Gesehen im September

Ein flauer Fernseh-Monat. Was aber ganz gut war ;)

Neben diversen ARTE-Dokumentationen habe ich mir das angesehen:

Ferris macht blau
Ferris ist äußerst beliebt bei seinen Mitschülern und wird von den Lehrern gehasst. Allen voran von Direktor Ed Rooney, der Ferris unbedingt auf frischer Tat beim Blaumachen erwischen will, um ihn endgültig der Schule zu verweisen.
An einem sonnigen Tag in seinem letzten High-School Jahr beschließt Ferris mal wieder blau zu machen und lügt seinen Eltern eine Magen-Darm-Erkrankung vor. Ihm gelingt es, sie zu täuschen und er macht sich mit seiner Freundin Sloane und seinem neurotischen Kumpel Cameron in einem Ferrari auf nach Chicago, wo sie allerhand abenteuerliches erleben.
Doch Ed Rooney und Ferris Schwester Jeanie, die sich von den Eltern ungerecht behandelt fühlt, sind ihm auf den Fersen.
Fazit: Einer DER 80er Kultfilme schlechthin mit einem blutjungen Matthew Broderick! Spaßig, kurzweilig und gut gelaunt. Der Soundtrack ist auch klasse.

Adventure Time, Vol. 1
Abenteuerzeit mit Finn und Jake.
Fazit: Äh. Kann ich nicht erklären. Man verliert glaube ich auch ein paar Gehirnzellen dabei.

Big Bang Theory, Staffel 5
Endlich geguckt! Amy ist in dieser Staffel eindeutig die Beste :D

Die Wand
Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Marlen Haushofer mit Martina Gedeck. Eine Frau fährt mit Bekannten in die österreichischen Berge. Ihre Bekannten gehen nochmal runter ins Dorf, die namenlose Frau blickt zurück. Als ihre Bekannten nicht wieder kommen, will sie runter ins Dorf gehen und nachsehen, dabei stellt sie fest, dass das nicht geht: Sie ist von einer unsichtbaren Wand eingeschlossen.
Fazit: starkes Stück, ein Science-Fiction-Heimatfilm, den man unbedingt schauen soll, wenn man das Buch kennt. Ich glaube, andere könnten sich ein bisschen langweilen. Martina Gedeck ist toll.

Gelesen im September

oh yeah, noch mehr schlechte Laune Literatur ;D
Seit „Ende der Märchenstunde“ will ich mehr über Lobbyismus und den herrschenden Mechanismen zur „Willensbildung“ herausfinden. Um nicht komplett durchzudrehen, habe ich auch mal leichte Kost dazwischen geschoben.


Die Strippenzieher: Manager, Minister, Medien – wie Deutschland regiert wird von Cerstin Gammelin und Götz Hamann

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage: „Wer regiert hier eigentlich wen? – und warum ist das so“?
Fazit:Lektüre abgebrochen, keine Leseempfehlung. Das Buch ist möglicherweise interessant, aber die ersten 100 Seiten handelten nur darum wo Lobbyisten und Politiker in Berlin gemeinsam essen gehen können. Die Namenslisten sind lang, haben aber für mich keine Bedeutung, deshalb habe ich mich ziemlich schwer getan. Ich hatte etwas Allgemeineres erwartet und das Buch ist zu speziell.

Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen von Albrecht Müller
1984. Ja genau, „Wer regiert eigentlich wen?“ Damit wir Wähler schlucken, was man uns vorsetzt, beeinflussen eingekaufte „Experten“ und gezielte PR-Kampagnen die öffentliche Meinung. Albrecht Müller, Nationalökonom und Redenschreiber von Karl Schiller weiß wovon er spricht und zeigt anhand von vielen Beispielen aus der letzten Regierungsperiode auf, wie wir systematisch manipuliert werden und wie man sich heutzutage noch kritisch informieren kann.
Fazit: Kategorie Pflichtlektüre! Das Buch ist gräßlich, hat mich wütend gemacht und hat mir die Augen geöffnet.

Graffiti Moon von Cath Crowley
Die 17-jährige Lucy ist künstlerisch begabt und schwärmt für den ihr unbekannten Graffiti-Künstler Shadow. Sie spürt aufgrund seiner Pieces eine Seelenverwandtschaft und möchte ihn unbedingt kennenlernen.
Am Abend feiert sie mit ihren Freundinnen ihren Schulabschluss in einer Kneipe, wo sie auf eine Jungsclique treffen. Lucy passt das gar nicht, denn mit von der Partie ist auch Ed, mit dem sie damals ein katastrophales 1. Date hatte. Die quirlige Jazz labert die Jungs an und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Shadow und seinem Freund Poet.
Fazit: ach, total niedlich und deshalb lesenswert für alle, die mal Lust auf einen flüssig zu lesenden Jugendroman haben. (Können im Übrigen auch Jungs lesen.) Die Geschichte ist natürlich total vorraussehbar, aber das macht nichts. Die Charaktere mit all ihren pubertären Anfällen und Hoffnungslosigkeiten und Verwirrungen fand ich sehr realisitisch und amüsant.

