Fröhliche Weihnachten, Guten Rutsch + Blogpause

Okay, ja ich weiß. Ich gelobe echt Besserung! Weil ja der Weltuntergang bevorstand, musste ich kurzzeitig meine Prioritäten ändern und habe dementsprechend nichts gebloggt. Ab nächstes Jahr läuft alles wieder besser. Manchmal laufen die Dinge schneller in meinem Hirn ab und das lässt sich schlecht mit meinem tippenden Fingern vereinbaren. Deshalb gibt es eine Blogpause vom 24.12.2012 bis 1.1.2013

Liebe Leser,
ich wünsche euch ein wunderbares, friedliches, fröhliches, stressfreies Weihnachten mit gutem Essen und sinnvollen Geschenken die euch nicht vollmüllen :D
Außerdem viel Spaß an Silvester und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!

Still sein

Wir werden jetzt bis zwölf zählen.

Und dann alle ganz still sein.

Einmal nur wollen wir alle

Nicht in unseren vielen Sprachen sprechen,

Nur für eine Sekunde völlig ruhig sein,

Und nicht so viel mit unseren Hànden spielen.

Es wäre ein ungewohnter Augenblick,

Ohne Hektik, ohne den Lärm von Maschinen und Mündern.

In einem einzigen Augenblick

Wären wir alle von einer plötzlichen Befangenheit befallen.

Die Fischer auf den kalten Meeren

Würden keine Wale töten.

Und der Arbeiter in der Saline

Würde seine geschundenen Hände wahrnehmen.

Jene, die Schreibtischkriege führen,

Jene, die mit Feuerwaffen Krieg führen,

Die Siege ohne Überlebende vorbereiten,

Würden saubere Kleider anlegen

Und zusammen mit ihren Brüdern

Im Schatten lustwandeln und nichts tun.

Was mir da vorschwebt möge niemand

Mit völliger Passivität verwechseln.

Die Rede ist vom Leben;

Ich will nicht in den Spuren des Todes wandeln.

Wären wir nicht so einseitig

Auf dauernde Geschäftigkeit eingestellt,

Um den vermeintlichen Schwung

In unserem Leben aufrechtzuerhalten,

Könnten wir nur einmal wirklich „nichts“ tun,

Vielleicht würde eine gewaltige Stille

Diese unsere Traurigkeit unterbrechen;

Die Traurigkeit darüber,

Dass wir uns nicht verstehen

Und uns mit dem Tod bedrohen.

Vielleicht kann die Erde uns lehren,

Dass es den Tod gar nicht gibt,

Wenn alles tot zu sein scheint,

Und sich später zeigt, dass nichts tot ist.

Und nun werde ich bis zwölf zählen

Und Ihr werdet ganz still sein,

Und ich werde hinausgehen.

– Pablo Neruda –

Weihnachten, minimalistisch.

Dieses Jahr ist alles anders. Vielleicht liegt es am Weltuntergang.
Zuerst habe ich die Dekoration unserer Wohnung vor mir her geschoben. Seit 2 Tagen aber ist klar: ICH hänge nichts in der Wohnung auf, sondern erfreue mich an der festlichen Beleuchtung in den Fenstern der anderen.
Der Tannenbaum steht vor der Sparkasse oder auf dem Weihnachtsmarkt. Die Lichter blinken woanders schöner, als hier drin. Geschenke gibt es nicht, weil sich das sowieso immer mit meinem Geburtstag mischt und mir Schnee mehr bedeutet als alles andere. (Außerdem machen wir uns mit unserem Adventskalender jeden Tag ein Geschenk.)
Geschenke für andere müssen wir nicht kaufen, weil wir „keine anderen“ haben oder weil sich die anderen, die es nocht gibt, nichts aus Geschenken machen. Also verschenke ich dieses Jahr nichts und komme damit prima klar.

Die Frage nach dem Essen und den Einladungen steht noch im Raum, aber selbst da hatte Herr DingDong einen großartigen Einfall: Er schlug vor, dass wir uns an Heiligabend ehrenamtlich bei einer Essensausgabestelle für Obdachlose engagieren.

Ich bin dafür! Habe allerdings nach einer Stunde Freiwilligenbörsendurchforstung immer noch keine Adressen gefunden. Vielleicht hilft dabei das gute alte Telefon. Mal sehen. Wenn das klappt, könnte ich sagen:

So minimalistisch war mein Weihnachten noch nie.

