Scrapbooking für faule Minimalisten + 10 Ideen für den Start

In den Untiefen von Youtube findet man ja soooo viele Scrapbooking-Videos, eines schöner als das andere. Ist immer ne tolle Sache, wenn man sich sowas bastelt und die vielen Fotos, die man tagtäglich so knipst nicht auf einer Festplatte verschmurgeln. Ich mag Basteln und Gestalten und obwohl ich Tickets und Eintrittskarten meistens sofort wegwerfe, wenn das Event vorbei ist, fand ich es mal reizvoll, was damit zu machen. Scrapbooks sind toll. Aber mich scheut es vor dem ganzen Zubehör. (Ich hab eh schon mehr als genug…)
Deshalb habe ich mir eine ganz einfache Lösung ausgedacht, zu der man nur relativ wenige Sachen braucht:

  • Buchringe, in der Größe deiner Wahl
  • Locher
  • Stifte
  • Karten, Fotos, Flyer und anderes Papier im Format A6
  • optional: Klebstoff, Stempel, Washi-Tape, Stoffbänder und alles andere was man lochen kann

So gehts:

Buchringe öffnen, Karten lochen, einheften, fertig!

Ich hefte Eintrittskarten und Flyer dazu und kritzel ein paar kurze Sätze auf die Rückseite. Oder ich bastel als Mini-Moodboard kleine Collagen. Fotos, die auf dem Handy sind, drucke in in der Drogerie auf den Fotostationen aus, gelocht, fertig. Alles was mir so einfällt und was ich auf meinem unordentlichen Schreibtisch so finde. Zwischendurch hefte ich auch die Postkarten von Freunden ab und am Jahresende habe ich dann ein wunderbares Album, völlig unkompliziert!
Es macht Spaß darin zu blättern und noch mehr Spaß macht es, das Album zu füllen:

Zum Beispiel mit dem ersten grauen Haar. Gut, zugegeben. Es war weiß und ich war 20 Minuten völlig erstarrt und dachte nur „Shit, es geht also los“ – so als würde die Zombie-Apokalypse losgehen…LOL

Das Tolle daran ist, dass man alles reinheften kann, was man auch lochen kann. Der Material- und Formatmix ist sehr reizvoll. Letztes Jahr habe ich kein Album gemacht und prompt hat was gefehlt.

Für mich ist diese Art von Scrapbooking ein guter Kompromiss aus Minimalismus und Sammeln. Ich notiere Erinnerungen und kann Tickets und Krimskrams dazukleben, muss aber nicht. Dadurch, dass das Album einen festen Rahmen hat (gewählter Zeitraum oder den Durchmesser der Buchringe), wird der Inhalt kuratiert und nimmt nicht überhand. Ich kann so also Erinnerungsstücke unkompliziert aufbewahren ohne dass ständig Papiere, Tickets und Postkarten lose auf Pinnwänden oder in Kisten vergammeln.

Aber bevor ich länger herumlaber, hier 10 Ideen für den Start. Falls du nämlich auch Postkarten hortest wie ich, die Superminimalistin, kannst du dir davon gleich ein paar schnappen und vorbereiten:

1. Meine Monats-Highlights (als Wunschliste, Review oder To-Do Variante)
2. Zum ersten Mal gemacht
3. Meine Glücksmomente
4. Wochenrückblick
5. Was ich gelernt habe
6. Dafür bin ich dankbar
7. Aktuelle Stimmung
8. Das wünsch ich mir
9. Meine Werte und Ziele
10. Darin bin ich richtig gut

Die „Zum ersten Mal gemacht“-Liste ist übrigens am Jahresende die wertvollste Karte. Es hilft ungemein beim achtsam sein und es ist echt erstaunlich, was man alles so zum ersten Mal macht.

Also, bist du der Doodler, der Scrapbooker, der Bastler? Wäre das eine einfache Lösung für dich? Wirfst du Tickets sofort weg oder nutzt du sie als Erinnerungshilfe an besondere Momente?

