Produktfrei leben – 2 Jahre danach

24 Mai, 2013 — 10:11am

Mein Mai-Experiment ist schon 2 Jahre her, also ist es wieder Zeit für ein Update. Ein herzliches Hallo an dieser Stelle auch an alle neuen Leser, die über den No Poo Beitrag hier gelandet sind!
Oh und wenn du jetzt nur Bahnhof verstehst, es geht darum.

Also, was hat sich getan?

Shampoo und Duschgel? Nö! Seifenstücke? Ja!
Seit ca. einem halben Jahr nutze ich ab und an ein Stück Seife zum Duschen. Ich brauch es zwar nicht, aber irgendwie hat ein Stück Seife jetzt doch so einen Wellness-Charakter bekommen. Einmal pro Woche oder seltener stehe ich also in einer Mandelduftwolke und komme mir vor wie in einem Wellnesstempel. Ansonsten eben weiterhin Wasser pur.
Beim Shampoo ist es ähnlich. Ich spüle mir jeden Tag die Haare mit Wasser durch. Müsste ich zwar auch nicht, aber meine kurzen Haare verlegen sich gerne mal und da ist auch nix mit Bürsten oder Haargel zu gewinnen. Ab und zu nehme ich ne Essigrinse, seltener Natron. Ich habe herausgefunden, dass gesundes und schönes Haar nur von der Ernährung und den jahreszeitlichen Umständen und Krankheit abhängt. Im Winter hatte ich doch öfter mal einen Bad Hair Day mit fettigen Ansatz und Schuppen, was sich aber auch durch Natron beheben lies. Und wenn ich mehr Zucker esse, sieht man das auch auch gleich an den Haaren. Unglaublich.
Seit Neuestem verwende ich Rasierseife zum Haarewaschen. Das ist nur so eine Spielerei, weil Herr DingDong und ich in unserer plastikfreien Zeit zufällig bei einer Seifenmanufaktur vorbeigekommen sind und uns gefragt haben, ob es auch Shampooseife gibt. Der Seifenhändler verneinte dies, meinte aber, wir sollten mal Rasierseife probieren, weil die so gut schäumt. Also haben wir aus Neugier ein kleines Stückchen gekauft. Und tatsächlich: Klappt super. Aber auch: Wellness-Charakter.
Und was mir auch aufgefallen ist: Ein Seifenstück hält soooo viel länger als Shampoo oder Duschgel! Ist es nicht toll!? Ich kann es ohne Müll kaufen und es verschwindet einfach nach/während der Benutzung ohne Müll wieder. Großartig!!!
Ich hab es sogar geschafft, meine Arbeitskolleginnen für Seifenstücke zu begeistern.

Zahnpasta?
Nö. Finde ich mittlerweile sogar ziemlich ekelhaft. Ich schmecke das Konservierungs-/Desinfektionsmittel und das Süßungsmittel heraus, was meine Schleimhaut austrocknet, Mikroplastik da drin find ich auch nicht gerade prickelnd und wegen der Fluorid-Geschiche weiß ich auch nicht weiter. Meine Zahnärztin (der ich nicht erzählt habe, dass ich selbstgebasteltes Zahnputzpulver nutze) meinte, ich hätte super Zähne, müsse aber trotzdem mal zur prof. Zahnreinigung kommen, weil ich an einigen Stellen einfach nicht ran komme. Aber das Problem hatte ich auch schon vorher, als ich noch normale Zahnpasta benutzt habe.
Ich putze 1-2 mal wöchentlich mit dem Zahnputzpulver und 3 mal täglich mit Wasser. Manchmal auch mehr. Lustigerweise hätte ich das vorher mit Zahnpasta nie gemacht. Dazu kommt mein neuestes Lieblingsdings: Ein Zungenschaber. Der ist zwar aus Plastik, aber mei, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, ne? Ich liebe dieses Dings. Man glaubt gar nicht, was da alles so los ist, auf der Zunge. Und wenn man das Ding einmal benutzt hat, weiß man erst, wie sich richtige Sauberkeit im Mund anfühlt. Das bekommt man mit keiner Zahnpasta. Gibts auch aus Metall.

Deo?
Jup, immer noch die selbstgemachte Variante. Wobei ich immer zwischen einem Kauf-Deo (Naturkosmetik) und der Natronvariante wechsle, da ich das Problem mit der Hautreizung immer noch nicht im Griff habe.

