Erinnern (fast) ohne Gegenstände?

Wir entrümpeln. Wir verschenken, verkaufen und schmeißen Sachen weg. Da gibt es Dinge, die wir ganz leicht loslassen können, Dinge, bei denen wir uns wundern, warum wir so einen Schrott so lange aufbewahrt haben. Und dann gibt es Dinge, die man nicht so einfach weggeben kann, weil sie einen sentimentalen Wert für uns haben.

Warum?

Damit wir uns erinnern.

Aber brauchen wir überhaupt Dinge, um uns an bestimmte Ereignisse zu erinnern? Warum heben wir solche Sachen auf? Geben Sie uns eine Identität? Oder anders: Wenn wir uns von diesen Dingen lösen, verlieren wir dann einen Teil unserer Identität?

Ich glaube nicht, dass wir Dinge brauchen um uns zu erinnern. Wenn wir diese sentimentalen Gegenstände in eine Kiste packen und in den Keller stellen, sind sie zwar da, aber sie gehören nicht zu unserem täglichen Leben. Wir brauchen sie nicht notwendigerweise. Natürlich muss man sowas nicht unbedingt wegschmeißen, wenn es uns nicht behindert, aber es muss doch auch andere Wege geben, sich ohne solche Sachen zu erinnern?

Ich will meine kleinen Schachteln voller Krimskrams nicht aufgeben, aber ich will auch nicht, dass sich noch mehr ansammelt. Was könnte man also machen? Nichts mehr aufheben und andere Wege des Erinnerns/des Verarbeitens suchen.

– Tagebuch schreiben (analog oder digital, z.B. in Form eines Blogs, auf Twitter oder einfach als fortlaufende Datei)
Ich schreibe Tagebuch seit meinem 10. Lebensjahr. Bisher habe ich zwar alle Tagebücher aufbewahrt, aber wenn sie verbrennen würden, wäre es nicht schlimm, weil ich bisher kein einziges Mal darin gelesen habe. Tagebuch schreiben ist keine großartige Kunst. Einfach alles aufschreiben.Tagebücher sind zum Vollsülzen da. In den meisten Tagebüchern stehen neben philosophischen Erkenntnissen auch die ganz normalen Alltagsprobleme.

– Scrapbooking, Collagen gestalten
Scrapbooking habe ich zwar noch nicht versucht, aber Collagen gestalten macht mir großen Spaß. Um meine Erinnerungen in Schnipsel zu verpacken, überlege ich einen Moment, wie es mir geht, was sich ereignet hat und welche Symbole dafür passen könnten. Dann collagiere ich alles zusammen und puff – schon ist auch noch Kunst daraus geworden!

– Kunst(handwerk) im Allgemeinen
Das eben erwähnte lässt sich ja auf alle möglichen Arten von Kunst bzw. Kunsthandwerk übertragen. Ob das nun das Herstellen von Patchworkdecken aus alten Kinderkleidern ist oder das Schnitzen von Holzbesteck, während man an seine erste Liebe denkt – diese Gedanken fließen immer in das Werk mit ein. So lassen sich auch negative Erfahrungen gut verarbeiten.

– sich kleine Notizen machen
Wenn ich mit Herrn DingDong einen Ausflug ins Hamburger Umland machen, schreiben wir uns immer eine kleine Datums-Notiz in den Ausflugsführer oder auf die Wanderkarte. Dann können wir uns daran erinnern, ohne dass wir kleine Stöckchen, Steine oder Eintrittskarten von Museen aufbewahren müssen. Natürlich geht das auch in einem Notizbuch.

– Fotos von allen Dingen knipsen und digital aufbewahren
einfach alles abfotografieren und ein spezielles Fotoalbum auf dem Rechner anlegen. Hab ich bisher mit ein paar Klamotten gemacht, die ich noch von meinem Opa hatte. Funktioniert.

– gar nichts aufbewahren und einfach darauf vertrauen, dass man sich erinnert
An eine Hochzeit, an eine Geburt oder an einen Todesfall erinnert man sich auch ohne getrocknete Blumen oder Babysöckchen. Und die kleinen Momente dazwischen sind alle irgendwo in uns drin. Da läuft ein bestimmtes Lied im Radio oder wir riechen einen bestimmten Geruch – und schon unternehmen wir eine Zeitreise in die Vergangenheit.

-sich überhaupt nicht erinnern können
…es gibt leider auch Kleinigkeiten, die ich besitze, aber ich weiß nicht mehr, warum ich sie aufbewahrt habe. Hm. Dann können sie ja auch weg.