Nacht des Wissens 2017 – eine Liebeserklärung an die Neugier

Mir ist aufgefallen, dass ich hier zwar immer mal wieder erwähnt habe, dass ich gerne zur Nacht des Wissens gehe, aber ich habe nie erzählt, was das eigentlich ist und was da so passiert und warum ich es so toll finde. Also falls dich das interessiert, kannst du gerne weiterlesen, falls nicht, lass es einfach :D

Also! Die Nacht des Wissens findet alle zwei Jahre hier in Hamburg statt und immer wenn es ein Nacht-des-Wissens-Jahr ist, weiß ich, dass es ein gutes Jahr wird :D
Es nehmen sämtliche Hamburger Institute und Forschungszentren teil und es ist quasi ein flächendeckender Tag-der-offenen-Tür. Im Laufe der Jahre war ich schon am Deutschen Elektronen Synchrotron, am Heinrich-Pette-Insitut, am hiesigen Uni-Klinikum, am Bernhard-Nocht-Institut, beim Deutschen Wetterdienst, in der Botanik in Klein Flottbek und – dieses Jahr an der HAW, der Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Im Laufe der Jahre habe ich mich dabei als Reinraumassistentin verkleidet, DNA aus Fischsperma extrahiert, habe mir zeigen lassen, wie man Blut unter dem Mikroskop untersucht, habe meine Augen untersuchen lassen und eingelegte Organe betrachtet (nicht meine), spazierte durch den Teilchenbeschleunigertunnel, habe herausgefunden, dass mich Mücken tatsächlich nicht mögen, hab mir Parasiten angesehen und mir diverse Kohl-Mutationen zeigen lassen. (Rosenkohl war übrigens eine Züchtung aus dem Barocken Zeitalter, wegen dem schnörkeligen Rosen, Grüße an J. :D)
Kurz: Ich habe viel gelernt, weil es so schön anschaulich war. Klar kann man vieles davon auch im Museum oder bei einem Tag der offenen Tür machen, aber Nacht des Wissens ist anders. Das ist ne stadtweite Nerdparty.

Es ist eigentlich völlig egal was man macht, es ist immer – ausnahmslos – interessant. Und obwohl es durchaus mal voll und eng ist, ist die Stimmung bei allen Teilnehmern so gut, dass es immer Spaß macht. (Auch als Veranstalter übrigens)
Dieses Jahr war ich an der HAW, einfach weil es um Nachhaltigkeit und Digitalisierung und Roboter ging.
Weil ich dieses Jahr arbeiten musste, war ich erst relativ spät draußen. Sonst geh ich immer gleich um 17 Uhr los, damit ich alles mitnehmen kann, aber diesmal war ich einfach zu müde. Ich hab daher alle möglichen Vorträge verpasst, aber das war auch nicht schlimm.

Dieses Jahr habe ich mich über die Redox-Flow-Batterien informiert (erfunden übrigens von einer Frau namens Maria Skyllas Kazacos)
und habe mir eine Fräsmaschine erklären lasse, die in 5 Achsen fräsen kann. Hahaha – ich kenn mich wirklich null aus, aber das war schon irgendwie cool. Ein Souvenir gabs auch noch.

In einer anderen Halle wurden neue Werkstoffe vorgeführt und ein metallischer 3D Druck. Auftragsschweißen per Pulver und Laser. Da gabs auch ein Souvenir.

Was mir auch unabhängig von der ganzen gezeigten Technik gut gefallen hat, war die aufgebaute Beleuchtung. Die Farben waren toll, ich habe mich gefühlt wie in Blade Runner :D

Schön, oder? Wenn es in deiner Stadt sowas gibt, geh da mal hin. Du wirst nichts falsch machen :D Viel Spaß!

List-o-Manie: Urlaub zuhause – aber richtig (und mit möglichst viel Spaß)

Hallo! Mein Urlaub war super. Ich war mal wieder auf Deutschlandreise und nach Detmold, Potsdam, Bad Münstereifel, Königswinter und allem dazwischen war ich auch ein paar Tage zu Hause. Das war auch sehr schön, aber nur, weil ich mir immer Mühe gebe, den Urlaub zuhause auch ein bisschen zu gestalten. Denn wenn ich das nicht mache (Faustregel: Jeden Tag was Besonderes), fällt mir schnell die Decke auf den Kopf und ich denk dann doch über die Arbeit nach.

Wer also aus ökologischen, organisatorischen oder wirtschaftlichen Gründen lieber daheim urlaubt auf Terrasse und Balkon, bekommt hier nun ein paar Ideen mit ins Gedankengepäck. Und vielleicht können wir ja mal überlegen, wie man „richtig“ zu Hause urlaubt. Wie erholt und entspannt man sich am Besten? Gibts da vielleicht eine bsiher unentdeckte allgemeingültige Regel?

