Meine Konsumgewohnheiten

…oder: „Kleinvieh macht auch Mist“

Neulich wurde ich gefragt, wie sich meine Kauf- und Konsumgewohnheiten durch das Thema Minimalismus geändert haben.
Das ist ne gute Frage, die ich total spannend finde! Ich überlege hier mal laut, denn es ist total paradox.

Ich gehe nicht gerne einkaufen. Das war schon immer so. Mir ist es immer zu laut, zu bunt und zu voll. Mich erschlägt die große Auswahl und wenn ich nicht weiß, wonach ich suchen soll, erscheint mir das Abhängen in Geschäften irgendwie sinnlos.
Komischerweise geh ich aber gerne Bummeln. Ich guck mir Schaufensterauslagen an und tue so, als wäre ich im Museum. Ich hing bis vor kurzem gern in Einkaufszentren herum, um Leute zu beobachten. Ich fass gerne Dinge an, die ich gar nicht haben will. (Vermutlich weil man es im Museum eben nicht kann). Ich seh mich eben gern um und ich mag auch den Übergang von ruhigen Waldspaziergang in die hektische, bunte Warenwelt. Nicht immer, aber manchmal. Das ist für mich zwar manchmal oberanstrengend, aber ich will mich da ein bisschen selbst herausfordern.

Und was ich mir sehr gerne anschau ist Büromaterial. Washi-Tape. Schöne Stifte. Besonderes Papier und Postkarten, mit nem guten Design. Letztes Jahr im Herbst war ich manchmal in Läden bummeln, um mir Wartezeit zu vertrödeln. Und hab tatsächlich das eine oder andere Schnäppchen gekauft. Ich dachte immer „oh wie schön, wenn ich es jetzt nicht mitnehme, ist es weg und es ist ja nicht teuer und es verbraucht sich ja selbst, also kein Problem – du kaufst ja eh sonst nix“, aber um den Jahreswechsel ist mir erst aufgefallen, dass sich im Laufe der Zeit unendlich viele Notizbücher, Nagellacke, Washi-Tapes und Klebenotizen angesammelt haben. Also habe ich beschlossen 2015 genau diese Sachen nicht zu kaufen.

nk-liste

Bisher ist es seeehr gut gelaufen! Diese Liste hilft mir, obwohl ich sie nicht mal täglich lese.
Ich habe bisher keine einzige Rolle Washi-Tape gekauft. Keine Notizbücher und auch kein hübsches Papier!! Beim Nagellack hab ich 2 mal versagt, aber dafür habe ich letzte Woche 8 Flaschen ausgemustert.

Bisher dachte ich, eine Shopping-Pause ist nicht nötig, weil ich ja eh so selten einkaufe, aber diesen Kleinkram hatte ich dabei nicht aufm Zettel.

Hmm…was ist noch zu diesem Thema zu berichten?

  • Ich kaufe keine CDs, keine Filme und nur noch extrem selten Bücher. Daran hat sich in den letzten 5 Jahren auch nix geändert. Bücher kaufe ich nur, wenn ich weiß, dass mir die Leihfristen nicht reichen und sie mir eher als Nachschlagewerk dienen. Z.B. Bücher über Maltechniken, Laufguides, Tier- und Pflanzenbestimmführer oder Wanderkarten.
  • Ich bin zu faul fürs Online-Shopping. Also Bilder angucken und pinnen mag ich, aber mich wieder irgendwo anmelden und dann das Pakete abholen müssen und Rechnungen bezahlen müssen, das ist mir zu anstrengend. Vor allem, wenn es dann nicht passt.
  • In meinem Umfeld wird erleichtert aufgeatmet, wenn ich tatsächlich mal was kaufe und sie kommentieren das entsprechend (hahaha das find ich immer sehr lustig).
  • Ja, ich führe eine Einkaufsliste für alles was ich mir einbilde und ich lasse da auch mehr Zeit vergehen als 30 Tage. Ich mag die Sachen dann immer noch haben, aber das hängt wieder mit der bereits erwähnten Faulheit zusammen.
  • Ich kaufe wahnsinnig gerne Superhelden-Comics. Das Kaufen der Heftchen habe ich mittlerweile ziemlich ritualisiert und ich komm jedes Mal mit einem dicken Grinsem ausm Comicladen. Dann breite ich alle Hefte auf dem Boden aus, mache mir eine Tasse Tee und entscheide, mit welchem Heft ich anfange. Mal sehen wann sich daran was ändert. :D

Wie ist das bei dir? Welche Kleinigkeiten kaufst du? Tust du das bewusst im Sinne von „Ich gönn mir mal was“? Hast du mal ein Shopping-Sabbtical gemacht? Wie ist es gelaufen? Planst du eine?
Und: Wie ist es mit Freunden/Familie/Partner bei diesem Thema? Sind sie auch froh, wenn du nach langem Hin- und Herüberlegen was kaufst oder ist es ihnen egal? Haben diese Personen ein schlechtes Gewissen, wenn sie in deiner Gegenwart etwas für sich kaufen? Oder sind das „Einflüsterer“ die gemeinsam mit dem Verkäufer zusammenarbeiten? :D

7 Gedanken zu “Meine Konsumgewohnheiten

  1. Hallöchen,

    wir sind quasi Einkaufszwillige im Geiste. Deine Beschreibungen kann ich fast alle nachvollziehen und finde das sehr sympathisch! Schreibwarenläden sind mein Verhängnis (auch wenn ich oft nur gucke).

