Inspiration finden – immer und überall

Wer mit weniger auskommt, lernt sich selbst besser kennen, weil man weiß, was man mag – doch dann wie weiter?
Im Zuge meines Stilfindungsabenteuer versuche ich einen neuen Look. Aber welchen? Ich überlege gerade (mal wieder) mich beruflich zu verändern. Aber in welche Richtung? Und das blöde Bild ist seit Jahren noch nicht fertig, ich frage mich, was mich blockiert.
Ich glaube, Inspiration ist essentiell für uns, weil wir uns dann in eine für uns stimmige Richtung entwickeln können. Das geschieht auch völlig unbewusst, z.B. wenn wir Reisen oder in einem anderen Land Urlaub machen. Da ist man von einer anderen Sprache umgeben, man isst etwas, was man nicht kennt und guckt sich Dinge an, die man normalerweise nicht angucken würde. Wenn man wieder zu Hause ankommt, hat man sich verwandelt.
Aber ist es nicht traurig, immer nur von Urlaub zu Urlaub zu leben?

Letztlich findet man immer und überall mit ein paar Tricks Inspiration. Denn es geht es darum, sich selbst und seine Gedanken im Aussen zu spiegeln und mit diesen Informationen etwas zu gestalten. Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Das Tolle ist: Es funktioniert alles und für alles! Gedichte, Blogbeiträge und Kurzgeschichten schreiben? seine Berufung finden? einen neuen Look kreieren? ein Bild malen? ein Geschenk für jemanden finden? ein neues Hobby finden? eine Beziehung verbessern? einen Song schreiben? Im Grunde ist es doch genauso wie damals in der Schule: Man hat ein bestimmtes Thema und muss eine Bilderinterpretation oder eine Gedichtanalyse dazu basteln. Das gleiche Prinzip kann man auch hierbei anwenden, um möglichst viele Musenküsse zu sammeln.

inspiration

Meine bisherigen Erkentnisse:

Sinne – an!
Ohren auf, Augen auf, Dinge anfassen. Probieren. Aufmerksam sein. Achtsam sein. Schau dich um. Schau dir Filme an, lies ein Buch, hör Musik, geh raus.

Sammeln!
So viele Notizen wie möglich machen. Ich bin ein sehr visueller Mensch, deshalb macht mir Pinterest sehr viel Spaß. Ich knips mit meinem Handy permanent Fotos. Bilder sprechen mich auf sehr vielen Ebenen an und helfen mir beim Denken. Aufschreiben hilft mir auch, vor allem wenn man schönes Papier und einen tollen Stift hat. Die Diktiergerät-Funktion im Handy ist bestimmt auch nützlich.

Bauchgefühl!
Es geht bei Inspiration zuerst um das Bauchgefühl. Wenn dich etwas anspringt was dir ein „oh, find ich gut!“ entlockt, mach dir ne Notiz. Man kann natürlich auch notieren, was man doof findet, aber ich glaube eher, dass das die Sache ein bisschen blockiert. (Sicher bin ich mir dabei allerdings noch nicht)

Hirn!
Im zweiten Schritt kannst du deine Notizen analysieren, indem du dich fragst WARUM du es magst. Was genau findest du daran so toll? was gefällt dir? Warum magst du es?
Und wieder: Schreib alles auf, jede Notiz gibt dir einen Hinweis.

Übersetzen!
Oha, das ist – finde ich – der schwierigste Teil. Wenn man genügend Informationen gesammelt hat, kann man weiterdenken und Assoziationen knüpfen: Wie krieg ich das, was ich mag, umgesetzt? Dabei schön querdenken: Wie kann man den Geruch eines Sommerregens in ein Bild übersetzen? Ist es der glitzrig-verwaschene Boden, den ich malen kann? kleine Pünktchen. Welche Farbe hat der Duft? An was erinnert er mich sonst? Wie krieg ich mehr Captain-Amercia-Feeling in mein Leben? Wie kann ich meinen Lieblingsfilm in meinem Style ausdrücken? Notier dir deine Ideen und überlege winzig kleine Schrittchen zur Umsetzung. Ist es ein bestimmter Haarschnitt? Ein bestimme Farbe? Ist es eine bestimmte Tätigkeit? Kann ich einen Kurs dazu machen? Wenn man nicht viel Zeit oder Geld aufwenden will, kann man etwas upcyclen?

