Cheat-Sheet für ein Level up in deinem Leben

Richtig geil ist, dass ich seit laaanger Zeit mal wieder Dr. Kawashimas Gehirntraining auf meinem Nintendo DS mache. Es tut sich nix mit meinem Gehirn, ich schalte nur die Bazillenjagd zur Entspannung ein und ich hab neulich nach 2000 Jahren endlich meinen Highscore geknackt!!! (Da es nur zur Entspannung dient und eine Dr Mario Version für Arme ist, kann man fatalerweise nur einmal am Tag abspeichern) Naja jedenfalls ist ein Highscore ein geiles Gefühl.
Ich hab mir heute morgen Gedanken zum Highcore und nächsten Level Aufstieg gemacht und fragte mich, wie sowas im echten Leben aussehen kann.
Bei superbetter bekommt man ja ständig Punkte für das Absolvieren von Quests, Power-ups oder Bösewichte bekämpfen. Aber sonst? Was hat meinen Leben im letzten Jahr bis heute ein Level-Up verpasst?

Das Mikrobiom hegen und pflegen
Ich bin Darmbakterienfan, das darf das ganze Internet wissen. Da is die Forschung rund um die „Darmflora“ die heute fancy Mikrobiom heißt ziemlich dran. Sie finden für fast jedes Problem eine Lösung im Darm :D
Was es bei mir bewirkt hat: 13 kg Gewichtsverlust, weil kein Heißhunger auf Süßes mehr.
Lesen: Schlank/Schön/Schlau mit Darm oder eines der anderen Darmbücher, die gerade überall erhältlich sind
Machen: Fermentiertes essen und erforschen ob es dir danach besser geht. Falls du in letzter Zeit Antibiotika einnehmen musstest, solltest du dich intensiv darum kümmern, deine Darmflora in Ordnung zu bringen. Lass dich von deinem Arzt oder Apotheker beraten.

Superbetter spielen
Spielen macht Spaß und sein eigenes Leben zu spielen erst Recht. Hier hab ich die Details notiert. Die App braucht man dazu nicht unbedingt, ist aber hilfreich. Endlich benutze ich mein Handy mal
Was es bei mir bewirkt hat: Mithilfe der Quests und der Bösewichte habe ich einige meiner „Denkfehler“ ausmerzen können und bin mir selber sehr gut auf die Schliche gekommen, durch die Power-ups werde ich auch tagtäglich daran erinnert, gut für mich selber zu sorgen.
Lesen: „Gamify your life“ von Jane McGonical
Machen: ausprobieren!

Body2brain Übungen durchführen
Über das Thema Resilienz bin ich auf diese Methode gestoßen. Das sind kleine neurologische „Hacks“, die aus der Traumatherapie kommen und ein bisschen Selbstfürsorge für Zwischendurch. Die Übungen sind babyleicht und sogar manchmal heimlich anzuwenden.
Was es bei mir bewirkt hat: Wenn ich traurig, frustiert oder nervös bin oder einfach in so nem „Meh“ Sumpf feststecke, mache ich die Übungen. Meine Lieblingsübung gegen Nervosität ist die Schlürfatmung. (Dazu die Luft einsaugen wie durch nen Strohhalm; Probier das mal kurz vor deinem nächsten Vortrag). Wenn ich im Sumpf hänge, schwinge ich die Arme oder schnipse und schaue dabei nach oben. Wenn ich Trost brauche, lege ich meine Hand aufs Herz. Die Methode ist so einfach, man kann sie allen möglichen Leuten sofort beibringen. Auch Kindern!
Lesen: „Kraft“ von Claudia Croos-Müller oder auch alle anderen Olaf-Bücher
Machen: Du könntest dir z.B. sofort die Body2Brain App runterladen und dir vornehmen, sie für den Rest der Woche auszuprobieren.

Werte, Leitmotive und Charakterstärken rausfinden
Was treibt dich an? Was motiviert dich? Wie kannst du die beste Version deiner selbst werden? So viele gute Fragen, aber wo anfangen? Da helfen Selbsteinschätzungstest ganz enorm, wenn du so viel wie möglich über dich herausfinden willst.
Was es bei mir bewirkt hat: Ich fühle mich sicherer. Wenn man so viel wie möglich über sich selber weiß, seine Werte kennt, seinen Geschmack, seinen Humor usw. macht man sich nicht mehr so viele Gedanken darüber, was die anderen von einem halten. Ich fand die Signaturstärken-Tests ganz praktisch und habe mir das, was für mich brauchbar ist, auch in meinem Nachdenkbuch notiert.
Lesen: wühl mal im Anhang in einem der Selfhelp-Bücher, die bei dir im Regal verstauben. Da wird bestimmt auch so ein Test erwähnt, den es in irgendeiner Form online gibt.
Machen: auf charakterstaerken.org gibt es zu jeden erdenklichen Bereich einen sehr guten Fragebogen. Manchmal sind die ganz schön lang, aber es lohnt sich. Du kannst auch erstmal mit den Myer-Briggs anfangen oder einfach irgendwas anderes testen. Wichtig: Die Tests nicht bierernst nehmen, sondern als Kompass und von da an weiterforschen.

Ein Sonnentagebuch schreiben
Über das Sonnentagebuch habe ich auch mal in einem Resilienz-Ratgeber gelesen. Es ist nichts weiter als ein Notizbuch voll mit schönen Erlebnissen, Gedanken, Komplimenten und Dankbarkeit, die dir widerfahren sind.
Was es bei mir bewirkt hat: Ich habe 3 Monate lang jeden Tag alles notiert, was mir gefallen hat. Vom schönen Wetter bis zum netten Gespräch, von Eis bis Kaffee von Lob bis Ehrlichkeit. Von Hundestreicheln bis an Blumen schnuppern. Plötzlich war der Langweiler-Nebel aus meinem Alltag fort, ich bin achtsamer geworden und weiß: Freude kann man auch wie einen Muskel trainieren.
Lesen: eigentlich muss man nix darüber lesen, aber falls es dich interessiert, hier sind ein paar Studienergebnisse: Gratitude and Well-Being, Counting your blessings: Positive memories among grateful persons und Gratitude and prosocial behavior
Machen: egal ob im Kalender, ins Bullet Journal oder per Handyapp – schreib jeden Tag auf was dich gefreut hat.

edit: 12.6.2019
Hab ja noch was vergessen!

