(M)ein grüner Mantel

Der Tag ist gekommen. Der grüne Mantel kommt nun in den Altkleidersack.

Als ich damals Liebesbriefe und Andenken von Ex-Freunden in den Müll warf, war das einen halben Tag lang ziemlich heftig, dann hat es mich aber nicht mehr interessiert.
Aber das mit dem Mantel ist ne Nummer größer. Der grüne Lodenmantel hat mich mehr als 15 Jahre lang durch die kalte Jahreszeit begleitet. Er war ein Geschenk meiner Oma, die ihn mir nach meinem Gejammer ob der Kälte mit den Worten „Der ist noch Pfennig-Gut“ überreichte. Ich trug ihn jeden Winter und war damit für einige ein lustiger Anblick, weil ich aussah wie ein Waldwichtel.
Sowas ist mir ja egal, er war warm und als sich das Innenfutter zersetzte, habe ich ihm ein neues machen lassen.

Warum also aufgeben? Der Loden ist an einigen Stellen ziemlich abgewetzt und das gute Teil hat auch schon das eine oder andere Mottenloch. Und ehrlich gesagt habe ich mich auch an der Farbe satt gesehen. Ich habe mich verändert und das Grün passt da nicht mehr dazu. Außerdem ist der Mantel aus den 50ern und darf nun endlich in Rente gehen.
Ja, ich hätte ihn upcyclen können. Aber die Verbindung dazu ist mir abhanden gekommen. Der Mantel hat sich vom Herzensstück in ein „Ding“ verwandelt und es ist Zeit sich zu lösen.
Und weil es doch nicht so leicht ist, wie das mit den Liebesbriefen (was ich wirklich sehr seltsam finde), setze ich dem Mantel hiermit zumindest ein virtuelles Denkmal.

Was ist dir beim Entrümpeln bisher am Schwersten gefallen? Welchen verlorenen oder weggebenen Dingen würdest du gerne ein virtuelles Denkmal setzen? Vermisst du es?

Mein erster Bildungsurlaub

Da bin ich wieder – erholt und gebildet!
Vom 8.5. bis zum 12.5.2017 habe ich in Berlin einen Bildungsurlaub zum Thema „Meinung, Macht und Medien – Medienstadt Berlin“ mitgemacht und weil schon im Vorwege so viele Nachfragen kamen, schreibe ich hier mal einen kurzen Bericht auf.

Am Montagmorgen trafen wir uns alle im Gewerkschaftshaus der DGB für eine Kennenlernrunde (die ohne peinliche Spielchen statt fand!!). Die anderen Teilnehmer waren alle schon älter und hatten mehr Bildungsurlauberfahrung, es war sogar eine Gruppe dabei, die sich immer zum „Bildungsurlauben“ trifft. Obwohl alle aus unterschiedlichen Bereichen und unterschiedlichen Bundesländern kamen, war die Stimmung sofort sehr entspannt und neugierig. Das Gruppengefüge war im Laufe der Woche aber dann doch so, dass sich ein paar Cliquen gebildet haben. Das fand ich sehr lustig. Einiges ändert sich wohl wirklich nie :D
Gleich am Anfang stellte sich jedoch heraus, dass sich das Programm ein bisschen veränderte, da einige Institutionen absagen mussten. Aber es wurde für Ersatz gesorgt und gestört hat es uns nicht großartig.
Als Bildungsurlaub-Neuling hatte ich ja ohnehin keine Vergleichsmöglichkeiten.

Also, was haben wir gemacht?
Es gab ein Gespräch mit einem freien Journalisten, der damals auch schon für Willy Brandt gearbeitet hat, wir besuchten das ARD-Hauptstadtstudio, machten einen Rundgang mit Lobbycontrol (unabhängig vom Bildungsurlaub sehr zu empfehlen), saßen in Redaktionssitzungen beim Tagesspiegel und bei der TAZ, waren beim rbb inforadio zu Besuch, huschten durch den Newsroom der dpa und ließen uns erklären, was Reporter ohne Grenzen so macht. Achja! Einen Vortag über die Berliner Journalistenschule gabs auch noch. Wir waren dann auch außerhalb dieser Veranstaltungen noch in der Bundeszentrale für politische Bildung und einer der Seminarleiter hat uns auf einen Rundgang durch das alte Zeitungsviertel rund um Checkpoint-Charlie mitgenommen. Das war auch cool.

Alles in allem sehr vielfältig, jeweils als Programmpunkt am Morgen und am Nachmittag. Meistens ging es von 9 bis 17 Uhr, manchmal fing es früher an, manchmal später und entsprechend war dann auch mal früher Schluss.
Es soll ja auch Urlaub sein :D Für mich war gut, dass es nur am Montag und am Freitag ein gemeinsames Essen gab. Das hat die Seminarleitung auch bewusst so gesagt, weil ja einige auch alleine sein wollen. Ich konnte zwischendurch sogar mal zurück ins Hotel, das war ganz entspannt.

