neue Idee:

Interessanter Gedanke, oder?
Als mir dieser Satz zuerst untergekommen ist, dachte ich reflexartig „Wieso?“ aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Sinn macht es. Ich lasse die anderen besser sein, weil es immer jemanden geben wird, der in irgendwelchen Dingen besser ist, als ich. Das ist völlig in Ordnung. Man kann ja nicht alles können. (Es wird aber auch immer jemanden geben, der in irgendwelchen Dingen nicht so gut ist, wie ich. Das ist auch okay.) Deshalb lasse ich die Vorstellung vom „besser sein“ los und lehne mich entspannt zurück, weil ich weiß, dass mir dieser Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck überhaupt nichts bringt. Lernen müssen wir alle.
In diesem Sinne, guten Rutsch!

Erkenntnisse: Wie man es schafft aufzuräumen und ordentlich zu bleiben.

Aufräumen. Ordentlich sein. Organisiert sein und bleiben. Dieser Prozess war für mich eine schwere Geburt. Hat mir ja niemand erklärt, wie das genau geht, mit „sich selbst organisieren“ und „Ordnung halten“. Über sowas führt man ja auch keinen Small Talk. Da redet man übers Wetter oder über Politik ohne irgendeinen besonderen Nutzen. Und in der Schule? Warum lernt man denn sowas Grundlegendes nicht in der Schule??!?
3 Jahre lang hat diese Erkenntnis zum Heranreifen gebraucht. Wahnsinn. Aber nun kann ich mit Stolz behaupten, dass ich mich selbst zu einer organisierten Person erzogen habe. Es geht also! Gut, einige werden sich beim Anblick meiner Wohnung doch noch fragen, was daran ordentlich sein soll, aber für mich ist das ausreichend. Ich finde alles was ich brauche. Ich vergesse weder Schlüssel noch Geldbörse (aber doch noch manchmal den Einkaufszettel). Und meistens finde ich sogar die Dinge von Herrn Ding Dong!
…tja und weil einige Ratgeber zu diesen Grundgedanken doch unzureichend sind, dachte ich mir, ich könnte meine gesammelten Erkenntnisse mal hier vorstellen. Sie werden sich – du wirst es gleich merken – als Binsenweisheiten herausstellen. Vielleicht mag ja der eine oder andere ein paar Tipps als Kommentar hinterlassen und seine Erkenntnisse teilen?

Erste Erkenntnis: Aufräumen bedeutet nicht unbedingt, dass man gut organisiert ist. Man kann ordentlich sein und trotzdem total viel Zeit damit vergeuden, die Pfanne aus dem Küchenschrank zu wühlen, weil der Wok und das Raclette davor stehen und die Hälfte bei der Erledigung seiner Besorgungen vergessen. Man kann aber auch gut organisiert sein und dafür aber bisschen unordentlich sein. Man kann aber auch beides zugleich sein! Vielleicht ist es sogar so, dass sich beides ab einen gewissen Zeitpunkt gegenseitig beeinflusst?! Ich gehöre zu der Sorte, die beim Aufräumen auch mal Fünfe grade sein lassen können. Das reicht mir. Übertreiben kann man es bei anderen Sachen ;)

