Eine perfekte Woche

Seit 4 Wochen übe ich eine neue Ernährung (die Diät heißt: weniger & besser) und es klappt eigentlich ganz gut. Jetzt hab ich meinen ersten Durchhänger, weil es so ein seltsamer Zustand zwischen Routine und Überforderung ist und ich gerade ein bisschen Motivation brauche. Und weil ich in solchen Zeiten immer gerne aufschreibe, habe ich Bilanz gezogen und mich gefragt, warum das bisher so gut lief und es das früher nie tat – und genau das will ich mit dir teilen, weil ich glaube, dass das für jeden nützlich ist und ich es bisher nirgendwo in meiner Blogblase gelesen habe.

Ich halte nichts von Perfektionismus. Es merkt ja eh keiner, ob man sich jetzt zu 150 % oder zu 60 % anstrengt, man wird immer – je nach Fähigkeit und Qualifikation – über- oder unterboten. Nur bei neuen Gewohnheiten und Vorhaben mache ich aktuell eine Ausnahme. Ich habe gemerkt, dass ich mich nämlich prima austricksen kann und das geht so:

1. Sich ein Ziel setzen
2. Überlegen, wie man da hin kommt
3. Es für eine einzige Woche ausprobieren
4. In dieser Woche das Bestmögliche geben und es so perfekt wie möglich machen.

In meinem Fall ist das: 1. Abnehmen, 2. weniger und gesünder essen, viel trinken und Hilfsmittel nutzen (App zum Kalorienzählen, Menüplan, Vorratsschrank sichten und ausmisten), 3.+ 4. ausprobieren und genau prüfen, obs geklappt hat

Es ist nämlich so, dass ich mich immer gerne in Plänen und Ideen verheddere und dann nicht ins Tun komme. Und wenn die Pläne, Ideen und Hilfsmittel gut waren, klappte es nicht, weil ich den Zeitraum von einem Monat zu überwältigend fand. Mir sind auch Deadlines irgendwie zu abstrakt?! (keine Ahnung ob du verstehst was ich meine, aber diese SMART Zielsetzung geht mir irgendwie auf den Keks)
Mit dem Fokus auf eine perfekte Woche gehts.

Die erste Woche war perfekt, die zweite auch, obwohl da schon wieder zu viel Alltag war, die 3. und 4. Woche litt schon wieder sehr unter Konzentrationsverlust – aber das ist auch nicht mehr so schlimm, denn die Gewohnheiten sind ja trotzdem schon da und jetzt kann ich einfach wieder auf den Resetknopf drücken und mich wieder auf eine perfekte Woche konzentrieren. Und dann gehts immer so weiter und so fort und das meinen die Changecoachgurus aus diesem Internet wenn sie sagen: Kleine Schritte führen zum Ziel.

Geschnallt habe ich das erst während des Fastens. In der Fastenzeit habe ich nämlich genau das getan: Mich auf eine perfekte Woche ohne Fehler konzentriert. Ich musste aufpassen genügend zu trinken, mich zu entspannen, auf meinen Körper zu hören, ihn an die frische Luft bewegen und dann langsam wieder Schritt für Schritt kauen und essen lernen. Eine Woche lang. Und 4 Wochen später habe ich immer noch nicht zugenommen, habe meinen Zuckerkonsum reduziert, nasche keine verpackten Süßigkeiten mehr und esse mit Spaß und Genuß seltsame Dinge aus dem Bioladen. (Hefeflocken sind Zauberflocken, btw)

Wichtig ist dabei die wöchentliche Rückschau:

  • Wie ist es diese Woche insgesamt gelaufen?
  • Was hat gut funktioniert?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Was kann ich in der nächsten Woche verändern?
  • Welche Herausforderungen tauchten auf und welchen Plan B gibt es dazu?

Also erzähl mal: Was motiviert dich, um bei deinen Vorhaben dran zu bleiben? Klappt das bei dir mit diesen SMART Goals? Wenn ja, wie? :D Wie gehst du Veränderungen an?

Vom Bullet Journal zur Ich-Bibel

Okay, wie du ja weißt, kam ich mit dem Bullet Journal leider nicht zurecht. Das Potential darin hab ich erkannt, aber diese elendige Abschreiberei von Sammlungen und Gedankenfetzen, die mit ins neue Notizbuch kommen sollten, war mir dann doch zu viel. Aber schriftlich nachdenken ist super, deshalb habe ich das Thema weiter abgegrast und ta-da – das Internet hat natürlich wie immer eine Lösung! :D

Kevin Gao hat sich selbst eine Bibel geschrieben, in der er immer liest. Er notiert sich Gedanken, Gedichte, Zitate, Fragen, Lebenstugenden, inspirierende Geschichten und Schnipsel aus Büchern, die er gelesen hat. Fertig ist die eigene Bibel.

Dazu schreibt er:

My goal for this Personal Bible is to have a handbook of the most inspiring, powerful, and interesting content I’ve experienced. Something I can read every day or as often as possible, a resource I can turn to when facing important decisions or tough emotional times. Together, they represent the ideas and beliefs and insights that I want to remember forever, concepts that I want to become a concrete part of my daily life.

Und ich dachte – gute Idee, das wird gleich nachgemacht und ausprobiert.

Also habe ich mir ein Notizbuch im Format A6 aus dem Regal gezogen, tatsächlich einen Index angelegt, der sogar funktioniert (in meinem obigen Test war der Index total sinnlos, keine Ahnung warum) und mir Gedanken gemacht. Ich nenne es – inspiriert von Hannah Arendt – „Nachdenkbuch 2018“.