Selbstmitgefühl üben
Selbstmitgefühl verbindet die westliche Psychologie mit dem Buddhismus. Herauskommt eine tolle und einfache Bewältigungsstrategie. Die Komponenten von Selbstmitgefühl sind 1. Achtsamkeit („Wow, das ist ja jetzt dumm gelaufen!“) 2. Verbundenheit mit allen („Ich bin ja nicht die einzige die Fehler macht. Das ist menschlich“) und 3. Selbstfreundlichkeit („Was brauche ich jetzt damit es mir besser geht?“)
Was es bei mir bewirkt hat: Selbstmitgefühl ist babyleicht zu erlernen und üben. Ich kombiniere diese Gedankenfolge die ich so oder so ähnlich denke, wenn es mir schlecht geht gern mit ein paar Body2Brain Übungen und komm so schnell aus dem Sumpf. Scham wird größer, wenn man sie verstecken will. Also benenne ich diese blöden Gefühle, erzähle mir tröstende Sätze, die ich einem Freund auch sagen würde und hexhex, schon isses weniger blöd. Das hätte man mir auch schon vor 25 Jahren erklären können, aber gut.
Lesen: „Selbstmitgefühl“ von Kristin Neff oder diesen Beitrag
Machen: Stöbern auf selfcompassion.org und gleich mal netter zu sich selbst sein. Wie ist dein innerer Monolog? Bist du zu dir wie zu einem guten Freund?

Das waren meine Ideen. Vielleicht hat dich diese Auflistung ja inspiriert, mal über deine Cheats nachzudenken, mit denen du dich seit Jahresanfang in den nächsten Level katapultiert hast.
Wer oder was hat dich weitergebracht? Was ist dein Lifehack, dein ultimativer Tipp?

To Do – im Mai + Quest

Okay, wieder da. Irgendwie. Zu viele Baustellen sind nicht gut. Ich zwinge mich jetzt ehrlich gesagt auch ein bisschen dazu, den Blogrhythmus wieder hinzukriegen, damit ich nicht noch mehr versumpfe. Mal sehen ob es mir in diesem Monat besser gelingt.
Mein Heuschnupfen hat mich doch stärker aus der Bahn geworfen als gedacht, dazu ein paar kleine und größere Katastrophen in der Nachbarschaft und so weiter.
Und ja, es war nicht meine beste Idee, eine Geruchs-Quest mitten in der Allergie-Saison zu starten :D
Ein bisschen habe ich aber trotzdem gerochen und das war schön. Ich werde öfter mal schnuppern und die Gerüche benennen, das hilft bei der Achtsamkeit. Aufgrund der verstopften Pollennase habe ich einfach alle Gerüche notiert, nicht nur die aus meinem Viertel:

  1. der blühende Flieder im Hinterhof
  2. Pferdekoppel in Quickborn am Karfreitag
  3. ein älterer Herr, der sich gut parfümiert hat (nicht zu viel und nicht zu wenig)
  4. die nach Staub und Schmutz riechenden Kinder in der Bücherei
  5. Waffeln, die der koreanische Kaffeeröster zubereitet hat und mit Eis serviert
  6. Das Haarwachs der Kollegin, das ich manchmal benutzen darf, wenn ich erst auf Arbeit bemerke, dass mir die Haare zu Berge stehen
  7. der von der Sonne frisch erwärmte Waldboden um 7 Uhr morgens in der Fischbeker Heide
  8. Buchseiten (habe mir einen Wanderführer gekauft)

Das Leben wird ein bisschen magischer, wenn man solche Dinge bemerkt. Ich habe sie daher in mein Sonnentagebuch geschrieben.

Ansonsten war der Monat April eher mau. Kein Blutspenden, dafür aber ein Kompliment der Zahnärztin. Captain Marvel und Avengers: Endgame habe ich auch geschafft und war begeistert. Und ganz schön viel Schokolade gegessen. Das hat mich nich sooo begeistert.
Übrigens ging ja auch die Fastenzeit zu Ende. Nach 4 Wochen Verzicht auf Kaffee und Süßkram habe ich beschlossen, dass ich so ein Pseudofasten nie wieder machen werde. Der Verzicht auf Kaffee hat nur dazu geführt, dass ich Dinkelkaffee probiert habe und schätzen lernte. Ansonsten hatte es keinen Effekt. Der Verzicht auf Süßkram hat wohl diese Gier nach Schokolade ausgelöst, weil ich mir permanent ein Verbot eingeredet habe. (Eine andere Erklärung hab ich nicht)
Das Tollste im April war aber das Wandern an Ostern. Am Ostersamstag sind wir um 2 h morgens losgefahren um eine Wanderung durch die Fischbeker Heide zu machen. Der Weg bei Vollmond ist schwierig und verwunschen, lohnt sich aber alle mal, wenn man morgens gegen 8 Uhr zurück zur S-Bahn Station tapert und dabei Ziegenmelker und Buchfinken hört und einen jungen Damhirsch bei seiner Morgentoilette beobachten kann.

Kommen wir zum Mai!

