Bibliotheken und Minimalismus, Teil 1

Ich lese mich seit über einem Jahr nun quer durch die Minimalismus-Blogosphäre, aber Bibliotheken als Hilfsmittel sind mir dabei noch nicht untergekommen. Vermutlich weil Bibliotheken irgendwas Verstaubtes an sich haben, oder?
Das möchte ich hiermit ändern, denn Bibliotheken sind toll!
Warum also noch Geld ausgeben und sich die Bude mit schlechten Romanen, langweiligen Filmen auf DVD usw. vollstellen, wenn man sein Medienzentrum einfach auslagern kann?!

Hier ein paar Tipps für den Einstieg:

Besorge dir einen Leserausweis. Je nach Bücherei gibt es unterschiedliche Gebührenmodelle (z.B. Jahresausweis, Halbjahresausweis, mit DVDs oder ohne) – suche dir einfach das Passendste heraus. In größeren Bibliothekssystemen gibt es auch manchmal die Möglichkeit, sich Tagesausweise oder sog. Schnupperkarten zu besorgen. Mach das, wenn du nur mal testen willst.

Lerne, den Online-Katalog (OPAC) der Bücherei sinnvoll zu nutzen. Als Vielleser habe ich mir den Katalog als Bookmark gleich in die Lesezeichensymbolleiste hineingepackt, damit ich immer sofort nachgucken kann, ob das Buch, das mir im Netz untergekommen ist, auch in meiner Bücherei vorhanden ist. Und das passiert mir zumindest ziemlich oft.

Nicht vorhanden? Dann mach das Medium zu einem Anschaffungsvorschlag! Bibliotheken sind dafür da, uns die Literatur/Informationen bereitzustellen, die wir brauchen, also scheue dich nicht, diesen Service auch zu nutzen! Manchmal gibt es vorgefertigte Formulare auf der Bibliothekswebsite oder es liegen Zettel in der Bibliothek aus. Je mehr Infos über das Buch (Titel, Autor, ISBN usw.) desto besser! Das beschleunigt die Arbeitsvorgänge innerhalb der Bibliothek und das Medium ist schneller ausleihbar.

Digital statt analog? Die meisten Bibliotheken bieten mittlerweile E-Medien zum Download an. Auf www.onleihe.net kannst du sehen, welche Bibliotheken den Service bereits nutzen. Man hat üblicherweise mit seinem Leserausweis Zugang. Leider gibt es Lizenzprobleme mit Apple, deshalb funktionieren viele Hörbücher, Filme und Musikdateien nicht auf ’nem Mac.

Du weißt nicht, was du lesen/sehen/hören willst? Frag eine/n Bibliothekar/in. Sie haben oftmals bessere Suchstrategien oder bestimmte Werkzeuge um passende Literaturvorschläge zu machen. Oder guck mal hier:
www.literaturlandkarte.de

Extra-Tipp für die Suche im OPAC: Stichwortsuche oder Schlagwortsuche? Beides! Bei Stichwörtern handelt es sich um Wörter, die im Titel vorkommen, Schlagwörter beschreiben den Inhalt. Je nach Auswahl, erhälst du also unterschiedliche Ergebnisse. Probier’s aus!

Extra-Tipp für Wissen Galore!
Wenn du mal wieder auf der Suche nach ein paar Infos bist und du nicht allzu viel Zeit für Internetrecherche aufwenden willst, nutz doch mal den Service „Fragen sie Bibliotheken“ von der deutschen Internetbibliothek.* Hab das mal getestet und nach 2 Tagen kam ’ne Mail mit so vielen Links, dass mir die Augen rausgefallen sind :)

Und weil’s noch mehr darüber zu erzählen gibt, kommt morgen Teil 2!

*leider gibt es diesen Service nicht mehr. 15.3.2016

4 Gedanken zu “Bibliotheken und Minimalismus, Teil 1

  1. Liebe Frau Ding-Dong,

    dein/ihr Engagement für Bibliotheken ist wirklich löblich. Auch mir ist vollkommen unklar, warum diese tollen, öffentlichen Einrichtungen in unserer Gesellschaft so einen schlechten Ruf haben. Die meisten Büchereien sind hell, garantiert staubfrei und beschäftigen fachkundiges und freundliches Personal.

    Bei mir gilt deshalb schon länger die Devise: Erst aus der Bücherei ausleihen und lesen, denn gute Bücher kann man später immer noch erwerben. So habe ich es im letzten Halbjahr geschafft mehr als 20 Bücher zu lesen, aber nur zwei tatsächlich zu kaufen!

    Warum Bibliotheken nicht öfter in der Minimalismus-Debatte auftauchen ist wirklich eine gute Frage. Meiner Leser-Erfahrung nach scheinen einige Vorreiter zwar kaum gedruckte Werke zu besitzen, konsumieren ihre wahrscheinlich gekaufte Lektüre aber einfach digital (E-Book). Vielleicht genügt anderen das Lesen von Blogs und Webseiten? Und wie steht es um den Ruf und das Angebot von Bibliotheken im englischsprachigen Raum überhaupt?

    — Einige Gedanken vom Apfelmädchen —

    P.S.: Die Links im Blogeintrag scheinen nicht richtig zu funktionieren, denn statt auf die eigentlichen Seiten verlinken sie zu einer Fehlermeldung?!

    1. Liebes Apfelmädchen,
      Vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Die Links sollten jetzt alle funktionieren :) Danke für den Hinweis!

      Ich finde auch, dass man sich durch Bibliotheksbesuche jede Menge Geld sparen kann und das Hingehen, Stöbern und Ausleihen ist für mich immer wieder ein schönes Ritual.

      Ja, vermutlich ist es wirklich so, dass sie lieber E-Books kaufen und diese dann auf ihrem Reader lesen. Nimmt dann ja auch keinen Platz weg und passt dann immer noch zum Minimalismus. Mir wäre der Aufwand dafür zu groß. Das online-stöbern, runterladen, den Akku des Readers aufladen und das Buch hineinladen ist mir dann doch zu aufwendig. Dieser Arbeitsvorgang ist ansich ja überhaupt nicht „minimalistisch“ ;)

      Den Bibliotheken geht es überall nicht gut, das ist leider auch in Amerika und Großbritannien so. Bibliotheken als Bildungseinrichtung und Lern- bzw. Arbeitsorte werden ja nicht mal von der Regierung gut unterstützt, vielleicht sind sie deshalb in der allgemeinen Bevölkerung auch nicht so präsent. Heutzutage gibt es einfach viele Infos im Internet, da muss man ja auch nicht unbedingt in eine Bibliothek. Leider. Bibliotheken müssen, wie hierzulande auch, permanent um ihr Überleben kämpfen. Wenn keine Leser kommen, wird die Bücherei halt dicht gemacht.
      Da könnten sich viele Länder etwas von den Skandinavieren abschauen. Dort arbeiten die Bibliotheken sehr eng mit den Schulen und Universitäten zusammen, dort gibt es ein engmaschiges Netz an Zweigstellen oder sogar Bibliotheksboote, damit auch wirklich jeder in der Pampa zu seinem Buch kommt und dann sind diese Bibs nicht nur modern ausgestattet, sondern werden auch von der Regierung finanziell unterstützt. Dementsprechend großzügig ist dann das Angebot…und dementsprechend sind auch die PISA-Ergebnisse ;)

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