6 Tipps zum Secondhand Shopping – wie der Stoffwechsel auch Minimalisten Spaß macht

Okay – es folgt eine Tatsache und eine Beichte.
Die Tatsache: Ich hasse Shopping als Freizeitbeschäftigung. Den Sinn davon habe ich noch nie verstanden.
Die Beichte: Shoppen in Secondhandläden macht mir dagegen richtig viel Spaß. Das war nicht immer so. Und genau deshalb möchte ich davon berichten.

Lange Zeit habe ich überlegt, wie Secondhand Shopping als Minimalst vereinbar ist. Man kann nämlich beim Secondhand Shopping nich losgehen und genau das Teil finden, was man benötigt, sondern muss sich immer überraschen lassen. Dafür braucht man Geduld und Nervenstärke. Doch die Idee, möglichst nachhaltig und günstig seinen Kleiderschrank zu „füllen“ ohne Fairtrade Mode kaufen zu müssen, fand ich ziemlich gut. Also habe mich darauf eingelassen und werde seit dem ich es geschnallt habe regelmäßig belohnt.

Vielleicht findest du es eklig gebrauchte Kleidung zu kaufen. Falls das der Fall sein sollte, überleg mal, was das geringste Übel für dich ist: Vielleicht fängst du erstmal mit Accessoires an, wie Gürtel oder Taschen. Guck dich einfach mal um, was der Secondhandladen in deiner Nähe anbietet.
Unterwäsche, Socken, Bademode und Nachtwäsche kaufe ich auch nur neu und das finde ich völlig in Ordnung. Hosen auch, aber das lag bisher daran, dass ich noch keine im Secondhandladen gefunden habe.
Oder veranstalte mal mit deinen Freundinnen und Freunden eine Kleidertauschparty. Von einer Freundin würdest du doch einen Pullover anziehen, oder? Warum nicht auch von einem Unbekannten, aus dem Secondhandladen?

Hier nun das Destillat aus meiner bisherigen Secondhand-Shopping-Erfahrung:

1. Wissen, was einem steht und wie man sich kleiden will
Seit ich mein Stilmotto (Galaxy Warrior) gefunden habe und durch die Typberatung weiß, welche Farben mir stehen, gucke ich ganz anders in den Läden. Das gilt natürlich auch für Secondhand. Dort ist es sogar noch besser, weil die Kleidung meistens nach Kategorie und innerhalb der Kategorie nach Farben sortiert ist. Ich kann also wunderbar alles, was mir nicht steht ausblenden. Wer keine Ahnung von seinem Stilmotto hat, guckt mal bei into-mind.com oder theorganizedcardigan rein. Das Prinzip zur Stilfindung lässt sich übrigens auch als Mann anwenden.

2. Qualität erkennen (lernen)
Gute Qualität erkennen lernt man am Besten, wenn die Klamotten schon ein paar Mal getragen und gewaschen wurden und immer noch gut aussehen. Sind Fusseln zu sehen („Pilling“)? Zieht das Teil Fäden? Wie sehen die Säume aus? Gibt es Löcher oder Verfärbungen? (z.B. Deoränder) Kratzt der Stoff/das Material?. Ist das Teil noch in Form oder hat es sich schon verzogen? Welche Marken sind langlebig, welche nicht? Was steht auf der Waschanleitung? Bedruckte Kleidungsstücke oder besondere Stoffe bedürfen eventuell der Handwäsche. Bist du bereit, das Teil so zu pflegen? wenn nicht, lass es liegen.
Ich notiere mir auch ein paar Markennamen, wenn mir das Teil nicht gepasst hat, aber die Qualität top war. Man weiß ja nie.

3. Stöbern macht Spaß
Wenn ein Laden auf deiner Strecke liegt, guck regelmäßig rein. Secondhand Shopping funktioniert nicht auf Knopfdruck. Das braucht Zeit, es ist #slow – man braucht auch Geduld um tolle Sachen zu finden.
Ich mache jährlich eine Inventur von all meinen Klamotten und weiß daher, dass ich mal ein paar Shirts brauche. Manchmal sind es Hosen, ein anderes Mal wäre eine neue Bluse oder ein dicker Pullover nicht verkehrt, je nachdem, was ich aussortiert habe und glaube zu brauchen. Mit diesem groben Ziel geh ich los und klapper regelmäßig meine Lieblingsshops ab. Im Laden vor Ort steuer ich den Kleiderständer mit den Blusen an und sehe mir jedes Teil der gewählten Farbe an. Zwischen den Bügeln verbergen sich Schätze.