Zeit für mich und Zeit für dich von Fabio Volo
Lorenzo, ein erfolgreicher Werbetexter Mitte 30 hat zwei Probleme: Seine Freundin kann er nicht lieben, obwohl er glaubt, es zu können und sein Vater hat Schwierigkeiten damit, seine Gefühle für Lorenzo auszudrücken und das Verhältnis ist deshalb sehr angespannt. Als sich beide von ihm abwenden, will er über seinen Schatten springen.
Fazit:lesenswert! Fabio Volo schafft es auch diesmal frischen Wind in althergebrachte Geschichten zu bringen. Die Handlungsweisen der Charaktere sind facettenreich und nachvollziehbar, Lorenzo ist mir sympathisch. Die Nebencharaktere sind auch gut gezeichnet. Hat mich stellenweise ein bisschen an Murakami erinnert, nur vielleicht nicht ganz so traurig…?! Hm. Ich muss das nochmal überdenken.

Die große Volksverarsche: Wie Industrie und Medien uns zum Narren halten. Ein Konsumenten-Navi von Hannes Jänicke
Gepansche im Wein, das Geschäft mit Kranken, Medien die uns irgendwas vorgauekeln, giftige Kosmetik, Verpackungsmüll, der uns zu ersticken droht, Lobbyismus an allen Ecken und Enden…
Der Schauspieler und Autor Hannes Jänicke beschreibt aus seiner persönlichen Sicht, was alles für den Endverbraucher schief läuft. Dazu gibt es Quellen und ein Konsumentennavi, mit einer persönlichen Auflistung was ER dagegen/dafür macht.
Fazit: klar, nix Neues für mich. Aber dennoch lesenswert. In 192 Seiten sind die Basics für einen kritischen Verbraucher drin, die Sprache ist klar und deutlich. Für Leute, die von diesem Thema noch überhaupt keine Ahnung haben, die etwas zum einlesen und erste Handlungsoptionen zum Weiterdenken brauchen.

Was hast du im September gelesen? Deine Lesetipps für den Herbst?

Bin wieder da. Wahlkampf, Meinungsmache, Schokopudding

Da bin ich wieder.
Vielen Dank für dein Verständnis.
Eigentlich dachte ich, ich sei länger weg, aber ich konnte meine Batterien schneller aufladen als gedacht. Mein Hirn ist von der knackig-kühlen Herbstluft durchgelüftet, ich kann klar denken und habe Zeit und Muse wieder zu bloggen.

Ich freue mich sehr, dass der Wahlkampf vorbei ist und wir den Parteien wieder scheißegal sind. Die Nachrichten berichten wie immer dasselbe und das kann man getrost ausblenden.
Eigentlich bin ich gut im Ausblenden, nur diesmal gelang es mir nicht so gut, weil ich ein Buch lese, was mir die Augen über – ja man muss es so sagen – Propaganda geöffnet hat. Das Buch heißt „Meinungsmache“ und ich werde in der Kategorie „gelesen“ ausführlich darüber berichten.

dankeschön.

Weil der September schon fast vorbei ist, kommen morgen dann die Beiträge für „gelesen“ und „gesehen“.

Nein, danke – ich verzichte.

Luftverschmutzung. Elektrosmog. Wahlkampf, der eigentlich keiner ist. Politik, die nichts verspricht.
Industrie, die mich vergiftet. Medien, die mich anlügen. Tiere, die jämmerlich verrecken und grüne Kosmetik, die den Regenwald kaputt macht. Arbeiterinnen, die umfallen, nachdem sie schon viel zu lange in einer viel zu kleinen Fabrik eingesperrt sind, um mir ein Hemdchen zu nähen. Unser Müll in anderen Ländern. Plastik im Gesicht und in unserem Blut. Alles künstlich, alles kaufen. Mehr davon. Denn ein „Weniger“ ist arm und arm ist schlecht.
Radioaktives Wasser, radioaktive Menschen.
Nachhaltigkeit, bei der verdammt noch mal überhaupt nichts nachhallt.

Was soll das?! Und wie soll man dabei noch ruhig schlafen?

Nein - danke. Ich verzichte.

