Wochenrückblick KW42/2016

wochenrueckblick / digitale Fundstücke - Linklove

Sooooo. Gottseidank ist Wochenende, gottseidank hab ich wieder Internet :D Wie am Mittwoch geschrieben, kommt hier nun ein Fazit des Mini-Digital-Detox. Ich hab das Smartphone unter der Woche zu Hause gelassen und geguckt, ob sich was verändert. Hat es.
Insgesamt betrachtet war es ganz schön nervig und langweilig. Allerdings nur, weil man sich auch daran gewöhnt hat. Mir gefällt es, sofort informiert zu sein oder schnell etwas auf Wikipedia nachlesen zu können.
Es gab sogar 3 Situationen, wo ich ein Smartphone gebraucht hätte, aber trotzdem hat es auch irgendwie so geklappt. Ich bin aber auch ruhiger geworden, hab in der Mittagspause immer einen Spaziergang durch den Park gemacht und ließ die Timeline Timeline sein. Die Mini-Pause hat auch gereicht, um mir mal ne bessere Strategie im Umgang mit dem Smartphone auszudenken und das werde ich die nächsten Wochen einüben.

Hier nun aber ein paar Links:

Tolles Format mit interessanten Themen – Streetphilosophy

„When we feel heard and have time and space to hear others, we feel connected, safe and accepted“ – dem kann ich nur zustimmen.

Top 10 Smart Alternatives to TED Talks – schöne Liste

Musik!

Ab November gibts wieder die #konsumauszeit – ich weiß zwar noch nicht, ob ich mitmache, weil ich immer noch keinen Wintermantel habe, aber mal sehen. „anders konsumieren“ ist vielleicht auch interessant. So wie die Fernsehauszeit von Regenblumenwiese

Das wars schon. Schönes buntes Restwochenende!

Hilfe, ich bin ein Smombie! – Digital Detox, Selbstakzeptanz und Minimalismus

Da hab ich jetzt zwei Wochen gegrübelt, worüber ich schreiben könnte und dann fliegt mir das Thema direkt vor die Füße. Ich beherzige also die alte Bloggerweisheit: „Schreibe darüber, was du gerade erlebst und was dir wichtig ist“ und das tue ich. Denn es herrscht Alarmstufe Rot – ich bin zum Smombie mutiert!

Hilfe, ich bin ein Smombie - Digital Detox, Minimalismus und Selbstakzeptanz | Frau Ding Dongs Leben.

Ich knips hier und da mal ein Foto, lade es auf Instagram oder auch nicht, teile Blödsinn mit Freunden via Telegram, treffe Verabredungen und checke hin und wieder Pinterest und Twitter auf dem Telefon. Sonst eigentlich nix. Wenn ich mit anderen unterwegs bin, bleibt das Handy in der Tasche. Eigentlich nicht schlimm, wenn man das so liest. Fühlt sich auch nicht schlimm an, wenn ich alle 20 Minuten zum Handy greife.

Aber: ich check auch schnell mal meine Mails im Gehen. Ich höre nicht mehr richtig zu und kann mich schlechter aufs Lesen konzentrieren (was, zugegeben, auch an meiner Literaturauswahl liegt…) und jetzt kommt wohl das Allerallerschlimmste: Ich habe angefangen mich mit diesen Menschen in diesen gekünstelten Instagram-Bilderwelten zu vergleichen! Das ich da so reingerutscht bin, erschreckt mich. Denn ICH WEIß es doch eigentlich besser. Nicht so schlank und fit wie die Mädels in den Yogahosen, kein besonderes Essen morgens, keine atemberaubende Natur und auch kein minimalistisches Arbeitszimmer mit Designerstücken. Ich gucke ins Handy. Ich sehe mich um und fühle mich schäbig. Ich wurde unzufrieden mit mir und meinem Leben. (ich neige auch ohne Instagram zu Übertreibungen)

Darüber kann ich, wenn ich länger reflektiere und das alle für mich sortiere, herzlich lachen. :D
Viel zu spät habe ich jedoch bemerkt, was da wirklich los ist. Der Mechanismus des Sich-Scheiße-Fühlens durch Instagram ist nämlich viel subtiler und gemeiner und geht so: Ich sehe, was Leute, die ich kenne und mag alles „liken“ und ordne mich da sofort irgendwie ein. Ich vergleich mich mit Leuten und Dingen, weil ICH gerne geliked werden will.

