Unterwegs in Hamburg: Der Erfrischungsraum

Nach dem ich auf dem Energieberg war, meldete sich um 9 Uhr morgens der Frühstückshunger. Also habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt und war endlich im Erfrischungsraum in der Tankstelle Brandshof.

Ich will da eigentlich gar nicht viel dazu schreiben, ich lasse lieber die Bilder sprechen.

Es ist dort alles soooo schön!!

Da steckt echt so viel Liebe drin und mir gefiel total gut, wie die Dinge wertgeschätzt werden. Die Kaffeemaschine ist noch aus den 60ern, voll funktionstüchtig. Auf der Toilette gab es übrigens ein Handtuch und ein Stück Seife und das hat mich noch glücklicher gemacht! (auch, weil mich der Seifengeruch an meine Oma erinnert hat..)

Der Kaffee war heiß und kräftig, die Brötchen haben gut geschmeckt und ab 11 Uhr, wenn das Kuchenbuffet eröffnet wird, gibts kalten Hund (und noch andere Kuchen…). Dann rollen auch die ganzen Oldtimer an, denn am Sonntag ist immer offenes Treffen. Das bringt richtig viel Spaß, weil die Fahrer natürlich auch die Liebe zu alten Dingen teilen und die Stimmung richtig gut ist.

Hach. Toll, oder?

Das wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Hinkommen:
Billhorner Röhrendamm 4,
20539 Hamburg

oder vom Hauptbahnhof mit der Buslinie 3 Richtung Tiefstack, Haltestelle Billhorner Brückenstraße

geöffnet:
Wochentags
4 Uhr früh bis 18 Uhr (klingt komisch, is aber so. Weil der Großmarkt daneben ist)
Am Wochenende 11 bis 17 Uhr
In der Saison 9 – 18 Uhr

Mitnehmen:
viel Zeit, deine Freunde, denn die werden es nicht bereuen + Platz im Magen

Anschauen:
den wundervollen Instagram-Account oder die Tageskarte sowie die tollen Oldimer, die vorbeifahren

Unterwegs in Hamburg: Energieberg Georgswerder

Im Rahmen des Tag für Stadtnatur, der – glaub ich – immer im Juni stattfindet, war ich auf dem Energieberg in Georgswerder und habe eine Vogelstimmenwanderung mitgemacht. Aufstehen um 5:30, den Bus um 6 Uhr nehmen, damit man um 7 Uhr da ist…puh. Das war hart! Hat sich aber gelohnt.

„Energieberg“ klingt erst mal seltsam und nach Greenwashing. Denn früher war dort eine richtig fiese widerliche Mülldeponie, die erst 2013 im Rahmen der IBA umgestaltet wurde. Jetzt stehen dort Windräder und Photovoltaik-Anlagen und gepflanzte Flachwurzler haben alles schön grün gemacht. Eine Kleischicht verhindert das Abrutschen und unten drunter und innen drin wurde alles mit einer Art Plastikwanne abgedichtet. Das kontaminierte Wasser wird abgeleitet und fachgerecht gereinigt.
Die Dorngrasmücke und die Klappergrasmücke sind dort übrigens auch zu hören (und bestimmt auch zu sehen, aber am Sonntagmorgen hatte ich kein Glück). Nach einer kurzen Rundwanderung erreicht man oben den „Horizontweg“ und kann seinen Blick über die Skyline Hamburgs schweifen lassen. Am Sonntag war es leider zu nebelig, aber ein bisschen was konnte man erkennen. Bestimmt ein toller Hotspot für Sonnenuntergangsbilder, vor allem, weil die Elbphilharmonie quasi von der „Rückseite“ zu sehen ist :D

Hinkommen:
Fiskalische Strasse 2
21109 Hamburg

S 31 bis Veddel, ca 15 Min. Fußweg
oder von dort mit dem Bus 154, Haltestelle Fiskalische Straße
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr
Montags geschlossen
Eintritt frei
Es werden übrigens auch öffentliche Führungen angeboten

Mitnehmen:
Mückenspray!!!
Brotzeit und Getränk
Fernglas / Kamera

Anschauen:
Baudokumentation (ca. 5 Min.)

Mein erster Bildungsurlaub

Da bin ich wieder – erholt und gebildet!
Vom 8.5. bis zum 12.5.2017 habe ich in Berlin einen Bildungsurlaub zum Thema „Meinung, Macht und Medien – Medienstadt Berlin“ mitgemacht und weil schon im Vorwege so viele Nachfragen kamen, schreibe ich hier mal einen kurzen Bericht auf.

