Der Klamotten-Kalender

Es ist Ende Juli und du brauchst einen neuen Badeanzug. Du gehst bei 30 Grad Außentemperatur in den Laden deiner Wahl und denkst: „WTF?!“ – in Braun und Grau: Wintermäntel, Tweedhosen, Fleecejacken. Du siehst dich schwitzend um und entdeckst in der hintersten Ecke 3 Langweiler-Badeanzüge. In Geschäft Nr. 2 und Boutique 3 ist es der gleiche Anblick. Nichts gefällt, die Auswahl ist mies, du ziehst frustriert von dannen.
Ging es dir schon mal genauso?

Von Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben wir uns in der Mode leider schon längst verabschiedet. „Fast-Fashion“ heißt die Devise. Und dann diese ominöse „Übergangssaison“ mit Kleidungsstücken, die in Wirklichkeit keinen Sinn machen (kurzärmelige Jacken, ungefütterte Jacken, Pullover in Kombi mit Daunenwesten…die Liste ist endlos). Ich sehe überall nur diese roten Schaufensteraufkleber die kurz nach einem Sale sofort den Mid-season-Sale ankündigen.

Ich habs hier ja schon oft genug erwähnt: Ich hasse einkaufen. Das war schon immer so und das wird vermutlich auch für immer so bleiben. Aber noch viel mehr hasse ich es, wenn ich tatsächlich mal was brauche, ich mich also in die Läden bequeme und es dort exakt nichts gibt, das mir gefällt und meinen Ansprüchen genügt.

Das macht mich völlig fertig. Und deshalb bin ich mal in mich gegangen und habe meine Beobachtungen aufgeschrieben, das Ganze mal ein bisschen recherchiert, erfragt und in Kladde gegossen. Ich will hier nicht zum sinnlosen Shoppen aufrufen sondern Frustration vermeiden. Deshalb gibt es nun – trommelwirbel – den Klamotten-Kalender!

klamottenkalender

Januar
Die erste Frühjahrsmode taucht auf, die bisher nicht vekaufte Winterware landet in der Sale-Ecke

Februar/März
Noch mehr Frühjahrsmode, in den von den Designern formulierten Trendfarben des Jahres (Dauertrendfarben sind türkis, hellgrün, koralle und erdbeerrot, seeeehr viel Pastell…) Die Stoffe sind auch für den Übergang abgestimmt (Baumwolle, Seide, Polyester). Wer sich vorgenommen hat, im Sommer eine luftige Leinenbluse zu kaufen, sollte es jetzt tun. (Oder hast du im August schon mal ne Leinenbluse in den Läden gesehen?)

April/Mai
Anfang April herrscht Hochsommerlaune in den Läden. Jetzt gibts alles, was kurzärmelig ist inkl. große Auswahl bei der Bademode. Sommerkleider, leichte Stoffe und ja – schon die ersten Schnäppchen bei der Frühjahrsmode.

Juni/Juli
Die letzte Lieferung von Sommermode kommt rein, bevor alles auf im Sommerschlussverkauf landet (Der SSV wird eigentlich immer in der letzten Juli-Woche angekündigt). Die Geschäfte räumen ihre Lager für die ankommende Herbstmode. Die Stoffe werden schon ein bisschen dicker und die Farben dunkler.

August
Die ersten Sticksachen kommen in die Läden, ebenso wie Kleidung aus robusteren Stoffen (Lederjacken!)

September
Dieser Monat bietet die wohl breiteste Auswahl an Herbstmode. Zumindest kommts mir immer so vor. Verrückterweise gibts ja auch ab September schon Stollen und Schokonikoläuse…

Oktober
Hurra, die Wintermode ist da. Jogginganzüge, dicke Pullover, Skisportklamotten. Bester Zeitpunkt um seine Wintergarderobe aufzustocken. Oh und was auch noch rüberschwappt ist dieses komische Black-Friday-Shopping, also meidet Ende Oktober ganz besonders die EKZ.

November/Dezember
Noch mehr Winterklamotten, diesmal mit einem Hauch Luxus. Klar – Weihnachten steht vor der Tür. Samt, Cashmere und viel Blingbling für Silvester. Nach Weihnachten fallen die Preise.


Es ist nicht ganz einfach, sich das alles zu merken und klar, manchmal funken die Trends auch dazwischen, aber generell kommt das wohl hin. Da ich mir ja sehr gut überlege, was ich als Ergänzung für meine Garderobe brauche, kann ich anhand der Liste gezielter danach gucken und mich für den Rest der Zeit entspannt zurücklehnen.

