Gelesen im März

Der März war ein guter Lesemonat!

„Adressat unbekannt“ von Katherine Kressmann Taylor
Ein Briefroman zwischen zwei Freunden. Beide sind Kunsthändler, deine ist Jude, der andere Deutsche. Der Deutsche geht irgendwann zurück nach Deutschland und Hitler kommt an die Macht…
Fazit: Das ein Buch auf so wenigen Seiten so eine Wucht entfalten kann, habe ich noch nie erlebt. Es ist sehr kurz, sehr lesenswert. Pflichtlektüre.

„Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman“ von Wilhelm Genazino
Der 17-jährige Weigand fliegt vom Gymnasium und wird von seinen Eltern unter Druck gesetzt. Aus ihm muss was werden. Also wird er Lehrling in einer Spedition, obwohl er den Kopf voll mit Literatur hat. In seiner Freizeit schickt er Manuskripte an Zeitungen bis er eines Tages einen Job beim Tagesanzeiger erhält. Fortan führt er ein Doppelleben.
Fazit: Bin ein großer Genazino-Fan, daher fand ich das Buch auch lesenswert. Ich mag seinen trockenen Schreibstil und die skurillen, etwas hilflosen Protagonisten :D

„Ab morgen ein Leben lang“ von Gregory Sherl
Evelyn Shriner macht Schluss, Godefry Burkes verlobt sich. Beide müssen zu Dr. Chin, um mit Hilfe eines Liebescomputers in ihre jeweilige Zukunft zu sehen. Doch die zufällige Begegnung der beiden in dieser vergammelten Praxis wird das Leben der beiden verändern.
Fazit: Obwohl ich das Buch eigentlich eher nach Cover ausgesucht habe, wurde ich nicht enttäuscht. Es ist romantisch, hat nette, liebenswerte Hauptfiguren und skurille Nebenfiguren, alles ist realistisch und witzig. Ich fands daher lesenswert und wenn du Filme von Nora Ephron magst, könnte dir das Buch auch gefallen.

„2001 – Odysee im Weltraum“ von Arthur C. Clarke

Roman nach dem Drehbuch des gleichnamigen Films.
Fazit: lieber noch mal den Film schauen. Mir war nicht klar, dass man das Buch NACH dem Film geschrieben hat. Ich fands irgendwie ein bisschen öde. Fällt in die Kategorie: Kann man lesen, muss man aber nicht.

„Eine Frage der Schuld“ von Sofia Tolstoia
Wer hat Schuld, wenn eine Ehe kaputt geht? Wie kann man in schwierigen Situationen wieder zueinander finden? Tolstois Frau Sofia ergründet diese Fragen in ihrem autobiografisch gefärbten Roman als Gegenentwurf zur Kreuzersonate.
Fazit: ich liebe russische Literatur des 19. Jhds. Wirklich. Es war ganz toll, weil es so vielschichtig war. Da steckt sehr viel Wahnsinn drin, Eifersucht, Bitterkeit, Zärtlichkeit, Nähe, Verlangen, Melancholie.

„Wir“ von Jewgenij Samjatin
In der Zukunft wurden die Menschen nach dem 200-jährigen Krieg von ihrem Unglück befreit. Es gibt streng getaktete Regeln für alles, von Essen, spazieren gehen bis Beischlaf. Die Menschen tragen keine Namen, sondern Nummern. Der Wohltäter des einzigen Staates kümmert sich um die Stadt aus Glas und deren Bewohner, die von einer Mauer von der Wildnis geschützt werden. Konstrukteur D-503 baut ein Raumschiff und genießt die Fürsorge seines Wohltäters – bis er die Frau I-330 kennenlernt. Von seinen Erlebnissen berichtet er in seinem Tagebuch.
Fazit: Wer „1984“ und „Schöne neue Welt“ gelesen hat, muss auch dieses Buch lesen. Pflichtlektüre!

Was hast du im März gelesen?

Gelesen im Februar

Der Monat war zu kurz!
Ich hab echt wenig gelesen, weil ich total im Winterschlafmodus war. Hoffentlich ändert sich das ab März wieder.

