Frau DingDongs Fastenwoche – ein Bericht

6 Tage ohne Nahrung ist für mich der ultimative Minimalismus. Das habe ich so ähnlich 2008 schon mal gedacht, aber jetzt steht es mir wieder völlig klar vor Augen.

Frau DingDongs Fastenwoche

„Warum fastest du eigentlich?“

Ich fühlte mich nicht wohl, wusste, dass alles zu viel ist. Zu viel Kaffee (meine lächerlichen zwei Tassen am Tag, aber ja: für MICH zu viel), zu viel Zucker, zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung, Schlaf und Entspannung – Resultat: Zu viele Wehwehchen. Kurz: Ich fühlte mich nicht wohl. Dazu dann auch noch der ewige Kampf des eigentlichen „sich ändern wollens“. Selbstliebe, abnehmen, Sport machen, in Form kommen. Hat nie so richtig geklappt – sondern nur frustriert (gut, ich übertreibe ein bisschen. Mein minimalistisches Sportprogramm rettet mich regelmäßig).
Ich wollte einfach aus dem Hamsterrad des Zu-wenig-Schlaf-Essen-Stress-Koffein-Müde sein aussteigen.

„Wie lange ging das und was hast du zu dir genommen?“

Das Fasten ging insgesamt 8 Tage. Davon 6 reine Fastentage und 2 Kost-Aufbau Tage, damit sich der Verdauungstrakt wieder langsam an Nahrung gewöhnen kann.
2008 habe ich pures Heilfasten gemacht mit Kräutertee, Brühe und Wasser. Dieses Mal habe ich Saftfasten probiert, weil es mir gesellschaftstauglicher erschien, da ich während der Fastenzeit auch Vollzeit gearbeitet habe. Dabei darf man 3x pro Tag einen Obst-Gemüse-Saft trinken (Lieblingskombi: Orangensaft mit Karottensaft, Ekelkombi: Alles mit Rote-Beete!) und 2x (mittags und abends) klare Gemüsebrühe. Dazwischen Wasser, Wasser, Wasser und Kräutertee.

Und wie war es nun? Hast du irgendwelche Veränderungen bemerkt?

Klar, jede Menge!
Positiv:

  • Die Feststellung, dass ich ein willensstarker Mensch bin, setzt einen wirklichen Glücksschub frei. Ich fühle mich wirklich schön, standfest und stabil und mag mich selbst. Das ist ein tolles Gefühl und hebt die Laune!
  • Ich brauche weniger essen, als ich glaube (haha. Ich weiß. Aber beim Essen ist das noch mal was anderes). Vor allem brauche ich überhaupt keine Genussmittel.
  • Meine Haut juckt nicht mehr so wie vorher und ist schön glatt und fest
  • 4 kg abgenommen (aber die kommen dann wieder drauf, das is normal. Freut mich trotzdem erstmal.)
  • Meine Haare sehen fantastisch aus
  • Das Fastenbrechen war natürlich total toll. Eine richtige Geschmacksexplosion. Ich nehme auch jetzt noch alle Geschmacksrichtungen intensiv wahr.
  • Ich habe kein Nachmittagstief mehr (durch das Fastenhoch musste ich an einem Tag mit 2 Std. Schlaf auskommen und ich hatte trotzdem kein Nachmittagstief, das war ein bisschen gruselig)
  • Ich habe durch die Gesellschaft gemerkt, was meinen Essens-Trigger auslöst.

Negativ:

  • Ich hatte durchaus Hunger. Das hat mich überrascht und irre gemacht.
  • Mundgeruch. Der Belag auf der Zunge und in der Mundhöhle war wirklich nervig. Gerade im Kundenverkehr.
  • eine Darmentleerung is nie schön.
  • Stimmungsschwankungen – aber Hallo. An Tag 4 bin ich abends total weinerlich geworden und hab elendig gefroren. Das war ganz schön hart.
  • gerade die empfohlenen Saftmischungen mit Rote Beete waren so grausig, dass ich davon vermutlich einen Schaden davon getragen habe.
  • Ich hätte mir gerne mehr Ruhe gegönnt. Das nächste Mal werde ich wieder im Urlaub fasten.
  • es war wirklich manchmal ziemlich heftig, wenn die Kollegen leckere Sachen zu Essen hatten oder mal wieder jemand Süßkram mitgebracht hat. Das hätte meine Willenskraft beinahe gekillt.

