Die Social Media Ödnis

Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat…riecht ihr das auch? Es stinkt faulig, schwefelig, manchmal auch wie ein verschimmelter Dachboden. Ach und das neue Vero. Das stinkt auch.
Ich habe ja immer mal wieder angedeutet, dass mir Twitter und Co. gerade keinen Spaß mehr machen.
(Und ja, mein Blog ist auch ein kleines Problem.)

Warum ich darüber schreibe? Es muss raus. Und weil ich gefragt wurde, warum ich meinen Twitteraccount gelöscht habe. Die kurze Antwort: es langweilte mich extrem.

Twitter wurde immer anstrengender. Ich sah Dinge, die ich nicht sehen wollte, las belangloses Blabla, das ich nicht mal abonniert hatte. Mein Mitteilungsbedürfnis geht schön langsam gegen null.
Wer liest eigentlich noch Blogs? Sind sie wirklich tot? Macht das hier noch einen Sinn?
Auf Instagram malen sich die Mädchen dicke Augenbrauen und wenn ich auf „entdecken“ klicke, sehe ich nur Schleimvideos, lachende Babys und Transformtuesday-Bilder von Menschen, die vorher dick waren und es jetzt nicht mehr sind. Immer dasselbe.
Dazwischen sehe ich „Vorschläge“ oder „was ich verpasst habe“ – das bereichert aber nicht meine Gedanken, das interessiert mich nicht, das ist Spam.
Es ödet mich an.

Früher, ich weiß nicht wann früher ist, machte das alles Spaß, man konnte (sich) ausprobieren und sich vernetzen. Jetzt tut man es anscheinend nur noch, wenn man was verkaufen will oder muss. Glückwunsch, wir haben uns auch das Internet so durch kommerzialisiert, dass es nun richtig schön nervig ist. Ständig diese Werbung.
App auf, Leute, die was wollen, App zu.
Es ödet mich an.
Es ödet mich nicht an, was die vielen Menschen zu sagen haben. Das ist witzig, tragisch, rührend, inspirierend. Aber wie es einem verkauft wird bzw. wie es von den Algorithmen kuratiert, wird nervt mich. Plötzlich sind wir doch nur noch Informationskonsumenten mit ner Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege geworden.

Ich vermisse die Fragen, Ideen und klugen Diskussionen, die das Internet zu so einem tollen Ort gemacht haben. Ich will keinen Algorithmus, der mir sagt, für was ich mich zu interessieren habe. Ich will selber gucken! Teppiche hochheben, Falltüren aufmachen, irgendwo runtersteigen, mit ner Taschenlampe leuchten, Regale abstauben, durchlüften. Entdecken.

So, wie es jetzt gerade ist, bereichert mich Social media nicht mehr. Klar hätte ich einfach sämtliche Follower löschen und neuen Leuten folgen können. Das habe ich zwischendurch auch gemacht, aber es hat sich nichts geändert.

Ich habe meinen Twitter Account deaktiviert und überprüfe, wie sich das anfühlt.
Von Vero hab ich mich wieder gelöscht, weil…ach wozu denn?
Instagram behalte ich erstmal, weil ich eure Stories so mag, aber ich beschränke mich und reduziere meine Online-Zeit.
Wie es mit dem Blog weitergeht, weiß ich immer noch nicht. Ich habe genügend Themen und Ideen, aber es ist halt sehr zeitaufwendig und ich weiß noch nicht genau, ob es mir noch was bringt. Vielleicht kommt ja bald eine Idee vorbei, wie das Schreiben in ein „Bloggen 4.0“ verwandeln kann. Der eigene, werbefreie Blog gegen die Ödnis der Algorithmen. Aber hat das eine Zukunft? Reicht die Aufmerksamkeitsspanne noch um einen Beitrag mit mehr als 300 Zeichen zu lesen?

Mit dem Thema fühle ich mich irgendwie allein. Alle Welt scheint Spaß daran zu haben, Selfies zu posten, Schminkvideos zu drehen, Sachen zu teilen. Und ich sitz hier und schreib und weiß nicht, ob das wo ankommt, bei wem, was das mit demjenigen oder derjenigen macht und ich selber lese ja auch kaum Blogs und weiß nicht mal warum.