Make-up?
Hm…hab ich vorher ja auch nicht sooo viel benutzt und seit dem Experiment ist es noch weniger geworden. Ich mag ein bisschen Farbe im Gesicht, aber eigentlich nervt es mich mittlerweile total wenn ich nicht einfach in meinem Gesicht herumreiben kann, wenn mir danach ist LOL
(DAS sind vielleicht Probleme!!! hahahaha! aber ehrlich, wenn man geschminkt ist und sich mal die Augen reibt sieht man aus wie ein trauriger Clown der sich wie ne Schlampe aufführt.)
Ich werde also noch ungefähr 20 Mio. Jahre brauchen, um meinen Gesichtsmalkasten aufzubrauchen. Alles was zwischendrin schlecht wird, kommt sowieso in den Müll. Was aber für besondere Anlässe immer geht: Rouge und Lippenpflege. Ansonsten überlichweise nix.

Und sonst?
Ein absolutes Muss ist Handcreme, die bleibt definitiv, sonst würden meine Hände binnen kürzester Zeit zu Staub zerfallen. Als es mal ganz schlimm wurde, habe ich mal Olivenöl benutzt, das hat super geholfen. Man riecht zwar nach Salat, aber dafür waren die Hände total gepflegt.
Oh und Nagellack bleibt auch. Weil es so schön bunt ist. Und glitzert.

So schön einfach, zumindest in diesem Bereich nichts mehr kaufen zu müssen.

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Broschüren zum Thema abfallarm einkaufen

22 Mai, 2013 — 7:52pm

Momentan lese ich ja einen DIN-Ratgeber zum Thema Müllvermeidung. Ganz hinten im Buch unter “weiterführender Literatur” gab es neben Buchvorschlägen auch ein paar Angaben zu kostenlosen Broschüren. Nach laaaanger Sucherei bin ich endlich fündig geworden!

Abfallvermeidung im Büro – ein 36-Seiten .pdf von der Berliner Stadtreinigung, 2008
Am Schönsten war hierbei die übersichtliche Auflistung gängiger Büroartikel und Alternativprodukte, aber auch die anderen Handlungsempfehlungen sind ziemlich gut.

Abfallarm leben und einkaufen vom Bayerischen Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz aus dem güldenen Jahre 1994 (2004 nochmal überarbeitet)
Die Broschüre gibt es hier zum Download, einfach nach dieser Artikelbezeichnung suchen: stmugv_abfall_00014
Dieses Schmuckstück umfasst 93 Seiten und enthält wunderschöne Bilder von begeisterten Müllvermeidern! Die “Einkaufswagerl” und der “Ratsch” mit der Marktfrau haben mir persönlich ein wunderbares Leseerlebnis beschert ;D
Die Broschüre umfasst sämtliche Bereiche von Supermarkteinkauf, Markteinkauf, Sport, Hobby, Kinder und Baby, Jugendliche, Arbeit, bis Leihen – Tauschen- Instandhalten und bringt einen schnell auf gute Ideen!

…vielleicht auch noch interessant ist die Publikation Abfall – Vermeiden, trennen, verwerten oder beseitigen(Artikelbezeichnung lfu_abfall_00193 auf dieser Seite eingeben) Es geht hierbei zwar eher generell um Abfallwirtschaft, aber zwischendurch finden sich immer wieder Tipps und vor allem sehr, sehr viele Quellen.

Noch mehr gute Ideen gibt es in folgender Broschüre: Ideenpool Abfallvermeidung Die Ideen sind in tabellarischer Form aufbereitet und sind eher auf kommunaler Ebene gedacht, aber vielleicht bekommt man hier auch gute Anregungen, die man weitertragen kann.

Die Broschüren waren ganz tief unten auf den Anbieterseiten versteckt und sind leider auch etwas veraltet, aber im Prinzip taugen die Tipps noch immer.

