Tag 7 – Persönliche Darstellung

Tja, das Ausmisten gestern war so „naja“.
Vielleicht noch mal zur Erklärung (hab ich auch schon in den Kommentaren zu gestern geschrieben): Mit „Bastelzeug“ meine ich eigentlich „Müll, den ich auf der Straße gefunden habe. Oder altes Spielzeug, dass ich Kindern abgejuckst habe. Ich brauchte das Zeug mal für Assemblagen, aber das ist immer weniger geworden im Laufe der Zeit…
Deshalb liegt es nur herum und gammelt vor sich hin. Und da es nur Müll ist und mich auch nicht stören würde, wenn es bei einem Brand kaputt gehen würde, dachte ich daran es wegzuwerfen.

Soweit die Theorie. Ich habe kaum was davon weggeworfen. Weil ich dann doch wieder so viele Ideen hatte.
Also habe ich mir selbst ein Ultimatum gesetzt: Deckel der Kiste beschriftet mit 31.12.2012 – und wenn ich es bis dahin nicht geschafft habe, diese Kiste nochmal zu öffnen und etwas daraus zu benutzen, dann schmeiss ich das Ding einfach so in den Müll. Jawohl!!!

Aber nun zu heute – hier noch mal die Spielregeln.

„Persönliche Darstellung“ – klingt ein bisschen blöde, nicht wahr? Mir ist aber nichts Besseres eingefallen. Es geht um den persönlichen Auftritt, Charisma und Ausdrucksfähigkeit, ein gewinnendes Lächeln, ein gepflegtes Äußeres – solche Sachen eben.

Aber ich will und MUSS kleiner anfangen. Deshalb heute ganz einfache Dinge aus der Kategorie „mehr“:

– mehr auf meine Haltung achten
– mehr in den Spiegel schauen

…und aus der Kategorie „weniger“:
– weniger herumfluchen. Das wird schwierig. Ich fluche wie ein Bauarbeiter und wenn ich erstmal sauer werde, puh. Ist nur leider gar nicht schick.
Deshalb versuche ich mich von nun an etwas zusammenzureissen.

Lieber Rücken, tut mir leid, dass du durch mich immer so krumm sein musst. Das soll sich ab heute ändern. Ich werde mir ein kleines Symbol auf die Hand malen oder stempeln und immer wenn ich da drauf gucke, korrigiere ich meine Haltung. Heute gehe ich auch zur Gymnastik, versprochen!

Und das mit dem Spiegel ist eine komische Geschichte. (Gleich wirst du denken: „Maaaan, die Frau hat vielleicht Probleme!!!“ *augenverdreh*) :D
Eigentlich ist es ja eher ungewöhnlich dass jemand MEHR in den Spiegel gucken will, weil Eitelkeit ja nichts Feines ist, aber bei mir ist das anders. Seit dem Mai-Experiment benutze ich so gut wie gar keine Pflegeprodukte und Make-up mehr, weswegen auch die Zeit vorm Spiegel deutlich abgenommen hat. Das geht soweit, dass ich abends von der Arbeit heimkomme und ich erst bei uns im Flur feststelle, dass ich mich den ganzen Tag über kein einziges mal angeguckt habe. Das führt mitunter zu peinlichen Situationen, vor allem wenn man Nudeln mit Pesto zu Mittag hatte…

Also versuche ich heute mich daran zu erinnern, öfter in den Spiegel zu schauen. Morgens, mittags, abends. Vielleicht auch mal in einem Schaufenster.

Falls du mitmachst: Was wirst du heute machen?
Was würdest du machen wollen?

7 Gedanken zu “Tag 7 – Persönliche Darstellung

  1. Also das klingt heute ja mal wirklich anstrengend !
    Ich kann das gut nachvollziehen, ich denke solche Dinge hat jeder, die er sich abgewöhnen will, oder die er umgewöhnen will.
    Findest Du nicht, daß es besser wäre, sich vielleicht erstmal nur auf die Haltung oder nur auf den Spiegel zu konzentrieren? Ich finde eine Sache gleichzeitig schon schwer genug.

