Vorfreude

Eduard Mörike sagte (angeblich, Quelle Internet) schon: „Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut“ – und gerade in dieser merkwürdigen Zeit ist es doch so, oder? Was freuen wir uns wieder auf „normales“ Leben – was immer das auch für den/die Einzelne sein mag.
Vorfreude macht mich glücklich, weil sie mir vor Augen führt, dass ein „Highlight“ ansteht und das wiederrum motiviert und begeistert mich. In Superbetter hieß das übrigens „Future Boosts“.
Nun, diese „Lockerungen“ kommen für meinen Geschmack zu schnell, weil ich irgendwie den Überblick verloren habe, was jetzt wo und wie beachtet werden muss (ich muss das noch nachlesen), andererseits freue ich mich sehr auf Dinge und Aktivitäten, die ich hoffentlich bald wieder machen kann.

Und genau das ist ein toller Indikator, um sich selbst besser kennen zu lernen:

Was hat dir gefehlt während des Lockdowns?

Worauf freust du dich jetzt umso mehr?

Und: warum freust dich genau darauf und auf nichts anderes?

Was hat deine Vorfreude mit dir zu tun?

Ich freue mich aufs Schwimmen, auf einen Ausflug ins Museum und ich freue mich auch wieder darauf, ins Kino zu gehen. Einen Cappucino in der warmen Sonne mit Freunden trinken wäre auch sehr schön.

Vofreude macht gute Laune und Glücksgefühle kann ich nach dem Hin- und Her der letzten Wochen gut gebrauchen. Hoffnung hat sie auch mit im Gepäck und die schadet bekanntlich auch nicht.
Klar, ich kann noch warten. Auf Platz 1 der Prioritätenliste steht immer noch die Gesundheit und ich eier ein bisschen herum, weil ich mich zwischen Vernunft (Zuhause bleiben) und Vorfreude (yeah, irgendwann Schwimmbad!) einpendeln muss. In den letzten zwei Monaten konnte ich jedoch meine Anpassungsfähigkeit trainieren, deshalb ist es nicht so schlimm.


Worauf freust du dich?

5 Tipps, um die eigene Einkaufsroutine zu überdenken

Es ist mal wieder Zeit für ein Update des eigenen Alltags!
Als HSPlerin beobachtet man die Welt anders und hat so seine ganz eigenen Methoden, um möglichst entreizt und stressfrei durch den Tag zu kommen. Dazu gehört Einkaufen von Lebensmitteln als Teil des Alltags dazu. Leider ist es durch die „Coronakrise“ nochmal nerviger geworden, daher muss ich meine Einkaufsroutine wieder überdenken und ausprobieren. Vielleicht ist das auch für dich nützlich, wenn du auch genervt bist vom Einkaufen.

Bisher ging ich immer 2 x die Woche einkaufen. 1 x für frische Lebensmittel wie Milchprodukte und Gemüse und einmal für den ganzen Rest inkl. Getränke. Das legte sich meistens auf Freitagabend nach 20.00 Uhr und auf den Samstag(vor-)mittag. Seit den Hamsterkäufen von Klopapier und Nudeln ist alles ein bisschen anders und ich bin schon genervt, wenn ich schon die Schlange vorm Eingang des Supermarkts erblicke! Dazu diese Anstrengung sich pro Geschäft diverse Regeln merken zu müssen (mit Handschuhe oder ohne, Mund-Nase-Schutz oder nicht, hier dürfen nur 30 Leute gleichzeitig rein – ohne Kontrolle, da wird per Einkaufswagen abgezählt, auch wenn man nur ne Packung Chips holen will…es nervt.) UND obendrauf evtl. noch versperrte Wege durch Sonderaktionen, Kommissonierer und natürlich mein Favorit: ätzende Supermarktradiomusik, die einem die letzten Nervenstränge dünn fräst.

