6 Tipps zum Secondhand Shopping – wie der Stoffwechsel auch Minimalisten Spaß macht

Okay – es folgt eine Tatsache und eine Beichte.
Die Tatsache: Ich hasse Shopping als Freizeitbeschäftigung. Den Sinn davon habe ich noch nie verstanden.
Die Beichte: Shoppen in Secondhandläden macht mir dagegen richtig viel Spaß. Das war nicht immer so. Und genau deshalb möchte ich davon berichten.

Lange Zeit habe ich überlegt, wie Secondhand Shopping als Minimalst vereinbar ist. Man kann nämlich beim Secondhand Shopping nich losgehen und genau das Teil finden, was man benötigt, sondern muss sich immer überraschen lassen. Dafür braucht man Geduld und Nervenstärke. Doch die Idee, möglichst nachhaltig und günstig seinen Kleiderschrank zu „füllen“ ohne Fairtrade Mode kaufen zu müssen, fand ich ziemlich gut. Also habe mich darauf eingelassen und werde seit dem ich es geschnallt habe regelmäßig belohnt.

Vielleicht findest du es eklig gebrauchte Kleidung zu kaufen. Falls das der Fall sein sollte, überleg mal, was das geringste Übel für dich ist: Vielleicht fängst du erstmal mit Accessoires an, wie Gürtel oder Taschen. Guck dich einfach mal um, was der Secondhandladen in deiner Nähe anbietet.
Unterwäsche, Socken, Bademode und Nachtwäsche kaufe ich auch nur neu und das finde ich völlig in Ordnung. Hosen auch, aber das lag bisher daran, dass ich noch keine im Secondhandladen gefunden habe.
Oder veranstalte mal mit deinen Freundinnen und Freunden eine Kleidertauschparty. Von einer Freundin würdest du doch einen Pullover anziehen, oder? Warum nicht auch von einem Unbekannten, aus dem Secondhandladen?

Hier nun das Destillat aus meiner bisherigen Secondhand-Shopping-Erfahrung:

1. Wissen, was einem steht und wie man sich kleiden will
Seit ich mein Stilmotto (Galaxy Warrior) gefunden habe und durch die Typberatung weiß, welche Farben mir stehen, gucke ich ganz anders in den Läden. Das gilt natürlich auch für Secondhand. Dort ist es sogar noch besser, weil die Kleidung meistens nach Kategorie und innerhalb der Kategorie nach Farben sortiert ist. Ich kann also wunderbar alles, was mir nicht steht ausblenden. Wer keine Ahnung von seinem Stilmotto hat, guckt mal bei into-mind.com oder theorganizedcardigan rein. Das Prinzip zur Stilfindung lässt sich übrigens auch als Mann anwenden.

2. Qualität erkennen (lernen)
Gute Qualität erkennen lernt man am Besten, wenn die Klamotten schon ein paar Mal getragen und gewaschen wurden und immer noch gut aussehen. Sind Fusseln zu sehen („Pilling“)? Zieht das Teil Fäden? Wie sehen die Säume aus? Gibt es Löcher oder Verfärbungen? (z.B. Deoränder) Kratzt der Stoff/das Material?. Ist das Teil noch in Form oder hat es sich schon verzogen? Welche Marken sind langlebig, welche nicht? Was steht auf der Waschanleitung? Bedruckte Kleidungsstücke oder besondere Stoffe bedürfen eventuell der Handwäsche. Bist du bereit, das Teil so zu pflegen? wenn nicht, lass es liegen.
Ich notiere mir auch ein paar Markennamen, wenn mir das Teil nicht gepasst hat, aber die Qualität top war. Man weiß ja nie.

