Kleiderschrank entrümpelt

Gestern habe ich in einem halbgeplanten Spontananfall mal wieder meinen Kleiderschrank entrümpelt. Normalerweise habe ich immer einen Sack für die Altkleider neben dem Kleiderschrank stehen, wo dann immer mal wieder was rein kommt, aber diesmal wollte ich es ein bisschen radikaler und gleichzeitig systematischer angehen.

Und so bin ich vorgegangen:

  1. Alle Klamotten ausgeräumt und auf das Bett geworfen, da hat man schön viel Fläche zum Sortieren und Entscheiden
  2. Eine Inventurliste ausgedruckt und einen Stift bereit gelegt
  3. Bah, der schlimmste Teil: Anprobieren und entscheiden! Ich habe mich von allem getrennt, was mir wegen der Farbe oder dem Schnitt nicht mehr gefällt und auch alles weggetan, was nicht mehr passt (*schnief*) oder ich sowieso nicht mehr anziehe. Gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich eine Hose behalten, weil ich doch hoffe, da wieder reinzupassen. Mal sehen, ob ich mich in einem halben Jahr über meine Naivität ärgere :D
    Letzlich habe ich mich um 3 Kategorien gekümmert: Aufheben, Reparieren/Reinigen lassen und Weggeben/Verschenken
  4. Nach jedem Stapel/jeder Kategorie habe ich notiert, wie viel ich davon habe. Auf der Rückseite habe ich aufgeschrieben, was vielleicht zukünftig abgeschossen wird, welche Erkenntnisse ich gewonnen habe und gleich eine To Do Liste angefangen, mit den Sachen die gereinigt oder geflickt werden müssen.
  5. Zu guter Letzt habe ich die Fächer im Kleiderschrank ausgewischt, getrocknet und alles wieder eingeräumt.

Yeah, einen 60 Liter Müllbeutel voll Altkleider – nicht schlecht, oder?

Meine Erkenntnisse:
– Ich weiß jetzt, wo alle meine Stofftaschentücher sind. Hurra!
– Grün und Weinrot stehen mir wirklich nicht, ich weiß gar nicht, warum ich das behalten habe…?!
– Mein Kleiderschrank füllt sich nicht aufgrund von Impulseinkäufen sondern weil mir andere ihre aussortierten Klamotten anbieten. Dies war und ist für mich die bequemste Methode mich „neu“ einzukleiden. Aber gelernt: Öfter mal „Nein, danke!“ sagen…
– Zuviele T-Shirts, zu wenig davon sind schön. Und kein einziges Schwarzes dabei. Das hat mich schon sehr überrascht.
– Ich besitze immer noch keinen Gürtel und brauche auch keinen.
– Ein eleganter, schwarzer Blazer wäre äußerst hilfreich.
– So eine Entrümpelungsaktion wie diese befördert unendlich viele einzelne Socken zu Tage.
– hmm…mein Kleiderschrank ist mir immer noch zu voll.

Für die Zukunft hänge ich mir die Inventarliste gut sichtbar an die Schranktür, damit ich nicht auf dumme Ideen komme. So sehe ich immer was ich brauche bzw. nicht brauche.

Außerdem habe ich auch endlich einen allseits beliebten Kleiderstangen-Trick umgesetzt:
Alle Bügel verkehrt herum einhängen. Wenn man ein Kleidungsstück angezogen hat, den Bügel richtig herum einhängen. Am Ende des Jahres sieht man dann, was man angezogen hat und was nicht. Da fällt das Entrümpeln dann ziemlich leicht.

Übrigens sortiere ich auch manchmal meine Klamotten nach Farbe, das erleichtert die Kombinationsmöglichkeiten.
Und noch ein kleiner Trick: Ich trage ausschließlich schwarze Socken. Natürlich bemühe ich mich, passende Paare zu finden, aber wenn nicht, auch egal. Das Leben ist kurz! :D

Ich werde nach dieser Aktion noch ein bisschen grübeln, denn ich habe große Lust so ein 333-Projekt nachzumachen…

So! wer noch Nachhilfe, Inspiration und weitere Infos benötigt, guckt sich hier um:

minimalist fashion project 333
edit-your-life-part-4: your wardrobe
Buchtipp: Die Kleiderdiät (ein nettes Buch zwischen Entrümpelungswahnsinn und Stilfindung; kein Werbelink)

Wie minimalistisch ist dein Kleiderschrank? Entrümpelst du regelmäßig? Kaufst du eigentlich online oder im Laden?

5 Gedanken zu “Kleiderschrank entrümpelt

  1. Hallo C.

    nachdem ich vor meinem letzten Umzug vor einem Jahr meinen Kleiderschrank auch mal so richtig durch sortiert und viele viele Säcke zur Altkleidersammlung oder zur Tonne gebracht habe, ist es seit dem recht übersichtlich bei mir. Die Inventurliste ist aber ein super Tipp, um noch mal zu schauen, was mittlerweile vielleicht überflüssig ist. Und da ich mir heute sowieso meinen Dachboden vorgenommen habe (ich ziehe wieder um), mach ich die Kleidergeschichte gleich hinterher.

    Der Tipp mit den Kleiderbügelhaken ist auch gut. Ich habe allerdings nur Kommoden und mag das auch lieber. Aber auch da kann man gut sehen, was man länger nicht anhatte, denn die Sachen liegen dann immer zuunterst.

    Noch zu Deinen Fragen: ich habe neulich mal online eine Jacke und eine Weste gekauft. Ansonsten eher im Laden bzw. lieber bei ebay. Aber ich brauche so selten etwas. Hosenkauf finde ich immer schlimm, deshalb war ich froh, als ich vor ein paar Monaten drei neue, passende Hosen gefunden habe und jetzt erst mal ein paar Jahre Ruhe habe.

    Viele Grüße,
    Maria.

  2. Frau Dingdong, das klingt richtig gut!
    Als mir letzte Woche eines meiner Bretter im Schrank entgegen fiel, fand ich auch, dass ich mal ausmisten musste. Die Kiste mit den Sommersachen von letztem Jahr sah beängstigend leer aus. Und dann fiel mir auch wieder ein, warum: ich hatte gleich alles aussortiert, was nicht mehr passte oder gefiel. Wenn etwas erst mal in der Sommerkiste ist, landet es im nächsten Jahr wieder im Schrank.
    Das wäre so mein heißer Tipp: gleich am Ende der Saison entrümpeln, wenn man noch weiß, warum einem ein bestimmtes Teil nicht mehr gefällt, es nicht mehr passt, etc. Ein schönes Wochenende in HH. Wir kriegen hier unten
    bis zu 30 Grad – puh°!

  3. Oh, gerade heute habe ich meinen Kleiderschrank ordentlich ausgemistet (und einen Umzugskarton voll aussortiert), da stoße ich erst auf deinen Blog und dann direkt auf diesen Eintrag. Das project 333 möchte ich auch in Angriff nehmen. Ich werde hier auf jeden Fall weiter mitlesen!
    Liebe Grüße!

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