Ab ins Kunstmuseum – aber langsam

Ich gehe gerne ins Kunstmuseum. Egal in welcher Stadt – ich muss rein. Und bin hinterher ganz entspannt, begeistert und inspiriert.
Nur leider geht fast nie jemand mit. Was nicht schlimm ist, denn Gemälde kann man sich ja auch alleine anschauen. Schlimm ist der Satz „ich kann mit Kunst nichts anfangen“.
Dieser Satz macht mich nicht nur traurig, sondern bricht mir immer das Herz.
Ich weiß, woher der Satz kommt. Der hat sich irgendwann in der 3. oder 4. Klasse eingenistet, als ne blöde Handarbeitslehrerin oder ein strenger Werklehrer gesagt hat, wie unsinnig dein Werk ist, wie hässlich etwas gestrickt wurde, wie unsauber gearbeitet wurde. Ein anderes Kind in der Klasse konnte alles viel besser und schöner und du hast dein Gekrakel betrachtet und beschlossen: Kunst ist blöd.
Das wars dann.

An dieser Stelle übrigens einen Gruß an meine Handarbeitslehrerin der 4. Klasse, die mich immer vor der ganzen Klasse bloßgestellt hat, weil meine Arbeiten immer so unglaublich hässlich waren. Anscheinend hat ihr das Kopfschmerzen verursacht :D
Mein Kerzenlichthalter in Engelsform war nicht rosa und hellblau bemalt, sondern hatte lila-orange Streifen (mehr Farben hatte die Alte nich zur Auswahl) und ich fand ihn gut und sie war scheisse. Also Frau S. – ich rufe Ihnen ein fröhliches „Fuck-you!“ entgegen und sage Ihnen nun etwas, was ich ihnen schon vor 22 Jahren hätte sagen sollen: Tennissocken in Pumps gehen gar nicht! (ich mein…sie zog sich SO an und hat mich fertig gemacht, weil ich ein Stirnband in blau und rot gestrickt habe??? Ich war 10 und mochte damals schon keine Stirnbänder)

Ich will eigentlich damit sagen: Wühl dich da heraus, weil es sich lohnt. Geh ins Museum und entdecke dich selbst. Da drin ist es kühl, still, seltsam und wunderbar. Ja, manchmal ist es auch nervig und anstrengend.

Als die hiesige Kunsthalle fertig renoviert war und „1 Monat Eintritt frei für alle!“ ausrief, sind Herr DingDong und ich auch hingegeangen. Es war Sonntag und wir wussten, dass es voll wird. Also haben wir uns diese Klappstühle an der Museumskasse geschnappt und haben ausgemacht: Es wird geschlendert und wenn uns etwas auffällt, schauen wir es an. Wir nehmen uns so viel Zeit, wie wir wollen. Auch wenn wir dann nur 3 Bilder sehen. Da saßen wir in mitten des Gewusels und starrten abstrakte Kunst und alte Meister an. Nicht jedes Bild war schön. Aber es hat uns interessiert und wir kamen ins Gespräch. Und hinterher? Beseelt und glücklich.

Hier also ein paar Tipps und Fragen für einen interessanten Museumsbesuch:

    Was sehe ich? ruhig auch mal näher ans Werk oder weiter weg gehen (nur nix anfassen!!)
    Welche Farben und Muster nehme ich wahr?
    Weiß ich etwas über die künstlerische Epoche oder den Künstler? Wie hängen diese Aspekte mit dem Bild zusammen?
    (ja, per Handy bei Wikipedia nachlesen ist erlaubt :D)
    Wie fühle ich mich? Was fühle ich, wenn ich das Werk anschaue? Welche Reaktionen beobachte ich bei mir? Ist es Langeweile? Überforderung? Faszination? Ekel?
    Was hat das Werk mit mir zu tun? Warum mag ich es, warum nicht? Was genau mag ich daran bzw. daran nicht?
    Kann ich etwas vom Kunstwerk für eine bestimmte Situation lernen? Und wenn ja, was genau?