Und das ist bisher drin:

  • Zitate zum Thema Selbstliebe, Freiheit, Akzeptanz – kurzum, jedes Zitat, was mir ins Auge sticht und mich interessiert.
  • Liste: Orte, die ich mal besuchen möchte
  • Liste: Dinge, die ich gerne mal tun möchte
  • Fragen, jede Menge Fragen. Ich liebe Fragen! Die helfen besonders gut beim Nachdenken und Kopf-verdrehen
  • Selfcare Ideen, um meine Bedürfnisse zu erfüllen
  • Meine Werte nach denen ich leben will bzw. die ich ergründen will
  • Postkarten mit schönen Motiven oder Fotos und Sticker, die mich freuen
  • Liste mit Dingen, die mich glücklich machen und mir Kraft geben
  • Liste mit Sachen, die ich bisher erfolgreich gemeistert habe, quasi ein kleines Erfolgstagebuch
  • Meine Vorbilder und was mich an diesen Menschen fasziniert
  • positive Affirmationen
  • Notizen aus Büchern, die mir weitergeholfen haben
  • positive Sachen, die ich erlebt habe oder die jemand über mich gesagt hat
  • Liste: Darin bin ich gut
  • Liste: Das will ich noch lernen/das will ich verbessern
  • Dankbarkeitsliste
  • Kraftcollagen und Mini-Moodboards
  • Realitäten: Kurze Notizen zu realen Erlebnissen, die meine negativen Glaubenssätze entkräften
  • Morgen- und Abendroutinen in Bezug auf meine Bedürfnisse
  • Reflektionen zum Jahresende
  • Ausblick und Visionen für das kommende Jahr
  • Erkenntnisse, die ich aus TED-Talks gesammelt habe
  • Zielplanung, fernab von dieser SMART Grütze.

Hier habe ich noch mehr Ideen, die man in einer Ich-Bibel sammeln könnte:

  • Das habe ich heute/diese Woche/diesen Monat gelernt
  • Meine größte Probleme sind…
  • Wege und Ideen, um meine Probleme zu lösen
  • Blogs und Internetseiten, die mich auf gute Ideen bringen
  • Das tröstet mich…
  • Das tut mir gut, wenn…
  • Das ärgert mich/Trigger
  • Das hat gut geklappt
  • Ich hab Angst vor … und tu es trotzdem

Im Grunde geht es darum, sich selbst und seine Bedürfnisse wahrzunehmen, sich selbst besser kennenzulernen und immer wieder abzugleichen und zu hinterfragen. Ich finde es spannend, wie sich dadurch mein Leben verändert, denn das tut es damit. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Büchlein mich so sehr weiterbringt. Ich nehme es gerne zur Hand, blättere darin herum, zeichne und kritzle und erlaube mir, mein Inneres da rein zu destillieren. Anders als beim Tagebuch-Gesülze, wo ich Dinge einfach nur rauslasse, ist dieses Nachdenkbuch dann doch etwas lösungsorientierter und gibt Antworten auf meine Fragen. Das hilft besonders wenn ich mal wieder am Grübeln bin. Wenn ich einen blöden Tag hatte und ich merke, dass irgendwas schief läuft in meiner Wahrnehmung (aka Negative Glaubenssätze) und ich aber lese, dass mein Vergangenheits-Ich notiert hat: Ey, in der Situation war das ähnlich und das Problem hast du so gelöst und es ging dir gut – weiß ich, dass ich mir vertrauen kann und alles gut wird. Vielleicht müssen das andere Menschen nicht machen, weil die das alles in ihrem Kopf geregelt kriegen. Ich kanns leider nicht so gut.

Das wars schon. Ich hoffe, der Beitrag war in irgendeiner Art und Weise hilfreich für dich.
Was könnte man noch drin notieren? Führst du so ein Denktagebuch auch? Welche Collections hast du in deinem Bullet Journal, die dich weiterbringen?

4 minimalistische Date Ideen aus Filmen

Filme sind toll. Noch toller, wenn man sich daraus Ideen klauen kann. Diesmal ganz einfache Date-Ideen aus Filmen, die mir gefallen. Diese Szenen haben mich berührt, weil sie lustig und anders sind und sie nix mit teurem Essen oder Kerzenschein zu tun haben (aber können).
Aber Achtung: Bei diesen Dates gehts um Offenheit, Neugier, andere Perspektiven und um ein sich kennenlernen auf spielerische Art. Und ja, diese Ideen kann man nicht nur beim ersten Date ausprobieren, sondern auch beim 200. Mit klick auf die Links kommst du zu den entsprechenden Filmausschnitten.

1) Gemeinsam Musik hören
Aus dem Film: Can a Song save your life
Geeignet für: Großstädter, die Smalltalk hassen aber Musik lieben und gerne ziellos durch die Gegend latschen
Benötigt: Audio-Y-Adapter, aufgeladener mp3 Player, vielleicht sogar mit Playlist

2) „Hab ich noch nie gemacht“
Aus dem Film: Frühstück bei Tiffany’s
Geeignet für: Für alle, die neugierig sind und auch mal die Perspektive wechseln wollen, das erfrischt. Ob man unbedingt jetzt was in einem Euroshop klauen sollte….lieber nicht :D
Benötigt: eine Portion Mut und evtl. auch ein gewisses Maß an Risikobereitschaft :D

3) Gemeinsam nach einer durchtanzten Nacht den Sonnenaufgang anschauen
Aus dem Film: Gattaca
Geeignet für: Naturliebhaber, die mal eine Pause brauchen.
Benötigt: Ausdauer. Oh und denk an deine Sehhilfe, falls du eine hast.

4) So tun als ob – im Ikea
Aus dem Film: 500 Days of Summer
Geeignet für: Verrückte! Nein, quatsch. Natürlich für alle Menschen mit viel Humor, die gerne spielen.

Bestimmt wäre mir noch mehr eingefallen, wenn ich der Bus nich angehalten wäre und ich hätte umsteigen müssen. Aber vielleicht fällt dir ja noch was ein?
Gibts eigentlich lustige Date-Ideen aus Horrorfilmen? :D

Welche cineastische Date Idee fandest du besonders bemerkens- und nachahmenswert? Fällt dir noch was ein?

Produktfrei leben – mal ein wieder ein Update

Es wurde sich von verschiedenen Seiten immer mal wieder ein Update zu meinem damaligen „Produktfrei Leben“-Versuch gewünscht und dem komme ich gerne nach! Das letzte Update is ja auch schon länger her…
Für alle neuen Blogleser eine kurze Zusammenfassung: Ich habe 2011 versucht, einen Monat lang auf Shampoo, Duschgel, Make-up, Cremes, Salben, Wässerchen usw. zu verzichten um zu gucken, was passiert. Spoiler: Ich lebe noch.

Aber: was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Eine Menge!
Und zwar im wahrsten Sinne. Es hat sich wieder jede Menge Zeug angehäuft.