Wie ist das bei dir? Liest du noch Blogs? und das regelmäßig? Was hat sich deiner Meinung nach verändert? Wann war das? Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft von Social Media aus? Was nervt? Was findest du super? Was fehlt?

Ich hab natürlich nachgeforscht, ob es anderen auch so geht. Das sind meine Fundstücke:

Why Blogs are still important in 2017
Starting a blog in 2017? Don’t.
Has Instagram Come Full Circle?
Why Instagram Really Isn’t Much Fun Anymore
Why Teens are leaving Facebook
Vom 9-10 März war übrigens wieder National Unplugging Day
auch schon älter, aber interessant: Your Brain on Facebook

26 Gedanken zu “Die Social Media Ödnis

  1. Ich kann diese ödnis so gut nachvollziehen. Es wird wieder und wieder gekaut und als innovative dargestellt. Es betrifft nicht nur Social Media sondern viele Bereiche im „real life“. Ich schätze deinen Block sehr. Er regt mich an Themen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, mich damit auseinanderzusetzen oder es einfach wahrzunehmen. Danke für diese Arbeit.

  2. Ich nutze kein Social Media. Und ich lese noch Blogs. Gefühlt gucken heute jedoch die Leute mehr Videos, halten sich lieber auf Social Media Kanälen auf. Ist mir aber egal, ich mach mein Ding. Das ist gut so.

  3. Sehr guter Artikel!

    Zu deinen Fragen:

    Wie ist das bei dir?
    ja es macht sich auch bei mir eine Ödnis breit und Langeweile.

    Liest du noch Blogs? und das regelmäßig?
    Ja es gibt wirklich noch Blogs die ich rglm lese, wenn auch von der Anzahl weniger.

    Was hat sich deiner Meinung nach verändert?
    Es wurde alles zu monochrom – eh wie du es geschrieben hast. Es ist so als suhlt sich alles inderselben Suppe ohne das neuer Input kommt. Logarithmische Inzest.

    Wann war das?
    Schleichend über die letzten Monate.

    Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft von Social Media aus?
    Keine Ahnung, aber der Hype ist wohl vorüber. Ich kenne viele die nicht mehr facebook nutzen. Twitter, Vero war ich nie und werde ich nie sein. Ich bin mehr facebook und instagram User. Wobei sich auf den social Media Plattformen jeder seine eigene Wirklichkeit basteln kann (Logarithmus sei dank…) und man selten oder gar nicht mehr neuen Input bekommt. Man möchte weltoffen sein hängt aber plötzlich doch innerhalb seines Tellers fest und man findet seinen eigenen Horizont wieder mit einem Radius von Null. Das finde ich erschreckend!

    Was nervt? Was findest du super? Was fehlt?
    Ich weiß es nicht, aber es muss sich unbedingt etwas ändern. Ich bin hin u hergerissen. Am liebsten würde ich dem ganzen schnellen Social Media Konsum entsagen (Insta, Faceb) aber es passieren dann doch so viele spannende Beiträge die ich gerne lesen möchte und Leute denen ich folgen möchte. Die Frage ist, verpasse ich wirklich etwas wenn ich das nicht weiß? Ist es wirklich ein Mehrwert?

    Lg
    Anna

  4. Ich nutze selbst kein Social Media, bin also nicht bei Twitter, Facebook und Co. Daher kann ich dazu nichts sagen.

    Ich lese aber noch Blogs. Eine Hand voll – maximal. Deiner ist dabei.

    Ursprünglich kam ich über das Thema „Minimalismus“ zu Deinem Blog. Und darüber habe ich dann auch viele andere Blogs und über die dann wieder andere Blogs usw. gefunden. Aber nach einer gewissen Zeit ist doch alles das gleiche, schreibt jeder das gleiche. Es ist langweilig. Das ist auch der Grund, warum ich die ganzen Blogs nicht mehr lese – außer u.a. Deinen. Weil er eben nicht einer von vielen ist, sondern irgendwie einmalig. Weil er verschiedene Themen aufgreift und nicht so weichgespült und mit „ach-so-tollen“ Fotos ist, wie der große Rest.