Was fehlt in der Liste? Was ist dir in den Läden aufgefallen?

Wochenrückblick KW37/2015

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Ich glaube, ich brauche wirklich mal eine Nachrichtendiät, das war diese Woche schon fast wieder zu viel des Guten Schlechten. Lieber selbst Nachrichten und Infos auswählen:

Zum Beispiel diese: es wurde in einer afrikanischen Höhle eine „neue“ Menschenart entdeckt und die erste 3D gedruckte Titan-Brustkorbprothese wurde einem 54 Jahre alten Spanier eingebaut. Schon wieder ein Cyborg.

Warum Kleidung für Frauen schneller auseinanderfällt. Interessanter Artikel. Ich teile den Eindruck, dass Klamotten aus der Damenabteilung sofort in seine Bestandteile zerfällt, wenn man sie ein paar Mal gewaschen hat. Das weiß ich aber nur, weil ich manchmal einfache T-Shirts oder Schuhe in der Männerabteilung kaufe. Die Nähte halten länger, die Sohlen sind besser verklebt, die Farben verblassen nicht so schnell. Echt ätzend.
Frau Vinken hat diesbezüglich auch interessante Ansichten zum Thema Mode als gesellschaftlicher Seismograph und passend dazu ein Interview einer Vollzeitbloggerin über ökokorrekte Mode und die Tatsache, dass auf Instagram kein bewusster Konsum zu sehen ist.

14 Komplimente, die jeder mal hören sollte.

80er Filme als Hörbücherwie geil ist das denn?!

Sterne fressen

Das Buch klingt interessant, kommt mal auf meine Leseliste.

Diese Woche ist ein neuer Teaser für die kommende Marvel-Serie „Jessica Jones“ rausgekommen. Wunderschön.

Als Berufsanfänger hat man es in einer neoliberalen Gesellschaft heute echt nicht mehr leicht. Über Berufsanfang und Zukunftsangst.

Das wars schon. Ich räum jetzt mal mein Zimmer auf.

DIY Loopschal

Um meine persönliche Stil-Idee voranzutreiben, habe ich mich für ein einfaches Projekt entschieden. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt, weil ich im Umgang mit der Nähmaschine überhaupt nicht geübt bin, aber es ist aus einem Stück Stoff ein tragbares Accessoire im Metallic-Look entstanden, deshalb bin ich total stolz und kann es eigentlich noch gar nicht glauben. Herr DingDong war dabei die treibende Kraft. Ich habe mich fleißig davor gedrückt und als ich ihm das sagte, ist er aufgesprungen und hat die Maschine aufgestellt. Es gab also kein Entkommen!

Dabei ist es so einfach und gelingt mit einem Stoffrest. *andiestirnklatsch*
Ich habe mir silber-grau schimmernden Polyester-Stoff ausgesucht und bei der Auswahl des Stoffes darauf geachtet, das er nicht kratzt. Mein Stoffrest hatte die Maße 40 x 140 cm. Er sollte ausreichend lang sein, damit man ihn um den Hals schlingen kann.

LoopschalDIY

  1. Den Stoff ausbreiten und rechts auf rechts zur Mitte falten.
  2. Die Längskanten mit einer gleichmäßigen Nahtzugabe zusammennähen.
  3. Den Schal wenden. Die Nahtzugaben liegen nun innen.
  4. An einer Öffnung die Kanten gleichmäßig nach innen falten und kurz drüber bügeln.
  5. Die Kanten der ungebügelten Seite in die Öffnung mit den gebügelten Kanten stecken und mit Stecknadeln fixieren. Das war ein bisschen nervig, weil mein Stoff so rutschig war. Aber wir haben es geschafft. So entsteht jedenfalls der Loop.
  6. Die Öffnung vernähen, in dem man über alle Stofflagen näht.

FERTIG!

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Zuerst wollte ich eine riesige bebilderte Anleitung machen, aber wenn du ein Stück Papier nimmst und dir die Schritte mal damit durchfaltest, wirst du sofort merken, was du zu tun hast. Viel Erfolg!

