Lesetipp: The Value of Voluntary Simplicity by Richard B. Gregg

Welche Perlen man im Internet finden kann! Es macht also durchaus Sinn auch mal die Fußnoten mit den Quellenangaben durchzusehen, denn dann findet man z.B. The Value of Voluntary Simplicity von Richard Bartlett Gregg, einem amerikanischen Sozialphilosophen, der sich als Mitbringel einer Indienreise Ghandis gewaltfreien Widerstand mit nach Amerika brachte und somit auch Martin Luther King beeinflusste. Und weißt du, von wann das ist? Aus dem Jahre 1936.

We become obsessed by our tools. The strong
quantitative elements in science, machinery and money, and
in their products, tend to make the thinking and life of those
who use them mechanistic and divided. The relationships
which science, machinery and money create are mechanical
rather than organic. Machinery and money give us more
energy outwardly but they live upon and take away from us
our inner energy.

Den Essay mit 38 Seiten gibt es hier.

Sehr interessant, nicht?

Dinge, die mich freuen…

Als Glückstouristin im August unterwegs…

Der August war ein fantastischer Monat, was bestimmt auch daran lag, dass ich Urlaub hatte und wir allerhand Dinge getan haben.

Ich habe einen Berg bestiegen…

…und unsere Olympioniken mit einem supercoolen Schild begrüßt und es so auch in die Spiegel-Online Galerie geschafft ;D

Das war übrigens eine tolle Aktion, diese Begrüßung. Ich mach mir eigentlich nix aus Sport im Fernsehen, aber die Olympischen Spiele habe ich von der Eröffnung bis zum Schluss verfolgt und ich fand es witzig, diese Leute, die man nur aus dem Fernsehen beim Schwitzen kennt mal „in echt“ zu sehen. Das war schon toll und passte perfekt zu meinem Jahresmotto. Ich hab mich sehr für die Athleten gefreut.

Dann war ich an der Ostsee…

…und zum allerersten Mal an der Nordsee in St. Peter-Ording (Das Wasser war herrlich!!)

…über Tiere habe ich mich auch sehr gefreut. Hab sogar nen Seestern und eine Qualle angefasst!

Am Liebsten waren mir aber Bonnie & Clyde, die beiden asiatischen Zwergotter:

Oh und außderm habe Post von der Bundeskanzlerin bekommen, als Antwort auf meine Geburtstagskarte (Das Papier riecht lecker!)

Und was hat dich im August gefreut? Das wunderbare Sommerwetter?

Bloggeburtstag!

Hallo lieber Leser,
heute gibt es eine interessante Nachricht: Frau DingDongs Leben wird 2! Ein Grund mein Durchhaltevermögen zu feiern! :D

Mal Spaß beiseite, ich hatte in den letzten Monaten immer mal wieder ein paar Durchhänger, da waren Blogpausen leider nötig. Bloggen ist zwar ein tolles Hobby, nur leider auch sehr zeitintensiv. Und wenn man sich auch noch den Rechner teilen muss, kann man nicht einfach losbloggen, wenn man gerade von der Muse geküsst wird. Da komm ich dann ins Schludern. Das tut mir Leid. An dieser Stelle möchte ich dir für dein Verständnis danken und überhaupt, dass du da bist, denn ohne Leser wäre ein Blog ein bisschen doof. Auch ein herzliches „Willkommen“ an all die Neulinge in meinem virtuellen Wohnzimmer, die über Suchmaschinen und andere Blogs den Weg hierher gefunden haben! (Der „No Poo“- Beitrag ist mit Abstand der erfolgreichste Beitrag hier auf diesem Blog)
Übrigens muss ich auch wieder feststellen: Ohne den Blog würde ich nur halb so bewusst und weniger diszipliniert durchs Leben gehen.
In dem ich hier z.B. meine monatlichen Vorhaben poste oder meine Gedanken zum Thema Minimalismus bekomme ich immer wieder neue Impulse um auch dran zu bleiben und etwas bewusst durchzuziehen. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Letztes Jahr habe ich euch nach Wünschen, Kritik, Fragen etc. gefragt, das möchte ich hiermit wieder tun. Die Vorschläge zum Thema „Hamburg“ habe ich übrigens nicht vergessen, allerdings mangelt es mir noch ein bisschen an Umsetzung *räusper* Ich bleibe dran!

