2 Monate produktfrei leben – Nachwehen des Mai-Experiments

Schon seltsam, was man sich alles an- und abtrainieren kann. Ich hätte nicht gedacht, dass das Mai-Experiment so weitreichende Folgen für mich hat, aber auch nach Ende des Experiments habe ich nicht mehr viel verändert. Eigentlich wollte ich nach Ende des Experiments wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, immerhin war das Experiment ja beendet – aber irgendwie erschien mir das sinnlos. Ich hätte nicht gedacht, dass man sich sooo schnell etwas neues Angewöhnen kann.
Nun, wie ist es jetzt? Ich benutze immer noch kein Shampoo, kein Duschgel, auf Gesichtscreme, Gesichtswässerchen, Haargel usw. kann ich auch verzichten. All das brauche ich nicht mehr. Im Gegenteil! Meine Haut ist frei von Rötungen und Pickelchen, meine Haare glänzen wunderschön, ich habe nicht mal mehr Spliss! Mein Deo mache ich mir selbst und es ist das Beste, was ich jemals hatte. Ich benutze weiterhin Nagellack, weil ich es liebe, mir bunte Finger anzusehen und zu besonderen Anlässen werde ich vermutlich ein bisschen Make-up benutzen (was bei mir Wimperntusche, Rouge und Lippenstift ist).
Auf all das zu verzichten, obwohl es mir vor 3 Monaten noch unentbehrlich erschien, ist irgendwie merkwürdig. Noch merkwürdiger ist es nun, in eine Drogerie zu gehen, wo man all diese Dinge kaufen kann.

Erst jetzt weiß ich, wie sich diese „Freiheit“ anfühlt, von der alle Minimalisten immer so schwärmen.
Ich gehe in den Laden, weil ich Tee und Putzlappen brauche – und komme in 2 Minuten mit Tee und Putzlappen wieder heraus. Alles andere muss ich nicht mehr beachten, es interessiert mich nicht mehr. Ich blende es aus und habe plötzlich freie Ressourcen in meinem Kopf, um alles ganz bewusst zu tun. Plötzlich ist auch ganz leicht, achtsam zu sein. Schmunzelnd betrachte ich die Damen vor den Wässerchen und Cremetöpfchen, die krampfhaft versuchen, das beste Produkt auszuwählen.
Das letzte Mal hatte ich dieses Gefühl, als ich während meiner Fastenwoche in den Supermarkt gegangen bin um für Herrn DingDong Schokolade zu kaufen. Hahaha. In jedem Fastenführer steht, dass man das lassen soll, damit man nicht „rückfällig“ wird, aber das Gefühl war soooo toll. Eine Woche ohne Nahrung und dann steht man im Supermarkt und fragt sich „was mach ich hier eigentlich?“ :D

Was für eine Zeitersparnis. Was für ein schönes Gefühl, nichts zu brauchen.

Kennst du dieses Gefühl?

7 Gedanken zu “2 Monate produktfrei leben – Nachwehen des Mai-Experiments

  1. Ja… unbeschreiblich, oder?
    Am besten beschreiben es die Worte von mnmlist: „i’m not playing that game.“

    Ich wünschte ich wäre in der Beziehung schon in Bezug auf meine Vorliebe für Apple-Produkte soweit. Bisher feiere ich noch jeden Tag an dem ich mir nicht das neue Macbook Air kaufe, als Erfolg.

  2. Woohoo! Ich konnte kommentieren! Scheint ja endlich zu funktionieren – ich werde dann demnächst mal einiges nachholen. ;-) Toller Blog!

  3. Als Mann habe ich es da etwas leichter.
    Duschgel, einmal am Tag, ansonsten kann ich auf Shampoo, Gesichtscreme, Gesichtswässerchen, Haargel usw. problemlos verzichten.
    Meine Umwelt registriert es überhaupt nicht.
    Dafür bin ich in anderen Bereichen aber bei weitem nicht so minimalistisch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*