Comics:
Silversurfer #3: – im Weltall ist die Hölle los von Dan Slott und M. Allred
Fazit: immer noch ein toller Comic und die Zeichnungen! Bin sehr begeistert. Für alte und neue Silversurfer Fans!

Deadpool: Zenpool von Duggan/Posehn
Fazit: verrückt wie immer und schön blutig. Die Zen-Variante von Deadpool muss man aber mögen, weil die so…soo…normal ist…

The unbeatable Squirrel Girl 1 – aktuell Heft 6 (2nd Run) von Ryan North und Erica Henderson
Fazit: Eigentlich darf ich darüber nix sagen, weil ich absolutes Ryan North Fangirl bin und die Zeichnungen von Erica auch einfach nur toll sind. Es ist wirklich eines der besten Comics auf diesem Planeten. Wirklich. Ich mein: Squirrel Girl gegen Doctor Doom!!

und sonst noch:

„More letters of note“ von Shaun Usher
Briefsammlung, destilliert aus dem gleichnamigen Blog von Shaun Usher.
Fazit: auch wieder sehr schöne, lesenswerte Briefe. Leider sehr unhandlich :D

„Ready Player One“ von Ernest Cline
Im Jahr 2044 ist die Welt im Eimer. Die Leute leben in verarmten Verhältnissen und alles, was sie haben ist die Zuflucht in eine Virtuelle Welt, der sog. OASIS. Entwickler der OASIS war der Multimilliardär James Halliday, der sein Netzwerk als Bildungszentrum, Unterhaltungs- und Spielewelt konzipiert hat. Sein Firmenvermögen hat er als Schnitzeljagd darin versteckt. Wer das Ei findet, erhält das gesamte Firmenerbe. Die halbe Welt ist auf der Suche nach dem Ei, aber seit Jahren ist es niemanden gelungen, jemals einen Schritt weiterzukommen. Bis eines Tages der kleine Nerd Wade den ersten Schlüssel findet und ein spannendes, aber auch gefährliches Abenteuer beginnt. Denn als sein Name auf dem Scoreboard auftaucht, weckt das auch die Konkurrenz.
Fazit: absolute Leseempfehlung. Wobei ich vermutlich eh die letzte auf dem Planeten bin, die das Buch noch nicht gelesen hat. Wenn du Fan von Tron bist, schon mal im Internet in jemanden verknallt warst, 80er Popkultur magst, Rollenspiele spielst und Virtual Reality ausprobiert hast oder ausprobieren möchtest, solltest du das Buch lesen. Es hat mir jedenfalls viel Spaß gebracht.

Gelesen im Januar

Comics:

Deadpool: Sündenfall von Duggan/Posehn/ Koblish
Fazit: spielt sich ab während des Events Original Sin. Vom DP-Dreamteam Duggan/Posehn ist eigentlich eh nur Gutes zu erwarten und so war es auch bei diesem Comic. Ich wurde sehr gut unterhalten.

Und sonst noch:

Fettlogik überwinden von Dr. Nadja Hermann
Die Autorin war selbst stark übergewichtig und als es immer mehr gesundheitliche Beschwerden gab und sie abnehmen wollte, hat sie sich mit den ganzen Diätmythen auseinander gesetzt und recherchiert, was da wirklich dran ist. Ergebnis ist nicht nur ihr persönliches Zielgewicht sondern eben auch das Buch. Das Buch ist vollgepackt mit Infos, einer großen Quellenangabe, ein paar Schwarz-Weiß-Bildern und die bekannten Erzähl-mir-nix Comics.
Fazit: Das Buch ist ein Muss! Es macht den Kopf frei von all diesen unsinnigen Ernährungsmythen, die alle paar Monate in diversen Frauenzeitschriften entzaubert werden. Die Aufmachung des Buches ist allerdings ziemlich langweilig und ich finds ein bisschen seltsam, dass sich der Verlag da nich mehr Mühe gegeben hat. Ich hätte die Kapitel klarer abgegrenzt, mit einer Infobox am Ende, was man für sich persönlich davon mitnehmen und weiterdenken kann. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau und vielleicht sollte das so sein, damit der wissenschaftliche Charakter unterstützt wird.