Es folgen nun meine Tipps für ein reizarmes Einkaufen:

  1. Verzichten
  2. Das hier wäre kein Minimalismusblog, wenn ich das nich zuerst schreiben würde :D
    Also: Prüfe, was du hast und was du wirklich brauchst. Vielleicht ist es ja sinnvoll überhaupt erstmal Vorräte aufzubrauchen. Eine bessere Zeit für Aufbrauch- oder No Spend Challenges gibt es nicht. Oh und wenn du gerade nicht weißt, was du alles im Schrank hast: Nimm dir die Zeit und inventarisiere mal deine Schränke. Du wirst Überraschungen finden, das garantiere ich :D

  3. Einkaufsliste nutzen
  4. Da draußen fliegen Viren rum, die nich gut für uns sind. Also vorher checken, was man braucht, sich ne Liste schreiben oder meinen Hack nachmachen und sich kurz fassen. Nicht lange im Laden gucken und überlegen, sondern zielgerichtet einkaufen.

  5. Intelligente Vorratshaltung
  6. Ha! Zuerst verzichten schreiben und dann was von bevorraten faseln? So ein Widerspruch! Aber ja, das geht für mich zusammen. Es macht Sinn, sich zu überlegen, was man oft und viel konsumiert und dann entsprechend einzukaufen, um ein erneutes Aufsuchen eines Supermarktes bleiben lassen zu können. Gerade als Mehrpersonenhaushalt in dem bestimmte Nahrungsmittel oft und viel verzehrt werden, lohnt eine passende Lagerhaltung und ein entsprechender Großeinkauf. Wer einen Ansatzpunkt für eine sinnvolle Vorratshaltung benötigt, klickt hier.

  7. Andere Zeiten, andere Orte
  8. Wie gesagt, normalerweise geh ich immer abends in den 3 min. entfernten Supermarkt einkaufen. Da war immer Schlange oder von Türstehern angemeckert werden. Also habe ich die Lage beobachtet und auch mal bei Geschäftsinhabern erfragt, wann denn viel los ist oder nicht. In meinem Viertel tauen alle erst so gegen 11 Uhr auf, daher ist es eine gute Zeit vorher alles zu erledigen. Heute war ich um 7:15 Uhr in einem anderen Supermarkt ein paar Straßen weiter einkaufen und der Laden war LEER. Ein Traum!
    Frage also in deinem Supermarkt wann am wenigsten los ist. Du kannst auch deinen Supermarkt in der Nähe bei google eingeben und siehst dann rechts, wann die Stoßzeiten sind und wann es leer ist. Such dir eine Zeit aus und prüfe, ob das stimmt und für dich angenehm ist. (So mach ich das übrigens auch mit allem anderen Einrichtung, z.B. Schwimmbad oder Museum. Supergut auch für die Urlaubsplanung)

  9. Müllfrei einkaufen
  10. So gut es geht abfallarm einkaufen bedeutet: Keine Supermärkte sondern Wochenmarkt, Gemüsehändlerin oder Zero Waste Laden. Kleiner Laden, lokale Unterstützung, kein bzw. kaum Müll, keine kreischend-bunten Werbeaufsteller oder bunte Etiketten, keine nervige Musik, übersichtliches Sortiment


Hier noch ein paar weitere Goldies aus dem Archiv:

Der Klamotten-Kalender zur Vorbereitung
Online-Shopping, Minimalismus und Umweltschutz
Einkaufen, minimalistisch
Secondhand-Shoppingtipps


Verrate mir: Hat sich durch Corona deine Einkaufsroutine schon geändert? Ist dir das egal? Was machst du dir einfacher?

Übrigens, meinen microblogging-social-media-mashup-blog-Kanal findest du auf Telegram: https://t.me/fraudingdongsleben

Neue Krise, neue Chancen – Minimalismus reloaded

Minimalismus, Klappe, die Dritte.

Die Welt steht still, die Menschen verstecken sich zwischen Türmen aus Pastaboxen und Klopapierrollen. Jeder der laut niest, hustet oder eine Haltestange im Bus anfasst, wird mit empörtem Blick zurecht gewiesen. Es ist Frühling in Deutschland, im Zeichen des Coronavirus.
Willkommen in der Zukunft.