Nun, was habe ich für mich mitgenommen? So einiges.
Es war sehr viel Input, den ich auch nochmal durchdenken muss.
Aber ich weiß jetzt, dass man den Journalisten und den Redakteuren doch einiges zutrauen kann, weil ich gesehen habe, dass sie sich bemühen und gegenseitig kontrollieren. Da sitzen wirklich schlaue Leute, die den ganzen Tag miteinander und mit anderen reden (müssen). So ein Job würde mich fertig machen. Da ist überhaupt nix mit Freizeit und ich weiß gar nicht, wie man so exisitieren kann. Die Welt würde sich verlangsamen, wenn Journalisten das Tempo rausnehmen würden…
Ich weiß jetzt auch, dass Radio- und Fernsehbeiträge die 1:30 nicht überschreiten sollten und dass man von jeder Nachricht immer etwas weglassen muss, um einen anderen Aspekt mehr Gewicht geben zu können. Kurzum: Da sitzen Menschen, die aus der Informationsflut das Interesssanteste herausfischen wollen. Da passieren natürlich auch Fehler und meine Aufgabe als Leser, Zuschauer oder Informationskonsument ist es, der Berichterstattung generell kritisch gegenüber zu stehen.
„Lügenpresse!“ zu schreien wäre zu einfach und ist ganz schön undankbar. Lieber wäre mir da eine ehrliche, gesamtgesellschaftliche Fehlerkultur, die uns immer wieder daran erinnert, dass wir Menschen sind. Überhaupt, dieses Kritisieren. Das hat mich von den Redaktionssitzungen am meisten beeindruckt. Beim Tagesspiegel war das sehr intellektuell untermauert, bei der taz eher auf Augenhöhe – aber immer mit Respekt. Das war sehr konstruktiv und fruchtbar. Loben gehörte da übrigens auch dazu und das kann man sich absschauen für eigene Meetings.
Bei allen Gesprächen mit den Redakteuren kam das Thema irgendwann auf die Zukunft der Medien und das die Demokratie auf dem Spiel steht.
Wie schnell das mit dem Entzug bzw. Einschränkung der Pressefreiheit gehen kann, zeigen ja die Beispiele Türkei und USA, deshalb bin ich sehr froh und glücklich, dass es bei uns noch so harmlos ist, obwohl man natürlich auch hier einiges verbessern muss.
Ich glaube, dass die Tageszeitung, so wie wir sie jetzt noch kennen (raschelndes Papier, dass einem beim Lesen dreckig macht) in 10 Jahren weg vom Fenster ist. Twitter ist vor allem für die dpa eine heftige Konkurrenz und warum soll man einen Tag auf ein Printprodukt warten, wenn es online schon innerhalb weniger Minuten zu lesen ist? Als ich das in der Gruppe mit hauptsächlich 50+ Menschen geäußert habe, war natürlich wieder dieses „aber ich mag es Papier anzufassen“-Argument. Das ist zwar schön aber zu kurz gedacht. Eine gedruckte Zeitung kann nicht von einem Menschen mit einer Sehschwäche gelesen werden, eine e-Ink-Paper, bei der man sich die Buchstaben vergrößern kann schon. Die Zukunft ist – unter anderem – barrierefrei, liebe Verleger. Wer soll die Dinger überhaupt ausliefern? Selbstfahrende LKWs? Drohnen? Oder einfach Geld in einen Schlitz stecken und die jeweiligen Ressorts am Kiosk der Zukunft ausdrucken lassen?
Von den Ressourcen und der Müllentsorgung fange ich besser gar nicht erst an. Oder den Stapel ungelesener Zeitung im Korb neben dem Sofa…(gibts den eigentlich noch?) Liest du noch Zeitung?

Am meisten überrascht hat mich die Erkenntnis, dass als einziges klassisches Medium das Radio die besten Zukunftsaussichten hat. (Und das lass ich jetzt bewusst so stehen.)
Das Fernsehen schafft sich ja gerade selbst ab.

Gut, genug von der Zukunft. Ist auch wie gesagt nicht fertig gedacht, sondern soll nur mal kurz Einblick in meine Gedankengänge bieten. Es ist ziemlich komplex. Und da hab ich noch nicht mal den Komplex Meinungsmache eingebastelt. Da haben sich die Gesprächspartner nämlich auch ein bisschen zurückgehalten…

Bildungsurlaub ist jedenfalls sehr sinnvoll und wenn du die Chance hast, einen zu machen, dann tu das bitte.

Noch ein paar Tipps, Hinweise und Links:
Informiere dich im Bildungsurlaubsgesetz deines Bundeslandes über die Formalien oder frag bei deinem Chef oder direkt im Personalbüro nach. Seminare der Anbieter sind immer entsprechend „als Bildungsurlaub anerkannt“ gekennzeichnet.
Es gibt übrigens auch eintägige Seminare, Radfahrer-Bildungsurlaube usw. Meistens sind die Bildungsurlaube aber mit Exkursionen verbunden.
Es muss ja nicht mal was direkt mit deinem Job zu tun haben, es reicht völlig aus, wenn der Chef einen „Mindestnutzen“ erkennt. Aber bei „politischer Grundbildung“ als Ziel des Seminars ist das ja schon gegeben.
Schau dich mal bei der VHS um, oder guck mal in Weiterbildungsdatenbanken nach Anbietern. Wichtig ist, dass du dich frühzeitig anmeldest, da alle Seminare eine begrenzte Teilnehmerzahl haben. Die neuen Programme der Anbieter erscheinen im Herbst, deshalb solltest du schnellstmöglich mit deinem Chef klären, ob es nächstes Jahr möglich ist, Bildungsurlaub zu machen.

http://www.bildungsurlaub-machen.de/
https://www.arbeitundleben.de/
Bundeszentrale für politische Bildung
Nachrichtentisch bietet nen schnellen Überblick, worüber was berichtet wird
die dpa nutzt Twitterlisten, die jeder abonnieren kann. Sehr nützlich
auf newstral kann man vergleichen, was die Presse schreibt
Der übermedien Blog berichtet -genau- über Medien und guckt den Journalisten auf die Finger
Lobbycontrol – es lohnt sich, sich mit dem Thema Lobbyismus genauer zu beschäftigen.

Wenn du noch Fragen hast, gerne. Auch bin ich daran interessiert, wie du Nachrichten eigentlich konsumierst (ich z.B. nur noch über Twitterlinks auf Nachrichtenseiten) und wie du die Zukunft der Medienlandschaft so siehst.

Reden wir über die Zukunft: Minimalismus und Arbeit

Krass, oder? Ich blogge schon fast 7 Jahre unter anderem über das Thema Minimalimus und noch nie ist das Thema Arbeiten so richtig vorgekommen. Lag vermutlich daran, dass alles von dieser Digital-Nomad Perspektive überschattet wurde und ich nie dazu kam, mal zum Thema 9-5 Vollzeitjob und Minimalismus Stellung zu nehmen. Ist das überhaupt vereinbar? Oder unsinnig? Ich weiß noch nicht.

Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt hopse, sehe ich ziemlich viele Jobs verschwinden oder sich verändern. Die Sparkasse im Viertel verkauft jetzt auch gebrauchte Bücher zu 3 Euro das Stück, weil sie einen „Lounge Charakter“ etabilieren will, damit die Kunden sich wohlfühlen, wenn auf das Online-Banking verzichtet wird. Der Typ am Schalter zählt keine Geldrollen mehr, sondern entleert einen Sack Kleingeld in eine Zählmaschine.
Die Jobs verändern sich. Das Management redet von Kundenservice und Effizenz und hat gleichzeitig ein neonrotes Alarmschild blinken auf dem „Digitalisierung“ steht. Der Servicemitarbeiter in der Filiale guckt den Kunden über die Schulter, wie die sich mit nem neuen Interface abstümpern. Bei Oma Frieda macht man die Arbeit dann doch noch selbst, weil sie das nicht mehr hinbekommt.

Also frag ich mich: Wie verändern sich die Jobs? Und wie pass ich da rein, mit meinem Vollzeitjob und mit einem Wunsch nach „weniger?“

Die aktuelle Umbruchsituation ist unsinnig: Man dient einer Maschine, obwohl man selber schneller die Arbeit erledigen könnte. Oder man lagert die Arbeiten gleich an die Kunden aus, um Personal einzusparen.
Das wird nicht ewig so sein, irgendwann ist die Technologie soweit fortgeschritten, dass der Mitarbeiter komplett überflüssig ist. Vielleicht steht da noch ein Aufpasser in der Ecke, aber sonst?
Wie kann man als Vollzeitmitarbeiter diesen Unsinn wieder in Sinn verwandeln? Wie kann der Entwertung der eigenen Arbeit begegnet werden?

Die digitalen Nomaden sind dann schon weiter, aber ich mag meinen Job im Großunternehmen. Meine Kollegen mag ich auch. Ich find die Kunden meistens auch ziemlich dufte. Es gefällt mir, morgens aufzustehen, an einen Ort zu fahren und Expertin in meinem mir selbst ausgesuchten Job zu sein.
Aber es ist Unsinn, so viel zu arbeiten, wenn man es nicht muss. Denn wenn ich meine Arbeitszeit reduziere, bekommt jemand anderes vielleicht die restlichen Stunden, weil er/sie mehr arbeiten will. Und wenn die Stelleanteile gestrichen werden, weil man einen neuen Automaten aufstellt – okay. Das ist die Zukunft.

Was kann ich tun, um meinen Job, meine Arbeit wertvoller zu gestalten bzw. ein bisschen zukunftsfitter zu machen?

1. Die wöchentliche Stundenanzahl reduzieren und mit einem weniger an Gehalt und einem mehr an Zeit auskommen (und überlegen, wie du damit umgeht) #minimalismus
Die Personalabteilung rechnet dir aus, wie viel du bei deiner gewählten Stundenanzahl verdienen würdest. Eigentlich wollte ich dieses Jahr schon auf 35 Stunden reduzieren, aber das hat wegen einer Fortbildung nicht geklappt. Vielleicht klappts ja 2018. Auch wichtig zu wissen: Man kann das erst mal ausprobieren. Nach einem Jahr oder so wird man gefragt, ob man die Stellenanteile kündigen will.

2. Den eigenen Job neu erfinden und evtl. den Schwerpunkt verlagern

Und sich gleich mal einen neue Jobbezeichnung dazu ausdenken. Sie regelmäßig anwenden.
Ich habe mir das auch schön auf eine Visitenkarte drucken lassen und sie steht auch unter meinem Namen in der E-Mail-Signatur :D

3. Sich umsehen, was es sonst noch für Jobs gibt
(…und sich evtl. mal bewerben. Einfach so. Marktwert checken und so.) Hab regelmäßig neue Jobangebote in ner Liste, das ist ganz interessant, was sich so tut. Hilft auch bei der Wahl von Jobbezeichnungen ;) Und manchmal bin ich dann doch ganz schön froh, dass ich nen tollen Job habe, auch wenn manchmal was daran verbessert werden könnte.

4. Bildungsurlaub machen. Is gut für eine andere Perspektive oder um etwas Neues zu lernen
Steht jedem Mitarbeiter zu. Informier dich bei deiner Gewerkschaft oder bei Vereinen, die sich mit politischer Grundbildung auseinandersetzen. Auch sind einige VHS-Kurse als Bildungsurlaub anerkannt.

5. Sabbatjahr einlegen oder 1 Monat Sonderurlaub beantragen
So ein Sabbatjahr ist nicht ohne. Das bedarf guter Planung. Frag mal rum, vielleicht kennst du jemanden, der das schon mal gemacht hat oder lies auf Blogs nach, was zu beachten ist.

6. Sich mit dem Thema Arbeitslosigkeit auseinandersetzen
Wenn man im Job nicht glücklich ist, kann man kündigen. Klar. Und dann? Wie sehen die aktuellen Regelungen zum Bezug von Arbeitslosigkeit aus? Wie bleibt man in einer guten Stimmung, wenn man schon länger keinen Job (und keine Ideen) hat. Darüber kann man regelmäßig nachdenken und sich informieren, denn das gibt ein bisschen Sicherheit.

7. Mit anderen das Grundeinkommen diskutieren
z.B. beim Minimalismus-Stammtisch, bei einem Meetup oder einfach so mit Freunden und Familienmitgliedern. Was würdest du machen, wenn du monatlich garantierte 800 oder 1000 Euro bekommen würdest? Wie würde dein Leben aussehen? Wofür würdest du das Geld verwenden? Würdest du trotzdem weiter arbeiten? Spiel mal mit den Gedanken rum.

8. Karriereleiter überdenken
Macht es Sinn, im Unternehmens eine Stufe höher zu steigen? Ist das überhaupt möglich oder sind die Hierarchien eh schon so flach? Was bringt mir das neue Aufgabenfeld, die Verantwortung? Kann und will ich das überhaupt?
Ich habe heute beschlossen, meine Aufgabe als Führungskraft aufzugeben. Mal sehen ob es mir gelingen wird, aber sie macht mir einfach keinen Spaß mehr.