Ich benutze nach wie vor regelmäßig: Nagellack, Seife, Gesichtsöl oder -creme, Handcreme, Parfüm, Lippenpflege und/oder Lippenstift.
Ich benutze ab und zu: Shampoo (da reicht mir Seife oder aber auch mal so Reisegrößen, ich wasche mir mittlerweile einmal pro Woche die Haare mit echtem Naturkosmetik-Shampoo), Lidschatten, Rouge, Tagescreme, Gesichtsmasken
Ich benutze nie: Wimperntusche (da fühlen sich meine Augen zentnerschwer und hässlich an), Spülung aus Essig (hat sich nich mehr so ergeben)

Die große Überraschung: Ich hab mir getönte Tagescreme gekauft und benutze sie ab und zu. Weil ich innerhalb von wenigen Wochen mind. 4 Mal von verschiedenen Menschen auf meine roten Stellen im Gesicht angesprochen wurde. Die ich schon immer hatte und habe. Komisch, oder? Da merke ich selber, wie ich mir meine Unsicherheiten wegtönen will. Ob ich mir diese Tagescreme nachkaufen werde? Ich glaube nicht. Blöd nur, dass mir das alles erst hinterher aufgefallen ist. Meine roten Wangen kommen laut Gesichtsdiagnostik von einer überforderten Bauchspeicheldrüse. Also sollte ich lieber da mal aufpassen, anstatt mein Geld für Gesichtstönung rauszuwerfen…
Auch ne Überraschung: Ich mag es wieder, mir ab und zu ein bisschen schillernden Lidschatten aufs Auge zu pinseln. Nicht viel, aber ein bisschen Glanz hab ich gern. Das ist wirklich was für mein Herz. Mich glänzend machen, mich anschauen, mich schön fühlen. Das hatte ich früher beim Schminken nie. Ob das diese Selbstliebe ist, von der alle ständig reden?
Keine Überraschung, aber trotzdem erwähnenswert: Bunter Nagellack ist echt mein Ding. Wirklich. Das hab ich während der damaligen Challenge ja auch am meisten vermisst und ich bin mittlerweile total zum Maniküre-Mensch mutiert :D Es glitzert, glänzt und schillert und macht mich einfach froh. Ganz großartig ist es jetzt übrigens mit Nailart Stamping. Mein neues Lieblingshobby :D Und wie es mit Hobbies halt so is – es sammelt sich jede Menge Zeug an. Allerdings habe ich alles in einer Kiste und darauf soll sich das auch beschränken. Und ja, gesund isses nicht, aber das is mir egal.

Mein selbstgemachtes Deo ist immer noch das Beste, was ich je hatte. Zwischendurch, in einem Anfall von Unsicherheit, habe ich mir wieder normales Deo gekauft und wurde sofort enttäuscht. Mich nervt auch, wieder so wahnsinnig viel Zeugs herumstehen zu haben, deshalb ist jetzt aufbrauchen und aussortieren angesagt. Vielleicht merke ich mir mal, dass ich das meiste einfach eh nich brauche.
Mittlerweile kaufe ich auch in speziellen Fällen eher diese Reisegrößen, z.B. für Sonnenmilch. Da reichen 50 ml für einen Hamburg Sommer :D Ansonsten ziehe ich handgemachte Pflanzenölseifen den gekauften 30 Cent Stücken vor. Die riechen besser, ich unterstütze kleine Läden und fürs Haare waschen sind sie ideal.
Und ja, ich bleib bei meiner Meinung: Haare sind in erster Linie ein Ergebnis von Hormonen und Ernährung und falscher „Pflege“ – nämlich gnadenloser Überfordung durch ein zu viel und zu oft. Wenn du da Probleme hast, sprich mit deinem Friseur darüber und versuch mal das eine oder andere Produkt auszutauschen oder wegzulassen. Und mit der Haut ist es genauso. Guck dir mal genau ins Gesicht, mach vielleicht nach diversen Nahrungsmitteln Fotos. Dieser Kreislauf aus zu fett, zu zuckrig, zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf hinterlässt seine Spuren. Das sind Binsenweisheiten, ich weiß. Aber genau deshalb sollte man das nicht ignorieren.

Das wars mit meinem Fazit.

Wie machst du dich schön? Viel Make-up oder gar keins? Eyebrows on fleek? Was ist dein Schönheitsgeheimnis? Was würdest du gerne weglassen? Was musst du definitiv mal aufbrauchen oder ausmisten?

3 Wochen vegan essen – ein Erfahrungsbericht

Okay, also das Interesse an meinen vegan-Wochen (es war durch das Fasten kein ganzer Monat) ist da, deshalb gibts hier nun viel zu lesen.

Aaaaalsooooo!
Vom 29. März bis 6. April 2018 habe ich gefastet. Das war klassisches Buchinger-Fasten mit Wasser, Tee, klare Gemüsebrühe und sehr stark verdünnten Obst- und Gemüsesäften. Davor und danach habe ich mit der Einnahme von Bifi-Bakterien experimentiert, um meine Darmflora ein bisschen zu unterstützen und um abzunehmen. Ich habe vor ein paar Wochen das Buch „Schlank mit Darm“ gelesen und habe daraufhin angefangen, mit diesen Darmbakterien zu experimentieren. Mir ging es durch die Einnahme wirklich besser. Warum ich das erwähne? Weil das meines Erachtens auch die vegane Kostauswahl und generell die Umstellung beeinflusste. Glaube ich zumindest.
Durch die Einnahme der Bakterien hatte ich weniger Hunger, absolut NULL Heisshunger auf Süßes oder Fettiges, nein – mein Körper hat mich ganz natürlich zu Obst und Gemüse gesteuert (denn das wollen die Bifido Bakterien am liebsten essen). Oft hatte ich das Gefühl in mir herrschen parasitäre Alienklone, die mich zu einem Gesundling umerziehen wollen. Ich war jeden Tag über mich selbst erstaunt, keine Lust auf Süßes zu haben.