    Aber um nochmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen: Auch wenn ich kein Social Media nutze, langweilt mich das ganze Internet immer mehr. Und das finde ich auch gut so. Und eigentlich ist es doch schön, wenn es anderen auch so geht. Also, raus aus dem Internet, rein in die Realität!

    1. Hallo Claudia,

      ich sehe es ähnlich wie Barbara: Jedes Mal, wenn ich den Eindruck habe, dass das Internet gerade nichts mehr für mich zu bieten hat, bin ich froh darüber. Ein unglaublich befreiendes Gefühl und Kontrastprogramm zu der sonst so üblichen FOMO.

      Ich habe zuletzt besonders gemerkt, wie gern ich immer noch schreibe und wie viel ein guter Beitrag in Menschen bewegen kann. Es gibt eben unterschiedliche Konsumtypen. Mich regt bei vielen Vlogs das Geschwafel auf. „Komm doch einfach mal zum Punkt!“, denke ich mir dann, kurz bevor ich es abschalte.

      Sind Social Media tot? Manchmal gewinne ich den Eindruck und frage mich dann auch selbst, ob ich nicht einfach alle abmelde. Bei Facebook habe ich mich hingegen erst kürzlich angemeldet, um von seinen Funktionen profitieren zu können, mag aber keine privaten Informationen teilen. Und im aktuellen Skandal um den Datenmissbrauch ist mir aufgefallen, dass sich für mich in den letzten zehn Jahren geändert hat, was ich als private Daten betrachte. Ein Geburtsdatum ist für mich mittlerweile nicht mehr privat und ich wünsche mir sogar, dass mehr Menschen zu ihrem Alter stehen.

      Ich bin froh, dass du deinen Blog noch betreibst, denn er ist einer der wenigen, die ich nach wie vor genieße, zu lesen, und die mir neuen Input geben. :) Vielen Dank dafür! Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als wäre man allein auf seinem Blog, gibt es viele stille Mitlesende, wie die Fülle an Kommentaren hier zeigt.

      Lieber Gruß,
      Philipp

  5. Moin, also ich finde es super, dass du den sozialen Medien entsagst, grins. Ich finde die irgendwie eher asozial, und deshalb war ich noch nie drin. Instagram z.b. finde ich ganz ganz fürchterlich. Dass die vielleicht früher mal gut waren, okay , aber dass heute sich alles verändert hat, hin zu nur noch Kommerz und durchgestyltem ach wie schön mein Leben Selbstdarstellunggepose ist sogar mir aufgefallen.
    Blogs dagegen lese ich immer noch sehr gern, habe einige Quellen, denen ich über Feedly folge, und gut ist. Bei dir z.b. schaue ich gern vorbei, zum einen wegen der gelesen und gesehen Liste, aber auch wegen deinen ganz eigenen Gedanken zum Thema Minimalismus und Blick auf die Welt! Und du hast mir schon so viel wertvoller Tipps gegeben, also zum Nachdenken angeregt, oder mich einfach angestupst, Vögel beobachten zu gehen! ;-)
    Twitter habe ich installiert, nutze es aber überhaupt nicht, weil mir kein Zweck dafür einfällt , außer wenn die Polizei irgendwelche Situationsbeschreibungen liefert.
    Also für mich sind die selbst geschriebenen Beiträge ein guter Blick und eine echte Erweiterung , Videos dagegen und sogar auch Podcasts sind irgendwie nicht mein Ding, denn ich bin ein Schnellleser und bin von bunten Videos und Dauergeplapper eher genervt. Ich mag noch nicht mal Hörbücher :-D
    Ich mag die Vielfalt des Netzes, trauere aber auch ein bisschen der Zeit hinterher, als die Leute sich selbst und ihre Hobbys , Reisen schräge Sammelleidenschaften und ähnliches auf ihren selber gebastelten Homepages präsentiert haben , das war noch Technik für den Menschen. heute habe ich oft das Gefühl, dass wir ja Datenliefervieh sind, für die Algorithmen und die großen Handelskonzerne ,und im Grunde des Herzens sich keiner wirklich für den anderen interessiert. Meiner Meinung sieht man das an der Zunahme der ganzen Herzen und like Zeichen, dahinter ist aber eher doch, weiß ich niemand etwas wirklich anschaut oder ein Gespräch oder Austausch in Gang kommt. Von daher, sollen doch die asozialen Medien aussterben, vielleicht gibt es etwas Neues, wie Menschen das Netz nutzen können. Bin da aber zunehmend pessimistisch, unser Wirtschaftssystem krallt sich einfach alles, egal ob soziale Bindungen von Menschen oder Natur oder Musik, alles durch kommerzialisiert. Das ist nicht aufzuhalten, sondern systemimmanent . was man versuchen kann, ist, kleine Inseln und Enklaven zu schaffen, neue Freiräume zu suchen , um menschliches Miteinander zu erleben . und für mich sind , nicht alle , aber einige Blogs unbedingt das Lesen wert, aber ich sehe auch dass Problem, Zeit ist Geld, und Blog schreiben rentiert sich halt leider nicht , daher fürchte ich, das Blogs eher aussterben werden. Aber vielleicht bleibst Du uns ja noch eine Weile erhalten in dieser oder einer anderen Form? Ich würde mich freuen!! :-)) Anita