Am Montagmorgen trafen wir uns alle im Gewerkschaftshaus der DGB für eine Kennenlernrunde (die ohne peinliche Spielchen statt fand!!). Die anderen Teilnehmer waren alle schon älter und hatten mehr Bildungsurlauberfahrung, es war sogar eine Gruppe dabei, die sich immer zum „Bildungsurlauben“ trifft. Obwohl alle aus unterschiedlichen Bereichen und unterschiedlichen Bundesländern kamen, war die Stimmung sofort sehr entspannt und neugierig. Das Gruppengefüge war im Laufe der Woche aber dann doch so, dass sich ein paar Cliquen gebildet haben. Das fand ich sehr lustig. Einiges ändert sich wohl wirklich nie :D
Gleich am Anfang stellte sich jedoch heraus, dass sich das Programm ein bisschen veränderte, da einige Institutionen absagen mussten. Aber es wurde für Ersatz gesorgt und gestört hat es uns nicht großartig.
Als Bildungsurlaub-Neuling hatte ich ja ohnehin keine Vergleichsmöglichkeiten.

Also, was haben wir gemacht?
Es gab ein Gespräch mit einem freien Journalisten, der damals auch schon für Willy Brandt gearbeitet hat, wir besuchten das ARD-Hauptstadtstudio, machten einen Rundgang mit Lobbycontrol (unabhängig vom Bildungsurlaub sehr zu empfehlen), saßen in Redaktionssitzungen beim Tagesspiegel und bei der TAZ, waren beim rbb inforadio zu Besuch, huschten durch den Newsroom der dpa und ließen uns erklären, was Reporter ohne Grenzen so macht. Achja! Einen Vortag über die Berliner Journalistenschule gabs auch noch. Wir waren dann auch außerhalb dieser Veranstaltungen noch in der Bundeszentrale für politische Bildung und einer der Seminarleiter hat uns auf einen Rundgang durch das alte Zeitungsviertel rund um Checkpoint-Charlie mitgenommen. Das war auch cool.

Alles in allem sehr vielfältig, jeweils als Programmpunkt am Morgen und am Nachmittag. Meistens ging es von 9 bis 17 Uhr, manchmal fing es früher an, manchmal später und entsprechend war dann auch mal früher Schluss.
Es soll ja auch Urlaub sein :D Für mich war gut, dass es nur am Montag und am Freitag ein gemeinsames Essen gab. Das hat die Seminarleitung auch bewusst so gesagt, weil ja einige auch alleine sein wollen. Ich konnte zwischendurch sogar mal zurück ins Hotel, das war ganz entspannt.