Das Wochenende nach dem Fasten hat vegan nicht so gut geklappt. Ich war auf der Heimreise und im Zug selbst gabs natürlich NICHTS veganes zu essen, bei einem einstündigen Aufenthalt in Nürnberg wurde ich am Bahnhof aber fündig. Fast überall findet man mittlerweile vegane Optionen, wenn man die Augen aufhält und genügend Zeit für die Suche einplant. Dann war Sonntag, ich wälzte mich planlos durch die ganzen Kochbücher und überlegte, was ich wann kochen und essen sollte. Die meisten Rezepte fand ich wenig alltagstauglich. Klar, als Selbstständiger oder Student kann man abends gerne mal ne Stunde in der Küche zu bringen und aus 500 einzelnen Zutaten ein leckeres Gericht kochen, aber wenn ich abends heimkomme hängt mir der Magen in den Knien, ich bin müde, muss mein Hirn ausleeren und ich will dann verdammt noch mal was essen, was in max. 30 Minuten auf dem Tisch steht. Ich will auch nur mit Zutaten kochen, die es überall gibt und nicht für ein Gericht ein Glas Zeugs kaufen, wovon ich nur nen Teelöffel nehmen muss. Klar gibts diese Rezepte, aber mich hat das alles überfordert, da ich ja auch immer unter 1500 kcal pro Tag bleiben wollte. Und die Wochen davor habe ich mich aufs Fasten vorbereitet.

Die veganen Arbeitswochen waren auch nich ohne Probleme. Nach dem Fasten hatte ich insgesamt 2,5 Wochen keinen Kaffee angerührt und meistens hat mir der Cappucino oder eben Kaffee mit normaler Milch sofort dieses „ach, toll, das war ja gar nich vegan, na jetzt isses auch egal, jetzt kannst du mittags auch ne Käsestulle essen“ – Gefühl beschert. Das war wirklich immer ziemlich dumm. Denn was ich nicht erwartet habe war, dass mein Intervallfasten nicht mehr funktioniert. Durch das Fasten, die Bakterien und die vegane Kost hatte ich nach 4-5 Stunden nach der letzten Mahlzeit soooo derben Hunger, dass ich einfach essen musste! Und während der Arbeit hungrig über eine vegane Option nachzudenken, die idealerweise 600 kcal nicht übersteigt war für mich kaum zu schaffen. Irgendwann hatte dann endlich mal die tolle Idee mir für die Arbeit ne Packung Milchersatz zu holen. Ab da ging es dann. Mittags aß ich gerne Salat, aber veganes Dressing vor Ort finden? Fehlanzeige. Also auch selber machen und mitnehmen.

Mitte des Monats gabs ein Familienfest mit Gartenparty, brasilianischem BBQ und – natürlich null vegan – also vegetarisch gegessen.

Die veganen Kuchenrezepte habe ich übrigens nicht ausprobiert, weil ich überhaupt keine Lust auf Süßes hatte. Und beim Durchblättern diverser veganer Koch- und Backbücher ist mir echt schwindelig geworden. Da hatten dann plötzlich ein Stück Kuchen über 700 kcal. Ich habe sogar ein paar Blechkuchenrezepte gesehen, wo ein Stück über 1000 kcal hatte!!! Ich investiere gerne meine Kalorien in Süßkram, aber das war selbst mir zu viel. Dann verzichte ich lieber ganz.

Das habe ich gelernt (aka „Binsenweisheiten“ die ich endlich begriffen habe):
Eine Ernährungsumstellung egal welcher Art ist immer nur eine Sache der Organisation (ein bisschen Disziplin und Motivation im Gepäck zu haben schadet auch nicht.). Zur Organisation gehört, sich zu überlegen, wann man was isst, wie der Lebensstil aussieht, was verträglich ist, was schmeckt, was eingekauft wird und was man macht, wenn alle guten Vorsätze den Bach runter gehen.
Wenn du nichts Süßes mehr essen willst, kauf es nicht. Auf Arbeit liegt immer irgendwas rum, weil Kunden was mitbringen oder die Kollegen mit dem Superstoffwechsel immer Süßkram mitbringen…
Wenn du morgens zu faul bist, um dir eine Stulle für die Arbeit zu schmieren, überleg dir, wo du etwas auf dem Weg zur Arbeit kaufen kannst.
Welche Optionen bietet die Kantine?
Du verstehst schon was ich meine. Eigentlich ist es echt nur das.
Ich habe durch das Fasten und die Bakterien mein Intervallfasten aufgeben müssen (ich habe ca. 3 Jahre lang nur gegen 10 Uhr und abends gegen 19 Uhr gegessen), weil ich einfach immer Hunger bekommen hab. Mit dieser Umstellung musste ich also auch umgehen.
Wenig essen und gut kauen ist das Beste was man für seinen Körper tun kann, egal welche Ernährungsform man wählt und ja – es ist so einfach, man darf es nur nich ständig vergessen und dafür sorgen, dass man das auch kann. In einer 30-minütigen Mittagspause schaufelt man sich dann doch eher mit den Kollegen tratschend mehr rein als wenn man alleine im Park sein Vollkornbrot kauen muss.

Und wie gehts weiter?
Vegan war und ist ansich für mich nichts Aussergewöhnliches, weil ich als Vegetarier sowieso schon immer mal vegane Rezepte gekocht habe oder im Restaurant auch die vegane Option gewählt habe. Ich kenne viele vegan lebende Menschen und wenn die ne Party schmeissen gibts halt nur vegan. Die Umstellung fiel mir körperlich leicht, organisatorisch war es mir für 3 Wochen zu schwer. Ich hab mich oft überfordert und ratlos gefühlt. Wenn ich das nochmal disziplinierter angehen will, würde ich mir von meinen Freunden vegane Menüpläne schreiben lassen :D

Margarine finde ich widerlich.
Sojamilch fand ich auch wirklich eklig.
Auf Kuhmilch werde ich weiterhin verzichten so gut es geht, wobei ich sagen muss, dass ich noch nie in meinem Leben ein Glas Milch so getrunken habe. Es geht also eher um homöopathische Dosen im Kaffee oder max. 200 ml Milch im Müsli.
Hafermilch schmeckte mir von allen getesteten Ersatzprodukten am Besten, da hatte ich bei 3 verschiedenen Marken immer Glück. Egal ob im Kaffee oder Müsli, das passte gut und ich werde sie wieder kaufen.