Ich sage: Nein – danke, auf sowas kann ich verzichten. Ich will klar denken können, mein kurzes Leben einigermaßen sinnvoll über die Bühne bringen, und wenn es mir und der Welt hilft, auf etwas zu verzichten, auf den Konsum, auf das „Wachstum“ zu verzichten, dann ist das völlig okay. Also hört endlich auf, „Konsumverweigerer“ oder „Minimalisten“ oder „Downsizer“ oder was auch immer schlecht zu reden oder als völlig idiotische Idealisten hinzustellen. Klar ist das nix Neues, die alten Griechen haben es vorgemacht – blablabla. Na und? Ich lebe im hier und jetzt und mir fällt nix Besseres ein, als unsere jetzige Technologie dafür zu benutzen.

Es ist vielleicht nicht die beste Lösung, aber es hilft ruhig zu schlafen und nicht wahnsinnig zu werden. Respektiert das, liebe Mitmenschen.

List-o-Manie: 12 Dinge über mich – minimalist edition

In diversen Blogs gibt es immer mal wieder so ein „Blog-Stöckchen“ mit der Aufforderung, man solle 10 Dinge oder mehr über sich aufschreiben. Dann erfährt man immer so allerhand Sachen von den Bloggern. Ich dachte, ich mach da mal einen kleine Randnotiz rein, indem ich das Stöckchen an einen Faden binde und über Minimalismus schreibe.
Was bedeutet mir Minimalismus? Wie ist es JETZT gerade, wo stehe ich?

me10

Das ist dabei herausgekommen:

  1. Ich halte es nicht für sinnvoll, seine Dinge zu zählen, kann aber verstehen warum es einige machen: Es ist einfach WENIGE Dinge zu zählen. Dann macht es ja auch Sinn. Ich glaube nicht, dass das unbedingt was mit angeben zu tun hat.
  2. Ich habe definitiv mehr als 100 Dinge.
  3. Obwohl ich Extrem-Minimalisten und Tech-Nomanden bewundere, will ich gar keiner werden. Ich wüsste momentan nicht, wie das mit meinen Hobbys zu vereinbaren wäre. Hm.
  4. Ich finde leere, weiße Räume wunderschön. Ich finde sie weder kahl noch ungemütlich, im Gegenteil. Ich spüre die Fülle.
  5. …überhaupt ist „weiß“ großartig. Alles, was „weiß“ ist, enthält keine Information. Da fühlt sich mein Kopf so an, als wäre er mit Schaumstoff ausgekleidet.
  6. Alle Dinge, die ich bisher wegegeben habe, habe ich verschenkt oder weggeworfen. Ich habe an keines der Dinge Geld verdient.
  7. Weil ich Collagen mache, sammle ich Müll. Weil mich Müll interessiert. Schön Paradox, nicht wahr? Ich hätte jetzt aber keine Schwierigkeiten alles verbrennen zu lassen, wenn es denn darauf ankommen würde.
  8. Apropos Brennen: Ich weiß was ich mitnehmen würde, wenn meine Bude brennt und ich noch 15 Min. Zeit hätte, ein paar Dinge zu retten.
  9. Seit ich mein Leben vereinfacht habe, bin ich definitiv auch klarer im Kopf geworden. Manchmal gefällt es mir aber auch „unklar“ zu sein, denn dann passieren immer interessante Dinge. Meistens Collagen.
  10. Durch die Klarheit und Vereinfachung UND mein visuelles Gedächtnis kenne ich ALLE Dinge, die ich besitze. Das finde ich super.
  11. —Bonus!—

  12. Seit ich klarer denken kann, fühle ich mich manchmal so wie Spock. Nach diesem sachlich-analytischen Denkstil habe ich mich mein halbes Leben gesehnt. Jetzt kann ich mich zwischen Chaos und Ordnung entscheiden. (Kann das irgendwer nachvollziehen?! :D)
  13. Manchmal fragen Leute, warum ich kein „Shoppingdiät“-Experiment machen will. Das ist ganz einfach: Es wäre absolut uninteressant! Shopping gehörte nie zu meinen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen, weshalb es da auch gar nix zu entwöhnen gibt. Wenn ich etwas brauche oder WILL dann kaufe ich es, das kommt vielleicht einmal im Quartal vor. Eher seltener.

Du bist dran! Verrate mir auch ein paar (minimalistische) Dinge über dich! (…gerne auch in deinem Blog)

Loslassen, wie geht das?

Nachdem ich mir letztens Gedanken um das Thema Loslassen gemacht habe, frage ich mich nun, wie das eigentlich geht.
Gibts da ein Patent-Rezept? Wie machst du das eigentlich?