Gelesen: Radikal mutig – meine Anleitung zum Anderssen von Hanna Poddig

Wahrscheinlich bin ich die letzte Person auf dem Planeten, die noch nie etwas von Vollzeitaktivistin Hanna Poddig gehört hat. Wie gut, dass ich aufmerksame Arbeitskollegen habe, die mich darauf hinweisen und mir Bücher empfehlen. Das Buch ist eine Mischung aus Biografie und Ratgeber. Sie selbst bezeichnet das Buch als eine Art Reiseführer. In diversen Kapiteln erzählt Poddig von gelungenen und auch weniger gelungenen Aktionen und zwar Querbeet durch sämtliche Handlungsfelder wie Konsumkritik, Militarismus, Justiz und Staat, Umweltschutz und Gentechnik, Atomkraft usw.
Der Anhang ist ausführlich: von Musiktipps über Linklisten, Buchtipps und einem veganen Tiramisurezept ist alles drin.
Fazit: sehr interessante Person mit sehr radikalen Ansichten, die einen zum Nachdenken anregen. Der Stil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber zum Unangepassten. Letztlich habe ich aber doch einen faden Nachgeschmack. Das Buch ist gespickt mit Energie und dem Tatendrang der Erzählerin und so voll mit Anekdoten von Aktionen, dass ich mir irgendwann ziemlich schlecht vorkam, weil ich nicht 24 Stunden am Tag protestiere. Da hat mir dieses Buch besser gefallen. Andererseits verstehe ich auch nicht, warum man eine Aktion als „gelungen“ bezeichnen kann, wenn man unter Anstrengung ein Plakat anbringt, das 10 Minuten hängt und danach alle Beteiligten von der Polizei abgeführt werden…?! Protestaktionen nur um zu protestieren? Hauptsache dagegen sein, egal gegen was? Irgendwie kommt das schon so rüber.
Auch bleibt ihre Kritik ein bisschen an der Oberfläche und gerade bei so radikalen Ausssagen wie „Strafe schafft Kriminalität“ fehlen mir Quellen auf eindeutige Studien und Statistiken. Und das war dann schon ganz schön langweilig.

Wochenrückblick

Energy-Boost von allen Seiten! Das letzte Wochenende wurde eingeleitet durch einen Tagesausflug nach Berlin, gefolgt von einer grandiosen Weihnachtsfeier am Montagabend mit viel Schnee und Hafenblick + motivierendes Mitarbeitergespräch im Laufe der Woche. Und sonst? Bin zwar immer noch nicht in Weihnachtsstimmung, auch nicht in Geburtstagsstimmung, aber was solls.

Gesehen: „Submarine“ (öhm. Film des Jahres 2012 würd ich sagen), „Die Mumins auf Kometenjagd“ (seit diesem Film ist mein Herz ein großer roter Sack angefüllt mit zuckersüßem Gold) und 2 Broke Girls
Getan: eine Weihnachtsfeier überlebt
Gehört: Parov Stelar
Gelesen: „Die große Liebe“ von Ortheil, angefangen mit „Günther, der innere Schweinehund, wird Chef“
Geklickt: eine total minimalistische internetseifenoper. Kinder, macht euch Popcorn.
Gedacht: „ich werde dank der Bahn im Berliner Hbf elendig erfrieren!“ (ja, ich neige zur Dramatik
Geärgert: Verspätungen der Bahn
Gefreut: über die absolut wundervolle Weihnachtsfeier mit meinen Lieblingskollegen und den Ausflug nach Berlin
Gekauft: Glühwein
Gewünscht: mehr Schnee!!!
Geplant: Balletttänzer anschmachten!

Adventskalender 2012

Ja, ich weiß, total verspätet! Zeigen will ich ihn trotzdem, weil er mir so gut gelungen ist. (…wobei das Foto jetzt nicht so der Brüller ist…)

Ich präsentiere stolz: Unseren Adventskalender!

Und so einfach! Man braucht:
kleine weiße Kärtchen in Visitenkartengröße
einen schwarzen Stift
24 Wäscheklammern
Washitape
Schnur und evtl. Nägel zum Anbringen
ein bisschen Fantasie und gute Laune

Ich habe für Herrn DingDong die ungeraden Zahlen gemacht und ich darf immer an den geraden Tagen ein Kärtchen umdrehen. Uns gings darum, die Adventszeit ein bisschen besonders zu gestalten, weil wir uns nichts zu Weihnachten schenken.