Sojajoghurt usw. habe ich nicht wirklich durchprobiert und werde ich vermutlich auch nicht, weil ich Joghurt, Quark und anderes nicht mal so esse. Vermutlich werde ich solche Produkte kaufen, wenn ich sie mal in einem Rezept verwenden muss.
Generell ist mir die vegane Ernährung aber viel zu Kohlenhydrathaltig. Ich liebe zwar Nudeln, Brot und Kartoffeln, aber ich glaube mittlerweile, dass ich sie gar nich so gut verdauen kann. Daher habe ich vor, mich Ende des Monats zu einem low carb vegan Ernährungsseminar anzumelden. Ob diese vegan-keto alltagstauglich ist, bezweifle ich noch sehr. Mal sehen.
Außerdem habe ich den Verdacht, dass mich irgendeine bestimmte Zuckerart komplett fertig macht. Wenn ich Kuchen, Eis oder sowas esse habe ich keine Probleme. Aber als ich letzte Woche ab und an dann doch verpackte Süßigkeiten (danke Kollegen…) gegessen habe, bekam ich sofort wieder Ausschlag und Rötungen auf dem Gesicht und mir wurde richtig übel davon. Das machte mich stutzig, also muss ich in dieser Richtung auch mal weiterforschen.

So das wars jetzt aber. Hoffentlich war mein Bericht nicht zu konfus. Falls du noch Fragen hast, gerne. Lass gerne noch den einen oder anderen Tipp für den (Arbeits-)Alltag da :)

1 Jahr Habit Tracker und was es mir gebracht hat

Letztes Jahr habe ich das ganze Jahr über einen Habit Tracker benutzt. Über die Konsequenz bin ich selbst erstaunt :D Und ja, auch das habe ich mir von den ganzen Bullet Journal Begeisterten abgeguckt. Genutzt habe ich eine Vorlage, die ich auf pinterest gefunden habe. Sie ist von clementine creative, aber man kann sich ja auch selbst einen gestalten oder einfach einen Kalenderausdruck machen, wenn es nur um eine Gewohnheit geht. Ich habe das ja schon mal so ähnlich gemacht, nur dann eben nicht so konsequent.

Aber halt – was ist Habit Tracking und was soll das? Wenn du nicht wie ich den halben Tag auf pinterest herumgurkst, weißt du das wahrscheinlich gar nicht. Ich habe leider keine Ahnung, wer auf diese gute Idee gekommen ist, aber es ist sehr einfach: Man setzt sich Ziele, verwandelt diese in möglichst kleine, machbare Schritte und versucht, diese Schritte sichtbar zu machen, um den anstehenden Erfolg feiern zu können. Oder anders: Kleine Verhaltensänderungen führen irgendwann zum Ziel. Und wenn das nicht klappt, kann man anhand des Trackings nachvollziehen, warum das nicht geklappt hat.

Die Vorlage war einfach und schnell gedruckt, also gings sofort los. Mein persönliches Motto „Fortschritt statt Perfektion“ stand dabei über allem. Abends vorm Schlafengehen habe ich Bilanz gezogen und meine Kästchen ausgemalt.

Was ich gut finde:

  • grafisch, daher auf einem Blick erkennbar wie es läuft
  • Kästchen ausmalen macht mir Spaß
  • man kann kurzfristiger nachsteuern in dem man sofort bzw. am nächsten Tag was ändert, weil man sein Scheitern schwarz auf weiß hat

Achtung: Stolpersteine:

  • Gewohnheiten, die keinen Rahmen haben, werden nicht abgebildet. Ein Vorsatz „3 x am Tag Obst zu essen“ lässt sich nicht so gut abbilden wie ein „Obst essen“. Das muss man bedenken, sonst kann man nie ein Kästchen markieren und das frustriert. Wenn ich aber 3 x am Tag Obst esse und dies tracken will, muss ich es auch dreimal hinschreiben, und dann wirds wieder kompliziert.
  • ohne ordentliche Reflektion am Monatsende bringt es nicht viel. Der Trick beim Habittracking ist ja, herauszufinden, was man so tut bzw. nicht tut und vor allem wann man es tut, damit man seine Ziele erreichen kann. Also setz dich am Monatsende oder am Anfang oder auch in der Mitte mal eine halbe Stunde hin und überlege, was nicht so ganz rund läuft.
  • wenn das Papier nicht gut sichtbar auf meinem Schreibtisch ist, vergesse ich, meine erledigten Punkte zu markieren

Fragen zum Monatsende:

  • Wie ist es insgesamt gelaufen? Was habe ich über mich gelernt?
  • Was kann ich im nächsten Monat besser machen?
  • Was hat super geklappt? Will ich das im nächsten Monat auch noch tracken?
  • Welche Gewohnheit, die ich ändern wollte, hat überhaupt nicht geklappt? Woran lag das?
  • Was könnte mir konkret dabei helfen, diese Gewohnheit zu ändern? Kann ich es realistisch ausprobieren?
  • Wie gehe ich mit Hindernissen & Rückschlägen um?
  • An welchen Tagen gelingt es mir leichter, etwas umzusetzen? An welchen Tagen gar nicht? Woran liegt das genau?
  • Was motiviert mich? Gibt es jemanden, der mich bei der Umsetzung unterstützen kann? Wie?

Natürlich muss man nicht alle Fragen beantworten, aber sie sollten dir eine Idee geben, wie man mit diesem wunderbaren Werkzeug umgeht.

Dann kommt die Kür – und da bin ich selbst noch nicht so weit – diese ganzen Antworten auch einbauen und weitermachen. Wenn ich mir das letzte Jahr so anschaue, kann ich hervorragend Muster entdecken. Z.B. dass ich im ersten Quartal echt super dabei war. Es war diese Neujahrsmotivation, die mich getragen hat. Ich habe mich gesund ernährt, viel Sport gemacht usw. Dann brach es ein, weil die erste Erkältung kam. Dann gabs Stress auf der Arbeit, dann war Urlaub, dann wieder krank. (ja, 2017 war nicht mein bestes Jahr :D) Ich habe es nicht geschafft, mich da wieder rauszuwühlen, weil mir dazu die Energie fehlte, aber den Habit Tracker habe ich trotzdem genutzt. Jetzt kann ich mir anschauen, was gut funktioniert hat und einen neuen Versuch starten.

Gewohnheiten, die sich 3-4 Monate etabliert haben, muss man nicht mehr weiter tracken.
Wenn du etwas tracken willst, aber dich eh nicht dran hältst, kannst du es auch bleiben lassen und vielleicht einfach deinen Frieden damit machen, dass es so ist? (Zum Beispiel habe ich versucht jeden Abend rechtzeitig ins Bett zu gehen, damit ich ausgeschlafen bin. Das war echt frustierend, weil ich es einfach nie hinbekommen habe. Jetzt lass es einfach und finds ok. Den fehlenden Schlaf hol ich mir über Nickerchen und am Wochenende – ich kann jeden Monat einen neuen Versuch starten!)