Aufräumen
1. Um ordentlich zu werden, braucht man weder Talent noch ordentliche Eltern, die einem Ordnung schon als Kindergartenkind beigebracht haben. (braucht man wirklich nicht, beides könnte aber hilfreich sein und den ganzen Prozess beschleunigen.)
2. Jeder kann aufräumen und Ordnung halten, wenn er bereit ist, ein bisschen zu schwitzen und Zeit aufzuwenden (nur am Anfang, dann ist es ein Kinderspiel, ehrlich!)
3. Vorüberlegungen: Wo anfangen? Egal. Lass deinen Bauch entscheiden. Was stört dich am meisten? Der Haufen ungelesener Zeitungen und Zeitschriften im Wohnzimmer oder der übervolle Kleiderschrank? Dann fang dort an. Und zwar nur dort! Klein anfangen bringt im Arbeitsalltag den größten Nutzen. Jeden Abend eine Schublade oder ein Regalbrett. Und das aber auch wirklich durchziehen! Hilfsmittel für aktue Schweinehundattacken: Timer auf 15 Minuten stellen. Mülltüten oder Kartons aufstellen und alles rein, was einem nicht gefällt, was veraltet ist, nicht mehr passt usw. Da schafft man schon einiges. Und wenn man erstmal angefangen hat, macht man meistens auch weiter.
4. Ordnung fängt mit Platz an. Wenn man ausreichend (Stau-)Raum hat, hat auch jedes Ding seinen Platz. Oder etwas mathematischer ausgedrückt: Platz > Dinge.
5. Starten: Also erst Platz schaffen indem man entrümpelt. Frage dich ständig, auch beim künftigen Einkaufen: „Brauche ich das wirklich?“, „Ist es nützlich/funktional/praktisch/bequem/von guter Qualität?“ und „Gibt mir das Ding ein gutes Gefühl oder ärgere ich mich irgendwann darüber/macht es mich traurig?“ Glaub mir, das meiste kann weg. Wir brauchen weniger als wir denken.
6. Die aussortierten Dinge entweder reparieren, verschenken oder – wichtig – wegschmeißen und loslassen. Das gilt auch für Erbstücke und Geschenke, die sich wie ein Klotz am Bein anfühlen.
7. Alles mal richtig gründlich durchputzen. Wenn etwas richtig sauber geschrubbt ist, möchte man die Oberfläche nicht gleich wieder mit irgendwelchen Krimskrams vollstellen.
8. Für jedes Ding einen Platz suchen/ausdenken, es da hin legen, sich merken, wo es hingehört. Es mindestens 21 Tage lang immer wieder dort ablegen. (21 Tage lang dauert es, bis sich eine Gewohnheit gefestigt hat)
9. Das Ding nach jeder Entnahme wieder da hin zurück tun, wo es hin gehört. Mindestens 21 Tage lang durchziehen!
10. Recherchieren wo man die aussortieren Dinge hinbringen kann. Das kann der nächste Recyclinghof sein oder ein Secondhand-Laden. Kaputte Dinge, die man behalten will, reparieren. Und zwar innerhalb einer Woche. Wenn sie nach Ablauf von einer Woche nicht repariert sind, ist das jeweilige Ding ja vielleicht doch nicht so wichtig? (und kann dann weg.)

So. Jetzt ist schon mal eine Grundordnung vorhanden. Weil die übrig gebliebenen Dinge nun Platz haben, lassen sie sich finden. Das Aufräumen fällt einem leichter, weil die Dinge nun einen festen Platz haben. Oh gott, ist das einfach. Wenn man mir das nur mal früher erzählt hätte!
Interessanterweise fühlt man sich nach dem Entrümpeln und Aufräumen besser, nicht wahr?

Organisieren
1.Nun kann man sich Gedanken darüber machen, ob es sinnvoll war, alles so anzuordnen, wie man es sich in Schritt 8 überlegt hat.
Dazu muss man nur herausfinden,
– wie oft man das Ding braucht (sehr oft, oft, selten? Oft benutzte Sachen sollten leicht zugänglich sein)
– wo man es benutzt (Küche? Arbeitszimmer? Bad? usw.)
und
– ob es ähnliche Dinge gibt, die zum gleichen Arbeitsprozess gehören. (Messer, Gabel, Schere, Licht = Küchenschublade oder irgendwo im Esszimmerbereich)
Ziel dieser Überlegungen ist also: gute Erreichbarkeit in möglichst kurzer Zeit bei möglichst kurzem Weg.
Also nicht von Zimmer A zu Zimmer B laufen, dort den halben Schrank ausräumen müssen, weil Objekt A hinter Objekten B,C,D,E und F liegt, dann wieder zurücklaufen zu Zimmer A, dort alles erledigen, um dann wieder zurück zu Zimmer B zu laufen, damit alles wieder wegräumt werden kann. Das ist doch nervig!
2. Organisation ist ein laufender Prozess, der sich immer wieder ändert, genauso wie sich Persönlichkeiten und Leben immer wieder ändern. Also sollte man von Zeit zu Zeit seine Gewohnheiten überprüfen und ggf. ändern.
Wenn man Ähnliches zu Ähnlichem legt, also Gegenstände gruppiert und seine Arbeitsabläufe überdenkt und optimiert hat man den maximalen Zusatznutzen. Mehr Zeit für’s Wesentliche, weniger Stress. Und das ist doch schon mal eine gute Basis!
3. Man braucht keine teuren Aufbewahrungsmöbel und schicke Kisten, vor allem nicht am Anfang. Ausgediente Schuhkartons, leere Keksdosen, Marmeladengläser und sonstige Sachen reichen erstmal aus, um das Zeug ordentlich wegzuorganisieren. Da sich gerade am Anfang viel ändert, lohnt es sich nicht, extra was zu kaufen. Das kann man später immer noch machen.