    Im Laufe des letzten Monats habe ich es geschafft, mir anzugewöhnen, regelmäßig Feuchtigkeitscreme zu nutzen, weil ich durch das ganze Duschen (viel Sport) eine echt trockene Haut bekommen habe. Außerdem ist es für mich eine Form des Spürens des eigenen Körpers, wenn man sich mal eben fünf Minuten zum Eincremen nimmt. Habe ich sonst nie gemacht.
    Parallel dazu ist es mir gelungen auch mein Duschverhalten zumindest etwas zu ändern. Ich dusche morgens nach dem Aufstehen nicht mehr, wenn ich weiß, daß ich eh um 10 Uhr Spinnig mache. War nicht einfach, aber jetzt klappts :-)

    Für heute habe ich mir vorgenommen (mal wieder) Mediendiät zu halten und wie eigentlich jeden Tag seit 2 Monaten mich immer wieder in die Gegenwart zu rufen und den Moment zu genießen.

    Damit bin ich schon voll ausgelastet, in naher Ferne hoffe ich dann es endlich zu schaffen, mir das Konsumieren von Medien beim Essen abzugewöhnen.

    1. Hey Jan,
      normalerweise bin ich auch dafür, dass man sich bei Gewohnheiten alles immer nur scheibchenweise vornehmen sollte und das dann durchzieht. Leo Babauta ist ja derjenige, der das ja immer predigt :D
      Allerdings finde ich auch, dass es einige Sachen gibt, die man gut gleichzeitig erlernen kann, wenn man aufmerksam genug ist oder sich entsprechend daran erinnert.
      Z.B. habe ich heute das „in den Spiegel schauen“ mit dem „Haltung verbessern“ gekoppelt, d.h. ich habe mich bewusst ein paar Mal angeguckt und gleichzeitig meine Haltung überprüft, das klappte ganz gut.
      Man kann vieles miteinander verbinden, das muss nicht mal was miteinander zu tun haben. Aber wenn es z.B. heißt „weniger Essen“ und „mehr Trinken“, kann man das „mehr trinken“ an den Gedanken „ich will jetzt was essen!“ ankern und trinkt ein Glas Wasser.

  2. Sehr spannend, Frau Ding Dong. Ich wünsche viel Erfolg. Willst du das dann weiter machen? Ein Tag bringt ja wahrscheinlich noch kein dauerhafte geändertes Verhalten, oder? Viele sonnige Grüße von der Fruchtschnitte

  3. Das Fluchen verschwindet früher oder später, wenn du eigene Kinder hast (Willst du welche?). Ich empfinde es als beschämend und peinlich, wenn meine wunderschöne Dreijährige flucht – und ich höre, dass sie das von mir hat. War früher auch ein Bauarbeiter und bin nun fast so etwas wie eine Dame, zumindest, wenn es ums Fluchen geht ;-)

    1. hahahah, „fast so etwas wie eine Dame“ :D du bist lustig…
      und du hast Recht – wenn sich die Kinder sowas abschauen, das ist wirklich schlimm. Ich gehe auch niemals bei Rot über die Ampel wenn Kinder an der Straße stehen. Im Arbeitsalltag habe ich viel mit Kindern zu tun, da schimpfe ich nie. Gottseidank, das wertet die Fluchbilanz ein bisschen auf ;D

  4. Immerhin, Du hast etwas getan. Ein Verfallsdatum zu setzen, ist eine super Idee. Bei mir gab es nach einer Aufräumaktion ein paar Kisten, die so ihre „Galgenfrist“ bekommen haben.

    Nicht die besten, aber ganz bestimmte Ideen kommen mir, wenn ich an meinem mit Artikeln, Entwürfen, Büchern, die ich immer schon mal rezensieren wollte, alten Zeitschriften überflutenen Schreibtisch sitze. Da kann ich dann nichts mehr mal eben aussortieren…

    Und meine Haltung beobachten mach‘ ich ganz brav – weil es 1. meine Physiotherapeutin sagt und es 2. ansonsten weh tut :-( allerdings weiß ich nicht, was das mit meiner „persönlichen Ausstrahlung“ macht ;-)
    Und wenn ich auf dem Pferd sitze, geschieht das inzwischen ganz von allein und tut meinem Rücken richtig gut.

    Für heute hatte ich mir vorgenommen, nur nette Sachen zu sagen und immer die gute Seite von allem zu betonen. War das anstrengend!!!
    Das führte nämlich prompt dazu, dass ich in einem politischen Gespräch die Situation in unserem Land von der besten Seite sehen musste ;-) ich hab’s durchgehalten. Morgen mach ich das aber nicht mehr.

    Und dass Du fluchst wie ein Bauarbeiter (die armen Bauarbeiter! Ich kenne übrigens auch Erzieherinnen, die ganz dolle fluchen können), das hört man hier gar nicht – kannst Du mal ein Beispiel einbinden?

    http://wp-plugin-archive.de/tag/audio/

    Grüßle
    Toffel

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