Das Mai-Experiment

Endlich kann ich über mein Experiment berichten, dass ich im Mai unternommen habe! Da mein Experiment für manche ein heikles Thema ist, habe ich ganz bewusst verschwiegen, um was es geht. Und das nicht nur hier im Blog, sondern auch offline. Wenn ich etwas gesagt hätte, wären alle voreingenommen gewesen und das hätte bestimmt Einfluss auf das Experiment genommen :D

Um was gings?
Ohne Pflegemittel für Körper, Haut und Haare auskommen.

Dauer? 1 Monat

Sinn?
1) minimalistischer leben (keine Produkte kaufen oder verbrauchen müssen)
2) dadurch auch weniger Müll produzieren und Ressourcen schonen
3) und vor allem: automatische Gewohnheiten und Routinen durchbrechen, die einem von der Gesellschaft antrainiert wurden und die man nie hinterfragt hat

Regeln?
– kein Shampoo
– kein Duschgel
– kein Parfüm
– keine Bodylotion
– keine Gesichtscreme
– kein Nagellack
– kein Make-up (wobei ich zu den Mädels gehöre, die da generell eher wenig nehmen, als „paniert“ :D)
(das meiste davon ist Naturkosmetik, bis auf das Duschgel, die Lotion, Pafüm und einige Make-up-Sachen)

dafür aber:
– Handcreme und Lippenpflege, bei extrem trockener und rissiger Haut – also nur im Notfall
– Seife zum Händewaschen
– Öl (wegen der Gesichtsreinigung)
– Deodorant und Zahnpasta. Weil man es nicht übertreiben muss.

Als Shampoo-Ersatz nahm ich die „No-Poo-Method“ mit Kaiser Natron, Duschgelersatz gab es keinen – Wasser pur.

Nun werde ich noch mal genauer auf mein Experiment eingehen. Ich habe ohne Rücksicht auf mein Aussehen und Geruch alles so gemacht wie immer. Arbeiten (Tätigkeit im Sitzen, leichte Anstrengung), Sport (Laufen und Gymnastik) Unternehmungen mit Freunden, Geburtstagspartys, Kino, Faulenzen usw. Achja, beim Friseur war ich auch!

Hier mein Protokoll:

Woche 1: Ungewöhnlich, die ganzen Sachen wegzupacken und die gewohnten Handgriffe zu unterlassen. Das Duschen ging erstaunlich schnell, ich bin unter 5 Minuten geblieben, was für mich ein absoluter Rekord ist. Ich konnte überhaupt meine gesamte Morgenroutine straffen, so dass ich in 15 Minuten fertig bin!
Auf direkte Nachfrage bei Herrn Dingdong ob meine Haare stinken, sagte er „nein“ und fragte mich, ob ich irgendein ernstes Problem hätte.
Wenn ich morgens aufwache und ich mich hässlich fühle, weil ich so aussehe, kann ich mir meine Müdigkeit immer gut wegschminken – das fällt nun weg. Sieht schlimm aus, spart aber auch jede Menge Zeit.
Keine bunten Fingernägel zu haben ist für mich am Schwersten zu ertragen. Es ist extrem langweilig und meine Nägel fühlen sich irgendwie „trocken“ an.

Woche 2: Beim Laufen schwitzt man ordentlich, aber wer hätte gedacht, dass Schweiß auch einfach nur mit Wasser abzuspülen ist? :D Die Haare sehen danach aber irgendwie fettig aus, sind es aber überhaupt nicht. Seltsam. Wusste nicht, dass das geht. Meine Haare sitzen so gut wie noch nie! Kann also auch auf Haargel verzichten, obwohl ich sowieso eher selten welches benutze.
Meine Gesichtshaut hat ein bisschen Probleme mit der Umstellung, ein paar Rötungen gibt es schon, aber mei, da muss ich durch!

Woche 3: Es wird schwierig, sich geschickte Fragen auszudenken, um von anderen eine Meinung zum Aussehen zu erlangen. Meine Haut fühlt sich wunderbar weich an und das hätte ich sonst nur mit Lotion hingekriegt. Bei gefühlter 1000 % Luftfeuchte bin ich sehr froh darüber auf Creme und Lotion verzichten zu können. Meiner Frisörin ist nichts aufgefallen. Zumindest hat sich nichts gesagt.