4. Oh, noch ein Wort zu kaufen. NIEMALS, NIIIIIIIEMALS den Fehler machen und denken: „Ich muss mein Zeug gut unterbringen, also kaufe ich mir Regale, Kisten, Stehsammler und xyz, damit ich alles aufräumen kann“ – FALSCH!!!! STOPP!! Da ist unser Gehirn irgendwie verkorkst und will uns nur was vorgaukeln…Der Trick ist: ERST Entrümpeln und DANN überlegen, ob man noch ein Möbel/Box/irgendwas braucht, um alles vom Boden verschwinden zu lassen. Früher glaubte ich unbedingt eine Kommode zu brauchen, um meine restlichen Klamotten unterzubringen, dann habe im Laufe der Zeit mindestens 2x 120 L Säcke Klamotten aussortiert und hergegeben – und das Anschaffen der Kommode hat sich in Luft aufgelöst! (=mehr Platz, juhu!)

Und wie bleibt man dann auch wirklich ordentlich?
Ich muss mich immer noch dazu zwingen, die Dinge da hin zurück zu legen, wo ich sie her habe. Meistens tue ich das nämlich nicht sofort, dafür aber spätestens am nächsten Tag. Immerhin. Es meldet sich aber jedesmal ermahnende Stimme, die sagt „Du, das gehört hier nicht hin und das weißt du“ – da spring ich auf und räum es weg. Krümel, Tropfen oder Kleckse werden sofort aufgesaugt und weggewischt, dann muss man da hinterher nicht ewig dran herumschrubben.
Mein Ziel bei dieser „Daueroptimierung“ ist: mehr Freizeit! …und das klappt auch schon ganz gut, denn wie sonst hätte ich so einen langen Artikel schreiben können? ;)

War der Beitrag in irgendeinerweise für dich nützlich? Was kann man dazu noch ergänzen? Ich lerne gerne dazu!
Wie organisierst du dich? Oder bist du ein Verfechter von „kreativen Chaos“?

Es reicht?! oder der Versuch einer Definition

In den vergangenen Tagen habe ich mich wie so oft mit den üblichen Fragen beschäftigt: „Was soll ich hier?“, „Ist es gut und sinnvoll was ich hier auf diesem Planeten treibe?“, „Was ist richtig, was ist falsch und was liegt dazwischen?“ usw. Ich persönlich betreibe immer zwischen Geburtstag, Weihnachten und Silvester eine persönliche Rückschau (oder wie Peter Hinzmann es treffender ausdrückt: „Jahres-Kehraus“) und überlege mir, was gut war, was nicht so gut war, was man hätte besser machen können, wohin die Reise weiter gehen soll. Mein Ziel dabei ist nicht „irgendwo ankommen“, denn ich glaube daran, dass man schon immer „angekommen“ ist. Man muss auch nichts erreichen, denn ich glaube, alles was man braucht, trägt man bereits in sich. Alles andere ist unwichtig. Dieses innere Leuchten sollte ohne Leiden zu verursachen in die Welt getragen werden – in welcher Art und Weise auch immer. Und genau diese bestimmte „Art und Weise“ – gilt es herauszufinden. Wie mache ich das am Besten? Ich habe mich schon vor ein paar Jahren für Vereinfachung entschieden und das klappt ziemlich gut, obwohl ich manchmal den Faden verliere und im Chaos des Alltags zu versinken drohe. (Was aber gottseidank nicht so oft passiert, wie ich es eigentlich erwarte…)

