Gelesen im Januar

gelesen

Der erste Lesemonat war super! Ich hatte ausnahmslos lesenswerte Literatur in der Tasche. Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mich stärker auf Klassiker der Science-Fiction Literatur und dystopische Romane zu konzentrieren. Um einen Anhaltspunkt zu haben, recherchierte ich in Verlagsprogrammen (z.B. 50 Jahre Science Fiction bei Heyne), in den Buchbesprechungen der alten GEEK! Zeitschriften und eine Infographic ist mir auch untergekommen. Bei Interesse kann ich die meine Liste mit meinen Ideen natürlich veröffentlichen.
Natürlich werde ich auch was anderes lesen, aber der Schwerpunkt soll schon darauf liegen, weil ich in diesem Genre eher wenig gelesen habe und mich die Themen Zukunft, Technologien und Menschlichkeit interessieren.

Also, das hab ich im Januar gelesen:

„Was wäre wenn? Die Welt ohne Fische“ von Mark Kurlansky und Frank Stockton
Dieses Buch versucht Antworten zu geben: Wie könnte eine Welt aussehen, in der Fische durch Überfischung, Umweltverschmutzung und globale Erwärmung ausgerottet wurden? Welche Auswirkungen hätte das für andere Lebewesen, also auch für uns? Was können wir tun? Wie sind diese Probleme überhaupt entstanden?
Fazit: da es ein Kinderbuch ist, ist es einfach geschrieben (für Kinder ab 10 Jahren) und schön illustriert. Ein Sachcomic zwischen den einzelnen Kapiteln transportiert neben den vielen Informationen auch eine Gefühlsebene mit, was das Ganze ziemlich rund macht. Es ist eines der traurigsten Bücher, die ich je gelesen habe und gleichzeitig eines der Besten, weil ich wirklich wirklich viel über Fischerei und die Überfischungs-Problematik erfahren habe. Also keine Scheu, stöbert auch mal bei den Kindersachbüchern herum.

„Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury
Nahe Zukunft. Es ist verboten, Bücher zu besitzen und zu lesen, da mündige Bürger als gefährlich gelten und das System destabiliseren könnten. Daher wird die Feuerwehr gerufen, um regelmäßig Bücher zu verbrennen. Die Gesellschaft wird mit einem Überangebot an Unterhaltung abhängig und unmündig gemacht. Der Feuerwehrmann Guy Montag nimmt seine Aufgabe ernst und verbrennt gerne Bücher. Eines Abends, nach seiner Schicht, trifft er in seiner Nachbarschafft die 17-jährige Clarisse, die ihn in seltsame Gespräche verwickelt, ihn auf die Schönheit der Natur aufmerksam macht und ihn mit der Frage, ob er denn glücklich sei, zum Nachdenken bringt. Als sich seine Frau mit einer Überdosis Schlaftabletten umbringen will, fängt er an zu grübeln. Bei einem seiner nächsten Einsätze sieht er, wie siche eine Frau für den Tod entscheidet, anstatt für den Bücherbesitz in den Knast zu wandern. Diese traumatisierende Erfahrung macht Guy total krank und er klaut ein Buch…
Fazit: absolut lesenswert. Hat mir sprachlich sehr gefallen, sehr poetisch. Ist bei mir wie die anderen Geschichten von Bradbury auch ein paar Tage hängen geblieben…

„Saga“, Band 3 von Brian K. Vaughn und Fiona Staples
Spulen wir kurz zurück, ok? Zwei Rassen hassen sich, Frau mit Flügeln liebt Mann mit Hörnern, die beiden kriegen ein Kind und sind auf der Flucht vor nem Prinzen mit einem Monitor aufm Kopf. Achja, die Exfreundin von Marko ist auch noch dabei und der Wille, ein Kopfgeldjäger, der mittlerweile ein bisschen an seinem Job zweifelt. Alana und Marko, Schwiegermutter und Geistermädchen machen sich also auf zu einem Schriftsteller, der einen Schundroman geschrieben hat, den anscheinend nur Alana versteht…
Fazit: auch dieser Band kann überzeugen, wer hätte gedacht, dass das nach dem rasanten Anfang noch möglich ist? Die Geschichte in Band 3 beleuchtet eher das familiäre Umfeld der noch jungen Familie und das mit ganz viel Liebe. Leser, die Band 1 und 2 verpasst haben, werden mit diesem hier allerdings nix anfangen können.

