Comics und Graphic Novels: Lesen ist Fernsehen im Kopf

Das Apfelmädchen hat mich neulich in einem Kommentar gebeten, einen Beitrag über meine Lieblingscomics zu machen.
Und durch das Video, dass sie getwittert/gepostet hat, musste ich mich plötzlich daran erinnern, wie es mir Anfang des Jahres ging, als ich noch keinen Schimmer von Comics hatte. Jetzt wirke ich auf Nicht-Comic-Leser wie der totale Obernerd. LOL.

Ich lese erst seit Januar/Februar Comics (und damit meine ich auch diese monatlich erscheinenden Heftchen aus dem Hause Marvel/Panini) und Graphic Novels, davor hatte ich keinen Zugang, weil mir das irgendwie nie jemand nahegelegt hat und ich bin seltsamerweise auch nicht auf die Idee gekommen mal einen Comic zu lesen. (Lustigerweise war ich davor jedes Jahr beim Comicfestival..hmm?…)

Ich weiß nicht mehr wie es genau angefangen hat, aber mittlerweile bin ich total angefixt. Ein Arbeitskollege hat mir einen kleinen Teil seiner bisher gesammelten Marvel-Werke ausgeliehen: ein paar Hefte X-Men und das Event Civil War.
Die habe ich durchgelesen und es war toll. Also habe ich mich umgesehen und wollte mehr lesen, wusste aber nicht wo anfangen. Im Comicladen bekam ich die ersten Hinweise, ne Panini-Vorschau und ein fröhliches „bis dann!“. Eine Woche später hab ich es dann endlich kapiert.

Hier meine Tipps:

  1. Egal ob ein Comic-Geek vor dir steht oder du dich in einen Comicladen verirrt hast: Gib sofort offen und ehrlich zu, dass du absolut keinen Schimmer hast. Und: Bleib neugierig und aufmerksam.
  2. Krall dir ne aktuelle Panini-Vorschau. Gibt es auch in digitaler Form.
  3. Such dir was aus. Was interessiert dich? Batman? Die X-Men? Was klingt für dich spannend? Welcher Zeichenstil gefällt dir am Besten? Du kannst dir auch Leseproben runterladen.
  4. Mach dir Notizen zu den Heftnummern. In den meisten Heftchen gibt es sog. Tie-ins, das heißt, es fängt mitten im Heft eine andere Story an. Manchmal reicht es, bei einer bestimmten Heftnummer anzufangen. Auch gibt es zu bestimmten Zeitpunkten Sammelbände, wo ca. 5-7 Hefte zusammengefasst sind.
  5. Stiefel in den Comicladen und gib ne Menge Geld aus und freu dich an dem guten Geruch und an dem Papier und an den tollen Zeichnungen und an der Hammerstory.

Zugegeben: Vom minimalistischen Standpunkt gesehen ist das Thema Comicheftchen lesen (und sammeln) nicht gerade das beste Hobby und ich weiß noch nicht, wo mich die Reise hinführt. Momentan lese ich die Avengers, dazu das Event Infinity und die Guardians of the Galaxy. Wenn es mir langwelig wird, höre ich halt auf.
Es hilft, wenn man Kumpel hat, die selbst Comics lesen, dann kann man immer wieder etwas leihen und austauschen. Noch ist es bei mir überschaubar.

Gut ist es auch, den Gratis-Comic-Tag zu besuchen. Man bekommt gratis 2-3 Heftchen mit Auszügen oder abgeschlossene Geschichten und kann sich so mit verschiedenen Stilen und Genres auseinandersetzen ohne einen Cent dafür zu bezahlen. Außerdem trifft man echt nette Leute. Wenn man bestimmte Heftserien oder günstigere Comics sucht (und natürlich auch Sammlerexemplare) sollte man eine Comicmesse besuchen.

gct2014

Und irgendwann bin ich dann auch zu den Graphic Novels bzw. den Comicalben gekommen. Bisher habe ich noch kein einziges Album gekauft, meine Bücherei hat ne super Auswahl und die will ich erstmal erforschen. Hier zählt das Cover – ich leihe einfach immer das aus, was mich momentan anspricht.