    Lebensmittel kaufe ich mit Einkaufsliste, sortiert nach Laufweg im Laden. Das klingt furchtbar freakig, ist aber sehr zeitsparend.

    Konsum-Wünsche schreibe ich auch in eine Liste. Gekauft wird es eher selten, aber ich habe immer eine gute Antwort auf die Frage: „Was wünscht Du Dir zum Geburtstag?“. Bücher und Spiele gönne ich mir ab und zu, allerdings die Bücher nur noch als ebooks und die Spiele als steam-Download. Wegen des Platzmangels.

    Ich bin mittlerweile ein Freund des Tauschens und Leihens und von Kleinanzeigen und facebook-Nettwerken. Da gibt es ja nichts, was es nicht gibt. Da kann man mit Glück auch einiges Sparen.

    Fragt sich nur, wo all das gesparte Geld ist :)

    Liebe Grüße
    Steffi

  2. Ich kann immer noch nicht an Buchläden vorbei gehen. Meistens habe ich mich aber soweit im Griff, dass ich tatsächlich erstmal nur noch schauen gehe und sehr, sehr gezielt neue Bücher kaufe.
    Ansonsten schrecken mich große Einkaufsstraßen ab – zu viele Menschen, mit zu vielen Tüten in den Händen und zu viel Eile.

    Und ich kenne mich: Ich kaufe manchmal Dinge wie Nagellack, die ein oder zwei Mal zum Einsatz kommen und danach denke ich: Ach nein, das Rot, das du sonst benutzt, reicht doch eigentlich aus. Vielleicht sollte ich mir auch mal eine Nicht-Kaufen-Liste anlegen.

  3. Hallo Cloudy,

    Kenn ich ;)

    Meine Schwäche sind Ebooks. Letztens habe ich auf meinen Kontoauszug geguckt und mich gewundert, woher die ganzen Mini-Posten kamen: 99 Cent, 1,49, 2,99… Alles Ebooks! Alles Kleinvieh!

    Das ist echt verführerisch: „Ach guck, das klingt spannend und kostet heute sogar nur 99 Cent, dann lade ich mir das mal schnell runter.“ Ein Klick, fertig.

    Dumm nur, dass ich nebenbei auch noch fleißige Bücherei-Benutzerin bin und es somit gar nicht schaffe, alle meine runtergeladenen Ebooks zu lesen. Mein Tag müsste 48 Stunden haben.

    Vor einigen Wochen habe ich mir überlegt, mir erst dann neue Ebooks runterzuladen, wenn ich alle alten gelesen habe. So ganz ist mir das noch nicht gelungen, aber ich habe da jetzt echt ein Auge drauf.

    LG
    Pia

  4. Kleinkram wurde bei mir im letzten Jahr komplett reduziert. Hier sind es ab und zu Bücher und doch immer wieder Zeitschriften, aber auch das habe ich reduzieren können. Ich habe festgestellt, dass je mehr Stress ich empfinde, desto leichter lass ich mich bei gewissen Sachen verführen.

    Zuhause habe ich zum ersten Mal im Erwachsenenzeitalter selbst gekauftes, zusammen gehöriges Geschirr und ebenso Handtücher. Sehr spießig, sehr schön, sehr entspannend. Das waren jetzt große Käufe, momentan plane ich so wenig wie nötig zu kaufen. Kein komplettes Kaufnichtsjahr. Wenn ich ne Hose brauche, will ich auch eine kaufen, aber eben nichts darüber hinaus. Mir fällt es momentan schon schwer, zu überlegen, was ich mir zum Geburtstag wünschen kann. Etwas vorbereitet zu haben, ist besser, als andere das entscheiden zu lassen, aber außer einem Waffeleisen (ist das jetzt auch spießig?) und einem ebook-Reader fällt mir nichts ein…
    LG Nanne

  5. Hallo, sehr interessanter Beitrag! Ich arbeite selbst gerade an mir und versuche ein Jahr nichts mehr zu shoppen,was nicht zum nötigen täglichen Bedarf gehört.Aber nach bereits einigen Tagen,musste ich schon schmerzlich erfahren,dass ich mich viel zu oft von der Kosmetikindustrie und auch von Modeschmuck verleiten lasse.
    Nun habe ich mir im Zuge von Minimalismus, den ich schon zwei Jahre lebe fest vorgenommen,durchzuhalten!:)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*