  1. Klappsessel mitnehmen. Auf diese schwarzen Dinger kann man sich auch gut abstützen und sind nicht nur was für alte Leute
  2. am Besten viel Zeit mitbringen. Mit Genuß trödeln und ein Bild auch ruhig mal 20 Minuten anschauen. Das entspannt total!
  3. Wer von knarzendem Parkett oder Gemurmel alter Leute in hässlichen Pullundern genervt ist, nimmt sich bitte Ohrstöpsel oder Musik mit
  4. ein Notizbuch ist vielleicht auch nützlich
  5. anstatt Kunstwerke abzuknipsen, lieber ne Postkarte im Museumshop kaufen

Das wars schon, mehr wollt ich gar nich erzählen. Und wem der Eintritt zu teuer ist, der guckt sich mal diesen tollen Kunstblog an.

Gehst du gern ins Museum? Hast du ein Lieblingsmuseum, das du immer wieder aufsuchst? Magst du Kunst? Oder wurde dir Kunst und Handwerksarbeiten in der Grundschule auch verleidet?

Unterwegs in Hamburg: Der Erfrischungsraum

Nach dem ich auf dem Energieberg war, meldete sich um 9 Uhr morgens der Frühstückshunger. Also habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt und war endlich im Erfrischungsraum in der Tankstelle Brandshof.

Ich will da eigentlich gar nicht viel dazu schreiben, ich lasse lieber die Bilder sprechen.

Es ist dort alles soooo schön!!

Da steckt echt so viel Liebe drin und mir gefiel total gut, wie die Dinge wertgeschätzt werden. Die Kaffeemaschine ist noch aus den 60ern, voll funktionstüchtig. Auf der Toilette gab es übrigens ein Handtuch und ein Stück Seife und das hat mich noch glücklicher gemacht! (auch, weil mich der Seifengeruch an meine Oma erinnert hat..)

Der Kaffee war heiß und kräftig, die Brötchen haben gut geschmeckt und ab 11 Uhr, wenn das Kuchenbuffet eröffnet wird, gibts kalten Hund (und noch andere Kuchen…). Dann rollen auch die ganzen Oldtimer an, denn am Sonntag ist immer offenes Treffen. Das bringt richtig viel Spaß, weil die Fahrer natürlich auch die Liebe zu alten Dingen teilen und die Stimmung richtig gut ist.

Hach. Toll, oder?

Das wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Hinkommen:
Billhorner Röhrendamm 4,
20539 Hamburg

oder vom Hauptbahnhof mit der Buslinie 3 Richtung Tiefstack, Haltestelle Billhorner Brückenstraße

geöffnet:
Wochentags
4 Uhr früh bis 18 Uhr (klingt komisch, is aber so. Weil der Großmarkt daneben ist)
Am Wochenende 11 bis 17 Uhr
In der Saison 9 – 18 Uhr

Mitnehmen:
viel Zeit, deine Freunde, denn die werden es nicht bereuen + Platz im Magen

Anschauen:
den wundervollen Instagram-Account oder die Tageskarte sowie die tollen Oldimer, die vorbeifahren

(M)ein grüner Mantel

Der Tag ist gekommen. Der grüne Mantel kommt nun in den Altkleidersack.

Als ich damals Liebesbriefe und Andenken von Ex-Freunden in den Müll warf, war das einen halben Tag lang ziemlich heftig, dann hat es mich aber nicht mehr interessiert.
Aber das mit dem Mantel ist ne Nummer größer. Der grüne Lodenmantel hat mich mehr als 15 Jahre lang durch die kalte Jahreszeit begleitet. Er war ein Geschenk meiner Oma, die ihn mir nach meinem Gejammer ob der Kälte mit den Worten „Der ist noch Pfennig-Gut“ überreichte. Ich trug ihn jeden Winter und war damit für einige ein lustiger Anblick, weil ich aussah wie ein Waldwichtel.
Sowas ist mir ja egal, er war warm und als sich das Innenfutter zersetzte, habe ich ihm ein neues machen lassen.

Warum also aufgeben? Der Loden ist an einigen Stellen ziemlich abgewetzt und das gute Teil hat auch schon das eine oder andere Mottenloch. Und ehrlich gesagt habe ich mich auch an der Farbe satt gesehen. Ich habe mich verändert und das Grün passt da nicht mehr dazu. Außerdem ist der Mantel aus den 50ern und darf nun endlich in Rente gehen.
Ja, ich hätte ihn upcyclen können. Aber die Verbindung dazu ist mir abhanden gekommen. Der Mantel hat sich vom Herzensstück in ein „Ding“ verwandelt und es ist Zeit sich zu lösen.
Und weil es doch nicht so leicht ist, wie das mit den Liebesbriefen (was ich wirklich sehr seltsam finde), setze ich dem Mantel hiermit zumindest ein virtuelles Denkmal.