Nun, was habe ich für mich mitgenommen? So einiges.
Es war sehr viel Input, den ich auch nochmal durchdenken muss.
Aber ich weiß jetzt, dass man den Journalisten und den Redakteuren doch einiges zutrauen kann, weil ich gesehen habe, dass sie sich bemühen und gegenseitig kontrollieren. Da sitzen wirklich schlaue Leute, die den ganzen Tag miteinander und mit anderen reden (müssen). So ein Job würde mich fertig machen. Da ist überhaupt nix mit Freizeit und ich weiß gar nicht, wie man so exisitieren kann. Die Welt würde sich verlangsamen, wenn Journalisten das Tempo rausnehmen würden…
Ich weiß jetzt auch, dass Radio- und Fernsehbeiträge die 1:30 nicht überschreiten sollten und dass man von jeder Nachricht immer etwas weglassen muss, um einen anderen Aspekt mehr Gewicht geben zu können. Kurzum: Da sitzen Menschen, die aus der Informationsflut das Interesssanteste herausfischen wollen. Da passieren natürlich auch Fehler und meine Aufgabe als Leser, Zuschauer oder Informationskonsument ist es, der Berichterstattung generell kritisch gegenüber zu stehen.
„Lügenpresse!“ zu schreien wäre zu einfach und ist ganz schön undankbar. Lieber wäre mir da eine ehrliche, gesamtgesellschaftliche Fehlerkultur, die uns immer wieder daran erinnert, dass wir Menschen sind. Überhaupt, dieses Kritisieren. Das hat mich von den Redaktionssitzungen am meisten beeindruckt. Beim Tagesspiegel war das sehr intellektuell untermauert, bei der taz eher auf Augenhöhe – aber immer mit Respekt. Das war sehr konstruktiv und fruchtbar. Loben gehörte da übrigens auch dazu und das kann man sich absschauen für eigene Meetings.
Bei allen Gesprächen mit den Redakteuren kam das Thema irgendwann auf die Zukunft der Medien und das die Demokratie auf dem Spiel steht.
Wie schnell das mit dem Entzug bzw. Einschränkung der Pressefreiheit gehen kann, zeigen ja die Beispiele Türkei und USA, deshalb bin ich sehr froh und glücklich, dass es bei uns noch so harmlos ist, obwohl man natürlich auch hier einiges verbessern muss.
Ich glaube, dass die Tageszeitung, so wie wir sie jetzt noch kennen (raschelndes Papier, dass einem beim Lesen dreckig macht) in 10 Jahren weg vom Fenster ist. Twitter ist vor allem für die dpa eine heftige Konkurrenz und warum soll man einen Tag auf ein Printprodukt warten, wenn es online schon innerhalb weniger Minuten zu lesen ist? Als ich das in der Gruppe mit hauptsächlich 50+ Menschen geäußert habe, war natürlich wieder dieses „aber ich mag es Papier anzufassen“-Argument. Das ist zwar schön aber zu kurz gedacht. Eine gedruckte Zeitung kann nicht von einem Menschen mit einer Sehschwäche gelesen werden, eine e-Ink-Paper, bei der man sich die Buchstaben vergrößern kann schon. Die Zukunft ist – unter anderem – barrierefrei, liebe Verleger. Wer soll die Dinger überhaupt ausliefern? Selbstfahrende LKWs? Drohnen? Oder einfach Geld in einen Schlitz stecken und die jeweiligen Ressorts am Kiosk der Zukunft ausdrucken lassen?
Von den Ressourcen und der Müllentsorgung fange ich besser gar nicht erst an. Oder den Stapel ungelesener Zeitung im Korb neben dem Sofa…(gibts den eigentlich noch?) Liest du noch Zeitung?

Am meisten überrascht hat mich die Erkenntnis, dass als einziges klassisches Medium das Radio die besten Zukunftsaussichten hat. (Und das lass ich jetzt bewusst so stehen.)
Das Fernsehen schafft sich ja gerade selbst ab.

Gut, genug von der Zukunft. Ist auch wie gesagt nicht fertig gedacht, sondern soll nur mal kurz Einblick in meine Gedankengänge bieten. Es ist ziemlich komplex. Und da hab ich noch nicht mal den Komplex Meinungsmache eingebastelt. Da haben sich die Gesprächspartner nämlich auch ein bisschen zurückgehalten…

Bildungsurlaub ist jedenfalls sehr sinnvoll und wenn du die Chance hast, einen zu machen, dann tu das bitte.

Noch ein paar Tipps, Hinweise und Links:
Informiere dich im Bildungsurlaubsgesetz deines Bundeslandes über die Formalien oder frag bei deinem Chef oder direkt im Personalbüro nach. Seminare der Anbieter sind immer entsprechend „als Bildungsurlaub anerkannt“ gekennzeichnet.
Es gibt übrigens auch eintägige Seminare, Radfahrer-Bildungsurlaube usw. Meistens sind die Bildungsurlaube aber mit Exkursionen verbunden.
Es muss ja nicht mal was direkt mit deinem Job zu tun haben, es reicht völlig aus, wenn der Chef einen „Mindestnutzen“ erkennt. Aber bei „politischer Grundbildung“ als Ziel des Seminars ist das ja schon gegeben.
Schau dich mal bei der VHS um, oder guck mal in Weiterbildungsdatenbanken nach Anbietern. Wichtig ist, dass du dich frühzeitig anmeldest, da alle Seminare eine begrenzte Teilnehmerzahl haben. Die neuen Programme der Anbieter erscheinen im Herbst, deshalb solltest du schnellstmöglich mit deinem Chef klären, ob es nächstes Jahr möglich ist, Bildungsurlaub zu machen.

http://www.bildungsurlaub-machen.de/
https://www.arbeitundleben.de/
Bundeszentrale für politische Bildung
Nachrichtentisch bietet nen schnellen Überblick, worüber was berichtet wird
die dpa nutzt Twitterlisten, die jeder abonnieren kann. Sehr nützlich
auf newstral kann man vergleichen, was die Presse schreibt
Der übermedien Blog berichtet -genau- über Medien und guckt den Journalisten auf die Finger
Lobbycontrol – es lohnt sich, sich mit dem Thema Lobbyismus genauer zu beschäftigen.