Produktfrei leben – Update 2015

Kinder, wie die Zeit vergeht. Es ist unglaublich. Und es ist Unglaubliches passiert. Danke für eure immer mal wieder auftauchenden Mailanfragen – hier nun das traditionelle Update zu meiner (fast äh nicht mehr?) produktfreien Routine.
Falls du nicht weißt, worum es geht: Im Mai 2011 habe ich einen Monat lang auf sämtliche Körperpflegeprodukte verzichtet.
Zwischendurch haben sich ein paar Kleinigkeiten eingeschlichen und wieder rausgeschlichen. Nur jetzt…mmh…irgendwas ist anders. Es ist fast so als hätte ich vergessen wie toll das alles war…?! Lest selbst:

Duschen/Haare waschen:
Von der Haarwäsche mit Natron bin ich ganz weggekommen. Nicht weil ich nicht mehr davon begeistert bin, sondern einfach weil ich es nicht mehr brauche. Als meine Haare „umgestellt“ waren, hat alle paar Tage eine Essigspülung gereicht. Und dann hat sich immer mehr die Sache mit der Haarseife eingeschlichen. Zuerst nur testweise, dann kam der Wellnesscharakter und plötzlich habe ich mir im letzten Urlaub ein Stück Haarseife gekauft, die ich auch regelmäßig nutze. Alle drei Wochen. Sonst trocknen meine Haare so dermaßen aus, dass ich Stroh aufm Kopf habe.
Warum ich das gemacht habe? Keine Ahnung! Vermutlich hatte ich wieder mal einen Bad-Hair-Day der von schlechter Ernährung oder Krankheit rührt. Ich habe übrigens immer noch nicht herausgefunden, was genau meine Haare bzw. meine Kopfhaut zum Durchdrehen bringt.
Für die Dusche nehme ich Seife. Ich hab letztes Jahr zum Geburtstag so dermaßen viel Seife geschenkt bekommen, das reicht für die Zombieapokalypse. Brauch ich zwar auch nicht, aber es ist das einzig gute Mittel um Sonnencreme oder fiesen Dreck wegzubekommen. Der Duft ist auch angenehm. Wenn es morgens aber richtig schnell gehen muss, dann verzichte ich aber aufs Einseifen.

Zahnpasta und Zahnpflege:
Hier gibts nichts Neues. Ich wechsel zwischen meinem selbstgemachten Zahnputzpulver und Bürste pur. Auf Reisen nehme ich manchmal auch Salz oder eben auch gar nichts. Die Zahnpflege dauert mit Bürste pur zwar länger, aber dafür putze ich auch gründlcher. Mein Zahnarzt ist zufrieden, Probleme habe ich keine. Oh und ich schwöre auch auf meinen Zungenschaber.

Deo:
Das selbstgemachte Natron-Sprühdeo ist und bleibt der Hammer. Herr DingDong und ich haben mit ätherischem Öl experimentiert und haben supereffektives, gut duftendes Deo gezaubert. Ich habe wirklich nichts besseres gefunden und ich weiß das, weil ich – aus Faulheit/Angst/geringes Selbstwertgefühl/wasauchimmer Deos gekauft habe. Meistens zwischendurch, in meiner Mittagspause. Bei einem normalen Sprühdeo ist der Sprühkopf kaputt gegangen, weshalb nur noch Spritzer rauskommen, bei einem handelsüblichen Deospray habe ich hinterher Asthmaanfälle, weil ich so eingenebelt bin. Ganz ganz furchtbar!

Körperpflege:
Da hat sich nix geändert. Ich benutze Sonnencreme und Öl. Und das auch nur selten.

Make-up:
Interessanterweise sind da auch wieder 1-2 Stücke dazu gekommen und ich hab richtig Lust mir einen bunten Lidstrich zu ziehen. Ich glaube, das kommt daher, dass meine Kleidung im Laufe der Zeit so langweilig geworden ist (wenn ich was gekauft habe, war es schwarz. Laaaaangweilig) und ich das Bedürfnis nach einer Art Verkleidung/Uniform habe.

Der Kauf von so unnützen Produkten wie Deosprays oder Haarseife war glaube ich eine Mischung aus Faulheit und Verwöhnprogramm. Dabei hat es mir eigentlich nur Nachteile beschert. Ich werde das jetzt aufbrauchen bzw. entsorgen und nichts mehr nachkaufen und weiter erforschen woher das genau kam. Es scheint ja fast so, als hätte ich eine Art Minimalismus-Alzheimer?! Sehr seltsam.