Was ist dir beim Entrümpeln bisher am Schwersten gefallen? Welchen verlorenen oder weggebenen Dingen würdest du gerne ein virtuelles Denkmal setzen? Vermisst du es?

Selbstfürsorge und Minimalismus

In diesem Beitrag gehts darum, wie man einen individuellen Selbstfürsorge-Plan für sich entwickelt und umsetzen kann. Ich weiß, das Thema „Selfcare“ geistert schon seit Jaaaahren durch die Blogosphäre. Aber vorher war ich einfach noch nicht soweit, mich dafür zu interessieren. Ging auch ja auch so. Irgendwie.
Im Job voll eingebunden, interessiert von so ziemlich allem, was auf dem Planeten existiert, teilhaben wollen, sich einbringen. Da kann man sich schnell selbst aus dem Blick verlieren. Das ist nicht gut. Ich glaube auch nicht, dass das so gedacht ist.
Nun, mit einer minimalistischen Einstellung habe ich mich selbst verwandelt und bin eben nun bei diesem Thema angekommen. Das Jahresmotto „Ubuntu“ bedeutet zwar, dass ich mich mehr im „Außen“ bewege, aber ich brauche auch meine Zeit des Rückzugs, um meine Batterien aufzuladen. Deshalb steht auf meiner Liste für 2017, dass ich für mich einen Selbstfürsorgeplan entwickle und mich gut um mich kümmere.

Ich muss darüber schriftlich nachdenken, weil mich die bisherigen Informationsquellen nicht weitergebracht haben. In gefühlt jedem Selfcare Blogpost steht, dass man sich ne Kerze anzünden soll und sich ein Vollbad einlassen soll. Bei Kerzenlicht kann ich nicht lesen und ne Wanne hab ich auch nicht!
Hat ein bisschen gedauert, bis ich darauf kam, dass solche vorgefertigen Pläne nix bringen und die meisten Blogposts sagen einem auch nicht, wie man sowas angeht. Also vielleicht hilft dir das hier, besser auf dich aufzupassen. Es macht kein anderer für dich. Du bist groß genug. Du kannst für dich einstehen und das solltest du auch.

Und genau dieser Beschluss „Ich steh jetzt für mich ein und kümmer mich auch mal um mich“ ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Handeln und einen erfolgreichen Selbstfürsorgeplan. Doch wirklich. Sei nett zu dir und sag dir morgens mal „Ich kümmer mich heute gut um mich!“ – das macht einen gewaltigen Unterschied.
Dann gehts weiter:

1) Herausfinden, wann man sich wirklich am Wohlsten fühlt.
Also: Wann fühlst du dich wohl? Was tust du dabei? Mit wem? Alleine? Wo? Was lädt deine Batterien auf?
Wichtig ist, dabei so spezifisch wie möglich zu werden, also in meinem Fall z.B. Statt „Filme gucken“ heißt es „Sci-Fi-Filme gucken“ (es ist einfach mein Lieblingsgenre, dicht gefolgt von Revuefilmen :D) oder statt „Bewegung/Sport“ – „Schwimmen“.

Mach ne Liste. Schreibs auf.

2) Wie kann eine minimale Zeiteinheit aussehen?
Wie oft tust du etwas für dich aus oben erstellter Liste? Was ist das Minimum, dass du jederzeit im Alltag einbauen kannst? Wann könntest du es einbauen?
Schwimmen ist zeitlich manchmal schwierig in den Alltag einzubasteln, aber ich geh auch gern spazieren, das macht meinen Kopf frei. Eine Runde um den Block dauert 10 Minuten, die große Runde 20 Minuten. Das kann ich in der Mittagspause machen!
Was davon kannst du machen, wenn du mehr Zeit hast?