Wie gehst du deine Gewohnheitsänderungen an? Nutzt du einen Habit Tracker? Wie läuft es? Hast du Tipps für mich?

List-o-Manie: Urlaub zuhause – aber richtig (und mit möglichst viel Spaß)

Hallo! Mein Urlaub war super. Ich war mal wieder auf Deutschlandreise und nach Detmold, Potsdam, Bad Münstereifel, Königswinter und allem dazwischen war ich auch ein paar Tage zu Hause. Das war auch sehr schön, aber nur, weil ich mir immer Mühe gebe, den Urlaub zuhause auch ein bisschen zu gestalten. Denn wenn ich das nicht mache (Faustregel: Jeden Tag was Besonderes), fällt mir schnell die Decke auf den Kopf und ich denk dann doch über die Arbeit nach.

Wer also aus ökologischen, organisatorischen oder wirtschaftlichen Gründen lieber daheim urlaubt auf Terrasse und Balkon, bekommt hier nun ein paar Ideen mit ins Gedankengepäck. Und vielleicht können wir ja mal überlegen, wie man „richtig“ zu Hause urlaubt. Wie erholt und entspannt man sich am Besten? Gibts da vielleicht eine bsiher unentdeckte allgemeingültige Regel?

Hier nun ein paar Ideen, die ich selbst getestet habe:

  1. Geh zu nem Meetup – oder mach dein eigenes
  2. Lies einen Expeditionsbericht oder etwas aus einem Genre, dass dich in fremde Welten entführt
  3. Fahr in einen Stadtteil, in dem du noch nie warst
  4. Koch dir etwas, was du normalerweise nicht kochen würdest, weil es zu aufwendig ist
  5. Oder: Probiere ein neues Lokal aus
  6. Wenn du einen Garten oder Balkon hast: Übernachte draußen
  7. Leih dir einen Wanderführer aus und mach ne Tour
  8. Ab ins Schwimmbad oder an die See. Idealerweise zu Zeiten, wo kein anderer mehr da ist
  9. Mach ne typische Touritour mit. Ab in den Bus oder…vielleicht ne Segway-Tour? :D
  10. Mach ne Liste mit Dingen, die du in deiner Stadt noch nie getan hast – und arbeite die Liste ab (eignet sich übrigens auch super als Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug
  11. Verstecke kleine Botschaften in deiner Nachbarschaft
  12. Bastel Seedbombs und verteil sie
  13. Mach ein Picknick im Park! (und versuch es #zerowaste)
  14. Übe Verzicht. Zum Beispiel beim Essen.
  15. Wenn dein Schlaf-Wach-Rhythmus eh im Eimer ist, kannst du um 5 Uhr morgens raus und den Sonnenaufgang anschauen und coole Bilder knipsen
  16. Geh bei jedem Wetter raus
  17. Mach bei einer Instagram-Photochallenge mit (oder kreiere deine eigene)
  18. Lern was Neues! Wie wärs mit nem VHS-Kurs?
  19. Ab ins Museum und schau dich um!
  20. Verkleide dich für einen Nachmittag. Was entdeckst du?
  21. Probier Geocaching oder Actionbound
  22. Wie weit kannst du gehen bis zu müde wirst? Geh einfach ohne Ziel los und lass dich treiben
  23. Erfinde deinen eigenen Feiertag und denk dir Rituale dazu aus (ich habe den Strudeltag ins Leben gerufen, an diesem 21.6. wird Apfelstrudel gegessen und an Menschen gedacht, die Gedanken zum Strudeln bringen)
  24. Nimm dir vor, bestimmte Dinge zu sammeln und mache am Ende deines Urlaubs eine Ausstellung in deinem Wohnzimmer. Lade alle deine Freunde dazu ein.
  25. Fotografiere mit einem Motto im Kopf. z.B. nur Türen in deiner Stadt oder alles in der Farbe Rot.
  26. Guck dir Veranstaltungen aus dem allgemeinen Vorlesungswesen deiner Uni oder bei eventbrite aus und geh hin
  27. Probier nen neuen Sportkurs aus oder guck dir mal youtube Fitness Videos an
  28. Tausch mit deinen Freunden die Wohnung. Echt, das ist voll gut. Noch besser, wenn ihr in unterschiedlichen Städten wohnt :D
  29. Wie wärs mit einem MOOC?
  30. Schreib ein paar Postkarten oder Briefe an deine Freunde oder an deine Familie
  31. Ausmisten, aber bitte mit Spaß! (hehe, das musste in die Liste :D)
  32. Brettspielabend mit Freunden
  33. durch die Bücherei schlendern und stöbern
  34. Schreibe Tagebuch oder deine Biografie
  35. Zeichne eine Landkarte von deinem Stadtteil
  36. Finde deine Werte
  37. Befrag ein Orakel
  38. Entferne alle Etiketten und Labels und freu dich über die visuelle Ruhe
  39. Drück auf Wikipedia den Zufallsbutton und mach irgendwas mit der Info. Weitere Informationen suchen, jemanden davon erzählen, die Information irgendwie künstlerisch verwerten?
  40. Gestalte eine Collage oder ein Scrapbook
  41. Schreibe eine Liste „Was ich tun kann, wenn ich zu Hause Urlaub mache“


Also: Wie urlaubst du richtig? Was fehlt in der Liste? Was fällt dir noch ein? Was hast du im Urlaub erlebt?

Blogpause! + Fotochallenge auf Instagram

Ihr Lieben, ich habe Urlaub und mache deshalb auch eine Blogpause.
Bis zum 10.September werden keine neuen Beiträge erscheinen. Der nächste Beitrag erscheint somit erst am Mittwoch, den 13. September 2017.

Aber keine Panik, damit uns nicht langweilig wird gibts wie letztes Jahr eine kleinen Foto-Kreativchallenge!
Mitmachen könnt ihr per Twitter oder Instagram. Facebook hab ich nicht, aber da könnt ihr natürlich trotzdem was hochladen, wenn ihr mögt. Es ist außerdem nicht nur als Fotochallenge zu verstehen, ihr könnt auch basteln, malen oder zeichnen. Hauptsache ich erfahre davon :D

Hier sind also meine Themenvorschläge:

  1. ein Selfie
  2. etwas Rotes
  3. Aussicht
  4. etwas Altes
  5. Action
  6. Routine
  7. Muster
  8. ganz nah dran
  9. Symmetrie
  10. etwas Neues
  11. Lieblingsfarbe
  12. Gefühl

Erlaubt ist, was gefällt. Bitte nutze den Hashtag #fddblogpause17 damit ich deine Beiträge sehen kann. Also: Am Mittwoch, den 23. August gehts los! Die Challenge endet am 3.9.
Jeden Tag ein Bild.