Der Mai steht unter dem Motto: Ausprobieren und Entdecken. Die letzten 2 Monate haben mich so rausgerissen, es gilt also wieder ein bisschen Forschergeist und Entdeckerdrang zu kultivieren:

  • Intervallfasten 16:8 ausprobieren (im Sinne der Einfachheit, weil ich es einfacher finde, eine Mahlzeit weniger zu planen)
  • Blut spenden. Jetzt aber wirklich
  • die Social Design Ausstellung im MKG besuchen
  • Es ist Europawahl – deshalb: Wählen
  • zurück auf Start und meine Gewohnheiten und Ziele überprüfen
  • mit Körpersprache experimentieren und erforschen, was das im Alltag mit den Gesprächen macht
  • alte Fernsehserien gucken
  • Muster durchbrechen

Der letzte Punkt ist wohl der Schwerste, weil ich 1. noch nicht genau weiß was das konkret bedeutet und ich 2. dadurch meine Komfortzone verlassen muss und ich 3. überhaupt noch nicht weiß, wie das gehen soll und ob ich 4. überhaupt dafür genügend Energie haben werde.
Das bereitet mir ein bisschen Kopf zerbrechen, aber beim Spielen gibts ja sehr viel Freiraum, also spiele ich mit Rollen und Möglichkeiten

Und weil der Mai so nagelneu ist, hier noch eine

Die unsichtbare Stadt
Benutz deine Fantasie und erschaffe das Bild deiner Stadt, in der alles, dem du begegnest irgendwie magisch, übertrieben oder ein bisschen anders ist. Nutze eine Dokumentationsquelle deiner Wahl.

Nimmst du diese Quest an?

(Was daraus geworden ist, steht dann in der nächsten To Do Liste, Accountability und so)

To Do – im Februar

Guten Tag!

Ein brandneuer Monat liegt vor uns! Nachdem der Januar dann doch im Endeffekt eine merkwürdige Mischung aus Neujahrspower und „hä- wie geht das eigentlich noch mal mit Essen, Arbeiten, Schlafen, Leben?“ war, geht es nun in die 2. Runde. Im Januar wollte ich nur meine Weihnachtswampe loswerden, das hab ich auch geschafft. Ich wollte eigentlich noch viel mehr, z.b. meine reduzierte Arbeitzeit sprich mein Mehr an Freizeit genießen, das hat aber irgendwie nicht so richtig geklappt. Ich hab eigentlich immer den Montag frei, aber leider sind an diesem Tag auch immer viele Besprechungen und Fortbildungen. Im Februar wirds auch so sein. Routine aufbauen? Ha. HAHA. Es ist scheißeschwer sich etwas Neues anzugewöhnen, wenn einem permanent alles um die Ohren fliegt und man sich um sowas auch noch kümmern muss. Warum wird in Ratgebern sowas nicht erwähnt??

Gut, ich schieb den Frust beiseite und mach das Beste draus. Jammern hilft eh nicht:

  • Für den Februar wage ich mich an eine Sportchallenge. Ich hab da irgendwie Lust drauf, weil ich wissen will, ob ich mit dem Challenge Gedanken diese Alltagsgrütze wegballern kann.  Ich hab mir diese Challenge hier ausgesucht. Ganz simples walking, was ich zuhause machen kann, egal ob es regnet oder schneit. Ja, die läuft schon seit 1. Januar, aber ich mach die einfach jetzt und fange bei Woche 1 an. Ganz toll finde ich ja, dass in dem Start-Video alle anderen Walkings die man nutzen kann schon verlinkt sind. Sehr nützlich, mal sehen ob ich durchhalte.
  • Lesen, lesen, lesen! Vor allem meine Comics. Das ist ja ein großes Jahresziel – den Stapel weglesen. Ich schaffe meine Captain Marvel Bände hoffentlich noch vor dem Kinostart im März…
  • Blutspenden
  • wieder mal ein bisschen spielen. Das hab ich eigentlich nur in der ersten Januarwoche gemacht. Und ich hab keine Ahnung, wie ihr das hinkriegt. Mir bluten nach maximal 2 Stunden die Augen und ich glaube nicht, dass ich es jemals schaffe ein Spiel durchzuspielen?! Ich mein ja, es macht schon Spaß und so, aber woher habt ihr  denn die Zeit? :D (Frage is rhetorisch zu verstehen) Spielen ist für mich noch irgendwie „Arbeit“. Ich sitz den ganzen Tag vorm Computer, da is meine Freizeit eher Bildschirmfrei. Hm. Naja.

…und nun….die erste

  • …die Brille der optimierten Wahrnehmung!

Sie verändert die Wahrnehmung des Trägers und ermöglicht es ihm, nie zuvor gesehene Details im Alltag zu entdecken. Material: Karton, Klebeband, Draht, Plastik, usw.

Also: Brille(n) basteln, auslegen und beobachten was passiert. Und am Besten selber durchgucken. So oft wie möglich.

Nimmst du diese Quest an?

(Was daraus geworden ist, steht dann in der nächsten To Do Liste, Accountability und so)

Power-ups, Quests und Bösewichte – wie man sein Leben gamifiziert

Ja, ich erwähne oft superbetter, egal ob auf Arbeit, im Freundeskreis oder hier auf dem Blog. Muss man das Buch gelesen haben? Nein. Muss man die App laden? Nein. Muss man sich über die Browser-Seite anmelden? Nein.

Es geht einfach darum, seine Ziele, die man sich ausgedacht hat, mit inneren Bildern auszustaffieren, damit sie leichter zu erreichen sind.  Dabei erlernt man ganz nebenbei die Grundprinzipien der Resilienz um gesunder, glücklicher und optimistischer an Dinge ranzugehen bzw. sich eben nicht vom Leben umwerfen zu lassen. Ich bin deshalb Fan von dem Prinzip, weil es für mich sehr vieles vereinfacht hat und sich dadurch mein kompletter innerer Monolog veränderte. Du willst mehr Selbstliebe für dich empfinden? Selbstwert steigern? Nicht mehr Naschen oder Knabbern? Rauchen aufhören? Dich aus deiner Komfortzone wagen? Das geht alles. Du weißt auch schon wie es geht.  Du weißt auch, dass dein Weg ein anderer ist. Nur ist der Weg zum Ziel meistens ganz schön öde (vor allem wenn man erstmal rumprobiert, wie es die anderen gemacht haben) und wenn er langweilig ist, verliert man gerne mal das Ziel auch aus den Augen. Mit superbetter bzw. diesen Gamify your Life-Ansatz bleibe ich schon seit November am Ball.