Nun, die letzten Tage habe ich viel in den „großen“ amerikanischen Minimalismusblogs gelesen um weitere Ideen zu sammeln. Nach einer Stunde herumklicken fühlte ich mich schlecht, weil ich das Gefühl hatte, mit sinnlosen Infos übersättigt zu sein und jetzt nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll:

  • die meisten besitzen nur noch wenige Dinge, von 47 bis 100, es wirkt fast so wie bei einem Wettbewerb mit dem Motto „Wer bietet weniger?“
  • die meisten haben ihren 9 to 5 Job gekündigt, weil sie es dort doof fanden und leben nun vom bloggen oder von den Verkäufen ihrer E-books
  • die Blogger beschreiben ständig wie toll es ist, ohne Auto unterwegs zu sein und wie es ist, Fahrrad zu fahren. Wusste gar nicht, dass das so was Besonderes ist….
  • die meisten schreiben darüber, dass sie nun so wahnsinnig viel Zeit für xy haben und erzählen die ganze Zeit, wie toll es ist xy zu machen.
  • sie erzählen oft und ausführlich über gesunde, oftmals vegetarische Ernährung
  • alle reden von der Freiheit, die man durch den Minimalismus erlang, aber ist das wirklich so?

Ich bleibe verwirrt zurück. Denn ich liebe meinen „9 to 5“ Job, bin schon seit fast 10 Jahren Vegetarier, mache aber nicht nur Yoga, sondern auch Pilates und gehe gerne Wandern. Ich habe kein Auto, gehe nicht gern Shoppen, habe nicht viele Bücher, CDs und DVDs, sondern leihe sie, anstatt sie zu kaufen, besitze viele Malutensilien und mehr als 5 T-Shirts, achte auf Inhaltsstoffe in Nahrungsmittel und Kosmetika und gucke wenig bis gar kein TV, um mich nicht mit Sinnlosigkeiten und Werbung vollkreischen zu lassen und kategorisiere permanent zwischen „Wichtig“ und „Unwichtig“. Und das alles ist irgendwie schon ziemlich lange so. Andere würden sich mit diesen Vorraussetzungen schon als Minimalist bezeichnen, aber kann man das so wirklich sein? Und da frage ich mich schon wieder: Was also ist das eigentlich, Minimalismus? Welchen Nutzen habe ich von dieser Minimalismusbewegung, die dort herrscht? Ich habe versucht, mir die Dinge rauszufischen, die zu meinem Leben passen, aber selbst das hat nicht funktioniert. Und mit diesem radikalen Minimalismus wird sich leider keine Bewegung in weiteren Gesellschaftskreisen etablieren, weil es einfach nicht für jeden passt. Ist das wirklich Freiheit, die man dadurch erlangt, oder verliert man dadurch auch die Orieniterung?
Weil man nicht weiß, wie man es definieren soll, wie man beginnen soll, weil man nicht weiß, wo man aufhören soll, weil man eigentlich nur verwirrt vor dem Rechner sitzt und sich nichts mehr ausdenken kann.

Deshalb musste ein neuer Plan her. Ich habe noch weiter recherchiert und bin auf diesen Artikel gestoßen und habe dann noch diesen Artikel hier gefunden. Da wurde mir schon ein bisschen leichter ums Herz…

…und bin bis jetzt zu dieser Definition gekommen, die ich als momentanen Ausgangspunkt für mein weiteres Vorgehen nutze: Minimalismus ist nicht nur Vereinfachung, Reduktion und Elimination von xyz sondern auch (vielleicht nur?) – Genügsamkeit und die daraus resultierende Zufriedenheit.
Minimalismus ist, wenn man genug hat und Überflüssiges vermeidet bzw. wieder auf ein ausreichendes Maß reduziert.