Wenn du noch Fragen hast, gerne. Auch bin ich daran interessiert, wie du Nachrichten eigentlich konsumierst (ich z.B. nur noch über Twitterlinks auf Nachrichtenseiten) und wie du die Zukunft der Medienlandschaft so siehst.

25 Ideen für ein persönliches Reisetagebuch

In meinem Kurzurlaub über Ostern habe ich zum ersten Mal ein Reisetagebuch geschrieben. Warum? Weil ich 1. gerne Sachen aufschreibe, damit ich mich besser daran erinnern kann und 2. meinen Lagerbestand an Notizbüchern reduzieren möchte. #minimalismus

Anstatt typische Souvenirs zu kaufen, habe ich meine Eindrücke und Erfahrungen im Büchlein sichtbar gemacht. Traditionell war es in den letzten Urlauben auch schon immer so, dass wir uns abends nach einem langen Tag voller neuer Begebenheiten unsere Fotos anschauten und so den Tag Revue passieren ließen. Das macht total viel Spaß! Aber nach ein paar Monaten verblasst die Erinnerung und man hat echt Schwierigkeiten die ganzen Ereignisse den einzelnen Tagen zuzuordnen. Vor allem muss das Gehirn joggen, wenn man mehrere Male am selben Ort war.
Da vermischt sich einfach alles!

25 Ideen für ein Reisetagebuch

Ein Reisetagebuch ist für mich ein ideales Hilfsmittel, um ganz bewusst zu reisen und den Urlaub richtig zu genießen.
Außerdem hilft es super, wenn man sich alleine im Lokal ein bisschen verloren vorkommt oder es durch Regenwetter kurzfristig zu Planänderungen kommt. Man kann drin rumkritzeln, schreiben, blättern, sich dran festhalten und sich so die Zeit vertrödeln.
Ich finde es immer ein bisschen traurig, wenn ich daran denke, dass für viele der Urlaub erst am Zielort anfängt. Dabei fängts doch schon mit Koffer packen und vor-sich-hin-träumen an, oder? Es wird zwar alles geknipst und gefilmt, aber die vielen neuen Eindrücke werden irgendwie dann doch nicht verarbeitet und die Fotos bleiben unbeachtet auf der Festplatte und schmurgeln vor sich hin. Good old Goethe meinte „Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet.“, aber was bringt eine Reise, ein (für die eigene Geldbörse und die Natur kostspieliger) Urlaub, wenn man nix davon wirklich mitkriegt? Der Urlaub schrumpft zum Konsumgut zusammen, nur damit man ein bisschen was für seinen Instagramfeed hat. Das ist doch traurig, non?

Dinge aufschreiben ist schwierig, wenn man keine Übung drin hat. Wenn du gerne zu den Tagebuchschreibern gehören willst, es aber bisher nie durchgehalten hast: Versuchs mit einem Reisetagebuch! Der Zeitraum des Schreibens ist begrenzt, du hast ein vorgefertigtes Thema (der Urlaub) und es ist ein schönes Ritual, um den Tag anzufangen oder zu beenden.

Reisetagebuch führen für Dummies - 25 Schreibideen


Und was soll ich da reinschreiben?
Hier ein paar Ideen:

