Mit einer Masterliste den Alltag erfolgreich organisieren und Klarheit gewinnen

Listen helfen mir, einen klaren Kopf zu bewahren. Sie befreien meinen Geist vom lästigen „Ich muss noch … erledigen“ und „ich hab noch nicht…“, die einem ständig im Kopf herumspuken. Wenn ich nicht schlafen kann, schreib ich ne Liste. Wenn etwas auf Papier gebannt ist, lässt es sich für mich leichter umsetzen. Und ganz ehrlich: Ich bin zu faul für Chaos und Stress. Wenn ich jeden Tag meinen Haustürschlüssel oder meine Brille suchen müsste, würde ich durchdrehen! Ich durchdenke meine Vorhaben immer schriftlich, damit mir nichts ins Chaos abdriftet und habe mit ein bisschen Planung eine Grundlage, die mir hilft, meinen (Arbeits-)Alltag erfolgreich zu organisieren.

Wie ich es schaffe so viel zu lesen, zu bloggen, Filme zu gucken und zu lernen? So.

masterliste

Was ist eine Masterliste?
Eine Masterliste ist nichts weiter als eine Hauptaufgabenliste in einer zunächst unzensierten Version. Sie ist ein „Brain Dump“, auf der alles steht, was erledigt werden soll bzw. könnte, mit dem Ziel, dass der Haushalt mit allem was dazu gehört reibungslos läuft und man im Alltag möglichst viel Zeit für die Sachen hat, die einem Spaß bringen und gut tun. Sie ist eine Mischung aus Zielen und Wünschen und die Quelle für meine Wochenaufgabenlisten und täglichen To-Do-Listen. Masterlisten helfen mir, meinen Kopf zu entrümpeln.

Wie arbeite ich damit?
Am Jahresanfang erstelle ich am PC immer eine Masterliste für alle Aufgaben die in der Wohnung anfallen. Ich schreibe alles untereinander auf, was mir durch den Kopf geht.
Dann suche ich mir Punkte zusammen, die zu einem ähnlichen Projekt oder Raum gehören und kennzeichne sie entsprechend.
Wenn ich eine Liste geschrieben habe, nehme ich mir hinterher noch eine ruhige Minute und prüfe, ob mir das alles tatsächlich so wichtig ist und auch wirklich machen will. Falls nicht, lösche ich es wieder raus. So eine Liste ist bei mir meistens 3 DIN A4 Seiten lang und das macht mir gar nichts. (Geschrieben ist ja leider noch nicht erledigt LOL) Hauptsache, die Sachen sind aus meinem Kopf.

Später übertrage ich das was ich machen will auf meine Wochenaufgabenliste.
Größere Projekte teile ich nochmal in kleinere Schritte, so kann ich häppchenweise die Aufgabe abarbeiten und schließlich ganz erledigen.
Da die meisten Sachen bei mir keine zeitliche Begrenzung haben, mach ich mir auch keinen Druck. Ich will ja auch noch spontan sein im Leben.
Ich überlege auch gleich mit, wo ich welche Besorgungen machen muss und was sich damit verbinden lässt. (Ich hasse es für drei kleine Sachen immer extra losfahren zu müssen!) Dann gucke ich im Kalender und reserviere mir dafür ein bisschen Zeit.

Ich hake die erledigten Aufgaben übrigens nicht ab, sondern male das Kästchen wie beim Bullet Journaling aus. Wenn ich ein Projekt angefangen, aber nicht fertig gemacht habe, ist das Kästchen zwar nur halb angemalt, aber immerhin sehe ich dann, dass ich angefangen habe! Das ist für mich sehr motiverend und hilft mir hinterher auch besser zu überlegen, warum ich eine Aufgabe nicht zu Ende gemacht habe oder gar nicht angefangen habe. In der Entwurfsmasterliste markiere ich die erledigten Sachen mit Textmarker, dann kann ich es besser ausblenden.

masterlistewohnung

Das Tolle an einer Masterliste ist, dass man sich innerhalb von ein paar Minuten aufschreiben schon total organisiert fühlen kann :D Immer wenn ich das Gefühl habe, von den Aufgaben überrollt zu werden, schreib ich eine Masterliste und puff! Schon hab ich weniger Panik, weil ich alles sehen kann und ich die Kontrolle wieder erlange, wenn ich die Aufgaben auf kleine Schritte herunterbreche.