„Clockwork Orange“ von Anthony Burgess
Der 15-jährige Alex und seine Kumpel vertreiben sich die Zeit mit Prügeln, Saufen und Klauen. Alex ist niederträchtig, gemein, schwänzt die Schule und hat auch vor seinen Eltern keinen Respekt. Als es nach einer kalten Krawall-Nacht zum Disput zwischen den Freunden kommt, wird Alex reingelegt und die Polizei verhaftet ihn. Im Gefängnis prügelt er einen Mitinsassen zu Tode und wird daraufhin als Versuchskaninchen für eine neue Behandlung ausgewählt. Mittels Gehirnwäsche wird aus dem bitterbösen Alex ein braver Bürger, der seinen Peinigern auch noch die Stiefel leckt…
Fazit: großartiger Roman. Durch den verwendeten Jugendslang (Nadsat) wird man während des Lesens selbst gehirngewaschen. Lesenswert!

„Der Circle“ von Dave Eggers
Die 24-jährige Mae Holland hat mit Hilfe ihrer Freundin Annie einen Traumjob beim Circle ergattert. Der Circle ist das coolste Unternehmen der Welt, vereinigt es doch die Dienste von Twitter, Paypal, Facebook, Google, Amazon, Whatsapp, usw. in einem Account. Mae fängt in der Customer Experience an und treibt die all um fassende Transparenz auf die Spitze.
Fazit: Literarisch bewegt sich die Geschichte leider auf Schundroman-Ebene. Und das kann ich beurteilen, immerhin habe ich letztens Jahr 3 davon gelesen. Trotzdem hat der Roman eine Sogkraft, die ihn zum Pageturner machen. Das Thema der totalen Transparenz ist spannend und reicht aus, um der farblosen Protagonistin zu folgen. Trotzdem ist der zweite Teil des Buches und das Ende eher mau, aber da dieser Roman viele Fragen aufwirft, würde ich sagen: Pflichtlektüre um sich mit den Themen Datenschutz, Datensicherheit, Privat-Öffentlich und Entmenschlichung in der digitalen Welt auseinander zu setzen.

So, das wars! Was hast du im Januar gelesen?

Gesehen im Januar

Diesen Monat konnte ich viel von meiner letzjährigen To Watch Liste abarbeiten. Anfang des Jahres schreibe ich mir immer eine Liste mit Filmen, die ich im Kino sehen will. Und wenn ich sie verpasse, dann gucke ich von Zeit zu Zeit nach, ob sie mir als DVD unterkommen. (Natürlich geliehen, die Liste ist ganz praktisch, wenn man in der Bücherei unterwegs ist)
Egal!

Das habe ich mir im Januar angesehen:

Her
Theodore (Joaquin Phoenix) ist introvertiert und verdient sein Geld mit Briefe schreiben. Seine Briefe kommen gut an, allerdings ist er sehr einsam und er leidet unter der Scheidung von seiner Jugendliebe Catherine. Um sich abzulenken kauft er sich ein neues Betriebssystem, das perfekt zu ihm passt. Nach ein paar Fragen installiert sich das Betriebssystem namens Samantha und ist fortan nicht nur seine Sekretärin sondern auch eine gute Freundin. Samantha lernt schnell und entwickelt sich rasant weiter, beide führen lange Gespräche. Und es wird mehr daraus…
Fazit:absolut großartig und daher sehenswert! Der Film ist schon ganz schön lang, aber das macht nix. Hat Lieblingsfilmpotential. Toller Soundtrack und interessantes Production-Design!

