Eine perfekte Woche

Seit 4 Wochen übe ich eine neue Ernährung (die Diät heißt: weniger & besser) und es klappt eigentlich ganz gut. Jetzt hab ich meinen ersten Durchhänger, weil es so ein seltsamer Zustand zwischen Routine und Überforderung ist und ich gerade ein bisschen Motivation brauche. Und weil ich in solchen Zeiten immer gerne aufschreibe, habe ich Bilanz gezogen und mich gefragt, warum das bisher so gut lief und es das früher nie tat – und genau das will ich mit dir teilen, weil ich glaube, dass das für jeden nützlich ist und ich es bisher nirgendwo in meiner Blogblase gelesen habe.

Ich halte nichts von Perfektionismus. Es merkt ja eh keiner, ob man sich jetzt zu 150 % oder zu 60 % anstrengt, man wird immer – je nach Fähigkeit und Qualifikation – über- oder unterboten. Nur bei neuen Gewohnheiten und Vorhaben mache ich aktuell eine Ausnahme. Ich habe gemerkt, dass ich mich nämlich prima austricksen kann und das geht so:

1. Sich ein Ziel setzen
2. Überlegen, wie man da hin kommt
3. Es für eine einzige Woche ausprobieren
4. In dieser Woche das Bestmögliche geben und es so perfekt wie möglich machen.

In meinem Fall ist das: 1. Abnehmen, 2. weniger und gesünder essen, viel trinken und Hilfsmittel nutzen (App zum Kalorienzählen, Menüplan, Vorratsschrank sichten und ausmisten), 3.+ 4. ausprobieren und genau prüfen, obs geklappt hat

Es ist nämlich so, dass ich mich immer gerne in Plänen und Ideen verheddere und dann nicht ins Tun komme. Und wenn die Pläne, Ideen und Hilfsmittel gut waren, klappte es nicht, weil ich den Zeitraum von einem Monat zu überwältigend fand. Mir sind auch Deadlines irgendwie zu abstrakt?! (keine Ahnung ob du verstehst was ich meine, aber diese SMART Zielsetzung geht mir irgendwie auf den Keks)
Mit dem Fokus auf eine perfekte Woche gehts.

Die erste Woche war perfekt, die zweite auch, obwohl da schon wieder zu viel Alltag war, die 3. und 4. Woche litt schon wieder sehr unter Konzentrationsverlust – aber das ist auch nicht mehr so schlimm, denn die Gewohnheiten sind ja trotzdem schon da und jetzt kann ich einfach wieder auf den Resetknopf drücken und mich wieder auf eine perfekte Woche konzentrieren. Und dann gehts immer so weiter und so fort und das meinen die Changecoachgurus aus diesem Internet wenn sie sagen: Kleine Schritte führen zum Ziel.

Geschnallt habe ich das erst während des Fastens. In der Fastenzeit habe ich nämlich genau das getan: Mich auf eine perfekte Woche ohne Fehler konzentriert. Ich musste aufpassen genügend zu trinken, mich zu entspannen, auf meinen Körper zu hören, ihn an die frische Luft bewegen und dann langsam wieder Schritt für Schritt kauen und essen lernen. Eine Woche lang. Und 4 Wochen später habe ich immer noch nicht zugenommen, habe meinen Zuckerkonsum reduziert, nasche keine verpackten Süßigkeiten mehr und esse mit Spaß und Genuß seltsame Dinge aus dem Bioladen. (Hefeflocken sind Zauberflocken, btw)

Wichtig ist dabei die wöchentliche Rückschau:

  • Wie ist es diese Woche insgesamt gelaufen?
  • Was hat gut funktioniert?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Was kann ich in der nächsten Woche verändern?
  • Welche Herausforderungen tauchten auf und welchen Plan B gibt es dazu?

Also erzähl mal: Was motiviert dich, um bei deinen Vorhaben dran zu bleiben? Klappt das bei dir mit diesen SMART Goals? Wenn ja, wie? :D Wie gehst du Veränderungen an?