Da ich immer wieder Nachfragen dazu bekomme, gibt es hier nun eine  Skizzierung, sozusagen als Ideenbörse. Los geht’s:

Es kann nie genügend Power-ups geben! Auch in Videospielen nimmt man vielleicht einen kurzen Umweg in Kauf, um das eine oder andere Medi-Pack aufzuheben oder man springt zusätzlich auf verdächtig aussehende Kisten, damit was Brauchbares rauskommt, was den weiteren Weg erleichtert. Was ist also ein Power-up? Ein Power-up kann im echten Leben alles sein: Ein witziges Video, ein toller Song, der dir Energie gibt, Meme-Witze, die dir dein Kumpel geschickt hat, eine Tasse Tee, Gerüche, bestimmtes Essen, Sport, eine Website, ein Kraftort, eine Entspannungstechnik, ein Buch, ein Hobby usw.

Was gibt dir einen Energieschub? Was hilft dir, dich in irgendeiner Art und Weise besser zu fühlen?

Aktiviere mindestens 3 Power-ups pro Tag. Schaffst du auch 5? Oder 20?

Bei mir hatte das nur daran denken schon positive Gefühle ausgelöst, da ich gleich den Gedanken hatte: „Hey, du kümmerst dich gerade gut um dich“ – das hat mir sehr viel Kraft gegeben.

Hä? Was solln dat sein?

Wikipedia definiert das sehr schön, nämlich so: „Das Wort Quest bezeichnet ursprünglich in der Artusepik die Heldenreise oder Âventiure eines Ritters oder Helden, in deren Verlauf er verschiedene Aufgaben löst, Abenteuer besteht, Feinde besiegt, Objekte findet, Schwierigkeiten überwindet und dadurch Ruhm und Erfahrung erntet oder sein angestrebtes Ziel erreicht (zum Beispiel den heiligen Gral). Sinn der Quest ist im Allgemeinen die Erfüllung ehrenvoller Pflichten, aber auch die innere Reifung und Reinigung eines Helden.“

Klingt das nicht episch? Ich mach irgendwas, was mich meinen Zielen näher bringt und ich kann mich dabei „innerlich reif“ und heldenhaft fühlen. Das kann man doch im Alltag gut gebrauchen, non?

Quests sind nichts anderes als Unterziele oder Miniziele. Du willst abnehmen? Eine Quest könnte sein, auf Zucker im Kaffee verzichten. Oder jeden Tag eine Haltestelle früher aussteigen. Mindestens 10000 Schritte schaffen. Du willst deinen Selbstvertrauen steigern? Eine Quest könnte sein, jeden Tag zu notieren, was alles gut geklappt hat, sich selbst zu umarmen und zu trösten oder sich ein Vorbild aussuchen, und einen Tag lang ausprobieren wie diese Person lebt.

Alles ist erlaubt, es sollte nur interessant und herausfordernd sein und dich deinem Ziel irgendwie näher bringen. Damit das klappt, gibt es nur 4 Dinge zu beherzigen:

  1. Große Ziele auf kleine Häppchen runterbrechen. Idealerweise sind diese Unterziele etwas, was man innerhalb eines Tages oder sogar in einer Stunde erreichen kann. Jepp, genau: tägliche Gewohnheiten!
  2. Plan ausdenken, wie, wann und wo man diese Unterziele erreicht
  3. Handeln und flexibel auf Hürden reagieren (je vorrausschauender man die Hürden mit eingeplant hat, desto besser kann man darauf reagieren; man delegiert sozusagen seine Willenskraftanstrengung auf die Umwelt)
  4. Ziele regelmäßig prüfen und evtl. verändern

Du hast dich bestimmt schon gefragt, wann es ungemütlich wird, ne? Jetzt. Bösewichte sind in jedem Spiel die größte Bedrohung. Egal ob am Ende des Levels oder als Energieabsauger zwischendurch: Es braucht verschiedene Strategien, um sie zu besiegen. Dabei muss man aber die Bösewichte erst einmal auch erkennen! Es gibt:

Fallen – alles, was man vermeiden muss, um superbesser zu werden.

Mentale Blockaden – Ausreden, Selbstzweifel, Faulheit…

Symptome – alles, was dir Schmerzen oder Unbequemes verursacht und dich dazu zwingt, mit einer neuen Gewohnheit aufzuhören.

Trigger – die sind ganz gemein! Trigger = Auslöser; d.h. es könnten Dinge sein, die du zwar gern hast, mit denen du aber vorsichtig umgehen musst, damit du nicht in schlechtes Verhalten abrutscht. Z.b. genügend Schlaf vs. Kaffee nach 15 Uhr.

Kurz: Bösewichte sind all das, was den eigenen Fortschritt behindert oder Angst, Schmerz oder Verzweiflung auslöst. Dabei sind die alle miteinander verzahnt und man braucht verschiedene Strategien, um sie zu bekämpfen:

  • Vermeiden
  • Standhalten
  • Anpassen
  • Herausfordern
  • Umwandeln in ein Power-up

Es hilft auch, den Bösewichten einen kreativen Namen zu geben und sie sich wie Bösewichte vorzustellen. Ich hab diverse Bösewichte, einer davon ist z.B. „Die Giftmülldeponie“ und ist ne Falle bzw. ein Trigger. Es ist dieser Süßkram und Knabberkram der überall herumfliegt: Im Aufenthaltsraum, bei Besprechungen oder Parties, bei Freunden auf dem Couchtisch – und ja, noch vor einem halben Jahr hatte ich auch immer noch kleine Mengen Naschzeug im Schrank. Für Besuch (<- LOL).