3. Stöbern macht Spaß
Wenn ein Laden auf deiner Strecke liegt, guck regelmäßig rein. Secondhand Shopping funktioniert nicht auf Knopfdruck. Das braucht Zeit, es ist #slow – man braucht auch Geduld um tolle Sachen zu finden.
Ich mache jährlich eine Inventur von all meinen Klamotten und weiß daher, dass ich mal ein paar Shirts brauche. Manchmal sind es Hosen, ein anderes Mal wäre eine neue Bluse oder ein dicker Pullover nicht verkehrt, je nachdem, was ich aussortiert habe und glaube zu brauchen. Mit diesem groben Ziel geh ich los und klapper regelmäßig meine Lieblingsshops ab. Im Laden vor Ort steuer ich den Kleiderständer mit den Blusen an und sehe mir jedes Teil der gewählten Farbe an. Zwischen den Bügeln verbergen sich Schätze.

4. Sprich mit den Verkäufern
Die Verkäufer in den Läden kennen sich gut aus. Frag nach, wann und wie oft sie beliefert werden und plane deine Shopping-Ausflüge entsprechend. Gerade wenn du was Spezielles suchst, können dir die Verkäufer weiterhelfen.

5. Zieh dich bequem und funktional an
Wenn du tatsächlich einen Secondhand-Shopping-Samstag planst, denk an funktionale und bequeme Kleidung, da du vermutlich viel anprobieren wirst. Wenn du Schuhe hast und noch ein Kleid für einen besonderen Anlass brauchst, zieh die Schuhe an oder nimm sie mit. Wenn du weißt, dass der Secondhandladen eher ne dürftige Umkleidekabine hat, zieh ne Leggins und ein Tanktop drunter. Anprobieren vor Ort ist wichtig, weil man 1. die gebraucht erstandenen Sachen meistens nicht mehr umtauschen kann und 2. sich alle paar Jahre mal die Kleidergrößen ändern und bei Vintagemode komplett anders sind.

6. Spickzettel basteln
Gut, das ist ein Tipp, der für normales Shopping auch gilt. In meinem Filofax habe ich eine extra Kategorie für Stil und Klamotten, denn gute Vorbereitung erspart mir Stress und Zeit. Da drin befindet sich nicht nur meine Farbpalette, sondern auch diverse Maße, z.B. Handschuhgröße, perfekte Kleider- bzw. Rocklänge, Stylingideen, Kleider- und Schuhgrößen USA, Europa und GB. Den Rest habe ich als geheimes Pinboard in der Pinterest-App immer im Smartphone dabei.

In Hamburg gehe ich übrigens gerne in diese Läden:

  • Oxfam Shops (kleine Auswahl, dafür sehr günstig)
  • Stilbruch (neben Gebrauchtmöbeln gibts in der Ruhrstraße auch Klamotten)
  • Vintage & Rags (ausgefallene Vintage-Mode und Accessoires. Wer Vintage Sportswear oder Amerikanische Shirts sucht, wird hier fündig)
  • Humana Second Hand in Harburg (große Auswahl, teilweise qualitativ
  • Second Live in Harburg, ein paar Häuser nach dem Humana Secondhand Landen (große Auswahl, auch für Männer. Toll für dicke Jacken und Mäntel sowie große Größen)
  • Pick ’n Weight am Pferdemarkt (vintage, leider ziemlich kleiner Laden, aber wer Geduld hat findet Schätze)

weitere Läden in Hamburg findet man in dieser Broschüre von Greenpeace Hamburg.

Kaufst du deine Kleidung Secondhand? Was hast du gelernt? Welche Tipps und Tricks magst du teilen?

9 Gedanken zu “6 Tipps zum Secondhand Shopping – wie der Stoffwechsel auch Minimalisten Spaß macht

  1. Hallo, ich kaufe (fast) ausschließlich Second Hand. Auch Schuhe kaufe ich mir Second Hand. Nur Socken und Unterwäsche sind bei mir neu. Ich habe hier im Ort aber keinen guten Second Hand Laden gefunden. Der einzige Laden hat sich jetzt zu einer „Edel“-Second Hand Boutique umgewandelt und verlangt für seine gebrauchte Kleidung fast mehr, als neue für mich kosten würde. Deswegen kaufe ich eigentlich ausschließlich Kleiderpakete auf ebay. Da bekomme ich viel für relativ wenig Geld, aber es ist auch ein Glücksspiel. Denn ich kann die Sachen ja nicht vorher anprobieren. Aber ich hatte bisher in 90% der FälleGlück und es hat gepasst.

