ein bisschen Ökoterrorismus für die Westentasche

Nachdem ich, nein, schon WÄHREND der Lektüre von „Barfuß in Manhattan“ habe ich einige Sachen umgesetzt. Umweltschutz passt nicht nur hervorragend zum Minimalismus, sondern auch perfekt in den Alltag. In einem Brainstorming habe ich mir mal überlegt, was ich noch alles ändern kann und das kam dabei heraus. Ich dachte, ich teile meine Erkenntnisse mal, vielleicht hat ja jemand noch den einen oder anderen wichtigen Tipp für mich…

Arbeitsplatz:

  • Müll sparen am Kaffeeautomaten:
    ich stelle meinen Keramikbecher unter den Kaffeeautomaten, anstatt das da jedes Mal ein Plastikbecher rauskommt. Die meisten Automaten erkennen Becher, wenn man sie drunterstellt.
  • Zum Hände abtrocknen nur noch ein Papierhandtuch benutzen (sind zwar schon aus Recyclingpapier, aber das bedeutet ja nicht, dass man da so viel davon verschwenden sollte). Der Trick ist, seine nassen Hände vorher gut abzuschütteln.
  • Bei der Klospülung die Spartaste drücken. Gibt es zwar leider nicht überall, aber wenn vorhanden, dann ist das die Möglichkeit meiner Wahl.
  • Auf dem Weg zur Arbeit trinke ich immer gerne heiße Getränke, die ich mir nun seit Dezember immer von zuhause in einem Becher aus Edelstahl mitnehme. Schmeckt erstens so, wie ich das haben will und zweitens spart das einen Haufen Geld und Müll. (DANKE nochmal für das tolle Geschenk!!!)
  • Außerdem kann man mit seinem persönlichen Ökotrip schön die Kollegen nerven. Es gibt z.B. das .wwf-Dateiformat, bei dem Dateien nicht mehr ausgedruckt werden können :) Weil alle so gefrustet waren, habe ich ihnen dann aber doch noch mal print friendly gezeigt.
  • Apropos Papier! Ich habe die Trennblätter, die als Deckblatt zwischen den Ausdrucken herauskommen (wenn er als Netzwerkdrucker fungiert) zu kleinen Notizzetteln geschnitten. Dauerte zwar ein bisschen, aber so kann man das Papier noch mal benutzen.
  • Betriebliches Vorschlagswesen. Wenn es sowas gibt, dann schlag ruhig mal was vor. Dann verdient man mit seiner Ökorevolution auch noch was :D

Zuhause:

  • Ich habs aufgegeben Wasser in Flaschen zu kaufen und trinke nur noch Leitungswasser, dass ich dank meiner tollen Flasche überall mit hinnehmen kann. Für die Flasche habe ich schon oft Komplimente bekommen. Warum ich das tue? Darum: story of bottled water und darum.
    Die Flasche war übrigens eine Kaufempfehlung von finnsland. Sie ist aus Edelstahl, BPA-frei und es gibt sie garantiert auch in deiner Lieblingsfarbe.
  • Küchenrolle aus Recycling-Papier. Mein Klopapier und meine Taschentücher sind aus Recyclingpapier, aber KüRo hat der Laden nicht im Angebot. Nur ist mir das nie aufgefallen. Deshalb gehe ich jetzt immer zu dem Laden, der Recycling-Küchenrolle verkauft. Das meiste wird aber mit Mikrofasertücher oder alten Stofflappen aufgewischt. Und wenn ich nicht gerade krank bin, nehme ich Stofftaschentücher.
  • Ansonsten gilt auch daheim: So wenig Papier verschwenden wie möglich!
  • Meinen Wasserverbrauch beim Duschen habe ich schon länger gut unter Kontrolle, ich liege bei so etwas zwischen 8 und 13 L. Wie das geht? Wasser beim Einseifen abstellen. (Und messen :D)
    Ja! Und der gute alte Zahnputzbecher fällt mir da auch wieder ein. Der wird auch immer empfohlenen, damit das Wasser nicht läuft. Mache ich schon immer so und ist bequemer für meinen Nacken als immer schief unterm Wasserhahn zu hängen :D
  • Ökostrom und generell Strom sparen wo es geht – check!
  • Stofftaschen und Körbe nutzen – check! (Mit ner Plastiktüte vom Lebensmitteldiscounter rumzulaufen finde ich sehr unstylisch und zerhaut jedes noch so tolle Outfit)
  • umweltfreundliche Putzmittel benutzen. Mit Natron, Zitronensaft und Essigessenz kriegt man alles sauber, wenn man nicht zu lange wartet. Wenn man regelmäßig putzt, ist das ja auch kein Problem. Ich meine – c’mon – bei welchen Leuten sieht es denn so schrecklich dreckig aus wie bei diesem Kraftreinigerwerbungen?! Diese knallbunten Produkte, die alles wegätzen sollen, sind mir sowieso suspekt.