Woche 4: Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob meine Haare nun fettig sind oder nicht. Sie sind es definitiv nicht, weil sie sich ganz normal anfühlen, sehen aber am Haaransatz so aus. Ich habe beschlossen, dass es mir egal ist, denn bisher hat sowieso niemand was bemerkt. Meiner Haut dagegen geht es bestens!

Fazit: Meine Haare sind ein Traum. Meine Haut auch. Mir fehlt zwar immer noch Nagellack und ein bisschen Lippenstift und ich freue mich schon sehr wenn ich wieder etwas benutzen kann, aber ich weiß nun auch, dass ich Duschgel und Shampoo nur noch brauche, wenn ich wirklich dreckig bin (also z.B. mit Schmierfetten wie Ruß oder Öl in Kontakt gekommen bin). Vielleicht muss man im Winter die Haut doch noch anders pflegen, aber ich warte erstmal ab und freu mich auf türkisfarbene Fingernägel!

Gelesen: Kulturschock USA von Ingrid Henke

Als ich zum gefühlten 10.000 Mal auf amerikanischen (Minimalismus-)Blogs etwas über „debt free“ und „personal freedom“ gelesen habe, wusste ich, dass ich da was dagegen tun muss. Mittlerweile bin ich es etwas müde geworden, diese mutierten Pseudo-Selbsthilfe-Blogs zu lesen, weil es doch immer um die gleichen Themen geht und ich das Gefühl hatte, dass das nicht auf mich und auch nicht auf die allgemeine (europäische) Bevölkerung passt. Infos mussten her!
„Andere Länder – Andere Sitten“ werden in „Kulturschock USA“ von Ingrid Henke umfassend vorgestellt.
Obwohl das Buch ziemlich handlich daherkommt ist es vollgestopft mit interessanten Infos, über die man nur staunen kann. Geht los mit der Geschichte und Entwicklung des jungen Amerika (spannender ist als jeder Unterricht!) bis hin zum Aufbau der Gesellschaft und zum Alltagsverhalten der Amerikaner. Verhaltensregeln, Traditionen, das Selbstbild der Nation, der Amerikanische Traum – es ist alles drin. Mit Bildern und kritischen Exkursen quer durch alle Kapitel.
Fazit: Absolut lesenswert! Selten so eine Fülle von brauchbarer, gut aufbereiteter Information erlebt. Mir wurde dadurch so vieles klar! Am meisten hat mich dann aber doch das Kapitel über den Amerikanischen Alltag interessiert. „Shop till you drop“ heißt es da und berichtet vom Einkaufsverhalten der Amerikaner. Kannst du dir vorstellen, dass amerikanische Jugendliche jährlich etwa 150 Millarden Dollar ausgeben?? Heftig, oder? Und dann ist da natürlich auch die Rede von „keeping up with the jones“ – also bessere, schönere, größere Sachen als der Nachbar zu haben. Shoppen bis zum Umfallen und Statussymbole sind natürlich dann auch die Gründe, warum die meisten Schulden machen und diese dann versuchen mit mehreren Kreditkarten abzubezahlen.
Ich verstehe jetzt nicht nur die Blogs besser, sondern auch das politische Verhalten, Hollywoodfilme, Serien und auch Bücher wie z.B. „Barfuß in Manhattan“.

Wochenrückblick

Diese Woche war hart für mich. Ich stehe jeden Morgen auf und denke „Juhu, ich lebe noch, mal gucken was heute so wird“ und so gehe ich auch dann in die Arbeit. Arbeiten ansich ist für mich kein Problem, die Tätigkeiten sind sinnvoll und erfüllen mich. Aber die Kollegen! Manche können einfach ihre Probleme nicht daheim lassen und beschließen, dass dann gefälligst jeder schlechte Laune haben muss…
Wie langweilig. Im Grunde ist es ja nicht schlimm, jedem geht es mal schlecht. Aber muss man damit allen anderen das Leben schwer machen? Es ist so anstrengend dagegen anzukämpfen oder es zu ignorieren, also habe ich mich bemüht, mich selbst mit Freude anzufüllen. Klappte ab Wochenmitte ganz gut und das Wochenende wird den Rest schon richten!