3 Gedanken zu “Eine perfekte Woche

  1. Moin,

    wochenweise Planung funktioniert bei mir ebenfalls am besten. Einmal pro Wochen überlegen, was gekocht wird / einmal einkaufen / einmal wiegen.
    Und wenn man merkt, dass irgendwas nicht stimmt, kann man es schnell wieder anpassen.

    Darüber hinaus habe ich monatliche Sportziele. Mindestens zehnmal Sport, insgesamt 100 km Radfahren… Ich habe in meinen Bullet Journal für jedes Ziel eine leere Kästchenreihe und kann diese nach getätigtem Sport ein Kästchen ausmalen. Und – warum auch immer – dieses „ich will alle Kästchen ausmalen“ motoiviert mich enorm. Es lässt aber genug Spielraum, um täglich flexibel zu entscheiden, für welches Ziel ich heute arbeiten möchte.

    Ich glaube das Wichtigste ist, dass man sein eigenes System findet sowie seine (Zwischen-)Ziele immer mal wieder reflektiert, neu definiert und anpasst. Ideen und Inspiration kann man sich von außen holen, aber man muss diese für sich selbst optimieren.

    Und wenn der Kopf verstanden hat, dass Sport und gesunde Ernährung keine Strafe, sondern eine Bereicherung sind, klappt es noch dreimal so gut :)

    Auf eine erfolgreiche Woche!
    Steffi

  2. Hey Cloudy,

    ich strebe in solchen Angelegenheiten ja schon nach Perfektion. Dabei fällt es mir auch ziemlich leicht, von heute auf morgen den Schalter umzulegen von „Das konsumiere ich täglich.“ zu „Das konsumiere ich ab jetzt gar nicht mehr.“. Nach außen hin wirkt das dann oft ziemlich radikal und extrem. Mir fällt es aber leichter, als moderate Ausnahmen einzubinden.

    In letzter Zeit habe ich mehr Ausnahmen gemacht, was in meinem sozialen Umfeld sehr positiv aufgenommen wird. Das liegt einerseits daran, dass ich mich besser integriere, wenn ich mich dem Kaffeekränzchen zu Omas Geburtstag mit stark zuckerhaltigen Backwaren anschließe. Außerdem habe ich den Verdacht, dass mein Umfeld sehr froh darüber ist, wenn ich ihnen durch meine Ausnahme mal nicht den Spiegel durch Vorleben vorhalte. Wer weiß? Vielleicht denken sie sogar: „Aha! Jetzt ist er also doch eingeknickt!“

    Interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht so. Aber ich selbst fühle mich mit Ausnahmen nicht so wohl. Deshalb tracke ich das ja auch, um auf einen Blick sehen zu können, wann Ausnahmen Überhand nehmen.

    Allerdings haben sich meine Regeln dafür, was Ausnahme ist und was nicht, auch geändert. Im Allgemeinen bin ich strenger mit meinen Auflagen geworden. Wie ich damit künftig umgehe, weiß ich noch nicht.

    Lieber Gruß
    Philipp

    1. und wie trackst du das? Per App? auf Papier?
      ich überlege mir in meinem „Perfektionsplan“ schon die Ausnahmen gleich mit und was ein „Versagen“ bedeuten könnte. Also klassisches Wenn-dann Prinzip. Eine meiner Regeln lautet, Süßigkeiten nur in Form von Gebäck, Kuchen oder Torten und nur am Wochenende zu verzehren. Dann hat neulich eine Kollegin am Donnerstag Kuchen mitgebracht, was mich echt in Schwierigkeiten brachte, aber das war ja nur so ein halber Regelverstoß (es war ja kein verpackter Süßkram) und dafür hab ich am Samstag auf Süßes verzichtet. Wenn ich zuerst zu streng zu mir bin, fall ich gleich wieder in diesen Gönnungsmodus und lass es irgendwann wieder ganz bleiben…
      das is echt hart, aber ich probiers mal so :D

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