9. Andere Arbeitszeitmodelle ausprobieren
Wenn es nicht klappt, deinen Stundenanzahl zu reduzieren, gibt es vielleicht ja noch andere Möglichkeiten. Geht dein Job in Teilzeit? Oder sogar von Zuhause aus? In einer anderen Schicht?

10. Das papierlose Büro oder: den Arbeitsplatz funktionaler und organisierter gestalten
Regelmäßig die Ablagekörbe ausmisten und Post-it-Notizen entfernen ist ne prima Beschäftigung für den Freitagnachmittag oder wenn einem nach einem Meeting das Gehirn ausläuft. Seit ich One-Note für mich entdeckt habe und ich meine To Do Liste und Kalender zumindest im Büro digital führe, hat sich mein Schreibtisch sehr verändert. Dadurch bin ich auch konzentrierter geworden. Also: Wie funktional ist dein Schreibtisch?

Lange Rede, kurzer Sinn: In dieser Umbruchphase kann man sich selbst ziemlich schnell ne Nische bauen und seinen Job weiter ausdifferenzieren. Das find ich sehr spannend. Und auch wenn sich der Job gerade ändert und es nervig ist: Cool bleiben und Mitdenken. Vielleicht hast du eine Idee, um es besser zu machen.


Wie siehst du das? Wie kann man sich seine Aufgaben und Arbeitsgebiete so wählen, dass man sich unentbehrlich macht? Sollte man das überhaupt sein? Ist dein Job gefährdet oder wandelt er sich auch gerade?
Was fehlt in der Liste?

Übrigens:
Wer mal eine konkrete Liste über die Jobs der Zukunft sehen will, sei auf diese umfassende Liste verwiesen. Das ist echt abgefahren. Und kratzt laut Autor Thomas Fry erst an der Oberfläche.

Reden wir über die Zukunft: 10 Ideen, die dich fit für die Zukunft machen

Wie bereitet man sich auf die Zukunft vor? Wie wird man fit für die Zukunft?
Welche Fähigkeiten braucht man, um mit der Zukunft klar zu kommen?
Über diese Fragen denke ich schon länger nach, weil ich gerne über die Zukunft nachdenke.
Hier mal eine lose Sammlung von 10 Fähigkeiten, die für die Zukunft vermutlich ganz nützlich sind. Die Liste ist nicht vollständig zu betrachten und ist eher ein Destillat aus sämtlichen Sci-Fi Romanen, Filmen und Comics, die ich bisher gelesen und gesehen habe. (Das kommt so konkret natürlich nicht unbedingt in den Romanen oder Filmen vor, aber der Vibe der Geschichten inspiriert trotzdem)

1. Systemisch Denken
Wenn man im Hyperloop mit 1000 km/h von A nach B dahinrast und man sich die neuesten Schuhe aus dem 3D Drucker zuhause ausdruckt, gibt es keine Distanzen mehr. Alles hängt zusammen. Auch jetzt schon, positiv wie negativ. Also wäre es doch sinnvoll, sich sofort als Weltbürger zu betrachten und global zu denken. Verantwortungsvoll handeln und zu überlegen, wie einzelne Prozesse in der Gesellschaft miteinander verbunden sind, gehören da auch dazu.
Machen: Sich intensiver mit etwas beschäftigen, neues lernen und mit anderen Menschen diskutieren, z.B. mit einem MOOC

2. Definiere: „Arbeit“
Gerade Lebensläufe sind schon längst passé. Schule, Studium, Job, das gilt nicht mehr. Falls du zu denjenigen gehörst, die noch einen geraden Lebenslauf haben: Glückwunsch. Interessiert aber auch niemanden :D
Du hast keine Ahnung, was du studieren sollst? Mach das, was dich interessiert und das in kreativer Weise. Effizienz ist was für Roboter, die Menschen sind fürs Kreative und fürs Spielerische zuständig. Ich glaube, dass man Experte werden muss für eine Nische, die man sich selbst aussucht. Interesse und Motivation stehen dabei ganz oben. Die Frage nach dem Gehalt ist zwar (noch?) wichtig, aber aus meiner Sicht kein Grund, sich für Ausbildung XY zu entscheiden. Wenn du deinen Job beschreiben kannst, wird er verschwinden und automatisiert. Also mach lieber gleich etwas, was dir Spaß bringt und diskutier mit anderen über das Grundeinkommen.
Machen: Was bedeutet Arbeit für dich? Holst du dir darüber deine Wertschätzung ab oder gibt es noch andere Wege? Wie viele wöchentliche Arbeitszeit ist gut für dich? Willst du mehr oder weniger? Macht dir deine Arbeit Spaß? Was passiert, wenn du statt „Arbeit“ das Wort „Aufgabe“ benutzt? Und: Lebenslang gelernt wird sowieso.

3. Erwarte das Unerwartete und behalte die Weitsicht
Keiner weiß was kommt. Aber es kommt rasend schnell. Und ja, viele reden von Fokussieren, aber ich glaube, das man auch das Gegenteil können muss: Weitsichtig und visionär denken, dabei aufmerksam und auch mal geduldig sein.
Machen: Kennst du Werkzeuge oder Arbeitsmethoden, die dich in visionärem Denken unterstützen? Wie stehts um deine Spontanität oder um dein Stressmanagement, wenn etwas passiert, was so nicht eingeplant war?

4. Lernen lernen und: Wissen wo es steht
Leider ist es ja noch nicht so, dass wir uns nen Chip einsetzen und das Wissen abspielen und einspeichern können. Aber das Lernen von Fakten wird uns auch nichts mehr bringen. (Machen wir eh nich mehr, wenn wir aus der Schule sind, oder? Steht ja alles in diesem Internet) Blended Learning oder Integriertes Lernen ist sinnvoll, aber bringt nur bedingt was, wenn du nicht weißt, wie du lernst und am Ball bleiben kannst. Weißt du welcher Lerntyp du bist? Wie stehts um deine Informations- und Medienkompetenz? Weiß du, wie die Dinge zumindest im Groben funktionieren und kannst du damit umgehen?
Machen: Überlege, wie du gelernt hast, wie du jetzt Informationen aufsaugst und dir merkst. Warum merkst du dir einige Sachen, warum merkst du dir andere nicht? Im Internet gibts auch nen Haufen Tests, mach am besten mehrere, damit du dich einschätzen kannst.