Things to come
Bei dem Buch handelt es sich um den Ausstellungskatalog zur gleichnamigen und übrigens sehr sehenswerten Ausstellung in Berlin. Das Buch besteht wie die Ausstellung aus 3 Teilen: Der Weltraum, die Gesellschaft der Zukunft und das Fremde. In vielen Essays werden diese Themenbereiche abgehandelt, ergänzt durch Interviews zu Science, Film und Fiction. Am Ende gibt es ein Personen- und Filmregister.
Fazit: sehr lesenswerte Zusammenstellung zur Ausstellung, interessante Filmfakten und tolle Bilder. Lesenswert und sehr inspirierend!

„Unsterblich“ von Jens Lubbadeh
Benjamin Kari ist Versicherungsagent bei Fidelity, die mit der Firma Immortal digitale Kopien von verstorbenen rekonstruiert und zertifiziert. Kari hat sich auf Berühmtheiten spezialisiert. Eines Tages verschwindet der Ewige der von ihm zertifizierten Marlene Dietrich und Kari wird auf den Fall angesetzt, nicht ahnend, dass der Fall eine sehr merkwürdige Wendung nimmt…
Fazit: Anfangs kam ich schwer in die Geschichte rein, weil alles seeehr unglaublich und diffus wirkt, aber ab Kapitel 4 gings und ich konnte kaum mehr aufhören. Tolle Fragestellung: Was passiert mit der Trauer, wenn wir digital ewig leben können? Was wird aus der Friedhofs- und Trauerkultur? Für Fans von Crime Noir und Blade Runner. Ich fands gut.

Mit welchem Lesestoff bist du ins neue Jahr gestartet?

Gelesen 2016

Ganz genau, die Lesestatistik von 2016 darf hier nicht fehlen. (Vielen Dank für die Mails…hehe)
2016 war seit laaaanger Zeit ein wirklich sehr leseschwaches Jahr. Das lag zum einen daran, dass ich sehr viele dicke Schinken gelesen habe, denn: gute Biografien können nicht dünn sein – und zum anderen, dass ich mich einfach nicht so gut aufs Lesen konzentrieren konnte. Das Biografie-Schreibprojekt und neue Leute kennenlernen und darüber reflektieren hat ganz schön viel Energie gekostet, die mein Gehirn müde gemacht haben. Ich nehme ja an keinem Wettbewerb teil, deshalb stresst es mich auch nicht. Es ist mir nur aufgefallen. Traurigerweise stapeln sich hier auch schon Comics…
Also: Im Jahr 2016 habe ich insgesamt nur 39 Bücher gelesen. 2015 waren es noch 54 und 2014 sogar 71 Bücher.

Mal überlegen…die beste Biografie die ich gelesen habe, war wohl die über Virginia Woolf. Das war auch die dickste Buch. Mir hat auch der Überlebenskampf der in „438 Tage“ geschildert sehr beeindruckt. Die Briefe aus „Letters of Note“ haben mich so sehr gefesselt, dass ich mir neulich den zweiten Band ausgeliehen habe.
Der beste Roman ist wohl „Die Gestirne“. Der beste Comic war definitiv „Old man Logan“. Mein Hirn hatte am meisten von „An optimists tour of the future“, weil ich dadurch einfach eine andere Perspektive bekommen habe. Seitdem blicke ich nicht mehr ganz so pessimistisch in die Zukunft.

So, genug gelabert. Hier nun die Übersichtsliste. Mit Klick auf den Monat kommst du zu den Besprechungen und Kommentaren.