Godzilla
Rückblende: Vor 15 Jahren wurde bei Minenarbeiten ein unbekanntes Wesen entdeckt und prompt aufgeweckt. Auf der Flucht nistet es sich in einem Atomkraftwerk in Japan ein und zerstört es. Dabei kommt Sandra Brody, Sicherheitsingeneurin, um und hinterlässt einen kleinen Sohn namens und ihren Mann Joe. Von Schuldgefühlen geplagt kehrt Joe Brody zurück nach Japan um herauszufinden, was wirklich geschah. Ford, inzwischen selbst erwachsen und Vater eines kleinen Jungen, reist ebenfalls nach Japan um seinen Vater aus dem Knast zu holen, als er sich unerlaubterweise im Sperrgebiet herumtrieb. Doch Ford lässt sich überzeugen und hilft seinem Vater, wieder ins Sperrgebiet einzudringen, wo sie das riesige Monster in den Ruinen des Atomkraftwerks entdecken. Dort hat es jahrelang radioaktives Material gefuttert und ist nun bereit zur Paarung. Also fliegt (!!) es davon um einen Geschlechtspartner zu finden…
Fazit: LOL, ich fands großartig. Klar, auf diese Plasma-Kotzfontäne von Godzilla hätte man verzichten können, aber insgesamt betrachtet geht so irrwitzig viel kaputt, dass man eigentlich nur noch hysterisch lachen muss :D Ein paar supergute Ideen für Blickwinkel waren dabei uns insgesamt hat mich der Film an die Originalfilme erinnert, was auch schon mal ein Pluspunkt ist.

Robot & Frank
Frank ist leicht dement und verbringt seinen Tag damit, Dekoseifen zu klauen und in der Bücherei abzuhängen. Sein Sohn macht sich Sorgen und kauft ihm deshalb einen Pflegeroboter, der darauf programmiert ist, Frank im Haushalt zu unterstützen und seine Gesundheit zu überwachen. Anfangs sträubt sich Frank gegen den Roboter, aber er stellt fest, dass der Roboter mehr kann als Putzen und Aufräumen. Er kann auch Schlösser knacken. Das kommt Frank, dem ehemaligen Juewelendieb dann doch ganz gelegen…
Fazit:Pflichtprogramm! Anschauen. Genau wie „Her“ (s.o.) würde ich diese Art von Filme als Casual-Science-Fiction bezeichnen, weils gar nicht sooo abgedreht ist…toll geschauspielert, witzig, warmherzig.

Exhibition
Ein Künstlerehepaar will aufgrund von finanzellen Problemen das gemeinsame Haus verkaufen.
Fazit: seltsam wie alle Filme von Joanna Hogg, aber trotzdem sehenswert. Wie hängen Beziehungen mit der Architektur zusammen? Ist die Größe eines Hauses dafür verantwortlich wie die Beziehung zwischen den Menschen gelingt? Schöne Bilder.

Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere (3)
Drache Smaug macht Seestadt platt. Erebor, die Zwergenheimat ist befreit und Thorin versinkt aufgrund seiner Gier immer mehr im Wahnsinn. Aus Angst seinen neu gewonnen Reichtum wieder zu verlieren versagt er den Menschen aus der Seestadt Asyl und beschwört einen Krieg herauf…
Fazit: Tja, hier rächt es sich, dass die Literaturvorlage nicht genügend hergibt um 3 Filme zu produzieren: Unoriginelle Kampfchoreographien, zu viele Abschiedsszenen, kaum erzählerische Substanz. Ich hoffe, HFR wird sofort wieder abgeschafft. Das CGI erinnert mich total an die Computerspielegrafik aus dem Jahre 2000, zu viel Glanz und doch hölzern, das braucht kein Mensch und dabei hab ich mir den Film nicht mal in 3D angesehen. Viel zu viele Effekte…

Maleficent
Maleficent, die böse Fee aus dem Märchen Dornröschen, war gar nicht immer böse. Oder doch?
Fazit: eine andere Variante der Dornröschen-Geschichte, die durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Angelina Jolie als böse Fee ist wunderbar! Mir haben die Kostüme sehr gut gefallen. Sehenswert für die ganze Familie und leichte Kost für Abends.

Boyhood
Coming-of-Age Experimentalfilm von Richard Linklater. Der Film zeigt das Leben des jungen Mason, von der Grundschule bis zum College.
Fazit: Tja, ich würde sagen, der Film wird bei den Oscars abräumen. Es gibt schon mal einen Oscar für diese sensationelle Idee, die Protagonisten 12 Jahre lang zu begleiten. Seht euch den Film an!

