Selbstfürsorge und Minimalismus

In diesem Beitrag gehts darum, wie man einen individuellen Selbstfürsorge-Plan für sich entwickelt und umsetzen kann. Ich weiß, das Thema „Selfcare“ geistert schon seit Jaaaahren durch die Blogosphäre. Aber vorher war ich einfach noch nicht soweit, mich dafür zu interessieren. Ging auch ja auch so. Irgendwie.
Im Job voll eingebunden, interessiert von so ziemlich allem, was auf dem Planeten existiert, teilhaben wollen, sich einbringen. Da kann man sich schnell selbst aus dem Blick verlieren. Das ist nicht gut. Ich glaube auch nicht, dass das so gedacht ist.
Nun, mit einer minimalistischen Einstellung habe ich mich selbst verwandelt und bin eben nun bei diesem Thema angekommen. Das Jahresmotto „Ubuntu“ bedeutet zwar, dass ich mich mehr im „Außen“ bewege, aber ich brauche auch meine Zeit des Rückzugs, um meine Batterien aufzuladen. Deshalb steht auf meiner Liste für 2017, dass ich für mich einen Selbstfürsorgeplan entwickle und mich gut um mich kümmere.

Ich muss darüber schriftlich nachdenken, weil mich die bisherigen Informationsquellen nicht weitergebracht haben. In gefühlt jedem Selfcare Blogpost steht, dass man sich ne Kerze anzünden soll und sich ein Vollbad einlassen soll. Bei Kerzenlicht kann ich nicht lesen und ne Wanne hab ich auch nicht!
Hat ein bisschen gedauert, bis ich darauf kam, dass solche vorgefertigen Pläne nix bringen und die meisten Blogposts sagen einem auch nicht, wie man sowas angeht. Also vielleicht hilft dir das hier, besser auf dich aufzupassen. Es macht kein anderer für dich. Du bist groß genug. Du kannst für dich einstehen und das solltest du auch.

Und genau dieser Beschluss „Ich steh jetzt für mich ein und kümmer mich auch mal um mich“ ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Handeln und einen erfolgreichen Selbstfürsorgeplan. Doch wirklich. Sei nett zu dir und sag dir morgens mal „Ich kümmer mich heute gut um mich!“ – das macht einen gewaltigen Unterschied.
Dann gehts weiter:

1) Herausfinden, wann man sich wirklich am Wohlsten fühlt.
Also: Wann fühlst du dich wohl? Was tust du dabei? Mit wem? Alleine? Wo? Was lädt deine Batterien auf?
Wichtig ist, dabei so spezifisch wie möglich zu werden, also in meinem Fall z.B. Statt „Filme gucken“ heißt es „Sci-Fi-Filme gucken“ (es ist einfach mein Lieblingsgenre, dicht gefolgt von Revuefilmen :D) oder statt „Bewegung/Sport“ – „Schwimmen“.

Mach ne Liste. Schreibs auf.

2) Wie kann eine minimale Zeiteinheit aussehen?
Wie oft tust du etwas für dich aus oben erstellter Liste? Was ist das Minimum, dass du jederzeit im Alltag einbauen kannst? Wann könntest du es einbauen?
Schwimmen ist zeitlich manchmal schwierig in den Alltag einzubasteln, aber ich geh auch gern spazieren, das macht meinen Kopf frei. Eine Runde um den Block dauert 10 Minuten, die große Runde 20 Minuten. Das kann ich in der Mittagspause machen!
Was davon kannst du machen, wenn du mehr Zeit hast?

3) Im Alltag verankern
Ein Plan ist zwar schön, bringt aber nix, wenn man ihn nicht umsetzt. (Und ja, ich weiß wovon ich rede. ähem.)
Ich mache ja liebend gern Listen und Pläne, aber ich verzettel mich im wahrsten Sinne des Worte und komm vom Hundersten ins Tausendste. Ich brauche also Symbole, die als Signale für mich fungieren. Dazu muss ich keine Dekoeule kaufen, um mich ans Lesen zu erinnern, da reicht ein aufgeräumtes Sofa, wo das Kissen aufgeschüttelt und die Heizdecke sowie das Buch/eReader/Comic bereit liegt. Da kann abends schon die ausgespülte Lieblingsteetasse mit nem Teebeutel bereitstehen, damit man sich morgens schon beim Anblick erfreut. Die Glitzertasche mit den Schwimmsachen steht gepackt bereit.
Da gibts viele Möglichkeiten. Schreibs dir in den Kalender, lass dich vom Handy dran erinnern, nutze ne App. Oder zünd ne Kerze an.

Probier damit rum. Das mach ich auch und es läuft erstaunlich gut.