Gesehen: Harry Potter 1-4, heute geht es weiter mit 5 und 6. Und nochmal alle Folgen von Miranda. Weils so verdammt lustig ist. Findet das eigentlich noch jemand außer mir so lustig?!
Getan: hmm..gefühlt würde ich sagen: gar nix. Stimmt aber nicht. Ich war laufen, habe gelesen und mit einem Fuselrasierer meine Pullover wiederbelebt.
Gehört: das Getrampel meiner Nachbarin und Gewitter
Gelesen: „Zen rund um die Uhr“ von Philip Toshio Sudo
Geklickt: SLR Camera Simulator
Gedacht: wird es irgendwann auch mal wieder Sommer?
Geärgert: Menschen, die mit ihren negativen Gefühlen eine Decke aus Hoffnungslosigkeit und Schuldzuweisungen über alles Fröhliche ausbreiten! Reissts eich zam!
Gefreut: der Hausmeister aus den Harry Potter Filmen. Der geht total ab in seiner Rolle und ist einfach großartig!!!!
Gekauft: schöne Karten, Spongebob-Fruchtgummis (ja ich weiß…) und gaaaaanz viel Leinwände aus dem Ramschladen! :D :D
Gewünscht: weniger Bürokratie, mehr mitdenken!
Geplant: Juni!

Was war dein persönliches Highlight diese Woche?

Über Neuheiten und Nutzwerte

Je mehr sich Minimalismus durch mein Leben zieht, desto schockierender finde ich Werbung. Schockiert über Werbung, die Neuheiten anpreisen, die dann nicht „Neuheiten“ heißen, sondern „Innovationen“ weil das nach mehr Technik und Erfindergeist klingt.
Mag ja sein, dass da viele Designer, Ingenieure und Produzenten ihr gesamtes Know-How hineingetüffelt haben, aber ich frage mich:
Wozu eigentlich?

Zwischen dem Betrachten der Werbung und diesem „Wozu soll das gut sein?“-Gedanken buhlen die Werber um Aufmerksamkeit. Die verstehen es, uns ganz geschickt ein Bedürfnis einzureden, weil es doch nun eine Verbesserung für unser Leben wäre, wenn wir diese Neuheit besitzen oder nutzen würden.

Neulich habe ich eine Plakatwerbung für ein Haarshampoo betrachtet und mich doch sehr gewundert. Es war wieder das typische Modell mit den Plastik-Photoshop-Haaren, das nett lächelt, weil es so glücklich und stolz auf die überpflegte Haarpracht ist. Auf dem Plakat hieß es, das Shampoo schaffe es nun _endlich_ den Kalkschleier aus den Haaren zu zaubern weil Hamburg ja sooo furchtbar verkalktes Wasser hätte!
Aha.
Juhu, ich bin gerettet! Endlich kann ich wieder ruhig schlafen und muss mir keine Sorgen mehr über meine verkalkten Haare machen?! Wie konnten wir nur all die Jahre zuvor mit diesen grausigen Haaren herumlaufen?! Wir sollten uns was schämen! Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei all jenen die diesen schlimmen Anblick die ganzen letzten 20 Jahre ertragen mussten.

Durch Minimalismus kommt man immer wieder zu der Frage: „Was brauche ich?“ – und diesen Gedanken kann man natürlich auch weiterspinnen: „Brauche ich (brauchen wir) dieses neue/verbesserte Produkt?“ – mit einem eindeutigen „JA“ oder „NEIN“ wäre die Sache schnell abgehandelt, aber ich glaube, diese Frage muss man zu Ende denken, damit man sie endgültig loslassen und Alternativen finden kann.

Ich stelle mir diese Frage daher anders: „Bisher kam ich auch ohne dieses Produkt zurecht. Was habe ich da gemacht?“ bzw. „Wie habe ich es geschafft, ohne Produkt x zu existieren?“ und: „Was ist so wirklich neu daran?“ – im Grunde nämlich gar nichts. Es ist – heruntergebrochen auf den eigentlich Nutzwert – weiterhin ein Shampoo mit dem man seine Haare reinigen kann. Das ist alles.