Fight Club
Der namenlose Hauptdarsteller arbeitet bei einer Autofirma als Rückrufkoordinator. Sein Leben ist geregelt und an Konsum ausgerichtet, doch seit einiger Zeit kann er nicht mehr richtig schlafen. Sein neu entdecktes Schlafmittel sind keine Pillen, sondern allabendliche Sitzungen bei diversen Selbsthilfegruppen. Eines Tages lernt er dort Marla Singer kennen, die ebenfalls als „Elendstouristin“ Selbsthilfegruppen besucht und schon kann er wieder nicht schlafen. Auf einer Dienstreise lernt er den Seifenhersteller Tyler Durden kennen. Bei seiner Rückkehr stellt er fest, dass seine Eigentumswohnung bei einer Explosion zerstört worden ist, also wendet er sich an Tyler, um diesen um einen Schlafplatz zu bitten. Die beiden treffen sich in einer Kneipe und anschließend verlangt Tyler geschlagen zu werden. Daraus resultiert eine eher freundschaftliche Prügelei, bei der sich der Protagonist wieder lebendig fühlt. Der Fight Club ist geboren! Der Protagonist zieht dauerhaft bei Tyler ein und alles gerät immer mehr aus den Fugen..
Fazit: ja ich weiß, ich bin spät dran…brutal und gelungen. Sehenswerte Literaturverfilmung. Ist Edward Norton ein großartiger Schauspieler? Ja, das ist er.

Clockwork Orange
Literaturverfilmung aus dem Jahre 1971 von Stanley Kubrik
Fazit: Ja, ich mache jetzt hier einen Filmklassiker schlecht: hat mir gar nicht gefallen. Wenn ein Film ein Reboot bräuchte, dann wohl dieser hier. Schlampig geschnitten, zu 70er und das was am meisten weh getan hat, war der fehlende Slang, der ja erst diese Gehirnwäsche-Wirkung mitbringt. Leute, die das Buch nicht gelesen haben, finden den Film wohl noch schlechter?! Ich weiß auch nicht.

Was mich freut…

Okay, diese Kategorie habe ich im letzten Jahr total vernachlässigt. Dabei tut sie mir so gut! Ich will diese Kategorie wieder aufleben lassen, weil es mir dadurch besser geht. Ich bin dankbarer und aufmerksamer und ich freu mich einfach.

Zum Beispiel über das:

Ich hab eine Woche frei. Das bedeutet: Durchatmen. Lesen. genügend Schlafen. Freunde treffen. Ich werde mich auch dank des Buchtipps an Chemie heranwagen…
checklistechemie

meine neue Geldbörse. Seit einem Monat im Einsatz und jeden Tag, wenn ich sie zur Hand nehme, freue ich mich. Ein echter Handschmeichler und ziemlich winzig, aber es passt alles rein. Jetzt hab ich eher das Problem, dass meine Taschen zu groß sind :D haha #minimalismproblems
ge2

IMG_0976

Schnee!!! endlich! Zwar nur kurz, aber immerhin. Die Hamburger nölen ja gerne wegen Schnee rum, vor allem die Autofahrer und ich hab sogar eine Mutter im Bastelladen beim Smalltalk gehört, die sagte: „Das Wetter lädt ja eh zum Drinbleiben ein“ und ich dachte nur WTF? Aber beim Schneespaziergang im Eppendorfer Park war alles auf den Beinen und es überraschte mich eine Schneemann-Armee in allen Größen und Formen. Ich habe 18 Stück gezählt! Und ausnahmslos alle hatten ein Grinsen im Gesicht.
schnee1

schnee2

Neue Stempel für meinen Filofax. Ich bin zu faul fürs Dekorieren, auch find ich es sinnlos, weil ich die Kalenderblätter dann ja auch wegschmeisse. Aber mit Stempel aufhübschen geht. So fallen mir meine Termine auch gleich viel besser ins Auge. Waren sie nötig? Nö! Aber ich bin Ihnen jetzt schon ein paar Wochen online hinterhergestalkt und jetzt hab ich eine kleine Dose voll mit Stempeln über die ich mich jedes Mal freue. Dabei erstaunt es mich gerade, wie oft ich Stempel benutze.