4. Sprich mit den Verkäufern
Die Verkäufer in den Läden kennen sich gut aus. Frag nach, wann und wie oft sie beliefert werden und plane deine Shopping-Ausflüge entsprechend. Gerade wenn du was Spezielles suchst, können dir die Verkäufer weiterhelfen.

5. Zieh dich bequem und funktional an
Wenn du tatsächlich einen Secondhand-Shopping-Samstag planst, denk an funktionale und bequeme Kleidung, da du vermutlich viel anprobieren wirst. Wenn du Schuhe hast und noch ein Kleid für einen besonderen Anlass brauchst, zieh die Schuhe an oder nimm sie mit. Wenn du weißt, dass der Secondhandladen eher ne dürftige Umkleidekabine hat, zieh ne Leggins und ein Tanktop drunter. Anprobieren vor Ort ist wichtig, weil man 1. die gebraucht erstandenen Sachen meistens nicht mehr umtauschen kann und 2. sich alle paar Jahre mal die Kleidergrößen ändern und bei Vintagemode komplett anders sind.

6. Spickzettel basteln
Gut, das ist ein Tipp, der für normales Shopping auch gilt. In meinem Filofax habe ich eine extra Kategorie für Stil und Klamotten, denn gute Vorbereitung erspart mir Stress und Zeit. Da drin befindet sich nicht nur meine Farbpalette, sondern auch diverse Maße, z.B. Handschuhgröße, perfekte Kleider- bzw. Rocklänge, Stylingideen, Kleider- und Schuhgrößen USA, Europa und GB. Den Rest habe ich als geheimes Pinboard in der Pinterest-App immer im Smartphone dabei.

In Hamburg gehe ich übrigens gerne in diese Läden:

  • Oxfam Shops (kleine Auswahl, dafür sehr günstig)
  • Stilbruch (neben Gebrauchtmöbeln gibts in der Ruhrstraße auch Klamotten)
  • Vintage & Rags (ausgefallene Vintage-Mode und Accessoires. Wer Vintage Sportswear oder Amerikanische Shirts sucht, wird hier fündig)
  • Humana Second Hand in Harburg (große Auswahl, teilweise qualitativ
  • Second Live in Harburg, ein paar Häuser nach dem Humana Secondhand Landen (große Auswahl, auch für Männer. Toll für dicke Jacken und Mäntel sowie große Größen)
  • Pick ’n Weight am Pferdemarkt (vintage, leider ziemlich kleiner Laden, aber wer Geduld hat findet Schätze)

weitere Läden in Hamburg findet man in dieser Broschüre von Greenpeace Hamburg.

Kaufst du deine Kleidung Secondhand? Was hast du gelernt? Welche Tipps und Tricks magst du teilen?

Kommt nach dem Minimalismus jetzt der Solarpunk?

Kommt nach dem Minimalismus jetzt der Solarpunk?Wenn ich im Bus mal nicht lese, dann wandern meine Gedanken oftmals zu der Frage, was mit dem Wörtchen „Minimalismus“ ist. Und was wir tun, wenn wir ausgemistet haben, klare Verhältnisse in Kopf und Körper geschaffen haben, wenn wir uns heiter-gelassen fühlen und sich der Nährboden für etwas Neues vor uns ausbreitet. Da frage ich mich: Was kommt nach dem Konzept „Minimalismus“? Nicht nur für mich als Einzelperson, sondern auch als Teil einer immer größer werdenden Masse und schließlich auch als Gesellschaft auf dem Raumschiff Erde.

Ich verfolge aufmerksam Futuristen, Statistiker und Trendforscher und denke immer wieder: Minimalismus ist der Anfang. Aber von was? Das Thema Reduktion kommt immer wieder vor.