Falls du auch noch irgendwelche Links hast – bitte her damit! :)

3 comments » | Gelesen, Inspiration, müllfrei / ohne Plastik

Extrem-Minimalismus für Anfänger und Weicheier

20 Mai, 2013 — 10:57am

Okay, von der besten Sache, die ich in meinem Alles-anders-April gemacht habe, habe ich noch gar nicht ausführlich berichtet – und das will ich schleunigst ändern!
Also, was wars?
Ich bin an einem Tag wie immer zur Arbeit gefahren und zwar ohne ALLES. Also nein, nicht nackt! :D

Alles, was ich bei mir trug, waren folgende Sachen:
1. Schlüssel fürs Büro
2. Schlüssel für die Wohnung
3. Geldbeutel in abgespeckter Form: Bargeld und Fahrkarte (wobei normalerweise auch nicht viel mehr drin ist…)

Und obwohl ich normalerweise überhaupt nicht auf Extrem-Minimalismus stehe (wobei…gut das würde jetzt zu weit führen), fand ich diesen Zustand wahnsinnig toll, weil es 1. anders war und 2. ziemlich befreiend und mir 3. frischen Wind in die Birne geblasen hat.

Für mich ist der Zustand extrem, weil ich viel unterwegs bin und ich immer eine gut gepackte Tasche bzw. Rucksack habe. Normalerweise trage ich neben Geldbeutel und Schlüssel noch einen Filofax (Terminplaner, To Do-Liste, Adressliste, Notizbuch, Ausgabenliste + Stift), ein Buch, mein Krimskramsbeutel (Handcreme, Taschenlampe, Feuerzeug, Pflaster, Taschentücher, Lippenbalsam etc.), mein Mittagessen, eine Wasserflasche und Besteck mit mir herum. Ich will auf alles vorbereitet sein und möchte mich beschäftigen können, wenn ich mich beschäftigen will.
An dem Tag ging das nicht und siehe da – ich habe es überlebt und es war toll!

Deshalb rate ich allen, die Extrem-Minimalismus mal ausprobieren wollen zu so einer Aktion.
Vielleicht fährst du soewieso immer nur mit Geldbeutel und Handy rum, dann ist dir o.g. Taschenverzicht natürlich völlig egal.

Aber:

…Autofahrer könnten auch das Auto stehen lassen und alles mit ÖPNV oder zu Fuß erledigen
…Handysüchtige könnten das Handy absichtlich mal daheim “vergessen”
…aus der 30 Min. Haar- und Make-up Routine könnten heute 5 Min. werden
…Licht? Strom? Wieso nicht mal Kerzenschein? Und das Internet bleibt auch geschlossen, auch die Hintertüren :D
…Junk Food Liebhaber könnten ja mal selbst kochen
…die Samstagnachmittagsshoppingkaffeeundkuchenrunde mit den Mädels fällt flach
… und Listenschreiber lassen Zettel und Stift liegen

Wichtig dabei: Bleib aufmerksam bei der Sache!
Frage dich: Ist es gut? Ist es schlecht? Ist es nur schlecht, weil es für mich unbequem ist? Was genau ist daran unbequem? Wo ist der Level des “minimalen”? Wie extrem darf/muss es sein?
Registriere alles: Blicke, Komplimente, freche Sprüche
Spüre die Angst. Fühle den Schweiß. Und die fiesen Gedanken, die der innere Kritiker flüstert.

Hast du noch mehr Ideen? Bitte her damit! Was würde dich in eine “extreme” Situation bringen?

6 comments » | Experimente, Glückstourismus, Minimalismus

Farewell Facebook – Short film about Digital Suicide

17 Mai, 2013 — 10:37am

Ein 11-minütiger Kurzfilm über Sinn und Unsinn von Facebook/social media. Ziemlich witzig gemacht!
Schönes Wochenende!

4 comments » | Clip, Digitales, Genial

Was ist wesentlich?

15 Mai, 2013 — 10:46am

Minimalisten reduzieren ihren Besitz, ihre Beziehungen, ihre Gewohnheiten und Verpflichtungen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Schon vor 2 Jahren habe ich mir Gedanken gemacht, was das sein soll, dieses schwammige “Wesentliche”. Ist es die Zeit, die frei wird, die man dann mit lieben Menschen verbringen kann? Oder ist es die Klarheit, die man gewinnt und mit der man sein Leben in den Griff bekommt?
Ist es das?
Oder kann man das auch per Selbstorganisation und Coaching erreichen?

Vereinfachung kann Stress vermeiden, aber wenn sie zu einem Lebensstil werden soll, müssen wir wissen, wofür wir unser Leben vereinfachen.

Was ist wesentlich? “Wesentliches ist für jeden etwas anderes!” – Stimmt das wirklich?

Ist das Wesentliche nicht einfach: ein gutes Leben führen, klares Handeln ohne Leid zu verursachen und die Welt besser und schöner zu hinterlassen als man sie vorgefunden hat?

