Frühjahrsputz

Kaum tauchen die ersten Sonnenstrahlen auf, wird man von allerhand Leutchen gefragt, ob man sich am Wochenende auch fleissig in den Frühjahrsputz stürzt. Generell ein tolles Vorhaben, den Wintermief zu entfernen, aber ich lege mich lieber bei Sonnenschein in den Park und lese.

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen richtigen Frühjahrsputz gemacht und es war schrecklich. Zwei Wochenenden nur geputzt, gesaugt, Matratzen gedreht, gewischt, gesprüht und und und. Ätzend. Ich hab eigentlich nix gegen putzen, aber wenn es meine gesamte Freizeit verschlingt, dann schon.

Also habe ich mich gefragt: “Was würde ein Minimalist tun?” Oder anders: “Machen Minimalisten Frühjahrsputz?”

Ich glaube nicht.

Jemand, der versucht, sein Leben einfacher zu gestalten hat so viel entrümpelt, dass schlichtweg einfach keine großartigen Dinge mehr vorhanden sind, die besondere Pflege brauchen. Man muss nix umdekorieren, abstauben oder um irgendwas drum herum wischen.

Und die restlichen Sachen sind Kleinigkeiten, die so gut organisiert sind, dass man sie in nullkommanix erledigt hat. Wenn ich jeden Tag ein bisschen was mache, muss ich kein Wochenende verschwenden, den hartverkrusteten Schmutz wegzuschrubben. (<– diesen fiesen Schmutz aus der Werbung, der erfunden wurde damit wir Chemiekeulenreiniger kaufen)

Also nö, Frühjahrsputz ist mir zu langweilig. Lieber die Politik der kleinen Schritte und jeden Tag 5-10 Minuten. Ich putze zwar im Frühjahr und im Herbst die Fenster, aber seit dem letztes Jahr direkt nach dem Putzen sofort eine Taube gegen die Scheibe geflogen ist, überlege ich mir das nochmal. Außerdem macht das in einer Großstadt irgendwie gar keinen Sinn.

Category: Gedacht, Heim & Herd, Minimalismus, Organisation 5 comments »

5 Responses to “Frühjahrsputz”

  1. Julia

    Haha, genau das! Ich musste so schmunzeln, ich bin nämlich auch am überlegen, mich dem allgemeinen Frühjahrsputz-Gehabe hinzugeben, aber nein, du hast mich endgültig überzeugt. Das einzige, was ich tun werde, ist Kleider in den Second-Hand-Laden zu bringen und Bücher zu verschenken. Dann staubt auch weniger ein. Viel Spaß beim Seele baumeln lassen, und weiter so.

  2. Kirsten

    Ja, ja, der Frühjahrsputz. Fällt bei mir auch schon seit Jahren aus ;). Aber die Fenster – zum Teil gruselig bei mir – Baustelle gegenüber. Also muss ich morgen ran. Ansonsten entrümple ich im Moment auch sehr viel und genieße die freien Flächen, über die ich nur so drüberwischen muss.

    Bei uns gibt es einen Warentauschtag, da kann man abgelegte Sachen hinbringen und auch holen (aus der Holphase bin ich allerdings raus). Aber sechs große Kisten bin ich los geworden. Gibt es so was bei euch im Norden auch?

  3. myMONK

    “aber ich lege mich lieber bei Sonnenschein in den Park und lese.” finde ich eine sehr schöne Priorisierung. Hier scheint auch gerade die Sonne ins Schlafzimmerfenster, der Abwasch hat noch Zeit.

    Noch eine Frage: können Minimalisten eine Putzfrau haben, was meinst Du?

    LG

    myMONK

  4. Frau DingDong

    hmm…
    Ich glaube, es ist nich die Frage nach dem “Können” sondern eher nach dem “Brauchen” – brauchen Minimalisten eine Putzfrau? Was soll sie denn putzen? Oder soll sie nur aufräumen? Wenn zu viel Zeug herumliegt, sollte man erstmal ordentlich Platz für diese Sachen schaffen (also entrümpeln). Dann erübrigt sich die Frage nach einer Putzfrau.
    Aber wenn man Putzen sowieso doof findet und die Putzfrau in einer Stunde fertig ist, warum nicht?

  5. Frau DingDong

    oh, warentauschtag klingt super…Ich würde zwar auch wenig holen, aber man kann ja mal gucken :D
    Ich muss das mal recherchieren. Wir haben hier auch so Umsonstläden, wo man immer tauschen kann, aber so ein Warentauschtag ist mir noch nicht untergekommen…


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