3) Im Alltag verankern
Ein Plan ist zwar schön, bringt aber nix, wenn man ihn nicht umsetzt. (Und ja, ich weiß wovon ich rede. ähem.)
Ich mache ja liebend gern Listen und Pläne, aber ich verzettel mich im wahrsten Sinne des Worte und komm vom Hundersten ins Tausendste. Ich brauche also Symbole, die als Signale für mich fungieren. Dazu muss ich keine Dekoeule kaufen, um mich ans Lesen zu erinnern, da reicht ein aufgeräumtes Sofa, wo das Kissen aufgeschüttelt und die Heizdecke sowie das Buch/eReader/Comic bereit liegt. Da kann abends schon die ausgespülte Lieblingsteetasse mit nem Teebeutel bereitstehen, damit man sich morgens schon beim Anblick erfreut. Die Glitzertasche mit den Schwimmsachen steht gepackt bereit.
Da gibts viele Möglichkeiten. Schreibs dir in den Kalender, lass dich vom Handy dran erinnern, nutze ne App. Oder zünd ne Kerze an.

Probier damit rum. Das mach ich auch und es läuft erstaunlich gut.

Auf meiner Liste stehen Sachen wie:

  • Kuchen essen und sehr guten grünen oder schwarzen Tee dazu trinken
  • lesen, mindestens 1 Stunde. Comics, Romane, Sachbücher egal.
  • Stille. Rumliegen und sich Sachen ausdenken gibt mir erstaunlich viel Energie.
  • Schwimmen
  • Ausreichend Schlafen
  • schöne und interessante Gespräche führen
  • Spazieren gehen, eine Runde durch den Park ist schon ausreichend
  • Bummeln.
  • Ein Museum besuchen. Idealerweise Kunst. Das entspannt mich total.
  • Zu einem bestimmten Thema recherchieren und etwas Neues lernen. Auf Wikipedia öfter mal den Zufallsbutton drücken. :D
  • usw.

Ich werd versuchen, morgens mal mehr Zeit für diese Sachen einzuräumen, damit mein Tag gleich gut beginnt. Die Idee hab ich von blissful mind und das Buch „miracle morning“ werde ich wohl mal lesen.

War das nützlich für dich? Wie gut kümmerst du dich um dich? Was lädt deine Batterien auf?

Mein Biografie-Projekt – Fragen zum Download

Mir wurde über verschiedene Kanäle zugetragen, dass ihr da Interesse an den Fragen habt, die ich für mein Biografie-Schreibprojekt verwendet habe. Also habe ich mir mal die Mühe gemacht, meine Fragen nochmal abzutippen und als .pdf zum Download bereitzustellen.
Ta-Da!
Die Fragen sind zusammengewürfelt. Pinterest ist da eine echte Fundgrube, vor allem für Tagebuchschreiber, Bujo-Fans und Scrapbookbastler. Viele der Fragen habe ich von familysearch.org, den Rest hab ich eben selbst ergänzt. Es passen nicht alle Fragen, weil wir ja alle unterschiedlich alt sind und unterschiedliche Lebenserfahrungen haben. Aber auch an das ist gedacht! Ich habe noch 20 Bonusfragen mitnotiert, damit man sie austauschen kann. Einige Fragen sind sehr unbequem, andere sehr leicht.
Auch wenn du nicht vor hast, deine Biografie zu schreiben, kannst du dir ein paar spanennde Fragen aussuchen und deinen Freunden stellen.
Damit kommt man garantiert in ein gutes Gespräch.

Viel Spaß und viele interessante Erkenntnisse!

Download Biografie-Projektfragen als .pdf

Hallo 2017!!!

Willkommen im neuen Jahr! Ich finde immer, dass das neue Jahr wie frischgewaschene Wäsche riecht. Das Gefühl, wenn man in ein frischbezogenes Bett steigt. So ist das neue Jahr. Und ich freu mich tierisch drauf, weil 2016 gut zu mir war. Es war so gut, dass ich am liebsten mein Jahresmotto „Masterteacher“gar nicht aufgeben wollte. Nun, muss ich auch nicht. Weil mir mein neues Motto auch wieder wie durch Zauberhand in den Kopf gesteckt wurde.

Mein neues Jahresmotto für 2017 heißt „Ubuntu“.