Die Werbebotschaften sind eindeutig und eigentlich bei jedem Produkt dieselbe. Nutze das Produkt und du wirst hübsch/glücklich/intelligent/whatever und dadurch gewinnst du Freunde, einen Partner, wirst geliebt und bewundert, hast Ausstrahlung und bekommst einen guten Job bei dem du Geld verdienen kannst um es für sinnlosen Plunder rauszuwerfen. Gebrauchsgüter und eben gerade auch Neuheiten gaukeln uns leider immer vor, es würde sich was ändern, aber wenn die Veränderung nicht aus den Untiefen unserer Seele kommt, wird uns auch kein Ding diese Veränderung herbeizaubern.

Vor Jahren habe ich einfach ein Shampoo ausgesucht und das benutze ich. Wenn es leer ist, kaufe ich es nach. Ich lebe noch. Und bin erstaunlich glücklich.

geordnetes Zettelchaos

Mein Alltag hat sich verbessert, als ich aufgrund des Buches von Cynthia Townley Ewer den Tipp bekam, man solle sich (und seiner Familie) einen Haushaltsordner anlegen. Was das ist? „Home Management Notebook“ trifft es vielleicht besser. Letztlich handelt es sich bei diesem Ordner nur um eine Sammelstelle für alles, was im Alltag wichtig ist. Dieser Haushaltsordner funktioniert bei mir u.a. auch als Sammelstelle („Inbox“) nach der Zen-to-Done-Methode.
Da ich es mir nicht abgewöhnen konnte, jeden Schnipsel Papier in meiner Wohnung vollzukritzeln, habe ich nach einer Lösung gesucht, das Chaos ein bisschen beisammen zu halten. Mit dem Ordner klappt das nun endlich!

Man schnappt sich einfach einen Ordner und füllt ihn mit dem Zettelchaos das sich auf dem Schreibtisch, in den Schubladen und auf der Pinwand befindet und heftet dann die Mitteilungsblättchen, Projektideen, Veranstaltungshinweise, To-Do-Liste, Menüpläne usw. einfach kategorisiert in den Ordner. Getrennt wird mein Chaos fein säuberlich durch Registerblätter.

Natürlich ist der Ordner in jedem Haushalt anders. Eine Familie mit kleinen Kindern braucht einen anderen Ordner als ein Single. Der Inhalt wird sich im Laufe der Zeit verändern, es wird neu einsortiert und ausgemistet und bleibt somit ein funktionierendes Werkzeug.

Bei mir, als verpartnerte, kreative Berufsanfängerin sieht das so aus:

Haushalt/Wohnung/Essen: Hier befinden sich vorgedruckte Einkaufslisten, Putzpläne, Zeug was auf dem Dachboden eingelagert ist, meine Dauer-To-Do-Liste, Partyplanungen, Rezeptideenschnipsel aus Zeitschriften, ein Öffnungszeitenregister (Sprechstunden der Ärzte, Öffnungszeiten von Friseur, Getränkehändler, Supermarkt, Büchereien etc.) und alles was sonst noch mit der Wohnung zu tun hat.
To Do Listen: Ich habe eine Master-To-Do-Liste, auf der alle Aufgaben stehen, die ich erledigen will, Infos zu aktuellen Vorhaben und Kontext-To-Do-Listen
Gesundheit/Fitness/Vitalität: Laufpläne, Diätvorgaben, Vorlagen für ein Ernährungstagebuch
Berufliches: Zeiterfassungsbögen, Mitteilungen vom Arbeitgeber, die noch bearbeitet werden müssen
Finanzen/Rechnungen: Haushaltsbudgetplanungen, Rechnungen verbleiben hier für einen Monat, falls noch Probleme auftauchen.
Beziehungen/Zwischenmenschliches: Konzertkarten und Tickets für Veranstaltungen, die man mit anderen besuchen will, einen Geburtstagskalender, eine Liste mit Geschenkideen u.ä.
Persönliches/Ideen/Projekte: – definitiv die dickste Abteilung. Hier kommt mehr oder weniger mein Brainstorming hinein. Zielfindung, Bastelideen, Motivationssprüche, Ideen für Restaurants, Ausstellungen, Messen und Läden, die ich noch besuchen will. Außerdem befindet sich dort auch eine Liste von Literatur, die ich noch lesen will :D

Für meine Blogartikel habe ich ein kleines Büchlein und einen Kalender, um die Übersicht zu wahren und weil es flexibler ist. Vielleicht kommt das aber nächstes Jahr auch dort hinein.

