Gelesen: „Das war’s dann wohl…Abschiedsbriefe von Männern“ hrsg. von Sibylle Berg

Sybille Berg funktioniert bei mir immer und passt perfekt in die dunkle Jahreszeit. Und als mir neulich dieses Buch in die Hände fiel, habe ich es mir sofort ausgeliehen. Der Titel beschreibt den Inhalt:
In zahlreichen Briefen nehmen berühmte und nicht berühmte Herren Abschied von ihren Dingen, Frauen – und ja, auch von ihrem Leben. Dabei ist dieses letzte „Tschüss!“, das „Leb wohl“ immer sehr berührend. Zu jedem Brief gibt es eine Kurzbiografie bzw. einen Abriss der Situation, in der der Brief entstanden ist. Auch wenn man nicht jeden Brief versteht, die leisen Töne zwischen den Zeilen wirken trotzdem. Die Briefe sind lang, kurz, schräg oder dramatisch. Dazwischen gibt es gewohnt schonungslose Kost von Frau Berg höchstpersönlich.
Fazit: sehr lesenswert. Die Briefe sind natürlich insgesamt sehr traurig, aber ich finde, das passt gut zum Herbst, ich mochte die Stimmung. Übrigens, die Damen haben sich in diesem Buch verabschiedet. (was ich auch irgendwann lesen werde)

Wochenrückblick

Letzten Sonntag waren Herr DingDong und ich auf dem hello handmade event. Zum ersten Mal. Es hat Spaß gemacht, so viele hübsche Dinge anzugucken, gekauft habe ich allerdings nichts, obwohl ich eigentlich gehofft hatte dort Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke zu finden. Ein paar Sachen waren mir auch zu langweilig, da fehlte mir dieses „Handmade“ Dings. Naja, aber trotzdem schön so viele nette, entspannte Bastler zu treffen. Endlich auch mal nett ein Hobby mit Frauen zu teilen :D
Die Woche über war emotional ein bisschen anstrengend, weil ich mich entweder sehr geärgert habe (und das passiert bei mir eher selten) oder aber sehr gefreut habe (was täglich passiert). Dieses Auf- und Ab bin ich zurzeit nicht gewohnt. Aber was solls, es ja Wochenende und das wird famos!!!

Gesehen: einen Laternenumzug vor unserem Haus, komplett mit Spielmannszug, Trommelwirbel und vielen Kindern, die ihre Laterne mit höchster Konzentration getragen haben.
Getan: eine Kollegin in den Ruhestand verabschiedet, Chai Latte getrunken, einen Astronomie-Vortrag besucht, die Nacht des Wissens am Samstag geplant, ein Geschenk eingepackt
Gehört: I Ging Symphony
Gelesen: „Erschieß die Apfelsine“ von Mikael Niemi und angefangen mit „Am Meer ist es wärmer“ von Hiromi Kawakami
Geklickt: Mein Minimalismus
Gedacht: Was wäre, wenn Dinge nie mehr kaputt gehen würden?
Geärgert: über eine nicht gelungene Kommunikationspolitik
Gefreut: über den Laternenumzug, das Schild, das sich langsam aber stetig zu füllen beginnt, auf das Wochenende!
Gekauft:
Gewünscht: eine Fee, die mir 3 Wünsche schenkt
Geplant: ausschlafen und dann in den Darm kriechen

Was wirst du am Wochenende tun?

Ohne To-Do-Liste leben?!

Als ich vor zwei Wochen Besuch hatte und ich meinen Besucher als gute Gastgeberin ordentlich betüdeln wollte, blieb natürlich mein normaler Alltagskram auf der Strecke. Normalerweise bastel ich mir abends eine To-Do-Liste für den morgigen Tag zusammen, damit ich auch an alles denke und nichts vergesse.
Aber als der Besuch da war, gab es nicht sonderlich viel zu notieren, weil die bisschen freie Zeit nach Feierabend und am Wochenende für den Besuch da war. Kurz: Ich lebte völlig ohne To-Do-Liste!

Was für einige sowieso normal ist, ist für mich sehr außergewöhnlich. Als ich mir vor 10 Jahren (f*** bin ich alt) meine Lernphasen tagsüber und meine Schulstunden nachts (Abendschule) organisieren musste, habe ich das erste Mal von To-Do-Listen gehört und sie mir mühevoll antrainiert, um meine Tage produktiv zu gestalten.
To-Do-Listen helfen mir, meinem Tag Orientierung zu geben, mein Gehirn zu entlasten und mir beim Abhaken (bzw. durchmarkern) ein gutes Gefühl zu verpassen.