Das ist meine Definition und damit fange ich an.

Ich habe genug.
Ich habe genug, deshalb brauche ich nichts.
Alles Überflüssige wird eliminiert.

Macht das Sinn? Was meinst du dazu?

4 Schritte lang, 4 Schritte breit.

Minimalismus in Deutschland: oh ja, er existiert. Und das schon ziemlich lange! Anne Donath lebt in einer kleinen Hütte in Oberschwaben. Die Hütte ist 4 Schritte lang und 4 Schritte breit. Sie besitzt weder Fernseher, Waschmaschine noch einen Lichtschalter. Sie hat dafür ein batteriebetriebenes Radio, einen kleinen Ofen, einen Keller und einen Gemüsegarten, wo sie ihr Essen anbaut. Und jede Menge Zeit. Wie das genau geht und warum sie keine Lust mehr auf „Knöpfchen drücken“ hatte, kann man sich hier anhören.
Ausserdem hat Anne Donath ein Buch mit dem Titel „Wer wandert, braucht nur was er tragen kann“ verfasst, das ich demnächst lesen werde. Eine Review gibt es dann auch.
Ich finde, Anne Donath ist und bleibt eine erfrischende Abwechslung. Wie siehst du das?

Gute Ratschläge: Schönheit für Anfänger

Achja, was ist das schön, wenn man ein paar Tage für sich alleine genießen kann! Da mein herzallerliebst zelebriertes „abgammeln“ (= den ganzen Tag in Decken und Kissen gewickelt, lesend und Tee trinkend und Blödsinn aufschreibend) aber manchmal doch recht unfein ist und nicht gerade gut zu Gesicht steht, habe ich mal in meiner ausgesucht nützlichen Ratgeberbibliothek nachgeschlagen.
Natürlich werde ich die Tipps mit euch teilen, das versteht sich doch von selbst!

Aufgepasst, liebe Mädels (und Jungs, die noch vielleicht das eine oder andere dazulernen wollen) – Frau M. erklärt uns in Kapitel 1 zur Einführung: „Dummheit ist Sünde“ und darin heißt es: Schönheit ist keine Entschuldigung für Dummheit – Schönheit ist kein Lebenszweck!
Also entspannen wir uns mal und lesen ein bisschen weiter.

In Kapitel 2 heißt es: „Über die Notwendigkeit sich zu waschen“ Ja, habt ihr noch nicht gewusst, was? Ich auch nicht. Wasser. Wird total überbewertet bei der Hygiene! Aber gut, wir bilden uns ja:

„Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Mensch schwitzt. Eine Einrichtung, die natürlich und wichtig ist, aber die ausgesprochen unappetitlich werden kann, wenn man nichts gegen die Folgen unternimmt. Der Schweiß trocknet auf der Haut und ruft einen unangenehmen Geruch hervor. Nicht so unangenehm für dich, da du ihn selbst an dir kaum riechen kannst. Aber die anderen können es. Wasser mit einem Zusatz von Salz hat mir meine Großmutter gegen diesen Geruch empfohlen. Ich habe es natürlich für dich ausprobiert und für gut befunden. Ebenso gut ist es, danach etwas Körperpuder der Hand auf die bewußten Stellen zu verteilen. Außerdem sollte auf deinem Waschtisch ein Desodorierungsstift nicht fehlen, der trotz des komplizierten Namens auch für dich erschwinglich ist.“

Nach unendlichem Gefasel und Tipps ihres Mannes (…“sagt jedenfalls mein Mann“) kommen wir zu einem kleinen „Schocker“ – das Kapitel über die „Unsitte des Schminkens“:

„Was Kitt für den Maler, ist Schminke für die Frau; man verschmiert damit Falten und Unebenheiten. Sagt mein Mann. Und er behauptet, daß alle Männer der Welt gegen Schminke seien und daß ich deshalb tunlichst vermeiden sollte, dich überhaupt daran zu erinnern, daß es so etwas wie Schminke gäbe. Es hat keinen Zweck, ihm zu widersprechen, er hat doch prinzipiell Recht.“

Liebe Männer: stimmt das?
Den Bildbearbeitungsprogrammen sei Dank werden völlig ungeschminkte, faltige Damen und Herren vorzeigbar. Haben wir ein Glück!