Gelesen im Januar:
„Letters of Note – Briefe, die die Welt bedeuten“ von Shawn Usher
„Die Gestirne“ von Eleanor Cotton

Gelesen im März:
„Virginia Woolf – eine Biografe“ von Hermione Lee
„Über das Halten von Eichhörnchen“ von Axel Scheffler und Harry Rowohlt
„438 Tage: Überlebenskampf auf dem Pazifik“ von Jonathan Franklin
Vögel beobachten in Ostdeutschland von Christian Wagner

Gelesen im April:
„Wo stehe ich und wo gehts jetzt hin?“ von Susanne Hofmeister
„Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr
Wonder Woman Vol 1 „Blood“ und Wonder Woman Vol 2 „Guts“ von Azzarello/Chiang/Akins
Wicked + Divine Vol 1 „The Faust Act“ und Wicked + Divine Vol 2 „Fandemonium“von Gillen/McKelvie

Gelesen im Mai:
„Alex and Ada“ (Vol 1-3) von Jonathan Luna & Sarah Vaughn
„Prinzessin Leia“ von Mark Waid & Terry Dodson
„Old man Logan“ von Mark Millar
„Talking Points – die Macht der Sprache“ von Dhugan Wegner
„Überdruss im Überfluss“ – von Peter Marwitz
Grundkurs Vogelbestimmung von Monin/Griesohn-Pflieger/Horn

Gelesen im Juni:
„Wie wir morgen leben werden – 15 Lebensstiltrends, die unsere Zukunft prägen werden“ von Eike Wenzel et. al
„Wir sind Cyborgs – wie uns die Technik unter die Haut geht“ von Alexander Krützfeldt
„Die klugen Frauen von Weimar“ von Ulrike Müller
„Wenn die Zukunft kommt – eine Anleitung zum langfristigen Denken“ von Magnus Lindkvist
„DIY Putzmittel: Natürlich sauber“ von Tatiana Wachola
„Statt Plastik: Schöne Sachen zum Selbermachen – das Ideenbuch für Einfälle statt Abfälle“ von Jutta Grimm
„Projektbuch Tierfreundlicher Garten: 40 einfache Bau- und Pflanzkonzepte“ von Bärbel Oftring

Gelesen im Juli und August:
„An optimists tour of the future“ von Mark Stevenson
„Love letters to the dead“ von Ava Dellaira
„Wir haben wieder aufgebaut – Frauen der Stunde Null erzählen“ von Antonia Meiners
„Wandel durch Einsicht“ von Jiddu Krishnamurti
„Reisende auf einem Bein“ von Herta Müller
„Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt“ von Alois Prinz

Gelesen im September:
„Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“ von Oliver Hilmes
„Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün“ von Shia Su
„Architektur ein Schnellkurs“ von Christoph Höcker
„Hannah Arendt: Wahrheit gibt es nur zu zweien – Briefe an die Freunde“ (Ingeborg Nordmann Hrsg.)

Gelesen im Oktober:
„Der innere Freund“ von Thomas Hohensee
„Hanse anschaulich – eine unterhaltsame Bilderreise in die Hansezeit“ von Heinz-Joachim Draeger

Gelesen im November:
„Valerian und Veronique: Band 20 – Das Gesetz der Steine“ von Pierre Christin und Zeichner Jean-Claude Mézières
„Galactus Hunger“
Iron fist: Endspiel von Ed Brubaker, Matt Fraction. Zeichner: David Aja
„Der Mauerläufer“ von Nell Zink
„Der leise Atem der Zukunft: Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise“ von Ulrich Grober
„Mehr als du denkst – 10 Menschen, die ihre Bestimmung fanden“ von Alois Prinz

Gelesen im Dezember:
Gregs Tagebuch, Band 11: Alles Käse! von Jeff Kinney
„We love code! – Das kleine 101 des Programmierens“ von Julia Hoffmann und Natalie Sontopski
„Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami

Was sagt deine Lesestatistik? Was war dein Lieblingsroman? Welches Buch fandest du ganz furchtbar und warum?

Mein Biografie-Projekt – Fragen zum Download

Mir wurde über verschiedene Kanäle zugetragen, dass ihr da Interesse an den Fragen habt, die ich für mein Biografie-Schreibprojekt verwendet habe. Also habe ich mir mal die Mühe gemacht, meine Fragen nochmal abzutippen und als .pdf zum Download bereitzustellen.
Ta-Da!
Die Fragen sind zusammengewürfelt. Pinterest ist da eine echte Fundgrube, vor allem für Tagebuchschreiber, Bujo-Fans und Scrapbookbastler. Viele der Fragen habe ich von familysearch.org, den Rest hab ich eben selbst ergänzt. Es passen nicht alle Fragen, weil wir ja alle unterschiedlich alt sind und unterschiedliche Lebenserfahrungen haben. Aber auch an das ist gedacht! Ich habe noch 20 Bonusfragen mitnotiert, damit man sie austauschen kann. Einige Fragen sind sehr unbequem, andere sehr leicht.
Auch wenn du nicht vor hast, deine Biografie zu schreiben, kannst du dir ein paar spanennde Fragen aussuchen und deinen Freunden stellen.
Damit kommt man garantiert in ein gutes Gespräch.