Hier nun ein paar Ideen, die ich selbst getestet habe:

  1. Geh zu nem Meetup – oder mach dein eigenes
  2. Lies einen Expeditionsbericht oder etwas aus einem Genre, dass dich in fremde Welten entführt
  3. Fahr in einen Stadtteil, in dem du noch nie warst
  4. Koch dir etwas, was du normalerweise nicht kochen würdest, weil es zu aufwendig ist
  5. Oder: Probiere ein neues Lokal aus
  6. Wenn du einen Garten oder Balkon hast: Übernachte draußen
  7. Leih dir einen Wanderführer aus und mach ne Tour
  8. Ab ins Schwimmbad oder an die See. Idealerweise zu Zeiten, wo kein anderer mehr da ist
  9. Mach ne typische Touritour mit. Ab in den Bus oder…vielleicht ne Segway-Tour? :D
  10. Mach ne Liste mit Dingen, die du in deiner Stadt noch nie getan hast – und arbeite die Liste ab (eignet sich übrigens auch super als Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug
  11. Verstecke kleine Botschaften in deiner Nachbarschaft
  12. Bastel Seedbombs und verteil sie
  13. Mach ein Picknick im Park! (und versuch es #zerowaste)
  14. Übe Verzicht. Zum Beispiel beim Essen.
  15. Wenn dein Schlaf-Wach-Rhythmus eh im Eimer ist, kannst du um 5 Uhr morgens raus und den Sonnenaufgang anschauen und coole Bilder knipsen
  16. Geh bei jedem Wetter raus
  17. Mach bei einer Instagram-Photochallenge mit (oder kreiere deine eigene)
  18. Lern was Neues! Wie wärs mit nem VHS-Kurs?
  19. Ab ins Museum und schau dich um!
  20. Verkleide dich für einen Nachmittag. Was entdeckst du?
  21. Probier Geocaching oder Actionbound
  22. Wie weit kannst du gehen bis zu müde wirst? Geh einfach ohne Ziel los und lass dich treiben
  23. Erfinde deinen eigenen Feiertag und denk dir Rituale dazu aus (ich habe den Strudeltag ins Leben gerufen, an diesem 21.6. wird Apfelstrudel gegessen und an Menschen gedacht, die Gedanken zum Strudeln bringen)
  24. Nimm dir vor, bestimmte Dinge zu sammeln und mache am Ende deines Urlaubs eine Ausstellung in deinem Wohnzimmer. Lade alle deine Freunde dazu ein.
  25. Fotografiere mit einem Motto im Kopf. z.B. nur Türen in deiner Stadt oder alles in der Farbe Rot.
  26. Guck dir Veranstaltungen aus dem allgemeinen Vorlesungswesen deiner Uni oder bei eventbrite aus und geh hin
  27. Probier nen neuen Sportkurs aus oder guck dir mal youtube Fitness Videos an
  28. Tausch mit deinen Freunden die Wohnung. Echt, das ist voll gut. Noch besser, wenn ihr in unterschiedlichen Städten wohnt :D
  29. Wie wärs mit einem MOOC?
  30. Schreib ein paar Postkarten oder Briefe an deine Freunde oder an deine Familie
  31. Ausmisten, aber bitte mit Spaß! (hehe, das musste in die Liste :D)
  32. Brettspielabend mit Freunden
  33. durch die Bücherei schlendern und stöbern
  34. Schreibe Tagebuch oder deine Biografie
  35. Zeichne eine Landkarte von deinem Stadtteil
  36. Finde deine Werte
  37. Befrag ein Orakel
  38. Entferne alle Etiketten und Labels und freu dich über die visuelle Ruhe
  39. Drück auf Wikipedia den Zufallsbutton und mach irgendwas mit der Info. Weitere Informationen suchen, jemanden davon erzählen, die Information irgendwie künstlerisch verwerten?
  40. Gestalte eine Collage oder ein Scrapbook
  41. Schreibe eine Liste „Was ich tun kann, wenn ich zu Hause Urlaub mache“


Also: Wie urlaubst du richtig? Was fehlt in der Liste? Was fällt dir noch ein? Was hast du im Urlaub erlebt?