– sich überhaupt nicht erinnern (müssen)
…alles loslassen und im Jetzt leben. Weil es nicht gut ist, zu lange in der Vergangenheit zu bleiben.

Was hältst du davon? Wie machst du das? Sammelst du Kleinigkeiten? Was machst du damit? Braucht man sowas um sich zu erinnern oder geht das deiner Meinung nach auch ohne?

13 Gedanken zu “Erinnern (fast) ohne Gegenstände?

  1. Hallo,

    ich habe deinen Blog vor ein paar Tagen erst gefunden und in meinem Feedreader recht weit oben einsortiert – Ich mag deine Art zu bloggen!

    Lustigerweise habe ich mich in meinem Blog vor ein paar Tagen ebenfalls mit dem Thema Erinnerungen beschäftigt. Ich finde es unheimlich schwierig mich zu erinnern und je mehr ich darüber nachdenke und merke, was mir fehlt, desto eher habe ich das Gefühl, mir alles zu merken zu müssen und der scheinbar natürliche Vorgang des Erinnerns wird für mich anstrengend.

    Das klingt kompliziert, aber so fühlt es sich leider auch an. Ich bin erst 28 und habe das Gefühl, das was da alles noch kommen wird, kann unmöglich in meinen Kopf passen. Frustrierende Vorstellung. Die Fotografie ist für mich definitiv eine Erinnerungshilfe, aber auch hier habe ich meine Zweifel…

    viele Grüße aus Frankfurt
    Sonja

  2. Schwierig zu sagen. Ich hab ein wenig Kleinkram von meinen Großeltern…. Ich hab Fotos und gesammelte Steine und Muscheln. Ich brauche sie nicht zum Erinnern an sich. Ich find sie nur schön. Oft erinnern sich Menschen in einem Gespräch ja gegenseitig. Aber auch dann fällt das Erinnern manchmal schwer. Mein Bruder weiß Dinge als wir 3-4 jahre alt waren. Für mich sind da nur Nebelschwaden. Ich werd mich an schönes und richtig schlimmes ewig erinnern und alles nebensächliche sortiert sich von allein aus meinen Gedanken.
    Ich leb momentan auch nicht sehr in der Vergangenheit.

  3. Interessantes Thema, das mich im Moment auch sehr beschäftigt. Wenn ich anschaue, wieviele Erinnerungsstücke ich früher aufgehoben habe – also, das war echt zu viel, da entrümple ich schon. Aber gar nix – das wäre auch nichts für mich.
    Das ist ja auch eine generationenübergreifende Frage. z.B.: Mein Vater ist als Kind im Zweiten Weltkrieg geflohen, und ich bedaure heute mit Mitte 40 immer noch, dass es kein einziges Kinderfoto von ihm gibt und kein einziges Spielzeug, während ich noch die Kinderbücher meiner Mutter lesen konnte und mit ihren Spielzeugen spielen – und ihre Kinderfotos anschauen… Wenn man sich ganz auf die eigene Erinnerung verlässt – man selber war ja dabei, aber man beraubt spätere Generationen der Teilhabe, z.B. an der Hochzeit der Eltern oder so ….
    Gerne schaue ich mir z.B. auch Museen an, die das Alltagleben von Menschen zeigen, wie es vor 100 oder 200 Jahren war – vielleicht will in 100 Jahren auch mal jemand unser Alltagsleben sehen? Na gut, da wohl nicht alle zu Minimalisten werde, wird bei den Unmengen Zeug, das wir heute haben, schon was übrigbleiben …
    Alles fotografieren und digitalisieren? Die meisten Fotos hebe ich ja auch nur noch digital auf. Aber wie wird sich die Technik entwickeln, wie oft muss ich das mal wieder auf ein neues Dateiformat o.ä übertragen, wieviel Arbeit wird mir das machen? Ich hab einige Dateien jetzt schon mehrfach umwandeln müssen, irgendwann nervts halt.
    Abgesehen davon ist mein Vertrauen in die Technik auch wieder nicht sooo groß – wenn ich alles nur noch digital hab und irgendwann die Energiekrise so ist, dass ich den Strom nicht mehr bezahlen kann oder gar keinen bekomme z.B., dann sind sie fort … die allerwichtigsten druck ich doch aus, damit ich von lieben Menschen Bilder auf verschiedene Weise zur Verfügung habe.
    Schwierig

  4. „Ich fragte mich, ob eine Erinnerung etwas ist, das man hat, oder etwas, das man verloren hat“ (Woody Allen)

    Interessanter und ausführlicher Artikel, Frau Ding Dong!