Auf meiner Liste stehen Sachen wie:

  • Kuchen essen und sehr guten grünen oder schwarzen Tee dazu trinken
  • lesen, mindestens 1 Stunde. Comics, Romane, Sachbücher egal.
  • Stille. Rumliegen und sich Sachen ausdenken gibt mir erstaunlich viel Energie.
  • Schwimmen
  • Ausreichend Schlafen
  • schöne und interessante Gespräche führen
  • Spazieren gehen, eine Runde durch den Park ist schon ausreichend
  • Bummeln.
  • Ein Museum besuchen. Idealerweise Kunst. Das entspannt mich total.
  • Zu einem bestimmten Thema recherchieren und etwas Neues lernen. Auf Wikipedia öfter mal den Zufallsbutton drücken. :D
  • usw.

Ich werd versuchen, morgens mal mehr Zeit für diese Sachen einzuräumen, damit mein Tag gleich gut beginnt. Die Idee hab ich von blissful mind und das Buch „miracle morning“ werde ich wohl mal lesen.

War das nützlich für dich? Wie gut kümmerst du dich um dich? Was lädt deine Batterien auf?

9 Gedanken zu “Selbstfürsorge und Minimalismus

  1. Hi, das hätte sich genauso von mir sein können.;-) Ich habe mich auch auf den Weg gemacht,mich selbst besser kennen zu lernen und gut für mich zu sorgen. Bei mir war das letztes Jahr mein Thema. Und auch da ging es mir ähnlich wie dir, die ganzen Ratgeber & Blogs und Artikel verwirren einen immer mehr, weil sie einen von einem wegführen anstatt mit Muße und Ruhe zu einem selbst hin. Hätte ich mal deinen Eintrag letztes Jahr schon gelesen!;-) Ich hatte dann 2016 für mich den weekview Kalender fprgit befunden, der half mir, auf Spur zu bleiben, sonst sind meine guten Gedanken und Vorhaben zu schnell im Alltag vergessen und aus den Augen. Mit den Eintragungen im Kalender konnte ich mich selbst immer daran erinnern, weil es in den Monats-und Quartalszielen fest auf dem Papier stand. Und zwar ziemlich genau die Sachen, die du auch aufgeschrieben hast, die mir gut tun: ins Museum gehen – habe ich letztes Jahr drei Mal geschafft und war ganz glücklich damit, und lesen und gute Gespräche führen und alleine spazierengehen, auch im Nieselregen, das tut so gut! Und man baut sich selbst wieder zusammen!
    Jetzt bin ich damit auf einem wirklich guten Weg und kann dir zurufen: bleib einfach dabei, es lohnt sich!!!

  2. Danke für den Link zu BlissfullMind. Finde ich richtig gut. Und eine Sache habe ich besonders von dort mitgenommen, sehr minimalistisch und für mich gerade absolut dran: Die One – Tab – Challenge. Also nur ein Fenster geöffnet haben. Fühlt sich soooo befreiend und gut an. Sonst hatte ich ohne Witz zeitweise 20 Fenster offen, das ist in meinen Augen achtlos und bringt nix, weil ich dann nur überfliege und hektisch hin und her springe. Nun überlege ich mir sehr gut, welche Seite ich öffnen, lesen und aufnehmen will. Gerade ist das deine Seite. Herzliche Grüße von Nina

    1. Hallo Nina,
      mein wichtigster und oft genutztester Shortcut ist strg+w – für Schließen. Ich hab auch schnell mal 20 Tabs offen, vor allem bei der Rechecherche, aber wenn ich damit durch bin strg+w und schnell geschlossen. So bleibts schön übersichtlich!
      Viel Erfolg bei der Challenge :)
      C

  3. Vollbad und Kerze ist auch nichts für mich. ;) Obwohl Wanne & Kerze vorhanden wäre. Ich habe neulich im Lively-Podcast gehört, dass sie (also Jess Lively) lieber von Pleasures spricht als von Self-Care. Diesen Gedankenkniff fand ich sehr hilfreich.

    Ich verlängere oft meinen Weg zur Arbeit. Auf dem Weg gibt es einen Minipark und in der Mitte nehmen die Verkehrsgeräusche stark ab und ich höre Vögel. Das ist ein schöner Start in den Tag für mich.

  4. Selfcare war lange nicht so mein Ding, bis ich erkannt habe, dass das ja nicht Maske-Sekt-Mädchenfilm oder Wanne-Kerze bedeuten muss. So eine richtige, aufgeschriebene Liste (wie deine) habe ich nicht, aber ich markiere mir schon seit einigen Monate Tage im Kalender, an denen ich bewusst etwas für mich gemacht habe (und das kann auch mal „nichts tun“ sein). So sehe ich direkt, ob das Verhältnis zwischen Arbeit und Akku aufladen noch passt. Gerade ohne feste Arbeitszeiten verliert man nämlich schnell aus dem Blick, das man nicht rund um die Uhr arbeiten/studieren/leisten kann.

    Deine Listenidee nehme ich auf jeden Fall mit ins BulletJournal ;-)
    Liebe Grüße, Svenja

    1. Ich hab mich dieses Jahr bewusst nur für einen Jahreskalender entschieden, damit ich mir pro Tag nur einen Termin eintragen kann. Dann habe ich genügend Zeit für mich selbst und das läuft bisher ganz gut. Manchmal braucht es eben nur einen kleine Trick :)

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