Blogpause! + Fotochallenge auf Instagram

Ihr Lieben, ich habe Urlaub und mache deshalb auch eine Blogpause.
Bis zum 10.September werden keine neuen Beiträge erscheinen. Der nächste Beitrag erscheint somit erst am Mittwoch, den 13. September 2017.

Aber keine Panik, damit uns nicht langweilig wird gibts wie letztes Jahr eine kleinen Foto-Kreativchallenge!
Mitmachen könnt ihr per Twitter oder Instagram. Facebook hab ich nicht, aber da könnt ihr natürlich trotzdem was hochladen, wenn ihr mögt. Es ist außerdem nicht nur als Fotochallenge zu verstehen, ihr könnt auch basteln, malen oder zeichnen. Hauptsache ich erfahre davon :D

Hier sind also meine Themenvorschläge:

  1. ein Selfie
  2. etwas Rotes
  3. Aussicht
  4. etwas Altes
  5. Action
  6. Routine
  7. Muster
  8. ganz nah dran
  9. Symmetrie
  10. etwas Neues
  11. Lieblingsfarbe
  12. Gefühl

Erlaubt ist, was gefällt. Bitte nutze den Hashtag #fddblogpause17 damit ich deine Beiträge sehen kann. Also: Am Mittwoch, den 23. August gehts los! Die Challenge endet am 3.9.
Jeden Tag ein Bild.

Viel Spaß!

Ab ins Kunstmuseum – aber langsam

Ich gehe gerne ins Kunstmuseum. Egal in welcher Stadt – ich muss rein. Und bin hinterher ganz entspannt, begeistert und inspiriert.
Nur leider geht fast nie jemand mit. Was nicht schlimm ist, denn Gemälde kann man sich ja auch alleine anschauen. Schlimm ist der Satz „ich kann mit Kunst nichts anfangen“.
Dieser Satz macht mich nicht nur traurig, sondern bricht mir immer das Herz.
Ich weiß, woher der Satz kommt. Der hat sich irgendwann in der 3. oder 4. Klasse eingenistet, als ne blöde Handarbeitslehrerin oder ein strenger Werklehrer gesagt hat, wie unsinnig dein Werk ist, wie hässlich etwas gestrickt wurde, wie unsauber gearbeitet wurde. Ein anderes Kind in der Klasse konnte alles viel besser und schöner und du hast dein Gekrakel betrachtet und beschlossen: Kunst ist blöd.
Das wars dann.

An dieser Stelle übrigens einen Gruß an meine Handarbeitslehrerin der 4. Klasse, die mich immer vor der ganzen Klasse bloßgestellt hat, weil meine Arbeiten immer so unglaublich hässlich waren. Anscheinend hat ihr das Kopfschmerzen verursacht :D
Mein Kerzenlichthalter in Engelsform war nicht rosa und hellblau bemalt, sondern hatte lila-orange Streifen (mehr Farben hatte die Alte nich zur Auswahl) und ich fand ihn gut und sie war scheisse. Also Frau S. – ich rufe Ihnen ein fröhliches „Fuck-you!“ entgegen und sage Ihnen nun etwas, was ich ihnen schon vor 22 Jahren hätte sagen sollen: Tennissocken in Pumps gehen gar nicht! (ich mein…sie zog sich SO an und hat mich fertig gemacht, weil ich ein Stirnband in blau und rot gestrickt habe??? Ich war 10 und mochte damals schon keine Stirnbänder)

Ich will eigentlich damit sagen: Wühl dich da heraus, weil es sich lohnt. Geh ins Museum und entdecke dich selbst. Da drin ist es kühl, still, seltsam und wunderbar. Ja, manchmal ist es auch nervig und anstrengend.

Als die hiesige Kunsthalle fertig renoviert war und „1 Monat Eintritt frei für alle!“ ausrief, sind Herr DingDong und ich auch hingegeangen. Es war Sonntag und wir wussten, dass es voll wird. Also haben wir uns diese Klappstühle an der Museumskasse geschnappt und haben ausgemacht: Es wird geschlendert und wenn uns etwas auffällt, schauen wir es an. Wir nehmen uns so viel Zeit, wie wir wollen. Auch wenn wir dann nur 3 Bilder sehen. Da saßen wir in mitten des Gewusels und starrten abstrakte Kunst und alte Meister an. Nicht jedes Bild war schön. Aber es hat uns interessiert und wir kamen ins Gespräch. Und hinterher? Beseelt und glücklich.

