Gelesen: Die Kunst des Einfachen von Manfred Koch und Angelika Overath

Bei dem Buch „Die Kunst des Einfachen“ handelt es sich um eine Sammlung von ausgewählten Prosatexten rund um das Thema Einfachheit und Minimalismus. Das Buch erscheint zunächst recht mager und schnell zu lesen, entpuppt sich dann aber doch teilweise als schwere Kost, da einige der Texte in altem Deutsch abgedruckt sind, was das lesen erschwert und meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.
Die Kommentare der Herausgeber, die immer mal wieder zwischen den Kapiteln und Texten auftauchen, bilden nicht nur die Grundlage zur Textinterpretation, sondern informieren auch über die historischen und gesellschaftlichen sowie biographischen Entstehungszusammenhänge der Texte.
Beleuchtet wird die Einfachheit bei den alten Griechen, als „christliche Armut“ und „moderne Zivilisationskritik“ und spannt so den Bogen von damals bis heute.
Fazit: lesenswert und inspirierend. Einige Textstellen fand ich schwer zu lesen, und das Thema Einfachheit im Kontext der christlichen Armut fand ich nicht soooo interessant, aber trotzdem war es insgesamt ein sehr unterhaltsamer und lehrreicher Lesestoff.
(Allerdings könnte man sich auch einfach das Inhaltsverzeichnis genau ansehen und mal im Internet stöbern. Die meisten Texte sind sooo alt oder Standardwerke der Philosophie/Theologie, so dass man sie vermutlich problemlos im Internet finden kann. Man muss nur für sich entscheiden, ob man auf die erhellenden Kommentare der Herausgeber verzichten möchte.)

Wochenrückblick

Weiß wie die Wand mit roter Clownsnase verkleidet als obdachloser, einarmiger Bandit. Besser hätte die Woche nicht laufen können! Zuerst war es „nur“ ein Tennisarm (danke 21. Jahrhundert für dieses tolle Geschenk ), dann Bronchitis und nun eine Nasennebenhöhlenentzündung. Volles Programm also. Dementsprechend langweilig war die Woche.

Gesehen: „Außer Atem“ (Belmondo ist ja fürchterlich!!), „Musik bei Nacht“ und „Die Liebenden“ (oh gott, war das eine Quälerei…)
Getan: Filme geguckt, gelesen und mit meinem Nintendo DS gespielt und dabei diverse Mülleimer mit benutzten Taschentüchern aufgefüllt
Gehört: Gustav
Gelesen: habe angefangen mit „1984“
Geklickt: http://balldroppings.com/js/
Gedacht: „I don’t own a TV because I’d watch it. A lot.“ – ist doch der totale Pseudo-Minimalismus-Schwachsinn.
Geärgert: anscheinend zerfällt der Körper schon ab 25
Gefreut: Herr DingDong als Zivi
Gekauft:
Gewünscht: Gesundheit
Geplant: was ich im März – bei voller Gesundheit – alles tun werde

Minimalistischer leben: Warum eigentlich Minimalismus?

Lange Gedankenspaziergänge habe ich in der vergangenen Zeit gemacht. Mein Ziel war (und ist), eine Art allgemeingültige Formel zu finden, was Minimalismus ausmacht und wie man den Begriff des Minimalismus ganz praktisch auf jeden Bereich im Leben anwendet. Auch wenn es schon irgendwo im Internet steht, schreibe ich es für mich (und natürlich auch für dich) der Ordnung halber nochmal auf.

Geht los mit der Überlegung, warum Minimalismus für viele so attraktiv ist.

Warum Minimalismus?