Nach 2 Wochen Dauerberieselung durch „Liveticker“ auf allen Kanälen war mein Hirn so voll, dass ich gestern in der Natur war. Dort gabs keine Nachrichten und ich konnte Nachdenken und in meinem Gehirn sortieren.

Red Cross Christmas Parcels / 1952. Photograph. Britannica ImageQuest, Encyclopædia Britannica, 25 May 2016.
Accessed 16 Mar 2020.

Funfact: Ich bin unfähig, mir die nächsten zwei Wochen vorzustellen. Ich kann nur langfristig denken und mich nicht gut auf Details konzentrieren. Also denke ich an die Zeit nach der Pandemie, falls es sie gibt, und ich frage mich, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln wird. Denn plötzlich scheint alles möglich, was in den letzten Jahren frustriert im Zuge des Klimawandels gefordert, verhandelt und ausgedacht wurde.
Plötzlich gibt es Ansagen der Politik. Mobilität wird eingeschränkt, wir sollen zu Hause bleiben. Keine Hamsterkäufe tätigen, Ruhe bewahren, Treffen abblasen. So viele Ansagen ist man gar nicht gewöhnt.
Aber die hätte man sich oftmals gewünscht: Auf unnötige Reisen wegen CO2 Ausstoß verzichten. Home-Office is okay, bitte allen ermöglichen. Bitte denkt an Mehrweg-Geschirr, wer Einweg nutzt und erwischt wird, zahlt Strafe.
Plötzlich geht alles, was vor ein paar Wochen noch als UNMÖGLICH angesehen wurde.

Faszinierend, oder?

Das Leben so wie wir es kennen, ist ausgesetzt. Wir sind im Warte-Modus. Sind vorsichtig und kämpfen gegen einen unsichtbaren Feind, den man weder riechen, hören noch schmecken kann.
„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es mich/uns erwischt“ denke ich und gehe mit der Angst spazieren.

Und doch, da, mitten in der Krise, sehe ich die Chance blühen wie die sich ausrollenden Blättchen an den Bäumen und Sträuchern, denen der Virus völlig egal ist:
Die Chance, etwas ganz bewusst anders zu machen als bisher.
Das ist ein sehr großes Geschenk und eine massive Verantwortung.

Wir brauchen einen angespannten, vorsichtig-produktiven Optimismus, damit wir da heil durchkommen. Das Beste daraus machen und gucken, wie sich das für uns anfühlt.

  • Ist mein Job home-office tauglich? Ist er überhaupt zukunftstauglich, oder kann die Gesellschaft auch darauf verzichten!? Will ich was anderes machen und merke ich das jetzt erst, dass er mir gar nicht fehlt? Was und wie kann ich anders arbeiten?
  • Muss ich immer durch die Welt jetten? Für Meetings und Geschäftsreisen sind E-Mails und Videotelefonie doch gar nicht so schlimm, wie man immer dachte und vielleicht sogar besser?
  • Reicht der Urlaub zuhause in der Heimat auch? Oder muss es immer für das beste Instagram-Bild von möglichst weit weg sein? Was erwarte ich von „Urlaub“ und „Erholung“? Für wen mache ich das? Geht es auch anders? Was entspannt mich eigentlich?
  • Wie sieht mein Sozialleben aus? Was brauche ich, damit ich mich wohlfühle? Oder ist es auch ganz schön mal, nicht immer irgendwo sein zu müssen?
  • Kann ich Langeweile aushalten und was macht das mit mir?
  • Wie schnell ist mein Leben und ist langsamer nicht besser für mich/meine Familie/meine Partnerschaft?
  • Was brauche ich, um mich wohl zu fühlen?
  • Wie viel von dem Zeug daheim tut mir gut? Muss ich wirklich hamstern und mich eindecken oder kann ich das nutzen, was ich habe? Was fehlt mir, was brauche ich wirklich?

Wir erproben anders zu lernen und arbeiten als sonst.
Wir erproben einen ÖPNV ohne Kontrollen.
Wir erproben eine neue Wir-Kultur.
Wir erproben neue Konsummuster.
Wir erproben eine neue Umwelt.

Manchmal muss man das Leben einfach ausprobieren. Wann, wenn nicht jetzt?