Seit ich Zen-To-Done nutze, ist meine To-Do-Liste wahnsinnig zusammengeschrumpft, was nun durch meinen Filofax in Pocket-Größe unterstützt wird (weniger Platz auf der Seite = weniger Platz um sich seine To-Do-Liste mit „könnte ich auch mal machen“ – Sachen vollzuknallen). Die wichtigsten Sachen stehen auf der Liste und können ruhigen Gewissens erledigt werden. Alles andere lasse ich los.

Und dann durch den Besuch: Ein paar Tage komplett ohne To-Do-Liste. Das war seltsam. Aber auch irgendwie befreiend. Die wichtigsten Sachen haben sich trotzdem erledigt.
Weitere Inspiration kam von Courtney von bemorewithless, sie schrieb den Artikel: undo your to do list habit
und seit dem bin ich inspiriert, mal 2 Wochen (man muss es ja nicht gleich übertreiben) ganz ohne To-Do-Liste im (Arbeits-)Alltag rumzubringen. Mal sehen wie das wird.

Und du, könntest du ohne To-Do-Liste auskommen? Benutzt du überhaupt eine? elektronisch oder auf Papier?

Gelesen: Relax@work: Achtsam und entspannt im Berufsalltag von Chris Grijns

Jetzt, wo Burnout wieder in aller Munde ist, dachte ich, ich beuge mal vor, in dem ich ein Buch über Entspannung am Arbeitsplatz lese. Nickerchen werden hierzulande ja kaum erlaubt, aber nun gut, es gibt ja auch andere Methoden…z.B. Süßigkeiten mampfen :D

Chris Grijns ist Lehrerin für Achtsamkeitsmeditation und hat in dem kleinen Büchlein (128 Seiten) zahlreiche Übungen zusammengestellt, wie man mit Achtsamkeit die Hektik aus dem Berufsalltag rausnimmt und sich zwischendurch entspannen kann. Zunächst gibt es eine allgemeine Einführung in das Achtsamkeitstraining und im weiteren Verlauf werden auch Übungen vorgestellt, die den Umgang mit Gefühlen wie Unsicherheit, Stress oder Ärger erleichtern sollen. Alle Achtsamkeitsübungen sind speziell auf den Berufsalltag zugeschnitten. Im recht knapp gehaltenen Anhang finden sich Anmerkungen zum Thema Achtsamkeit sowie Literaturhinweise.
Fazit: kurze, solide Einführung zum Thema, für 7,95 EUR auch okay als Geschenk für Leute, die noch nie etwas zum Thema Achtsamkeit gelesen haben oder überhaupt noch nie etwas davon gehört haben. Für alle anderen ist das Buch absolut unnötig, weil es letztlich nur ums Atmen geht. (Leser, die sich mit Achtsamkeit auskennen, wissen, was ich meine :D)

Wochenrückblick

Manchmal kommt es vor, da denke ich: „Himmel, die Woche endet nie“ – aber wenn ich das denke, ist meistens schon Donnerstag oder Freitag und die Woche endet. Dass das dann immer sooo schnell gehen muss, darauf bin ich gar nicht vorbereitet. Aber egal, ich freue mich auf das Wochenende. Ich werde Kakao trinken und gaaaaaaaaaanz viel lesen. Hmm. Ein leckerer Kuchen würde aber auch dazu passen…mal sehen ;D

Gesehen: einen kleinen Jungen, der genauso aussieht wie mein Freund als er klein war. Das war irgendwie seltsam und gleichzeitig furchtbar putzig.
Getan: viel gelesen, zum ersten Mal einen Zen-Gymnastik-Kurs besucht (yeah danke, immer noch Muskelkater)
Gehört: Dante’s göttliche Komödie
Gelesen: „das war’s dann wohl…“ Abschiedsbriefe von Männern, hrsg. von Sibylle Berg
Geklickt: the black wheel
Gedacht: 36 Wiederholungen statt 108 hätten auch gereicht….
Geärgert:
Gefreut: IQ84 Buch 3 von Murakami ist erschienen und ich wusste davon nix. War das eine Überraschung! Und könnte ein gutes Weihnachtsgeschenkt sein. (*hint*)
Gekauft: einen dokumentechten Stift mit türkiser Farbe!!!!, außerdem noch türkisfarbene Briefumschläge und ja, auch wieder Washi-Tape. Ich DARF NICHT ALLEINE in einen Laden gehen der Büromaterial verkauft. Das endet immer schlimm.
Gewünscht: Urlaub!
Geplant: meine dicken Schals und Mützen waschen, das Wetter meint es richtig ernst!!!
und: einen Trip nach Lüneburg. Weil die Stadt so hübsch ist.