Hier also ein paar Tipps und Fragen für einen interessanten Museumsbesuch:

    Was sehe ich? ruhig auch mal näher ans Werk oder weiter weg gehen (nur nix anfassen!!)
    Welche Farben und Muster nehme ich wahr?
    Weiß ich etwas über die künstlerische Epoche oder den Künstler? Wie hängen diese Aspekte mit dem Bild zusammen?
    (ja, per Handy bei Wikipedia nachlesen ist erlaubt :D)
    Wie fühle ich mich? Was fühle ich, wenn ich das Werk anschaue? Welche Reaktionen beobachte ich bei mir? Ist es Langeweile? Überforderung? Faszination? Ekel?
    Was hat das Werk mit mir zu tun? Warum mag ich es, warum nicht? Was genau mag ich daran bzw. daran nicht?
    Kann ich etwas vom Kunstwerk für eine bestimmte Situation lernen? Und wenn ja, was genau?

  1. Klappsessel mitnehmen. Auf diese schwarzen Dinger kann man sich auch gut abstützen und sind nicht nur was für alte Leute
  2. am Besten viel Zeit mitbringen. Mit Genuß trödeln und ein Bild auch ruhig mal 20 Minuten anschauen. Das entspannt total!
  3. Wer von knarzendem Parkett oder Gemurmel alter Leute in hässlichen Pullundern genervt ist, nimmt sich bitte Ohrstöpsel oder Musik mit
  4. ein Notizbuch ist vielleicht auch nützlich
  5. anstatt Kunstwerke abzuknipsen, lieber ne Postkarte im Museumshop kaufen

Das wars schon, mehr wollt ich gar nich erzählen. Und wem der Eintritt zu teuer ist, der guckt sich mal diesen tollen Kunstblog an.

Gehst du gern ins Museum? Hast du ein Lieblingsmuseum, das du immer wieder aufsuchst? Magst du Kunst? Oder wurde dir Kunst und Handwerksarbeiten in der Grundschule auch verleidet?

Unterwegs in Hamburg: Der Erfrischungsraum

Nach dem ich auf dem Energieberg war, meldete sich um 9 Uhr morgens der Frühstückshunger. Also habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt und war endlich im Erfrischungsraum in der Tankstelle Brandshof.

Ich will da eigentlich gar nicht viel dazu schreiben, ich lasse lieber die Bilder sprechen.

Es ist dort alles soooo schön!!

Da steckt echt so viel Liebe drin und mir gefiel total gut, wie die Dinge wertgeschätzt werden. Die Kaffeemaschine ist noch aus den 60ern, voll funktionstüchtig. Auf der Toilette gab es übrigens ein Handtuch und ein Stück Seife und das hat mich noch glücklicher gemacht! (auch, weil mich der Seifengeruch an meine Oma erinnert hat..)

Der Kaffee war heiß und kräftig, die Brötchen haben gut geschmeckt und ab 11 Uhr, wenn das Kuchenbuffet eröffnet wird, gibts kalten Hund (und noch andere Kuchen…). Dann rollen auch die ganzen Oldtimer an, denn am Sonntag ist immer offenes Treffen. Das bringt richtig viel Spaß, weil die Fahrer natürlich auch die Liebe zu alten Dingen teilen und die Stimmung richtig gut ist.

Hach. Toll, oder?

Das wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Hinkommen:
Billhorner Röhrendamm 4,
20539 Hamburg

oder vom Hauptbahnhof mit der Buslinie 3 Richtung Tiefstack, Haltestelle Billhorner Brückenstraße

geöffnet:
Wochentags
4 Uhr früh bis 18 Uhr (klingt komisch, is aber so. Weil der Großmarkt daneben ist)
Am Wochenende 11 bis 17 Uhr
In der Saison 9 – 18 Uhr

Mitnehmen:
viel Zeit, deine Freunde, denn die werden es nicht bereuen + Platz im Magen

Anschauen:
den wundervollen Instagram-Account oder die Tageskarte sowie die tollen Oldimer, die vorbeifahren

(M)ein grüner Mantel

Der Tag ist gekommen. Der grüne Mantel kommt nun in den Altkleidersack.