stempelfilofax

Mein Monatsmotto „Energie“ läuft gut. Ich hatte einige Erkenntnisse, warum ich es nie pünktlich ins Bett schaffe, obwohl ich eigentlich „nix“ mache. Haha. Schön verarscht. Ich mach natürlich was und zwar Filme mit Überlänge gucken. Klar, dass das dann mit „Früh ins Bett“ nicht hinhaut, wenn der Film erst nach Mitternacht vorbei ist. Ich werde mir also nur noch max. 3 Filme pro Woche ausleihen (wenn überhaupt) und diese dann am WE gucken. Seit ich das geschnallt hab, komm ich wirklich früh ins Bett. An einigen Tagen hab ich gar keine To-Do-Liste mehr und mein 3 Minuten Sport zum Gehirnumprogrammieren läuft auch super! Das Ziel der Liste ist, so viele schwarze Kästchen wie möglich auszufüllen. Ich fühle mich wirklich kräftiger, ausdauernder und schwungvoller als vorher. Obwohl es nur täglich 3 Minuten sind. Das kann natürlich auch mehr sein, wenn ich z.B. Laufen war oder einen Kurs besucht habe, kann ich das Kästchen natürlich auch ausfüllen. Aber wenn ich nur 3 Min. schaffe, habe ich trotzdem nicht versagt und das fühlt sich super an! An den Tagen, wo die Kästchen nicht schwarz sind, war ich abends so müde, dass ich es vergessen habe. :(

dbtc

Das war’s auch schon. Wie laufen deine Vorhaben? Was freut dich zurzeit?

Wochenrückblick KW4/2015

Hier liegt Schnee!!!! Ich muss also schnell raus.
Diesmal gibts viel zu lesen:

Beziehungen und Sex minimalisieren? Anscheinend ein ganz großes Thema in Japan, das die Regierung dort beunruhigt. Lesenswerter (und langer) Artikel. Ich frage mich, ob uns das auch bald passieren wird…?

Zuschauen, wie der Wind sich dreht. Sehr hypnotisch. Und wenn ihr was trauriges sehen wollt, dann guck euch die Ozeanströmungen und die Temperaturunterschiede an, die vom Durchschnitt abweichen. Sie zeigen, es wird zu warm. #klimawandel

Fürchten wir uns vor den richtigen Dingen?

Die Mumins sind und bleiben einfach toll.

How to exercise out of self-love

Das wars schon! Tschüssi! (<- haha)

Von Minimalismus-Superhelden und Zukunftsängsten.

In der letzten Woche war auf schlichtheit.com ein ganz interessantes Thema: Es geht um den (scheinbaren) Wettbewerb zwischen Minimalisten. Die Kommentare sind lesenswert und auch andere Blogbeiträge haben mich nochmal zum Nachdenken angeregt. Ich kann euch sagen: Diese Art von Beiträgen gabs vor 6 oder 7 Jahren auch schon mal. (Die alten Hasen erinnern sich bestimmt noch an Everett Bogue, der seine „Fackel“ an theminimalists weitergereicht hat, die seitdem als Superminimalisten durch die Welt reisen*augenverdreh*)
Während die einen also Socken einzeln zählen und Schwarzweißfotos von leeren Wänden posten, flüchten wir uns in dieses „Ach jede Form von Minimalismus hat ja ihre Daseinsberechtigung und dieser Wettbewerb ist voll der Bullshit“. Denn das ist es schon für mich. Eine Flucht, eine Krise. Mit Krisen kennen wir uns ja gut aus. Vielleicht muss das so sein.

Aber es langweilt mich auch.

Denn da gerät mein Denken immer in eine Schleife… STOPP. PAUSE. Nachdenken:

„Wo will ich eigentlich damit hin?“
„Warum will ich minimalistisch leben?“

Was bezwecken wir damit?