So und jetzt gibts noch was zu klicken:
Nik von Lifeisbunt hat einen sehr ordentlichen Familienordner!
Vorlagen für ALLES, passend zum Buch, gibt es auf der Website von Cynthia Tower(in englisch)
life…your way bietet auch unzählige Vorlagen für jeden Anlass zum download an. (in englisch)
Weitere Ideen gibt es auf checkliste.de und auf checkliste.org.

Viele der Vorlagen dienten mir eher als Inspiration. Im Textverarbeitsprogramm habe ich mir meine eigenen Vordrucke nachgebastelt, die dann perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Wie organisierst du deine Zettelwirtschaft? Funktioniert für dich die Pinnwand? Hast du auch einen Haushaltsordner? Schon gebloggt? Wenn ja, teile den Link mit mir!

Gelesen: Payback von Frank Schirrmacher

Das Buch war auf der Bestsellerliste und wurde mir auch von einem anderen Bibliotheksnutzer empfohlen. Nun habe ich es dann doch noch gelesen, weil ich den Titel und das Thema interessant fand.
„Payback“ sagt einem erstmal nicht viel, dafür vermittelt der Untertitel „Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“ einen Eindruck, um was es geht. Das liebe Internet mit seinen tollen Möglichkeiten verändert nicht nur unsere Hirn- und Denkstrukturen sondern – so warnt Schirrmacher – lässt auch der Kreativität und dem Entscheidungsfindungsprozess nicht mehr viel Raum. Es geht um die ständige Überforderung wenn man den halben Tag bei Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Xing und co. herumhängt. Information Overload. Multitasking. Google. Künstliche Intelligenz. Zukunft. Privatsphäre. Das Buch ist in 2 Teile gegliedert. Teil 1 beschreibt mehr oder weniger die Ausgangssituation mit Algorhythmen, Multitasking und Überforderung, Teil 2 dagegen versucht Lösungsansätze zu beschreiben. Kernaussage: Das Internet mitsamt den Sozialen Medien verändern unser Leben genauso, wie die Industrialisierung das Arbeitsleben. Und wir müssen lernen damit umgehen und uns dementsprechend in allen Lebensbereichen anpassen.
Fazit: Eher nicht lesen! Ich habe mich durchgequält. Die ersten 20 Seiten waren recht interessant, doch dann verfiel der Autor in eine etwas nervige „Bildzeitungs-Apokalypsen-Leitartikel“-Haltung und machte die wissenschaftlichen Thesen und Studien, die er zuvor vorgestellt hat, kaputt. Insgesamt ist das Buch viel zu unstrukturiert und deshalb schwer verständlich. Ob da der Autor versucht hat auf das Aufmerksamkeitsdefizit einzugehen, in dem er uns häppchenweise seine Thesen und Kommentare hinknallt? Der zweite Teil, von dem man im Inhaltsverzeichnis viel erwarten konnte, zeigte leider keine Lösungsmöglichkeiten auf. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass da irgendwas von „digital sabbatical“ oder sowas stand. Der fade Nachgeschmack am Ende des Buches: Ein alter, meckernder Rentner, der nicht weiß, wie das Iphone seines Enkels funktioniert. Schade.

Wochenrückblick

Nun, es war diese Woche soweit! Ich darf nun stolz verkünden, dass sich die Lauferei gelohnt hat: 30 Minuten am Stück sind für mich kein Problem! JUHU! geschafft! Ich kann somit schon mein 2. Jahresziel als verbucht abtun und mich nun auf ein Neues konzentrieren. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich das Laufen gleich wieder aufgeben werde. Mangels besserer Ideen werde ich nun versuchen auf eine Stunde zu kommen. Immerhin weiß ich es ja jetzt wie es geht :)
Dieses äußerst positive Erlebnis wurde etwas gedämpft, weil ich 1. meinen Regenschirm verloren habe (und das obwohl da bestimmt 100 Menschen um mich herum waren, ich 2. ca. 45 Minuten mit total offenem Rucksack durch eine Fußgängerzone und durch einen Elektromarkt gelaufen bin und mich erst nach 45 Min. ein Obdachloser (!!) darauf hingewiesen hat und ich mich 3. so oft gestoßen habe, dass mir beide Arme wehtun. Hmm, ob das mit der Lauferei zusammenhängt? :D