2016 war eine Zeit der Nabelschau, des Sich-Entdeckens. 2017 will ich das ein bisschen mehr nach Außen tragen; Gemeinsinn erforschen und gemeinsam mit anderen Dinge anpacken, die ich alleine nicht machen kann oder würde.
Desmond Tutu erklärt das Prinzip so:

„Ich brauche dich, damit ich ich sein kann. Du brauchst mich, damit du du sein kannst.“

Das finde ich ziemlich einleuchtend und spannend. Aber auch für mich als Intro ziemlich schwierig. Jedenfalls kam der Aspekt mit „den anderen“ letztes Jahr ein bisschen zu kurz für meinen Geschmack, deshalb erschien es mir richtig, den „Masterteacher“ in ein „Ubuntu“ zu verwandeln.
Es ist erstaunlich, wie mir diese Mottos zufliegen. Im Herbst dachte ich noch daran, ein Philosophie-Projekt für 2017 zu planen, weil mir Hannah Arendt so gut gefiel und ich früher auch schon viel Philosophie gelesen habe. Dann entdeckte ich das Wort im Buch „Der leise Atem der Zukunft: Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise“ von Ulrich Grober und wusste sofort: DAS IST ES!

Bam! Obwohl ich dieses Jahr kein Leseprojekt habe, kann ich mir doch den einen oder anderen Philosophie-Schmöker gönnen :D

Und jaa, bestimmt hast du bei dem Wort an die Software denken müssen. Das passt auch, denn ich will mich in diesem Jahr auch ein bisschen mehr mit Technik auseinandersetzen. Ich liebe Science-Fiction-Filme und gucke mir gerne Technikvideos an, aber mich selbst mal länger mit einen Computerproblem beschäftigen? Nö, keine Geduld.
Der Minimalist in mir hat etwas gegen komplizierte Dinge, deshalb tendiere ich eher dazu, Technik zu verweigern. Ich will keine Touch-Lampe, ich will einen einfachen Lichtschalter. Ich will keinen Kühlschrank programmieren, ich will ihn nur öffnen und mein Essen rausholen. Dazu braucht es keine Software. Und ja, bis letzten August hab ich noch Nachrichten mit meinem Zeigefinger getippt, weil mir das mit den Daumen einfach nie gezeigt wurde.
Aber gut. Digitalisierung ist in aller Munde, die Zukunft steht vor der Tür und bevor ich den Anschluss komplett verliere, werde ich mich dieses Jahr mal ein bisschen bemühen.
Ich will Programmieren lernen und einen Roboter bauen. Vielleicht auch mal bei der Codeweek mitmachen oder bei einer Cryptoparty. Mal sehen, was sich alles vor mir auftut.

Für den Januar selbst habe ich mir außer regelmäßigem Schwimmen nichts vorgenommen, da ich viel Besuch bekomme und damit meine Freizeit schon ausgefüllt ist.

Was ist dein Jahresmotto? Was wünscht du dir für 2017?

Falls du einen Blogbeitrag darüber geschrieben hast, verlink ihn mir bitte. Ich liebe sowas zu lesen!!

Was ich durch mein Biografie-Projekt gelernt habe

Wir erinnern uns: Mein Jahresmotto heißt dieses Jahr „Masterteacher“ und dazu gab es auch ein Leseprojekt mit Biografien, Tagebüchern, Erinnerungen und Briefen. Als Mini-Ziel habe ich beschlossen, mir selbst im Tagebuch 52 Fragen über mich selbst zu stellen, damit am Jahresende sowas wie eine Autobiografie herauskommt. Das ist natürlich ein bisschen hochtrabend, weil ich ja noch so jung bin und nicht sooo viel erlebt habe, dass es zu einem Buch taugen würde, aber ich wollte mich mit Fragen ein bisschen entlang hangeln, damit ich den Faden nicht verliere.
Was ich durch mein Biografie-Projekt gelernt habe | Frau DingDongs Leben.
Diese Nabelschau war furchtbar anstrengend und hat mich manchmal ganz schön runtergezogen. Aber: Ich habe mich dadurch sehr viel besser kennengelernt und ich habe das Gefühl, dieses Jahr persönlich richtig gewachsen zu sein.
Dabei halfen mir viele liebe nette Herzensmenschen, die ich kennenlernen durfte und immer noch kennenlerne. Masterteacher gibts genug, jeder ist das. Man muss sich nur mal jemanden genauer anschauen und Gespräche sehr bewusst führen.

Ich mochte es, wie sich beim Lesen von dicken Biografien ein rundes Bild eines mir unbekannten Menschen formt. Ich kann dadurch sein/ihr Leben in einem Zusammenhang sehen und einordnen. Das ist ziemlich spannend.
Und: Das kann ich bei mir auch, wenn ich über mich schreibe. Ich kann Leitmotive erkennen und einen roten Faden sehen, an dem ich zupfen kann. Ich kann erkennen: Bin ich am richtigen Platz? Ja? Nein? Wieso nicht? Und: Wie komme ich da hin?