5. Denk regelmäßig über die Zukunft nach
Klingt jetzt blöde, aber mach mal. In der Schule hatten wir Geschichtsunterricht, aber was war mit der Zukunft? Die kam nur bei dem Thema Berufswahl auf und das war ganz schön öde, als der Typ vom Arbeitsamt in der Klasse war und darüber informierte, wie wichtig ein Job sei. Also denk mal an (d)eine Zukunft. Und ich meine damit nich „morgen“ oder „nächste Woche“ oder „Im Winter“ sondern 2030 oder 2045. Und denk nicht nur an Technologien oder Erfindungen sondern auch an die Gesellschaft. In welcher Welt willst du (und deine Kinder) leben?
Machen: Wenn deine Zukunftsvision eher dystopisch in Schwarz- und Grautönen ist, denk dir mal eine Solarpunk Version aus. Und wenn du nur Friede-Freude-Eierkuchen-Szenarien denkst, überleg dir mal ne Apokalypse. Bastel dich da rein. Wie gestaltest du mit diesen Visionen im Hinterkopf dein Jetzt?

6. Erfinde dich neu
Okay, klingt auch blöde und nach nem Slogan einer Frauenzeitschrift. Aber wenn man durch Minimalismus Zeit und Raum geschaffen, seine Persönlichkeit zu entdecken, kann man sich ja leichter neu erfinden, weil man vielleicht zum ersten Mal genau hinsieht. Dieses „sich neu erfinden“ könnte auch heißen: flexibel bleiben.
Machen: Was entdeckst du, wenn von dem ganzen Plunder in der Wohnung nix mehr übrig ist? Wer bist du? Brauchst du ein Motto? Wer willst du sein? Denk dir was aus und schauspielere mal einen Tag lang. Idealerweise im Urlaub, an einem anderen Ort. Denk an die Kostümierung und die Requisiten, den Soundtrack und das Bühnenbild. Was davon war gut, was nicht?

7. Mut und Neugier
Raus aus der Komfortzone, rein in die Panikzone. Zumindest ein klitzeklein bisschen. Für die Zukunft muss man mutig sein. Und mutig sein, kann man leichter, wenn die Neugier siegt.
Machen: Fordere dich selbst heraus und werde ein bisschen neugieriger und dadurch mutiger. Ich rede nicht von einem Bungee-Sprung (kann natürlich auch sein), sondern eher etwas, was man sich im Alltag nicht traut. Jemanden ansprechen, ein gewagtes Kleidungsstück tragen, raus aus den Gewohnheiten!

8. Kreativität
In meiner Zukunftsvision haben die Handwerker und Künstler einen superguten Stand. Zuerst sind wir fasziniert von den Werken, die uns künstliche Intelligenz hervorzaubert, aber ich glaube, ein Bild, das ein Roboter malt, ist irgendwann auch ein bisschen fad. Gut, keine Ahnung, ob das so sein wird, in den Filmen und Romanen kommen eigentlich fast nie Künstler vor, aber handwerkliche Skills sind schon ziemlich praktisch. Vor allem in ner Zombieapokalypse.
Machen: Jeder ist kreativ. Aber: Kultivierst du deinen Kreativitätsmuskel genug? Wenn nicht, wie könntest du es anstellen, kreativer zu werden?

9. Hinterfragen, hinterfragen, hinterfragen – und immer schön kritisch bleiben
Die Multioptionsgesellschaft ist Fluch und Segen zugleich. Als Minimalist hinterfragt man Produkte sowieso schon und das wird auch bei einer zunehmenden Digitalisierung weiterhin so bleiben. Muss ich alles tracken? Welche Gesetze brauche ich, wenn alles automatisiert wird? Brauchen Roboter Rechte? Warum hat ein Vibrator eine Kamera eingebaut (und warum kauft man sowas?)?
Machen: Besuch eine Diskussionsrunde zum Thema Digitalisierung oder 2030, bring dich ein. Hör dir regelmäßig andere Meinungen an. Komm raus aus deiner Filterblase. Lies dir in den Sozialen Netzwerken Kommentare (ja, nich zu viele…das is ungesund) oder folge mal Leuten, die nix mit deiner Lebenswirklichkeit zu tun haben. Das Puzzle sollte viele Teile haben, siehe Punkt 1.

10. Scheitern üben
Dieser Punkt soll nicht traurig machen, sondern eher eine Erinnerung daran sein, dass es völlig okay ist, wenn man scheitert. Das ist menschlich. Es kann nicht immer alles zu jeder Zeit gelingen. Manchmal ist man nicht gut genug, oder jemand anderes war schneller. Scheitern kann auch schön sein. Wie wird es sein, wenn Maschinen immer alles richtig machen und wir per se die Nieten sind? Warum nicht einfach das Thema anders aufziehen und die Perspektive wechseln? Was bedeutet scheitern, Fehler machen, versagen, wenn meine einzige Konkurrenz eine Maschine ist?
Machen: Im Scheitern oder in der Erfolglosigkeit steckt ziemlich viel Macht. Wie könnte man glücklicher versagen? Gelernt hat man ja trotzdem was, wenn du dich bewusst mit der Niederlage auseinandersetzt. Und wer weiß, was die Zukunft bringt.

Das war ganz schön viel, aber das ging mir seit ein paar Monaten durch den Kopf.

Wie siehst du das? Welche Fähigkeiten braucht man deiner Meinung nach, um fit für die Zukunft zu werden? Wie spielt da Minimalismus mit rein? Ist das Thema vielleicht sogar unwichtig? Welches ist die wichtigste Fähigkeit aus der Liste?