  • weniger Zeug = weniger Ausgaben = mehr Geld = mehr finanzielle Sicherheit (= evtl. dadurch weniger Arbeiten?)
  • weniger Zeug = weniger Zeitaufwand z.B. für Putzen, Organisation oder Wartung = mehr Zeit für Dinge, die einem Spaß machen und wirklich was bedeuten
  • weniger Zeug = weniger Konsum = schützt die Umwelt (wenn man es richtig macht – und das ist mehr als nötig!!!)
  • weniger Zeug = mehr Platz und zwar in deinen Räumen UND in deinem Geist (innere Klarheit)
  • klarer Geist = mehr Fokus
  • mehr Fokus auf Dinge, die dir wichtig sind = ein mehr an bewusst erfahrenen Eindrücken und ein glücklicheres Leben

Wenn man Äußeres reduziert und anfängt das zu fokussieren, was einem wirklich wichtig ist, gibt man auch schlechte Beziehungen und Gewohnheiten auf. In diesem „Weniger“ steckt sehr viel Freiheit.

Nächste Woche gehts weiter mit dem (gedanklichen) Handwerkszeug des Minimalisten.

We smile – gute Nachrichten

Wo wir grad beim Thema „Glück“ sind.
Ich glaube, das die meisten Nachrichten uns morgens schon den Tag versauen. Auch wenn es nur „im Vorbeigehen“ ist. Man ärgert sich ja trotzdem darüber, oder?
(Obwohl ich die Gutti-Krise momentan ganz amüsant finde…scheiße Leute! – es gibt ein PlagiatsWIKI!!!!!! das ist wahre Demokratie!!)
Zurück zum Thema. Ich hab schlechte Nachrichten satt, muss aber aufgrund meines Berufes informiert sein. Warum werden kaum gute Nachrichten gezeigt? Wenn in der Tagesschau ab und an mal ein positiver Bericht kommt, bin ich jedesmal ganz erstaunt…

Alles muss man selbst machen! Dachten sich auch die Gründer von we smile – gute Nachrichten.

weSmile aggregiert täglich aktuell und themenübergreifend Positives aus aller Welt.
Dabei unterhält weSmile keine eigene Redaktion. Alle guten Nachrichten werden von unseren Nutzern aus geeigneten und frei zugänglichen Internet-Quellen zusammentragen und über weSmile verlinkt.

Quelle

Ist das nicht toll, dass sich einige Leute zusammen tun, um das Glas halb voll zu betrachten?!

we smile – gute Nachrichten
we smile via twitter

Gelesen: Das Happiness-Projekt von Gretchen Rubin

Jetzt kommt endlich die lange vor mir hergeschobene Rezension von „Das Happiness-Projekt“ von Gretchen Rubin.
Gretchen Rubin (geiler Name, oder? :D) kam mir vor ein paar Jahren schon mal im Internet unter, allerdings habe ich ihre  Seite nicht weiter beachtet. Als ich letztes Jahr im Oktober eine Reise in die Heimat antrat und mich das Lernen im Zug doch etwas ankotzte, kaufte ich kurzentschlossen in einer Bahnhofsbuchhandlung das Buch. Ich hab nur den Titel gesehen und das Bild der Autorin. Das ist seeeehr ungewöhnlich für mich gewesen, denn
1. habe ich mir eigentlich vorgenommen nichts zu lesen, sondern nur zu lernen und habe deshalb extra keine Bücher mitgenommen
2. kaufe ich sehr selten Bücher sondern leihe sie aus
3. kaufe ich eigentlich nur Taschenbücher, gebundene Bücher sind mir meist zu teuer und
4. kaufe ich schon gar nicht impulsiv.
Irgendwie glich das ganze Verhalten eher einem Junkie der auf der Suche nach Stoff ist…

