Bullet Journaling

Der letzte Productivity-Hype im Netz? Bullet Journaling! Zumindest kommt es mir so vor, weil ich fast jeden Tag darüber stolpere. Gut, vielleicht liegts auch einfach daran, dass ich zu oft bei pinterest abhänge :D

Also falls euch der Begriff überhaupt nix sagt, ich schaffe hiermit Abhilfe!

Ein ziemlich schlauer Mensch namens Ryder Carroll hat sich ein System ausgedacht, wie er seine ganzen Termine und To Dos auf die Reihe kriegt. Und ich als Listen- und Organisationsfreak fand das ganz interessant.

Im Grunde ist es wie immer ganz einfach: Stift und Notizbuch und Gehirnschmalz.
Es werden sämtliche To Dos und Termine in stichwortartig aufgezählt.
Dinge, die erledigt werden müssen, bekommen ein Kästchen, das abgehakt werden kann, wenn die Sache erledigt wurde.
Notizen bekommen ein Pünktchen (Bullet) und
Termine bzw. Ereignisse erhalten einen Kreis

Die nun aufgelisteten Sachen können weiter spezifiziert werden, in dem man sogenannte „signifiers“ einsetzt. Ein „Stern“ für wichtig, ein Auge-Symbol für „Entdecken“, wenn man etwas recherchieren möchte o.äh. und ein Ausrufezeichen für Inspiration

Damit das Ganze auch Sinn macht, müssen die Notizen sortiert werden. Zum einen soll man Seitenzahlen notieren, zum anderen vorne ein Inhaltsverzeichnis erstellen.
Jeden Monat schreibt man sich einen Kalender, in dem man auf der linken Seite des Notizbuches Termine einträgt und auf der rechten Seite die Monats-To-Dos, quasi als Übersichtsseite.
Wenn einige Dinge im Vormonat nicht erledigt wurden, schreibt man sie auf die rechte Seite und ergänzt sie mit einem Pfeil, damit man weiß, dass man sie verschoben hat.
Wenn sich die Pfeile häufen, erkennt man vielleicht, dass eine Sache nicht ganz so wichtig ist ;)

Lange Rede kurzer Sinn, es gibt auch ein Video, dass das alles schneller erklärt:

Und die Website mit mehr Info: http://bulletjournal.com/

Und wie finde ich das? Hm. Weiß nicht so recht. Ansich eine gute Sache, weil es schön übersichtlich ist, allerdings glaube ich, dass das System nur für Leute mit winziger Handschrift funktioniert, die sich unsterblich in Moleskine-Bücher verliebt haben ;D
Mir wäre die Schreiberei zu viel. In meinem Filofax habe ich ja einen Kalender. Zusammen mit meinen Registerunterteilungen erspare ich mir auch die gesamte Inhaltsverzeichnisschreiberei.
Was ich mir davon abschaue bzw. ich so ähnlich bereits praktiziere, ist das mit den „Signifiers“. Wie ich meine Notizen organisiere steht übrigens hier.

Wie findest du das System? Zu kompliziert? Passend? Was kannst du dir davon abschauen?

16 Gedanken zu “Bullet Journaling

  1. Normalerweise bin ich nur stille Mitleserin, aber gerade das Thema hat mich brennend interessiert :-).

    Das Bullet Journaling klingt für mich auch recht anstrengend. Mein System erscheint mir einfacher. Ich habe auch meinen Kalender und zwar einen kleinen A6-Kalender, so dass er in meiner Handtasche nicht zu viel Raum einnimmt. Darin organisiere ich alle Termine für meine zwei kleinen Jungs, meinen Mann (der leider keine Ambitionen für eigene Organisation hat) und mich. Immerhin habe ich so die kompletten Familienaktivitäten im Überblick und kann abgleichen.

    Daneben habe ich immer ein A5-Ringbuch. Da kommen die To Dos rein. Ist eine Seite voll, kommt die nächste dran. Ich schreib die Punkte alle kreuz und quer und streich sie dick durch, wenn sie erledigt sind.

    Oft setze ich mich auch abends kurz hin und notiere auf einen kleinen Zettel alles, was ich am nächsten Tag schaffen möchte. Und da bin ich mittlerweile auch realistisch und weiß, was geht und was nicht. Die Dinge streiche ich dann von der großen Liste. Schaffe ich ausnahmsweise mal doch etwas nicht, dann kommt es wieder ins Ringbuch oder gleich auf den Zettel für den nächsten Tag.

    Wenn ich meine Gedanken ordnen will, nehme ich auch das Ringbuch und schreibe von hinten rein. Irgendwann gehe ich die Notizen erneut durch, meist erscheinen sie mir dann nicht mehr wichtig und ich streiche sie. Wenn sie aber immer noch Relevanz haben, dann bringe ich sie an entsprechender Stelle in einer Word-Datei auf meinen Eigenen Dateien auf dem Laptop unter.

