Gelesen: Nachricht von dir von Guillaume Musso

Ja, ich weiß, der Beitrag tanzt etwas aus der Reihe, weil nicht Montag ist, aber wenn ich das hier nicht blogge, werde ich nie fertig.
Also die übliche Geschichte: Das Cover war nett, der Klappentext las sich nicht schlecht und auf dem Ettikett der Bücherei klebte „Liebe“ – genau das brauchte ich: eine seichte, unterhaltsame Feel-Good Liebesgeschichte.
Doch es kommt ganz anders:
Jonathan, ein geschiedener Koch, stolpert in aller Eile am JFK-Airport über Madeleine, Ex-Polizistin und Blumenladenbesitzerin. Sie verschütten ihre Getränke, die Smartphones fallen zu Boden, es werden sich Beleidigungen an den Kopf geworfen. Zurück in San Francisco bzw. Paris merken beide: Mist, Handys vertauscht.
Natürlich bleibt es nicht bei einem „Ja gut, ich schicke Ihnen das Handy“ sondern beide fangen an, in dem Handy des anderen herumzuschnüffeln. Und was sie dabei entdecken, lässt sie erkennen, dass sie schon seit langer Zeit durch ein Geheimnis aus der Vergangenheit verbunden sind..
Fazit: einfach nur schlecht. Das war so ein tiefer Griff ins Klo wie schon lange nicht mehr. Die Charaktere sind total flach und unrealistisch (ein hackender Sternekoch und eine ehemalige Polizistin, die einen erfolgreichen Blumenladen in Paris führt?!), die eingeführten Nebenfiguren werden schnell fallen gelassen und ein Entführungsopfer mit Nierenversagen, dass beim Entführer Wünsche äußern darf und weder ihre Medikamente noch Wasser(!!) verlangt sondern Oreokekse und Erdbeermilch. Was für ein Schrott. Das Buch ist eine fürchterliche Mogelpackung. Klappentext und Cover suggerieren eine Liebesgeschichte, aber es ist in Wirklichkeit ein schlechter Thriller mit einer unglaubwürdigen Liebesgeschichte, die nur am Rande so dahinplätschert. Der Autor hätte sich auf eines von beiden konzentrieren sollen, dann wäre da vielleicht was daraus geworden.

Traurig, dass die modernen Bestseller mittlerweile fast alle so geschrieben sind, als würden daraus bald Filme werden. Es kommt also vermutlich wahnsinnig fieser visueller Müll auf uns zu.

To Do – im Dezember

BAM! Der letzte Monat des Jahres 2012 ist angebrochen. Krass oder? Und es könnte immer noch sein, dass wir den Monat nicht vollständig hinkriegen, wegen 21. Dezember und so.
Ich habe für mich beschlossen, mal so zu tun, als ob dann wirklich nix mehr geht. Das macht die ganze Sache mit dem Leben erleben irgendwie spannender, ne?

Der November war ziemlich gut, auch wenn ich zwischenzeitig arg im Stress war. Das kenn ich so eigentlich nicht und das hat mich aus der Bahn geworfen. Der Dezember wird aber seeehr entspannt, weil ich beschlossen habe, keine Geschenke zu verschenken, weshalb ich mich dem verrückten Weihnachtsshoppingwahnsinn nicht hingeben muss. Hurra!

Im Dezember will ich

– Schnee erleben. Und zwar so richtig viel.
– Ins Kino gehen (Cloud Atlas und Der Hobbit stehen auf meiner Liste)
– Glühwein trinken
– viel Sport machen
– die Rahmenbedingungen für mein Jahresmotto 2013 ausdenken (…auch wenn es dazu vielleicht nicht kommt)

Die Frage, die ich mir im Bezug auf Weltuntergang gestellt habe, war die: „Angenommen, die Welt würde tatsächlich untergehen – Würde ich etwas anders machen, als sonst?“ – und da ich mich in meinem Leben zufrieden eingerichtet habe, ist mir keine originellere Antwort als „Nö“ eingefallen. Ist wohl ein gutes Zeichen, oder?

…oooooder ich glaube nicht wirklich an den Weltuntergang, deshalb sendet mein Unterbewusstsein keine eindeutigen „Los, jetzt flipp endlich mal richtig aus“-Signale.

Wie ist das bei dir? :D

Wieder da!

Hallo, da bin ich wieder!
Sorry, dass ich einfach so verschwunden bin. Aber das letzte Wochenende hat meinen Rhythmus etwas durcheinander gebracht und dann flog mir die Urlaubsplanung im Betrieb um die Ohren. Fürs Bloggen blieb keine Zeit und keine Kraft mehr.

Das soll natürlich wieder anders werden!

Bis dann

Salat im Glas – geschüttelt, nicht gerührt.