14 comments » | Gedacht, Minimalismus

Transporttasche für Gartenabfälle

13 Mai, 2013 — 10:24am

“Gärtnern in der Stadt” trifft es bei uns nur, wenn wir Gräber pflegen. So wie gestern auf dem Friedhof.
Um die Pflanzenabfälle nicht immer per Hand zum Mülleimer tragen zu müssen – denn
das dauert ewig – habe ich mir das hier ausgedacht!
Einfach die Ränder einer Plastiktüte aufschneiden und fertig ist die Transporttasche! Am Besten klappt das mit Tüten aus stabileren Plastik mit Henkel

transporttasche

Solche Transporttaschen für Gartenabfälle gibt es sicherlich in jedem Euroshop und Baumarkt zu kaufen, aber so hat die ausgediente Plastiktüte noch ein weiteres Leben und ist für diesen Zweck furchtbar nützlich!

1 comment » | Heim & Herd, machen, Selbstgemacht

Blog des Monats – omiyage blogs

6 Mai, 2013 — 10:02am

Wieder Zeit für einen superben Blog – omiyage! Klingt seltsam ist aber japanisch und bedeutet “Souvenir”. Und in dem Blog geht es um allerlei buntgebastelte Dinge, Origami, Kirigamy, Washi-Tape aller Art, Mustermix und cooles Design. Die vielen DIY-Ideen lassen sich perfekt für Regentage nutzen!
omiyagescrs

http://www.omiyageblogs.ca/

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To Do – im Mai

1 Mai, 2013 — 2:33pm

Der April war so krass, ich gönn mir ne Pause und mache im Mai einfach IRGENDWAS was ich gut finde. Ein paar Projekte will ich aber weiter im Fokus behalten:

  • Ende des Monats ist ein Lauf, den ich mitmachen will, um weiter dran zu bleiben. Es ist für mich leichter, sich an “Wettkämpfen” entlang zu hangeln, als einfach nur so herumzulaufen. Und es sind nur popelige 3,3 km wofür es sogar eine Medaille gibt. Ich hab noch nie eine Medaille bekommen! :D
  • Ich will/muss das Biologie-Schulbuch fertig durcharbeiten!!! (Es ist aus der Bücherei) Jedes Mal wenn ich Biologie lerne fallen mir vor Staunen die Augen aus dem Kopf, aber in letzter Zeit bin ich nicht dazu gekommen. Das will ich wieder ändern
  • einen Psychothriller lesen
  • mich zum Blutspenden anmelden. Habs schon dreimal verschoben, weil ich mich nicht fit genug fühlte oder weil ich ein Angsthase bin. Das hat definitiv was von Mutprobe. Vielleicht schaffe ich es ja dieses Mal
  • Was sind deine Vorhaben im Mai?

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no new plastic challenge im April – das Fazit

29 April, 2013 — 9:16am

Nun ja, wie du sicherlich aus den vorherigen Beiträgen ersehen konntest, stand ich der ganzen Aktion mit eher gemischten Gefühlen gegenüber.
Es war gut, es war schlecht. Es fühlte sich gut an, weil teilweise machbar und es fühlte sich schlecht an, weil man gegen Windmühlen kämpft.
Mein Gesamteindruck ist, dass man es unter großer Anstrengung oder mit dem richtigen Umfeld sicherlich hinbekommen könnte.

endstationmeer

So viel Anstrengung möchte ich aber nicht mehr aufbringen, denn das Thema meines Blogs ist ja auch “Einfachheit” und die hat mir bei dem Thema leider noch viel zu oft ziemlich gefehlt.

Es war trotzdem sehr erkenntnisreich. Zum Beispiel ist uns aufgefallen, dass die meisten Menschen, die im Biosupermarkt einkaufen, sich überhaupt nicht um die Verpackungen, Papiertüten und Plastikbeutelchen kümmern, wohl aber freuen sich die Kassierinnen in großen Warenhäusern, wenn wir Verpackungen und Tüten ablehnen. Die eine Karstadtkassierin hat mich sogar ein bisschen überrascht, als sie erwähnte, wie fürchterlich sie die Bilder von verschmutzten Meeren findet und dass es doch überhaupt kein Problem sei, wenn man auch die bisher kostenlosen Tüten mit 20 Cent besteuern würde. Recht hat sie! Und die war definitiv kein Ökofritz :D
Tja, und auch wenn man aktiv Plastik vermeidet, heißt das ja noch lange nicht, dass man kein Plastik produziert – zum Beispiel beim Arzt (Spritzen, Medikamente etc.)