Kein Wunder warum so viele darauf anspringen und jeder TV Sender und jede Zeitschrift schon darüber berichtet hat – die Welt ist groß, laut und wird immer dunkler. Wir haben Angst, wir verlieren die Kontrolle, wir sind überfordert. Da ist es gut und nützlich sich zurückzuziehen, einen Klarheits-Claim abzustecken und nach den eigenen Wichtigkeitsgoldklumpen zu suchen. Wenn ich das mithilfe einer minimalistischen Lebensweise nicht getan hätte bzw. tue, dann wäre ich bestimmt nicht so fröhlich. Ich wäre gestresster, trauriger, müder und wüsste nicht mal warum.

Aber ist das alles? Was kommt nach dem „Wesentlichen“? Kann man sich darauf ausruhen? Oder ist es angesichts dieser verrückten Welt nicht besser, ab und zu mal Position zu beziehen und die Zukunft gemeinsam neu zu denken?

Noch habe ich keine Ahnung, wie das für mich klappen kann, aber mir scheint, dass Minimalismus das kann und vielleicht auch muss. Achtsamkeit ist ein Megatrend. Entschleunigung ist nicht erst seit letztem Jahr ein Thema. Die Lust am Handwerk, zerowaste, DIY und Digital – das sind alles Symptome für die großen Veränderungen, die vor unserer Haustür stehen. Veränderung, die wir wollen. Weil wir merken: Irgendwie haut das alles so nicht mehr hin.

Das Entrümpeln auf der einen Seite ist erledigt, in der Wohnung habe ich aber noch genügend Baustellen. Trotzdem: ich habe meinen Frieden damit gemacht und ich hab nix gegen Konsum (wichtiges Stichwort an dieser Stelle: Experience Economy -was kann ich eigentlich in Zukunft noch konsumieren, wenn alles Software ist?) an sich. Die Dinge sind im Fluss. Ich will aber meine minimalistische Lebensweise auch dafür einsetzen, dass es anderen auch besser geht, also an meinem Überfluss teilhaben und die Welt in der ich lebe auch für nachfolgende Generationen ein bewohnbarer und schöner Ort bleibt.
Ich habe Schwierigkeiten an dieser Stelle weiter zu denken, weil ich nicht weiß, ob wir das hinkriegen. Die Medien übertrumphen sich mit Doomsday-Nachrichten und die ältere Generation denkt auch nur noch „WTF? Das hatten wir doch schon mal?“

Deshalb finde ich den Begriff „Solarpunk“ so toll, weil er eine kleine Tür in meinem Kopf öffnet.

Auf den Begriff bin ich vor 2 Jahren schon mal gestoßen und mir gefiel der Vibe, den der Begriff ausstrahlt. Ich erforsche gerne literarische Dystopien, aber in der echten Welt wünsche ich mir was Optimistischeres! Ta-Da Solarpunk!
Solar = grün, nachhaltig, Technik, Photosynthese, Sonne, Wachstum
Punk = Rebellion, Nonkonformismus

Oder wie es Adam Flynn, der Betreiber des solarpunks-tumblrs ist, ausdrückt:

If cyberpunk was ‘here is this future that we see coming and we don’t like it’, and steampunk is ‘here’s yesterday’s future that we wish we had’, then solarpunk might be ‘here’s a future that we can want and we might actually be able to get.’

Ich stelle mir vor:

Post-Peak-Oil/Zero City-Gesellschaft vermixt mit einem Weniger, weil wir ja gelernt haben, dass wir nicht so viel brauchen und uns das nur stresst, dazu ein bisschen Internet-of-Things-Zeugs und ner ordentlichen Portion DIY. Ein bisschen weniger. Aber eben besser. Entschleunigt. Trotzdem cool. (Und bunter.) Für alle. Weil wir nicht alle Aussteiger sein wollen, die sich mit ner kleinen Gruppe einen Resthof teilt. (Das will ich zumindest nicht. Ich find Technik super, Raumfahrt auch und meine Wohnung schätze ich auch sehr.)

Vielleicht geht das auch (noch) gar nicht. Ich weiß es nicht. Aber wenn ich mir anhöre, dass einige Länder umdenken (Schweden mit der 30 Stunden Woche; Finnland will das BGE ausprobieren, Oslo will die erste autofreie Stadt Europas werden etc.), dann stimmt mich das optimistisch und es macht mich sehr fröhlich, weil wir da schon mittendrin in einer gewaltigen Veränderung stecken!