Letzte Woche hat mir das Internet wieder eine tolle Sache entgegen geworfen – Salat im Glas!

Ich bin sofort losgelaufen, um mir ein großes Einmachglas zu kaufen, weil ich mir schon lange ein auslaufsicheres Gefäß gewünscht habe. (Man kann natürlich auch jedes normale Schraubglas nehmen, aber ich hatte keines in einer passenden Größe da)
Morgens schnippel ich nun schnell Gurken, Paprika, Tomaten, Fetakäse usw. und kann das alles auslaufsicher mit zur Arbeit nehmen. Der Trick dabei ist, dass man die Zutaten ordnet: Zuerst das Dressing und dann die „schweren“ Sachen wie Käse oder Tomaten, das „Leichte“, wie Blattsalate nach oben. Und wenn man den Salat futtern will, dreht man einfach das Glas um, das Dressing läuft durch alle Schichten, ein bisschen schütteln und BAM! man hat ein gesundes, leckeres Mittagessen.

Und das schmeckt! (…auch wenn es bei mir nicht so aussieht ;D)

Gelesen: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Von oben genannten Titel fiel mir vor einigen Monaten eine Leseprobe mit 30 Seiten in die Hände, die ich mal eben so durchlas, weil es nix anderes hatte. Es wurde ja auch ordentlich Werbung dafür gemacht…Und letztes Wochenende habe ich es mir spontan ausgeliehen.
Harold Fry, seit 6 Monaten pensioniert, erhält einen Brief von seiner ehemaligen Arbeitskollegin Queenie Hennessy, die im 1000 km entfernten Berwick upon Tweed in einem Hospiz im Sterben liegt. Er schreibt ihr eine Antwort und will sie zum Briefkasten bringen. Doch er wirft den Brief nicht ein, er bringt ihn auch nicht zum Postamt. Er geht aus der Stadt hinaus und immer weiter. Er ruft im Hospiz an und erklärt, dass Queenie auf ihn warten soll, er komme zu Fuß. Er will den Weg laufen, damit sie leben kann. Dabei lässt er nicht nur seinen Alltag hinter sich, sondern auch seine Frau Maureen, die die Welt nicht mehr versteht. Harold marschiert los, ohne Gepäck und in Hemd und Segelschuhen, angewiesen auf die Güte der anderen Menschen, die ihm begegnen. Vor ihm liegt eine endlose Strecke und er begreift, dass er diese Reise nicht nur für Queenie macht, sondern für alles, was in seinem Leben schief lief.
Fazit: eine unterhaltsame, kurzweilige und berührende Geschichte. (ja, heulen musste ich auch wieder…) Klar, es ist kein Tolstoi, aber wenn man einen netten Roman „fürs Hirn und Herz auslüften“ braucht, ist man damit gut beraten. Ich habe mich gut in die Charaktere einfühlen können und mir war die Handlungen schlüssig, aber ich habe auch nicht allzuviel hinterfragt. Die Geschichte liest sich gut und flüssig weg, deshalb hatte ich sie nach 2 Tagen durch.

Müllvermeidungsstrategie Teil 2

Schön, wenn man im Internet so viel Inspiration findet! Das hab ich mir von Bea Johnson abgeschaut.

Statt dieser Fitzlplastiktütchen beim Obst- und Gemüsekauf im Supermarkt kann man ganz wunderbar Wäschenetze nutzen. Ware abwiegen, Ettikett ausdrucken, auf das Wäschesackerl kleben – und die Kassiererin strahlt. Naja, zumindest die im Biosupermarkt. Sie hat dann auch noch gefragt, ob sie die Klebis abmachen soll…ist das nicht herzallerliebst?

Wäschenetze gibt es in verschiedenen Größen in jeder Drogerie. Ich habe für zwei kleine Wäschenetze jweils 99 Cent bezahlt. Ihr könnt auch rumfragen, irgendwo liegen diese Dinger bestimmt noch rum…

Zeit und Geld, das bleibt übrig

Zum gestrigen Thema „Shopping und Spiritualität“ kam ein Kommentar von Edie, den ich gerne mal hier herausstellen möchte, weil ich ihn ganz interessant fand.

Was ich mich aber wirklich frage: Die Zeit und das Geld, die man durch die Achtsamkeit, den Minimalismus einspart, was macht man mit der? Wofür gebt ihr dann euer Geld aus? Womit verbringt ihr dann eure Zeit? Irgendwie mündet doch alles in den Konsum, oder?


Ich gebe die Fragen direkt an euch weiter. Wie ist das bei euch? Inwiefern hat sich euer Leben in dieser Hinsicht geändert?