Man kann alles notieren, was man will! Gutscheine für Kinobesuche, Kuchen essen, Liebesgedichte und Zitate, Massagen, Eis essen (!!!), Glühwein trinken, Schneespaziergänge, kleine Geschenke usw. Bisher haben wir uns jeden Morgen sehr gefreut.

Hast du einen Adventskalender für deinen Freund/deine Freundin gemacht?

Gelesen: iBuddhismus von Joachim Wetzky

Okay, also manchmal geschehen echte, brauchbare Denkstücke. Die Geschichte, wie ich zu dem Buch gekommen bin, geht so: Den Film Rebellen der Weisheit angesehen, über spirtuellen Aktivismus nachgedacht, und dann immer die Frage „Soll ich auf Demos gehen, mich anketten, laut Parolen schreien – obwohl ich mich dabei total unwohl fühle – oder geht Welt verändern vielleicht auch anders?!“ Und dann fange ich an ein bisschen in den Untiefen des Webs zu tauchen und komme über ein paar Seiten zu diesem Artikel und sehe, der Autor hat auch ein Buch rausgebracht und das habe ich dann in meiner GoldgrubeBücherei entdeckt.
Ich finde das Thema ein bisschen komplex für eine Buchbesprechung, aber im Kern geht es um die Frage, wie man ein kreativer Bodhisattva wird und wie sich spirituelles Erwachen bzw. buddhistische Praxis mit einer äußeren Revolution bzw. Protest verbinden lässt.
Fazit: Zu dem Thema „spiritueller Aktivismus“ wohl das einzige Buch im deutschsprachigen Raum. Zumindest ist mir noch kein anderes untergekommen. Es ist eher ein „Nischenbuch“ aber gerade wegen dieser spannenden Thematik sehr sehr lesenswert. Nur leider ist es so, dass ich weder von Integraler Therapie noch von Buddhismus ausreichend Ahnung habe, weshalb ich mich stellenweise ein bisschen hilflos gefühlt habe. Es hätten z.B. bei dem Kapitel über die Boddhisattva-Farben ruhig mehr Beispiele stehen können. Ich hatte also teilweise nicht so viel davon, aber wenn du dich für Buddhismus, Pädagogik und Psychologie interessierst, ist das Buch wirklich empfehlenswert.

Wochenrückblick

So, sorry. Hoffe, das geht jetzt ab nächster Woche wieder seinen gewohnten Gang. Wenn man einmal die gewohnte Blogroutine verlässt und zuviel anderes zu tun hat, gehen sämtliche Synapsen flöten und man muss wieder von vorne anfangen. Hinzu kommt, dass die Kamera im Eimer ist und meine Digiknipse schrottige Fotos macht. (Das gute Stück ist schon über 6 Jahre alt…wow…) und als ich dann mal Fotos hatte, musste ich den halben Tag einen Kartenleser suchen, um die Speicherkarte zu leeren. Organisation ist gerade auch nicht so mein Thema. Herrjee…der Schnee tat sein Übriges: Es war sonnig + alles weiß, da lässt es sich schlecht konzentrieren, weil ich nur noch an Mitternachtsrodeln und Waldwanderungen denke…Ich hoffe du verzeihst!

Gesehen: „Krieg der Götter“ und „Iron Sky“ (ersterer naja..letzter LOL) ach ja: „out idiot brother“ – der gefiel mir auch gut
Getan: gestrickt, aufgeräumt, kleine Geister gebastelt, gelesen, meine Fingernägel bewundert
Gehört: „China hören“ und „Clueso“
Gelesen: „Die große Liebe“ von Hanns-Josef Ortheil
Geklickt: die Megakackheit der „Tage“ von Schlogger :D
Gedacht: warum habe ich mir nie vorher Gedanken über die Funktionsweise eines Strohhalms gemacht?!
Geärgert:
Gefreut: SCHNEEEEEEEEE!!!
Gekauft: ein Zugticket nach Berlin
Gewünscht: noch mehr Schnee
Geplant: durch Berlin bummeln und „Horrorsex im Nachtexpress“ (ja ich habe Lust auf Trash)

So ihr Zuckerschnecken – und ihr so?