Als mir das am Sonntag zum ersten Mal klar wurde, wusste ich: Zeit, was zu ändern und zu verzichten. Deshalb experimentiere ich diese Woche ein bisschen mit Digital Detox.
Ich lass das Telefon zu Hause.
Abends ein bisschen im Internet surfen, nette Mails beantworten und Twitter checken, darf ja passieren. Bei Instagram gucke ich nur den Feed, aber erstmal nicht, was die anderen mögen.
Damit lässt sich die Perspektive hoffentlich wieder gerade rücken.

Das habe ich mir überlegt:

1. Allen wichtigen Menschen Bescheid geben, die sich höchstwahrscheinlich melden werden. Einige werden es nicht mal bemerken, wenn du mehrere Tage aus der Matrix verschwindest.
2. Baby Steps zählen auch. Klar könnt ich das Handy abschalten und erst am Sonntag wieder anstellen. Aber das wäre mir gerade viel zu heftig und überfordern will ich mich nicht. Also Reduktion.
3. Die Umwelt wahrnehmen. Ich hab gestern in der Mittagspause einen 30-minüten Spaziergang durchs Herbstlaub gemacht und es war wunderschön.
4. Offen sein für neue Erfahrungen
5. Sich selbst diese wichtige Frage stellen: Was brauchst du jetzt? und lernen, auf seine Bedürfnisse zu hören.

Gestern war Tag 1. Heute ist Tag 2. Am Sonntag erzähle ich im Wochenrückblick dann kurz, wie es insgesamt gelaufen ist und ob es was gebracht hat.

Wie ist das bei dir? Wann hattest du das letzte Mal das Gefühl, zu viel „Phone“ zu suchteln? Wie gehtst du damit um? Hast du eine Smartphone-Knigge? Braucht man das? Wann? (Und wieso, wenn sich keiner dran hält?)
Welche Apps sind bei dir ständig offen?

Dokkōdō – Der Pfad der Einsamkeit

Ronin - Dokkodo

Da drückt man einmal den Zufallsbutton auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite und dann kommt das raus!

  1. Accept everything just the way it is.
  2. Do not seek pleasure for its own sake.
  3. Do not, under any circumstances, depend on a partial feeling.
  4. Think lightly of yourself and deeply of the world.
  5. Be detached from desire your whole life.
  6. Do not regret what you have done.
  7. Never be jealous.
  8. Never let yourself be saddened by a separation.
  9. Resentment and complaint are appropriate neither for oneself nor others.
  10. Do not let yourself be guided by the feeling of lust or love.
  11. In all things, have no preferences.
  12. Be indifferent to where you live.
  13. Do not pursue the taste of good food.
  14. Do not hold on to possessions you no longer need.
  15. Do not act following customary beliefs.
  16. Do not collect weapons or practice with weapons beyond what is useful.
  17. Do not fear death.
  18. Do not seek to possess either goods or fiefs for your old age.
  19. Respect Buddha and the gods without counting on their help.
  20. You may abandon your own body but you must preserve your honor.
  21. Never stray from the way.

Miyamoto Musashi, ein herrenloser Samurai bzw. Ronin, hat diese Regeln in einer Höhle eine Woche vor seinem Tod aufgeschrieben. Als er fertig war, hat er sich sein Schwert in den Bauch gerammt und wurde aufrecht und ehrenvoll beerdigt.

Eine deutsche Übersetzung und weitere Erläuterungen habe ich in diesem Blogbeitrag gefunden.

Irgendwie steckt in so einer Auflistung von Lebensregeln oder Manifesten total viel Kraft. Zumindest fühle ich mich immer inspiriert, wenn ich welche lese. Mittlerweile ist das ja total hipstermäßig, solche Listen auf Instagram oder sonst wo zu posten. Aber das zeigt mir eigentlich nur wie sehr wir (junge) Leute solche moralischen Gerüste und Wertesysteme brauchen. Wenn ich mich mit meine Zielen und Werten auseinandersetze, merke ich jedesmal, dass sich irgendwas in meinen Gedankenwald lichtet. Werte und Regeln können in der heutigen „alles erlaubt, jeder hat die gleichen Chancen blabla“-Zeit ein notwendiger Kompass sein, der das Leben leichter macht. Ich frage mich nur, wie man da die Balance kriegt, sich nicht in seinem eigenen „Regelwerk“ zu verheddern.

Was denkst du? Wie geht es dir damit? Hast du Lebensregeln?