Mein eigenes Biografie-Projekt half mir dabei, meine Handlungsmuster zu erkennen. Ich bin zwar noch weit davon entfernt, konkret in bestimmten Situationen anders zu reagieren als ich will, aber bewusst darauf zu achten und es überhaupt zu erkennen, ist für mich schon sehr viel wert!
Mittlerweile glaube ich, dass das genau der Punkt ist, an dem man blöde Handlungsmuster, die einen nicht weiterbringen, aktiv loslassen kann. #minimalismus
Ich kann das noch nicht so gut. Vielleicht können das andere besser.

Das Lesen von Biografien hat wirklich Spaß gemacht. Das Genre selbst ist supergut geeignet, etwas historisch einzuordnen und sich selbst zu reflektieren. Ich mochte auch biografische Portraits zu einem bestimmten Thema, z.B. die Frauen aus Weimar und deren Einfluss. Oder Briefsammlungen, die entweder einen Charakter zeichnen oder Lust auf Biografien lesen machen.
Ich glaube am meisten Spaß bringen Biografien, von Leuten, die ähnlich ticken wie man selbst. Oder wo man es sich zumindest einbilden kann, dass es so ist. Bei mir waren das Virginia Woolf und Hannah Arendt. (Letztere hat mich mit ihren politischen Gedanken echt gut durch den Sommer gebracht und hat meine Lust am Denken gefördert). Biografien können inspirieren, sich selbst zu hinterfragen und gute Ideen und Eigenschaften zu übernehmen und auszuprobieren.

Übrigens: Genau daran erkennt man eine gute Biografie! Sie macht es möglich, dass wir das Denken, Handeln und Fühlen der portraitierten Person nachempfinden können und lässt uns an ihrer Entwicklung teilhaben und auch Dinge im größeren Zusammenhang sehen.
Und auch noch interessant: Biopics, also verfilmte Biografien fand ich bisher immer ziemlich unsinnig und öde. Aber durch das Lesen von Biografien habe ich diese Art von Filmen auch besser verstanden. Jetzt kann ich Biopics sogar genießen, weil ich weiß, dass sich die FIlmemacher immer auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren und davon ausgehend die Person herausarbeiten. Weißt du vermutlich schon längst. Ich hab das bisher noch nicht so wahrgenommen.

Lust, eine Biografie zu lesen?
Diese Fragen können dein Leseerlebnis verstärken:

  • Was hat diese Person mit mir hier und heute zu tun?
  • Welche 3 Fakten, die du über die Person erfahren hast, interessieren dich am meisten oder haben dich erstaunt? Warum?
  • Welche Hindernisse musste die Person in ihrem Leben überwinden?
  • Welche Eigenschaften haben der Person geholfen, erfolgreich zu sein?
  • Welche Lektionen kann ich lernen, wenn ich etwas über andere lese?
  • In welcher Art und Weise beeinflussen sich Leute in dem Umfeld der Person gegenseitig?


Welche gute Biografie hast du zuletzt gelesen? Hat sie dir gefallen? Hast du auch mal eine Biografie von jemanden gelesen, der dir unsympathisch war? Wie war es?
Könntest du dir vorstellen, mal deine Biografie zu schreiben?

Bist du dir selbst ein Freund?

Bist du dir selbst eigentlich ein guter Freund? Selbstakzeptanz und Minimalismus | Frau DingDongs Leben. Obwohl mein Jahr damit anfing, „nur“ Biografien lesen zu wollen, bin ich jetzt irgendwie beim Thema Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge rausgekommen. Vor ein paar Wochen, nach dem lesen eines Buches, musste ich mir mal knallhart die Frage stellen: Bist du dir selbst eigentlich ein Freund?
Und: Wie redest du mit dir den ganzen Tag? Wie hören sich deine Selbstgespräch an?

Das hat mich erstmal ein bisschen aus der Spur geworfen, denn ich habe noch nie zuvor über diese Frage so richtig nachgedacht. So richtig negative Selbstgespräche habe ich zwar schon frühzeitig abgelegt (mit 14, als ich merkte, dass das zu viel Denkkapazität kostet und es mich langweilte und anstrengte und ich wirklich in so einer Abwärtsspirale war, lustigerweise hat mir ein Roman und ein Gummiband dabei geholfen!), aber weiter habe ich mich mit dem Thema nicht mehr beschäfitgt. Vermutlich ist das auch so eine Sache, mit der man sich erst in einem gewissen Alter beschäftigt.