Die Frage ist nicht, ob eine Veränderung komm, sondern wann! Und wenn wir kurz innehalten und uns umsehen, stellen wir fest: Ups, da tut sich ja schon längst was.
Wie bereiten wir uns auf die Zukunft vor? Wie können wir die alten Pfade verlassen? Wie können wir neu denken? Was brauchen wir dazu als Einzelpersonen, als Kommune, als Gesellschaft?

Zum Weiterforschen:
Vortrag von Matt Cloyd (ca 5 Min.)
Solarpunk – notes toward a manifesto
Kurze Beschreibung der Solarpunk Ästhetik von Olivia Louise
Solarpunk Tumblr
Die politische Dimension von Solarpunk
Solarpunk will Science-Fiction den Optimismus zurückgeben

DIY Mundwasser

DIY Mundwasser - plastikfrei, schnell, einfach, selbstgemacht

Früher hatte ich nicht viel für Mundwasser übrig, ich glaub auch nicht, dass man uuuunbedingt Mundwasser braucht. Und egal welche Marke, es brannte im Mund und hinterließ ein ekelhaftes Gefühl.
Mundwasser ist abgefüllt in Plastikflaschen und ziemlich teuer. Von den fiesen Inhaltsstoffen möcht ich gar nicht erst anfangen.
Trotzdem nutze ich hin und wieder Mundwasser, denn ich bin bei Erkältungen sehr anfällig für Mandelentzündungen (Danke Bus mit Klimaanlage…grr!), aber deshalb extra etwas kaufen, was dann eh wieder nur rumsteht? Nö.

Die Lösung? Selber machen!

DIY Mundwasser - plastikfrei, einfach, schnell und selbstgemacht

Du brauchst:

  • 1 leere Flasche
  • Wasser
  • jap. Heilplfanzen-Pfefferminzöl
  • Natron

Alle Zutaten in der Flasche mischen, kräftig schütteln – fertig!

Für meine Flasche (ca. 300 ml) habe ich 2 Tropfen Pfefferminzöl und 1 gestrichenen EL Natron genommen.
Das Pfefferminzöl hinterlässt einen angenehmen frischen Geschmack. Beim Dosieren musst du aber darauf achten, dass du nicht zu viel erwischt, weil es sehr scharf nachbrennt.
Ich werde das nächste Mal nur 1 Tropfen Pfefferminzöl und 1 TL Natron nutzen. Musst mal selber probieren, welche Dosierung für dich passt.

Viel Spaß beim Gurgeln! :D

To Do – im Mai

Auch der April ist vorbei, die Welt dreht sich weiter, es ist Mai und hoffentlich bringt er ordentlich gutes Wetter mit. Ich will mit der Sonne faul im Park schmelzen, herumlungern und Eis essen und Vögel zählen.
Aber erst mal kurze Rückschau: Im April hab ich auf verpackte Süßigkeiten verzichtet und das empfand ich als absoluten Habit-Hack-Geniestreich. Ich weiß, da draussen gibt es Leute, die überhaupt kein Problem mit Zucker haben, die nicht von zuckerfreien Kuchen traurig werden, die prima ohne klar kommen. ICH NICHT. Ich liebe Zucker und brauch den. Er macht mich satt und glücklich. Der weiche schaumige Kuchenboden, dazu matschige Schokosahne oder Früchteglibber obendrauf, alles ineinander mit Glück verbacken und verwoben, dieser Genuss macht mich richtig richtig glücklich und darauf zu verzichten fänd ich in meinem Fall ziemlich dämlich. Problem nur: Ich esse manchmal zu viele Süßigkeiten. Und dann auch noch ekliges Zeug, das nach zwei Stückchen oder Bissen irgendwie klumpig im Magen hängen bleibt.
Das meiste eklige Zeug ist verpackt und weil das mit dem Müll ja auch so ne Sache ist, dachte ich einfach: Dann gibts halt im April ne Challenge. Keine verpackten Süßigkeiten essen, aber sich doch noch Unverpacktes (also Kuchen, Torten und Eis) gönnen ist eine spitzen Idee. Und es hat super funktioniert, daher werde ich das auch weiterhin so beibehalten und als Neuerung einbauen, dass es diese Leckereien wenn überhaupt nur am Wochenende gibt.

