Gelesen: Gegen die Welt von Jan Brandt

Ein Debut mit über 900 Seiten? Und überall gute Kritiken eingeheimst. Grund genug, das Ding zu lesen.

Daniel Kuper, Sohn einer Drogistenfamilie, lebt im kleinen Jericho in Ostfriesland und kämpft gegen die Welt, die ihn umgibt. Da gehts um Wandschmierereien, Müll in der Aula, Stichwunden, schrecklicher Konfirmandenunterricht, Schnee im Sommer, Ehebruch, Zigaretten, Joints und Alkohol, die Wende, Neonazis, Kampfflugzeuge, Automarken, Familienstreits, verbotene Bücher, Leberwurstbrote und Lungenschmacht, die erste Liebe, wilde Partys, UFOs und Science-fiction und alles, was sonst noch so im Dorfalltag vorkommt. Der verschlossene, zurückhaltende Daniel hat mit alldem scheinbar nichts zu tun, wird aber trotzdem dafür verantwortlich gemacht. Und je mehr er dagegen aufbegehrt, desto mehr verstrickt er sich in den Vorwürfen…
Fazit: puh, was soll ich sagen. Wer die 927 Seiten durchhält, wird belohnt. Das ist eines von den Büchern, über die man noch tagelang nachdenken kann. Das Buch hat seine Längen und ist teilweise schon sehr anstrengend, weil es sehr experimentell ist (z.B. gibt es einen Abschnitt, wo man oben und unten gleichzeitig lesen muss, sonst versteht man die Zusammenhänge nicht richtig…), aber die Geschichte ist ziemlich vielschichtig und man kommt nicht mehr davon los. Interessant ist auch, dass der Protagonist durch die anderen Dorfbewohner gezeichnet wird. Der Roman ist fiktive Dorfchronik, Familiengeschichte und Entwicklungsroman, gespickt mit Science-Fiction und Quizmasterfragen. (Ja, echt!!) Also: lesen, aber bitte mit Geduld und Ausdauer! :D

Category: Gelesen Comment »


Hinterlasse einen Kommentar



*

Back to top