Selbstfürsorge und Minimalismus

In diesem Beitrag gehts darum, wie man einen individuellen Selbstfürsorge-Plan für sich entwickelt und umsetzen kann. Ich weiß, das Thema „Selfcare“ geistert schon seit Jaaaahren durch die Blogosphäre. Aber vorher war ich einfach noch nicht soweit, mich dafür zu interessieren. Ging auch ja auch so. Irgendwie.
Im Job voll eingebunden, interessiert von so ziemlich allem, was auf dem Planeten existiert, teilhaben wollen, sich einbringen. Da kann man sich schnell selbst aus dem Blick verlieren. Das ist nicht gut. Ich glaube auch nicht, dass das so gedacht ist.
Nun, mit einer minimalistischen Einstellung habe ich mich selbst verwandelt und bin eben nun bei diesem Thema angekommen. Das Jahresmotto „Ubuntu“ bedeutet zwar, dass ich mich mehr im „Außen“ bewege, aber ich brauche auch meine Zeit des Rückzugs, um meine Batterien aufzuladen. Deshalb steht auf meiner Liste für 2017, dass ich für mich einen Selbstfürsorgeplan entwickle und mich gut um mich kümmere.

Ich muss darüber schriftlich nachdenken, weil mich die bisherigen Informationsquellen nicht weitergebracht haben. In gefühlt jedem Selfcare Blogpost steht, dass man sich ne Kerze anzünden soll und sich ein Vollbad einlassen soll. Bei Kerzenlicht kann ich nicht lesen und ne Wanne hab ich auch nicht!
Hat ein bisschen gedauert, bis ich darauf kam, dass solche vorgefertigen Pläne nix bringen und die meisten Blogposts sagen einem auch nicht, wie man sowas angeht. Also vielleicht hilft dir das hier, besser auf dich aufzupassen. Es macht kein anderer für dich. Du bist groß genug. Du kannst für dich einstehen und das solltest du auch.

Und genau dieser Beschluss „Ich steh jetzt für mich ein und kümmer mich auch mal um mich“ ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Handeln und einen erfolgreichen Selbstfürsorgeplan. Doch wirklich. Sei nett zu dir und sag dir morgens mal „Ich kümmer mich heute gut um mich!“ – das macht einen gewaltigen Unterschied.
Dann gehts weiter:

1) Herausfinden, wann man sich wirklich am Wohlsten fühlt.
Also: Wann fühlst du dich wohl? Was tust du dabei? Mit wem? Alleine? Wo? Was lädt deine Batterien auf?
Wichtig ist, dabei so spezifisch wie möglich zu werden, also in meinem Fall z.B. Statt „Filme gucken“ heißt es „Sci-Fi-Filme gucken“ (es ist einfach mein Lieblingsgenre, dicht gefolgt von Revuefilmen :D) oder statt „Bewegung/Sport“ – „Schwimmen“.

Mach ne Liste. Schreibs auf.

2) Wie kann eine minimale Zeiteinheit aussehen?
Wie oft tust du etwas für dich aus oben erstellter Liste? Was ist das Minimum, dass du jederzeit im Alltag einbauen kannst? Wann könntest du es einbauen?
Schwimmen ist zeitlich manchmal schwierig in den Alltag einzubasteln, aber ich geh auch gern spazieren, das macht meinen Kopf frei. Eine Runde um den Block dauert 10 Minuten, die große Runde 20 Minuten. Das kann ich in der Mittagspause machen!
Was davon kannst du machen, wenn du mehr Zeit hast?

3) Im Alltag verankern
Ein Plan ist zwar schön, bringt aber nix, wenn man ihn nicht umsetzt. (Und ja, ich weiß wovon ich rede. ähem.)
Ich mache ja liebend gern Listen und Pläne, aber ich verzettel mich im wahrsten Sinne des Worte und komm vom Hundersten ins Tausendste. Ich brauche also Symbole, die als Signale für mich fungieren. Dazu muss ich keine Dekoeule kaufen, um mich ans Lesen zu erinnern, da reicht ein aufgeräumtes Sofa, wo das Kissen aufgeschüttelt und die Heizdecke sowie das Buch/eReader/Comic bereit liegt. Da kann abends schon die ausgespülte Lieblingsteetasse mit nem Teebeutel bereitstehen, damit man sich morgens schon beim Anblick erfreut. Die Glitzertasche mit den Schwimmsachen steht gepackt bereit.
Da gibts viele Möglichkeiten. Schreibs dir in den Kalender, lass dich vom Handy dran erinnern, nutze ne App. Oder zünd ne Kerze an.

Probier damit rum. Das mach ich auch und es läuft erstaunlich gut.

Auf meiner Liste stehen Sachen wie:

  • Kuchen essen und sehr guten grünen oder schwarzen Tee dazu trinken
  • lesen, mindestens 1 Stunde. Comics, Romane, Sachbücher egal.
  • Stille. Rumliegen und sich Sachen ausdenken gibt mir erstaunlich viel Energie.
  • Schwimmen
  • Ausreichend Schlafen
  • schöne und interessante Gespräche führen
  • Spazieren gehen, eine Runde durch den Park ist schon ausreichend
  • Bummeln.
  • Ein Museum besuchen. Idealerweise Kunst. Das entspannt mich total.
  • Zu einem bestimmten Thema recherchieren und etwas Neues lernen. Auf Wikipedia öfter mal den Zufallsbutton drücken. :D
  • usw.

Ich werd versuchen, morgens mal mehr Zeit für diese Sachen einzuräumen, damit mein Tag gleich gut beginnt. Die Idee hab ich von blissful mind und das Buch „miracle morning“ werde ich wohl mal lesen.

War das nützlich für dich? Wie gut kümmerst du dich um dich? Was lädt deine Batterien auf?

Mein Biografie-Projekt – Fragen zum Download

Mir wurde über verschiedene Kanäle zugetragen, dass ihr da Interesse an den Fragen habt, die ich für mein Biografie-Schreibprojekt verwendet habe. Also habe ich mir mal die Mühe gemacht, meine Fragen nochmal abzutippen und als .pdf zum Download bereitzustellen.
Ta-Da!
Die Fragen sind zusammengewürfelt. Pinterest ist da eine echte Fundgrube, vor allem für Tagebuchschreiber, Bujo-Fans und Scrapbookbastler. Viele der Fragen habe ich von familysearch.org, den Rest hab ich eben selbst ergänzt. Es passen nicht alle Fragen, weil wir ja alle unterschiedlich alt sind und unterschiedliche Lebenserfahrungen haben. Aber auch an das ist gedacht! Ich habe noch 20 Bonusfragen mitnotiert, damit man sie austauschen kann. Einige Fragen sind sehr unbequem, andere sehr leicht.
Auch wenn du nicht vor hast, deine Biografie zu schreiben, kannst du dir ein paar spanennde Fragen aussuchen und deinen Freunden stellen.
Damit kommt man garantiert in ein gutes Gespräch.