  6. barbara hat meine Gedanken perfekt in Worte gefasst. Mir geht es ganz genauso. Lange/längere Blogbeiträge, die sich intensiv(er) mit einem – ruhig auch persönlichen – Thema beschäftigen sind mit tausendmal lieber als das x-te selfie mit scheinbar perfekten Umständen.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass wir noch lange die Chance haben, deine tollen und inspirierenden Beiträge lesen zu dürfen! :)

  7. Erstmal danke für deinen Blog. Auch wenn ich nich regelmässig kommentiere, habe ich ihn doch in meinem rss-reader abonniert und freue mich immer über neue Artikel. Deine Artikel über Minimalismus fand/finde ich von allen deutschen Blogs am Spannendsten, da du deutlich weiter denkst als das übliche ausmisten usw.

    Ich lese wirklich gerne Blogs, allerdings ist mein rss-reader in den letzten Jahren immer leerer geworden. Ich höre viele Podcasts und schaue recht viel youtube. Dabei muss ich mich durch ganz viel mittelmässiges bis schlechtes quälen bis ich etwas wirklich gutes gefunden habe, aber dann lohnt es sich wirklich. Es gibt auf jeden Fall Leute, die etwas zu sagen haben, die diskutieren möchten und zum denken anregen.
    Als Beispiel möchte ich den Podcast Food 4 Thot anbringen. Absolute Nische, aber für mich großartig: 4 schwule, nicht weisse Schrifsteller aus New York reden über Sex, Popgedöns und über was sie gerne lesen. Teilweise sehr explizit sexuell (superspannend für meinen Beruf) und dann plötzlich nachdenklich über alles mögliche.

    Naja, bei Twitter bin ich seit langem nicht mehr, weil ich da auch keinen Mehrwert außer Zeitverbrennen drin gesehen hab. Alles andere habe ich sowieso nie genutzt und kann dazu nix sagen.
    Was wollte ich eigentlich sagen? Es gibt immer noch Leute abseits von Kommerz im Netz, bei denen man etwas entdecken kann, zum nachdenken angeregt wird. Aber sie sind schwieriger zu finden. Falls du mit dem Bloggen aufhören solltest, würde für mich eine weitere Person leider verschwinden, die genau das für mich macht.

  8. Hallo,

    ich war auch immer begeisterter Leser von Blogs. Allerdings sind die meisten Blogger zu „Influencern“ und Kooperationspartnern mutiert. Die Posts werden noch mit einigen schönen Fotos versehen. Fertig. Macht fast jeder. Langweilig. Da kann ich auch Werbung im TV anschauen. Was mich früher an Blogs gereizt hat? Die Posts waren persönlicher, weniger „aufgehübscht“, freier von der Leber weggeschrieben. Ach ja, und fast jeder veröffentlicht jetzt ein Buch oder verkauft „selbstdesignte“ Kalender oder ist Veganer usw. Instagram war früher individueller und Facebook ist nur noch eine Geldmaschine und hat den eigentlichen Sinn eines Netzwerkes aus den Augen verloren (ach, wie schön war es als es nur Studi VZ gab). Trotzdem finde ich es gut, dass Social Media nun kritisch beäugt wird und sogar langweilig geworden ist. Man kümmert sich wieder mehr um das reale Leben.

