Einkaufen, minimalistisch.

Hö? Einkaufen und Minimalismus? Wie passt das denn?
Eigentlich ja gar nicht – oder doch?!

Im „Minimalismus-Modus“ stelle ich mir ständig die Frage: „Wie sieht der geringstmögliche Aufwand aus, um xyz durchzuführen?“ oder „Wie kann man es sich so einfach wie möglich machen?“

Der minimalste Aufwand ist: Nur das zu kaufen, was man braucht. Und das ist erstaunlich wenig. Aber auch das Einkaufen von nötigen Dingen kann man sich meiner Meinung nach einfacher gestalten.
Lebensmittel einzukaufen ist und bleibt ein notwendiges Übel. (Außer man ist Selbstversorger…)
Und auch, wenn man etwas anderes ersetzen will/muss, gibt es ein paar Tricks, die ich mir so angewöhnt habe und mit denen ich gut klar kommen. Ich bummel zwar gerne an Sonntags an Schaufenster vorbei, aber „Shoppen“ oder Herumbummeln in Fußgängerzonen – oder noch schlimmer – an verkaufsoffenen Sonntagen ist für mich das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Deshalb mache ich mir zuerst viele Gedanken und plane alles daheim um möglichst wenig Zeit „draussen“ verbringen zu müssen.
So gehe ich vor:

1. Wissen, was man braucht und herausfinden, was man will.
Ja, bla. Weiß man doch. Aber eigentlich ist das gar nicht so einfach. Es gibt heutzutage eine so große Auswahl, dass ich nicht mehr „unvorbereitet“ in einen Laden gehen kann. Dieses „nur mal gucken was es so gibt“ überwältigt mich und lässt mich verwirrt zurück. Ich glaube, das ist auch bei anderen so und ich glaube auch, dass in dieser Phase ziemlich viele Fehlkäufe entstehen.
Mittlerweile überlege ich mir daheim, was ich eigentlich will, was das Produkt können oder nicht können soll und gehe dann erst in den Laden. Wenn ich mir Zeit zum Überlegen nehme, kann ich auch gleichzeitig prüfen, ob es ein „wollen“, also ein Wunsch oder ein „brauchen“, ist.

2. Sich an dem orientieren, was man hat(te).
Das ist mir erst aufgefallen, als ich mir damals eine neue Brille anfertigen ließ und ich stundenlang verschiedene Gestelle anprobiert habe. Als ich endlich eine Auswahl getroffen habe und glücklich den Laden verließ, stellte ich zu Hause fest, dass ich mir ein Gestell ausgesucht habe, dass meinem bisherigen sehr sehr ähnlich war. Wenn ich das nur vorher bemerkt hätte! Bei meinem Rucksack war es fast auch so. Mein alter war zwar praktisch, aber löchrig und nicht mehr wasserdicht. Ich habe Tipp Nr. 2 beherzigt und mir überlegt, dass es doch ganz praktisch wäre, wenn er zwei Netztaschen an der Seite hätte – zack! Basis + Upgrade = perfekte Lösung! :D
Aber auch bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln…wenn die eine Zahnpasta okay war, kann man sie ja wieder kaufen. Wenn die Creme gut für die Haut war, warum dann wechseln?
Natürlich peppt es den Alltag ein bisschen auf, wenn man sich ab und zu was Neues gönnt, aber ich kenne wahnsinnig viele Menschen die in dieser „Neues ausprobieren“-Sucht gefangen sind. Diese Leute knallen sich den Badewannenrand mit allerlei Duschgels und Badezusätzen voll, weil die Produkte selbst so unterschiedlich sind…

3. Online den Markt sichten und eine Einschränkung vornehmen.
Und damit meine ich nicht: stundenlang online herumtauchen um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, sondern mit dem „ich weiß was ich will“- Gedanken ein paar Herstellerseiten, Foren und Blogs anzusurfen. Blogs sind übrigens sehr gut geeignet, um herauszufinden, was es an Neuheiten gibt. Fleißige Blogger und Bloggerinnen testen Produkte und zeigen Fotos, wo man sich alles schon im Vorweg genau anschauen kann. Solche Beurteilungen helfen mir oftmals sehr weiter. Auch über Twitter und Facebook bekommt man oft Hilfestellungen. Ein kleines Achtung: Natürlich sind Produktempfehlungen „unter Freunden“ sehr viel weitreichender als normale Fernsehspots oder Plakatanzeigen, das wird natürlich von den Herstellern gerne genutzt. Prüf deshalb immer die Quelle und check nochmal andere Seiten/Blogs/Foren/etc. Für solche Recherchen setze ich mir Zeitlimits von max. 1 Stunde Recherche und nehme mir 2-4 Produkte in die engere Auswahl, die ich mir „live“ im Laden ansehen will.