Ich habe auf langen Bus- und U-Bahnfahrten immer wieder darüber nachgedacht.

Ich glaube, wenn wir loslassen, geht das zuerst im Kopf los. Dann folgt das Herz und stellt fest „ja, das ist gut für mich“ (auch wenn es vielleicht zuerst nicht so wirkt).

Wenn ich loslasse, entscheide ich mich bewusst dafür, den Blick nach vorne zu richten. Damit meine ich aber keinesfalls ein krampfhaft positives Denken oder ein Verdrängen der schwierigen Situation. Loslassen ist etwas anderes. Loslassen geschieht, indem wir negative Gefühle wie Wut, Trauer, Angst, Enttäuschung usw. und den IST-Zustand akzeptieren, weil wir merken, dass es so nicht weiter gehen kann. Diese blöde Situation gefällt mir zwar nicht, aber ich akzeptiere sie. Ich glaube, das Annehmen und Akzeptieren einer Situation ist der 1. Schritt beim Loslassen.

Ich akzeptiere, dass…
– ich einige Sachen nicht ändern kann.
– ich manchmal ziemlichen Mist baue.
– sich andere nicht immer so verhalten, wie ich das will.

Wenn ich etwas akzeptiere, fühlt es sich schon irgendwie anders an. Nicht mehr so schwer. Der Kopf wird klarer und ich kann weiterdenken.

Ich erkenne, dass…
– ich eine Lösung brauche, wenn ich so nicht weitermachen will
– ich Einfluss auf meine Gefühle habe und sie verändern kann, wenn ich das will
– ich mir erstmal ziemlich beknackt vorkommen werde

Beim Loslassen lasse ich etwas zurück, etwas geht verloren. Es entsteht eine Lücke. Und wenn die Zeit reif ist, füllt sich diese Lücke mit Leichtigkeit, Energie und Lebensfreude. Oder?

Blog des Monats: huch, ein vlog – inspiration wednesdays

In letzter Zeit sind mir wieder wahnsinnig viele tolle Blogs untergekommen, aber das, was mich am meisten beeindruckt und mir am meisten geholfen hat, ist ein VLOG. Und da die Beiträge regelmäßig erscheinen, ist es jetzt mein „Blog“ des Monats. (Ha! Ausgetrickst :D)

Donna Downey ist eine amerikanische Mixed Media Künstlerin. Ihre Arbeiten sind knallbunt, positiv und teilweise sehr verspielt, das muss man mögen. Ich finde allerdings ihre Art Journals total genial. Sie selbst ist etwas verrückt und dabei zutiefst sympathisch. Mir gefällt am Besten, dass sie allerlei Werkzeuge benutzt (und zweckentfremdet) und sich immer überraschen lässt. Sie traut sich was. Das ist es, was man manchmal eben braucht – vor allem in der Kunst. Und wenn was schief geht, dann gibts immer noch Gesso.

Aber seht selbst:

Auch wenn man Englisch nicht gut versteht, kann man sich doch jede Menge Techniken abschauen, die einem helfen, das „leere Leinwand-Syndrom“ zu überwinden. Perfekt für verregnete Nachmittage!

Alle Videos + Detailaufnahmen der fertigen Journal-Seiten gibts hier.

To Do – im September

Einen schönen (meterologischen) Herbstanfang euch allen! Und können wir bitte mal kurz innehalten und dann darüber ausflippen, dass das Jahr schon bald zu Ende ist??? In 4 Monaten, ist das zu fassen!!!??
Herrje, bald geht auch schon wieder dieser Weihnachtsstress los, die Läden sind ja jetzt schon voll mit Weihnachtskram…und dabei ist astronomisch gesehen noch Sommer!!

Das führt mich gleich zum ersten Punkt meiner September-To-Do-Liste:

  • keine Weihnachtssüßigkeiten essen. Ich werde am 1. Advent damit anfangen. Diesen Konsumwahn der Läden, die bestimmen wollen wann Weihnachten ist, werde ich nicht mitmachen.

Ansonsten steht noch das hier an:

  • Auf Koffein verzichten. In letzter Zeit habe ich wieder etwas „übertrieben“.
  • den Denkmaltag besuchen
  • den Foodmarket besuchen
  • mehr lesen
  • meine kreativen synapsen anzapfen und ein bisschen experimentieren (das hab ich im Urlaub nämlich nicht geschafft)
  • und: angefangene Projekte zu Ende bringen. Die will ich nicht ins neue Jahr schleppen. Und damit das nicht passiert, fange ich jetzt schon damit an.
  • meinen besten Freund treffen und so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen

Was hast du im September vor?