Viel Spaß und viele interessante Erkenntnisse!

Download Biografie-Projektfragen als .pdf

Tschüss, 2016!

Doch keine Lust auf einen Wochenrückblick. Ich will mir lieber nochmal 2016 angucken, auch wenn viele denken: „Oh Gott, lass das Jahr endlich vorbei sein!“.
2016 war wirklich ein sehr heftiges Jahr für mich. Es ist rasend schnell vorbeigegangen und auch gesellschaftlich betrachtet sind einige krasse Sachen passiert, die mich sehr überrascht und verängstigt haben (Brexit, Türkei, Trump). Und trotzdem lächle ich und stimme nicht ein in dieses kollektive „2016 war ein Scheißjahr!“

Das mag euch vielleicht ein bisschen seltsam vorkommen, da ich dieses Jahr meine Mutter beerdigt habe.
Ich war auch ziemlich oft krank, und einige meiner Vorhaben, die ich gerne gemacht hätte, klappten nicht und zwischendurch gabs auch mal ein paar Katastrophen, die auch nicht hätten sein müssen. Ich hätte also allen Grund dazu, 2016 kacke zu finden.

Aber durch den Tod meiner Mutter habe ich etwas entdeckt, dass mir niemand mehr nehmen kann und das stimmt mich so dermaßen froh und glücklich, dass ich bald Glitzer furze.

Ich kann nicht genau beschreiben, was es ist, aber es fühlt sich so an, als hätte ich einen goldenen Anker in mir gefunden, der mich am Boden hält, damit ich mit dem Kopf im Weltall (oder in der Zukunft) sein kann.

Durch mein Biografie-Projekt konnte ich das ganze Jahr über sehr viel über mich lernen, was mich enorm weitergebracht hat.
Ich habe nicht mehr so viel Angst. Ich bin stolz auf alles, was ich dieses Jahr geleistet habe. Ey, ich hab sogar mal wieder ne Woche ohne Essen ausgehalten – einfach so! Diese Wiederentdeckung meiner eigenen Willenskraft kommt mir wie Magie vor. Ich habe einige Sachen, die ich mich früher nicht getraut hätte oder die mich deprimiert haben, selbst und ganz alleine geschafft. Ich bin mir selbst zum guten Freund geworden, habe mich auf die Suche nach meinen Werten gemacht, die mich seitdem ganz klar durch den Tag tragen und ich durfte viele tolle Menschen kennenlernen, die mich inspirieren.
Sich selbst akzeptieren ist nicht immer ganz einfach, aber sobald man mal anfängt damit, es überhaupt zu beschließen, gehts irgendwie voran. Hätte man mir auch mal sagen können. Gut, das mit den Sozialen Medien is noch ein Problem, aber auch daran arbeite ich :D Die kleinen Schritte zählen.

Tja, was noch? Eigentlich nichts. Ich freue mich auf die Zukunft.

Guten Rutsch!

Was ich durch mein Biografie-Projekt gelernt habe

Wir erinnern uns: Mein Jahresmotto heißt dieses Jahr „Masterteacher“ und dazu gab es auch ein Leseprojekt mit Biografien, Tagebüchern, Erinnerungen und Briefen. Als Mini-Ziel habe ich beschlossen, mir selbst im Tagebuch 52 Fragen über mich selbst zu stellen, damit am Jahresende sowas wie eine Autobiografie herauskommt. Das ist natürlich ein bisschen hochtrabend, weil ich ja noch so jung bin und nicht sooo viel erlebt habe, dass es zu einem Buch taugen würde, aber ich wollte mich mit Fragen ein bisschen entlang hangeln, damit ich den Faden nicht verliere.
Was ich durch mein Biografie-Projekt gelernt habe | Frau DingDongs Leben.
Diese Nabelschau war furchtbar anstrengend und hat mich manchmal ganz schön runtergezogen. Aber: Ich habe mich dadurch sehr viel besser kennengelernt und ich habe das Gefühl, dieses Jahr persönlich richtig gewachsen zu sein.
Dabei halfen mir viele liebe nette Herzensmenschen, die ich kennenlernen durfte und immer noch kennenlerne. Masterteacher gibts genug, jeder ist das. Man muss sich nur mal jemanden genauer anschauen und Gespräche sehr bewusst führen.

Ich mochte es, wie sich beim Lesen von dicken Biografien ein rundes Bild eines mir unbekannten Menschen formt. Ich kann dadurch sein/ihr Leben in einem Zusammenhang sehen und einordnen. Das ist ziemlich spannend.
Und: Das kann ich bei mir auch, wenn ich über mich schreibe. Ich kann Leitmotive erkennen und einen roten Faden sehen, an dem ich zupfen kann. Ich kann erkennen: Bin ich am richtigen Platz? Ja? Nein? Wieso nicht? Und: Wie komme ich da hin?

Mein eigenes Biografie-Projekt half mir dabei, meine Handlungsmuster zu erkennen. Ich bin zwar noch weit davon entfernt, konkret in bestimmten Situationen anders zu reagieren als ich will, aber bewusst darauf zu achten und es überhaupt zu erkennen, ist für mich schon sehr viel wert!
Mittlerweile glaube ich, dass das genau der Punkt ist, an dem man blöde Handlungsmuster, die einen nicht weiterbringen, aktiv loslassen kann. #minimalismus
Ich kann das noch nicht so gut. Vielleicht können das andere besser.