Begeistert war ich z.B. von

  • ausnahmslos allen Sachen von Bastien Vivès (Der Geschmack von Chlor, das Gemetzel, Polina usw. )
  • „Universal war one“ 1-6
  • „Der Schimpansen-Komplex“ 1-3
  • „eine Nacht in Rom“ 1 + 2
  • „Schneekreuzer“
  • „Blau ist eine warme Farbe“
  • alles von Nicolas Mahler
  • alles von Katz und Goldt
  • „Einmal durch den Louvre“

Wenn ich hierzu Ideen brauche, checke ich die Verlagsseiten von Splitter, Cross Cult, Egmont oder reProdukt oder ich schmökere im Comicladen, Buchhandel oder in der Bücherei. Oder redet mal mit eurem Comichändler, was er so empfiehlt. Wer in ner Kleinstadt wohnt, findet eine Auswahl auch in Bahnhofsbuchhandlungen.
Und: Es lohnt sich ein Comicfestival zu besuchen.

Gebt den Comics ne Chance. Die Dinger sind schnell gelesen (und wiedergelesen), es ist schön anzusehen und es ist eine wunderbare Lektüre nach nem harten Arbeitstag :)

Liest du denn Comics? Hast du nen Lesetipp?

8 Gedanken zu “Comics und Graphic Novels: Lesen ist Fernsehen im Kopf

  1. Ich liebe Comics! Und sie sind auch die Gegenstände, die ich guten Gewissens sammel….eher die Richtung Graphic Novels. Ich mag eigentlich nur einen bestimmten Zeichenstil und filtere danach in dem großem Comicwust …kann den aber nicht gut beschreiben :D Zum Glück hat meine Bücherei auch einen guten Vorrat. Meine Comicliste ist immer sehr lange und selten komme ich mit dem Kaufen hinterher…haben ja einfach auch einen Wert. Deshalb lese ich Comics selten kurz nach Erscheinen, sondern erst recht spät.
    Meine Empfehlungen:
    – alles von Guy Delisle
    – Dykes to watch out for von Alison Bechdel (viel zu spät entdeckt)…viel besser noch als ihre beiden Graphic Novels…imao
    – Aya Life/Love in Yop City
    – meine liebste Entdeckung, obwohl das Buch total unscheinbar wirkt: Rosalie Blum von Camille Jourdy <3

  2. Hallo Frau Ding Dong,

    ich kann auch die Graphic Novels von Guy Delisle nur aufs Wärmste empfehlen. Besonders seine Reiseberichte aus Birma, Jerusalem, Pjöngjang und Shenzhen. In entsprechenden Ländern war er mit seiner Frau, die für „Ärzte ohne Grenzen“ dort eingesetzt war, und man erfährt wahnsinnig viel über den dortigen Alltag.

    Ansonsten habe ich früher gern „Abenteuer in der Elfenwelt“ von Wendy und Richard Pini gelesen und derzeit begebe ich mich gerade auf die Pfade von Spirou sowie Tim & Struppi.

    Viel Spaß beim weiteren Erkunden der Comic-Welt.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

    Melanie

  3. Hallo Frau Ding Dong,

    ich lese zwar keine Comics, aber dafür sehr gerne Mangas, also die japanischen Comics. Empfehlungen möchte ich keine abgeben, da muss man einfach selber mal ein bischen gucken, was einem gefällt. Es ist auf jeden Fall für jeden Geschmack etwas dabei.
    Und ich kaufe auch keine neuen Mangas, sondern ausschließlich gebrauchte von privaten Verkäufern auf Ebay.

    Liebe Grüße, Jennifer

  4. Hallo Frau DingDong,

    vielen Dank, dass du so einen tollen „Wie fange ich denn mit dieser Comic-Sache eigentlich an“-Beitrag geschrieben hast. Comics interessieren mich schon länger, aber bisher bin ich hauptsächlich immer wieder bei Graphic Novels (Vendetta, Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Watchmen) gelandet.

    Gerade in der letzten Woche habe ich „Saga – Volume 1“ von Brian K. Vaughan und Fiona Staples gelesen und bin total fasziniert von der Mischung aus Romeo & Julia und Star Wars. Nur an die etwas derbe Sprache muss ich mich noch gewöhnen. Außerdem habe ich auf sadfsh’s Empfehlung hin vor einiger Zeit die französische Reihe „Le Tueur“ (auf deutsch: Der Killer) von Matz und Luc Jacamon angefangen.

    Vielleicht traue ich mich demnächst ja auch mal in einen Comicladen, denn bisher leihe ich immer fleißig aus der Bücherei aus.

    Liebe Grüße, Apfelmädchen

  5. die „sandman“-serie finde ich sehr empfehlenswert aufgrund der wunderbar verschlungenen und vielschichtigen story und der tatsache, daß sich die verschiedensten künstlerInnen daran beteiligt haben.

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