Also hier nochmal die Kurzfassung:

  1. Hirn ausleeren (schriftlich)
  2. Aufgaben zusammenfassen
  3. Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden
  4. In kleine Häppchen schneiden (die Aufgaben, nicht das Hirn!)
  5. Eintragen in Tages-To-Do-Listen oder Wochenaufgabenlisten
  6. Machen

Weitere Ideen für Masterlisten:

  • Raum-für-Raum-Entrümpelungsfahrpläne
  • Aktivitäten im Garten/im Sommer/mit den Kindern/mit dem Partner
  • noch unfertige DIY-Projekte
  • Groß-Putzaktionen
  • Partyorganisation
  • Anrufe und/oder, die gemacht werden müssen
  • Renovierungsprojekte
  • Jobsuche und Bewerbung

Das wars schon. Ich hoffe, der Artikel hat ein bisschen erklärt, wie das funktioniert. So Orga-Kram lässt sich immer schlecht erklären find ich.
Wenn du Fragen oder Anregungen hast, lass mir einfach einen Kommentar da!

16 Gedanken zu “Mit einer Masterliste den Alltag erfolgreich organisieren und Klarheit gewinnen

  1. Ich übe mich gerade darin, auch schöne Dinge, die ich zu oft verschiebe, auf meine Liste zu setzen. (Ich habe die Liste noch nie Masterliste genannt, aber im Grunde ist sie genau das: Da kommt nämlich einfach alles ‚rauf.)

    Dadurch haben sie für mich mehr Priorität Also im Grunde erweitere ich das Konzept immer mehr und schreibe wirklich alles ‚rein, auch so Sachen wie: Früh ins Bett gehen oder ähnliches…

    Bringt wirklich mehr Klarheit.

  2. Ich „kann“ auch nicht ohne Listen. Seitdem ich einen Computer habe, sind die auch nach Jahren und Themen geordnet abgespeichert.
    Meine To-Do Listen fasse ich allerdings für einen kürzeren Zeitraum (ca. monatsweise) als du.
    Themen, die ich über Jahre lang abspeichert habe: Geschenke, Urlaubspacklisten, Essenpläne…
    Für die Hausarbeit habe ich eine fast feststehend Liste: Montag: Staub saugen, Staub putzen, einkaufen, Essen für die nächsten Tage vorbereiten… Donnerstag: Bettwäsche anziehen und waschen, Freitag: Bad Grundreinigung, Küche wischen…

  3. Na ja, ich fahre das Ganze inzwischen eher ‚objektorientiert‘ – hat sich in der Softwaretechnik auch sehr bewährt, statt Spaghetti-Code (= Listen, grob gesagt). Objektorientiert heißt hier: die Objekte melden sich selbst, wenn Aufgaben anstehen.

    Das heißt z.B.: wenn gespült werden soll, melden sich der Schrank (kein sauberers Geschirr mehr vorhanden!) oder das Geschirr durch olfaktorische Impulse bei mir und ich reagiere. Ähnlich ist mein Abfalleimer programmiert.

    Abgelaufene Lebensmittel melden sich visuell, olfaktorisch oder gustatorisch, wenn sie entsorgt werden wollen.

    Eine Wohnungssäuberung wird meist durch Besuchsandrohungen von außen getriggert.

    Übermäßige Unordnung sendet außerdem beständige Impulse an mein Nervensystem, bis eine gewisse Reizschwelle überschritten wird, die dann eine Aufräumaktion bei mir auslöst.

    Wäschewaschen wiederum wird durch visuelle Wäschebergwahrnehmung oder akustisch durch einen hohl klingenden Kleiderschrank in Aktion gesetzt.

  4. Jeder tickt eben etwas anders.
    Wenn mein Kühlschrank mit am Dienstagabend mitteilt, dass ich für morgen kein Mittagessen für die Arbeit habe, ist mir das etwas spät. Da plane ich lieber zeitoptimiert, nicht objektoptimiert. Und, aus meiner Sicht noch einer von vielen Vorteilen: Ich verfalle nicht in Putzwahn, wenn sich Besuch ankündigt. ;-)

  5. Danke für diesen Einblick in dein System!

    Ich habe die Angewohhneit zwar Hunderte Listen <3 zu machen, jedoch ist meine eigentliche handgeschriebene Kalender-ToDo-Liste immernoch nur eine Einzige für den aktuellen Monat (sowie Folgemonat). Der Rest ist dann erstmal nur in einen Kalender geschrieben (meist positive Events oder Ereignisse, die mir wichtig erscheinen und eben Pflichttermine), den ich im eigentlichen Monat nie nutze. Auf meine handgeschriebene Kalender-ToDo-Liste schreibe ich sogar, wann Restmüll / Papier abgeholt wurde und wann ich den gelben Sack hinunter bringen muss. Das ist zwar umständlich, aber nunmal nicht jede Woche, dafür aber schon fürs ganze Jahr zugeteilt. XD Ich brauche irgendwie die Kontrolle übers "jetzt" mit dem Rest aus dem Augenwinkel betrachtet.