Außerdem will ich noch das machen:

  • einen Berg Comics lesen und den Gratis Comic Tag am 14.5. besuchen
  • Ins Kino gehen und Captain America Civil War anschauen
  • weiter Sportangebote testen, die Spaß bringen und bei denen ich nicht nach der Arbeit einschlafe
  • ein paar plastikfreie Mittelchen herstellen und ausprobieren
  • auf dem grünen Ring entlang wandern
  • weitermachen mit „Projekte abschließen“, denn das hat im April überhaupt nicht geklappt

Und was willst du im Mai machen?

Wochenrückblick KW31/2015

wrimg
Willkommen zum DingDong Digest dieser Woche, diesmal mit diesen Themen:

Es ist ein neues ApuZ-Heft erschienen, diesmal mit dem Thema „Megatrends“ – ich bin gespannt!

Toller Artikel und Interview auf Doktor Peng über das Tiny House Movement, das nun anscheinend auch in Deutschland ins Rollen kommt.

Lesen, merken und anwenden: How to simplify your style at home

Auch interessant: The end of capitalism has begun

Im BUND Einkaufsberater über Mikroplastik werden sämtliche Produkte die PE oder PP enthalten aufgelistet. Schön aufbereitet.

Hast du die Seifenblasen bemerkt?

okay, das ist die beste Idee des Jahres. Und total umweltfreundlich.

Falls du irgendwelche Perlen gefunden hast, her damit! Schönen Restsonntag wünsch ich dir!

Elektroschrott

Wenn ich hier durch die Großstadtstraßen schlendere, sehe ich nicht nur ausrangierte Christbäume sondern sehr viel entrümpeltes Zeug herumliegen. Wilde Müllhalden. Irgendwer wirds schon wegräumen.

In meiner grenzenlosen Naivität denke ich immer „Hurra, die Leute wollen minimalistischer Leben und misten ihr Leben aus!!!“ und erst dann holt mich mein Pessimismus ein: „ach nee, die schaffen nur Platz für was Besseres, Neueres, Schnelleres“. Seit Tagen steht ein „altmodischer“ Röhrenfernseher vor unserem Haus. Irgendwer wirds schon wegräumen. „Irgendwer“ und „weg“.  Aber Wer? Und Wohin?
Das hat mich neulich beschäftigt.
Da bin ich über dieses Video gestolpert. Filmemacher Alex hat mal nachgeforscht:

The Electronic Afterlife from Gizmogul on Vimeo.

Ich finds zwar nicht gerade prickelnd, dass er sein Zeug dort auch verbrennt, aber naja…auf mehr oder weniger kommts dort wohl auch nicht mehr an?! :(
Mir war das schon vorher klar, dass das nach Afrika oder sonst wohin verschifft wird, aber so im Detail kannte ich den Weg noch nicht.
Auf der Seite „Schrottfernseher“ kann man das aber nachvollziehen. Die Filmemacher haben einen GPS Sender in einen alten Röhrenmonitor gebastelt, das Ding abholen lassen und sind hinterher gereist. Erstaunlich.

Das ganze Thema ist ziemlich übel.

Was kann ich tun? Meine Ideen:
1. Nutzen, was ich habe und es gut pflegen. Muss ich immer up-to-date sein? Nö. Lernen, damit zufrieden zu sein. Auch wenn es nicht mehr ganz so modern ist. Wobei es ganz schön frech ist, dass man durch die weitere Technologisierung immer schneller ausgesperrt wird, obwohl die Hardware einwandfrei läuft.
2. Wenn ich was kaufe, dann vorher gut informieren. Geplante Obsoleszenz ist ja leider heutzutage auch ein Punkt. Herr DingDong hat tatsächlich den Drucker in seiner Firma mit nem Hack wieder hingekriegt! Das Internet hilft.
3. Andere Kanäle auftun. Ich kann ja auch erstmal was leihen und testen. Oder verleihen, wenn ich es nicht so oft benutze oder nicht mehr brauche.

