Produktfrei leben – 2 Jahre danach
Mein Mai-Experiment ist schon 2 Jahre her, also ist es wieder Zeit für ein Update. Ein herzliches Hallo an dieser Stelle auch an alle neuen Leser, die über den No Poo Beitrag hier gelandet sind!
Oh und wenn du jetzt nur Bahnhof verstehst, es geht darum.
Also, was hat sich getan?
Shampoo und Duschgel? Nö! Seifenstücke? Ja!
Seit ca. einem halben Jahr nutze ich ab und an ein Stück Seife zum Duschen. Ich brauch es zwar nicht, aber irgendwie hat ein Stück Seife jetzt doch so einen Wellness-Charakter bekommen. Einmal pro Woche oder seltener stehe ich also in einer Mandelduftwolke und komme mir vor wie in einem Wellnesstempel. Ansonsten eben weiterhin Wasser pur.
Beim Shampoo ist es ähnlich. Ich spüle mir jeden Tag die Haare mit Wasser durch. Müsste ich zwar auch nicht, aber meine kurzen Haare verlegen sich gerne mal und da ist auch nix mit Bürsten oder Haargel zu gewinnen. Ab und zu nehme ich ne Essigrinse, seltener Natron. Ich habe herausgefunden, dass gesundes und schönes Haar nur von der Ernährung und den jahreszeitlichen Umständen und Krankheit abhängt. Im Winter hatte ich doch öfter mal einen Bad Hair Day mit fettigen Ansatz und Schuppen, was sich aber auch durch Natron beheben lies. Und wenn ich mehr Zucker esse, sieht man das auch auch gleich an den Haaren. Unglaublich.
Seit Neuestem verwende ich Rasierseife zum Haarewaschen. Das ist nur so eine Spielerei, weil Herr DingDong und ich in unserer plastikfreien Zeit zufällig bei einer Seifenmanufaktur vorbeigekommen sind und uns gefragt haben, ob es auch Shampooseife gibt. Der Seifenhändler verneinte dies, meinte aber, wir sollten mal Rasierseife probieren, weil die so gut schäumt. Also haben wir aus Neugier ein kleines Stückchen gekauft. Und tatsächlich: Klappt super. Aber auch: Wellness-Charakter.
Und was mir auch aufgefallen ist: Ein Seifenstück hält soooo viel länger als Shampoo oder Duschgel! Ist es nicht toll!? Ich kann es ohne Müll kaufen und es verschwindet einfach nach/während der Benutzung ohne Müll wieder. Großartig!!!
Ich hab es sogar geschafft, meine Arbeitskolleginnen für Seifenstücke zu begeistern.
Zahnpasta?
Nö. Finde ich mittlerweile sogar ziemlich ekelhaft. Ich schmecke das Konservierungs-/Desinfektionsmittel und das Süßungsmittel heraus, was meine Schleimhaut austrocknet, Mikroplastik da drin find ich auch nicht gerade prickelnd und wegen der Fluorid-Geschiche weiß ich auch nicht weiter. Meine Zahnärztin (der ich nicht erzählt habe, dass ich selbstgebasteltes Zahnputzpulver nutze) meinte, ich hätte super Zähne, müsse aber trotzdem mal zur prof. Zahnreinigung kommen, weil ich an einigen Stellen einfach nicht ran komme. Aber das Problem hatte ich auch schon vorher, als ich noch normale Zahnpasta benutzt habe.
Ich putze 1-2 mal wöchentlich mit dem Zahnputzpulver und 3 mal täglich mit Wasser. Manchmal auch mehr. Lustigerweise hätte ich das vorher mit Zahnpasta nie gemacht. Dazu kommt mein neuestes Lieblingsdings: Ein Zungenschaber. Der ist zwar aus Plastik, aber mei, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, ne? Ich liebe dieses Dings. Man glaubt gar nicht, was da alles so los ist, auf der Zunge. Und wenn man das Ding einmal benutzt hat, weiß man erst, wie sich richtige Sauberkeit im Mund anfühlt. Das bekommt man mit keiner Zahnpasta. Gibts auch aus Metall.
Deo?
Jup, immer noch die selbstgemachte Variante. Wobei ich immer zwischen einem Kauf-Deo (Naturkosmetik) und der Natronvariante wechsle, da ich das Problem mit der Hautreizung immer noch nicht im Griff habe.
Make-up?
Hm…hab ich vorher ja auch nicht sooo viel benutzt und seit dem Experiment ist es noch weniger geworden. Ich mag ein bisschen Farbe im Gesicht, aber eigentlich nervt es mich mittlerweile total wenn ich nicht einfach in meinem Gesicht herumreiben kann, wenn mir danach ist LOL
(DAS sind vielleicht Probleme!!! hahahaha! aber ehrlich, wenn man geschminkt ist und sich mal die Augen reibt sieht man aus wie ein trauriger Clown der sich wie ne Schlampe aufführt.)
Ich werde also noch ungefähr 20 Mio. Jahre brauchen, um meinen Gesichtsmalkasten aufzubrauchen. Alles was zwischendrin schlecht wird, kommt sowieso in den Müll. Was aber für besondere Anlässe immer geht: Rouge und Lippenpflege. Ansonsten überlichweise nix.
Und sonst?
Ein absolutes Muss ist Handcreme, die bleibt definitiv, sonst würden meine Hände binnen kürzester Zeit zu Staub zerfallen. Als es mal ganz schlimm wurde, habe ich mal Olivenöl benutzt, das hat super geholfen. Man riecht zwar nach Salat, aber dafür waren die Hände total gepflegt.
Oh und Nagellack bleibt auch. Weil es so schön bunt ist. Und glitzert.
So schön einfach, zumindest in diesem Bereich nichts mehr kaufen zu müssen.
13 comments » | Experimente, Minimalismus, müllfrei / ohne Plastik
Hallo! Frau Ding Dong lernt, wie Leben geht. Hier gibts 3x pro Woche DiY, Minimalismus, Heim- und Herd-Geschichten, gute Bücher, Selbstversuche und ein paar Gedanken zwischendurch.





