zieh ich nur zuhause an) Der Kurs hat mir in dieser Hinsicht noch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und Mut zugesteckt und ich werde mir mal ein schönes Himbeerrot aussuchen!

Von einigen, denen ich erzählt oder geschrieben habe, dass ich so einen Kurs mache, kam totales Unverständnis – was mich ziemlich überraschte. Ich hörte z.B. “Braucht man nicht” oder “Das kannst du doch alles im Internet nachgucken” oder “das kann ICH dir auch sagen!” Und auch “Stil? Warum sollte mir denn jemand vorschreiben, was ich anzuziehen habe?!”

Das hat mir gezeigt, wie ominös diese ganze Sache für die meisten ist. Für mich war es das ja auch. Ich meine, wir lernen doch aus Frauenzeitschriften alle paar Jahre, dass die Sanduhren bitte A-Linien tragen sollten und Herbsttypen kein lila tragen sollten – aber das ist doch alles nicht in Stein gemeißelt. Und was bringen einem solche Aussagen, wenn man sie nicht umsetzen kann, weil die Läden voll mit abartigem Gruselgraus hängen? Wenn ich einen Typentest mache und herauskommt, dass ich klassische Sachen anziehen soll, ist das ja schön für den Typentest. Interessiert mich nur nicht. Vielleicht ist es aber auch so, dass es mich auf die Idee bringt, tatsächlich mal Loafer oder ein Poloshirt anzuprobieren. Vielleicht stehts mir ja besser als meine ausgelatschten Stiefel.
Alles kann, nichts muss. Es soll Spaß machen und Lust auf Farbe machen. Immerhin sind Klamotten unsere zweite Haut und auch wenn wir nur eine Winzigkeit verändern, könnte das Türen öffnen, die vorher noch nicht geöffnet waren.

Ha! Das klingt so als wäre ich jetzt voll zum Modepüppchen mutiert! Keine Panik, diese Gene trage ich nicht in mir. Aber Stilfindung und Minimalismus gehören für mich schon zusammen, weil es das Einkaufen noch mehr zusammengedampft hat.

Also: So eine Stilberatungs-Kurs ist was für dich, wenn du Lust auf Farbe hast und du eher im Bereich Schwarz, Weiß, Jeansblau angesiedelt bist und du gerne mal Fremdmeinungen hören willst.
So ein Kurs ist aber nix für dich, wenn du Probleme damit hast, vor einer größeren Gruppe beurteilt zu werden, dann wäre vielleicht eine Einzelberatung sinnvoller.

Wer jetzt erstmal ein bisschen was zum Rumklicken braucht, sollte mal bei Materialfehler oder auf into-mind oder bei un-fancy vorbeischauen.

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Wochenrückblick KW15/2015

12 April, 2015 — 8:36am

Diese Woche war ich kaum online, weil 1. mein Phone seit Wochen kein Netz mehr hat und ich meistens sogar zu faul bin mich irgendwo ins WLAN einzubuchen und sich dadurch quasi die Online-Zeit auf NULL reduzuiert hat und weil 2. das echte Leben da draussen viel zu bieten hatte.

Trotzdem gibts hier was zu klicken:

mal eben auf dem Mars landen? Kein Problem!

…und falls du hören willst, wie Jupiter klingt oder die Erde – das geht dank Voyager auch.

großartige Zeichnungen als .gifs

superlustige Webcomics mit historischem Hintergrund Einfach auf “random” klicken, nebenher Kaffee trinken und die nächsten Stunden sind gerettet! ;)

Das wars auch schon. Was hast du angeklickt?

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List-o-Manie: Lieblingsfilme für das PLOOP Projekt

10 April, 2015 — 10:11am

(Diejenigen, die überhaupt nicht schnallen worum es geht klicken erstmal hier)

Als leichten Einstieg in meine PLOOP-Welt fange ich einfach damit an, meine Lieblingsfilme und Lieblingsserien von damals zu gucken. Ich habe alle Filme mindestens 5 Mal gesehen, aber auch das ist schon wieder lange her.

  • Hackers

einer meiner All-Time Favoriten! Hab den Film schon tausend mal gesehen und er wird mir nicht langweilig. Cyberpunk, Teenagerprobleme, Angelina Jolie und Johnny Lee Miller. Der Film hat Tempo, nen tollen Soundtrack und coole Outfits.

