1 Jahr Habit Tracker und was es mir gebracht hat

Letztes Jahr habe ich das ganze Jahr über einen Habit Tracker benutzt. Über die Konsequenz bin ich selbst erstaunt :D Und ja, auch das habe ich mir von den ganzen Bullet Journal Begeisterten abgeguckt. Genutzt habe ich eine Vorlage, die ich auf pinterest gefunden habe. Sie ist von clementine creative, aber man kann sich ja auch selbst einen gestalten oder einfach einen Kalenderausdruck machen, wenn es nur um eine Gewohnheit geht. Ich habe das ja schon mal so ähnlich gemacht, nur dann eben nicht so konsequent.

Aber halt – was ist Habit Tracking und was soll das? Wenn du nicht wie ich den halben Tag auf pinterest herumgurkst, weißt du das wahrscheinlich gar nicht. Ich habe leider keine Ahnung, wer auf diese gute Idee gekommen ist, aber es ist sehr einfach: Man setzt sich Ziele, verwandelt diese in möglichst kleine, machbare Schritte und versucht, diese Schritte sichtbar zu machen, um den anstehenden Erfolg feiern zu können. Oder anders: Kleine Verhaltensänderungen führen irgendwann zum Ziel. Und wenn das nicht klappt, kann man anhand des Trackings nachvollziehen, warum das nicht geklappt hat.

Die Vorlage war einfach und schnell gedruckt, also gings sofort los. Mein persönliches Motto „Fortschritt statt Perfektion“ stand dabei über allem. Abends vorm Schlafengehen habe ich Bilanz gezogen und meine Kästchen ausgemalt.

Was ich gut finde:

  • grafisch, daher auf einem Blick erkennbar wie es läuft
  • Kästchen ausmalen macht mir Spaß
  • man kann kurzfristiger nachsteuern in dem man sofort bzw. am nächsten Tag was ändert, weil man sein Scheitern schwarz auf weiß hat

Achtung: Stolpersteine:

  • Gewohnheiten, die keinen Rahmen haben, werden nicht abgebildet. Ein Vorsatz „3 x am Tag Obst zu essen“ lässt sich nicht so gut abbilden wie ein „Obst essen“. Das muss man bedenken, sonst kann man nie ein Kästchen markieren und das frustriert. Wenn ich aber 3 x am Tag Obst esse und dies tracken will, muss ich es auch dreimal hinschreiben, und dann wirds wieder kompliziert.
  • ohne ordentliche Reflektion am Monatsende bringt es nicht viel. Der Trick beim Habittracking ist ja, herauszufinden, was man so tut bzw. nicht tut und vor allem wann man es tut, damit man seine Ziele erreichen kann. Also setz dich am Monatsende oder am Anfang oder auch in der Mitte mal eine halbe Stunde hin und überlege, was nicht so ganz rund läuft.
  • wenn das Papier nicht gut sichtbar auf meinem Schreibtisch ist, vergesse ich, meine erledigten Punkte zu markieren

Fragen zum Monatsende:

  • Wie ist es insgesamt gelaufen? Was habe ich über mich gelernt?
  • Was kann ich im nächsten Monat besser machen?
  • Was hat super geklappt? Will ich das im nächsten Monat auch noch tracken?
  • Welche Gewohnheit, die ich ändern wollte, hat überhaupt nicht geklappt? Woran lag das?
  • Was könnte mir konkret dabei helfen, diese Gewohnheit zu ändern? Kann ich es realistisch ausprobieren?
  • Wie gehe ich mit Hindernissen & Rückschlägen um?
  • An welchen Tagen gelingt es mir leichter, etwas umzusetzen? An welchen Tagen gar nicht? Woran liegt das genau?
  • Was motiviert mich? Gibt es jemanden, der mich bei der Umsetzung unterstützen kann? Wie?

Natürlich muss man nicht alle Fragen beantworten, aber sie sollten dir eine Idee geben, wie man mit diesem wunderbaren Werkzeug umgeht.

Dann kommt die Kür – und da bin ich selbst noch nicht so weit – diese ganzen Antworten auch einbauen und weitermachen. Wenn ich mir das letzte Jahr so anschaue, kann ich hervorragend Muster entdecken. Z.B. dass ich im ersten Quartal echt super dabei war. Es war diese Neujahrsmotivation, die mich getragen hat. Ich habe mich gesund ernährt, viel Sport gemacht usw. Dann brach es ein, weil die erste Erkältung kam. Dann gabs Stress auf der Arbeit, dann war Urlaub, dann wieder krank. (ja, 2017 war nicht mein bestes Jahr :D) Ich habe es nicht geschafft, mich da wieder rauszuwühlen, weil mir dazu die Energie fehlte, aber den Habit Tracker habe ich trotzdem genutzt. Jetzt kann ich mir anschauen, was gut funktioniert hat und einen neuen Versuch starten.