Niemand muss Natrondeo benutzen, Apple-Fanboy sein, auf Limo verzichten, 100 Dinge besitzen oder vegan leben. Aber man kann.
Ich WILL Natrondeo benutzen, weil ich zu faul bin, im Laden nach Deo zu suchen und zu kaufen und mir das DIY Deo völlig ausreicht. Ich benutze eine normale Zahnbürste, aus Plastik, die ich dann im Wertstoffsack entsorge. Ich habe mehr als 100 Dinge und freue mich über jedes einzelne Teil. Und wenn nicht, gebe ich es weg und lache mich selbst aus, weil ich es so lange behalten habe. Wenn ich bei Freunden als Dauer-Couchsurfer herumlungere würde ich mich schlecht fühlen und ich bin auch nicht der Typ der sein ganzes Hab und Gut in einem Rucksack herumschleppt und durch die Weltgeschichte tingelt. Ich finds schön einen festen Wohnsitz mit einem eigenen Zimmer zu haben. Nichts davon ist falsch, es sind auch Aspekte von „Minimalismus“.
(Ich will minimalistisch leben, weil ICH glaube, dass das der einzige Weg ist, wie ich mich auf eine düstere? Zukunft vorbereiten kann.)

Wir üben den Verzicht und gucken, was übrig bleibt. Wir alle erforschen genau diese unterschiedlichen Aspekte von einem minimalistischen Leben in unserem Alltag. Und jetzt wirds interessant: Was haben wir als „Minimalisten“ gemeinsam?

Wo wollen WIR gemeinsam damit hin?

Immer der ewig gleiche PR-Quatsch, überall Werbung, Nachrichten an: jeder hasst jeden und alle gegen alle und keiner weiß mehr warum eigentlich. Dann sind alle mal wieder ein bisschen bestürzt, weil Textilfabriken in Bangladesch einstürzen, oh toll ein Sale bei H&M. Der Dollar ist schlecht, eine neue Staffel TrashTV in einem Camp mit Leuten, die keiner kennt und niemand sehen will. Die Welt dreht sich schneller, sie kreiselt an einem Abgrund namens Weltkrieg oder Umweltkollaps oder an beidem entlang, wir robotern uns an Aufgaben hinein in Burn-out oder sterben vor Langeweile.
Wir sind nicht schön genug, nicht schlau genug, nicht gut genug. Die anderen schon. Auch wenn sie Botox im Gesicht haben oder Photoshop. Wir sind müde und stecken in einer Krise. Krise kennen wir, damit haben wir Erfahrung.

Vielleicht, weil es so sein muss. Vielleicht, weil du spürst: da passiert noch was.

Escape

Der russische Fotograf Danila Tkachenko hat Aussteiger im Wald portraitiert, die mit der Gesellschaft gebrochen habe. Diese Fotografien sind im Bildband „Escape“ abgedruckt, zusammen mit ein paar Zitaten der Männer, die nun im Wald leben.

Auf seiner Website kann man sich ein paar der Fotos ansehen und auch den Entstehungsprozess nachvollziehen. Er fragte sich:

I am concerned about the issue of internal freedom in the modern society: is it at all reachable, when you’re surrounded by social framework all the time? School, work, family – once in this cycle, you are a prisoner of your own position, and have to do what you’re supposed to. You should be pragmatic and strong, or become an outcast or a lunatic. How to remain yourself in the midst of this?
I grew up in the heart of the big city, but I’ve always been drawn to wildlife – for me it’s a place where I can hide and feel the real me, my true self, out of the social context.

An den Bildern finde ich interessant, dass alles von Menschen gemachte und der Mensch selbst mit der wilden Natur total verschmolzen ist. Da ist keine Werbung, kein buntes, glitzerndes Plastikzeugs, alles ist grün, braun, schwarz und grau. Alles, was bunt ist, ist nun verblasst. So eine Aussteiger-Romantik sehe ich in den Bildern nicht. Ich sehe darin aber auch keinen Kampf gegen die Natur. Eher eine Symbiose. Hm.

Guck dir die Bilder mal an. Was hältst du davon?

Ein neues Lesejournal für 2015

Oft werde ich gefragt, wie ich mir die ganzen gelesenen Buchtitel merken kann – kann ich gar nicht. Wirkt nur so. Aber ich habe auch eine Stütze, die ich seit 2011 nutze. Ich habe mir damals aus Spaß ein Lesejournal angelegt, in welches ich mir Notizen zu meinem Lesestoff eintrage. Was soll ich sagen? Ich liebe Listen, ich liebe Papier, ich liebe Bücher, ich mag mit einem Stift schreiben. Das ist obergeekig, aber mei…:D Ich habe im Laufe der Zeit so dermaßen viele Notizbücher geschenkt bekommen, da wollte ich sie endlich mal verwenden. Und irgendwo musste ich mir ja Notizen machen, schließlich will die Kategorie „gelesen“ hier auch befüllt werden.