Jetzt suche ich nur noch einen Weg, um die Brotpapiertüten beim Becker zu sparen. Diese Papiertüten haben bei mir eine relativ kurze Haltbarkeit, weil ich meistens gleich esse :D Aufbewahren und wiederbenutzen klappt nicht immer, da die meisten Sachen, die ich esse süß sind (:D) und die Tüten verkleben. Die einfachste Variante wäre, einfach nichts mehr zu kaufen, so wie es der „No Impact Man“ gemacht hat, aber auch wenn ich mir Muffins backe und welche mitnehmen will und eine Lunchbox zu sperrig ist, ist so ein Tütchen natürlich praktischer.
Ich liebäugle mit diesen Lunchskins, weiß aber noch nicht so recht…mmh…oder doch vielleicht einfach nur in eine Stoffserviette wickeln und die dann immer waschen? Für Vorschläge bin ich offen und ich würde mich über Erfahrungen freuen!

Joah, das war’s erstmal. Natürlich kann man für all diese Dinge auch ein „aber…“ hinzufügen, so wie Dominic Muren das in seinem Buch getan hat, aber ich mach das so, weil ich 1. von der Fülle der Informationen die Nase voll habe und 2. ich es eben so machen kann. Kleinvieh macht auch Mist.

Was kann ich noch tun? Was machst du?

5 Gedanken zu “ein bisschen Ökoterrorismus für die Westentasche

  1. Danke für die Erwähnung :)

    Barfuß in Manhattan hatte ich – nach dem ich es in Deiner Lese-Liste sah – auch gelesen. Gibt es bei uns in der Stadtbücherei.
    Hast ja schon ganz schön was umsetzten können, alle Achtung.

    Mir fallen noch ein paar Sachen ein:

    – Wassersparen kann man auch noch „brasilianisch“, habe ich hier mal gebloggt: http://www.finnsland.net/blog/2010/05/wassersparen-und-das-auch-noch-voll-bequem/

    – Küchenspüle: Statt diesen Plastik-Glitzi-Schwämmchen nehmen wir Luffa-Schwämme und diese Stahldrahtdinger.

    – Prinzipiell (schon alleine, weil ich Plastik nicht mag) kucke ich immer nach Alternativen um – meist finden sich aus Holz oder Metall wesentlich schönere und haltbarere Dinge.

    – Im bzw. fürs Büro bestelle ich fast nur noch bei MEMO, einen Versender, der auf nachhaltige Produkte achtet. Dort gibt es übrigens sogar noch Spitzermesser nachzukaufen und sogar Bleistiftverlängerungen :)

    – Sachen kaufen, die sich reparieren lassen. Wobei es immer mehr ein Problem wird, Läden zu finden, die noch reparieren – gibt es aber noch öfter, als man denkt.

    Eigentlich sollte man mal eine Wiki für solche Tipps aufsetzten … auch mit Einkaufquellen und Warenkunde … vielleicht gibt es das ja schon?

  2. Hallo Frau Dingdong,

    nachdem ich nun schon seit einigen Wochen regelmäßig hier vorbei schaue, ist es jetzt Zeit für einen Kommentar.
    Du hast gute Gedanken und vor allem hilfreiche Tipps, finde ich super. Vielleicht gebe ich in Zukunft öfter mal meinen Senf dazu.

    Zum aktuellen Beitrag: Mich erstaunt es immer wieder, wie viel Konzentration man aufbringen muss, um nachhaltig zu leben. Plastikfrei einzukaufen beispielsweise ist fast unmöglich.
    Die meisten Deiner Tipps verfolge ich auch schon. Das .wwf Dateiformat klingt gut!
    Für Dein Bäckertüten-Problem hab ich einen Vorschlag: bei Kanteen (super Tipp!) gibt es auch Lunchboxen in verschiedenen Größen. Die kann man dem Bäcker ja auch ganz einfach herüber reichen. Lunchskins dagegen stelle ich mir schwer zu säubern vor. Wenn da mal Zuckerguss oder Honig in den Ecken klebt, bekommt man den so schnell bestimmt nicht wieder raus.

    Bin gespannt auf mehr!

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar und natürlich auch ein herzliches Willkommen! :)
      Brotdosen benutze ich generell auch, leider aus Plastik (werde bald auf Edelstahl umsteigen). Mein Problem: Mir sind die meisten Dinger irgendwie zu sperrig, gerade wenn ich ganz minimalistisch mit kleinem Gepäck unterwegs bin, nerven mich diese Boxen leider tierisch. Leicht zu reinigen sind sie aber, das stimmt.
      Ich such speziell eine Aufbewahrung aus flexiblen Material, was wenig Gewicht hat und sich wenn nötig leicht zusammenrollen lässt – also wenig Platz wegnimmt. Meine morgendlichen Franzbrötchen verdampfen meist sowieso innerhalb 7 Minuten, deshalb finde ich es blöd, sie extra in ne Papiertüte befördern zu lassen. Nötig ist es aber trotzdem, weil ich das Ding ab und zu auch wegstecken muss.
      Hach…ein Dilemma!

      Ich glaube, ich teste einfach mal diese Lunchskins und hoffe, dass sie was taugen. Blogartikel folgt, versprochen! :)

      Das man kaum plastikfrei einkaufen kann, nervt auch ziemlich. Da muss man sich selbst in Bioläden total anstrengen…mal sehen, was sich ausdenken lässt! :)

  3. Hallo Frau Dingdong,
    welch nette Seite!
    Ich hätte noch eine Möglichkeit vorzuschlagen, die zwar nicht zur Vermeidung, aber zur doppelten Verwendung von Brötchentüten beiträgt: Ich nutze die zu Hause als Kompostbeutel, d.h. um meine Bio-Abfälle in die Tonne runter zu bringen.
    Viele Grüße
    Dani

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