    Viele Grüße Jacqueline

  9. Allein bist du also nicht, wie die Kommentare zeigen.
    Deinen Blog lese ich sehr gerne und würde ihn vermissen wenn es ihn nicht mehr gäbe. Insgesamt mag ich Podcasts inzwischen mehr als Blogs, dort scheint mir die Persönlichkeit der Macher mehr durch zu scheinen.
    Ich bin social media müde; es ist einfach so mühsam Interessantes heraus zu filtern.

    1. Vielleicht leben die Podcasts jetzt so auf, weil sie noch nicht so dermaßen voll mit Werbung sind? Podcasts sind ja echt das neue Ding…zumindest für die audiophilen unter uns :D (ich bin es leider echt nicht :( )

  10. Social Media Müde – das trifft es wohl ganz gut. Ich hatte ja zu Facebook noch nie eine gute Beziehung und hadere mit Instagram im Moment ebenfalls. Umso mehr suche ich gerade wieder nach Blogs mit/von interessanten Menschen, mit Ideen und Themen, die zum Nachdenken und Handeln anregen.

    Dein Blog war einer der ersten, die ich überhaupt online gelesen habe und ich würde deine Sicht auf die Welt vermissen, wenn du aufhören würdest, zu schreiben/zu veröffentlichen.

    Überhaupt glaube ich, dass Blogs wieder in Mode kommen werden, weil die ganzen Sichtbarkeits-Algorithmen viele Medienschaffenden einfach nur nerven. Ich liebäugle auf jeden Fall gerade damit (testweise) wieder zu bloggen – ganz klassisch mit einer Mischung aus Themen und Beitragsarten.

    Liebe Grüße, Svenja

  11. Es ist so wahr, was du schreibst!

    Blogs lese ich immer noch gerne. Vielleicht, weil ich hier mein eigener Algorithmus bin? Wann lese ich was? Wen lese ich? Es ist auch so, dass ich mich bewusst hinsetze und neue abonnierte Blogposts lese. Nicht als Ablenkung, nicht nebenbei, sondern bewusst. Dann ist es auch egal, ob es 300 oder 3000 Wörter sind. Ich lese auch werbeunterstützte Blogs, denn ich weiß, wie aufwendig bloggen sein kann. Aber die Werbung muss klug integriert werden, den Anspruch habe ich schon.

    Facebook habe deaktiviert. Es hat mir nichts gegeben. Und seit Twitter und Instagram die chronologische Reihenfolge von Beiträgen komplett ignorieren, bin ich da auch irgendwie raus. Instagram Storys mag ich dagegen sehr. Mal sehen, wie lange…

  12. Ich kann mich den vorherigen Kommentaren nur anschließen. Diese Social Media Ödnis empfinde ich genauso. Es wird immer weniger persönlich sondern immer mehr kommerziell. Das ist einfach so schade und gerade auch ein Punkt, den ich bei mir stark merke. Dieses „mit der Zeit gehen müssen um up-to-date“ sein zu müssen. Ich möchte nicht die nächsten Angebote auf Instagram, Facebook, Twitter, etc. lesen, sondern altmodisch in der Post haben oder ausgewählt von mir – und nicht von irgendwelchen Computerprogrammen – als Newsletter. Ich möchte selber entscheiden, welche News ich lesen möchte und welche nicht.
    Mit den Blogs ist es genauso. Viele Blogs werden immer kommerzieller und wirken dadurch wenig authentisch. Dein Blog dagegen ist für mich einer der Besten, die ich lese. Er ist authentisch geschrieben, du zeigst verschiedene Sichtweisen und schreibst einfach als Du. Deine Berichte über Hamburg haben mir z.B. aktuell für unseren persönlichen Hamburg Kurztrip tolle Tipps gegeben und deine Gesehen und Gelesen Liste geben mir viele Ideen für neue Bücher und Filme. Oder deine Beiträge wie jetzt zum Beispiel der Social Media Ödnis Artikel zeigt mir, dass ich nicht allein bin und es auch andere Menschen gibt, die angenervt sind. Sie regen zum (nach)denken an und vielleicht zum handeln. Ich würde es unheimlich schade finden, wenn du deinen Blog aufgibst.