Viel Spaß und viele interessante Erkenntnisse!

Download Biografie-Projektfragen als .pdf

Gelesen im Dezember

Ups, da ist mir schon wieder das Datum durcheinander geraten. Aber vermutlich ist euch das gar nicht aufgefallen. Es gab zumindest nirgends Beschwerdebriefe!
Also der Beitrag wird nich lang. Ich hab gar nicht viel gelesen…

Gregs Tagebuch, Band 11: Alles Käse! von Jeff Kinney
Gregs Mutter will, dass er sich ein Hobby sucht, damit er seinen Horizont erweitert. Er testet sich als Horrorfilmregisseur und als Mitglied der Schulband. Mit eher mäßigem Erfolg.
Fazit: Dieser Band hat mir tatsächlich besser gefallen, als die letzten beiden. Aber eigentlich isses egal. Es ist einfach wirklich sehr unterhaltsam. Und Kinder denken, man is voll cool :D

„We love code! – Das kleine 101 des Programmierens“ von Julia Hoffmann und Natalie Sontopski
Die beiden Autorinnen sind Geisteswissenschaftlerinnen und haben sich das Coden selbst beigebracht. In dem Buch teilen sie ihre Erfahrungen begeistert mit. Nebenbei werden Fachbegriffe erklärt, interessante Persönlichkeiten vorgestellt und ein paar Ideen für einen eigenen Coding-Workshop beschrieben.
Fazit: sehr eigenwillig und witzig geschrieben, fast so, als würden einem gute Freundinnen etwas übers Programmieren erzählen. Super Einsteigerlektüre für alle, die sich mal mit dem Thema Programmierung auseinandersetzen wollen. Lesenswert! Wirklich sehr niedrigschwellig und leicht zu lesen. Auch perfekt für Mädels im Teenie-Alter, die sich für MINT-Berufe interessieren. Die Aufmachung des Buches gefiel mir auch sehr gut.

„Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami
In 11 Kapiteln erzählt Murakami vom Leben eines Schriftstellers, dem Leben im Ausland, lästert über Literaturpreise und fragt sich, welche Figuren er auftreten lassen soll.
Fazit: ne richtige Autobiografie gibts ja (noch) nicht von ihm, aber das kommt schon ziemlich nah dran. Ein Muss für alle Murakami Fans.

Das wars schon. Zu mehr bin ich nicht gekommen.

Was hast du gelesen? Lagen unterm Weihnachtsbaum Bücher? Welche?

Was ich durch mein Biografie-Projekt gelernt habe

Wir erinnern uns: Mein Jahresmotto heißt dieses Jahr „Masterteacher“ und dazu gab es auch ein Leseprojekt mit Biografien, Tagebüchern, Erinnerungen und Briefen. Als Mini-Ziel habe ich beschlossen, mir selbst im Tagebuch 52 Fragen über mich selbst zu stellen, damit am Jahresende sowas wie eine Autobiografie herauskommt. Das ist natürlich ein bisschen hochtrabend, weil ich ja noch so jung bin und nicht sooo viel erlebt habe, dass es zu einem Buch taugen würde, aber ich wollte mich mit Fragen ein bisschen entlang hangeln, damit ich den Faden nicht verliere.
Was ich durch mein Biografie-Projekt gelernt habe | Frau DingDongs Leben.
Diese Nabelschau war furchtbar anstrengend und hat mich manchmal ganz schön runtergezogen. Aber: Ich habe mich dadurch sehr viel besser kennengelernt und ich habe das Gefühl, dieses Jahr persönlich richtig gewachsen zu sein.
Dabei halfen mir viele liebe nette Herzensmenschen, die ich kennenlernen durfte und immer noch kennenlerne. Masterteacher gibts genug, jeder ist das. Man muss sich nur mal jemanden genauer anschauen und Gespräche sehr bewusst führen.