Gottseidank ist die Autorin aber doch noch so nett und erzählt uns was über Schminke:

„Aber du hast Glück, daß ich dieses Buch schreibe und nicht er. Ich halte es nämlich durchaus nicht für schädlich, wenn du weißt, was Schminke ist. Meine Großzügigkeit geht sogar so weit, zu behaupten, daß ein bißchen Schminke im Gesicht zu gewissen Begebenheiten sogar nützlich für dich sein könnten.“

Aber aufpassen mit dem Puder:

„Bedenke bitte, daß dein Gesicht kein Pfannkuchen ist, den du in Puderzucker wälzen mußt.“

…oh oh – Weg mit dem Lidschatten, denn: „Liderschminke gehört auf den Fasching“
Tja, und sonst? „Wangenrot wird unmodern“, man solle doch bitte „eine halbe Stunde opfern, um herauszufinden, ob einem ein schwarzer Strich auf dem oberen Lid steht“ und das mit dem Lippenstift…das ist eine wirklich schlimme Geschichte, die ihr da mit ihrer „kleinen Freundin Helga“ widerfahren ist:

„Obgleich sie mich oft besuchte, erkannte ich sie nicht sofort. Ihr Gesicht hatte sie zentimeterdick mit Theaterschminke verschmiert, ihre Wimpern waren mit Hilfe von Tusche zu drei scheußlichen Klumpen zusammengeballt. Sofort raste sie zum Spiegel, strahlte ihre neue Gesichtsdekoration an, holte ihren Superlippenstift aus der Tasche und fragte mich, ob ich fände, daß sie sich schminken solle. Ich weiß nicht, ob mir vor lauter Staunen die Kinnlade auf den Brustkasten entglitten war, und ich deshalb nicht gleich antwortete. Jedenfalls machte sie mich etwas mitleidig darauf aufmerksam, daß ihre Lippen sich noch im Urzustand befänden, sie also als ungeschminkt zu betrachten sei. Vielleicht war es der fabelhafteste aller jungen Männer, mit dem sie an jenem Tag ein Rendezvous hatte. Tante Hulda ist dagegen der Ansicht, daß sie von der heftigen und zähen Krankheit befallen ist, die alle jungen Mädchen früher oder später durchmachen: der Schminksucht.“

Oh man, das passiert uns aber nicht! Ich blättere mal weiter….
Hier steht noch, dass man sich einen Künstler als Frisör nehmen soll und dass man eine Dauerwelle bitte vermeiden möchte. Letzteres wissen wir spätestens seit den 80ern. Achja, über eine ordentliche Hand- und Fußpflege muss man sich ja nicht extra ausbreiten, das versteht sich doch von selbst.

Ein bisschen was zum Thema Figur und Selbstbewusstsein gebe ich euch auch noch mit den Weg:

Jede Frau wünscht sich ebenso sehnlich wie ein hübsches Gesicht eine hübsche Figur. Meistens sieht das so aus, daß sich jeder das wünscht, was er gerade nicht von der Natur mit auf den Weg bekommen hat. […] Ein hübsches Spielchen. Du solltest bei diesem Unsinn nicht mitmachen. Es wäre geradezu schrecklich, wenn es eine Idealfigur gäb, die alle Frauen durch irgendwelche Diäten oder Mastkuren erreichen könnten. Und ich solle doch bitte an die armen Männer denken, sagt mein Mann. Genug, daß sie dazu verurteilt sind ein Leben lang von Frauen umgeben zu sein, um wieviel schlimmer wäre dieser Zustand erst, wenn all diese Frauen von einförmiger Gleichheit wären.