Unsere Plastikmüllanalyse ergab folgendes:

Insgesamt: 287 g
Davon Take-Away-Müll: 110 g (!!!)
Rest: 177 g (ohne Kabel, weil das ja kein Müll ist)

In diesem Haufen haben wir 9 verschiedene Kunststoffe entdeckt:

aprilmuell

Davon richtig übel:
PVC – Polyvinylchlorid (z.B.Kabel)
PS – Polystyrol (z.B. Take Away Behälter)
PU – Polyurethan (z.B. Geschirrreiniger, die nicht mal was taugen *grr*)

Der Rest ist im Rahmen des Kreislaufs zwar noch irgendwie okay, aber das heißt ja auch nix, wenn es nicht richtig entsorgt wird.
PP – Polypropylen (z.B. Obstschalen, Einwegspritzen)
PE-HD – Polyethylen high density (z.B. Füllmaterial Versand)
PE-LD – Polyethylen low density (z.B. Taschentücherumverpackung und wahrscheinlich auch die Toilettenpapierverpackung)
PE-LLD – Polyethylen linear low density (z.B. Plastiktüten)
CPP – Cast Polypropylen (z.B.Laminierfolie)
+ undefinierbar (z.B.Mülltüten)

Seltsamerweise steht auf den “Blaue Engel” Produkten keine Angabe des Polymers drauf, weshalb wir beim Recyclinghof erfragen werden, was “aus recyclten Kunststoffen” genau bedeutet und wie sich das dann als Müll verhält.

Ich freu mich sehr, dass wir kein Polycarbonat-Kunststoff gefunden haben – das bedeutet: kein BPA!!!


Wie sieht nun mein After-Challenge Schlachtplan aus?

1) weiterhin so plastikfrei bzw. müllfrei wie möglich einkaufen und wenn es nicht klappt, weil es irgendwas NUR in Plastik verpackt gibt sich nicht ärgern und es trotzdem kaufen
Nach so einer Challenge gibt es keinen Weg mehr zurück. (Oder?) Jeder kleine Schritt ist ein Schritt in eine (hoffentlich) richtige Richtung. Und: Kleinvieh macht auch Mist. Das haben wir ganz deutlich erfahren, als wir zweieinhalb Wochen gebraucht haben um einen 60 L Müllsack zu füllen. Normalerweise kriegen wir so ein Ding in einer Woche voll! Wir haben in dieser Zeit viele kleine Läden entdeckt, die müllfreies Einkaufen ohne große Umstände einfach so möglich machten. Es war wunderbar einfach. Dose auf die Theke gestellt, Verkäuferin hat den Käse/Salat/Aufstrich/wasauchimmer reingetan. Deckel zu, bezahlt, fertig, glücklich. Das war so einfach, dass wir uns immer gewundert haben :D
Die Analyse unseres Müllhaufens hat gezeigt, dass wir zu oft aus Gründen der Faulheit in die Take-Away-Falle tappen. Wenn es nicht die Faulheit ist, dann ist es dieses “Ich hätte mal wieder Lust auf…”-Getue in Kombination mit “nicht nachdenken” und sich alles doppelt und dreifach einpacken lassen. (Was wir dann immer erst zu Hause gemerkt haben!!! Ey wir sind solche Roboter…schlimm…) Zukünftig möchte ich da ein bisschen besser darauf achten.

2) mehr über Kunststoffe lernen
Wenn schon Plastik, dann das geringste Übel wählen. Dazu muss man genau Bescheid wissen. Die Müllanalyse hat Herr DingDong durchgeführt und ich habe meistens nur Bahnhof verstanden. Mit Hilfe von Wiki und den Handouts der Endstation Meer – Ausstellung, die wir im März besucht haben, wird mir das gelingen.

3) meine bisherigen plastikfreien Gewohnheiten beibehalten
Das ist für mich selbstverständlich und betrifft z.B. solche Sachen wie Leitungswasser trinken, Stoffbeutel dabeihaben und ohne Shampoo und Zahnpasta leben. Mehr Inspiration gibt es hier.