  13. Ich langweile mich auch inzwischen. Facebooks Algorithmen treffen selten meinen Geschmack und grundsätzlich hat es mir überall zuviel Werbung, die mich beeinflusst. Neulich habe ich mich beim Gedanken ertappt, die Spice Girls seien doch eher rundlich gewesen, dabei finde ich den Fitnesstrend nach wie vor grauenhaft. Aber: ich lese Blogs. Gerne am Wochenende auf dem Tablet im Bett. Aber inzwischen lege ich das Tablet danach zur Seite und lese analog weiter. Im Moment kommt kaum Neues dazu, eher sortiere ich aus. Ich wünschte, es ergäbe sich wieder was spanndendes im Internet, aber ich fürchte, es wird so belanglos wie das Zeitschriftenangebot im Kiosk.

  14. Über Herzdamengeschichten bin ich heute erstmalig zu diesem blog gekommen.
    das Thema sprach mich gleich an. Wahrscheinlich weil sehr häufig meine Meinung zu sogen. sozialen Medien bestätigt wird. Es ist mir noch immer unbegreiflich warum diese Vereinsamungsmedien als „sozial“ bezeichnet werden. Es verstärkt sich bei mir immer mehr der Eindruck dass über diesen Medien für die Nutzer die Headline prangt:
    Wo lassen Sie denken!
    Also bitte weiter bloggen den qualitatives , eigenständiges Denken wird niemals obsolet.

  15. Vielen Dank für den Artikel, der mir aus der Seele spricht!

    Bei Facebook bin ich mehr oder weniger raus, Twitter nutze ich hin und wieder und Frage mich warum. Google+ fand ich am besten, da hatte der Algorithmus anscheinend den geringsten Einfluss – leider war ich da mit meiner Meinung ziemlich allein.

    Am besten gefallen mir doch noch Blogs. Da habe ich den Eindruck noch selbst bestimmen zu können, was ich lese. Hin und wieder verlinkt dann ein Autor auf einen anderen Blog, und so bin ich dann auch hier gelandet. Mal schauen, wie lange ich bleibe :)

  16. Ich kann das so was von nachempfinden! Ich fahre meine Online-Social-Media-Zeit im Moment auch immens zurück…von Twitter habe ich mich bspw. auch verabschiedet. Teilweise sind mir einfach zu viele professionelle Social-Media-Menschen unterwegs, die rund um die Uhr senden und ihre Waren / Dienstleistungen bewerben. Da ist / war mir zu wenig Verbindung, hilfreiche Inhalte und zu viel Konsumanreiz.

    Es passiert analog / offline im Moment so viel, dass ich ganz viel Zeit zum Tee trinken, Musik hören und aus dem Fenster schauen brauche. :) Wenn ich Zeit und Muße habe, lese ich einige Blogs noch sehr gerne oder höre Podcasts!

  17. Hey Cloudy,

    ich kann das so gut nachvollziehen. Ich bin extrem auf der Social Media Welle mitgeritten. Habe essen geteilt. Extra ein eigenes branding für jeden Kanal erstellt und war bei Facebook auch extrem aktiv.

    Im letzten Monat habe ich dann Twitter Facebook Instagram Spontacts Youtube Pinterest und Xing gelöscht und bin komplett raus gegangen.

    Aber sie sind noch da. Die treuen Leser. Die lieben Menschen, die mir zustimmen oder mich mit ihren Kommentaren fordern.

    Ich glaube das aktuell viele das gleiche fühlen.. vielleicht ist es wirklich bloggen 4.0 was jetzt kommt. Ohne Tracking, ohne Social Media. Weniger und dafür mehr und vor allem persönlicher.

