Der gelbe Sack + Aufkleberspaß

Herr DingDong und ich wollten im neuen Jahr etwas Neues ausprobieren. Ausgehend von unserem (fast) plastikfreien Monat haben wir uns entschieden, den gelben Sack für unseren Plastikmüll zu nutzen. Mülltrennung ist in Hamburg nicht gerade üblich und eigentlich ist es hier wie im Mittelalter: Müll auf die Straße stellen und hoffen, dass das jemand abholt.

Nun gut, wir probieren das jetzt erstmalig aus. Ein „Starterset“ mit 10 Beuteln zu je 70 L gibts kostenlos beim Recyclinghof. Dort kann man sich auch schicke Aufkleber für den Kalender holen, damit man die Abfuhrtermine für seinen Stadtteil markieren kann. Das hat mich natürlich ganz besonders gefreut :D

ffkelb

Ob das wirklich sinnvoll ist, wird sich zeigen. Langfristig keinen Müll zu produzieren wäre natürlich ein Traum, aber das ist doch noch ganz schön schwierig für uns. Aber schon die Trennung von Plastik- und Restmüll ist erkenntnisreich und sagt viel über unsere Gewohnheiten aus. Es sind 6 Wochen vergangen und der 70 L Sack ist immer noch nicht voll.

Tja und dann treibt uns noch die Frage um, ob das wirklich sinnvoll ist. Einige behaupten, der Müll wird sowieso verbrannt und zwar zu 100%. Andere wiederrum meinen, Recycling ist deshalb idiotisch, weil 2/3 davon verbrannt werden und dann noch ÖL(!!) hinzugefügt werden muss, damit es besser brennt. Das Hamburger Abendblatt berichtete neulich davon, wie Mülltrennfaul die Hamburger doch sind.
Ich bin verwirrt. Bisher konnte ich nur herausfinden: Müll verbrennen gehört angeblich auch zum Thema „Recycling“. Dann wird aus dem Plastikmüll eben kein neuer Joghurtbecher oder Parkbank sondern Fernwärme.

Weiß da jemand genaueres?

Wir sind verwirrt und machen erstmal weiter.

6 Gedanken zu “Der gelbe Sack + Aufkleberspaß

  1. ich kann nur für meine Heimatstadt sprechen und hier wird alles irgendwie getrennt. Der grüne Punkt/gelbe Tonne Müll wird in großen Hallen auseinandersortiert und weiter verwertet, Biomüll wird zu Kompost, Hausmüll wird verbrannt, Altpapier wird wieder genutzt und alles andere muss man zum Wertstoffhof bringen, wo es auch sortiert und recyclet wird. Das scheint zu klappen, ich hab diese Anlagen mal vor einiger Zeit besichtigt, klar, schwarze Schafe gibt es wohl überall, aber meistens klappt es

  2. Es ist alles ein wenig undurchsichtig und man könnte meinen, jede Kommune macht, was sie will und die jeweiligen Bürger sind unterschiedlich sensibilisiert. Aber anscheinend wird es 2015 eine gesetzliche Änderung geben, nach der alle Kunststoffe und Metalle in Deutschland getrennt werden müssen.

    Deshalb hat die Stadt Köln – für die ich nur sprechen kann – die eine Müllverbrennungsanlage besitzt, die bisherige gelbe Tonne für Kunststoff zur Wertstofftonne gemacht, wo auch Metalle rein dürfen, s. hier:
    http://www.awbkoeln.de/private-haushalte/abfall-trennen-entsorgen/wertstofftonne-ehem-gelbe-tonne/
    Die wird man ganz bestimmt nicht wieder dem anderen Müll hinzufügen, um sie zu verbrennen. Insofern macht eine Mülltrennung sicher Sinn.

    Ich persönlich würde das nicht Recycling, sondern Downcycling nennen. In Werner Bootes Film wird deutlich gesagt, wie unterschiedlich Plastik ist und dass man oft nicht genau weiß, woraus er genau besteht.

    Letzten Endes sehe ich es wie ihr: Müll vermeiden ist das Beste. Aber sag‘ das mal dem Großteil der Bevölkerung …

  3. Mangelnde Mülltrennung liegt nicht unbedingt an Hamburg sondern an deinem Hauseigentümer. Seit 2011 ist es in Hamburg Pflicht neben der Restmülltonne auch Bio- und Papierbehälter aufzustellen. Nur wird das nicht kontrolliert. Bei uns stehen Restmüll, Gelbe Tonne, Bio und Papier.
    Hier sind es mehr die Mieter die das boykotieren und gerne mal ihren Müll in die nächstgelegene Tonne schmeissen. Hamburg hinkt zwar hinterher. Ich meine aber gelesen zu haben das die Mülllieferungen an eine Müllberbrennungsanlage eingestellt wurden weil der Restmüllanteil signifikant gesunken ist

    1. Das ist eben die Frage! Wenn der Restmüllanteil gesunken ist, muss dann nicht wieder ein anderer Stoff zugeführt werden, z.B. Altpapier, damit es sich wieder lohnt, die Müllverbrennungsanlage zu betreiben? Vielleicht macht das Recycling ja überhaupt keinen Sinn?!

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