Ich mochte es, wie sich beim Lesen von dicken Biografien ein rundes Bild eines mir unbekannten Menschen formt. Ich kann dadurch sein/ihr Leben in einem Zusammenhang sehen und einordnen. Das ist ziemlich spannend.
Und: Das kann ich bei mir auch, wenn ich über mich schreibe. Ich kann Leitmotive erkennen und einen roten Faden sehen, an dem ich zupfen kann. Ich kann erkennen: Bin ich am richtigen Platz? Ja? Nein? Wieso nicht? Und: Wie komme ich da hin?

Mein eigenes Biografie-Projekt half mir dabei, meine Handlungsmuster zu erkennen. Ich bin zwar noch weit davon entfernt, konkret in bestimmten Situationen anders zu reagieren als ich will, aber bewusst darauf zu achten und es überhaupt zu erkennen, ist für mich schon sehr viel wert!
Mittlerweile glaube ich, dass das genau der Punkt ist, an dem man blöde Handlungsmuster, die einen nicht weiterbringen, aktiv loslassen kann. #minimalismus
Ich kann das noch nicht so gut. Vielleicht können das andere besser.

Das Lesen von Biografien hat wirklich Spaß gemacht. Das Genre selbst ist supergut geeignet, etwas historisch einzuordnen und sich selbst zu reflektieren. Ich mochte auch biografische Portraits zu einem bestimmten Thema, z.B. die Frauen aus Weimar und deren Einfluss. Oder Briefsammlungen, die entweder einen Charakter zeichnen oder Lust auf Biografien lesen machen.
Ich glaube am meisten Spaß bringen Biografien, von Leuten, die ähnlich ticken wie man selbst. Oder wo man es sich zumindest einbilden kann, dass es so ist. Bei mir waren das Virginia Woolf und Hannah Arendt. (Letztere hat mich mit ihren politischen Gedanken echt gut durch den Sommer gebracht und hat meine Lust am Denken gefördert). Biografien können inspirieren, sich selbst zu hinterfragen und gute Ideen und Eigenschaften zu übernehmen und auszuprobieren.

Übrigens: Genau daran erkennt man eine gute Biografie! Sie macht es möglich, dass wir das Denken, Handeln und Fühlen der portraitierten Person nachempfinden können und lässt uns an ihrer Entwicklung teilhaben und auch Dinge im größeren Zusammenhang sehen.
Und auch noch interessant: Biopics, also verfilmte Biografien fand ich bisher immer ziemlich unsinnig und öde. Aber durch das Lesen von Biografien habe ich diese Art von Filmen auch besser verstanden. Jetzt kann ich Biopics sogar genießen, weil ich weiß, dass sich die FIlmemacher immer auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren und davon ausgehend die Person herausarbeiten. Weißt du vermutlich schon längst. Ich hab das bisher noch nicht so wahrgenommen.

Lust, eine Biografie zu lesen?
Diese Fragen können dein Leseerlebnis verstärken:

  • Was hat diese Person mit mir hier und heute zu tun?
  • Welche 3 Fakten, die du über die Person erfahren hast, interessieren dich am meisten oder haben dich erstaunt? Warum?
  • Welche Hindernisse musste die Person in ihrem Leben überwinden?
  • Welche Eigenschaften haben der Person geholfen, erfolgreich zu sein?
  • Welche Lektionen kann ich lernen, wenn ich etwas über andere lese?
  • In welcher Art und Weise beeinflussen sich Leute in dem Umfeld der Person gegenseitig?


Welche gute Biografie hast du zuletzt gelesen? Hat sie dir gefallen? Hast du auch mal eine Biografie von jemanden gelesen, der dir unsympathisch war? Wie war es?
Könntest du dir vorstellen, mal deine Biografie zu schreiben?