Gewohnheiten, die sich 3-4 Monate etabliert haben, muss man nicht mehr weiter tracken.
Wenn du etwas tracken willst, aber dich eh nicht dran hältst, kannst du es auch bleiben lassen und vielleicht einfach deinen Frieden damit machen, dass es so ist? (Zum Beispiel habe ich versucht jeden Abend rechtzeitig ins Bett zu gehen, damit ich ausgeschlafen bin. Das war echt frustierend, weil ich es einfach nie hinbekommen habe. Jetzt lass es einfach und finds ok. Den fehlenden Schlaf hol ich mir über Nickerchen und am Wochenende – ich kann jeden Monat einen neuen Versuch starten!)

Wie gehst du deine Gewohnheitsänderungen an? Nutzt du einen Habit Tracker? Wie läuft es? Hast du Tipps für mich?

2 Gedanken zu “1 Jahr Habit Tracker und was es mir gebracht hat

  1. Liebe Frau DingDong,

    ich habe das auch mal gemacht – letztes Jahr. Und zwar habe ich folgendes getrackt:
    – mind. 2 Liter Trinken am Tag – dazu hatte ich vier Kästchen (ein Kästchen = 0,5 Liter)
    – mind. 1 Stück Obst am Tag

    Ich hab auch immer fleißig die Kreuzchen gemacht, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich das ganze unter Druck setzt. Das hat mir nicht so gefallen. Deswegen habe ich damit aufgehört.
    Jetzt notiere ich mir nur noch im Kalender, wann ich beim Sport war. Damit komme ich gut klar.

  2. Hallo Claudia,

    ich habe seit diesem Monat einen Habit-Tracker direkt in meine Monatsübersicht im Bullet Journal integriert, sodass ich es jeweils bei jedem Tag direkt daneben habe. Das war die Reaktion auf meine Tacheles Challenge, in der ich herausgefunden habe, dass das dort angewendete System nicht gut funktioniert hatte, weil sich manche Aspekte überlappt hatten.

    Natürlich bin ich direkt wieder über das Ziel hinausgeschossen und habe sage und schreibe 11 Gewohnheiten auf einmal versucht. Schnell war klar, dass ich manche überhaupt nicht tracken brauche, wie du schreibst. Soziales Leben ist für mich so etwas. Das merke ich im Zweifelsfall auch so, wenn es mir fehlt, und dann kann ich es ja ganz einfach erlangen. Andersherum sieht das anders aus. Insofern wäre eine Sparte „Zeit für mich“ eigentlich wichtiger, aber die überlappt sich beispielsweise mit Meditation und auch da kann ich recht einfach gegensteuern.

    Frühstück brauche ich gar nicht mehr tracken, das funktioniert reibungslos mit ganz wenigen Ausnahmen. Reisen tracken lohnt sich auch nicht wirklich. (Wollte ich ursprünglich, um mehr zu reisen, aber wenn man lange Zeit im Ausland lebt, relativiert sich das irgendwie.) Offline werde ich kommenden Monat auch nicht mehr tracken, weil ich dafür einen Tag in der Woche reserviert habe und es daher vorprogammiert ist, dass ich die übrigen sechs Tage Kreise male. (Die verwende ich anstelle eines freien Feldes zur Vermeidung von Selbstbetrug. :D)

    Wasser tracke ich tatsächlich mit nur einem Kästchen. Entweder habe ich genug (4x meine 800ml Flasche mit Leitungswasser, alle anderen Getränke zähle ich nicht mit dazu) getrunken oder nicht. Alternativ überlege ich, stattdessen die Zahl der Flaschen einzutragen. Selbiges gilt für Sport: Da mache ich alternierend Ausdauerlauf und Krafttraining und könnte auch die entsprechenden Abkürzungen eintragen.

    Da hätte ich jetzt schon fast selbst einen Blogpost draus machen können. :P Naja, mit etwas mehr Abstand dann vielleicht.

    Lieber Gruß aus Tel Aviv,
    Philipp

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