Nachlese:
Produktfrei Leben – Update 2014, Update 2013, 2012 und die Nachwirkungen 2011

Kleine Erinnerung – aus alt mach neu

Das schreib ich in erster Linie für mich auf. Als Erinnerung dafür, dass ich alten Sachen ein neues Leben einhauchen kann.
(Und wenn es dich auch inspiriert, juhu!!)
Als ich neulich meinen Kleiderschrank radikaler als sonst entrümpelt habe, hat sich das irgendwie merkwürdig angefühlt. Die Sachen, die übrig sind, tragen sich gemütlich, aber öfter als sonst hab ich sie auch nicht angezogen. (Das merke ich übrigens so.)
Ich habe mich gefragt, warum das so ist. Ich glaube, es liegt daran, dass mir die Sachen so langweilig geworden sind.

Beim Entrümpeln der Taschen und Rucksäcke wollte ich meinen Bundeswehrrucksack schon weggeben. Ganz Teenager-like war er vollgeschmiert mit total tiefen Gedankengängen und obwohl er praktisch war, fühlte ich mich zu erwachsen dafür. Also was tun? Glitzer drauf schmieren und aufs Erwachsen sein pfeifen. (Was soll das überhaupt sein, Erwachsen sein?! hat mir bisher auch niemand erklären können…)

Ta – Da! Er sieht BAM! aus, oder??? Kleines Highlight ist der Han Solo Textilsticker den ich im Phaeno-Museumsshop gekauft habe. Also wenn ihr mich daran erkennt, sagt mal „Hallo“ okay?

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Das Glitzer heißt offiziell „Hologramm“ und schimmert blau, grün und durchsichtig. Manchmal auch lila.

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Ich werde also jetzt meine „langweiligen“ Klamotten ein Update verpassen. Knöpfe ändern. Stickereien. Buttons anbringen.

Wer für den Anfang ein paar Ideen braucht, kann mal in meinem DIY Pinboard gucken.
Meine Highlights:
Hausschuhe aus Filzresten
Comic-Schuhe, oh ja!!
Seidentücher werden zu nem schicken Sommertop
Aus Socken Handschuhe machen!

Verlink mir doch mal ein paar coole DIYs für die Garderobe! Welchem Kleidungsstück hast du zuletzt ein Update verpasst?

Fazit Stilberatung

Weil viele von euch wissen wollten, wie mein Stilberatungskurs war, schreib ich das hier mal schnell auf.

Den Kurs selbst habe ich über die VHS gebucht, fand gestern von 10-18 Uhr statt und kostete 60 Euro.
Ich fand die 60 Euro gut in den Kurs – und somit in mich – gut investiert. Wir waren insgesamt 10 Frauen und haben viel gelernt. (Für die Profis: nach dem Color me Beautiful Prinzip) Der größte Lerneffekt war für mich beim Thema Farben und Farbwahrnehmung. Ich habe endlich verstanden, warum uns einige Farben blass, alt und krank machen, während andere Farben uns die Frische ins Gesicht zaubern. Und damit kann man arbeiten.
Es war aber auch anstrengend, so lange bei 9 Frauen zu sehen und wahrnehmen zu müssen. Der Großteil der Frauen waren kühle Typen, da hielt sich die Abwechslung in Grenzen und ging nur in Nuancen, das war auf die lange Zeit gesehen doch ein bisschen ermüdend.
Nachdem wir uns trölfmillarden Farben vors Gesicht gehalten haben, ging es dann noch um Gesichtsformen und was man am Besten bei Brillen und Frisuren beachten sollte, sowie um Körperformen, Stilpersönlichkeiten und Proportionen.

Die Kursleiterin war sehr nett und witzig. Sie hat praktische, lebensnahe Tipps gegeben, z.B. dass man sich das Geld für einen Farbfächer sparen sollte, weil die Dinger 1. teuer sind und 2. es die Farben meistens sowieso nicht im Laden zu kaufen gibt, wenn sie nicht gerade modern sind. (Denk nur mal an diese ganzen Nude-Töne!) Wenn wir uns in der Farbe vergriffen hätten, sollten wir es einfach wieder zurück bringen und den Verkäufern sagen, dass sie in der Umkleide besseres Licht machen sollen.
Wenn sie welche verkauft hätte, hätte ich mir wahrscheinlich trotzdem einen gekauft, weil ich gerne Farben angucke. :D Aber ich guck erst mal meinen Farbkreis zu Hause an und hol mir dann aus dem Baumarkt ein paar Farbkärtchen, die ich dann in meinen Filofax einhefte.
Letztlich gehts darum, seine Farbwahrnehmung zu schulen.