Beim Dinge reparieren habe ich noch arge Schwierigkeiten, weil ich nicht nur untalentiert sondern auch faul bin. (Die Faulheit äußert sich dann in einem Verzicht) Aber es schadet bestimmt nicht, sich das mal ein bisschen beizubringen. Hm. Zumindest nehme ich mir das jetzt mal vor.

Wie ist das bei dir? Hast du viel Elektroschrott rumstehen? Reparierst du viel? Würdest du es gernen lernen? Warst du schon mal in einem RepairCafe?

Türchen Nr. 4 – Aussehen und Stil

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Ja, auch bei Türchen Nr. 4 gehts um unsere „Aussenhülle“, unseren Körper. Ein großes Thema auf derzeitigen Minimalismus-Blogs ist ja das #333Projekt.
Ich bin (leider) kein Modepüppchen, bin auch zu faul zum „shoppen“, aber manchmal will (und muss!)man sich auch mal entsprechend kleiden.
Darum gehts hier also heute. Minimalimus, Stilfindung und weniger Klamotten für mehr effektiven Einsatz:

Weniger Klamottenleichen, mehr geliebte Qualität! Wie konnte ich meine Garderobe reduzieren? Hängen da nur noch Lieblingsteile im Schrank? Wie sieht es mit Make-up, Parfüm, Pflegeprodukte aus? Habe ich mich in diesen Bereichen auf ein „genug“ beschränkt? Hat sich dadurch etwas vereinfacht?

Tjaaaaa, mal überlegen. 33 Teile sind es nicht. Eher 200. Mit allem. Sportklamotten, Unterwäsche, Socken. 200 Teile. Der Schrank ist gefüllt, ich ziehe alles an. Vielleicht ist es ein bisschen mehr, vielleicht weniger. Ich sortiere immer „on the go“ aus, da fehlt mir momentan der Überblick. Bisher bin ich nicht dazu gekommen noch mal gezielter auszumisten und eine Inventur anzufertigen. Eine Inventur macht bei Klamotten völlig Sinn. So kann ich sofort erkennen, was ich brauche und wovon ich genug habe. Einkaufen muss ich fast nicht mehr, ab und zu mal eine neue Jeans.
Eine Arbeitskollegin schenkt mir ihre aussortierten Sachen und das finde ich super. 1. Haben wir die gleiche Größe, 2. sind das nur hochwertige, gutaussehende Klamotten und 3. muss ich nicht losrennen und was kaufen.
Warum das Thema Stil noch hinzukommt? Weil ich durch Minimalismus endlich mal klarer sehen kann, wie ich mich anziehen und ausdrücken will. Wie gesagt, ich bin kein Modepüppchen, aber es ist extrem hilfreich zu wissen was man mag und womit man sich wohlfühlt und was einem steht, denn dann kann man den ganzen hässlichen Mist im Laden/Onlineshop sofort rausfiltern.
Das ist vor allem beim Shoppen in Second-Hand-Läden hilfreich. Man sucht ganz bestimmte Sachen. Wenn man sie in den entsprechenden Abteilungen nicht findet, spart man unendlich viel Zeit. (Meistens ist es dort nach Farbe sortiert, warum das nicht immer und überall so sein kann ist mir ein Rätsel!)
Oh und die Qualität! Ich kaufe nix mehr was im Laden schon Fäden verliert. Ich zupfe und ziehe, drehe um und lass es meistens liegen. Weils so minderwertig ist. Und weil ich keinen Bock mehr drauf habe.

Apropos Zeit: Mit meiner fast nicht mehr vorhandenen Make-up und Pflegeroutine ist es morgens ziemlich einfach. Und auch sonst: Wie viel Lebenszeit habe ich wohl gewonnen, seit ich nicht alle paar Wochen in der Drogerie Pflegeprodukte aussuchen muss?
Seit 3 Wochen benutze ich hin und wieder ein bisschen Make-up, weil mir der Alltag zu grau wurde. Und es erstaunt mich total was dann passiert. Da rennt man einmal mit nem farbigen Lidstrich rum und sofort sind die Leute netter. Komisch.

Also ich finde, diese Bereich sind bei mir ziiiiemlich minimalisiert. Ich spare ja auch sooo viel Müll, ein netter Nebeneffekt.