2011 befand sich die Liste in einem 2 Euro Buchkalender ganz hinten im Abschnitt „Adressverzeichnis“. Da ich mir aber immer mal wieder ein paar Notizen auf herumfliegenden Schmierzetteln gemacht habe und dem Chaos nicht mehr Herr wurde, habe ich ein Lesejournal angefangen. Damals dachte ich kurz daran, ein fertiges Lesejournal von Moleskine zu kaufen, aber in Anbetracht meines Notizbuchvorrats entschied ich mich für eine DIY-Version. Auch ne Form von Aufbrauchen.

Mein Lesejournal aus den Jahren 2012 bis 2014 war eine einfache A5 Kladde mit linierten Seiten.
Am Anfang des Jahres habe ich immer ein paar Seiten für eine Kurzübersicht frei gelassen, in dem ich nur Titel, Autor und eine Kurzbewertung mit Smileys eingetragen habe.
Lesejournal_2

Dann folgen die richtigen Einträge mit ausführlichem Fazit, Notizen, Zitate usw. Mal reichte der Platz für Notizen kaum, manchmal stand fast nix drin…es schwankte sehr.
Lesejournal_1
Die Seiten habe ich durchnummeriert, damit ich nicht durcheinander komme.

Trotzdem: In den letzten Wochen des Jahres 2014 ist mir der Platz ausgegangen und mir wurde die Schreiberei dann doch zu viel.

Für 2015 und die folgenden Jahre habe ich nun in meinem Fundus ein großes Notizbuch im A4 Format herausgefischt. Die Einträge sind etwas kürzer. Ich wollte eine Mischung aus der Jahresübersicht und den ausführlicheren Einträgen, herausgekommen ist das:
Lesejournal_3
Die rechte Seite ist liniert, da kommen meine Einträge hin. Notizen und Haftnotizen auf die linke blanko Seite.

Die Aufteilung rechts ist immer gleich:
Fortlaufende Nummer, Autor, Titel, Status (geschenkt, geliehen, gekauft), Genre, Datum (Anfang-Ende), Smiley-Wertung und ein kurzes Fazit.

Das sind die für mich wichtigen Infos. Aber letztlich kann man ja loggen, was man mag.

Ich finde meine alten Einträge sehr interessant! Sie spiegeln auch bestimmte Lebensphasen wieder. Ob ich viel oder wenig gelesen habe. Ob ich Bücher zu einem bestimmten Thema gelesen habe und warum mich das damals so interessiert hat. Es ist auch gut als Nachschlagewerk, wenn mir ein Titel „irgendwie bekannt vorkommt“. Ich notiere mir auch manchmal, wie ich auf das gelesene Buch gekommen bin, ob es eine Empfehlung war oder wie ich es entdeckt habe. Durch diese Quellen komme ich an Neuentdeckungen und Geheimtipps ran oder – was noch viel besser ist – man kann mit anderen über das Buch reden!!
Wenn man einen Buchclub oder Literaturkreis besucht, ist das Logbuch bestimmt auch ne gute Grundlage.

Wie ist das bei dir? Führst du ein Lese-Logbuch? Was notierst du dir? Willst du damit anfangen? Bist du in einem Buchclub? nutzt du goodreads oder librarything o.ä. und wie gefällt es dir?

Ich nutze Librarything eigentlich nur für dieses Widget (rechts), aber so wirklich großartig habe ich mich mit dieser Community noch nicht beschäftigt. Hm. Dabei sind das virtuelle Buchclubs oder?

Wochenrückblick KW3 /2015

wrimg

Ah, das erste Mal seit gefühlten 100 Jahren ausgeschlafen! Fühlt sich gut an. Der Trick ist jetzt nur, mir das irgendwie beizubehalten…mmh.
naja, jedenfalls ist mir folgendes letzte Woche untergekommen:

Minimalismus kann man auch tanzen!

Und dieses Tanzen mutet irgendwie wie ein Science-Fiction Film an. Schade, dass es so kurz ist.

Falls deine Woche blöd war, hier klicken. Hat gewirkt, ne?