Was ich mit meinem Geld mache? Hmm…sehr gute Frage! Nicht viel, nehme ich an. Ich bezahle eine Wohnung, Lebensmittel, meine Fahrkarte und den Sportverein. Ich mache anderen gerne Geschenke oder lade sie zum Essen ein. Und dann kaufe ich ab und zu neue Farben, Pinsel, Klebstoffe, was mir eben gerade ausgegangen ist. Oder ich reise spontan durch die Republik. Joah. Das klingt jetzt total langweilig, aber das wars leider auch schon :D Ich schleppe schon relativ viel Geld mit durch die Monate, die ich auch prima anlegen könnte, wenn mich dieses Zeug nur interessieren würde. Ich fühle mich sehr reich und bin dankbar nach langer Zeit der Armut (denn als Azubi ist man arm und davor hatte ich auch nix) endlich mal ein kleines finanzielles Polster zu haben.

Und die Zeit? Oh die Zeit!!! Die verbringe ich mit Basteln, Bloggen, Lesen, DVDs gucken (<- aus der Bücherei), Freunde treffen, Herumspazieren, Laufen, Telefonieren, Rumknutschen :D, Mikroskopieren, Backen, Briefe schreiben, Nachdenken, Schlafen, Tiere beobachten und Kunstwerke anstarren.

Shopping und Spiritualität

Es kommt zwar nicht oft vor, aber doch mindestens einmal im Quartal. Da habe ich das dringende, seltsame Bedürfnis durch Shoppingmalls und Fußgängerzonen zu bummeln. Ich gehe in Läden, gucke mir Dinge an, frage mich, ob ich sie brauche, beantworte diese Frage mit einem entschiedenen „Nein!“, lege die Sachen zurück und gehe wieder. Und bin hinterher total gestresst und genervt und ärgere mich über mich selbst, weil ich doch eigentlich weiß, dass mir das gar nicht gefällt.
An manchen dieser Tage kaufe ich dann doch eine Kleinigkeit. Eine neue Teesorte, einen Nagellack oder Bastelkram. Brauch ich alles nicht, denn ich habe genug, aber das ignoriere ich und daheim bin ich gestresst, genervt und ärgere mich über mich selbst.

Ich habe mich gefragt woher dieses Bedürfnis zu dieser Bummelei kommt.

Und nachdem ich im Laden sämtliche Fragen wie:
– „Brauche ich es wirklich, oder will ich es nur haben?“
– „Gefällt mir dieses Ding oder gefällt mir nur die Marketingstrategie?“
– „Bin ich bereit, das Ding zu reparieren, auszutauschen, abzuwischen, zu pflegen?“
– usw.

beantwortet habe, ist mir aufgefallen, dass es darum in diesem Fall gar nicht geht. Es geht um meine Spiritualität. Es geht um das Gefühl, mit allem verwoben zu sein, Urvertrauen ins Leben zu entwickeln und eine Orientierung zu gewinnen, die mir Klarheit und Kraft schenkt, um Krisen zu meistern. Ich renne nur draussen herum, weil mir langweilig ist oder weil ich gerade nichts mit mir anzufangen weiß. Weil ich in den Dingen meine Identität finden will.

Die Fragen müssten also nicht nur „Brauche ich das Ding wirklich?“ usw. lauten, sondern auch:
– „Was brauche ich stattdessen?“
– „Wie fühle ich mich gerade?“
– „Geben mir die Dinge halt?“ Was bedeuten sie für mich?“
– „Ist das Ding, das ich kaufen möchte, nur ein Symbol?“
– „Wie kann ich mich wieder besinnen, wie mich selbst entdecken?“

Seit ich herausgefunden habe, was dahinter steckt, hat sich dieses Bedürfnis gelegt.

Gelesen: Die Bibel in 100 Minuten von Michael Hinton

Nein, ich habe nicht 100 Minuten gebraucht, um die Bibel komplett durchzulesen – das wäre toll. Ich habe eine Zusammenfassung der Bibel mit diesem Titel gelesen. Warum? Weil es für „Einsteiger, Interessierte, Neugierige und Eilige“ ist und es in der Bibliothek herumflog. Kann ja nicht schaden – es kann ja in einer Großstadt immer mal passieren, dass man von einem schlechtgelaunten Fernsehredakteur gefragt wird, was eigentlich an Pfingsten war – und dann steht man mit seinen zwickenden Augenbrauenpiercings und seinem haargelverklebten Gehirn in einer peinlichen Shoppingmall herum und stottert sich einen ab. DAS kann mir nunnicht mehr passieren :D
Auf 112 Seiten wird im Eiltempo erzählt, was in der Bibel vorkommt. Und zwar so, dass man es sich auch merken kann.
Fazit: Lesenswert. Und ansich auch eine gute Geschenkidee zur Firmung oder Konfirmation.