  • Singing in the Rain

Mit Gene Kelly. Eigentlich sind alle Filme mit Gene Kelly Lieblingsfilme, weil mich diese Technicolor-Revuefilme total glücklich machen.

  • Stolz und Vorurteil

Bitte nicht hauen! Ich mag die Version mit Keira Kneightly lieber.

  • The Ren & Stimpy Show

Ich glaube, das ist die gemeingefährlichste und bekloppteste Zeichentrickserie, die es je gab. Ich weiß gar nicht, was passieren würde, wenn man mehrere Folgen hintereinander guckt, aber ich werde es im Namen der Wissenschaft versuchen!!!

  • Clarissa

Uh, Clarissa hat mich durch die Pubertät begleitet und ist fast sowas wie ne große Schwester. Hat sehr viel Spaß gemacht das damals zu gucken.

  • Die fabelhafte Welt der Amelie

An diesem Film stimmt einfach alles. Vor allem aber der Soundtrack.

  • Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit

Wer Bill und Ted nicht kennt MUSS.DIESE.BILDUNGSLÜCKE.SCHLIESSEN!! Sonst dürft ihr hier nicht mehr mitlesen! ;D

Ich könnte natürlich noch viel mehr aufzählen, aber ich weiß jetzt schon, dass 1 Monat dafür überhaupt nicht reichen wird. Ich versuche es zumindest.

Beim Durchsehen meiner verbliebenen 4 Kistchen mit DVDs habe ich mich ziemlich erschrocken. In einer Box war ein Haufen Zeug drin, dass ich schon völlig vergessen habe. Ich dachte eigentlich, ich hätte alles ordentlich durchsortiert und ausgemistet und wäre fertig, aber nix da – da geht noch einiges! Wieder einmal stellte ich mir die Frage, warum ich das nicht schon DAMALS aussortiert habe…mmh…dieses immer wiederkehrende Problem ist überhaupt nicht minimalistisch!

Was ist dein Lieblingsfilm? Und wann hast du ihn zuletzt gesehen?

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Gesammelte Erkenntnisse aus dem Aufmiezel-Monat

8 April, 2015 — 9:21am

Oh, ja fast vergessen!!! Ich will noch ein paar Notizen zu meinem Aufmiezel-und-Minimalismus März schreiben.

aufmiezelmonat

Also mal sehen…

– Der Hosenkauf war überhaupt kein Problem. Online bestellt auf gut Glück und passt wie angegossen. YAY! Ich werde meine Hosen nur noch online kaufen.

– mein Kleiderschrank ist nun mit insgesamt 167 Teilen so minimalistisch wie mir möglich. Erst jetzt kristallisiert sich schön langsam raus, wo ich evtl. ein bisschen nachbessern muss, weil die Menge nicht mit unseren Waschrhythmen hinkommt. Da ist jetzt Feinarbeit angesagt. Wir sollten also mal unsere Haushaltsroutine untersuchen und evtl. anpassen. Mehr kaufen will ich nicht.

– Ein Teil von Stilfindung ist, sich auszudenken was man einfach nur meeeegageil findet. Der Rest ist dann wohl Typsache (Farben, Schnitte, Proportionen, Typen). Oder auch nicht. Ich erhoffe mir von einer Typberatung, dass ich besser scannen und aussieben kann und dann eben (noch) minimalistischer wählen, kaufen und anziehen kann. Im Prinzip weiß man das ja schon irgendwie, aber man kann natürlich auch ein bisschen mehr rausholen, oder?

– Einige haben mir Komplimente gemacht, als ich meine Augen geschminkt habe. Andere haben nix gesagt. So viel Make-up konnte ich nicht aufbrauchen, weil ich einfach sehr dezent und/oder punktuell auffällig schminke (z.B. bunter Glitzer-Lidstrich). Mir ist aber etwas anderes aufgefallen: Je öfter ich erwähnt habe, dass ich mich im Monat März aufhübschen will, desto mehr haben sich die anderen auch aufgehübscht. Auch die Männer. Als wäre meine Aussage eine Art Erinnerung für die anderen gewesen. Hm. Klar, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil ich auf das Äußere der anderen mehr geachtet habe als sonst, aber irgendwie kam es mir so vor.