Das Lesen von Biografien hat wirklich Spaß gemacht. Das Genre selbst ist supergut geeignet, etwas historisch einzuordnen und sich selbst zu reflektieren. Ich mochte auch biografische Portraits zu einem bestimmten Thema, z.B. die Frauen aus Weimar und deren Einfluss. Oder Briefsammlungen, die entweder einen Charakter zeichnen oder Lust auf Biografien lesen machen.
Ich glaube am meisten Spaß bringen Biografien, von Leuten, die ähnlich ticken wie man selbst. Oder wo man es sich zumindest einbilden kann, dass es so ist. Bei mir waren das Virginia Woolf und Hannah Arendt. (Letztere hat mich mit ihren politischen Gedanken echt gut durch den Sommer gebracht und hat meine Lust am Denken gefördert). Biografien können inspirieren, sich selbst zu hinterfragen und gute Ideen und Eigenschaften zu übernehmen und auszuprobieren.

Übrigens: Genau daran erkennt man eine gute Biografie! Sie macht es möglich, dass wir das Denken, Handeln und Fühlen der portraitierten Person nachempfinden können und lässt uns an ihrer Entwicklung teilhaben und auch Dinge im größeren Zusammenhang sehen.
Und auch noch interessant: Biopics, also verfilmte Biografien fand ich bisher immer ziemlich unsinnig und öde. Aber durch das Lesen von Biografien habe ich diese Art von Filmen auch besser verstanden. Jetzt kann ich Biopics sogar genießen, weil ich weiß, dass sich die FIlmemacher immer auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren und davon ausgehend die Person herausarbeiten. Weißt du vermutlich schon längst. Ich hab das bisher noch nicht so wahrgenommen.

Lust, eine Biografie zu lesen?
Diese Fragen können dein Leseerlebnis verstärken:

  • Was hat diese Person mit mir hier und heute zu tun?
  • Welche 3 Fakten, die du über die Person erfahren hast, interessieren dich am meisten oder haben dich erstaunt? Warum?
  • Welche Hindernisse musste die Person in ihrem Leben überwinden?
  • Welche Eigenschaften haben der Person geholfen, erfolgreich zu sein?
  • Welche Lektionen kann ich lernen, wenn ich etwas über andere lese?
  • In welcher Art und Weise beeinflussen sich Leute in dem Umfeld der Person gegenseitig?


Welche gute Biografie hast du zuletzt gelesen? Hat sie dir gefallen? Hast du auch mal eine Biografie von jemanden gelesen, der dir unsympathisch war? Wie war es?
Könntest du dir vorstellen, mal deine Biografie zu schreiben?

Bist du dir selbst ein Freund?

Bist du dir selbst eigentlich ein guter Freund? Selbstakzeptanz und Minimalismus | Frau DingDongs Leben. Obwohl mein Jahr damit anfing, „nur“ Biografien lesen zu wollen, bin ich jetzt irgendwie beim Thema Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge rausgekommen. Vor ein paar Wochen, nach dem lesen eines Buches, musste ich mir mal knallhart die Frage stellen: Bist du dir selbst eigentlich ein Freund?
Und: Wie redest du mit dir den ganzen Tag? Wie hören sich deine Selbstgespräch an?

Das hat mich erstmal ein bisschen aus der Spur geworfen, denn ich habe noch nie zuvor über diese Frage so richtig nachgedacht. So richtig negative Selbstgespräche habe ich zwar schon frühzeitig abgelegt (mit 14, als ich merkte, dass das zu viel Denkkapazität kostet und es mich langweilte und anstrengte und ich wirklich in so einer Abwärtsspirale war, lustigerweise hat mir ein Roman und ein Gummiband dabei geholfen!), aber weiter habe ich mich mit dem Thema nicht mehr beschäfitgt. Vermutlich ist das auch so eine Sache, mit der man sich erst in einem gewissen Alter beschäftigt.

Es geht nicht darum, sich selbst schön finden zu wollen, man muss sich – glaube ich – anfangs nicht mal ein „guter“ Freund sein, aber ich habe beschlossen, es mal zu versuchen. Das Wort „Selbstliebe“ oder dieses Lifestyle-Blogger-Getue mit „radical self love“, das mir auf jedem zweiten Pinterestboard entgegenspringt, is mir (noch?) ein bisschen zu viel. Mir reicht es, mich erstmal so anzunehmen, wie ich bin. Die Faulpelz-Variante wäre einfach, sich selbst auch mal „hinzunehmen“? Sozusagen als Stopp-Signal, um den ständigen Selftalk-Strom zu unterbrechen. Denn so viel ändern kann man ja eh nicht auf die Schnelle…

Da sind wir wieder beim Minimalismus. Selbstakzeptanz beginnt damit, sich von äußerer Bewertung loszulösen, in dem man anfängt, sich in seiner eigenen Werte-Welt einzurichten. Ich kann meine eigene Werte identifizieren, herausfinden, was mir wirklich wichtig ist und entsprechend handeln. Die guten Gespräche mit deinem Inneren Freund beginnen dann, wenn du dich selbst und deine Erfolge feierst. In meinem Führungskräfte-Coaching habe ich gelernt, dass man sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen kann. Keiner muss auf die Jubelschreien von anderen warten (wenn sie denn überhaupt von anderen bemerkt werden)

Was tut ein guter innerer Freund?
auch ganz einfach: er behandelt mich so, wie ich meine Freunde behandle. Und die behandle ich gut, weil ich sie mag. Mein innerer Freund hört bei Problemen zu, sagt nette Sachen, verzeiht, tröstet, nimmt mich ernst, feiert und lacht mit mir und ermutigt mich bei ein paar Herausforderungen.

Und wie geht das jetzt?
1. einfach beschließen, sich selbst ein Freund zu sein
2. ich selbst gut kennenlernen
3. freundlich mit sich reden
4. eine liebevolle Umgebung finden, gestalten und pflegen


Bist du mit Hilfe einer minimalistischen Lebensweise an die Sache mit der Selbstakzeptanz gekommen?
(Ich glaube nämlich, dass das ein bisschen zusammenhängt…?)
Ist/war das für dich überhaupt ein Problem? Was tust du, um dir selbst ein guter Freund zu sein, wie drückt sich das aus?

Und: Stell diese Frage mal jemanden, den du ein bisschen bewunderst. Das waren bisher sehr spannende Gespräche. :D