Interessanter Artikel über Soziale Medien aus der Sicht eines Teenagers.

Bea Johnson hat auf ihrem zerowastehome-Blog über Multifunktionaltät als Basis eines zerowaste (minimalistischen)-Lebensstils gesprochen. Seit dem überlege ich, was es noch für Dinge gibt, die multifunktional sind….

Bilder der Liebe

Jana will keine Möbel kaufen

Ein Weckruf.

The delightfully short guide to reading more books via zenhabits. Punkt Nr. 4 ist meiner Ansicht nach der Wichtigste. Leute die viel lesen, schaffen es nur so.

…und für die Trekkies was zum Lachen :D via mindsdelight

Schönen Restsonntag!!!

Elektroschrott

Wenn ich hier durch die Großstadtstraßen schlendere, sehe ich nicht nur ausrangierte Christbäume sondern sehr viel entrümpeltes Zeug herumliegen. Wilde Müllhalden. Irgendwer wirds schon wegräumen.

In meiner grenzenlosen Naivität denke ich immer „Hurra, die Leute wollen minimalistischer Leben und misten ihr Leben aus!!!“ und erst dann holt mich mein Pessimismus ein: „ach nee, die schaffen nur Platz für was Besseres, Neueres, Schnelleres“. Seit Tagen steht ein „altmodischer“ Röhrenfernseher vor unserem Haus. Irgendwer wirds schon wegräumen. „Irgendwer“ und „weg“.  Aber Wer? Und Wohin?
Das hat mich neulich beschäftigt.
Da bin ich über dieses Video gestolpert. Filmemacher Alex hat mal nachgeforscht:

The Electronic Afterlife from Gizmogul on Vimeo.

Ich finds zwar nicht gerade prickelnd, dass er sein Zeug dort auch verbrennt, aber naja…auf mehr oder weniger kommts dort wohl auch nicht mehr an?! :(
Mir war das schon vorher klar, dass das nach Afrika oder sonst wohin verschifft wird, aber so im Detail kannte ich den Weg noch nicht.
Auf der Seite „Schrottfernseher“ kann man das aber nachvollziehen. Die Filmemacher haben einen GPS Sender in einen alten Röhrenmonitor gebastelt, das Ding abholen lassen und sind hinterher gereist. Erstaunlich.

Das ganze Thema ist ziemlich übel.

Was kann ich tun? Meine Ideen:
1. Nutzen, was ich habe und es gut pflegen. Muss ich immer up-to-date sein? Nö. Lernen, damit zufrieden zu sein. Auch wenn es nicht mehr ganz so modern ist. Wobei es ganz schön frech ist, dass man durch die weitere Technologisierung immer schneller ausgesperrt wird, obwohl die Hardware einwandfrei läuft.
2. Wenn ich was kaufe, dann vorher gut informieren. Geplante Obsoleszenz ist ja leider heutzutage auch ein Punkt. Herr DingDong hat tatsächlich den Drucker in seiner Firma mit nem Hack wieder hingekriegt! Das Internet hilft.
3. Andere Kanäle auftun. Ich kann ja auch erstmal was leihen und testen. Oder verleihen, wenn ich es nicht so oft benutze oder nicht mehr brauche.

Beim Dinge reparieren habe ich noch arge Schwierigkeiten, weil ich nicht nur untalentiert sondern auch faul bin. (Die Faulheit äußert sich dann in einem Verzicht) Aber es schadet bestimmt nicht, sich das mal ein bisschen beizubringen. Hm. Zumindest nehme ich mir das jetzt mal vor.

Wie ist das bei dir? Hast du viel Elektroschrott rumstehen? Reparierst du viel? Würdest du es gernen lernen? Warst du schon mal in einem RepairCafe?

Wanderers

Diesen Clip hab ich schon mal auf Twitter gepostet, aber ich finde ihn so schön, dass ich ihn hier auch noch mal in mein virtuelles Poesiealbum kleben möchte :)
„Wanderers“ ist ein schöner Kurzfilm mit einer toller Szenerie, die aus echten Bildern und Daten gebastelt wurde. Der Film enthält keine wirkliche Handlung, aber das macht nichts, man kann schön drin versinken.

Wanderers – a short film by Erik Wernquist from Erik Wernquist on Vimeo.