1. Am Anfang der Reise: Wie stellst du dir den Urlaub vor? Ist es das erste Mal im Ferienhaus/Hostel/Gruppenreise/Luxusressort?
2. Was möchtest du dort unternehmen? Worauf freust du dich?
3. Gibt es etwas, was dich verunsichert?
4. Ich packe meinen Koffer und nehme mit: _______ [eine Liste]
5. Angekommen! Dein erster Eindruck?
6. Beschreibe dein Hotel/-zimmer, Ferienwohnung
7. Wo und was hast du gegessen? Wie hat es dir geschmeckt? Beschreibe ortstypische Speisen und das Lokal. Hat dir das Lokal ein Einheimischer empfohlen?
8. Beschreibe dein Stadtteil/Ortschaft/Nachbarschaft in der du dich befindest. Was ist daran besonders?
9. Skizziere eine Sehenswürdigkeit, die du besucht hast
10. Wie hört sich die Stadt/das Land dort an?
11. Wie riecht es dort?
12. Wie ist das Klima und das Wetter? Kommst du gut damit zurecht? Ist es die gleiche Wärme/Kälte, wie an deinem Heimatort?
13. Beschreibe die Einheimischen. Worin unterscheiden sie sich? Was ist anders? Was habt ihr gemeinsam?
14. Was sind landestypische Souvenirs? Fertige eine Liste an oder zeichne sie.
15. Wer ist/sind dein/e Reisepartner? Welche Meinung haben sie zum Reiseort? Was gefällt ihm/ihr/ihnen? Was nicht?
16. Vergleiche den Zielort mit deiner Heimat – was ist anders? Was ist gleich?
17. Hast du ein paar Slang- Wörter (Dialekt?) aufgeschnappt? Wenn ja, welche?
18. Was hat dich – im Gegensatz zu deinen Erwartungen – am meisten überrascht?
19. Wie fühlst du dich?
20. Was hast du bei dieser Reise über dich gelernt? Hat dich die Reise verändert?
21. Hast du deine Komfortzone verlassen? Was war der Auslöser/Anlass?
22. Was hast du bei dieser Reise über die Leute und das Land gelernt?
23. Gibt es irgendetwas, was du für deinen Alltag übernehmen willst? Wenn ja, was?
24. Wovor hattest du Angst? Hast du eine Mutprobe überstanden?
25. Was wirst du am meisten vermissen, wenn du wieder zuhause bist? Was überhaupt nicht?

Reisetagebuch führen für Dummies - 25 Schreibideen

Und noch ein kleiner Organisations-Tipp:
Hinten ins Notizbuch einen Umschlag kleben für Eintrittskarten, Bierdeckel etc. die du dann zuhause einkleben kannst (dann musst du nicht Klebstoff und Schere mitschleppen), dazu Briefmarken und eine Adressliste für Leute, die eine Postkarte bekommen sollen. Denn Postkarten schreiben ist auch etwas, was man alleine im Café erledigen kann.

Ich beschäftige mich momentan in meinem Reisetagebuch mit den verschiedenen Arten der Unterkünften und der Art des „Urlaubens“ und wie das zu mir passt…

Hast du schon mal ein Reisetagebuch geführt? Klebst du oder schreibst du?
Hast du weitere Ideen für Gedanken, die man sich im Reisetagebuch notieren kann?

Weimar für Geeks

weimarguideEigentlich ist es doof, einen Geek-Guide über Weimar zu schreiben. Denn das ist völlig unnötig. Man sucht sich ein Hotel in der Nähe der südlichen Altstadt aus und guckt sich einfach alles an. Es ist wirklich alles nahe beieinander, so das man von Museum zu Museum hopsen kann. Strategisch günstig dazwischen sind tolle Restaurants, Eisdielen und Cafés. Es kann also nix schiefgehen. Die WeimarCard lohnt sich, wenn man mind. 2 Tage dort ist. Obwohl die Stadt im Sommer vor Touristen wimmelt, geht man sich seltsamerweise nicht auf die Nerven.

Vor allem kommen in Weimar die Literatur-Geeks und Geschichtsnerds auf ihre Kosten. Meine Highlights:

1. Die Treppe im Goethe-Wohnhaus hoch- und runterschreiten und im Goethe Nationalmuseum über alte Dinge staunen.
goew
Wenn man in Weimar ist MUSS man dort hin. Sonst war man nicht in Weimar. Und das ist kein Witz. Weimar = Goethe. Goethe hat sich – inspiriert von seiner Italienreise – das Häuschen am Frauenplan nach seinen Vorstellungen umgebaut und dabei kam etwas ganz Hübsches raus. Die Zimmerfluchten, die schönen Wandfarben (Feng Shui? nee – er hat seine Farbenlehre selbst angewandt) und die absolut supertolle Treppe, bei der man sich ganz Erhaben und groß fühlt, wenn man hoch- und runterschreitet – ganz ganz toll! Sein Wohnhaus hat mich daran erinnert, dass Inneneinrichtung auch Inspiration sein kann oder auch muss. Aus konservatorischen Gründen ist die Besucheranzahl reglementiert, aber es war überhaupt kein Problem für uns da rein zu kommen. Plant aber trotzdem evtl. eine Wartezeit und eine Alternative ein.