Danke für deine Aufmerksamkeit! (Nimm ein Stück Kuchen! Es ist genug für alle da!)

Gelesen: Noch ein Tag und eine Nacht von Fabio Volo

Normalerweise lese ich aus dem Kreis „Frauen, Liebe, Familie“ eher die Familiengeschichten und weniger Liebesromane, aber bei diesem Cover und dem Klappentext wurde ich dann doch neugierig.
Giacomo fährt jeden Tag mit der Straßenbahn zur Arbeit. Denn dort trifft er sich täglich auf ein Rendevous mit Michela, der schönen Unbekannten. Die Frau seiner Träume. Beide sehen sich jeden Tag, wechseln aber kein Wort miteinander, weil sie sich gar nicht kennen. Eines Tages – ganz plötzlich – spricht sie ihn an, lädt ihn zu einem Kaffee ein und eröffnet ihm, dass sie aus Italien wegzieht, um nach New York zu gehen. Und zwar morgen. Giacomo schreibt heimlich die Adresse ihrer Arbeitsstätte in New York ab und reist ihr nach langem Zaudern nach. Und ja, es wäre keine Liebesgeschichte, wenn er sie nicht finden würde.
Es bleiben 9 Tage New York und beide verleben Tage voller Glück. Diese Zeit ist für Giacomo und Michela eine Zeit der Verwandlung. Er, der Romantiker mit Bindungsangst und sie, die rationale Langzeit-Beziehungsgeschädigte lernen, sich fallen zu lassen und das es auch anders geht, obwohl beide davon überzeugt sind, dass sich das Verliebtsein mit der Zeit abnutzt. Sie gehen eine Verlobung auf Zeit ein, um alles tun und lassen zu können was sie sich wünschen und wollen.
Doch leider muss Giacomo einen Tag früher als geplant nach Italien zurückfliegen, weil seine Großmutter im Sterben liegt. Diesen fehlenden Tag will er aber nachholen, damit er es richtig abschließen kann. Also sehen sich die beiden noch einmal einen Tag und eine Nacht wieder…
Fazit: Eine gelungene, kreative und moderne Liebesgeschichte, daher sehr lesenswert. Definitiv für Fans von „Before Sunrise“ und für alle, die eine schöne Sommerlektüre suchen.

Wochenrückblick

So, jetzt melde ich mich auch hiermit wieder offiziell aus dem Urlaub zurück, der übrigens wunderbar war! Das Wetter war perfekt, ich konnte in diversen Seen und in der Nordsee planschen, spürte Sand zwischen meinen Zehen, habe meine Prachtexpemplare von ausgesucht tollen Freunden bewundern dürfen und mit den Arbeitskollegen gab es ein herzliches Wiedersehen. So entspannt war ich schon lange nicht mehr. Nur haut das jetzt wieder nicht mehr so gut mit dem Schlafen hin… ;D
Wie war deine Woche, hast du etwas Besonderes bei dem tollen Wetter gemacht?

Gesehen: viele Tiere und das Meer, das uns umgibt
Getan: Tiere angeguckt, Landschaften angeguckt, das Nichts hinter dem Horizont entdeckt, Buchstaben bemalt
Gehört: unfassbar schlechte Radioprogramme und Meeresrauschen
Gelesen: Die neuen Abenteuer des Sherlock Holmes von Doyle
Geklickt: rich kids of instagram
Gedacht: unser Planet ist wirklich wunderschön, schade, dass wir ihn so kaputt machen
Geärgert:
Gefreut: klare Strukturen
Gekauft:
Gewünscht: mehr Energie
Geplant: einen Besuch der Kreativmesse

Schönes Wochenende!!!

Rich Kids of Instagram und der Luxus der Zukunft

Hehe, das hab ich über Twitter entdeckt.