Ausprobieren, Spaß haben und lernen
Anfangen und machen. Probieren und schauen, obs funktioniert und sich gut anfühlt. So oder so – man lernt immer etwas dabei. Auch wenn die Vision vielleicht doch die falsche war.

Meinst du, das kommt hin? Fehlt noch was?
Was inspiriert dich?

6 Gedanken zu “Inspiration finden – immer und überall

  1. Sehr schöner Artikel!

    Ich stecke gerade am Anfang der Phase, in der ich mehr Zeit und Raum habe, mich selbst besser kennen zu lernen, und ich finde das nach einem langjährigen Leben im Hamsterrad mit großer Entfernung von der eigenen Mitte gar nicht so leicht. Es ist auch so, dass ich Inspirationen erkenne und aufnehme, aber noch nicht viel damit anfangen kann, weil mir die Connection zwischen Denken und Handeln noch fehlt.

    Danke für die Anregungen.

    (PS: Den Vergleich mit der Schule finde ich doof. Das würde ich so übersetzen: Von irgendwo ein bestimmtes Thema vorgesetzt bekommen und dann etwas dazu aus mir herauswürgen zu müssen. Gefällt mir gar nicht für Selbstfindungsphasen :D)

    1. Danke Sascha!
      Ich weiß, der Vergleich mit der Schule hinkt ein bisschen und bist nicht so gut zum Selbstfindungsthema, aber das kennt irgendwie jeder, deshalb hab ich es genommen. Inspiration als Schlüssel zur Kreativität braucht man u.a. auch im Beruf, gerade wenn man unter Druck steht und die Deadlines auf einen zu kommen.
      Deadline…auch so ein komisches Wort…

      :D

  2. Toller Post!

    Inspiration ist auch für mich immer und überall. Innen und außen.

    Ich fotografiere, speichere in den Favoriten meines Browsers. Themen, die mich immer wieder ein Stück innehalten lassen, auf die ich aufmerksam gemacht werde …

    Dazu lese und recherchiere ich dann intensiver. Besuche Kurse. So habe ich mich bereits in der Fotografie, in NLP weitergebildet und habe zuletzt einen Permakultur-Design-Kurs besucht.

    So komme ich – in ganz, ganz kleinen Schritten – weiter auf meinem ganz eigenen Weg voran. Hat was von einem Puzzle, in dem Teile schon erkennbar sind, das große Ganze jedoch noch nicht.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

  3. Hallo Cloudy,

    Inspiration finde ich vor allem dann, wenn ich mir Zeit nehme. Auf Befehl eine Idee finden? Klappt meist nicht – zumindest nicht so, wie ich es für richtig halte. Anregende Gespräche und Diskussionen, sich treiben lassen, innehalten, … So kommen mir die besten Ideen.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  4. Danke für die tolle Inspiration! :) Überhaupt gefällt mir dein neues Blog-Design sehr gut!
    Ich finde immer, dass Problem bei der Inspirations-Suche ist, dass es einfach viel zu viel gibt und man sich sehr schnell überfordert fühlt. Ich glaube trotzdem, dass aufschreiben oder Fotos machen auf jeden Fall nützlich ist, aber vielleicht sollte man seine Notizen dann einfach mal eine Woche liegen lassen. Dann ist die Hälfte der Dinge bestimmt nur noch halb so wichtig.
    LG

    1. Danke Anja!
      Das ist ein guter Punkt, den du ansprichst. „Sacken lassen“ hilft bestimmt auch bzw. ist vielleicht sogar ein wichtiger Punkt?! Immerhin muss man alles ja filtern…mmh..ich frage mich gerade, ob das immer so sein muss bzw. an welchen Punkt das Filtern schon los geht.

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