Wie war deine Woche?

Blog des Monats: hello handmade

Ich weiß auch nicht, ob das jetzt am Wetter liegt, aber mir ist wieder stark nach Basteln.
Oder warum surfe ich deshalb wieder stundenlang auf DIY-Blogs rum? Herbstzeit ist nun mal Bastelzeit und deshalb heißt mein Blog des Monats: hello handmade.

Weil:
1. Frau Pester aus Hamburg kommt und selbst schöne Dinge herstellt. So viel kreative Power muss belohnt werden
2. Der Blog so viel Inspiration bietet
und
3. bald ein hello handmade Markt ist, den ich unbedingt besuchen will

klick!http://hello-handmade.blogspot.com/

Notizen organisieren

Vor einiger Zeit habe ich mich mit der Frage „Wie organisiert man seine Notizen so, dass kein Chaos mehr im Hirn entsteht?“ auseinander gesetzt.
Wie es zu dieser Frage kam? Beim Ausmisten von alten Notizbüchern ist mir aufgefallen, dass alles und nichts drin stand, einfach wahllos von Seite zu Seite notiert, bis alles vollgemüllt war. Dann einige Zeit nichts mehr aufgeschrieben, dann wieder. Irgendwann blätterte ich die Notizbücher durch und stellte fest: Da steht nur Schwachsinn mit Informationsgehalt NULL drin und dabei ist das Büchlein nicht mal ganz voll geschrieben.

Also habe ich ein bisschen recherchiert, mir Gedanken gemacht und mir was zusammengebastelt. Da mich einige danach gefragt haben, wollte ich das hier mal kurz (haha) vorstellen.

Etwas Hilfreiches zu dem Thema habe ich im Buch „Information Overload“ von Alexander Greisle entdeckt. Er hat folgenden Grundsatz, den er auch auf dieser Seite erläutert:

Alles an einem Ort systematisch aufschreiben.

Klingt einfach und logisch, aber wie stellt man das an?

Ich habe über diesen Satz nochmal genauer nachgedacht:

ALLES AUFSCHREIBEN
soll man ja auch bei Zen To Done. Kein Problem, klappt mittlerweile ganz gut. Man schreibt ja ohnehin sowieso nur das auf, was einem gerade wichtig erscheint.

AN EINEM ORT
– auch kein Problem. Als Fan von Büromaterial (schrecklich, ich weiß auch nicht warum ich das Zeug so gern hab) habe ich mir ein nettes Notizbüchlein* ausgesucht, das ich natürlich in guter, alter Zen-To-Done-Manier immer dabei habe.

SYSTEMATISCH – ja. Und hier fängts an ein bisschen kompliziert zu werden. Nach endlosen Herumsurfen kam ich zu der Erkenntnis, dass das jeder anders macht. Also muss man sich – wie so oft – selbst was ausdenken.

Aber halt, ich möchte noch was anfügen, was meiner Meinung nach bei diesem Grundsatz fehlt: Das regelmäßige Durchsehen der Einträge. Wenn man das Notizbuch nicht jeden Tag durchsieht, bringt einem das ganze systematische Aufschreiben nix!

Ich beschreibe mal, wie ich es mache:

1. Was notiere ich eigentlich alles?
Zuerst habe ich mir überlegt, was ich eigentlich alles notiere bzw. wofür ich mein Notizbuch einsetzen will.
In meinem Fall notiere ich meine Tages- und Wochenaufgaben, Monatsziele, Ausgaben ohne Quittung, Ideen für Blogbeiträge, Buch- und Filmtipps, Bildideen, Geschenkideen, Öffnungszeiten und Termine von Veranstaltungen, die ich unterwegs so aufschnappe.

