Bericht zum IF-Experiment

Im Juni habe ich mich ein bisschen mit dem Intermittierendem (oder auch alternierndem) Fasten beschäftigt. Was das genau ist und welchen Nutzen das hat, kann man sich hier durchlesen. Im Endeffekt bedeutet das: Einen Tag essen, einen Tag Fasten. Bekannt wurde dieses Konzept hierzulande als „10in2“ also „einen Tag Essen (1), einen Tag Fasten (0), das ganze in 2 Tagen. Das klassische „Dinner Canceling“ gehört da übrigens auch zum IF.
Ich habe diesen Versuch unternommen, weil ich gemerkt habe, dass ich gar nicht so viel essen muss. Wenn ich zuviel esse, werde ich müde, träge und schlecht gelaunt, je weniger ich esse, desto mehr Energie habe ich. Das ist natürlich nicht bei jedem so, aber für mich passt das ganz gut.
Da ich schon mal klassisches Heilfasten gemacht habe (1 Woche lang) hatte ich bereits positive Erfahrungen mit „Nicht Essen“. Zur Vorbereitung habe ich das Buch „Die Morgen darf ich essen was ich will-Diät“ von Berhard Ludwig gelesen. Dazu gleich mehr.

Tja und wie wars – keine Ahnung! :D Der erste Fastentag war gleich ein Arbeitstag und das war mir egal, weil es später ja auch so sein könnte. Und bis um 15 h war auch noch alles gut. Kein Hunger, gar nichts. Ich war überrascht, habe aber natürlich ziemlich viel Wasser getrunken und war entsprechend oft auf der Toilette. Und dann kam die Mittagspause, die ohne Essen ja ein bisschen lahm war. Und weil ich schon so viel Wasser getrunken habe, dachte ich: Mix dir halt ne Apfelschorle, dann hast du was für den Geschmack. Schlimmster Fehler ever. Ich hab dadurch so schlimmen Hunger bekommen, dass ich ganz zittrig wurde und dann habe ich um ca. 16 h doch zwei Bissen trockenes Brot gegessen. Dann war zwar wieder alles gut, aber das Fasten war natürlich vorbei. :(

Also habe ich es nochmal ausprobiert, diesmal an einem Wochenende. Morgens gleich angefangen und etwas getrunken, ein Nüchternlauf, kein Hunger. Und dann ZACK – kam die Willensschwäche in Form eines wunderbaren Rosinenfranzbrötchens daher und ich habe mich für die Gemütlichkeit bei Kaffee und Franz geopfert. Ein bisschen habe ich mich geärgert, aber da diese Köstlichkeit auch erst um 16 h meinen Magen begrüßte, fand ich es nicht sooooo schlimm ;D (Das war das erste Franzbrötchen seit eineinhalb Monaten, ein absoluter Genuss!!) Herr DingDong ist da leider auch nicht hilfreich. Er hat zwar am Anfang mitgemacht, aber kaum war da mal die Idee von diesem leckerem Plunderteilchen in unserem Kopf gabs kein Halten mehr. Der Hunger setzte erst dann ein, als die Dinger auf unserem Teller lagen.

Hmm, dieses Nicht-Ergebnis ist auch irgendwie ein Ergebnis. Momentan hadere ich ein bisschen damit, ob ich das wirklich so durchziehen könnte. Vielleicht war der Juni mit den ganzen Geburtstagen auch einfach der falsche Monat um das auszuprobieren. Ob ich 10in2 nochmal ausprobieren werde, weiß ich noch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass das für Leute, die selbstständig und/oder Single sind, einfacher ist, als für jemanden der auf Arbeit permanent mit den Backkünsten der Kollegen verwöhnt wird. :D
Ohne Abendbrot und ohne Frühstück klappt dagegen super und das finde ich sehr einfach und praktikabel, vermutlich werde das weiter so machen. Mein Hungergefühl wird mir schon das Richtige sagen.