2. Die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek
aabAls Buchnerd muss man da rein. Keine Diskussion! Der Rokkoko-Saal ist trotz trauriger Lücken in den Bücherregalen eine Augenweide. Und mit der Info-Ohrenkeule erfährt man ne ganze Menge über die bedeutenden Gäste von Anna Amalia. Überhaupt finde ich Anna-Amalia ziemlich cool. Was mir ganz besonderen Spaß gebracht hat: In den schweren Filz-Pantoffeln über den knackenden Holzboden schlurfen. :D

3. Das Weimar-Haus
Okay, das kommt vielleicht ein bisschen cheesy rüber, aber ich steh total auf so komische Event-Museen, denn sie sind kurzweilig und echt spaßig. Gebt ihnen mal ne Chance. Im Weimarhaus erfährt man ganz leicht etwas über die Geschichte der Stadt und ist somit ein idealer, lockerer Einstieg von der Urzeit bis zur Weimarer Klassik. Das Museum endet bewusst dort, damit man dann gleich hinterher auf Entdeckungsreise gehen kann. Für kleinere Kinder vielleicht ein bisschen gruselig, aber für maulige Teenager bestimmt super. Jeder Raum ist ausgestattet mit Geräusch- und Beleuchtungseffekten und Wachsfiguren, die ich ziemlich gelungen fand.

4. Das Schiller-Haus und das Schiller-Museum
schiwo
Auch ein Muss: Durch Schillers gute Stube schlendern und erkennen, dass er ganz anders als Goethe war und sie trotz ihrer Unterschiede ne richtig gute Freundschaft hatten.

5. Das Glockenspiel am Rathausplatz anhören
glsp
…weils so schön klingt und aus Meissner Porzellan ist. Bei schönem Wetter kann man auch ganz nett draussen frühstücken, Leute beobachten und einen Plan für weitere Erkundungen machen.

Wir waren noch im Stadtmuseum, im Gingko-Museum und im Bauhaus-Museum, was auch toll war.
Mehr haben wir leider trotz der räumlichen Nähe nicht geschafft. Macht aber nix. Weimar ist wieder ne Reise wert darauf freue ich mich schon jetzt.

Warst du schon mal in Weimar? Was muss man noch gesehen haben? Was hat dich beeindruckt?

Dresden für Geeks

dresdenguide
Herr DingDong und ich waren 1 Tag in Dresden und hatten daher nicht viel Zeit.
Aber wir haben uns spontan ein paar coole Sachen ausgesucht, die uns so sehr begeistert haben, dass wir sie mit dir teilen wollen:

1. Eine Runde mit der Park-Eisenbahn drehen
pesbahn
Eigentlich bin ich gar kein Eisenbahn-Nerd, aber ja, doch – es gibt das kleine Glück auf 15 Zoll Spurweite! Das war vielleicht herrlich! Eine Fahrt mit der Dresdner Parkeisenbahn ist wirklich sehr merkwürdig, cool und absolut genial. Man kauft sich eine Karte, ein Kind von ca. 12 Jahren knipst sie ab und man steigt in eine kleine Eisenbahn. (Wir wollten eigentlich mit der Dampflok fahren, aber leider war die schon unterwegs. Die Elektrolok war aber auch völlig in Ordnun). Die Bahnsteige sind sauber und winzig, man steigt in einen kleinen Wagon, eine Kette wird vorgemacht, die Kinderschaffner schauen ernst, ein Pfiff – und zack – gehts los!
Bei schönstem Wetter fährt man eine Runde durch den Park und begegnet Leuten, die alle ein dickes Grinsen im Gesicht haben, sich wundern und winken. Natürlich winkt man zurück, weil man sich auch freut. Beim Bahnhof wird schrill gepfiffen, die Kinder halten Schildchen hoch, Fahrgäste steigen ein und aus und Sommerlicht glitzert durch die Bäume. Davor oder danach kann man entweder den Zoo oder das Deutsche Hygiene-Museum besuchen, da beides in der Nähe ist.

2. Den Mathematisch-Physikalischen Salon besuchen
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Und bitte mit Audioguide. Bekannte Sprecher erzählen etwas über Musikautomaten, Teleskope, Brennspiegel und Uhren. Die Ausstellung ist klein, aber fein und sehr geschmackvoll. Der absolute Oberhammer ist die Planetenuhr, die sich August der Starke hat anfertigen lassen. Wer auf Feinmechanik, Astronomie und technische Spielereien steht, sollte unbedingt dort hin. Wer sich überhaupt nicht dafür interessiert, wird aufgrund der Präzision und Schönheit nicht enttäuscht sein. Seit dem Besuch der Ausstellung gucke ich sehr gerne auf meine Armbanduhr, weil sie mir wie ein Wunder vorkommt. Also fragt mich das nächste Mal, wie spät es ist. :D
Mehr Infos, Filmchen und ein Panorama gibts hier.