Rich Kids of Instagram – Wie der Name schon sagt, posten neureiche Kiddos peinliche Fotos via Instagram und irgendjemand fummelt das Ganze zu in nem Tumblr Account zusammen. Das ist witzig im Sinne von echt tragisch. Die armen reichen Kinder denken anscheinend wirklich noch, dass schnelle Autos, viel Champagner und Goldkettchen „dazu gehören“.
*kopfschüttel*

Aber ist das wirklicher Luxus? Heute kann sich doch jeder durchschnittliche Elfjährige mit ein paar Monate Taschengeld sparen schon ein Iphone leisten!
…und Goldkettchen mit Brillianten?? Echt jetzt??? Dieses ganze Zeug ist doch total blödsinnig!

Hans Magnus Enzensberger hat für den Spiegel im Jahre 1996 einen interessanten Artikel mit dem Titel „Reminiszenzen an den Überfluss“ geschrieben, wo er Vermutungen über den Luxus der Zukunft anstellt:

Ich vermute also, daß es ganz andere Prioritäten sein werden, um die es bei künftigen Verteilungskämpfen geht. Knapp, selten, teuer und begehrenswert sind im Zeichen des wuchernden Konsums nicht schnelle Automobile und goldene Armbanduhren, Champagnerkisten und Parfüms, Dinge, die an jeder Straßenecke zu haben sind, sondern elementare Lebensvoraussetzungen wie Ruhe, gutes Wasser und genügend Platz.

Seiner Meinung sind die „Luxusgüter“ der Zukunft:

  • Zeit,
  • Aufmerksamkeit,
  • genügend Platz/(Frei-)Raum,
  • Ruhe,
  • eine saubere Umwelt und
  • garantierte Sicherheit

Hm…da war doch was…ach ja:

Minimalismus und Verzicht könnten sich als ebenso selten, aufwendig und begehrt erweisen wie einst die ostentative Verschwendung.

Zitate entnommen aus „Reminiszenzen an den Überfluss“, aus: Der Spiegel 51/1996

Urlaub in ner Chaoswohnung oder: Vom Hobby-Minimalismus zum Teilzeit-Chaos und wieder zurück.

Oh wow, so schnell ging der Urlaub wieder rum – und er hat mir ein paar interessante Erlebnisse und Erfahrungen beschert. Ich war nicht nur Teilzeit-Haustierbesitzer (Katze und Kanninchen), sondern durfte netterweise bei Freunden in der Wohnung als Housesitter unterkommen. Diese Wohnung ist das Chaos pur. Auf den ersten Blick würden einige vielleicht sagen „Ach, wie gemütlich“, aber spätestens nach einer halben Stunde visuellen Stress leuchtet es einem ein: Das ist es ganz und gar nicht.
In den Ecken stapelt sich Altpapier, auf dem Schreibtisch vermischt sich Werbepost mit wichtigen Unterlagen, die Lebensmittel im Obstkörbchen sind Flüchtlingslager für Fruchtfliegen und wenn man Putzmittel sucht, welches reichlich vorhanden ist, stößt man 40 weitere Flaschen um und muss alles wieder aufräumen.
Ich mag die Menschen, die dort wohnen und sie tun mir Leid. Weil Sie versuchen aufzuräumen und organisiert zu sein, es aber irgendwie nicht klappen will. Und ich das so gut nachvollziehen kann.
Letztlich war das Wohnen dort gar nicht so schlimm, wie ihr euch das jetzt vielleicht gerade ausmalt, denn eigentlich waren wir nur zum Schlafen dort.
Trotzdem habe ich mir diese chaotischen Zustände mal durch meine „Minimalismus-Brille“ angesehen und mir sind folgende Gedanken gekommen, die mir früher – bei mir selbst!! – so gar nicht klar waren.