Der Beitrag von Daniel und der von Michael

Wie ist das bei dir? Nur noch Lieblingsteile im Schrank? Oder Klamottenkreislauf? Hast du ne einfache Kosmetik- und Pflegeroutine?

Wochenrückblick KW42/2014

Joah, doch, das Wochenende war bisher sehr erholsam…kann so für den Rest des Sonntags auch so weitergehen :D
Damit du auch deine Zeit ganz famos im Internet vertrödeln kannst, hier ein paar Links, vor allem gibts heute was zu gucken:

Eine Übersicht über Bekleidungsfirmen, die in Deutschland herstellen
Es lohnt sich bestimmt, sich die Firmennamen und/oder Marken für den nächsten Second Hand Trip zu merken.

Ein schönes Video zum Thema Digital Sabbath.

Minimalismus u.a. in Australien. Das Video zeigt die sympathische Bloggerin Brooke McAlary, die die meisten wohl von ihrem tollen Blog „Slow your Home“ kennen.

Und noch ein Video: Normale Frauen, die sich dank Bildbearbeitung in Covergirls verwandeln. Und ihre Reaktionen darauf.

Hab ich das hier eigentlich auch schon gepostet? Auf fluter gibts ja momentan eine Serie rund um das Thema Plastik. Diese Idee fand ich ganz besonders interessant. Das ganze Heft kann man sich übrigens in jeder Zentrale für politische Bildung kostenlos abholen oder einfach hier downloaden

Anna denkt über den DIY Trend nach.

Hm, nach diesem Artikel hab ich wieder Lust ins Museum zu gehen. „Twenty minutes these days is what three hours used to be, he noted.“

So, genug jetzt! Ein bisschen Haushalt muss ja auch noch gemacht werden :D

Schönen Restsonntag!!

Neues vom zero-waste-home

Bea Johnson vom zerowastehome-Blog ist wohl jedem bekannt, der sich mit plastik- bzw. müllfreiem Leben beschäftigt. Pflichtlektüre!

Auf RTL gibts jetzt ein neues Filmchen über sie und ihre Familie. Es wird gezeigt, wie sie einkauft, wie ihre Küche aussieht, was sie im Bad benutzt und was im Fall von Geburtstag oder Weihnachten zu tun ist.

Den Film kann man sich hier anschauen.

Ich bin begeistert, vor allem von ihrem minimalistischen Zuhause, aber mittlerweile habe ich mich (fast) schon davon verabschiedet komplett müllfrei zu Leben. Mit meinen Hobbies klappt das irgendwie nicht. Hm. Naja, vielleicht gibts ja noch Hoffnung?

Nachrichten aus der Mülltonne

Gestern habe ich zwei Publikationen zum Thema Müll entdeckt.

Die erste davon ist vielleicht für Kinder, Eltern, Lehrer und Erzieher ganz spannend:
„Nachrichten aus der Tonne“ ist ein Bilder-Sachbuchabenteuer mit Leo und Polly Pop.
Die Geschichte ist schön illustriert und erzählt vom Entstehen und Vergehen des Mülls. Ich war überrascht, wie modern das Buch ist. An einer Stelle wird sogar schon die Vermüllung der Ozeane thematisiert. Es gibt auch Tipps für Challenges, so ist zum Beispiel die Aufforderung enthalten eine Woche ohne Plastik durchzuhalten oder einen Tag lang keinen Müll zu produzieren. Das fand ich super!
Kostenlos bestellbar bzw. hier als Download

Und die zweite Entdeckung war endlich ein hübsch aufgemachter Ratgeber. „Abfälle im Haushalt“ erläutert alle Fragen rund um Mülltrennung, Abfallarm einkaufen usw. Der Informationsgehalt erscheint auf den ersten Blick recht mau bzw. altbekannt, aber die wahre Stärke des Ratgebers liegt m. E. in den Frage-Antwort-Übersichten und den vielen Literaturangaben.

Bonus: Wer wissen will, was Bund und Länder für die Abfallvermeidung tun, klickt hier.

Noch mehr zum Thema Abfallarm einkaufen habe ich in diesem Beitrag zusammengestellt.