Als ich damals Liebesbriefe und Andenken von Ex-Freunden in den Müll warf, war das einen halben Tag lang ziemlich heftig, dann hat es mich aber nicht mehr interessiert.
Aber das mit dem Mantel ist ne Nummer größer. Der grüne Lodenmantel hat mich mehr als 15 Jahre lang durch die kalte Jahreszeit begleitet. Er war ein Geschenk meiner Oma, die ihn mir nach meinem Gejammer ob der Kälte mit den Worten „Der ist noch Pfennig-Gut“ überreichte. Ich trug ihn jeden Winter und war damit für einige ein lustiger Anblick, weil ich aussah wie ein Waldwichtel.
Sowas ist mir ja egal, er war warm und als sich das Innenfutter zersetzte, habe ich ihm ein neues machen lassen.

Warum also aufgeben? Der Loden ist an einigen Stellen ziemlich abgewetzt und das gute Teil hat auch schon das eine oder andere Mottenloch. Und ehrlich gesagt habe ich mich auch an der Farbe satt gesehen. Ich habe mich verändert und das Grün passt da nicht mehr dazu. Außerdem ist der Mantel aus den 50ern und darf nun endlich in Rente gehen.
Ja, ich hätte ihn upcyclen können. Aber die Verbindung dazu ist mir abhanden gekommen. Der Mantel hat sich vom Herzensstück in ein „Ding“ verwandelt und es ist Zeit sich zu lösen.
Und weil es doch nicht so leicht ist, wie das mit den Liebesbriefen (was ich wirklich sehr seltsam finde), setze ich dem Mantel hiermit zumindest ein virtuelles Denkmal.

Was ist dir beim Entrümpeln bisher am Schwersten gefallen? Welchen verlorenen oder weggebenen Dingen würdest du gerne ein virtuelles Denkmal setzen? Vermisst du es?

Selbstfürsorge und Minimalismus

In diesem Beitrag gehts darum, wie man einen individuellen Selbstfürsorge-Plan für sich entwickelt und umsetzen kann. Ich weiß, das Thema „Selfcare“ geistert schon seit Jaaaahren durch die Blogosphäre. Aber vorher war ich einfach noch nicht soweit, mich dafür zu interessieren. Ging auch ja auch so. Irgendwie.
Im Job voll eingebunden, interessiert von so ziemlich allem, was auf dem Planeten existiert, teilhaben wollen, sich einbringen. Da kann man sich schnell selbst aus dem Blick verlieren. Das ist nicht gut. Ich glaube auch nicht, dass das so gedacht ist.
Nun, mit einer minimalistischen Einstellung habe ich mich selbst verwandelt und bin eben nun bei diesem Thema angekommen. Das Jahresmotto „Ubuntu“ bedeutet zwar, dass ich mich mehr im „Außen“ bewege, aber ich brauche auch meine Zeit des Rückzugs, um meine Batterien aufzuladen. Deshalb steht auf meiner Liste für 2017, dass ich für mich einen Selbstfürsorgeplan entwickle und mich gut um mich kümmere.

Ich muss darüber schriftlich nachdenken, weil mich die bisherigen Informationsquellen nicht weitergebracht haben. In gefühlt jedem Selfcare Blogpost steht, dass man sich ne Kerze anzünden soll und sich ein Vollbad einlassen soll. Bei Kerzenlicht kann ich nicht lesen und ne Wanne hab ich auch nicht!
Hat ein bisschen gedauert, bis ich darauf kam, dass solche vorgefertigen Pläne nix bringen und die meisten Blogposts sagen einem auch nicht, wie man sowas angeht. Also vielleicht hilft dir das hier, besser auf dich aufzupassen. Es macht kein anderer für dich. Du bist groß genug. Du kannst für dich einstehen und das solltest du auch.

Und genau dieser Beschluss „Ich steh jetzt für mich ein und kümmer mich auch mal um mich“ ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Handeln und einen erfolgreichen Selbstfürsorgeplan. Doch wirklich. Sei nett zu dir und sag dir morgens mal „Ich kümmer mich heute gut um mich!“ – das macht einen gewaltigen Unterschied.
Dann gehts weiter:

1) Herausfinden, wann man sich wirklich am Wohlsten fühlt.
Also: Wann fühlst du dich wohl? Was tust du dabei? Mit wem? Alleine? Wo? Was lädt deine Batterien auf?
Wichtig ist, dabei so spezifisch wie möglich zu werden, also in meinem Fall z.B. Statt „Filme gucken“ heißt es „Sci-Fi-Filme gucken“ (es ist einfach mein Lieblingsgenre, dicht gefolgt von Revuefilmen :D) oder statt „Bewegung/Sport“ – „Schwimmen“.