Es geht nicht darum, sich selbst schön finden zu wollen, man muss sich – glaube ich – anfangs nicht mal ein „guter“ Freund sein, aber ich habe beschlossen, es mal zu versuchen. Das Wort „Selbstliebe“ oder dieses Lifestyle-Blogger-Getue mit „radical self love“, das mir auf jedem zweiten Pinterestboard entgegenspringt, is mir (noch?) ein bisschen zu viel. Mir reicht es, mich erstmal so anzunehmen, wie ich bin. Die Faulpelz-Variante wäre einfach, sich selbst auch mal „hinzunehmen“? Sozusagen als Stopp-Signal, um den ständigen Selftalk-Strom zu unterbrechen. Denn so viel ändern kann man ja eh nicht auf die Schnelle…

Da sind wir wieder beim Minimalismus. Selbstakzeptanz beginnt damit, sich von äußerer Bewertung loszulösen, in dem man anfängt, sich in seiner eigenen Werte-Welt einzurichten. Ich kann meine eigene Werte identifizieren, herausfinden, was mir wirklich wichtig ist und entsprechend handeln. Die guten Gespräche mit deinem Inneren Freund beginnen dann, wenn du dich selbst und deine Erfolge feierst. In meinem Führungskräfte-Coaching habe ich gelernt, dass man sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen kann. Keiner muss auf die Jubelschreien von anderen warten (wenn sie denn überhaupt von anderen bemerkt werden)

Was tut ein guter innerer Freund?
auch ganz einfach: er behandelt mich so, wie ich meine Freunde behandle. Und die behandle ich gut, weil ich sie mag. Mein innerer Freund hört bei Problemen zu, sagt nette Sachen, verzeiht, tröstet, nimmt mich ernst, feiert und lacht mit mir und ermutigt mich bei ein paar Herausforderungen.

Und wie geht das jetzt?
1. einfach beschließen, sich selbst ein Freund zu sein
2. ich selbst gut kennenlernen
3. freundlich mit sich reden
4. eine liebevolle Umgebung finden, gestalten und pflegen


Bist du mit Hilfe einer minimalistischen Lebensweise an die Sache mit der Selbstakzeptanz gekommen?
(Ich glaube nämlich, dass das ein bisschen zusammenhängt…?)
Ist/war das für dich überhaupt ein Problem? Was tust du, um dir selbst ein guter Freund zu sein, wie drückt sich das aus?

Und: Stell diese Frage mal jemanden, den du ein bisschen bewunderst. Das waren bisher sehr spannende Gespräche. :D

Frau DingDongs Fastenwoche – ein Bericht

6 Tage ohne Nahrung ist für mich der ultimative Minimalismus. Das habe ich so ähnlich 2008 schon mal gedacht, aber jetzt steht es mir wieder völlig klar vor Augen.

Frau DingDongs Fastenwoche

„Warum fastest du eigentlich?“

Ich fühlte mich nicht wohl, wusste, dass alles zu viel ist. Zu viel Kaffee (meine lächerlichen zwei Tassen am Tag, aber ja: für MICH zu viel), zu viel Zucker, zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung, Schlaf und Entspannung – Resultat: Zu viele Wehwehchen. Kurz: Ich fühlte mich nicht wohl. Dazu dann auch noch der ewige Kampf des eigentlichen „sich ändern wollens“. Selbstliebe, abnehmen, Sport machen, in Form kommen. Hat nie so richtig geklappt – sondern nur frustriert (gut, ich übertreibe ein bisschen. Mein minimalistisches Sportprogramm rettet mich regelmäßig).
Ich wollte einfach aus dem Hamsterrad des Zu-wenig-Schlaf-Essen-Stress-Koffein-Müde sein aussteigen.