Und wie gehts jetzt weiter?

Ich taste mich vorsichtig an das Nahrungsspektrum heran und esse sehr achtsam. Werde solange wie möglich auf Genussmittel verzichten, weil ich mich jetzt so gut fühle.
Ich nutze den Fastenerfolg, um mal zu schauen, wie ich meine Ernährung genau verbessern kann. Ich möchte aber trotzdem weiterhin intermittierend fasten, also nur um 10:30 und gegen 20 Uhr essen. Das habe ich ein Jahr lang gemacht und tat mir gut. Ich werde auch ausprobieren, wie sich ein Entlastungstag pro Woche anfühlt und ansonsten die postiven Erfahrungen aus meinem Minus-1-Experiment mitnehmen. Mal sehen.

Ich will jetzt auch fasten! Wie fange ich an?!

Super! Aber:
Fasten ist ein Projekt, für das man Konzentration und Willensstärke braucht. Das kann man nicht so spontan von heute auf morgen. Vor allem, wenn du irgendwelche Vorerkrankungen hast oder sehr dünn bist. Sprich mal mit deinem Arzt darüber. Vielleicht ist ja ne Fastenkur in einer Klinik besser als es selbst alleine zu versuchen?
Leih dir in der Bücherei einen Fastenratgeber aus und lies dich in die Thematik ein. Prüfe genau, ob das was für dich ist.

Weitere Fragen beantworte ich gerne. Hinterlasse mir einfach einen Kommentar oder schreib mir über das Kontaktformular.

Hast du denn schon mal gefastet? Wie war es für dich?

5 Gedanken zu “Frau DingDongs Fastenwoche – ein Bericht

  1. ja, hab schon mal gefastet und ja war toll (im ganzen gesehen und – wie du auch beschreibst – von den Geschmackserlebnissen hinterher). Beeindruckend im Gedächtnis geblieben ist mir, wie übersüßt mir all die Rosinenschnecken und anderen Bäckerteilchen erstmal vorkamen.
    Jedoch nein, für mich ziehe ich Fasten nicht mehr in Betracht.
    Stattdessen esse ich nur noch von Frühstückstellern (also deutlich weniger),
    nur 2 Mahlzeiten am Tag, und relativ häufig keine traditionelle „warme Mahlzeit“, stattdessen warmes Wasser, wenn ich was Warmes innerlich brauche.

    Meine Gründe:
    1. Angesichts der Tatsache, dass große Teile der Weltbevölkerung hungern müssen und/oder froh sind, überhaupt „irgendwas“ zu essen zu finden, erscheint mir die hochsezierte Essensanalysiererei unserer Wohlstandsgesellschaft pervertiert. Es ist absolut richtig, keine Massentierhaltung zu stützen und industriell aufbereitete Nahrung zu meiden, etc. Ich meine die ewige Diskutiererei über Nährwerte und „richtige“ Ernährung. Bin alt genug, dass ich in diesen Punkten schon oft Erkenntnisumschwünge erlebt habe. Was heute als lebensnotwendig beschworen wird, kann morgen schon wieder ganz anders gesehen werden. Spinat, Eigelb, Fette etc., jeder wird sich da an Beispiele aus jüngerer Vergangenheit erinnern. Hinter vielen als medizinische Notwendigkeiten verkleidete Empfehlungen stehen vor allem wirtschaftliche Interessen.

    2. Die Kombi aus Wohlstandsmöglichkeiten und permanenter Verunsicherung, wie man sich richtig ernähren soll, führt bei vielen Menschen zu einem gestörten Verhalten zum Essen. Bei mir auch. Ich esse gern, hatte aber oft das Gefühl, dass ich was dabei falsch mache.

