1 Woche ohne Koffein

Woche 3 im Minus-1-Experiment. Dieses Mal musste man auf Kaffee, Schwarz- und Grüntee (auch aromatisiert), Kakao, Cola, Energy-Drinks und Schokolade verzichten.
Ich habe ja bereits beim Wochenrückblick geschrieben, dass es nich so doll war…

Kaffee habe ich mir letztes Jahr im Herbst abgewöhnt. Damals haben mich viele Leute ausgelacht, als ich ihnen erzählte, ich trinke maximal 1 Tasse pro Tag. Nur jeden Tag eine Tasse war für mich schon ein bisschen viel. Ich hatte Beschwerden, mir gings nicht gut. Also Cold Turkey, mit schönen Entzugserscheinungen. 2 Wochen Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und immer die kleine Stimme die flüsterte: „Ach, ein Tässchen Kaffe, was macht das schon?!“
Mir schmeckt das Zeug einfach zu gut. Nun ja, mittlerweile trinke ich ab und zu eine Tasse Decaf und das geht auch. Letztlich kann ich durch meinen Grün- und Schwarzteekonsum auch gut auf Kaffee verzichten.

Kaffee war also letzte Woche nicht das Problem. Es war Schwarztee, den ich im Laufe des letzten Jahres lieben gelernt habe. Dieser feinherbe Geschmack und dieser klitzekleine Aufwachkick sind wirklich toll. Nun gut, also gecancelt und stattdessen brav an meinem Kräutertee genippt.

Oh und was aber total gut war, dass Herr DingDong auch mitgemacht hat. Und das obwohl in seiner Firma eine Luxus-Kaffeemaschine mit Mahlwerk und Milchschaumtaste steht :D Er war ganz brav und hat seinen Cappucino weggelassen!

So – also?
Insgesamt nicht so ein wahnsinniger Unterschied. Ich habe nur zwei Dinge bemerkt:
1) ich hatte absolut kein Nachmittagstief mehr. Die Energie fing morgens nach dem Frühstück an, und ging erst wieder nach unten als ich mich abends bettfertig gemacht habe. Erstaunlich.
2) ich habe viel geträumt bzw. mich an meine Träume auch erinnert und konnte sie auch teilweise steuern.

Herr DingDong konnte diese Effekte bestätigen und er bemerkte auch noch einen Rückgang seines Tinitus.

An der Schlafqualität hat sich nix geändert, was aber vermutlich daran liegt, dass ich generell wenig Koffein intus habe. Bei starken Kaffeetrinkern ist das bestimmt schon anders…
Morgens kam ich ab Tag 3 ziemlich leicht aus den Federn.
Und auch eine freudige Entdeckung: Meine Kräuterteesammlung, die – wenn überhaupt – nur am Wochenende angefasst wird, hat sich über die Aufmerksamkeit gefreut. :D Nee, im Ernst. Sowas simples wie Pfefferminztee. LEEEEECCKER!!!

Was aber nicht so toll war, war die Tatsache dass ich mir mittwochs wie ein Vollversager vorkam, weil ich ein Stückchen Marmorkuchen gegessen habe (hab extra ein Stückchen ausgesucht mit mehr „hell“ als „dunkel“ :D)
Ich habe mich gefragt, warum ich da nicht „stark“ bleiben konnte. Nach Tag 5 war mir klar: Es langweilt mich. Deshalb konnte ich mich auch nicht so gut konzentrieren und war entsprechend unachtsam und lustlos. Ich hab das Experiment dann am Samstag abgebrochen – denn letztlich habe ich in der kurzen Zeit sowieso rausgefunden, was da mit mir passiert.
Am Sonntag habe ich also einen Cappucino getrunken und ja, das war der leckerste Cappucino meines Lebens :D

Meine Entscheidung? Ganz klar – Koffeein ist ein Genussmittel. Also werde ich Schwarztee, Grüntee und ab und zu mal einen Kaffee richtig und vor allem in Maßen genießen.

So schwupp – ich befinde mich übrigens schon an Tag 2 der Woche ohne Milchprodukte. Was da raus kommt, erfährst du nächste Woche!

6 Gedanken zu “1 Woche ohne Koffein

  1. Schon seltsam, dass man schief angesehen wird, wenn man nicht Unmengen an Kaffee in sich hineinkippt. Genau wie Alkohol. Kaffee trinke ich nur eine Tasse zum Frühstück und Alkohol so gut wie nie.