Als ich mir das mal bewusst überlegt habe, konnte ich diese Bereiche zusammenfassen unter: To Do Listen, Ausgaben, Notizen und Ideen.
Dann geht’s weiter:

2. eine sinnvolle Aufteilung überlegen.
Hier habe ich nach Wichtigkeit entschieden. Häufiger Zugriff = weiter nach vorne.
Die Aufteilung habe ich ganz einfach mit Post-it Flags (in türkis :D) gemacht, wasserfest beschriftet, immer genügend Seiten.
Für die Sektion „Ausgaben“ habe ich nur die letzten 12 Seiten benutzt, damit ich für meine To-Do Listen und Notizen mehr Platz habe. Dabei ist 1 Seite – 1 Tages-To-Do. Durch die Platzbeschränkung wird sichergestellt, dass man sich nicht zu viel draufknallt und es bleibt übersichtlicher.

3. Notieren und regelmäßig durchsehen.
Dann kann man eigentlich schon loslegen mit dem Notieren. Ob man beim Notieren links oder rechts oder oben oder unten Platz lässt oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Warum das wichtig ist? Für die

4. Referenz-Symbole für mehr Übersichtlichkeit ausdenken.
Wenn ich einen Eintrag sofort mit einem Symbol versehe, verstehe ich den Eintrag später besser. Folgendes hab ich mir ausgedacht:
* Sternchen für HOHE PRIORITÄT und DRINGLICHKEIT, zu finden auf meiner Tages- u. Wochen ToDo-Liste. Das sind Dinge, die uuuuuuuuuuunbedingt gemacht werden müssen.
(ü) für in Kalender „übertragen“ (meist hinter Termine zu finden)
(b) steht für Blogbeitrag. Aus dieser Idee kann man einen Blogbeitrag machen.
(f) steht für Foto. Ich lege Wert darauf, dass mein Blog immer viele Bildchen hat und damit ich nicht vergesse, welche zu machen, setze ich hinter die Blogbeitragsideen immer kleine, eingekringelte „f“’s.

Das sind natürlich nur die Symbole, die ich brauche. Man kann ja vllt. auch ein Schlagwort vergeben, gekennzeichnet á la twitter mit hashtag (#einkaufen) oder Treffen/Anrufe etc. mit „@“

Wenn sich Notizen also „erledigt“ haben, bzw. die der Tag vorüber ist und eine neue To-Do Liste erstellt worden ist, mache ich einen Querstrich über die Seite.

Auch habe ich mir angewöhnt, die erledigten Dinge von der To-Do-Liste nicht abzuhaken oder durchzustreichen, sondern mit einem Textmarker zu markieren. Was zunächst etwas verwirrend erscheinen mag, ist für visuell orientierte Menschen der Hit! (also, äh, behaupte ich jetzt mal…) Ich SEHE dann nur noch das Unerledigte und kann das andere trotzdem noch lesen…für mich ist das sehr übersichtlich.

Und das war’s schon. Auch wenn sich das kompliziert lesen sollte, es ist recht einfach. Und vor allem sehr hilfreich. So kann man jedes stinknormale Notizbuch in ein gutes Produktivitätswerkzeug verwandeln.

Hier noch einige Links:
Schluss mit dem Zettel-Wirrwarr von Alexander Greisle
getting sh*t done
zen to done
edit: 25 Notizbuchregeln als .pdf vom notizbuchblog (danke Frank!)

Wie organisierst du deine Notizen? analog oder digital?

*Das nette Notizbüchlein ist von Claire Fontaine, Format A6 und für 2-3 EUR zu haben. Die Seiten riechen gut, und die Spiralbindung erlaubt Platz für einen Kugelschreiber. Außerdem lässt es sich so leichter knicken und beschreiben.

Nachtrag: Eigentlich wollte ich das gezeigte Notizbuch in der Kombi mit einem kleinen Kalender benutzen, aber da ich für 9 Euro einen Filofax erstanden habe, nutze ich das Notizbuch und den Kalender nun für die Arbeit.
Dazu habe ich die Post-it’s teilweise entfernt und neu unterteilt in „To Do“ und „Notizen und Protokolle zu Besprechungen“ etc.
Die Notizen in meinem Filofax organisiere ich aber nach oben beschriebener Art. Auch musste ich durch das vorgefertigte Filofax-System keine Post-it Tabs verwenden.