Gelesen im November

Buchrezensionen - Leseliste des Monats | Frau DingDongs Leben.
Ja, ich weiß, ich bin spät dran! Hier meine kurze „Gelesen“-Liste. Ich habe sehr viele Artikel im Internet gelesen und *trommelwirbel* ich kann jetzt Podcasts hören. Das ging früher nicht, aber es ist optimal, wenn man nicht weiß, was man anfangen soll mit sich und der Welt.

Das habe ich gelesen:

Comics:
„Valerian und Veronique: Band 20 – Das Gesetz der Steine“ von Pierre Christin und Zeichner Jean-Claude Mézières
Fazit: das erste und bisher einzige Valerian Comic, das ich gelesen habe zur Vorbereitung auf den Film von Luc Besson. Und ich muss sagen, es hat mir gut gefallen. Hoffentlich komm ich bald an mehr ran. Der Trailer verspricht jedenfalls einen sehr wilden Film und das passt auch zu dem Comic, den ich gelesen habe.

„Galactus Hunger“
Galactus bedroht mal wieder die Erde. Rick Jones, Träger der Nova Kraft tritt mit dem Silversurfer gegen ihn an.
Fazit: Silversurfer geht bei mir zwar immer, allerdings fand ich diese „Komplette Mini-Serie in einem Band“ keinesfalls abgeschlossen und das nervt. Is halt nur so ein Auftakt zu nem neuen Event…

Iron fist: Endspiel von Ed Brubaker, Matt Fraction. Zeichner: David Aja
Fazit: super gut gezeichnet und tolle Origin Story. Wer keine Ahnung von dem Charakter hat aber schon gespannt ist auf die kommende Marvel Netflix Serie, sollte sich dieses Comic mal näher anschauen.

Und sonst noch:

„Der Mauerläufer“ von Nell Zink
Ein verheiratetes Ehepaar. Ein Mauerläufer. Der Rhein. Schweiz, Berlin, Brandenburg. Ehebruch, Liebeleien, Dubstep und Drogen. Dazwischen der Mauerläufer in seinem Tarnkleid.
Fazit: sehr seltsame Geschichte, total absurd und gleichzeitig auch völlig normal. Es könnte so passieren. Lesenswert und kurzweilig.

„Der leise Atem der Zukunft: Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise“ von Ulrich Grober
Immer mehr Menschen machen sich auf die Suche nach einer neuen Welt ohne vorgefertigte Lösungen und mit Spaß am Tun. Ulrich Grober erzählt in seinem Reisebericht vom Wandern durch die Autostadt Wolfsburg, wo er in einem Garten die Entschleunigung entdeckt, durch Erfurt, wo die Ideen eines Meister Eckhardts immer noch frisch sind und durch den Schwarzwald, wo grünes Leben und kalte Herzen zu finden sind.
Fazit: Wenn man es als Reisebericht und Schmökerliteratur sieht, ist es sehr lesenswert. Grober schreibt poetisch, dröselt Wortherkünfte auf, schaut genau hin und beschreibt wunderschön. Gleichzeitig kommt man ins Grübeln. Daher gibts von mir eine Leseempfehlung für alle, die selber denken und etwas leichtes zu lesen haben wollen.
Wer ein Sachbuch mit Informationen und To Dos sucht, wird das Buch total öde finden.

„Mehr als du denkst – 10 Menschen, die ihre Bestimmung fanden“ von Alois Prinz
Franz von Assisi, Edith Stein, Martin Luther und andere. Junge Menschen wagen den Aufbruch und wandeln sich und ihr Umfeld.
Fazit: nett zu lesende Kurzbiografien, aber jetzt nicht sooo der Informationsgehalt. Es wäre toll gewesen, wenn man die Biografien mit Denkfragen angereichert hätte, damit der Punkt des Wandels der jeweiligen Person deutlicher wird. Aber der kam irgendwie nie vor.

Das wars schon! Was hast du im November gelesen?

Gelesen im Oktober

Buchrezensionen - Leseliste des Monats | Frau DingDongs Leben.

…irgendwie kein guter Lesemonat. Konnte mich schlecht aufs Lesen konzentrieren, und vielleicht sollte ich mal wieder einen Roman zur Hand nehmen. Nur welchen?