Übrigens: ich habe mich schon öfter mit diesem Thema beschäftigt:
The warriors reminder
Benjamin Franklins 13 Namen der Tugenden
Secrets of Adulthood

Fazit Social-Media-Challenge

Für dieses Quartal habe ich ja Beziehungen/Soziales als Motto. Und im August habe ich damit angefangen, das Wort „Social“ wieder in „Social Media“ hineinzutun. Denn eigentlich ist es schon so, dass ich zwar einerseits Artikel produziere, Tweets raushaue oder Bilder pinne, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass ich doch eher Social-Media-Konsument bin. Das konsumieren von Inhalten ist eben auch leichter – oder?
Naja jedenfalls wollte ich ordentlich kommentieren und mitmischen in diesem Zirkus was ich für meine Verhältnisse auch getan habe.

Hier eine kleine (total unwissenschaftliche) Vorher-Nachher-Liste:
smc

Das habe ich gelernt:

  • Kommentieren und „mitmachen“ kann man wie einen Muskel trainieren. Man muss nur anfangen. Und dann wirds eigentlich auch schnell ein Automatismus
  • Ja, manchmal ist es anstrengend. Wenn man nicht mehr richtig gucken kann, weil man zu müde ist und dann durch diese Challenge den Zwang hat, etwas kommentieren zu müssen. Da hat es nur für ein paar Emojis gereicht. Aber ich habe gezeigt: Ich bin da.
  • Ich glaube, das ist schon eine Form von Dankbarkeit, die man auch im digitalen Raum weitergeben kann. Viele Instagrammer haben sich bei mir bedankt, als ich ihnen einen Kommentar auf dem Posting hinterlassen habe. Das hat mich auch gefreut.
  • Man wird sichtbar im digitalen Raum.
  • In diesem Zusammenhang auch interessant: Diese ganzen Guides „How to be a pro-blogger“, „ultimate guide to gain more followers“ – sind wirklich nur blabla. Wenn die Leute merken, dass du da bist und teilnimmst und es ernst nimmst, bemerken sie dich auch. In Zeiten von käuflichen Followern und Bots ist Authentizität die neue Währung. Das ist alles.
  • Deshalb auch: Social Media ist ein Fulltime-Job, wenn man es auf dieser Ebene machen will.
  • Mein eingerostetes Schrift-Englisch hat mich ein bisschen daran gehindert, längere Kommentare zu verfassen. Vor der Challenge wusste ich gar nicht, dass es so eingerostet ist. Zeit für ein bisschen Nachhilfe.
  • Bei Pinterest kommentieren ist irgendwie total unspassig und sinnlos, außer man hat mit Leuten die man kennt ein gemeinsames Board.
  • Am einfachsten geht Kommentieren über Twitter und Instagram, dann bei Blogs. Wobei ich anfangs totale Schwierigkeiten bei .blogspot Blogs hatte – ich musste meinem Browser erstmal sagen, dass er Cookies zu lassen soll, dann gings. Interessanterweise habe ich bemerkt, dass ich gar nicht mehr sooo viele Blogs lese wie früher und ich deshalb so wenig auf Blogs kommentiert habe.
  • ein bisschen FOMO hat sich entwickelt, wenn ich wieder mal festgestellt habe, dass alles mögliche über Facebook läuft. Das nervt mich total. Ich will mich da nicht mal unter einem Fake-Namen anmelden, ich will mir nicht schon was Neues anbinden, aber gerade für kuratierte Gruppen ist das schon irgendwie cool. Grr…Ich lass es trotzdem. Mein Stolz lässt es einfach nicht zu.

Weil der Muskel schon ein bisschen trainiert ist, werde ich das Kommentieren für die nächsten zwei Monate beibehalten.

Abgesehen davon würde mich mal dein Kommentier-Verhalten interessieren. Gehörst du auch zur Lurker-Gruppe? Oder kommentierst du fleißig? Bei bestimmten Plattformen/Blogs häufiger?
Ach übrigens, hier auf diesem Blog funktioniert die Kommentarfunktion wieder ganz gut. Du kannst es gerne mal testen ;D

Raus aus der Internetblase?!

In letzter Zeit denke ich wieder oft über Informationen nach und was sie mit uns anstellen.
Denn 1. sind wir in unserem Informations- und Kommunikationszeitalter komplett damit überfrachtet und 2. basteln wir uns dank sozialer Medien eine schöne Brille, die zu unserem Weltbild passt. Andere Informationen, die wichtig für eine Meinungsbildung wären, sehen wir dann nicht mehr. Wir folgen Leuten auf Twitter, die so sind wie wir bzw. zu unserem Erfahrungshorizont passen. Wir liken Sachen auf Facebook, von Leuten, mit denen wir „befreundet“ sind.
(Und dann kriegen wir es nicht mal mit, wenn ein Konzern unseren Feed steuert…)
Auf Instagram, Blogs und Pinterest gucken wir uns ständig schick ausgeleuchtete, perfekt inszenierte Bilder an.