4) weiterhin Firmen anschreiben und sie auf Verpackungsverbesserungen hinweisen
Ich liebe es anderen Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, warum nicht also die Firmen direkt anschreiben? Das ist nur eine kurze E-Mail – die vielleicht alles ändern könnte!

5) so viel Müll wie möglich im Laden lassen
Wenn die Läden vor Ort merken, dass sie selbst so viel Müll verursachen, denken sie vielleicht um. Das bedeutet, ich packe so gut es geht die Sachen aus oder um und nutze die Recycling-Station vor Ort, weil wir hier im Haus nicht recyclen können. Der nächste Recyclinghof ist weit weg und ich habe auch keine Lust mit meinem Müll per U-Bahn durch die halbe Stadt zu kurven, deshalb versuche ich es mal so.

6) Müll sammeln
Ich werde das ändern, was mich am Traurigsten macht: Ich werde Müll aufsammeln. Ich kann den Anblick nicht mehr ertragen. Die Büsche an meiner Laufstrecke sind voll Bonbonpapierchen, McDoof-Tütchen und Starbucksbechern. Man sieht überall übervolle Mülleimer, Reste von spontanen Grillparties im Park und Mini-Müllhalden an vielbefahrenen Straßen. Anstatt rumzuheulen und die “Macht des Verbrauchers” zu nutzen, möchte ich mindestens einmal pro Monat Müll aufsammeln gehen. Das erscheint mir bis jetzt am Sinnvollsten und am Wirkungsvollsten gegen dieses Ohnmachtsgefühl zu sein.

fup

Falls du auch ein Plastik-Vermeidungs-Experiment hinter dir hast, was hast du daraus gelernt? Wie ist es jetzt? Hast du noch weitere Tipps? Versuchst du überhaupt drauf zu achten oder kommt dir das alles unsinnig vor?

11 comments » | Experimente, müllfrei / ohne Plastik, Statistik

Alles-anders-April: das Fazit

26 April, 2013 — 10:15am

Was für ein turbulenter Monat!
Mir ist immer noch ganz schwindelig.

Diese Dinge (in kursiv) habe ich gemacht:
1) Einen anderen Weg zur Arbeit nehmen
2) Abends noch ins Kino gehen
3) Nach der Arbeit noch zum Sport gehen
4) Die Mittagspause woanders verbringen oder zumindest mal woanders sitzen
5) Vollkornbrötchen backen
6) Jeden Tag Gymnastik machen
7) Eine 5 Minuten Collage machen
8) alle Lieblingsfilme angucken
9) ein Brettspiel spielen
10) Jeden Abend einen Spaziergang machen
11) Ein neues Restaurant testen
12) Sich schick machen
13) Im Rock zur Arbeit (OMG!!!) (Röcke SIND umbequem)
14) In der Mittagspause kochen
15) einen Krimi lesen
16) einen historischen Roman lesen
17) Bei Starbucks abhängen und cool tun (das mit dem “cool tun” hat noch nicht so wirklich geklappt)
18) Woanders sitzen (im Bus, im Aufenthaltsraum etc.)
19) etwas essen, was ich normalerweise nicht mag
20) einen Horrorfilm gucken
21) einen anderen Sportkurs besuchen, den ich normalerweise nie besuchen würde
22) mit dem Kopf am Fußende schlafen
23) mal pünktlich ins Bett gehen und zwar ein paar Tage/Wochen am Stück
24) keine To-Do-Listen schreiben (sehr seltsam, aber auch ziemlich leicht)
25) ohne Tasche zur Arbeit fahren (ich glaube das war das Beste)
26) Tourist in der eigenen Stadt spielen
27) Abends noch ins Schwimmbad gehen
28) Eine Vorlesungsreihe komplett besuchen
29) Abends offline sein
30) morgens keinen Tee trinken
31) etwas nähen
32) Blumen kaufen (Ginster!)
33) Blut spenden
34) dekorieren
35) ein Bild fertig stellen
36) in einen H&M gehen und sich umschauen (*schwitz*)
37) Nägel in einer Farbe lackieren, die ich normalerweise nicht trage (sie waren feuerwehrrot!)
38) ein Kleid anziehen
39) abends noch mit Freunden um die Häuser ziehen
40) Streetartist spielen
41) rückwärts zur Bushaltestelle gehen
42) ohne Uhr aus dem Haus gehen
43) einen fremden Stadtteil erkunden
44) Schmuck tragen
45) etwas Kaltes zum Frühstück essen/trinken (bekommt mir nicht)
46) ein 3-Gänge Menu kochen
47) kalt duschen
48) Fremde ansprechen und Small talken (*inohnmachfall*)
49) etwas kaufen, auch wenn es sinnlos ist (dazu zähle ich jetzt mal den grauen Rollkragenpullover den ich im secondhand laden gefunden habe. Der ist von einer traumhaften Qualität, aber ich hätte ihn nicht gebraucht…)
50) ein Bild fertig stellen, das schon seit 2008 wartet…
51) einen Fantasyroman lesen
52) einen Psychothriller lesen