Mach ne Liste. Schreibs auf.

2) Wie kann eine minimale Zeiteinheit aussehen?
Wie oft tust du etwas für dich aus oben erstellter Liste? Was ist das Minimum, dass du jederzeit im Alltag einbauen kannst? Wann könntest du es einbauen?
Schwimmen ist zeitlich manchmal schwierig in den Alltag einzubasteln, aber ich geh auch gern spazieren, das macht meinen Kopf frei. Eine Runde um den Block dauert 10 Minuten, die große Runde 20 Minuten. Das kann ich in der Mittagspause machen!
Was davon kannst du machen, wenn du mehr Zeit hast?

3) Im Alltag verankern
Ein Plan ist zwar schön, bringt aber nix, wenn man ihn nicht umsetzt. (Und ja, ich weiß wovon ich rede. ähem.)
Ich mache ja liebend gern Listen und Pläne, aber ich verzettel mich im wahrsten Sinne des Worte und komm vom Hundersten ins Tausendste. Ich brauche also Symbole, die als Signale für mich fungieren. Dazu muss ich keine Dekoeule kaufen, um mich ans Lesen zu erinnern, da reicht ein aufgeräumtes Sofa, wo das Kissen aufgeschüttelt und die Heizdecke sowie das Buch/eReader/Comic bereit liegt. Da kann abends schon die ausgespülte Lieblingsteetasse mit nem Teebeutel bereitstehen, damit man sich morgens schon beim Anblick erfreut. Die Glitzertasche mit den Schwimmsachen steht gepackt bereit.
Da gibts viele Möglichkeiten. Schreibs dir in den Kalender, lass dich vom Handy dran erinnern, nutze ne App. Oder zünd ne Kerze an.

Probier damit rum. Das mach ich auch und es läuft erstaunlich gut.

Auf meiner Liste stehen Sachen wie:

  • Kuchen essen und sehr guten grünen oder schwarzen Tee dazu trinken
  • lesen, mindestens 1 Stunde. Comics, Romane, Sachbücher egal.
  • Stille. Rumliegen und sich Sachen ausdenken gibt mir erstaunlich viel Energie.
  • Schwimmen
  • Ausreichend Schlafen
  • schöne und interessante Gespräche führen
  • Spazieren gehen, eine Runde durch den Park ist schon ausreichend
  • Bummeln.
  • Ein Museum besuchen. Idealerweise Kunst. Das entspannt mich total.
  • Zu einem bestimmten Thema recherchieren und etwas Neues lernen. Auf Wikipedia öfter mal den Zufallsbutton drücken. :D
  • usw.

Ich werd versuchen, morgens mal mehr Zeit für diese Sachen einzuräumen, damit mein Tag gleich gut beginnt. Die Idee hab ich von blissful mind und das Buch „miracle morning“ werde ich wohl mal lesen.

War das nützlich für dich? Wie gut kümmerst du dich um dich? Was lädt deine Batterien auf?

Mein Biografie-Projekt – Fragen zum Download

Mir wurde über verschiedene Kanäle zugetragen, dass ihr da Interesse an den Fragen habt, die ich für mein Biografie-Schreibprojekt verwendet habe. Also habe ich mir mal die Mühe gemacht, meine Fragen nochmal abzutippen und als .pdf zum Download bereitzustellen.
Ta-Da!
Die Fragen sind zusammengewürfelt. Pinterest ist da eine echte Fundgrube, vor allem für Tagebuchschreiber, Bujo-Fans und Scrapbookbastler. Viele der Fragen habe ich von familysearch.org, den Rest hab ich eben selbst ergänzt. Es passen nicht alle Fragen, weil wir ja alle unterschiedlich alt sind und unterschiedliche Lebenserfahrungen haben. Aber auch an das ist gedacht! Ich habe noch 20 Bonusfragen mitnotiert, damit man sie austauschen kann. Einige Fragen sind sehr unbequem, andere sehr leicht.
Auch wenn du nicht vor hast, deine Biografie zu schreiben, kannst du dir ein paar spanennde Fragen aussuchen und deinen Freunden stellen.
Damit kommt man garantiert in ein gutes Gespräch.

Viel Spaß und viele interessante Erkenntnisse!

Download Biografie-Projektfragen als .pdf