4. Eine Liste mit Läden machen, die man abklappern will und – genau – abklappern.

Wenn ich mir was „ausgesucht“ habe, checke ich schnell die Bezugsquellen, oder denke mir welche aus. („was könnte es wo geben?“) Auch hier setze ich Limits, weil ich keine Lust habe, so viel Zeit dafür zu verschwenden oder aber ich bestelle online. Im Laden selbst löchere ich sofort einen Verkäufer mit meinen Fragen. Mit genauen Vorstellungen über ein Produkt kann man übertriebenes Verkäufergehabe schnell abwürgen. Am Beispiel des Rucksack-Kaufs war der Verkäufer mit der Aufgabenstellung „Den einfachsten Rucksack den Sie haben“ etwas überfordert, weil er auf alle möglichen Vor- und Nachteilsbeschreibungen aller vorhandenen Rucksäcke programmiert ist.

5. Eine Einkaufsliste machen.
Ja, der älteste Trick aller Zeiten, aber sehr hilfreich, weil man grundsätzlich die Milch vergisst, wenn man sie nicht aufschreibt ;D
Ich nutze Einkaufszettel hauptsächlich für den Lebensmitteleinkauf. Ich habe mal alle Lebensmittel aufgelistet, die wir immer verbrauchen, die Liste ein paar Mal kopiert und per Magnet an die Kühlschranktür gepinnt. Wenn uns etwas ausgeht, wird das sofort markiert. Am Ende der Wochen nehmen wir die Liste und gehen los. Obwohl das vor ein paar Monaten nur ein Test war, läuft das ziemlich gut, wir haben immer alles was wir brauchen und müssen nicht nochmal extra los rennen. Interessant ist auch, was wir immer so verbrauchen :D
Eine Freundin machte mich auf das Problem der Papierverschwendung aufmerksam. Ich habe mir deshalb angewöhnt, die Rückseite als Notizpapier zu nutzen, aber ein andere Idee wäre, diese Liste zu laminieren und mit wasserlöslichen OHP-Marker zu markieren. Eignet sich allerdings nicht so gut für den Anfang, weil man immer mal wieder sein Essverhalten ändert oder Sachen nach und nach dazukommen. Beispiele zum Anschauen und herunterladen gibt es z.b. bei lifeisbunt oder hier

Hm, wenn man das hier alles so liest, wirkt das überhaupt nicht einfacher :D Aber da macht es die Routine. Ich muss mit der vorgefertigen Einkaufsliste nicht mehr rumsitzen und nachdenken oder tausendmal im Kühlschrank und im Vorratsschrank nachsehen, sondern erledige das nebenbei. Und durch die zeitlichen Grenzen, die ich mir beim Einkaufen oder recherchieren setze, gewinne ich sehr viel Zeit, weil ich nicht mehr alles ablaufen muss, um mir einen Überblick zu verschaffen. Die Basis ist aber nach wie vor „Nur kaufen, wenn nötig“. Wenn man zwischen Wunsch und Bedürfnis unterscheidet, kann man sich das „shoppen“ komplett sparen und das ist wohl richtig minimalistisch :D

Hast du auch noch einen Trick?

5 Gedanken zu “Einkaufen, minimalistisch.

  1. Ich versuche es so ähnlich, ich benutze nur noch einen weiteren Trick: Ich habe ein Geldlimit.
    Ich habe ein wöchentliches Limit für Lebensmittel und Drogerieprodukte, und so kaufe ich ein, damit Besonderes noch Besonderes bleibt, wenn man es sich mal gönnen kann. Ebenso wenn ich etwas zum Anziehen brauche, dann habe ich ein Limit, das mich fragen lässt: „Brauchst Du das wirklich?“

    Trick 2: Ich schaue nicht auf den Preis und frage mich vorher, was mir das Stück wert wäre. Ist es teurer, kommt es zurück auf den Ladentisch…

    herzlich gegrüßt von Claudia

    1. Hab ich auch ^-^ dadurch dass ich im Heim lebe und das Geld vom Jugendamt bekomme habe ich nur ein begrenztes Budget und das was am Ende der Woche/des Monats übrig bleibt kommt in eine Spardose die für meine eigene Wohnung irgendwann drauf geht hat nur Vorteile mit nem begrenzten Budget (finde ich)

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