53) mit dem rechten Bein zuerst in die Jeans gestiegen
54) Pizza in einer anderen größe und mit anderen Zutaten belegt
55) morgens mal wieder Make-up aufgetragen
56) total improvisiert gekocht (und es hat geschmeckt!!)
57) Joghurt aus dem Glas gegessen, unterwegs (ab wann gilt man eigentlich als Stadtteilverrückte?)
58) ich war zum ersten Mal im tiefen Inneren der Fressmeile im Hbf, seltsames Völkchen dort
60) absichtlich eine Behindertentoilette benutzt (hat mich das nervös gemacht!! das war die einzige Toilette, die nicht vollkommen verschmutzt und klopapierlos war)
61) gleiche Frisur, andere Frisörin (hat sie auch gut gemacht!)
62) einen neuen Secondhand-Laden besucht (leider nix gefunden)
63) plastikfrei eingekauft (beim 1.Mal kommt man sich wie Captain Planet vor)
64) andere Musik als sonst gehört
65) absichtlich verloren gehen und bei einer mir völlig fremden S-Bahn Station rauskommen
66) einen VHS-Kurs im Bogenschießen besucht, 5 Stunden lang. (das war toll!)

Insgesamt betrachtet war der Alles-Anders-April eine wunderbare Erfahrung. Ich habe sehr bewusst Entscheidungen getroffen, auch wenn sie ziemlich unbequem waren. Ich habe permanent meine Bequemlichkeitszone verlassen und kam mir plötzlich ziemlich hilflos und unsicher und gleichzeitig auch recht mutig vor. Keine Ahnung woran das liegt, aber man kann sich in seinen Gewohnheiten doch recht wohl und “heimisch” fühlen. Ha, deshalb sind es wohl Gewohnheiten! :D
Zwischendurch hatte ich sogar mal wirklich “Heimweh” nach meinem Rhythmus, meiner Routine. Selbst die subtilsten Änderungen machen einen schon nervös, weil man es nicht gewöhnt ist!

Durch diese Anders-Aktionen lernt man sich nicht nur selbst besser kennen, sondern auch sein Umfeld. Eigentlich würde ich mich schon als neugierigen, offenen Menschen beschreiben, aber als ich einige Sachen durchgezogen habe, habe ich bemerkt wie sehr ich doch von Vorurteilen und Meinungen eingeengt werde.
Ich glaube, am Besten hat mir aber das Zwischenmenschliche gefallen. Als ich mich im Aufenthaltsraum zur Besprechung mal woanders als sonst hingesetzt habe, fühlten sich auch meine Kollegen etwas “unbequem”. Einige haben daraufhin im Laufe der Zeit auch mal den Platz gewechselt und stellten fest, dass so ein Sitzplatzwechsel auch eine neue Perspektive bietet.
Was auch noch toll war: seine Mitmenschen um Ratschläge für Anders-Aktionen zu bitten. Ich habe mir Literatur empfehlen lassen und habe die Begeisterung der anderen in den Augen leuchten sehen, wofür ich sonst nur endgültiges Urteil übrig hatte.
Durch die Kommentare und Ratschläge der anderen habe ich mich selbst anders kennenlernen dürfen. Man denkt man macht was anders und dann kommt einer daher und sagt: “Moment mal, so viel anders ist das jetzt nicht, weil…!”

Ein verrückter Monat, der ziemlich anstrengend und wunderschön war. Zukünftig werde es wohl häppchenweise angehen, wenn mir der Alltag wieder zu grau wird. Eine Woche bunt wird dann wohl genügen. Steht ja noch genügend auf der Liste. :)

oh und noch ein #funfact: Ich habe erfahren, dass ich eigentlich eine verkappte Linkshänderin bin!!! Ist das nicht faszinierend?!

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