Also wie kämpfe ich gegen die Giftmülldeponie? 1. Vermeiden, in dem ich nichts kaufe und einlagere; mich zur Mittagspause woanders hinsetze oder die Süßigkeiten wegpacke, mich bei Besprechungen am Ende des Tisches aufhalte und wenn die Keksschachtel rumgeht, einfach kommentarlos weitergeben. 2. Standhalten: Der Stress ist groß, die Seele braucht ein Trösterchen – zack! Schokolade. Das geht aber auch anders, in dem ich mir seit einiger Zeit einfach selber zuhöre, meinen Bedürfnissen nachspüre und mir gut zurede. Selbstumarmung, Peptalk – Fertig. 3. Anpassen: Süßkram ist okay, aber nur unverpackt und  nur am Wochenende essen und dann aber Wert legen auf die richtig guten Sachen wie Torten oder Eis. 4. Ich genehmige mir ein Stück Schokolade und genieße es in Ruhe mit größtmöglicher Achtsamkeit und spüre dem Genuß nach. (= BAM! Power-up!)

Das ist die Basis. Natürlich könnte ich jetzt lang und breit darüber erzählen, was es braucht Verbündete zu finden bzw. selber ein guter Verbündeter zu sein, aber das führt an dieser Stelle zu weit und kommt eigentlich auch irgendwann ganz von selbst.

Vielleicht kannst du dir anhand dieser Ideen selbst ein Spiel für deine Gewohnheiten ausdenken. Was ist dein epischer Sieg, den du erreichen willst? Wie belohnst du dich dafür? Wie könnten deine Bösewichte heißen? Was ist der Endgegner? Wie viele Power-ups kannst du sammeln und aktivieren? Was ist mit deinem Inventar? Gibt es hilfreiche, magische Gegenstände, die dich auf deiner Heldenreise unterstützen könnten?

8 TED-Talks fürs neue Jahr

TED Talks sind seit Herbst mein Gehirnfutter für zwischendurch. Ich kann keine Podcasts hören, aber wenn Leute was in Videos erzählen dann geht das besser. Und fürs neue Jahr habe ich mir mal ein paar Videos in der App zusammengeklaubt, die mich ein bisschen motivieren und inspirieren sollen. Ich teile sie hiermit.
Die Vorträge sind alle auf Englisch, haben teilweise auch deutsche Untertitel.  Wer lieber lesen mag, guckt nach den Talk Titeln auf der Seite ted.com nach den Transkripten.

Einfach bezaubernd! The Life-Changing Magic of Not Giving a F*ck – der Titel kommt dir bekannt vor, ne? Ja genau – Konmari! Aber Sarah Knight kümmert sich lieber um mentales Ausmisten und erzählt in einer erfrischenden Deutlichkeit davon:

365 Days of Thank You

Schönes Projekt. Kann man gleich morgen damit anfangen. Müssen ja auch keine 365 Tage sein. Man kann dabei auch nicht verlieren.

Caroline McHugh über The Art of being yourself

Der Talk ist ansich ziemlich komplex und man sollte ihn mit wachem Geist anschauen, aber da is endlich mal jemand der einem erklärt, was es bedeutet authentisch zu sein und warum das so wichtig ist. So viel Neues ist da eigentlich auch gar nicht dabei, aber es tut gut, wenn man sich daran erinnert und hilft beim sortieren. Hier bitte unbedingt mit Untertitel, sie spricht mit schottischem Akzent.

Matt Cutts ist Entwickler bei Google und dachte, er probiert mal was aus. Und zwar 30 Tage lang

Okay, zugegeben, ich stehe Tim Ferris eher skeptisch gegenüber, aber in diesem Talk  stellt er eine interessante Methode vor, mit der man seine Ziele erreicht in dem man seine Ängste untersucht. Die Idee hat er vom Stoizismus.

In How to achieve your most ambtious goals berichtet Stephen Duneier von seinen Projekten. Der Typ sagt von sich, dass er keine speziellen Talente oder Fähigkeiten hat und außerdem kann er sich auch nicht länger als 10 Minuten auf eine Sache konzentrieren, aber er tut es trotzdem:

Wie man eine schlechte Gewohnheit los wird erklärt Judson Brewer:

Susan David erzählt in ihrem sehr emotionalem TED Talk über die Fähigkeit emotional agil zu sein. Hat mich sehr beeindruckt.

Hallo, 2019!

Herzlich Willkommen im neuen Jahr!

Mein Silvesterabend war megaruhig. So richtig rentnermäßig. Ich habe eine Limo getrunken und Sims 4 gespielt, wurde in dem Spiel zur Seniorin, habe um Mitternacht ein paar „Frohes Neues“ gifs herumgeschickt und bin um 2 Uhr morgens ins Bett gestolpert. (Das fasst eigentlich mein komplettes 2018 zusammen LOL)

Nach dem Aufstehen habe ich Mails gecheckt und hatte daraufhin eine Idee. Deshalb habe ich diese Idee sofort an den Menschen, der sie gebrauchen kann, geschickt. Und eigentlich sollte so immer jedes neue Jahr beginnen, oder?