3. Eine Führung durch die Semperoper mitmachen
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Ideale Ergänzung nach dem Besuch des Mathematisch-Physikalischen Salons. Warum? Weil dort die 5-Minuten Uhr angebracht ist, die im Salon nur als Modell steht. Und sie funktioniert. Lasst euch erzählen, was es mit dieser besonderen Uhr auf sich hat und macht bei der Führung eine Zeitreise. Die Führung war total gut. Unser Tourguide war total engagiert und witzig, hat alle Fragen kompetent beantwortet und in der Kleingruppe (wir waren 6 Leute) hat es viel Spaß gemacht, weil es gleich so eine herzliche Gemeinsamkeit war.

Selbst wenn man nichts von den 3 vorgeschlagenen Sachen mitmacht, ist Dresden eine Reise wert. Die Straßen sind breit genug, damit man anderen Touristen nicht in die Quere kommt, die Architektur ist atemberaubend und es gibt ziemlich viele Flanier- und Bummelplätze, öffentliche Räume, auf denen man einfach nur so mit einem leckeren Eis abhängen kann. Alles recht entspannt, kann man machen :D


So – du bist dran! Was soll ich für meinen nächsten Dresden-Besuch einplanen?

Dinge, die mich freuen…

RiiingDiiiingDoooongPüüüüng (<- das müsst ihr euch als Glockengeläut vorstellen, etwa so) – die Blogpause ist vorbei!!

Der Monat sollte bunt werden und das wurde er! Gut, er ist noch nicht ganz vorbei, aber eigentlich hatten wir mit dem Wetter doch wirklich Glück, oder?
Es war manchmal grau, manchmal nebelig, aber doch auch ziemlich bunt. Zumindest habe ich mich bemüht nach viel Buntem Ausschau zu halten und das hat sehr viel Spaß gemacht:

lichtkubus

indieserichtung

LaubHH

blwe

herbstwunder

Ich freu mich auch über meinen neuenalten Freund, der mich immer vergisst, aber mir beim Lesen trotzdem ein bisschen Gesellschaft leistet:
lesefreund

Der Urlaub hat gut getan. Ich wurde durch die Kleinstadt zu Langsamkeit und Entschleunigung gezwungen. Das war wie immer ein echter Kulturschock, aber auch total erholsam.
pa

War/Ist dein November auch bunt?

Sonntagsausflug: U Meiendorfer Weg bis U Volksdorf

Vor zwei Wochen waren Herr DingDong und ich unterwegs. Wir wollten raus, aber nicht allzu lange herum wandern. Ein Blick auf die Wanderkarte und schwupp – schon haben wir eine schöne, relativ kurze Strecke gefunden!

AusflugHHH2014

Start: U Bahn Haltestelle Meiendorfer Weg (U1)
Ziel: U-Bahn Haltestelle Volksdorf (U1)
Optional: Einkehr in der Ohlendorffschen Villa (Kaffee & Kuchen als Ziel?! immer! :D) in Volksdorf

Ich habe mit scribblemaps mal eine Karte aus meinem Gedächtnis gezeichnet. Der Waldweg bis nach Volksdorf ist ausgeschildert. Mit Klick auf das Bild landet ihr großen Karte.
HerbstwanderungHamburg

Viel Spaß beim Entdecken!

Minimalistisch Reisen – mein erster richtiger Versuch

…und er hat geklappt!

Im Netz sind diverse Anleitungen und Tipps, wie man mit möglichst wenig weit reisen kann. Ich habe mich daran orientiert und mir gedacht: Nimm das mit was du brauchst und davon noch die Hälfte. Im Endeffekt hat minimalistisch reisen einfach nur etwas damit zu tun seine Ängste und Unsicherheiten über Bord zu werfen. Und genau das habe ich getan.