Viel Spaß!

Ab ins Kunstmuseum – aber langsam

Ich gehe gerne ins Kunstmuseum. Egal in welcher Stadt – ich muss rein. Und bin hinterher ganz entspannt, begeistert und inspiriert.
Nur leider geht fast nie jemand mit. Was nicht schlimm ist, denn Gemälde kann man sich ja auch alleine anschauen. Schlimm ist der Satz „ich kann mit Kunst nichts anfangen“.
Dieser Satz macht mich nicht nur traurig, sondern bricht mir immer das Herz.
Ich weiß, woher der Satz kommt. Der hat sich irgendwann in der 3. oder 4. Klasse eingenistet, als ne blöde Handarbeitslehrerin oder ein strenger Werklehrer gesagt hat, wie unsinnig dein Werk ist, wie hässlich etwas gestrickt wurde, wie unsauber gearbeitet wurde. Ein anderes Kind in der Klasse konnte alles viel besser und schöner und du hast dein Gekrakel betrachtet und beschlossen: Kunst ist blöd.
Das wars dann.

An dieser Stelle übrigens einen Gruß an meine Handarbeitslehrerin der 4. Klasse, die mich immer vor der ganzen Klasse bloßgestellt hat, weil meine Arbeiten immer so unglaublich hässlich waren. Anscheinend hat ihr das Kopfschmerzen verursacht :D
Mein Kerzenlichthalter in Engelsform war nicht rosa und hellblau bemalt, sondern hatte lila-orange Streifen (mehr Farben hatte die Alte nich zur Auswahl) und ich fand ihn gut und sie war scheisse. Also Frau S. – ich rufe Ihnen ein fröhliches „Fuck-you!“ entgegen und sage Ihnen nun etwas, was ich ihnen schon vor 22 Jahren hätte sagen sollen: Tennissocken in Pumps gehen gar nicht! (ich mein…sie zog sich SO an und hat mich fertig gemacht, weil ich ein Stirnband in blau und rot gestrickt habe??? Ich war 10 und mochte damals schon keine Stirnbänder)

Ich will eigentlich damit sagen: Wühl dich da heraus, weil es sich lohnt. Geh ins Museum und entdecke dich selbst. Da drin ist es kühl, still, seltsam und wunderbar. Ja, manchmal ist es auch nervig und anstrengend.

Als die hiesige Kunsthalle fertig renoviert war und „1 Monat Eintritt frei für alle!“ ausrief, sind Herr DingDong und ich auch hingegeangen. Es war Sonntag und wir wussten, dass es voll wird. Also haben wir uns diese Klappstühle an der Museumskasse geschnappt und haben ausgemacht: Es wird geschlendert und wenn uns etwas auffällt, schauen wir es an. Wir nehmen uns so viel Zeit, wie wir wollen. Auch wenn wir dann nur 3 Bilder sehen. Da saßen wir in mitten des Gewusels und starrten abstrakte Kunst und alte Meister an. Nicht jedes Bild war schön. Aber es hat uns interessiert und wir kamen ins Gespräch. Und hinterher? Beseelt und glücklich.

Hier also ein paar Tipps und Fragen für einen interessanten Museumsbesuch:

    Was sehe ich? ruhig auch mal näher ans Werk oder weiter weg gehen (nur nix anfassen!!)
    Welche Farben und Muster nehme ich wahr?
    Weiß ich etwas über die künstlerische Epoche oder den Künstler? Wie hängen diese Aspekte mit dem Bild zusammen?
    (ja, per Handy bei Wikipedia nachlesen ist erlaubt :D)
    Wie fühle ich mich? Was fühle ich, wenn ich das Werk anschaue? Welche Reaktionen beobachte ich bei mir? Ist es Langeweile? Überforderung? Faszination? Ekel?
    Was hat das Werk mit mir zu tun? Warum mag ich es, warum nicht? Was genau mag ich daran bzw. daran nicht?
    Kann ich etwas vom Kunstwerk für eine bestimmte Situation lernen? Und wenn ja, was genau?

  1. Klappsessel mitnehmen. Auf diese schwarzen Dinger kann man sich auch gut abstützen und sind nicht nur was für alte Leute
  2. am Besten viel Zeit mitbringen. Mit Genuß trödeln und ein Bild auch ruhig mal 20 Minuten anschauen. Das entspannt total!
  3. Wer von knarzendem Parkett oder Gemurmel alter Leute in hässlichen Pullundern genervt ist, nimmt sich bitte Ohrstöpsel oder Musik mit
  4. ein Notizbuch ist vielleicht auch nützlich
  5. anstatt Kunstwerke abzuknipsen, lieber ne Postkarte im Museumshop kaufen

Das wars schon, mehr wollt ich gar nich erzählen. Und wem der Eintritt zu teuer ist, der guckt sich mal diesen tollen Kunstblog an.

Gehst du gern ins Museum? Hast du ein Lieblingsmuseum, das du immer wieder aufsuchst? Magst du Kunst? Oder wurde dir Kunst und Handwerksarbeiten in der Grundschule auch verleidet?

6 Tipps zum Secondhand Shopping – wie der Stoffwechsel auch Minimalisten Spaß macht

Okay – es folgt eine Tatsache und eine Beichte.
Die Tatsache: Ich hasse Shopping als Freizeitbeschäftigung. Den Sinn davon habe ich noch nie verstanden.
Die Beichte: Shoppen in Secondhandläden macht mir dagegen richtig viel Spaß. Das war nicht immer so. Und genau deshalb möchte ich davon berichten.

Lange Zeit habe ich überlegt, wie Secondhand Shopping als Minimalst vereinbar ist. Man kann nämlich beim Secondhand Shopping nich losgehen und genau das Teil finden, was man benötigt, sondern muss sich immer überraschen lassen. Dafür braucht man Geduld und Nervenstärke. Doch die Idee, möglichst nachhaltig und günstig seinen Kleiderschrank zu „füllen“ ohne Fairtrade Mode kaufen zu müssen, fand ich ziemlich gut. Also habe mich darauf eingelassen und werde seit dem ich es geschnallt habe regelmäßig belohnt.