Meine Idee für das neue Jahr heißt „Spielen“. Das Motto fiel mir vor die Füße und es war plötzlich völlig glasklar, dass es „spielen“ sein musste. Ich war ja auf der PLAY! mit einer Kollegin und sie sah diese Fortbildung als Belohnung. Ich dachte „wow, ja spielen als Belohnung warum nicht“ und wenn man halt dann den ganzen Tag Videospiele spielt und das dann auch noch voll Spaß macht und man merkt, dass man das ganze Jahr über kaum Spaß hatte, kommt man ins Grübeln. Die Welt ist ernst geworden, als Erwachsener muss man sich oft mit langweiligen Zeug beschäftigen und naja…der Alltag, die Arbeit und das Internet können auch ganz schön langweilen… Durch die Auseinandersetzung mit den Videospielen an dem Tag, hatte ich Lust, mich in das Thema einzulesen. Und dann war dieses „Gamify your Life“ von Jane McGonigal auch noch so toll und bereichernd für mich, dass ich das Gamification-Prinzip jetzt auf 2019 wie eine dicke Schicht Marmelade aufstreichen will.
Also…was bedeutet Spielen für mich konkret? Es geht mir nicht darum, das ganze Jahr mit Videospiele durchzusuchten und eine Realitätsflucht zu erschaffen. Es geht mir in erster Linie um Spaß haben, ausprobieren, experimentieren, mich leicht und voller Kraft und Freude zu fühlen und auch mal zum guten Verlierer zu werden, wenn es sein muss. Und zwar im Alltag, auf der Arbeit, in Beziehungen. Warum quälen wir uns Menschen ständig so? Und: Muss das sein? Warum nicht einfach Spaß dabei haben, sein Leben zu leben, in voller Freude und mit Begeisterung?

Konkret sieht das für mich so aus:

  • die superbetter App weiter nutzen
  • Resilienz trainieren und mich mit dem Thema weiter beschäftigen
  • ja klar, Videospiele spielen :D
  • aber auch Brettspiele probieren
  • alle meine noch ungelesenen Comics lesen
  • so oft wie möglich was Neues ausprobieren

Diese anderen Sachen wie gesund essen, abnehmen, fit werden usw. stehen auch irgendwo zwischen den Zeilen auf der Liste, aber nicht verkrampft sondern eben gamifiziert. Ich will dieses Jahr mein Zielgewicht erreichen und meine Schwimmtechnik verbessern, aber mein Hauptaugenmerk liegt in erster Linie darauf, dass ich superbesser darin werde, meine eigene, fröhliche, kraftvolle Version meiner Selbst zu sein.

Oh und übrigens…ich habe auch ein paar Challengens und Ideen für den Blog (Stichwort Bloggen 4.0, du erinnerst dich?)!

Also, spielst du mit?



Tschüss, 2018! (Machen Sie sich bitte frei!)

Okay, das Motto „Freiheit“ war eines der Schwierigsten, das ich mir die letzten Jahre herausgepickt habe.
Zugegeben, ich bin da ein bisschen naiv rangegangen, aber meistens hilft ja der Anfängergeist. Mir ist relativ schnell klar geworden, dass das Wort „Freiheit“ wahnsinnig aufgeladen ist. Zwischendurch überkam mich sogar der Ekel vor dem Wort, weil ich es so oft in der Werbung gesehen habe!
Freiheit wird im Kapitalismus gleichgesetzt mit „Konsumiere und du bist frei!“ – Aber warum eigentlich? Warum soll ich mich freier fühlen, wenn ich „unbegrenztes“ Datenvolumen habe? wenn ich durch Fast Fashion meine „Individualität ausdrücken“ kann oder wenn ich ständig in der Welt umherjette ohne zur Ruhe zu kommen? Fühle ich mich dann wirklich frei? Und wenn ja, was bedeutet meine Konsumfreiheit für andere Menschen, die das nicht können?
Konsum und Werbung, immer und überall – schränkt mich ein. Statusängste und Vergleiche schränken mich ein. Ungesunde Gewohnheiten und Einstellungen beschränken mich in meiner Freiheit.
Aber: Finanzielle Mittel bieten Sicherheit und die wiederrum lässt einen sich freier fühlen – oder?

Du merkst schon, das Thema ist kompliziert und ich bin eigentlich auch noch nicht fertig mit dem Denken. Ich taste mich voran.
Ich habe schnell gemerkt, dass Freiheit ein flutschiges Stück Seife ist. So richtig greifbar ist es nicht. Deshalb habe ich mich an meiner Mini-Zitatsammlung, die ich zu jedem Motto erstelle, festgehalten:

Schwing‘ dich aus allem heraus, was dich beschränkt.“ – Bettina von Arnim

Dieses Zitat ist super. Da ist Schwung drin. Da will man sich gleich aus blöden Situationen rauswiggeln. Auf der Schaukel, himmelhoch, kurz vorm Abspringen. Energie.

Blöde Situationen gab es dieses Jahr viele. Die Kurzfassung ist: ich fühlte mich nicht wohl (<-- Untertreibung des Jahrhunderts :D) Nirgends. Nicht daheim, nicht auf Arbeit, nicht mit meinen Mitmenschen, nicht in meinem Körper, nicht in meinem Kopf. Grund: Eine enorme Kraftlosigkeit, die dann auch noch einem B12-Mangel gipfelte. Alles war anstrengend, ich wurde anstrengend. Es hat mich um den Verstand gebracht, nicht herausfinden zu können, was da eigentlich los war oder wie ich mir selber helfen konnte oder wie ich andere konkret um Hilfe bitte konnte. Das war alles irgendwie zuviel. Und dann puff! Lösen sich manche Probleme tatsächlich von selbst. Und sitzt da und lacht sich selbst aus, weil mit einem alles völlig in Ordnung ist. Ich habe daraus 3 Sachen gelernt: 1. ich muss mich als HSP/Empath viel viel besser vor der Gefühlsscheisse anderer Menschen beschützen 2. herumdoktorn mit diesem inneren Kind Zeugs braucht echt viel Aufmerksamkeit und is megaanstrengend, tut aber immer gut, wenn man in Kontakt tritt. Wenn man sich sowas vornimmt, sollte man alles andere ruhen lassen und sich nur darauf konzentrieren. 3. klar kann man bei sich selbst anfangen und evtl. die Einstellung zu einer Situation ändern, aber es ist wichtig auch mal "Fuck off" zu denken und anderen die Schuld an der Misere zu geben. Bockig werden. Jammern. Sauer werden. Punkt 3 ist neu in meinem Denken. Das finde ich sehr interessant. Und so schön einfach! :D