  2. Wenn man bedenkt, wie viele Schadstoffe und Chemikalien in neuen Klamotten sind, ist Secondhand-Mode plötzlich gar nicht so eklig…

  3. Schöne Zusammenstellung :)
    Das mit dem eklig finden hab ich noch nie verstanden. Könnte aber dran liegen, dass ich schon als kleiner Knirps regelmäßig mit meinem Papa am Flohmarkt war und zudem in Klamotten vom Kindergebrauchtmarkt gesteckt wurde, da kam das nie auf.
    Ich mag es total, wenn Sachen schon was erlebt haben. Ich geh zwar nicht so weit, mir wirklich Geschichten dazu auszudenken, aber ich hab immer das Gefühl gebrauchte Sachen haben viel mehr „Seele“ :D
    Mir gefällt die Idee, sich Markennamen zu notieren, wenn die Qualität gut war. Hast du da dann auch wirklich schon mal darauf zurückgegriffen? Das wäre so meine Befürchtung, dass ich zwar fleißig notiere, aber es dann doch nie abrufe…

    1. jepp, ich greife darauf regelmäßig zurück, aber leider sitzen die Sachen dann doch nich so gut, weshalb ich dann doch nix gekauft hab. Aber die Liste ist bei jetzt noch nich soooo lang :D ich fang ja erst damit an, das Thema zu entdecken :D

  4. Hi, ich bin schon seit längerem Fan von secondhand Klamotten, als Studentin v.a. aus Geldknappheitsgründen, heute eher bewusst wegen Nachhaltigkeit. Ich habe als Kind fast nur gebrauchte Sachen getragen (ausm Westpaket:-) und kam daher wohl nie auf Hygieneangstgedanken, das wird gewaschen und dann isses fein! Heute bin ich regelmäßiger Gast in einem sehr netten Laden mit Gebrauchtmode, wo ich auch gern meine eigenen, nicht mehr tragbaren Sachen hinbringe und mir im Tausch dann dort Sachen raussuchen kann. Die Preise sind nicht sehr billig, weil die Ladenbesitzerin ja davon leben muss. Aber ich unterstütze ein kleines Geschäft vor Ort. EBay klappt auch gut, wie auch Kleiderkreisel. Vor allem muss ich mich bei solchen Angeboten nicht mehr durch die übervollen Geschäfte in der Innenstadt quälen, wo ich vor lauter Auswahl gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich kaufen wollte, ganz schrecklich.. Schönen Sonntag! Anita

      1. Bei Ebay suche ich meist Dinge, die ich mal hatte und sehr mochte, da kenne ich die Passform. Und ich habe eine Allerweltsstandardgröße, da passt das meist. Und wenn man sich wirklich mal vertut, die Hose zu weit ist, kommt ein Gürtel rein, wenn sie zu eng ist, kriegt sie die dünnere Schwester oder sie wandert schulterzuckend in den Gebrauchtladen vor Ort :-) Bei kleiderkreisel hatte ich bislang nur einen Fehlkauf, obwohl die Verkäuferin extra ausgemessen hatte und ich wusste, es wird knapp, aber wollte das Teil unbedingt, aaahhh… ich habe dafür zum Glück eine liebe Abnehmerin im Bekanntenkreis. Also bissl Augenmaß, Erfahrung, Rücken-, Ärmellänge und v.a. Taillenweite bei Interesse (und unbedingt bei höherpreisigen Sachen!!) lieber ausmessen lassen – das ist mein Rezept. ;-) Ich kaufe übrigens auch gern Pakete, dann wird nicht nur ein kleines Teil durch die Gegend geschickt. Ich tausche auch gern, und ich verkaufe auch manche Sachen dort wieder, zum kleinen Preis.

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