    Wann ich welche Hausarbeit mache kommt in meiner Liste noch nicht vor, aber an einer entsprechenden Masterliste für die Wohnung arbeite ich. Dazu muss ich aber erst einmal meinem Vermieter schreiben, was er sich so alles hätte nicht leisten sollen und warum er noch nicht seine Pflicht erfüllt hat, die Rauchmelder anzubringen. Vor diesem Brief grauts mir und so schiebe ich diese Masterliste noch vor mich hin. Dabei würde sie dich so vieles erleichtern.

    Immerhin klappen täglich Bett machen Abwasch und Wäsche waschen (fragt nicht warum täglich. Auch so etwas Unnützes).

    Bin übrigens Meisterin im Aussortieren abgelaufener Lebensmittel (hat sich gebessert! Ich nehme das Wort MHD mittlerweile wahr) und des Medizinschschränkchens

    Das mit dem Aufräumen, wenn sich Besuch ankündigt, kenne ich (kein Messie) nur zu gut. Ein paar Stunden reichen nicht und würde ich mir eine Woche vornehmen, so würde der Stress dennoch in 3 Stunden herrschen. Man hat ja so viel Puffer, welcher sich schwupps im Nichts auflöst! Man sollte meinen ich lerne daraus..

    Glaubt kein Mensch, dass ich Orga-Kram liebe und mein Leben dem teils widerspricht!

    Mein anvisiertes Orga-Ziel:
    Meine ganzen wichtigen Listen, in ein brauchbares System umsetzen und mein Manifest angehen, an dem ich arbeite. Beides soll co-existieren und mein Leben in vielen Belangen etwas sortieren. Lässt sich auch gut aufs Arbeitsleben übertragen..

    Jana

    1. Hallo Jana,
      Täglich Bett machen und Abspülen ist für mich ein MUSS. Das gehört zu meinem Minimalprogramm, damit es zumindest den Eindruck von Ordnung erweckt :D
      Ansonsten kann ich dir nur raten: Mach es dir nicht zu kompliziert, sonst verzettelst du dich – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Problem hatte ich früher mal und auch jetzt habe ich es noch nicht komplett gelöst. Da beisst sich meine Liebe zu Papier und das Thema Minimalismus dann doch (z.B. schreibe ich mir immer noch auf Papier das Zeug auf, dass ich in die Bücherei zurückbringen muss, wobei es dafür sogar ne App gibt, die ich habe!!!. Nachdem ich die Liste mal wieder geschrieben habe, merke ich wie doof das war…naja…man lernt nie aus…:D)

      Viel Erfolg bei deinen Projekten!

      1. Wir teilen also die Liebe für die Farbe türkis, Listen und Papier. <3

        Ich kann mich bishef icht mit Organisations- und ToDo-Apps anfreunden, dafür sind mir einfache zu viele elektronische Geräte schon hopps gegangen und nicht immer mit Datensicherung..

        Mein Exfreund hatte so eine wunderbare einfache, minimalistische Software gemacht, bei der ich meine ToDos einfach nach Priorität hoch- und runterschieben konnte und die Priorität wurde durch einen Farbverlauf gekennzeichnet. Ohne Störendes im Blickfeld. Ich bin ein visueller Mensch und einfacher ging es nicht . Ich trauere dieser Software noch nach, denn ich habe Sie nicht mehr. :(

        Ich habe nun einen ungefähren Fahrplan, der allerdings nicht sämtliche Listen berücksichtigte. Wie du schon sagst, das würde es ziemlich kompliziert machen. Wichtig sind auch zeitliche Puffer. :)

  6. Hallo Frau DingDong,

    neue Organisationsimpulse nehme ich immer gerne an! :) Kästchen halb ausmalen für angefangene Aufgaben werde ich mal ausprobieren, bisher habe ich die eingeklammert.

    Ich vergesse manchmal, dass ich mir die Sachen ja auch aufschreiben könnte und sie nicht im Kopf behalten muss. Das ist noch ein Übungsfeld für mich – aber üben kann ich ja zum Glück jeden Tag (mein Motto gegen Druck und Perfektionismus).