Nachdem man auch noch auf die „Menses“ gekommen ist und besprochen hat, dass man sich jeden Morgen kalt die Brust waschen sollte, verabschiede ich mich heute mit dem wichtigen Hinweis:

„Elegantes Material und sportliche Form ergeben immer etwas Häßliches“

Blogpause vom 20.12.bis 26.12

Ihr Lieben,
ich verabschiede mich für ein paar Tage um mich traumtänzelnd in die weihnachtlichen Vorbereitungen anderer einzumischen und schiefe Weihnachtslieder zu krächzen!
Ich wünsche euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest mit leckerem Essen und schönen, nützlichen, praktischen Geschenken! Erholt euch ein wenig und gammelt auch mal so richtig schön ab, denn das tut wahnsinnig gut! :D

Wie werdet ihr Weihnachten verbringen? Was gibt es zu essen? Irgendwelche nützlichen Tipps um die Feiertage mit der Familie zu überstehen?

Ab Montag, den 27.12. geht es hier wieder weiter!

Wochenrückblick

Diese Woche war aufregend! Ein dumpfes Geräusch im Ohr und ein verrückter Ohrenarzt, ein bisschen Abschlussprüfungen schreiben mit tanzenden Zwergen und Elfen auf dem Tisch, Geburtstagsvorbereitungen und Tee trinken ohne Ende, Mandelentzündung und vor Gesundheit platzend. Und dazu noch viiiiiel viiiiiel Schnee!!! Verrückt.

Gesehen: Iron Man (krach,bumm,bäng), Professor Layton und die ewige Diva
Getan: Abschlussprüfung geschrieben, Geburtstag geplant und gefeiert, „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“ gespielt/gerätselt
Gehört: auf einem Ohr leider nicht viel :(
Gelesen: „Plauderei über die Schönheit“ von Olga Tschechowa
Geklickt: german street art
Gedacht: kann man an zuviel Glück kaputt gehen?
Geärgert:
Gefreut: mein Geburtstag war großartig! Professor Layton! Murakami! Schnee! Tolle E-Mails! superhübscheintelligentemegagenialtalentierte Freunde! Bad fertig renoviert! Wohnung aufgeräumt!
Gekauft: meerjungfraublaue Luftballons und pinke Luftschlangen
Gewünscht: wärmere Hausschuhe
Geplant: meine Vorhaben und Ziele für 2011

schicke Bleistifte

Wer noch eine Kleinigkeit für Weihnachten oder einfach so als Mitbringsel braucht, könnte doch mal stinklangweilige Bleistifte aufmotzen!
Einfach Geschenkpapierreste zusammensuchen und zuschneiden, Bleistift mit Klebstoff einstreichen, Papier rumwickeln, trocknen lassen – fertig. Bonus: Bleistifte sind nützlich!
Als Klebstoff habe ich wieder meinen Dauerfavoriten Malgel (seidenmatt) benutzt. Vermutlich tut man sich leichter, wenn man etwas dickeres Geschenkpapier benutzt, aber das kann jeder halten wie er mag. Für bessere Haltbarkeit und gegen Abrieb kann man den fertigen Bleistift hinterher nochmal mit Malgel einstreichen. Viel Spaß!



Und wenn der Kleber schon mal offen ist, kann man gleich mehrere davon machen!

Deutsche Version von „Zen to Done“ von Leo Babauta

Nachdem der gute Herr Hinzmann mir gestern per Twitter mitgeteilt hat, er habe seine Webverweisekammer ein bisschen ergänzt, bin ich doch gleich mal gucken gegangen und habe was Tolles entdeckt: Die Seite imgriff.com hat das Produktivitätsbuch „Zen to Done“ von Leo Babauta Stück für Stück ins Deutsche übersetzt und kann hier heruntergeladen werden.
Wunderbar, wenn man sich wieder guter Lektüre zuwenden kann! Review folgt, wenn ich alles andere auch noch gelesen habe. Momentan rinnt die Zeit wieder mal den Abfluss hinab.
Hast du es schon gelesen? Wie findest du es? Ist was Interessantes dabei?