    Lg Michael

  18. Ich finde den Abschnitt von dir so treffend und toll <3 :

    "Ich vermisse die Fragen, Ideen und klugen Diskussionen, die das Internet zu so einem tollen Ort gemacht haben. Ich will keinen Algorithmus, der mir sagt, für was ich mich zu interessieren habe. Ich will selber gucken! Teppiche hochheben, Falltüren aufmachen, irgendwo runtersteigen, mit ner Taschenlampe leuchten, Regale abstauben, durchlüften. Entdecken."

    Du sprichst mir aus der Seele und ich hoffe deinen Blog behälst du noch lange. Ich fand und finde ihn immer wieder inspirierend <3 und habe einiges mitgenommen.

    Verbieg dich nicht, blogge mit deinem Tempo Themen, die dir etwas bedeuten und nicht was Mainstream & Algorithmen dir / uns vorgeben und nimm Auszeiten, wenn du sie für norwendig emfindest ohne dich jemals rechtfertigen zu müssen.

    Danke für deinen tollen Blohg <3

  19. Ich kann Dich sooo verstehen, dass Du von den ganzen Social Media Kanälen angeödet bist. Ich habe zwar einen Facebook-Account, aber poste so gut wie nichts. Was mir teilweise blöde Kommentare von Freunden einheimst: „Bei Dir ist ja nichts los!“ Ach? Nur weil ich nicht mein ganzes Leben auf FC, Instagram und Co. ausbreite ist bei mir nichts los? Ich habe schlicht weg KEINE Lust jede Minute meines Tages socialmedia-trächtig aufzubereiten, weil es mir VIIEEL zu ANSTRENGEND ist. Ich selbst bin in der IT im Büro den ganzen Tag tätig, da bin ich froh, wenn ich in meiner Freizeit möglichst wenig mit den ganzen technischen Gadgets zu tun habe. Dafür habe ich auch viel zu viele analoge Hobbies und Interessen, die mich viel mehr in meiner Freizeit befriedigen.
    Ich bin zwar bei Facebook, aber das betrachte ich einfach als das was es für mich ist: ein riesiges Adressbuch, über das ich zumindest lose problemlos in Kontakt mit Freunden im In- und Ausland bin. Instagram habe ich nicht. Twitter finde ich extrem sinnbefreit (was sollen die wenigen 120 Zeichen für irgendwelche Nachrichten?), Google+ entschließt sich mir. Und was ist das mit Snapchat? Und ein Smartphone habe ich auch nicht. Solange mein Handy nicht den Geist aufgibt, werde ich mir auch keines zulegen.
    Ich kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen:
    Social Media machen mich selbst momentan einfach nur müde.

    Obwohl ich durchaus einigen Blogs und deren SocialMedia-Kanälen teilweise seit Jahren folge. Deiner gehört dazu. :-) Irgendwie bin ich über das Schlagwort Minimalismus vor ein paar Jahren hier gelandet und ich kann nur den anderen zustimmen. Was Deinen Blog so interessant macht und mich bei Laune hält, ist die Abwechslung. Du schreibst was Du denkst und was DICH bewegt ohne Rücksicht darauf, ob es irgendwelche (dämlichen) Zusatzklicks gibt. Und da ist es auch egal, ob Du einmal im Monat oder jeden Tag etwas postest. Jeder Mensch nach seinem Tempo. Ich fände es sehr schade, wenn Du den Blog eindampfen würdest.

  20. Mitte Februar diesen Jahres habe ich Facebook gelöscht, Twitter folgte rund 3 Wochen später. Bei Instagram und Co. war ich nie. Seitdem auf den Social-Media-Kanälen fleißig mit Algorithmen gebastelt wird, ging es bergab. Zuviel Ablenkung mit zuviel Themen, die mir nicht gefallen.
    Ich lese wieder mehr Blogs, habe einiges als RSS-Feed und auf diesem Weg bin ich dann auch hier wieder gelandet. Ich konzentriere mich auf die Blogs, wo ich nicht mit Werbung zugeschüttet werde und ich finde es wunderbar, wenn Menschen einfach ihre Eindrücke, Erfahrungen und Gedanken ausdrücken, ohne dass gleich ein finanzielles Interesse dabei ist.

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