Das Interessante an dem Buch ist, dass es sich um keinen gewöhnlichen Lebensratgeber handelt, sondern eher um ein Experiment und den dazugehörigen Erlebnisbericht. Gretchen Rubin, Juristin, Autorin, Mutter und Ehefrau, versucht, das Glück im Alltag zu entdecken und kombiniert ihre recherchierten Erkenntnisse der Glücksforschung mit eigenen Ideen. Ihr Ziel ist es, glücklicher zu werden. Auf die Frage ihrer Mitmenschen, ob sie denn nicht schon glücklich sei, antwortet sie: „Ich bin glücklich – aber ich bin nicht so glücklich, wie ich es sein sollte. Ich habe ein so gutes Leben; ich möchte es mehr schätzen – und ihm gerechter werden.“ Es geht hier also nicht nur um den schwammigen Begriff „glücklich sein“ sondern auch um Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Höflichkeit, Gelassenheit und Dankbarkeit – die letztlich auch Glück ausmachen.
Wie sie das durchzieht? Jeder Monat steht unter einem bestimmten Motto, das sie mit sinnvollen Tätigkeiten und Handlungen anfüllt, z.b. nicht mehr so oft die Kinder anschreien und sich weniger ärgern oder mehr Sport machen. Sie prüft ständig, ob sie ihre Vorsätze eingehalten hat und übernimmt die Handlungsweisen dann mit rüber in den nächsten Monat. Das was geholfen hat, macht sie weiter, das was sinnlos war, vergisst sie wieder. Die Suche nach dem Glück ist natürlich auch immer eine Suche nach sich selbst.
Sehr spannend!

Fazit: lesenswert. Hier erfährt man nicht nur jede Menge Details zum Thema Glücksforschung, sondern bekommt so viel Inspiration hinein gepustet, dass man immer mal wieder inne halten muss, weil die Ideen nur so übersprudeln. Man lernt, dadurch, das Glück hausgemacht ist. Die vielen Zitate von anderen Autoren und Philosophen sowie die Literaturliste im Anhang machen Lust auf mehr und für alle Hobbywissenschaftler ist das Buch ein Muss, was Planung, Ausführung und Dokumentation angeht! Für einige mag das alles ziemlich angestrengt wirken, wenn sie in einem Monat beschließt, 3 neue Freunde finden zu wollen, aber darüber kann man hinwegsehen. Es kommt halt immer drauf an, was man von so einem Buch erwartet.
Wer noch ein anderes gutes Buch über Glück lesen möchte, sollte sich mal das hier anschauen.

Wer noch eine andere Rezension lesen will und wissen möchte, wie so ein Happiness-Projekt konkret aussehen kann, sollte mal auf lifeisbunt.com vorbei schauen.

Der Blog zum Buch: the-happiness-project

Hast du das Buch gelesen? Wie fandest du es?

Wochenrückblick

Wie letzte Woche angekündigt, kam mein Weisheitszahn raus. Das war verrückt! Durch das viele Babybrei essen ist mir wieder mal bewusst geworden, wie schön Essen an sich ist. Diese Pseudofreizeit, die das Kranksein mit sich brachte habe ich auch sehr genossen, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) ich nichts großartiges gemacht habe. Brei essen, ein bisschen im Netz surfen, Twitter checken, schlafen, Brei essen, schlafen. Seit dem habe ich endlich wieder meine Grundentspannung zurück, die ich während der letzten Monate und Prüfungsvorbereitungszeit verloren habe. Und schon flutscht die Kreativität.

Gesehen: den Trailer zu „Pina“ (Ich.muss.diesen.Film.sehen.SOFORT!!!!)
Getan: mich erholt, viel gelesen und wenig gemacht
Gehört: „oooh, du Arme!! Wie geht es dir denn heute??“
Gelesen: „Die Kunst des Einfachen“ von Manfred Koch und Angelika Overath
Geklickt: The Great Gatsby für NES
Gedacht: hmm…am Muttertag regt sich auch niemand auf, dass er keine Kinder hat. Warum beschweren sich dann die Leute, denen Valentinstag angeblich soooooo egal ist, immer darüber, dass der Valentinstag kacke ist?
Geärgert: über die allergische Hautreaktion, hervorgerufen durch das Antibiotikums
Gefreut: über Tulpen, die mir ein bisschen Frühling schenken, sehr dekorativ auf dem Fensterbrett
Gekauft: Babybrei und Sojapudding (btw: Vanille schmeckt besser als Schokolade)
Gewünscht: einen guten Döner essen, bei dem ich meinen Mund gaaaaaaaanz weit aufreissen muss (das würde nämlich beweisen, dass mein Kiefer wieder voll funktionstüchtig ist)
Geplant: was ich mit meinem ersten richtigen Gehalt mache (Vermutlich nichts, ich hab ja alles)

Wie war deine Woche?