    Was ich aber gut beobachten konnte ist, dass sich im Laufe der Zeit die To Dos stark reduziert haben. Als ich anfing, da gabs bald zwei A4-Seiten mit Dingen, die man lange schon mal erledigen wollte. Alles Dinge, die nur eine Aktion benötigten und dann abgehakt werden konnten. Da war ich dann konsequent hinterher sie zu erledigen. Mittlerweile werden Dinge, die mir auffallen sofort notiert und möglichst schnell weggearbeitet. So entsteht gar nicht erst ein riesiger Berg an To Dos.

    Jetzt grad ists ganz entspannt. Ich hab grad noch drei Punkte für Sonntag, wenn wir mal richtig Zeit haben und sonst nix. Quasi FREIHEIT ;-).

  2. Ui viel zu kompliziert!!

    Meine Termine kommen in mein Handy das erinnert mich daran bzw. am PC auf den Google Kalender. Alles andere komme in eine kleine Ringbuchmappe, dafür alles kreuz und quer und wird duchgestrichen bei Erfüllung.

    lg Mina

  3. Ich glaub einfach nicht dran, dass ein vorgefertigtes fremdes System 100 pro für mehrere Menschen passen kann. Ich war auch fasziniert, als dieses Bullet Journaling überall auf Blogs rumgeisterte, aber ich hab ja schon ein System. Zwar kein perfektes, aber halt meins. Deswegen bin ich ganz klar für „was abschauen“ statt übernehmen. Was ich mir grad bei verschiedenen Leuten und auch dem Bullet Journal abschau: Die Symbole.
    Ich hau oft auf meinen Filofaxseiten (Filofax !! <3) wild Notizen und To-dos durcheinander und mit ein paar Symbolen wird das ganze dann doch übersichtlicher. Ich hab z.B. auch angefangen im Kalender zu kennzeichnen, wenn ich eine Aufgabe mehrfach verschoben habe. Dann kann ich mir anschauen, warum ich das tue und vl irgendeine Konsequenz draus ziehen (sein lassen, endlich erledigen…)

  4. Das System ist interessant aber sehr aufwendig.

    Ich nutze die iOS/OSX App „Fantastical“. Sie bietet mir wichtige Termine und Erinnerungslisten auf einem Blick zeitlich geordnet. Wenn ich einen Termin, zum Beispiel bei einer Erinnerung, verpasse so wird diese Rot dargestellt.

    Funktioniert und ich habe es immer dabei.

    In meinem Dienstfahrzeug habe ich noch einen klassischen A5 Kalender. Primär für das Fahrtenbuch, Geburtstage, Urlaub und andere dienstliche Termine.

    Leider erinnert mich der Kalender nicht wirklich an die darin stehenden Termine, Listen, Notizen und Erinnerungen.

    Dafür hab ich dann die App :)

  5. Eigentlich gar keine so schlechte Idee, ich danke dir fürs Teilen!
    Ich bin ebenfalls ein Fan von Kalendern und To-Do-Listen, auch wenn es im Endeffekt dann doch immer ganz anders läuft, als geplant. ^^
    Heute habe ich mir einen Blog-Kalender zugelegt, was schon ein mega Fortschritt in Sachen Organisasion ist. Aber ich werde darüber nachdenken, mir auch so ein „Bullet Journal“ zusätzlich zu meinem Terminplaner zuzulegen ;) (Wenn es so ordentlich und professionell geführt ist, sieht es zumindest ganz schick aus.)

    MissLife von Look incredible

  6. Naja, die Idee wäre jetzt nichts für mich. Da ist man ja mehr mit dem ganzen Notieren und Streichen und Übertragen beschäftigt, anstatt mit dem eigentlichen Erledigen der Dinge. Und alte To Do-Listen auch immer mit herumschleppen – warum?

    Für Termine habe ich meinen Kalender, und To Do-Listen kommen auf einen Zettel oder wahlweise ins Handy, wenn ich mehr unterwegs bin. Ohne Kästchen oder Inhaltsverzeichnis geht’s auch.

  7. Puh, klingt etwas kompliziert. Bei ihm mag das funktionieren, aber wenn ich mir das Äquivalent in meiner raumgreifenderen und schnörkeligeren Schrift vorstelle, ist das nicht unbedingt übersichtlicher als normale ToDo-Listen. Ich probiere es ja jetzt mal (wieder) mit Zen to done ;)

  8. Oh, ich liebe das Video und das Moleskinebuch und die Organisiertheit! ABER: Ich weiss ganz genau von mir, dass ich dieses System nie ein ganzen Jahr durchhalten könnte, geschweige denn einige Monate, da ich
    a. mir wohl nach kurzer Zeit nicht mehr die Zeit nehmen würde, das alles so fein säuberlich aufzuschreiben – ich hätte das Gefühl, es nähme mir zu viel Zeit weg, in der ich andere Dinge tun könnte (was es bestimmt auch tut, sieht nach viel Arbeit aus)
    b. ich viel zu spontan und zu wenig vorausschauend bin, um meinen ganzen Monat im Voraus zu planen. Und diese Spontaneität möchte ich eigentlich nicht verlieren
    c. ich es hasse, wenn ich i.F. von b. Sachen nicht mehr in der ‚richtigen‘ Reihenfolge aufschreiben könnte. Ich müsste also immer viel Platz bei allen Tagen lassen und das würde dann in einem halb leeren Notizbuch resultieren, was ich nicht mag.