Vielleicht findest du es eklig gebrauchte Kleidung zu kaufen. Falls das der Fall sein sollte, überleg mal, was das geringste Übel für dich ist: Vielleicht fängst du erstmal mit Accessoires an, wie Gürtel oder Taschen. Guck dich einfach mal um, was der Secondhandladen in deiner Nähe anbietet.
Unterwäsche, Socken, Bademode und Nachtwäsche kaufe ich auch nur neu und das finde ich völlig in Ordnung. Hosen auch, aber das lag bisher daran, dass ich noch keine im Secondhandladen gefunden habe.
Oder veranstalte mal mit deinen Freundinnen und Freunden eine Kleidertauschparty. Von einer Freundin würdest du doch einen Pullover anziehen, oder? Warum nicht auch von einem Unbekannten, aus dem Secondhandladen?

Hier nun das Destillat aus meiner bisherigen Secondhand-Shopping-Erfahrung:

1. Wissen, was einem steht und wie man sich kleiden will
Seit ich mein Stilmotto (Galaxy Warrior) gefunden habe und durch die Typberatung weiß, welche Farben mir stehen, gucke ich ganz anders in den Läden. Das gilt natürlich auch für Secondhand. Dort ist es sogar noch besser, weil die Kleidung meistens nach Kategorie und innerhalb der Kategorie nach Farben sortiert ist. Ich kann also wunderbar alles, was mir nicht steht ausblenden. Wer keine Ahnung von seinem Stilmotto hat, guckt mal bei into-mind.com oder theorganizedcardigan rein. Das Prinzip zur Stilfindung lässt sich übrigens auch als Mann anwenden.

2. Qualität erkennen (lernen)
Gute Qualität erkennen lernt man am Besten, wenn die Klamotten schon ein paar Mal getragen und gewaschen wurden und immer noch gut aussehen. Sind Fusseln zu sehen („Pilling“)? Zieht das Teil Fäden? Wie sehen die Säume aus? Gibt es Löcher oder Verfärbungen? (z.B. Deoränder) Kratzt der Stoff/das Material?. Ist das Teil noch in Form oder hat es sich schon verzogen? Welche Marken sind langlebig, welche nicht? Was steht auf der Waschanleitung? Bedruckte Kleidungsstücke oder besondere Stoffe bedürfen eventuell der Handwäsche. Bist du bereit, das Teil so zu pflegen? wenn nicht, lass es liegen.
Ich notiere mir auch ein paar Markennamen, wenn mir das Teil nicht gepasst hat, aber die Qualität top war. Man weiß ja nie.

3. Stöbern macht Spaß
Wenn ein Laden auf deiner Strecke liegt, guck regelmäßig rein. Secondhand Shopping funktioniert nicht auf Knopfdruck. Das braucht Zeit, es ist #slow – man braucht auch Geduld um tolle Sachen zu finden.
Ich mache jährlich eine Inventur von all meinen Klamotten und weiß daher, dass ich mal ein paar Shirts brauche. Manchmal sind es Hosen, ein anderes Mal wäre eine neue Bluse oder ein dicker Pullover nicht verkehrt, je nachdem, was ich aussortiert habe und glaube zu brauchen. Mit diesem groben Ziel geh ich los und klapper regelmäßig meine Lieblingsshops ab. Im Laden vor Ort steuer ich den Kleiderständer mit den Blusen an und sehe mir jedes Teil der gewählten Farbe an. Zwischen den Bügeln verbergen sich Schätze.

4. Sprich mit den Verkäufern
Die Verkäufer in den Läden kennen sich gut aus. Frag nach, wann und wie oft sie beliefert werden und plane deine Shopping-Ausflüge entsprechend. Gerade wenn du was Spezielles suchst, können dir die Verkäufer weiterhelfen.

5. Zieh dich bequem und funktional an
Wenn du tatsächlich einen Secondhand-Shopping-Samstag planst, denk an funktionale und bequeme Kleidung, da du vermutlich viel anprobieren wirst. Wenn du Schuhe hast und noch ein Kleid für einen besonderen Anlass brauchst, zieh die Schuhe an oder nimm sie mit. Wenn du weißt, dass der Secondhandladen eher ne dürftige Umkleidekabine hat, zieh ne Leggins und ein Tanktop drunter. Anprobieren vor Ort ist wichtig, weil man 1. die gebraucht erstandenen Sachen meistens nicht mehr umtauschen kann und 2. sich alle paar Jahre mal die Kleidergrößen ändern und bei Vintagemode komplett anders sind.

6. Spickzettel basteln
Gut, das ist ein Tipp, der für normales Shopping auch gilt. In meinem Filofax habe ich eine extra Kategorie für Stil und Klamotten, denn gute Vorbereitung erspart mir Stress und Zeit. Da drin befindet sich nicht nur meine Farbpalette, sondern auch diverse Maße, z.B. Handschuhgröße, perfekte Kleider- bzw. Rocklänge, Stylingideen, Kleider- und Schuhgrößen USA, Europa und GB. Den Rest habe ich als geheimes Pinboard in der Pinterest-App immer im Smartphone dabei.

In Hamburg gehe ich übrigens gerne in diese Läden:

  • Oxfam Shops (kleine Auswahl, dafür sehr günstig)
  • Stilbruch (neben Gebrauchtmöbeln gibts in der Ruhrstraße auch Klamotten)
  • Vintage & Rags (ausgefallene Vintage-Mode und Accessoires. Wer Vintage Sportswear oder Amerikanische Shirts sucht, wird hier fündig)
  • Humana Second Hand in Harburg (große Auswahl, teilweise qualitativ
  • Second Live in Harburg, ein paar Häuser nach dem Humana Secondhand Landen (große Auswahl, auch für Männer. Toll für dicke Jacken und Mäntel sowie große Größen)
  • Pick ’n Weight am Pferdemarkt (vintage, leider ziemlich kleiner Laden, aber wer Geduld hat findet Schätze)

weitere Läden in Hamburg findet man in dieser Broschüre von Greenpeace Hamburg.

Kaufst du deine Kleidung Secondhand? Was hast du gelernt? Welche Tipps und Tricks magst du teilen?