    Zucker macht mir momentan auch Sorgen. Wenn ich viel Zucker esse, dann geht es mir körperlich richtig schlecht. Aber mal eben Schokolade essen geht halt schneller, als Möhren schälen oder Apfel schneiden, wenn der kleine Hunger kommt. Und dann sind die Äpfel gar nicht mehr so knackig. Bäh. Ich dachte, beim Verzicht auf Zucker muss man auch auf Obst wegen des Fruchtzuckers verzichten. Obst isst du aber oder?

    Liebe Grüße, nik

    1. Ja, also das mit dem Zucker im Obst und im Direktsaft war natürlich eine Grauzone. Obst war nicht auf der Liste, ebenso wenig wie „Fruktose“, allerdings wird es im Kapitel erwähnt. Ich habe zwar Obst gegessen aber auf die Fruktose in Produkten verzichtet, da diese ja meistens aus Maisstärke gewonnen wird. Ich habe natürlich jetzt auch nicht Unmengen an Obst gefuttert oder Saft getrunken, aber da ich immer ziemlichen Mundgeruch bekam, hab ich es halt zwischendurch mal gegessen bzw. getrunken.

      Gut, Stufe 2 dieser Woche wäre dann komplett auch auf Obst zu verzichten…aber ob das so toll ist? mmmh

  2. Ich finde deine Erfahrungen sehr interessant. Es ist ganz sicher auch einfacher, wenn der Freund/die Freundin mitzieht. Wie denkst du allgemein darüber – sind Gewohnheitsänderungen zu zweit einfacher?

    Ich lese leider zu viel und tue zu wenig, weil ich mir inzwischen einrede, dass es leichter ist, wenn ich das zusammen mit meiner Freundin mache.
    Dennoch denke ich darüber nach, das Experiment in abgewandelter Form, auch zu machen.
    Könntest du mir kurz spoilern, auf welche Dinge du in den nächsten Wochen noch verzichten musst? Danke!

    1. Hmm…ach, ich glaube Gewohnheitsänderungen sind nicht unbedingt zu zweit einfacher. Kommt drauf an. Bei Sachen wie Ernährung oder z.b. auch Leben ohne Müll geht es ja fast nicht anders als ein Team zu sein. Allerdings so als Paar… siegt ja doch oft die Bequemlichkeit, oder? Gewohnheitsänderungen werden dann einfach, wenn man eine Motivation entdeckt hat, die auch von außen nicht mehr erschüttert wird. Denn auch wenn man „zu hause“ eine Gewohnheit kultiviert, man kommt immer in Situationen, wo du dich bei einer anderen Gruppe rechtfertigen musst. Z.B. Eltern, Verwandte, Arbeitskollegen usw.

      Ich kann dir so ein Experiment nur empfehlen – denn schließlich hat man ja nix zu verlieren! Nächste Woche werde ich auf Weißmehl verzichten und die Woche darauf auf Zusatzstoffe. Die Wochen ohne Fleisch und ohne Alkohol lasse ich ganz weg, da ich sowieso kein Fleisch esse und Alkohol extrem selten trinke.

  3. Ich hab noch nie Kaffee getrunken, weil er mir einfach nicht schmeckt. Meine ganze Familie trinkt Kaffee, mein Freund trinkt Kaffee und viele meiner Freundinnen. In meinem Umfeld gibt es Kaffeejunkies, die man sich ohne Becher nicht vorstellen kann. Und trotzdem:
    Ich wurde in 25 Jahren natürlicher Kaffeeabstinenz noch nie komisch angeschaut, angeredet oder sonst irgendwie „sonderbehandelt“. Mir wurde Kaffee nie eingeredet, nie auch nur eine Augenbraue gehoben. Es wird normalerweise einfach nicht bemerkt (außer wenn mein Besuch Kaffee wünscht und ich keinen daheim hab) – weils ja wirklich so was von egal ist.

    Ich hab auch so die Theorie, dass der Kapitalismus nicht nur auf Erdöl, sondern auch auf Kaffee basiert. ;)

    1. Deine Theorie gepaart mit dem „legales Suchtmittel“ könnte hinkommen ;D
      Ich habe auch erst 2007 mit dem Kaffee trinken angefangen, war damals bei einer Tasse pro Tag und hab dann eben bemerkt, dass es mir nicht gut tut, deshalb ist es auch bei max. einer Tasse geblieben. Angefangen habe ich nur, weil ich es mal probieren wollte und mit Zucker hat er auch geschmeckt. Jetzt schmeckt er mir auch ohne Zucker, aber da ich ihn nicht brauche, kann ich auch genauso gut darauf verzichten :D

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