    Auch dein Argument mit der Handschrift wäre ein Contra für diese Form der Organisation. Trotzdem mag der Typ schon recht haben, wenn er sagt, dass so eine Organisation den Unterschied zwischen „busy“ und „productive“ macht – andererseits gehört immer, IMMER, auch eine grosse Portion Selbstdisziplin dazu…

  9. Mir wurde das ja auch ans Herz gelegt, aber das System war mir auf Anhieb unsympathisch. Was mich nämlich massiv daran stört ist, dass man seine erledigten Tasks immer noch mit sich herumschleppt. Zwar nur schriftlich und durchgestrichen, aber ich fände das total belastend. Wenn etwas erledigt ist, möchte ich es komplett los sein und nicht noch für die Ewigkeit bzw. die Lebenszeit des Notizbuches archivieren und immer dabei haben…

    Hatte früher ewig lange to-do Listen in einer Textdatei auf dem Rechner gehabt und regelmäßig aktualisiert und ausgedruckt. Aber da hat sich eigentlich nie viel getan, ich bin meistens nur dazu gekommen, die Sachen zu erledigen, die ich nach dem Ausdrucken noch mit der Hand dazugeschrieben habe; der Rest war größtenteils Regalblei und teilweise schon seit Jahren drin.

    Bin jetzt auf ein Whiteboard umgestiegen, da wisch ich das erledigte einfach mit dem Finger weg und es stehen auch nur aktuelle Sachen drauf. Regelmäßige to-dos hab ich in einer App gespeichert (schreibs aber auf das Board, wenn es dran ist).

  10. Hallo!

    Auch, wenn dieser Blog Beitrag jetzt schon etwas älter ist, habe ich das dringende Bedürfnis, das (für mich absolut geniale) Bullet Journal Prinzip zu verteidigen.

    Es ist gar nicht so aufwendig, wie ihr vielleicht denkt! Ich habe für das Setup meines neuen Journals vielleicht eine Stunde gebraucht. Am Anfang kommt eine Jahresübersicht, in der ich auch Termine in der Zukunft eintragen kann. Jeden Monat schreibe ich eine Monatsübersicht, dauert bei mir vielleicht 10 Minuten.

    Alles, was ich zu notieren habe, schreibe ich darin und das tolle ist: Ich kann keine losen Zettel mehr verlieren, weil einfach alles im Buch steht. Mir gefällt das System super und es ist das einzige, dass ich länger als 3 Wochen (nämlich jetzt schon fast 10 Monate) durchhalte.

    Klar, man muss ein bisschen schreiben. Ich persönlich schreibe sehr gerne, deswegen hab ich sogar Spaß dran.

    Vielleicht solltet ihr das System erstmal ausprobieren, bevor ihr so negativ darüber urteilt. ;)

    1. Ich schreibe auch sehr gerne, aber ich mir ist es viel zu viel Arbeit einen Monatskalender anzulegen, wenn es doch schon fertige Kalender zu kaufen gibt. Da seh ich ganz pragmatisch das Zeit-Nutzen-Verhältnis. Es ist aber eine gute Möglichkeit, seinen Notizbuchvorrat aufzubrauchen.

  11. ähm ja… Ich führe selber ein Bullet Journal und ich habe bemerkt, dass sobald man Index & Co fertig hat es gar nicht so viel mehr zu schreiben ist. Das soll jetzt keine Kritik sein oder so ich wollte dich einfach mal drauf aufmerksam machen und das mit der kleinen Handschrift nun ja kommt auf das Moleskine oder generell Notizbuch an…
    Naja hab gerade gesehen, dass jemand bereits einen ähnlichen Beitrag geschrieben hat, aber egal… Also für mich funktioniert das System und ich finde es auch heute bemerkenswert, dass Ryder Carroll 20 Jahre an diesem System gefeilt hat…

    1. Schön, wenn es für dich funktioniert! Ich bin aber schon zu faul für das Schreiben eines Indexes und das Anlegen von Kollektionen. Brauch ich ja alles nicht, weil ich im Filofax einfach Unterteilungen hab und ich beliebig Blätter dazu oder wegheften kann. Einen Kalender muss ich auch nicht schreiben, weil ich ja Vordrucke dafür hab. :D
      Aber das ist ja das tolle an solchen Systemen, dass sich jeder das passende aus dem Bujo rauspicken kann.

  12. *gacker* hallo,
    Ehrlich? Bullet Journal sei Kompliziert, aber dafür schleppt man zwei organizer mit sich rum? Nicht falsch verstehen – für wenn es klappt, ist es doch super! Ich bin endlich bei meinem System angekommen: Bullet Journaling. Kostet mich täglich 10 meditative Minuten. Am Monatsende 15 Minuten.
    Mein Kopf ist frei weil ich alles notiert hab und nichts vergessen kann. Das Notizbuch ist nicht schwerer als ein Filofax – aber dünner.
    Ich bin pro bujo

    Liebe Grüße, Ivy

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