Und um euch zu beruhigen: Wir sind nicht die kompletten Vollhonks. Man fühlt sich sowieso zu dem hingezogen, was einem auch steht. Man liegt eigentlich nie so sehr daneben, aber manchmal gehts eben schon drum, ob das lila nun einen rötlichen oder bläulichen Unterton hat, gedeckt oder klar ist. Ich habe anhand des Drapings gelernt, dass meine Farbauswahl ziemlich okay ist. (Bis auf eine Camel-farbene Opa Strickjacke, die mich wirklich krank macht, aber das ist mir egal, die zieh ich nur zuhause an) Der Kurs hat mir in dieser Hinsicht noch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und Mut zugesteckt und ich werde mir mal ein schönes Himbeerrot aussuchen!

Von einigen, denen ich erzählt oder geschrieben habe, dass ich so einen Kurs mache, kam totales Unverständnis – was mich ziemlich überraschte. Ich hörte z.B. „Braucht man nicht“ oder „Das kannst du doch alles im Internet nachgucken“ oder „das kann ICH dir auch sagen!“ Und auch „Stil? Warum sollte mir denn jemand vorschreiben, was ich anzuziehen habe?!“

Das hat mir gezeigt, wie ominös diese ganze Sache für die meisten ist. Für mich war es das ja auch. Ich meine, wir lernen doch aus Frauenzeitschriften alle paar Jahre, dass die Sanduhren bitte A-Linien tragen sollten und Herbsttypen kein lila tragen sollten – aber das ist doch alles nicht in Stein gemeißelt. Und was bringen einem solche Aussagen, wenn man sie nicht umsetzen kann, weil die Läden voll mit abartigem Gruselgraus hängen? Wenn ich einen Typentest mache und herauskommt, dass ich klassische Sachen anziehen soll, ist das ja schön für den Typentest. Interessiert mich nur nicht. Vielleicht ist es aber auch so, dass es mich auf die Idee bringt, tatsächlich mal Loafer oder ein Poloshirt anzuprobieren. Vielleicht stehts mir ja besser als meine ausgelatschten Stiefel.
Alles kann, nichts muss. Es soll Spaß machen und Lust auf Farbe machen. Immerhin sind Klamotten unsere zweite Haut und auch wenn wir nur eine Winzigkeit verändern, könnte das Türen öffnen, die vorher noch nicht geöffnet waren.

Ha! Das klingt so als wäre ich jetzt voll zum Modepüppchen mutiert! Keine Panik, diese Gene trage ich nicht in mir. Aber Stilfindung und Minimalismus gehören für mich schon zusammen, weil es das Einkaufen noch mehr zusammengedampft hat.

Also: So eine Stilberatungs-Kurs ist was für dich, wenn du Lust auf Farbe hast und du eher im Bereich Schwarz, Weiß, Jeansblau angesiedelt bist und du gerne mal Fremdmeinungen hören willst.
So ein Kurs ist aber nix für dich, wenn du Probleme damit hast, vor einer größeren Gruppe beurteilt zu werden, dann wäre vielleicht eine Einzelberatung sinnvoller.

Wer jetzt erstmal ein bisschen was zum Rumklicken braucht, sollte mal bei Materialfehler oder auf into-mind oder bei un-fancy vorbeischauen.

Gesammelte Erkenntnisse aus dem Aufmiezel-Monat

Oh, ja fast vergessen!!! Ich will noch ein paar Notizen zu meinem Aufmiezel-und-Minimalismus März schreiben.

aufmiezelmonat

Also mal sehen…

– Der Hosenkauf war überhaupt kein Problem. Online bestellt auf gut Glück und passt wie angegossen. YAY! Ich werde meine Hosen nur noch online kaufen.

– mein Kleiderschrank ist nun mit insgesamt 167 Teilen so minimalistisch wie mir möglich. Erst jetzt kristallisiert sich schön langsam raus, wo ich evtl. ein bisschen nachbessern muss, weil die Menge nicht mit unseren Waschrhythmen hinkommt. Da ist jetzt Feinarbeit angesagt. Wir sollten also mal unsere Haushaltsroutine untersuchen und evtl. anpassen. Mehr kaufen will ich nicht.