„Der innere Freund“ von Thomas Hohensee
Nur wer mit sich selbst gut umgeht, kann auch anderen ein Freund sein. Nur: Wie wird man das? In diesem Buch erfährt man es anhand vieler Anregungen und Nachdenkfragen.
Fazit: nett und einfach zu lesen, mit vielen Vorschlägen, wo man sich ganz bequem das rauspicken kann, was einem passt. Ich fands hilfreich, daher lesenswert!

„Hanse anschaulich – eine unterhaltsame Bilderreise in die Hansezeit“ von Heinz-Joachim Draeger
Was war die Hanse? Dieses Kinderbuch bietet allerhand übersichtlich aufbereitete Sachinformationen.
Fazit: sehr informativ und tatsächlich unterhaltsam. Es ist nicht quietschbunt, sondern unaufgeregt durchgehend nett illustriert und eher Comic-ähnlich, daher sehr bequeme Lektüre auch für Erwachsene.

Tja das wars schon. Wie langweilig. :D

Gelesen im September

Buchrezensionen - Leseliste des Monats | Frau DingDongs Leben.

„Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“ von Oliver Hilmes
Die ganze Welt schaut auf Berlin. Bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1936 zeigen die Nationalsozialisten, was sie können. Mit Glanz und Gloria wird Größe gezeigt und Eindruck geschindet. Doch wie gehts den Berlinern dabei? Den Touristen? Den Diplomaten? Wer übertrumpft sich mit dem schönsten Ball? Wo verbringt die High Society die Nacht? Und was passiert in Berlin, wenn keiner hinsieht?
Fazit: sehr sehr lesenswert. Die einzelnen Episoden im Reportage-Stil wirken anfangs vielleicht hölzern, verdichten sich aber von Kapitel zu Kapitel zu einer starken Atmosphäre, bei der die Stimmung, wie es wohl in Berlin 1936 wirklich war, greifbar wird. WEr das Buch „1913“ von Florian Illies mochte, kann mit diesem hier auch nichts falsch machen.

„Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün“ von Shia Su
Müll ist ein Problem. In diesem Ratgeber erklärt Bloggerin Shia Su von wastelandrebel warum es sinnvoll ist, Müll zu vermeiden und wie man das hinkriegt.
Fazit:Ein schön aufgemachter und sehr informativer und gut erklärter Ratgeber für Zero Waste Newbies. Bestimmt kennt man den einen oder anderen Tipp schon von Shias Blog (ich kannte nich mal den Blog, ha!), aber in Buchform ist es ein super Nachschlagewerk, das sich auch gut zum Verschenken eignet. Für mich persönlich war da nichts Neues dabei, aber ich fands gut, dass auch endlich mal das Toilettenpapier-Thema und Alternativen angesprochen wird.

„Architektur – ein Schnellkurs“ von Christoph Höcker
Fazit: Das Buch hält, was es verspricht – es ist ein Schnellkurs. Vom vorderen Orient bis zur Moderne ist alles drin, man kann die Kapitel auch selektiv lesen und es gibt auch immer mal wieder kleine Exkurse. Schön fand ich, dass eben nicht nur die tolle Baukunst im Vordergrund steht, sondern auch Wellblechhütten, Plattenbau und Fachwerkhäusle werden erwähnt. Das gibt einen umfassendenden Einblick in die Themenvielfalt Architektur und mehr wollte ich für den Anfang auch gar nicht.

„Hannah Arendt: Wahrheit gibt es nur zu zweien – Briefe an die Freunde“ (Ingeborg Nordmann Hrsg.)
Liebesbriefe, poltische Ansichten, philosophische Gespräche – das alles sind Facetten der Hannah Arendt.
Fazit: gut zusammengestellte Briefsammlung, die einen faszinierenden Einblick in die scharfsinnige Logik Hannah Arendts ermöglichen. Die Fußnoten am Seitenende zu den jeweiligen Briefen sind sehr hilfreich.

Jepp, wer Sachliteratur liest, schafft morgens in der Bahn nich viel davon, wenn der Kaffee noch nicht wirkt :D

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