„Freiheit besteht im Erkennen der Grenzen“ – Krishnamurti

Erkenne ich Freiheit, wenn ich an meine Grenzen komme? Wenn ich diese Grenzen dann überwinde? So ganz habe ich Krishnamurti nich verstanden, aber an meine Grenzen bin ich oft gestoßen. Vor allem diese Kraftlosigkeit durch sozialisieren mit anderen Biowesen, durch diesen B12-Mangel, durch Ideenlosigkeit. Ich habe erforscht, welche „unterbewussten“ Programme in meiner Kommunikation ablaufen, festgestellt welche mich davon behindern und versucht, diese durch neue Verhaltensmuster abzubauen. Das ist mir nicht zu 100 % gelungen, aber ich arbeite daran und ich erkenne Fortschritte, die mir gut tun, weil sie meine Selbstliebe steigern. Aber es ist ultramegaanstrengend im Sinne von: Endgegner!

Also, was hat sich mit dem Motto „Freiheit“ im Hinterkopf alles verändert? Fühle ich mich freier als vorher?

  • Ich bin von meiner Teamleiter-Stelle als Assistenz der Geschäftsführung zurückgetreten und das war eines der besten Sachen, die ich dieses Jahr gemacht hab :D
  • Die zweitbeste Sache ist, dass ich für 2019 meine Arbeitszeit reduziert habe, somit habe ich immer einen Tag zusätzlich frei.
  • Ich habe nach 17 Jahren meine Frisur verändert. Die Zeit war einfach dafür reif. Interessant daran ist, dass ich dadurch öfter gesehen werde. Kann mein Gesicht jetzt nich mehr verstecken. Und ich musste lernen Komplimente auszuhalten (gut, aushalten ist relativ :D ich hab „danke“ gesagt und bin schnell weggelaufen :D)
  • Ich habe meine Höhenangst abgelegt!
  • Stichwort: Mentale Autonomie: Ich habe mich von meinen Social Media Kanälen verabschiedet (Twitter und Instagram) und vermisse gar nichts. Es ödet mich auch zu sehr an und weiß auch gar nicht mehr was das alles soll. (Pinterest steht übrigens auf der Kippe. Dieser Beliebtheitsalgorithmus spült mir nur hässliches Zeug in meinen Feed, das macht mich echt wütend.)
  • Nach dem Fasten (frei von Nahrung) kam die Vollwertkost (mehr freie Zeit, weil das Essen wirklich sehr einfach wird) und damit auch ein niedrigeres Gewicht! Die zweite Fastenwoche während der Arbeitszeit war zwar echt Hardcore, aber dafür hat es alle meine emotionalen Esstrigger nachhaltig hinweggefegt. Frei sein von diesen Stress-Langeweile-Keiner-hat-mich-lieb-futtern ist wirklich richtig gut.
    Und mit meinen Faul-Schlau-Essregeln nehme ich sogar noch weiter ab. Endlich hab ich es geschnallt ey.
  • Nach 10 Jahren habe ich mein Zimmer umgestellt, weiter ausgemistet, die Organisation der übrigen Dinge verbessert und noch eine Wand mehr türkis gestrichen.

Hm. Ich weiß eigentlich gar nicht, ob ich mich jetzt freier fühle. Ich glaube nicht. Die Fülle kommt immer sofort nach.

Dezembermagie: Das Jahr abschließen und bereit sein für den Sprung ins neue Jahr


Ich liebe Dezember.

Nicht wegen meinem Geburtstag oder Weihnachten oder Silvester. Eigentlich ist der Dezember für meinen Geschmack viel zu hektisch. Aber zwischen all dem Scannerpiepen, den herabgefallenen Tannennadeln und der rieselnden Schneeflocken liegt Magie versteckt: Die Kraft der Rückschau.

Jedes Jahr im Dezember, meistens an meinem Geburtstag (mein persönliches Silvester sozusagen) mache ich es mir mit einer Tasse Tee oder Kaffee alleine am Schreibtisch gemütlich und blicke zurück. Diese Jahresrückschau ist für mich mega wichtig, denn nur so habe ich das Gefühl, das Jahr abzuschließen. Ich wünsche mir dann immer, mit möglichst wenig emotionalem Ballast ins neue Jahr zu starten. Und das klappt ganz gut mit einem Tagebuch und ein paar Fragen im Gepäck.

Außerdem sind diese Fragen immer gut für Smalltalk im Kollegenkreis oder auf Silvesterpartys :D

Die Fragen wechseln, je nach Laune. Wenn mir gar nichts einfällt, überlege ich mir erstmal 3 Wörter, die das vergangene Jahr beschreiben.
Danach flutscht es dann. :D
Ein paar Hinweise finde ich auch in meinem Scrapbook und ich überlege:

  1. Was habe ich dieses Jahr zum ersten Mal gemacht?
  2. Was hat mich dieses Jahr am meisten beschäftigt?
  3. Was hat mich inspiriert? (Bücher, Filme, Personen, Ideen, Gespräche, Zitate usw.)
  4. Was habe ich gelernt?
  5. Was waren meine Highlights?
  6. Was war ganz furchtbare grässliche Kackscheisse??!
  7. Und wie bin ich aus der Nummer wieder rausgekommen?
  8. Was habe ich dieses Jahr erreicht, worauf ich stolz bin?
  9. Passte das Jahr zu meinem Motto?

So und jetzt passiert die Magie:
Mit diesen Fragen kristallieren sich Wünsche, Ziele und Hoffnungen für das neue Jahr heraus. Ich kann so wunderbar herausfinden, wovon ich mehr will und brauche und was ich loslassen muss/kann/will und diese Antworten geben mir die Energie, ins neue Jahr zu starten. Die alte Hülle wird abgestreift, ich steige in einen neuen blitzsauber gebleichten frischen Laborkittel, krempel die Ärmel hoch und frag mich: Was will ich jetzt erforschen?