– Ein Teil von Stilfindung ist, sich auszudenken was man einfach nur meeeegageil findet. Der Rest ist dann wohl Typsache (Farben, Schnitte, Proportionen, Typen). Oder auch nicht. Ich erhoffe mir von einer Typberatung, dass ich besser scannen und aussieben kann und dann eben (noch) minimalistischer wählen, kaufen und anziehen kann. Im Prinzip weiß man das ja schon irgendwie, aber man kann natürlich auch ein bisschen mehr rausholen, oder?

– Einige haben mir Komplimente gemacht, als ich meine Augen geschminkt habe. Andere haben nix gesagt. So viel Make-up konnte ich nicht aufbrauchen, weil ich einfach sehr dezent und/oder punktuell auffällig schminke (z.B. bunter Glitzer-Lidstrich). Mir ist aber etwas anderes aufgefallen: Je öfter ich erwähnt habe, dass ich mich im Monat März aufhübschen will, desto mehr haben sich die anderen auch aufgehübscht. Auch die Männer. Als wäre meine Aussage eine Art Erinnerung für die anderen gewesen. Hm. Klar, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil ich auf das Äußere der anderen mehr geachtet habe als sonst, aber irgendwie kam es mir so vor.

– anders behandelt worden bin ich nicht. Zumindest ist mir da nix aufgefallen. ABER! Man erntet automatisch Blicke, wenn man mit jemanden unterwegs ist, der sich ein bisschen heftiger gestylt hat. Also ein unscheinbares Mäuschen darf man zwar auch nicht sein, aber anscheinend gibts da so nen „Abfärbeeffekt“!? Weiß man da was?

sechsauge

– Ich habe mich genauso wenig im Spiegel angesehen wie vorher auch LOL! Keine Ahnung was da bei mir kaputt ist. Ich hab auch keine Ahnung, wie ich mich dahingehend erziehen könnte. Manchmal bin ich noch mal zurück um mich anzugucken, aber meistens habe ich es vergessen. Vermutlich resultiert dieses etwas seltsam anmutende Problem daraus, dass ich ja im Prinzip weiß wie ich aussehe und meine Sehkraft eh nicht die Beste ist. :D

– Schminke ist und bleibt anstrengend. Auch wenn sie dezent aufgetragen ist. War es früher irgendwie auch schon, als ich mir noch mehr Zeug ins Gesicht gepinselt habe. Aber es ist mir jetzt noch mal deutlich geworden, dass es echt blöd ist, wenn man sich nicht einfach so im Gesicht und in den Augen herumreiben kann. Klar könnte man das tun, aber dann sieht man gleich aus wie ein verprügelter Schlampenclown. Und dann auch noch abschminken! Uff. Vor allem ist mir jetzt erst aufgefallen, wie schwer sich Wimperntusche eigentlich anfühlt.

– Minimal war meine Beauty-Routine schon immer. Meine absoluten Notwendigkeiten sind Rouge, Lippenbalsam und seit neuestem: geformte Wimpern. Das reicht mir, weil ich damit nicht so müde aussehe. Als Farbtupfer manchmal ein bunter Lidstrich oder ein Tupfen Lidschatten in den Augenwinkeln. Das wars und daran wird sich auch nix ändern.

schminkzeug

– nach diversen Youtube-Schminkvideos kommt mir immer öfter der Gedanke, dass die meisten Menschen permanent vergessen, dass die Haut ein Organ ist. Zur Pflege schwöre ich auf regelmäßige Peelings, Sonnenschutz und hochwertige Öle. Ich beobachte meine Haut und gucke mir unter gesichtsdiagnostischen Aspekten jede Einzelheit genau an. Ich glaube ganz fest daran, dass das meiste die Ernährung und der Lebensstil ausmacht. Typgerechtes Make up und Klamottenfarben sollten die Kür sein, typgerechte Ernährung die Pflicht. Ich weiß, ich bin da selbst kein Vorbild, aber die meisten klatschen sich sämtliche fiese Chemikalien ins Gesicht und wundern sich, warum die Haut komisch reagiert.

– Ich will das Gareth Pugh meine Klamotten macht.

Insgesamt war das also ein schöner Monat. Ich werde mich intensiver mit Mode und Stil auseinandersetzen und noch bewusster meine Klamotten auswählen, vor allem beim Kauf von neuen Sachen. Das wird zwar nicht oft vorkommen und ich habe auch nicht vor, meine aktuelle Garderobe vollständig auszutauschen, aber es macht irre viel Spaß sich selbst durch einen bestimmten Stil auszudrücken. Es ist inspirierend. Es ist Abenteuer. Das ist wie eine Panzerung. LARP kann immer sein, wenn man will. Ich muss das noch erforschen, aber irgendwas macht das mit mir. Am Sonntag ist erstmal mein Typberatungskurs, ich erwarte zwar nix großartiges, aber aufgeregt bin ich trotzdem.