    Liebe Grüße
    Annika

  7. Du schreibst alles auf eine Liste oder wird das irgendwie boch getrennt? Oder kommt das dann durch die tägliche todoliste im Kalender? Weil Fenster putzen mach ich einmal im Jahr und Wohnzimmer saugen am Besten wöchentlich, aber auf deiner Masterliste ist es einfach gleichgestellt, oder?
    Oh, ich hätte einfach mal gerne Zeit hier wieder so einen richtigen Rundlauf zu machen, auszumisten und wegzubringen und zu putzen, aber das dauert noch ein bisschen bis Kind und Papa länger ohne mich wegkönnen.
    Mistet du noch oft aus? Ich jetzt wieder mehr, einfach weil durchs Kind viel reinkommt und gleichzeitig mit die Gesamtmenge in der Wohnung zu viel geworden ist – so bin ich bei allem, wo ich mir bisher unsicher war für radikales Ausmisten. Leider schaff ich nur so minimale Häppchen.

    1. Genau Nanne, auf einer Masterliste wären solche Dinge gleichgestellt. In meiner Wohnungsliste schreibe ich z.B. Raum für Raum alles auf, was gemacht werden muss, unabhängig von der Routine.
      Auf der Masterliste soll sich das Gehirn erstmal auskotzen dürfen.
      Wenn mir was ganz besonders wichtig ist, wandern diese einzelnen Aspekte auf meine Wochenaufgabenliste bzw. Tages-To-Do (wenn ich es an einem bestimmten Tag erledigen kann/muss). Da ich als Vollzeitarbeiter eigentlich eh nur am Wochenende richtig Zeit habe, fasse ich Aufgaben zusammen und mach dann mal nen Rundumschlag.

      Wie lang können Papa und Kind ohne dich weg? Vielleicht musst du einfach nur die Aufgaben klein genug definieren, damit du das Gefühl hast etwas zu schaffen. Vielleicht gibts ja Projekte, die du in Teilschritten in 1 Stunde machen kannst?

      Und was das ausmisten angeht: Das ist bei mir nach wie vor ein konstanter Prozess. Das Bad und die Küche sind zwar schon lange fertig, aber das Zeug aus Arbeits- und Wohnbereich noch überhaupt nicht. Aber ich mache mir da auch keinen Druck. Es kommt ja auch ab und zu wieder was in die Wohnung und ich betrachte das ganze Zeug als „im Fluss“, was ich loslassen und beherbergen kann wie ich möchte.

  8. Ja, so gehe ich momentan vor mit den Teilschritten und immer schön das Wichtigste erledigen. Das Wochenende nutzen, wenn der Papa zuhause ist. Momentan stille ich voll, daher sind das nur kurze Zeitfenster. Ein Spaziergang von einer Stunde, den die ohne mich machen. Wobei ich am liebsten mitgehe. Wäsche zusammen legen geht auch mit Baby, der guckt gerne dabei zu. So eine Masterliste scheint ganz cool zu sein, ich behalte das mal im Hinterkopf. Fürs Putzen schwierte mir der Gedanke schon länger im Kopf rum.

  9. Ich mache Listen nur bei Großprojekten und dann gleich als Abreißzettel und portioniert was in 1/2 Stunde am Tag zu schaffen ist. Je nach Lust mache ich dann auch mehr. Schick deinem Vermieter gleich eine Mängelliste. Schimmel ist seine Sache. Hab ich auch gerade gemacht und sie waren schon da. Nächste Woche kommen die Handwerker. Nasse Stelle u. a. Manches wäre auch gut, 4 mal auf den Zettel zu schreiben weil es viele Anläufe braucht bis mal jemand reagiert. Liegt ja meistens gar nicht an mir, dass sich hier Dinge stauen und das nervt mich. Da will man alles minimalistisch halten und der Aufwand ist dann maximalistisch weil anderen das egal ist. :((

    Lg – Tanja

  10. Hallöchen meine Liebe,

    ich bin ja selbst auch ein absoluter Listenfreak, war aber aktuell ein wenig dabei, mir die Listen abzugewöhnen, weil sie mich so sehr unter druck gesetzt haben. Deine Idee mit der Masterliste ist aber toll – vor allem auch mit dem ausmalen der Punkte, wenn man eine Aufgabe noch nicht ganz erledigt hat.
    Ich werde deinen Beitrag in meinen Minimalismus-Newsletter aufnehmen und mit meinen Lesern teilen. Danke für die tolle Anregung

    Moni von Mini.Me. – Minimalismus & Lifestyle

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