Menschen, die in chaotischen Zuständen wohnen,

  • …merken nicht (mehr), dass sie von allem viel zu viel haben. Egal ob es sich dabei um Körperpflegeprodukte, Klamotten, Putzmittel, DVDs etc. handelt, es ist einfach zu viel.
  • …stellen keinen Zusammenhang zwischen „Kaufen“ und „Chaos“ her. Und das ist fatal! Anstatt den Bücherschrank auszumisten, weil er zu voll ist, wird ein neues Regal aufgestellt. Anstatt ein Duschgel komplett aufzubrauchen, wird ein anderes gekauft (auch bekannt als „Die Abwechslungsfalle“) und das nicht mehr benutzte wird nicht weggeworfen oder verschenkt.
  • …sind permanent abgelenkt und unkonzentriert, weil es so voll ist. Selbst in einer ruhigen Minute bei einer Tasse Tee am Tisch wandert der Blick über all das Zeug, das sich auf Tischen und Schränken stapelt. Klar denken klappt dann nicht mehr so gut, alles schreit „organisier mich!“ und „räum mich auf!“
  • …verheddern sich in ihren eigenen Handlungen, weil man nie was findet oder erst sehr lange suchen muss und das noch mehr Arbeit nach sich zieht.. Okay, dieses „Verheddern“ muss ich vielleicht ein bisschen genauer erklären. Ich habe dabei ein Bild von einem Wollknäuel vor Augen. Dieses Wollknäuel steht für all unsere Vorhaben und Tätigkeiten, die entrollt und wieder aufgerollt werden müssen. Ein „klarer“ Mensch nimmt sich einen Moment Zeit den Anfang des Fadens zu finden, zieht ein bisschen daran und hangelt sich von Tätigkeit zu Tätigkeit. Ein chaotischer Mensch unter Zeitdruck zupft aus der Mitte des Knäuels einen Faden und fängt entschlossen an, alles abzuarbeiten. Ein Beispiel: Verabredung mit einem Freund zum Mittagessen. Der Nichtchaot zieht an seinem Fädchen und weiß: Duschen, Anziehen, Taschen packen. Los. Der Chaot denkt dasselbe und fängt an, den Faden rauszuzupfen. Beim Duschen fällt ihm leider das ganze Arsenal an Shampoos und Duschgele in die Wanne. Er ärgert sich, stapelt alles wieder auf den Beckenrand und stolpert aus der Dusche. Er geht zum Kleiderschrank, weiß nicht was er anziehen soll, obwohl der Kleiderschrank voll ist und guckt nicht auf die Uhr. Irgendwann der Schreck: Schon so spät! Das Fädchen hat sich schon halb um seinen Körper gewickelt, also schnell was Anziehbares übergeworfen und nun die Tasche packen! Wo ist der Geldbeutel? Wo ist der Schlüssel? Der Faden wickelt sich weiter um die Füße, er stolpert, bleibt kurz liegen und denkt: Ist doch egal, ich bin eh immer zu spät…

…und daraus folgt:

Tja, letztere Geschichte kenne ich von mir selbst zu gut. Ich bin froh, dass das ein Ende genommen hat. (Naja…hmm..es ist zumindest überschaubarer geworden :D) Und falls du noch zu den Chaoten gehörst und du das ändern möchtest: Trau dich. Fang ganz klein an. „Weniger“ ist ein mächtiges Werkzeug.

Gelesen: Den Vater töten von Amelie Nothomb

Was für ein Glück, dass Amelie Nothomb wie eine Wahnsinnige schreibt. Und was für ein Glücksfall, ihren neuen Roman „Den Vater töten“ auch noch in der Bücherei zu entdecken.
Joe Whip, ein Teenager ohne Vater und viel Ärger mit seiner Mutter schlägt sich mit 1000 Dollar Unterhalt und einen Ärmel voll Kartentricks durchs Leben. Eines Tages lernt er den Supermagier Norman Terrence, der den jungen Zauberer wie seinen eigenen Sohn behandelt. Joe zieht bei Norman und seiner Freundin Christina ein und lernt seine besten Tricks. Aber es kommt, wie es kommen muss: Joe verliebt sich in Christina und plant den Vater zu töten.
Fazit: eine wie immer etwas skurile Geschichte, die typisch für Nothomb ist. Leider fehlt dem Roman der absurde Humor und ist deshalb nur ein etwas glanzloses Stück in einer Reihe grandioser Romane. Schade.