Mein erster MOOC

Minimalismus hilft zu mehr freier Zeit. Nur was stellt man dann mit dieser neu gewonnenen Freizeit an? Ich für meinen Teil habe herausgefunden, dass es mir ums Lernen geht. (Das ist ja auch von Anfang an das Grundthema dieses Blogs gewesen) Das macht mir am meisten Spaß. Deshalb habe ich mich im Mai/Juni zu einem Experiment hinreissen lassen. Mein erster MOOC.

MOOC steht für Massive Open Online Course und sind 3-8 wöchige Online Kurse, an denen jeder teilnehmen kann. Die Kurse werden von Instituten und Universitäten ausgerichtet und es gibt unterschiedliche Level mit unterschiedlichem Zeitaufwand. Wenn man sich für einen Kurs anmeldet, erhält man Zugang zum Lernmaterial. Das sind z.B. Leselisten, Videos, Tests, Artikel und Discussion Boards. Es gab sogar in einigen Städten Meetups für die Teilnehmer.

Ich habe aufgrund eines Tweets den Kurs „Rise of Superheroes and their Impact on Pop Culture“ vom Smithsonian mitgemacht. In diesem Video bekommt man einen kleinen Eindruck.

Was mir gut gefallen hat:

– Vom Informationgsgehalt war es genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig. Man konnte den neuen Lernstoff mit ca. 1-2 Stunden pro Woche gut bewältigen.
– Stan Lee plauderte aus dem Nähkästchen. Er ist sooooo cool.
– Man konnte Stan Lee und Prof. Uslan Fragen stellen, die sie auch beantwortet haben
– Die Community war bunt gemischt und dabei hilfsbereit, witzig, interessiert und engagiert. Die Diskussionen waren alle sachlich und trotzdem sehr leidenschaftlich.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

– Das Niveau der Diskussionen war teilweise recht hoch, da auch viele Akademiker in dem Kurs waren. Das hat mich ein bisschen abgeschreckt und meine Diskussionsbeiträge waren daher eher kurz…
– Die letzte Woche bestand eigentlich nur aus Videos und ging hauptsächlich über die Comic-Industrie, die sich ja mehr ins Filmfranchise verlagert hat. Es war zwar interessant, weil viele Insidergespräche aufgezeichnet waren, aber ich hatte mir mehr erhofft
– Die Hausaufgaben waren anfangs leicht, wurden aber dann doch immer schwerer. Fand ich. Da hatten Talente mehr Erfolg. (Man musste einen Superhelden und einen Bösewicht erfinden, + deren Alter Ego skizzieren, den Mythologischen Ursprung deutlich machen, einen Beispieldialog schreiben und als Abschluss das Ganze zu nem Comicpanel zusammensetzen. Da hat mir die Zeit dann doch nicht gereicht)

So, und hat es mir was gebracht?
Definitiv JA.
In dem Kurs gings um Comics, es kam hin und wieder Stan Lee vor, der einen Schwank aus seiner Jugend erzählte und ich habe in diesem Zusammenhang viel über amerikanische Geschichte seit den 50ern gelernt. Die Verbindung der Themen Comics und Geschichte hatte einen großen Reiz für mich und dadurch haben sich ein paar Synapsen mehr verbunden.

Nicht alle MOOCs sind gleich, aber ich denke, wenn man es ernst nimmt, hat man definitiv einen Mehrwert davon.

Hier eine Liste mit Anbietern von MOOCs
edX
Coursera
Khan Academy (hervorragend um Schulwissen aufzufrischen!)
iversity
Mooin

Und du kannst mal auf deiner Bücherei-Website checken, ob sie eLearning anbieten.

Hast du schon mal einen MOOC mitgemacht? Welches Thema? Wie hat es dir gefallen? Hast du Tipps und Tricks für Online-Studenten?
Dann hinterlasse mir doch einen Kommentar! Ich bin sehr interessiert, da ich Lust auf einen neuen Kurs habe…

7 Gedanken zu “Mein erster MOOC

  1. Oh das ist ja cool! Erst jetzt wird mir diese Gemeinsamkeit so richtig bewusst. Dabei habe ich mich letzte Woche vor der Bücherei befunden und hatte plötzlich zwei Bücher in der Hand, die ich eigentlich nicht so richtig eingeplant hatte: eins über Demenz und ein Biologiebuch für die Mittelstufe. Der Mann: Wofür brauchste denn die? Na ja, zum einen gibt es in der Verwandtschaft eine demente Persönlichkeit, zum anderen will ich lernen. Danach hol ich mir das Physikbuch… freiwillig. Vielleicht.
    danke für den Hinweis auf diese Kurse. Vllt klappt das ja auch hier…

  2. Hallo nach HH,

    einen MOOC habe ich noch nicht mitgemacht … aber Neues lernen finde ich auch nach wie vor toll. Bezüglich Nachhaltigkeit, Umwelt, aktuelle Situation nutze ich jedoch seit einiger Zeit regelmäßig online gestellte Vorträge, Vorlesungen etc. bei youtube. Einfach einen Begriff Deines Lernwunsches eingeben und los geht`s. Da bin ich an keine vorgegebene Zeit, bestimmten Umfang gebunden …

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

    1. youtube ist auch immer eine tolle Quelle, aber ich brauche schon ein bisschen Struktur und will möglichst alles wissen, da reicht mir ein Vortrag meistens nicht :D Ich bin auch Fan der TedTalks, da kann man schön um-die-ecke-denken

  3. Hallo,
    ich habe vor einiger Zeit einen Kurs bei FutureLearn (https://www.futurelearn.com/courses/categories) gemacht. Den Begriff MOOC kannte ich aber noch nicht. Thema war „The Mind is Flat: the Shocking Shallowness of Human Psychology“. Hat mir sehr gut gefallen. Das Material war so aufgearbeitet das ich als Neuling auf dem Gebiet der Psychologie mitgekommen bin (selbst in englischer Sprache). Hausaufgaben gabs in dem Sinne nicht, aber regelmässig Tests und kleine Prüfungen. Ausserdem jede Woche ein Experiment, an dem man teilnehmen konnte. An den Diskussionen habe ich mich nicht beteiligt, aber ich war immer schon eher still im Unterricht…
    Eigentlich wollte ich noch mehr Kurse machen, hatte mich auch für einige schon angemeldet, aber irgendwie bin ich dann doch nicht eingestiegen. Schade eigentlich, sollte ich mir für die dunkle Jahreszeit nochmal vornehmen!

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