„Wie lange ging das und was hast du zu dir genommen?“

Das Fasten ging insgesamt 8 Tage. Davon 6 reine Fastentage und 2 Kost-Aufbau Tage, damit sich der Verdauungstrakt wieder langsam an Nahrung gewöhnen kann.
2008 habe ich pures Heilfasten gemacht mit Kräutertee, Brühe und Wasser. Dieses Mal habe ich Saftfasten probiert, weil es mir gesellschaftstauglicher erschien, da ich während der Fastenzeit auch Vollzeit gearbeitet habe. Dabei darf man 3x pro Tag einen Obst-Gemüse-Saft trinken (Lieblingskombi: Orangensaft mit Karottensaft, Ekelkombi: Alles mit Rote-Beete!) und 2x (mittags und abends) klare Gemüsebrühe. Dazwischen Wasser, Wasser, Wasser und Kräutertee.

Und wie war es nun? Hast du irgendwelche Veränderungen bemerkt?

Klar, jede Menge!
Positiv:

  • Die Feststellung, dass ich ein willensstarker Mensch bin, setzt einen wirklichen Glücksschub frei. Ich fühle mich wirklich schön, standfest und stabil und mag mich selbst. Das ist ein tolles Gefühl und hebt die Laune!
  • Ich brauche weniger essen, als ich glaube (haha. Ich weiß. Aber beim Essen ist das noch mal was anderes). Vor allem brauche ich überhaupt keine Genussmittel.
  • Meine Haut juckt nicht mehr so wie vorher und ist schön glatt und fest
  • 4 kg abgenommen (aber die kommen dann wieder drauf, das is normal. Freut mich trotzdem erstmal.)
  • Meine Haare sehen fantastisch aus
  • Das Fastenbrechen war natürlich total toll. Eine richtige Geschmacksexplosion. Ich nehme auch jetzt noch alle Geschmacksrichtungen intensiv wahr.
  • Ich habe kein Nachmittagstief mehr (durch das Fastenhoch musste ich an einem Tag mit 2 Std. Schlaf auskommen und ich hatte trotzdem kein Nachmittagstief, das war ein bisschen gruselig)
  • Ich habe durch die Gesellschaft gemerkt, was meinen Essens-Trigger auslöst.

Negativ:

  • Ich hatte durchaus Hunger. Das hat mich überrascht und irre gemacht.
  • Mundgeruch. Der Belag auf der Zunge und in der Mundhöhle war wirklich nervig. Gerade im Kundenverkehr.
  • eine Darmentleerung is nie schön.
  • Stimmungsschwankungen – aber Hallo. An Tag 4 bin ich abends total weinerlich geworden und hab elendig gefroren. Das war ganz schön hart.
  • gerade die empfohlenen Saftmischungen mit Rote Beete waren so grausig, dass ich davon vermutlich einen Schaden davon getragen habe.
  • Ich hätte mir gerne mehr Ruhe gegönnt. Das nächste Mal werde ich wieder im Urlaub fasten.
  • es war wirklich manchmal ziemlich heftig, wenn die Kollegen leckere Sachen zu Essen hatten oder mal wieder jemand Süßkram mitgebracht hat. Das hätte meine Willenskraft beinahe gekillt.

Und wie gehts jetzt weiter?

Ich taste mich vorsichtig an das Nahrungsspektrum heran und esse sehr achtsam. Werde solange wie möglich auf Genussmittel verzichten, weil ich mich jetzt so gut fühle.
Ich nutze den Fastenerfolg, um mal zu schauen, wie ich meine Ernährung genau verbessern kann. Ich möchte aber trotzdem weiterhin intermittierend fasten, also nur um 10:30 und gegen 20 Uhr essen. Das habe ich ein Jahr lang gemacht und tat mir gut. Ich werde auch ausprobieren, wie sich ein Entlastungstag pro Woche anfühlt und ansonsten die postiven Erfahrungen aus meinem Minus-1-Experiment mitnehmen. Mal sehen.

Ich will jetzt auch fasten! Wie fange ich an?!

Super! Aber:
Fasten ist ein Projekt, für das man Konzentration und Willensstärke braucht. Das kann man nicht so spontan von heute auf morgen. Vor allem, wenn du irgendwelche Vorerkrankungen hast oder sehr dünn bist. Sprich mal mit deinem Arzt darüber. Vielleicht ist ja ne Fastenkur in einer Klinik besser als es selbst alleine zu versuchen?
Leih dir in der Bücherei einen Fastenratgeber aus und lies dich in die Thematik ein. Prüfe genau, ob das was für dich ist.

Weitere Fragen beantworte ich gerne. Hinterlasse mir einfach einen Kommentar oder schreib mir über das Kontaktformular.

Hast du denn schon mal gefastet? Wie war es für dich?