Insgesamt war ich 10 Tage weg, davon 5 Tage im Saarland und 5 Tage in Paris. Herr DingDong und ich wollten beide mit so wenig Gepäck wie möglich reisen und waren beide bereit zu waschen. Glücklicherweise hat sich herausgestellt, dass die Finca, wo wir im Saarland übernachtet haben, eine Waschmaschine hat!! Es war also überhaupt kein Problem mit so wenig Sachen auszukommen. Das Problem war eher meine Gedanken abzustellen: „Mist, hättest du doch festere Schuhe mitgenommen“ oder „Mh, ne Regenjacke wäre vielleicht doch besser gewesen, oder?“ – Da ich weder Regenjacke noch festere Schuhe dabei hatte, musste ich eben mit dem auskommen was ich dabei hatte. Und siehe da, ich habs überlebt :D
Im Nachhinein wäre beides nur überflüssig gewesen.

Meine Klamotten passten in diesen Standard-Bundeswehrrucksack, es gab sogar noch Luft nach oben:

Socken und Unterwäsche habe ich zusammengefasst und einen Netzbeutel gepackt, die Sandalen haben in einem extra Beutel Platz gefunden, der später für die Schmutzwäsche herhalten musste.

Und das war der Inhalt meines Kulturbeutels:

(Deomischung, Natron, Kokosöl, Waschlappen, Schlafmaske, Zahnbürste und ein paar Krimskramssachen, die ich in letzer Zeit gesammelt habe)

Meine Vorgehensweise:
– das Wetter am Urlaubsort checken (so konnte z.B. die Regenjacke zuhause bleiben)
– ein möglichst praktisches (und kleines) Gepäckstück aussuchen, in meinem Fall der Rucksack
– überlegen, was ich machen will bzw. welche Aktivitäten anstehen
– eine Liste anlegen, mit allem was ich mitnehmen will (geht z.B. wunderbar hiermit)
– alles zusammensuchen, einpacken und nach 30 Min. fertig sein :D

Minimalistisch reisen ist herrlich und sollte sich jeder mal trauen! :D
Üben kann man immer, bei Kurztrips, auf Geschäftsreise oder bei der Fahrt zu den Eltern (dort steht zumindest immer ne Waschmaschine ;D)

Weitere interessante Links:

extreme light travel von miss minimalist
How Traveling Lightly Changed My Life, auch von miss minimalist
No Baggage Challenge von Rolf Potts
The Tao of Travel von Leo Babauta/zenhabits
The Beginners guide of minimalist travel von Karol Gajda

Bist du schon mal minimalistisch gereist? Was ist dein wichtigster Tipp?

List-o-Manie: 9 Dinge, die ich im Urlaub gelernt habe

Hurra, wieder zurück! Zwar mit ner fetten Bronchitis als Souvenir, dafür aber gut gelaunt! Keine Sorge, die Bronchitis, die ich mir dank diverser Klimawechsel eingefangen habe, ist schon wieder am Verschwinden.
Trotzdem ist noch ein bisschen Bettruhe angesagt. Und als Bettlägrige hat man ja viel Zeit nachzudenken…das Ergebnis? Diese Liste!

9 Dinge, die ich im Urlaub gelernt habe:

  1. Leben wie Gott – im Saarland! Dort ist es wunderschön und die Portionen auf dem Teller sind immer seeeehr gut gemeint!
  2. Wenn man viel zu tun hat und/oder fix und fertig ist, reicht auch 1x am Tag Essen. Bei den Portionsgrößen im Saarland sowieso.
  3. Zeitreisen machen Spaß! (Auch wenn sie wissenschaftlich nicht korrekt sind)
  4. zera

  5. Minimalistisch reisen besteht in der Hauptsache darin, seine Ängste zu überwinden. Wie Recht er hat!
  6. Klimaanlagen sind wirklich wirklich fiese Dinger!!!!
  7. Je weicher das Wasser, desto schöner das Haar
  8. Kamm vergessen, Finger genommen. Und zu Hause meinen halbkaputten zerschraddelten Plastikkamm entsorgt
  9. Toleranz lernt man am Besten gemeinsam mit anderen Touristen. Wenn man sich mit diversen Nationalitäten in einer Wolke aus fremdländischen Mundgerüchen vor der Mona Lisa herumdrückt, kann man sich gar nicht mehr aufregen, weil man selbst ein Teil davon ist. (Das war sowas von bekloppt!)
  10. mlil

  11. Paris stinkt fürchterlich nach Pisse und kann einen trotzdem bezaubern.
  12. HDRtist Pro Rendering - http://www.ohanaware.com/hdrtistpro/

Hach, schön wars. Und das Beste: Der Urlaub ist noch NICHT vorbei!!!! :)

Welche neue Erkenntnis hattest du in letzter Zeit?