Blog des Monats: From me to you

Da ist mir wieder mal ein Modeblog ins Netz gegangen! Und zwar ein ganz wundervoller, weshalb ich ihn jetzt zum Blog des Monats küren möchte.

From me to you ist ein schickes Tumblr-Log mit Berichten von der Fashionweek, vermixt mit Streetstyle und eigenen Outfits von Jamie. Das ist nicht nur ein bisschen Geknipse von ihren Kleidern, sondern sie zeigt auch ihre Inspiration dazu und verdeutlicht, worauf es ankommt. Für jeden Vintage-Chic-Fan ein absolutes Muss!!
So, aber nun zu dem, was mich auch künstlerisch vom Stuhl fallen lässt:

Ist das nicht einfach eine gnadenlos gut umgesetzte Idee???? Da nur Teile des Fotos bearbeitet wurden, wirken sie nicht mehr zweidimensional, allerdings durch die Unbeweglichkeit des Hintergrunds auch nicht unbedingt dreidimensional. Hat etwas von Skulpturen in Museen, findest du nicht?

Weitere Beispiele und noch mehr gut fotografierte Schönheiten gibt es auf http://fromme-toyou.tumblr.com

(© Alle Fotos von Jamie/fromme-toyou.tumblr.com)

Sterntaler – ein Leben ohne Geld

Es ist schon ein bisschen peinlich, wenn man über’s Internet einen Artikel über eine deutsche Minimalistin liest, von der man noch nie was gehört hat. Und damit meine ich jetzt nicht Anne Donath, sondern Heidemarie Schwermer. Sie hat maßgeblich die Tauschring-Gesellschaft in Deutschland mitaufgebaut und verbreitet. Sie ist außerdem Autorin des Buches „Das Sterntaler-Experiment“. Seit über 10 Jahren ohne Geld zu leben und das mitten in Deutschland – das scheint für manche von uns unmöglich. Natürlich ist sie auch Adresse von Neid und Missgunst, nicht selten fallen im Netz Begriffe wie „Schmarotzer“. Ist das wirklich so? Was denkst du darüber?

Zum Weiterlesen:

Seite von Heidemarie Schwermer
Hierbei ganz besonders ihre Geschichte, warum sie so lebt.

Living without money auf timesonline

„Bettelmönche find ich toll“ ein Interview mit Heidemarie Schwermer bei Weltonline

Seite zum Dokumentarfilm „living without money“

Infos über Tauschringe und Tauschkreise auf Wikipedia.
Ausserdem gibt es ein Tauschwiki, wo es allerhand Informationen gibt.

Adieu Weisheitszahn Nr.3

Seltsam, die Praxis. Sieht aus wie in einem Schwimmbad. Die Arzthelferinnen an der Rezeption: desinteressiert. Im Wartezimmer nervöse Menschen, die nicht wissen wo sie hingucken sollen. Immer mal wieder Leute, die nicht den üblichen nuschelnden Gruß der Wartenden erwidern.
Und dann der Arzt. Im rosafarbenen Poloshirt. Ein fester Händedruck mit dem er wahrscheinlich versucht seine Hemdfarbe zu rechtfertigen. Ein paar Witze. Ein Zwinkern. Nachdenklicher Blick auf mein Röntgenbild.
3 Pikser Betäubungsmittel, 10 Minuten warten.
Plötzlich geht alles ganz schnell: Ein blaues Tuch über meinen Kopf, Mund leicht geöffnet, ein kleiner Druck, behandschuhte Finger stopfen mir irgendwas rein, Tuch weg – fertig.
„Das war’s schon??? Und wo ist jetzt mein Zahn?“
„Oh, sie wollen ihn behalten? – bitte sehr“

Das Schönste am Zahnarztbesuch ist, dass er vorbei ist.

(PS.: Ist er nicht süß? Sieht aus wie ein kleiner Balletttänzer, findest du nicht? :)