Nun, was macht das mit uns?

Ich ärgere mich über die Rechthaberei in einigen Kommentarbereichen (vor allem auf Nachrichtenseiten, wo sich Rechthaberei zwischen Tratsch und andere Mutmaßungen schleicht), ich fühle mich langweilig, weil es bei mir nicht so schick aussieht und kriege nur das mit, was ich wissen will. Was darüber hinaus passiert ist schwer verdaulich, anstrengend und könnte schlechte Gefühle hervorrufen.

Aber ich glaube, genau davon brauchen wir mehr, oder? Wir leben in einer glänzenden, schönen Internetblase und wenn wir da drin bleiben, könnte sich unser Blickfeld noch mehr einengen. Es gibt so viel, wovon wir keine Ahnung haben. Mit dem wir uns noch nicht auseinander gesetzt haben. Ja, es ist anstrengend. Sehr sogar. Aber ich glaube, wir brauchen das, um die Welt da draussen besser verstehen und uns darin einordnen zu können.

Um neugierig, offen und interessiert zu bleiben,

  • folge ich auf Twitter Leuten, die ich nicht kenne und warte ein paar Tweets ab, was sie mir in die Timeline spülen
  • folge ich auf Instagram Leuten, dessen Style mich in erster Linie eher abschreckt
  • lese ich Blogs, die ich normalerweise nicht lesen/ansehen würde
  • rede ich mit Leuten IRL und höre mir wertfrei und achtsam ihre Ansichten zu Leben an

Dann erforsche ich, was das mit mir macht.

Und du?

Türchen Nr. 7 – Smartphone und Social Media

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Willkommen zum 7. Türchen, die Woche ist schon rum!
Hoffe euch gefällt der Adventskalender ein bisschen. Mir tut er jedenfalls ziemlich gut.
Heute gehts um’s Smartphone und Social Media und um das Surfverhalten generell
Wie sieht mein Umgang mit Sozialen Netzwerken aus? Wie oft hänge ich an meinem Smartphone? Ist es mehr geworden? Weniger? Habe ich ein Digital Sabbath versucht? Würde ich sagen, ich bin süchtig?

Über mein Social-Web-Verhalten habe ich neulich schon mal was geschrieben. An dieser Routine hat sich nichts geändert. Wobei es manchmal schon auch schwankt: An ein paar Tagen mal überhaupt kein Twitter, dann mal wieder 2 Stunden scrollen und klicken. Twitter macht mir so viel Spaß, ich weiß Sachen immer ziemlich früh und das gefällt mir. Auch Pinterest macht Spaß und ist sehr hilfreich, was Moodboards zur Ideenfindung angeht. Damit kann man sich gut beschäftigen.
Einen richtigen Digital Sabbath habe ich dieses Jahr nicht gemacht, werde ich wohl auch in Zukunft nicht. Das wäre keine Herausforderung weil es für mich – glaubt mir vermutlich keiner, aber trotzdem – gar kein Problem darstellt, meinen Computer ausgeschaltet zu lassen. Und wenn ich das Smartphone vergesse, was durchaus vorkommt, ist es auch nicht schlimm.

Ja, das Smartphone. Obwohl ich nicht wirklich viele Apps drauf habe und ich das Ding nicht als Außenhirn benutze, hat es mir doch geholfen, mir mein soziales Leben zu erleichtern. Ich habe jetzt viel mehr Kontakt mit Freunden, weil man sich durch die Messengerchat-Apps einfach schneller austauschen kann. Man teilt Bilder, Videos und kann auch über Quatsch reden. Das passt gut zu meinem Alltagsleben, wenn man sich eben nicht so oft sehen kann, wie man das eigentlich gerne hätte. Ich nehme an einem anderen Leben mehr Anteil und das tut mir gut.

Hier der Beitrag von Michael und der von Daniel.

Wie ist das bei dir? Hast du ein paar Überlebenstipps für eine Internet-Diät?