    An wichtige Ereignisse erinnere ich mich auch ohne Gegenstände. Doch das Leben besteht aus mehr als diesen wichtigen Ereignissen. Deswegen bewahre ich das eine oder andere Erinnerungsstück, digitale und analoge Fotos sowie meine Tagebücher auf. Als Minimalist halte ich es aber mit dem Motto „weniger ist mehr“.

    An einer Wand in meinem Flur habe ich (wie auch von Dir vorgeschlagen) eine Collage aus Fotos, Zeichnungen und Erinnerungsstücken angebracht, die lebt, da ich immer wieder etwas hinzufüge oder verändere. Sieht in etwa so aus: http://www.ikea-family-live.de/thema3.php?artikel=8

    Viele Grüße aus Franken,
    Christof

  5. Hallo Frau Dingdong.
    Sehr schön geschrieben. Und es berührt mich, da ich grad darüber nachdenke (und auch mal was schreiben wollte).
    Wieviel Erinnerungsstücke will ich zulassen?
    Und wie ist das mit Geschenken von Menschen, die mir etwas bedeuten / bedeutet haben? Alle aufheben?
    Ich liebe klassische Fotoalben – mit Notizen ;-)
    Und Erinnerungen sind schon irgendwie in uns gespeichert.
    „Und die kleinen Momente dazwischen sind alle irgendwo in uns drin.“ Jup. Wie wahr.
    Vielleicht darf ich texten, es passt so schön:

    In der Erinnerung riecht es nach Fallobst und
    nach Fisch,
    steht bei der Tür ein Ausziehtisch.
    Der Blick zum Garten.
    In der Erinnerung bin ich auf Kaugummi ganz
    wild,
    hängt irgendwo ein Jesusbild und
    Ansichtskarten.

    In der Erinnerung trag ich gestärkte Hemden
    und seh mich mit Befremden im Spiegel an.
    Die Haare viel zu kurz, bis hoch hinauf
    geschoren,
    und dann die Segelohren! Zum Kotzen, Mann!

    In der Erinnerung ist sonntags weiß der Tisch
    gedeckt,
    hab ich ein Aktfoto versteckt
    in meinem Ranzen.
    In der Erinnerung geh ich zum Geigenunterricht.
    Ich quäl mich ab und darf noch nicht
    sonnabends tanzen.

    In der Erinnerung ist Rummel zweimal jährlich,
    die Mädchen kreischen herrlich in der
    Geisterbahn.
    Und Monika hat schon ’nen Petticoat und
    Söckchen
    und Korkenzieherlöckchen. Mensch, die gibt an!

    In der Erinnerung schreib ich den ersten
    Liebesbrief,
    doch die ich liebe, lacht sich schief und
    lässt mich stehen.

    In der Erinnerung steh ich vorm Kino, und ich
    rauch,
    wie dieser Held möchte ich auch
    einmal aussehen.

    In der Erinnerung ist mir die Kleinstadt über,
    da würd ich viel lieber
    nach Caracas.
    Als blinder Passagier mich durchschlagen und
    trampen,
    bei fremden Leuten campen.
    Das wär schon was!

    In der Erinnerung riecht es nach Fallobst und
    nach Fisch,
    steht bei der Tür ein Ausziehtisch.
    Der Blick zum Garten.
    In der Erinnerung bin auf Kaugummi ganz
    wild,
    hängt irgendwo ein Jesusbild und
    Ansichtskarten.
    (Gerhard Schöne, Liedermacher)

    Ganz liebe Grüße und vielen Dank.

  6. Hallo ;)
    Also ich versuche derzeit meine Vergangenheit mehr loszulassen und nicht ständig gedanklich darin zu versinken, sondern mehr im Heute leben.
    Meine Erinnerungsstücke passen in 1 großen Umzugskarton (bis jetzt). Also aus 31 Jahren. Das sind aber auch meine wirklichen Schätze, brauch ich zwar fast nie, möchte sie aber auch nicht wegwerfen. Sind z.B. alte Schulhefte, Tagebücher, Briefe, Gegenstände die mir mal sehr wichtig waren -wie der kleine Leuchtturm usw.
    Mit Erlebnissen, Ausflügen halte ich es digital: Fotos mit Datum. Das reicht.