Kleiderschrank ausgemistet, mal wieder.

Und diesmal mit komischem Gefühl!

Also ich weiß nicht, wie es euch beim Entrümpeln des Kleiderschrankes geht, aber mir geht es damit immer ganz ganz furchtbar. Mir gehts so schlimm, dass ich am liebsten alle 20 Minuten eine Kaffee+Kuchen+Buch lesen-Pause einlegen möchte.
Ausräumen. Auswischen. Sortieren. Anprobieren. Sich hässlich finden. In zu eng gewordenen Klamotten feststecken. Fix und fertig sein. Kurz vorm Heulen. Zwei Teile später absolut hinreissend aussehen und sich freuen wie schön man eigentlich sein. Repeat.
Ehrlich, diese Achterbahn-Fahrt ist nix für mich. Aber da das letzte große Entrümpeln schon wieder 2 Jahre her ist und ich mir ja extra ein Motto verpasst habe, musste das mal sein.

Im Jahr 2012 habe ich zum ersten Mal richtig groß und systematisch mit anschließender Inventur entrümpelt. Dabei war das Zählen der Klamotten und Accessoires – und zwar ALLES – für mich enorm wichtig und erhellend. Denn so konnte ich erkennen, was ich brauche bzw. wovon ich definitiv genug habe. Da konnte ich mich dann bei einigen Dingen schön zurücklehnen.
2013 waren es insgesamt 207 Teile (Hosen und Oberteile inkl. Unterwäsche, Socken, Schlafklamotten, Sportklamotten und Badezeug, Schuhe, Taschen und Rucksäcke, Mützen, Schals, Handschuhe usw.)

Nach der diesjährigen Ausmistaktion habe ich nur noch 165 Teile insgesamt. Davon 4 Hosen, 8 Langarm-Shirts, 10 Kurzarm-Shirts, 10 Pullover und 13 Strickjacken, 1 Bluse, 1 Blazer, und 3 Fleece-Jacken.
Bei den Hosen, Pullovern und Shirts geht nix mehr, da ist das absolute für mich nötige Minimum erreicht. Aber in naher Zukunft werde ich mich wohl auch von ein paar Strick- und Fleecejacken trennen. Trotzdem, mit 50 Sachen als Alltags-Garderobe komme ich gut hin. Von der Menge her bin ich zufrieden.

Soweit so gut. Trotzdem fühlte es sich merkwürdig an. Es war diesmal nix Befreiendes, kein Aha-Erlebnis. Weil ich beim Minimum angekommen bin? Es könnte noch minimalistischer gehen, aber Abwechslung mag ich auch. Oder ist das nur eine Wahnvorstellung? Vielleicht zieh ich ja doch nur immer wieder dasselbe an, auch vom Wenigen? Wie ist das bei dir?
Viel habe ich nicht rausgeworfen, viel habe ich aber auch nicht behalten. Es ist ausbalanciert und eigentlich könnte ich zufrieden sein.
Ich habe erstmal die Kleiderbügel-Haken umgedreht und habe mir vorgenommen, mehr Abwechslung in den Alltag zu bringen. Dank meinem komischen Gejammer über Twitter bekam ich unerwartet hilfe von materialfehler, die mir gerade per E-Mail beibringt, worauf man achten muss. Das ist furchtbar inspirierend und interessant und ich hoffe, sie schreibt mal einen ausführlichene Blogbeitrag über diese Archetypen-Geschichte, damit ihr auch von ihrem Fachwissen profitieren könnt. (So, hier steht es jetzt. Erwartungshaltung ist aufgebaut ;D)

Kleiderberge und Stilfrage hin oder her – ich frage mich, ob man immer mit so nem seltsamen Gefühl dasteht, wennm man etwas „fertig“ entrümpelt hat?
Als ich mein Badezimmer heruntergefahren habe, war das aber nicht so…

Ist Kleidung emotionaler aufgeladen, weil wir damit unsere Identität basteln?