Und weil ja bald Weihnachten ist, gibts hier nun als Geschenk meine völlig unvollständige und ganz persönliche Fragenliste für einen Jahresrückblick zum Download – Viel Spaß!

Also: Welche 3 Wörter beschreiben dein 2018?

P.S.: Meine Rückschau kommt nächste Woche :D

Vom Bullet Journal zur Ich-Bibel

Okay, wie du ja weißt, kam ich mit dem Bullet Journal leider nicht zurecht. Das Potential darin hab ich erkannt, aber diese elendige Abschreiberei von Sammlungen und Gedankenfetzen, die mit ins neue Notizbuch kommen sollten, war mir dann doch zu viel. Aber schriftlich nachdenken ist super, deshalb habe ich das Thema weiter abgegrast und ta-da – das Internet hat natürlich wie immer eine Lösung! :D

Kevin Gao hat sich selbst eine Bibel geschrieben, in der er immer liest. Er notiert sich Gedanken, Gedichte, Zitate, Fragen, Lebenstugenden, inspirierende Geschichten und Schnipsel aus Büchern, die er gelesen hat. Fertig ist die eigene Bibel.

Dazu schreibt er:

My goal for this Personal Bible is to have a handbook of the most inspiring, powerful, and interesting content I’ve experienced. Something I can read every day or as often as possible, a resource I can turn to when facing important decisions or tough emotional times. Together, they represent the ideas and beliefs and insights that I want to remember forever, concepts that I want to become a concrete part of my daily life.

Und ich dachte – gute Idee, das wird gleich nachgemacht und ausprobiert.

Also habe ich mir ein Notizbuch im Format A6 aus dem Regal gezogen, tatsächlich einen Index angelegt, der sogar funktioniert (in meinem obigen Test war der Index total sinnlos, keine Ahnung warum) und mir Gedanken gemacht. Ich nenne es – inspiriert von Hannah Arendt – „Nachdenkbuch 2018“.

Und das ist bisher drin:

  • Zitate zum Thema Selbstliebe, Freiheit, Akzeptanz – kurzum, jedes Zitat, was mir ins Auge sticht und mich interessiert.
  • Liste: Orte, die ich mal besuchen möchte
  • Liste: Dinge, die ich gerne mal tun möchte
  • Fragen, jede Menge Fragen. Ich liebe Fragen! Die helfen besonders gut beim Nachdenken und Kopf-verdrehen
  • Selfcare Ideen, um meine Bedürfnisse zu erfüllen
  • Meine Werte nach denen ich leben will bzw. die ich ergründen will
  • Postkarten mit schönen Motiven oder Fotos und Sticker, die mich freuen
  • Liste mit Dingen, die mich glücklich machen und mir Kraft geben
  • Liste mit Sachen, die ich bisher erfolgreich gemeistert habe, quasi ein kleines Erfolgstagebuch
  • Meine Vorbilder und was mich an diesen Menschen fasziniert
  • positive Affirmationen
  • Notizen aus Büchern, die mir weitergeholfen haben
  • positive Sachen, die ich erlebt habe oder die jemand über mich gesagt hat
  • Liste: Darin bin ich gut
  • Liste: Das will ich noch lernen/das will ich verbessern
  • Dankbarkeitsliste
  • Kraftcollagen und Mini-Moodboards
  • Realitäten: Kurze Notizen zu realen Erlebnissen, die meine negativen Glaubenssätze entkräften
  • Morgen- und Abendroutinen in Bezug auf meine Bedürfnisse
  • Reflektionen zum Jahresende
  • Ausblick und Visionen für das kommende Jahr
  • Erkenntnisse, die ich aus TED-Talks gesammelt habe
  • Zielplanung, fernab von dieser SMART Grütze.

Hier habe ich noch mehr Ideen, die man in einer Ich-Bibel sammeln könnte:

  • Das habe ich heute/diese Woche/diesen Monat gelernt
  • Meine größte Probleme sind…
  • Wege und Ideen, um meine Probleme zu lösen
  • Blogs und Internetseiten, die mich auf gute Ideen bringen
  • Das tröstet mich…
  • Das tut mir gut, wenn…
  • Das ärgert mich/Trigger
  • Das hat gut geklappt
  • Ich hab Angst vor … und tu es trotzdem

Im Grunde geht es darum, sich selbst und seine Bedürfnisse wahrzunehmen, sich selbst besser kennenzulernen und immer wieder abzugleichen und zu hinterfragen. Ich finde es spannend, wie sich dadurch mein Leben verändert, denn das tut es damit. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Büchlein mich so sehr weiterbringt. Ich nehme es gerne zur Hand, blättere darin herum, zeichne und kritzle und erlaube mir, mein Inneres da rein zu destillieren. Anders als beim Tagebuch-Gesülze, wo ich Dinge einfach nur rauslasse, ist dieses Nachdenkbuch dann doch etwas lösungsorientierter und gibt Antworten auf meine Fragen. Das hilft besonders wenn ich mal wieder am Grübeln bin. Wenn ich einen blöden Tag hatte und ich merke, dass irgendwas schief läuft in meiner Wahrnehmung (aka Negative Glaubenssätze) und ich aber lese, dass mein Vergangenheits-Ich notiert hat: Ey, in der Situation war das ähnlich und das Problem hast du so gelöst und es ging dir gut – weiß ich, dass ich mir vertrauen kann und alles gut wird. Vielleicht müssen das andere Menschen nicht machen, weil die das alles in ihrem Kopf geregelt kriegen. Ich kanns leider nicht so gut.

Das wars schon. Ich hoffe, der Beitrag war in irgendeiner Art und Weise hilfreich für dich.
Was könnte man noch drin notieren? Führst du so ein Denktagebuch auch? Welche Collections hast du in deinem Bullet Journal, die dich weiterbringen?