Türchen Nr. 6 – Computer und Technik

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Naaaa, wer hat was im Stiefel gefunden?! :D

Heutiges Thema: Computer und Technik. BAM. Ohne diese Digitalisierung des Alltags wäre Minimalimus wie er jetzt, hier und heute in unserer Gesellschaft existiert, nicht möglich. Behaupte ich jetzt einfach mal. Vorher hieß es Simple Living, Downshifting usw. aber ich bin davon überzeugt, dass „Minimalimus“ deshalb für so viele unterschiedliche Menschen möglich ist, weil wir alles theoretisch auch virtuell besitzen können.
Computer und andere technische Hilfsmittel sind also per se essentiell. Nur kann das auch schnell Überhand nehmen.

Tatsächlich ist etwas mehr geworden: Ich hab einen neuenalten, superschnellen Computer, der keine Geräusche macht wie ein alter Traktor. Er schnurrt wie ein Kätzchen und ich fühle mich wie in einem Science-Fiction-Film. Ich mag das. Und ich komm regelmäßig zum Bloggen! :D
Obwohl also ein tatsächliches, physisches DING mehr in meinem Haushalt ist, habe ich es leichter. Der Kabelsalat muss noch ein bisschen reduziert werden. Vor der Datenübertragung habe ich alle überflüssigen Dateien und Dokumente gelöscht. Digitales Gerümpel ist eben auch Gerümpel. Dann habe ich mir endlich mal meine USB-Stick-Sammlung (ich habe 3 Stück und weiß gar nicht wo die herkommen, ich habe keinen davon gekauft!?) vorgenommen. Ich habe alle nummeriert und ein Read-me erstellt, damit ich mir endlich mal merken kann, wozu die einzelnen Dinger gut sind. Meine SD-Kartensammlung ist auch so ein Problem. Immerhin habe ich sie beschriftet, damit ich weiß welche meine sind. Aber gekauft habe ich nur eine einzige und ich habe 3 Stück. Hm.
Der neue Rechner ist genauso organisiert wie mein alter Rechner, weil ich gut damit zurecht kam.

Elektroschrott finde ich ganz ganz fürchterlich, aber ich komme nicht umhin mich (nächstes Jahr) darum zu kümmern. Ich finde es erstaunlich wie viele Kabelleichen und Gadgettrümmer übrig bleiben und in der Kiste schmoren! Ist das nicht heftig?
Die Technik, die ich habe, benutze ich auch und ich versuche so gut wie möglich damit umzugehen, damit sie lange hält.

Hier sind die Beiträge von Daniel und Michael

Wie ist das bei dir? Wie viele Handys hast du in deiner Schublade? Probierst du gerne neueste Technik aus? Kaufst und verkaufst du?

Information Overload und Minimalismus

Noch nie hatten wir derart viele Kommunikationskanäle und Informationen wie heute. Ich liebe die Infohäppchen und Artikel, die mich inspirieren. Es macht Spaß sofort per Mausklick alles wissen zu können und sich häppchenweise durch das Netz zu schwingen. Ich hab dadurch schon so viel entdeckt und ich kann mit vielen Leuten über die absurdesten Dinge sprechen :D
Aber ungelesene E-Mails, Fernsehen und Nachrichten, Facebook-Postings, Blogbeiträge (*hust*) und Twitter (*husthust*) als Info-Stream können schon manchmal heftig sein. Manchmal weiß ich abends nicht mehr was ich zuerst denken soll, weil mir so viel Info untergekommen ist, dass ich das erstmal wieder einordnen und verarbeiten muss.

Weils mir neulich wieder so ging, habe ich mir mal überlegt, wie mir Minimalismus dabei helfen kann.

Informationen kann ich ….
Vermeiden, Reduzieren, Beschränken
und
die Informationsaufnahme kann ich vereinfachen.

Nur wie?

Ja, minimalistisch wäre wohl für den Rest des Lebens alles abzustellen und keine Infos mehr aufzusaugen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich das nicht packe. Dazu ist die Welt viel zu interessant und es gibt noch so viel, was ich noch nicht weiß!

Oh, das führt mich gleich zum 1. Punkt:

Jomo statt Fomo!
Diese Kürzel sagen dir nix? FOMO steht für „Fear of missing out“ und beschreibt die Angst, etwas zu verpassen. Als Gegensatz gibt’s JOMO, die „Joy of missing out“, also die Freude, etwas zu verpassen. Vermutlich bin ich zu alt für diese Art von Problemen. Ich hab überhaupt kein Problem damit, etwas zu verpassen. Das, was man wissen soll/muss, kommt schon zu einem, wenn die Zeit reif ist. Und auf die Infos in Klatschzeitungen kann man eh super verzichten.