Gesehen: den Grand Prix und diesen Clip hier.
Getan: mir Bücher für 30 Euronen ausgesucht, 30 Minuten gelaufen, zu viel Kaffee getrunken und versucht meine Gedanken zu verlangsamen.
Gehört: computer Remix
Gelesen: immer noch “Kulturschock USA” von Ingrid Henke (Reise Know-How)
Geklickt: Face your pockets!
Gedacht: blau oder lila?
Geärgert: Schirm verloren auf einer Kreuzung voller Menschen und niemand merkt/sagt was. Menschheit, ich bin wieder einmal enttäuscht von dir. :(
Gefreut: „Sie dürfen sich Bücher im Wert von 30 Euro aussuchen“ :D
Gekauft: ein Geburtstagsgeschenk für meinen besten Freund
Gewünscht: tolle Leute brauchen ein tolles Leben. Eigentlich haben sie es ja, aber das kommt ihnen leider nicht so vor :(
Geplant: meinen Abschied, meinen Sommer

Blau oder lila? Wie wird dein Wochenende?

Arztbesuche organisieren

Als ich meine Unterlagen organisiert habe und meine digitale Hundemarke erstellt habe, ist mir aufgefallen, wie unorganisiert meine Gesundheit eigentlich ist. Ich meine jetzt nicht gesunde Ernährung und Sport, sondern Unterlagen und Dokumente für den „Was wäre wenn“ – Fall.
Wenn es mit der Gebrechlichkeit losgeht, will ich vorbereitet sein. Und wenn ich mich nicht selbst medizinisch versorgen kann, sollen meine Angehörigen wenigstens wissen, was zu tun ist.

Eines meiner Grundprobleme ist, dass ich oft den Arzt wechseln muss, weil ich entweder nicht mit diesen „Halbgöttern“ in weiß zurecht komme oder aber weil wieder mal irgendwer Urlaub hat und man sonst wo hin verwiesen wird. Da ich mir keine Diagnosen merken kann und ich mir meistens selbst helfen will (ich gehöre der Homöopathie und Hausmittel-Fraktion an) und mich mein Arzt gefälligst dabei unterstützen soll, habe ich zunächst einmal ein Arzttagebuch angelegt. Das ist ein einfaches Schulheft wo jeder Arztbesuch notiert wird:

    1. Alle Einträge sind mit Datum, Tag, Arzt und Zustandsbeschreibungen versehen
      Dabei sind die Zustandsbeschreibungen so genau wie möglich. Ich versuche Schmerzen so genau wie möglich zu lokalisieren und zu beschreiben
      Zusätzlich dazu notiere ich mir Fragen, die ich während der ärztlichen Untersuchung geklärt haben will
  • Zu diesem normalen Arzttagebuch habe ich ein Arztbuch bestellt, womit ich eher faktisch den Überblick behalten kann. Mit den Eintragungen der Ärzte wird das so zu einem umfassenden Behandlungsnachweis, mit dem auch neue Ärzte was anfangen können. Ist so ähnlich aufgebaut, wie die Impfpässe, die man als Kind hatte.

    Auch das könnte noch wichtig für dich sein:

    Patientenverfügung/Betreuungsrecht/Vorsorgevollmacht – gerade wenn eine längere Behandlung ansteht und man Familie hat
    Testament
    Impfpass – für die Eltern.
    Rettungskarte – für Autofahrer!
    Notfallkarte – für die Nerds!
    Organspendeausweis (mich dürfen sie ruhig ausräumen, wenn es jemand anderen rettet)

    Wer das Ganze digital verwalten will, schaut sich am Besten mal bei den Apps für’s Iphone um. In der Rubrik „Gesundheit und Fitness“ findet man neben Schrittzählern und Kalorientracker auch einen Impfausweis, Erste Hilfe und ein Notrufverwaltungssystem mit Ortung.
    Ich selbst habe (leider?) kein Iphone, deshalb kann ich zu den verschiedenen apps nichts sagen, ich hab mir hier nur die ausgepickt, die interessant klingen. Hast du vielleicht noch einen Tipp den du teilen willst?
    Bundesarztsuche
    Notfall-Hilfe
    ICD-10 Diagnoseschlüssel
    Kopfschmerztagebuch

    Wie organisierst du deine Gesundheit?