To Do – im März

Herzlich willkommen im März! Der März ist der letzte Monat im ersten Quartal und somit endet auch mein Fokus auf „Körperliches Wachstum“. Alle bisherigen Gewohnheiten werde ich natürlich beibehalten, aber der Schwerpunkt wird im nächsten Quartal woanders liegen. Dazu an späterer Stelle mehr.
Im März will ich mich ein bisschen um mein Äußeres kümmern. Das klingt für mich doof und falsch, weil ich eigentlich zu faul dafür bin. Ich trage meine Haare kurz, weil es bequemer ist. Ich benutze kein Make-up mehr und Schmuck trage ich auch fast nie. Geht morgens einfach schneller und da ich mit meinem kuscheligen Bett verheiratet bin, kommt mir das gelegen. Aber manchmal komm ich mir auch irgendwie total schäbig vor. Ich vergesse zum Beispiel oft (viel zu oft, eigentlich täglich) morgens, bevor ich aus dem Haus gehe, nochmal in den Spiegel zu gucken. Keine Ahnung warum. Ist eigentlich nicht schlimm haha. Blöd wird es nur, wenn mich andere fragen, warum ich so zerstört aussehe. :D
Ich trage Klamotten jahrelang und so sehen sie auch aus. Da sind dann halt mal die Farben verwaschen oder die Sachen sind ausgeleiert. In Wirklichkeit macht mir das nix, aber ich will in diesem Monat mal erforschen, was das Leben zu bieten hat, wenn ich mich mal ein bisschen aufmiezel. Ich frage mich nämlich, ob ich dann anders behandelt werde. Von Kunden. Von KollegInnen. Von Chefs. Von allen da draussen. Hat man es da leichter? oder schwerer? werde ich ernster genommen? Oder spüren die anderen, dass es sich um eine Verkleidung handelt? Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Verkleiden und Alltagsuniform?
Desweiteren soll es endlich auch mal ums Aufbrauchen und Nutzen gehen. Ich hab hier immer noch Schminksachen rumfliegen, die zwar noch gut sind, aber eben selten genutzt. Zeit für Kriegsbemalung.
Um das mal zusammenzufassen: es geht um Persönliche Präsentation oder anders ausgedrückt: Aufmiezeln und Minimalismus!

  • Kleiderschrank radikaler ausmisten und eine Inventur machen
  • mehr Make-up tragen, also das Zeug was ich „für besondere Anlässe“ habe auch im Alltag benutzen und so viel wie möglich davon aufbrauchen
  • mehr Schmuck tragen
  • Stilerkundung: was gefällt mir, was brauche ich? und: wer will ich sein?
  • eine neue Hose kaufen (ich kotze jetzt schon.)
  • Haltung bewahren (und mehr Rückenübungen in meine Minisportroutine einbauen)
  • Klamotten und Dinge, die ich behalten will reparieren, färben, aufhübschen

Das klingt vermutlich für die meisten von euch total langweilig. Ich muss es aber hier so öffentlich hin schreiben, weil das ein riiiiesiger Schritt aus meiner Komfortzone ist und ich finde, die sollte ich mal wieder verlassen. Wenn dieses Vorhaben nicht öffentlich ist, wirds nämlich nix.
Wer sich langweilt, kommt im April wieder, ok? :D

Außerdem will ich:

  • mich mit Chemie und GIMP beschäftigen (hat im Februar überhaupt nicht geklappt!)
  • mehr Lesen
  • mind. 1. ins Kino gehen
  • ein paar Mini-Renovierungsarbeiten in der Wohnung endlich abschließen

Was planst du im März?

DIY Sprühdeo

Ok, es folgt die gewünschte Anleitung für das Sprühdeo, dass ich seit einiger Zeit benutze. Spottbillig, keine Hautreizungen, einfach aufzutragen, klebt nicht und ist absolut wirksam.
Es besteht aus zwei Zutaten :D

Nein, ich bin keine Chemikerin, alles was ich habe ist ein genialer Herr DingDong, der mit dieser Idee aufkam.

Du brauchst:

  • einen leeren Pumpspraybehälter (ich benutze einen alten Speick-Deo-Pumpspray-Spender, gestiftet von Herrn DingDong)
  • Destilliertes Wasser
  • Natron

Das Zauberwort dazu heißt: Gesättigte Lösung!.
Eigentlich ganz simpel, man braut sich Natronwasser zusammen. Auf 100 ml kommen ca. 10 g Natron. Wichtig ist, dass das Verhältnis stimmt und das Wasser nach dem Mischen klar wird. (=gesättigt) Es darf sich nichts absetzen, denn diese Reste verstopfen später den Pumpspender.

Viel Spaß beim Experimentieren!