Fokus! Single-tasking statt Multitasking
Ja ich weiß, mir ist das Thema auch langweilig. Es wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Bildung…bildet!
Ja, Bildung! Klingt doof, ist aber -glaub ich- das Wichtigste im Umgang mit Informationen. Nur wenn ich Ahnung von etwas habe, gelingt es mir die Informationen besser zu bewerten und in meinen Erfahrungsschatz zu integrieren. Es schadet niemanden, eine gute Allgemeinbildung in gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Politik, Geschichte, Biologie/Medizin, Chemie, Physik und Mathematik, Religion, Musik, Kunst, Technik und Wirtschaft zu haben. Seit ich mir letztes Jahr die Grundlagen der Biologie mit Hilfe eines Schulbuchs aus der Bücherei angelesen habe, verstehe ich so viel mehr! Ich kann erkennen ob in den Nachrichten übertrieben oder untertrieben wird, ob die im Film Quatsch erzählen oder nicht. („Ist das technisch/medizinisch/physikalisch überhaupt möglich?“)
Als Startpunkt eignen sich populärwissenschaftlich aufbereitete Literatur oder Themenlexika, die man in jeder Bücherei findet.

Filtern
Und immer schön filtern: Ist diese Info wichtig für mich? Verbessert sich durch diese Information mein Leben?

Informationssuche verbessern und dadurch vereinfachen
Wenn man nur schnell was nachschauen will, um sich einen Überblick zu verschaffen, reicht Wikipedia. Aber manchmal will man es eben genauer wissen. Da hilft nur: Abtauchen ins Deep Web! Die meisten Leute wissen gar nicht, wie viele herrliche Infos zu allem Möglichen da draussen rumschwimmt. Man muss nur seine Angel richtig auswerfen. Mit den richtigen Suchbegriffen und Linkverzeichnissen, die von echten Menschen erstellt wurden, erfährt man sehr viel mehr mit weniger Zeitaufwand.
Es hilft z.B. LOTSE, Linksammlungen auf der Website deiner Bibliothek oder auf Twitter einfach die Experten fragen (gerade dort sind öffentliche Institutionen und Firmen bemüht, mit dem Kunden bzw. Steuerzahler in einen Dialog zu treten!)
Oder überlege mal, welche Experten du im Umfeld hast. Anstatt aufwendig zu recherchieren, ob das neue technische Dingsbums auch was taugt, rufst du einfach deinen Informatiker-Spezi an, für den das ein Klacks ist. Der muss nur einmal rübergucken, du musst 3 Stunden im Internet vertrödeln.

Informationsqualität
Im Fernsehen gibt’s super Dokumentionen und Reportagen, je nach Sender sind die sorgfältig recherchiert und aufbereitet. Aber leider geht der Trend – gerade im Privatfernsehen – zu wenigen oberflächlichen Informationshäppchen, die permanent und möglichst reisserisch ständig wiederholt werden. Ich nenne jetzt keine Sender, aber ich bin mir sicher du weißt, welche Dokus ich meine.
Ebenso im Internet. Wer schreibt da? Wer hat die Website gemacht? Ist das jemand, der Ahnung hat und/oder Herzblut reinsteckt oder ein hirnloser SEO-Blog, der möglichst viele Keywords verbastelt hat?

Gewohnheiten im Umgang mit Informationen vereinfachen
Ein paar Ideen:

  • Medienkonsum generell einschränken, weniger Radio hören, weniger Fernsehen, weniger im Internet surfen
  • Push-Nachrichten abstellen
  • Facebook, Twitter und Co. nur ein- bis zweimal pro Tag checken
  • Feedreader und abonnierte Newsletter regelmäßig ausmisten
  • E-Mails so kurz wie möglich halten (außer es ist tatsächlich Briefersatz), CC und BCC so sparsam wie möglich einsetzen.
  • Aussagekräfte Wörter für die Betreff-Zeile auswählen.

Digital Sabbath
Unplug. Rechner nicht einschalten. Smartphone in der Tasche lassen.
Lexikon benutzen. Leute fragen.
Unwissenheit genießen.

Puh, das war ganz schön viel, ich weiß! Ich hoffe trotzdem, dass es dir geholfen hat.

Mich interessieren deine Erfahrungen! Welche Strategien hast du gegen die Informationsflut? Machst du regelmäßig eine digitale Auszeit? Würdest du dich als Internetsüchtig bezeichnen? Leidest du unter FOMO?