– anders behandelt worden bin ich nicht. Zumindest ist mir da nix aufgefallen. ABER! Man erntet automatisch Blicke, wenn man mit jemanden unterwegs ist, der sich ein bisschen heftiger gestylt hat. Also ein unscheinbares Mäuschen darf man zwar auch nicht sein, aber anscheinend gibts da so nen “Abfärbeeffekt”!? Weiß man da was?

sechsauge

– Ich habe mich genauso wenig im Spiegel angesehen wie vorher auch LOL! Keine Ahnung was da bei mir kaputt ist. Ich hab auch keine Ahnung, wie ich mich dahingehend erziehen könnte. Manchmal bin ich noch mal zurück um mich anzugucken, aber meistens habe ich es vergessen. Vermutlich resultiert dieses etwas seltsam anmutende Problem daraus, dass ich ja im Prinzip weiß wie ich aussehe und meine Sehkraft eh nicht die Beste ist. :D

– Schminke ist und bleibt anstrengend. Auch wenn sie dezent aufgetragen ist. War es früher irgendwie auch schon, als ich mir noch mehr Zeug ins Gesicht gepinselt habe. Aber es ist mir jetzt noch mal deutlich geworden, dass es echt blöd ist, wenn man sich nicht einfach so im Gesicht und in den Augen herumreiben kann. Klar könnte man das tun, aber dann sieht man gleich aus wie ein verprügelter Schlampenclown. Und dann auch noch abschminken! Uff. Vor allem ist mir jetzt erst aufgefallen, wie schwer sich Wimperntusche eigentlich anfühlt.

– Minimal war meine Beauty-Routine schon immer. Meine absoluten Notwendigkeiten sind Rouge, Lippenbalsam und seit neuestem: geformte Wimpern. Das reicht mir, weil ich damit nicht so müde aussehe. Als Farbtupfer manchmal ein bunter Lidstrich oder ein Tupfen Lidschatten in den Augenwinkeln. Das wars und daran wird sich auch nix ändern.

schminkzeug

– nach diversen Youtube-Schminkvideos kommt mir immer öfter der Gedanke, dass die meisten Menschen permanent vergessen, dass die Haut ein Organ ist. Zur Pflege schwöre ich auf regelmäßige Peelings, Sonnenschutz und hochwertige Öle. Ich beobachte meine Haut und gucke mir unter gesichtsdiagnostischen Aspekten jede Einzelheit genau an. Ich glaube ganz fest daran, dass das meiste die Ernährung und der Lebensstil ausmacht. Typgerechtes Make up und Klamottenfarben sollten die Kür sein, typgerechte Ernährung die Pflicht. Ich weiß, ich bin da selbst kein Vorbild, aber die meisten klatschen sich sämtliche fiese Chemikalien ins Gesicht und wundern sich, warum die Haut komisch reagiert.

– Ich will das Gareth Pugh meine Klamotten macht.

Insgesamt war das also ein schöner Monat. Ich werde mich intensiver mit Mode und Stil auseinandersetzen und noch bewusster meine Klamotten auswählen, vor allem beim Kauf von neuen Sachen. Das wird zwar nicht oft vorkommen und ich habe auch nicht vor, meine aktuelle Garderobe vollständig auszutauschen, aber es macht irre viel Spaß sich selbst durch einen bestimmten Stil auszudrücken. Es ist inspirierend. Es ist Abenteuer. Das ist wie eine Panzerung. LARP kann immer sein, wenn man will. Ich muss das noch erforschen, aber irgendwas macht das mit mir. Am Sonntag ist erstmal mein Typberatungskurs, ich erwarte zwar nix großartiges, aber aufgeregt bin ich trotzdem.

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Wochenrückblick KW14/2015

5 April, 2015 — 10:14am

Frohe Ostern!

Bist du ein Replikant? Ich nur zu 14 % :D

Walgesänge

Juhuuu! Auf einfachhaferbrei gehts weiter mit der Typen-, Farb- und Kleiderschrankanalyse. Lest mal rein!

Auf into-mind gabs auch nen interessanten Artikel: Why I don’t believe in dressing for my body type

How to connect deeply with anyone in 5 minutes. Hm, das könnte man ja mal ausprobieren…

Erwin Wurm ist ja schon cool. Aber das hier auch.

Apropos Wurm. Letztes Wochenende war ich in Wolfsburg und war völlig hingerissen von diesem Gebäude. Natürlich habe ich sofort weiterrecherchiert. Die Architektin Zaha Hadid macht nur geiles Zeug! Ich kann mich daran gar nicht sattsehen und es ist so interessant, sich in so nem Gebäude aufzuhalten.

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