Digitale Hundemarke oder „Nimm und geh!“

Schon lange habe ich mir gewünscht, alle wichtigen Dokumente ordentlich an einer Stelle beisammen zu haben. Weil es mich nervös machte, nicht zu wissen, wo was ist. Bisher verteilten sich alle wichtigen Unterlagen auf mehrere Ordner, die mit aktuellen und uralten Dokumenten verwässert wurden. Mein Januar-Projekt ist deshalb, mir einen „Nimm-und-geh“-Ordner zu erstellen, damit ich endlich nicht mehr überall suchen muss. Wenn’s dann mal hart auf hart kommen sollte und ich schnell das Haus verlassen muss, greif ich einfach den Ordner und bin weg und muss nicht losflennen, weil ich die nächsten 20 Jahre damit zubringen muss, alle Unterlagen bei diversen Behörden und Institutionen nochmal einzufordern. Das ist immer Aufwand und zwar von extrem nerviger Art!

Als ich bei everydayminimalist diesen Artikel gelesen habe, beschloss ich, endlich damit anzufangen. Und zwar werde ich mir die Dokumente auf einen USB-Stick ziehen und sie aber trotzdem noch analog ablegen, sozusagen als Backup.

Ich hatte diese Ausgangsüberlegung: (Passend zur Hochwassersituation) Angenommen, dir läuft die Bude voll mit Wasser und du hast 30 Min. Zeit deine wichtigsten Dinge zusammenzusuchen und zu retten – welche wären das?

Das ist der Plan:

Ordner auf Desktop anlegen, um alle bereits vorhandenen Daten, die irgendwo auf der Festplatte rumgammeln, zu sammeln. Die pack ich erstmal alle einfach so in den Ordner und benenne sie vernünftig. Also Art_Sache_Datum oder sowas in der Art.

Stick aussuchen und von Altlasten bereinigen (=alles Unnötige löschen) den Rest in den Hundemarkenordner packen und Dubletten eliminieren

Dokumente (also die aus Papier) von überall zusammensuchen

den Scanner anschmeissen und gescannte Dokumente in den Desktop-Ordner packen

Optional, wenn nicht schon beim Scannen geschehen: Dateien vernünftig benennen und nochmal eine Dublettenprobe machen

alles auf Stick speichern

eine If-lost-and-found-Notiz verfassen und ebenfalls draufspeichern

FERTIG! Naja. Zumindest der Anfang. Es wird – so lange ich lebe – bestimmt viele wichtige Dokumente geben.

Die „analogen“ Exemplare alle in einen Ordner abheften. Sinnvoll wären beschriftete Registereinlagen, aber da muss ich mir noch gute Kategorien ausdenken.

So, und weil mein Treiben von Herrn DingDong aufmerksam beobachtet wurde und er mich gefragt hat, was ich da „Wichtiges“ drauf tue, gibts noch ein Brainstorming:

  • Geburtsurkunden
  • Sterbeurkunden von Eltern, Verwandten, Partner
  • Versicherungspapiere
  • Miet- und Pachtverträge
  • Zeugnisse und sonstige Leistungsnachweise
  • Bescheinigungen, Bestätigungen und Nachweise (z.B. Bafög, Arbeitsamt, Rentenversicherung etc.)
  • Arztbriefe, Datei mit Hinweisen auf Allergien und Krankengeschichte sowie aktuelle Medikamenteneinnahme (Hier plane ich so ein Arzttagebuch, damit ich das endlich mal alles an einer Stelle habe)
  • evtl. Bilder von Ausweisen: z.B. Organspendeausweise, Leserausweise, Studentenausweis, Pass, Versicherungskarte etc. (hier muss man sich aber fragen, ob das Sinn macht, da in den meisten Fällen eine Neubeantragung sowieso stattfinden muss)
  • Desweiteren kann man sich auch wichtige Nummern und sonstige Vermerke in ein txt.-Dokument speichern, z.B. wo man anrufen kann, wenn wirklich was passiert ist (Versicherungsmeldung, Sperre der Bankkarte usw.)

Phew, ganz schön aufwendig, so ein Organisationsprojekt! Aber ich bin stolz, dass ich es nun endlich geschafft habe.
Und merkwürdig ist es auch, dass seine ganze Lebensgeschichte vom Impfbuch bis zum letzten Zeugnis in einen popligen Ordner passt.

So, und weil man jetzt schön „Daten- oder Katastrophenparanoid“ werden kann, sollte man den Stick/Ordner am Besten in ein geheimes, feuerfestes Bankschließfach einsperren bzw. dort hintun, wo er nicht allzu offensichtlich ist und wo man ihn in aktuer Gefahrensituation schnell schnappen kann. Möglich ist natürlich auch mit versteckten Dateien und/oder Verschlüsselungen zu arbeiten. Hat da vielleicht jemand einen Tipp für mich?

Verbesserungsvorschläge? Anmerkungen? Hast du auch einen solchen Ordner? Welche Kategorien hast du? Wie organisierst du dich?

2 Gedanken zu “Digitale Hundemarke oder „Nimm und geh!“

  1. BAM! Wie toll!
    Ich find den Artikel Super!

    „Und merkwürdig ist es auch, dass seine ganze Lebensgeschichte vom Impfbuch bis zum letzten Zeugnis in einen popligen Ordner passt.

    So, und weil man jetzt schön “Daten- oder Katastrophenparanoid” werden kann, sollte man den Stick/Ordner am Besten in ein geheimes, feuerfestes Bankschließfach einsperren“…

    Ja, wir sind gläserne, paranoide Westeurobürger… Hach…

    :)

    Danke für den Beitrag!

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