So und nun zu oben erwähnten Buch:
NICHT LESEN!!! Und vor allem NICHT KAUFEN! Es ist absolute Zeit und Geldverschwendung. Für den dürftigen Informationsgehalt wollen sie einem auch noch 16,90 EUR aus der Tasche ziehen. Wow.
Wenn man schon weiß, warum die moderne Ernährung schlecht ist (zuviel Zucker/Fett/Salz) und was sie auslösen kann (Diabetes, Herz-Kreislaufkrankheiten, Krebs) dann kann man sich schon mal die ersten 47 Seiten sparen. Das Konzept 10in2 wird genauso wie oben erklärt – mit einem Satz. Es ist mir völlig schleierhaft, wie es dem Autor gelang dieses Ein-Satz-Konzept 21 Mal zu verpacken, damit er weitere 100 Seiten füllen kann. Ich habe das E-Buch gelesen, weil ich 2 Dinge wissen wollte: 1. Was verbirgt sich hinter „10in2“ und meint er mit Fasten wirklich Fasten, also nix essen (Merkwürdig, dass sogar ein Glas Wein erlaubt ist…)? und 2. Was tun, wenn dann doch mal ein soziales Event mit Essen (Geburtstag, Hochzeit etc.) an einem Fastentag stattfindet? (Antwort: Rhythmus schieben)
Diese Infos waren sehr versteckt und als ich es wusste, hab ich nur noch seeehr selektiv gelesen. Wenn du etwas darüber wissen willst, guck mal auf der Facebook-Seite oder auf der Homepage 10in2.de unter den FAQs steht auch alles, was man wissen muss.
Auf andere Formen des IF wird leider nicht eingegangen. Schade.

10 Gedanken zu “Bericht zum IF-Experiment

  1. Darüber hab ich schon mehrmals gelesen, aber probieren trau ich mich nicht. Ich kenn mich ja, das halt ich keinen Tag durch :)

    Find ich jedenfalls cool, dein Experiment.

    LG Angie

  2. Nachdem du das zweite Mal geschrieben hast, du hättest erst um 16 Uhr was gegessen, hab ich eigentlich damit gerechnet, dass dein Fazit ist, dass du jeden/jeden zweiten Tag erst ab 16 Uhr was isst.

    Schade, dass das Buch nutzlos ist. Aber ein großes Danke! Du hast soeben einer mittellosen Studentin 16,90 erspart :D

  3. Wow, krasses Experiment. Durchgehendes Fasten kann ich mir ja noch vorstellen, weil man das irgendwann das Hungergefühl verlieren soll, aber immer so abwechselnd. Insgesamt weniger Essen und nur so viel wie nötig, wenn nötig – absolut ja. Das sollte ich vielleicht mal ausprobieren. Aber ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, wie ich das schaffen sollte, wo ich doch so schon sehr gereizt werde, wenn ich Hunger habe. xD

  4. Hab das eine Ganze Weile und immer mal wieder ausprobiert. Zum Gewicht halten taugt es, zum Abnehmen eher nicht. Konsequentes statt intermittierendes Fasten taugt da zumindest bei mir eher. Dennoch eine Erfahrung als Tip: Es brauchte stets ein paar Anläufe, aber wenn es dann mal klappte, dann ganz ohne Hungergefühl. „Wenn“ es bisher also nicht klappte – ev. einfach weiterversuchen?

  5. Hallo!
    Der Eintrag liegt zwar schon etwas zurück, aber ich bin auf der Suche nach Infos über das Haarewaschen ohne Shampoo gerade erst auf diesen Blog gestoßen und möchte nun zu der Fastensache doch auch gerne meinen Senf dazugeben: Hast du denn schon einmal von der 8h-Regel gehört? Diese besagt, dass jeden Tag in einem achtstündigen Zeitraum gegessen, dann aber 16 Stunden am Stück gefastet werden soll – wie man sich diese Stunden einteilt, wann man also beginnt bzw. aufhört, ist völlig egal, nur zusammenhängend müssen die Stunden natürlich sein, sonst macht es ja keinen Sinn ;) Wenn man in den acht Stunden, in denen Essen erlaubt ist, auch ordentlich isst, ist man vor Heißhungerattacken ziemlich gut geschützt, was ja beim IF das Problem zu sein schien :)
    Liebe Grüße

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