    Die Lösung für mich ist nicht Fasten, um meinen Körper hinterher zu reinigen. Stattdessen herauszufinden, was und wieviel davon mir guttut. Das ist für jeden Menschen anders, je nach Konstitution und Lebensumständen. Bei mir selbst war das Ergebnis, dass vor allem jedes Zuviel nichts für mich ist. Und dass ich für mein Wohlfühlen gute Kartoffeln und gute Äpfel brauche. Die Schwierigkeiten, in einer Großstadt 2 so (für unsere Region) simple Lebensmittel noch in sehr guter Qualitäts zu beschaffen, sprechen für mich Bände, was bei uns schiefläuft, wenn es um Lebensmittel geht.

    Zusammengefasst: ich bevorzuge, so zu essen, dass ich hinterher nicht das Gefühl haben muss, Fasten wäre nötig.

      1. zuerst zum Umfeld: wenn man gelernt hat, langsam zu essen (was aus meiner Sicht die schwierigste Umstellung war), dann fällt es dem Umfeld gar nicht sonderlich auf, wenn man weniger isst. Mir schmeckts ja, ich mäkel nicht herum und doziere nicht über Ernährung etc. Einfach nur kleinere Portion und länger kauen. Dann isst man etwa solange, wie die mit den großen Portionen. Wie gesagt, ich esse gern, brauche halt nur keine Mengen mehr. Sonderlich tugendhaft ist das nicht, allerdings danken es Magen und Verdauung. Ich trinke auch Alkohol, also jedenfalls fall ich nicht als Spaßbremse durch ;-).
        Zu Feiertagen und Festen: Kommt schon vor, dass ich da mehr esse, als gewöhnlich. Dann fühle ich mich überfressen, wie wohl alle, die dies tun. Aber dann treibt mich hinterher nicht der Wunsch nach fasten um. So eine kurze Völlerei kann man doch locker wegstecken, wenn man danach wieder normal weitermacht, oder? Bin jedenfalls immer wieder schnell im Gleichgewicht. Wenn ich evtl. ein paar Tage kein Bedürfnis nach Butter auf den Kartoffeln habe, würde ich das nicht Fastenkur nennen, hm?
        Ich denke, meine Freunde würden sich scheckig lachen, wenn ich Tugendhaftigkeit für mich reklamieren würde.

  2. Oh man..ich habe auch schon lang überlegt, ob ich mal fasten sollte, um meinen Körper einmal komplett durchzuspülen…jetzt kommst du mit diesem Beitrag um die Ecke und beflügelst mein schlechtes Gewissen wieder. :D
    Und ich wollte diesen Beitrag wirklich einfach ignorieren und hatte das Fenster schon geschlossen…da schaue ich danach auf http://www.schicksal.com/Jahreshoroskop2017, was mein Schicksal nächstes Jahr für mich bereit hält – da steht da doch tatsächlich ich sollte mehr darauf achten, was ich meinem Körper zuführe……Also zurück auf diese Seite, dir diesen Kommentar hier schreiben und dir und meinem Horoskop danken, dass ihr es geschafft habt, fasten mit auf meine gute Vorsätze-fürs-nächste-Jahr-Liste zu packen… :D
    Aber jetzt mal allen Spaß bei Seite….richtig gut, dass du das durchgehalten hast! Ich hoffe, ich schaffe es nächstes Jahr auch und trage es direkt in den Kalender für März. Da ist es nicht mehr ganz so kalt und zu dem Gesundheitsaspekt spornt die Bikini-Figur mit an. ;)

    Ganz liebe Grüße,
    Linda

    1. Liebe Linda, tatsächlich denke ich auch, dass März ein guter Monat ist, um sowas aktiv anzugehen. Ich hab jetzt zweimal gefastet und die Durchhänger in der dunklen Jahreszeit (einmal Februar und eben einmal November) machen sich schon bemerkbar. Viel Erfolg!

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