    Liebe Grüße

  7. Liebe Frau DingDong, sehr spannendes Thema, toller Artikel.
    Ich gerate darüber manchmal mit meinem Mann in Streit, weil ich wirklich alles wegschmeisse, aussortiere, hinter mir lasse. Ich konnte mich schon immer an alles Mögliche erinnern. Im Guten, wie im Schlechten. (Wobei ich nicht nachtragend bin!). Aber nicht selten laufen Gespräche so ab: Als du am 13. November bei uns warst hast du, als wir gerade Salat gegessen haben gesagt, dass …, ich kann mich daran noch gut erinnern, weil das der Tag war, wo ich eigentlich das grüne Kleid anziehen wollte, dann aber doch..“
    Es hat allerdings etwas gelitten in den Schwangerschaften und den Stillzeiten, das gebe ich zu. Fotos schaue ich mir so gut wie nie an, weil ich (fast) immer finde, dass die Mode zum jeweiligen Zeitpunkt SCHRECKLICH war. Und ich habe einfach ein auditiveres Gedächtnis. Ich erinnere mich an kindliche Gespräche mit meinen Großeltern, die mir alles vom Krieg, von ihrem Bauernhof, von meiner Mama als Kind und und und erzählen mussten und erzählt haben. Fotos kamen dabei nicht vor. Ich hasse übrigens auch Museen. Ich schaue mir nicht gerne etwas an, Vergangenheit interessiert mich aber heutzutage eh nicht sooo brennend. Hier und jetzt ist spannend. In diesem Sinne: Danke für’s noch einmal darauf stoßen, dass ich glücklich damit bin, nichts aufzuheben. Falls du auf meinen Blog surfen solltest: Auch die Schrauben werde ich in den nächsten Tagen feierlich entsorgen und hinter mir lassen ;-)
    LOVE and PEACE von der Fruchtschnitte

  8. Da hast du wohl wieder ein Thema angesprochen, was viele von uns beschäftigt. Ich weiß noch nicht, was ich machen soll… Das Problem ist ja, dass, wenn man Erinnerungsstützen weggibt, sie nicht wiederbringbar sind. Momentan hänge ich auf der Zwischenstufe „Digitalisierung“ fest, z.T. habe ich auch Erinnerungsstücke photographiert und die dazugehörige Geschichte -ebenfalls digital- aufgeschrieben. So ganz zufrieden bin ich mit dem Ansatz aber noch nicht. Mal schau’n. Vielleicht finden sich hier bald noch ein paar Inspirationen :)

  9. Liebe Frau Dingdong,
    Spannendes Thema, das mich auch beschaeftigt. Fuer mich ist es so: Es gibt das Leben, das man so lebt und an das man sich erstmal ohne weitere Hilfen erinnert. Daneben gibt es gewissermassen das eigene Archiv, bestehend aus Fotoalben, Briefen usw. Unvermeidlich fallen beim Leben Spuren, materielle oder digitale, an, die die Erlebnisse dokumentieren, vielleicht eine U-Bahnkarte, die einen an eine Verabredung erinnert, eine SMS; frueher oder spaeter werden diese Spuren im Taeglichen laestig, und man steht vor der Frage, ob man sie ins Archiv schieben oder wegschmeissen will.
    Wie auch immer man das entscheidet, meine Erfahrung ist, dass das was man erinnernswert findet, sich im Lauf der Zeit sehr veraendert; und die Einschaetzung der vergangenen Erlebnisse veraendert sich auch sehr. Man liest vielleicht jahrzehntelang die eigenen Tagebuecher oder Briefe von anderen nicht, aber wenn man es irgendwann doch tut, kann es ein grosses Glueck und sehr aufschlussreich sein. Was man damals als banale Alltagsprobleme sah, kann rueckwirkend zur Schluesselerfahrung werden. Da waere es schade, die Tagebuecher weggeschmissen zu haben bloss weil man das bisschen Platz sparen wollte. Und wie jemand anders schon sagte, vielleicht wuerden andere Leute es auch schoen finden etwas ueber einen zu erfahren. Vielleicht will man irgendwann auch kein Minimalist mehr sein?
    Schoene Gruesse erstmal!

    1. Interessanter Kommentar, Richard!
      An dem Satz „vielleicht will man irgendwann auch kein Minimalist mehr sein?“ hatte ich zu knabbern. Und hab ich auch noch nicht fertig durchdacht. Mein momentanes Gefühl ist aber: Das geht nicht. Weil Minimalismus in dem Sinne ja auch keinen Endpunkt darstellt, sondern ein Prozess ist. Wo fängt das an, wo hört das auf?
      Egal. Ich muss noch mehr denken.

      Und ja, ich gebe dir Recht. Natürlich verändern sich im Laufe der Zeit die Dinge, die man als erinnernswert erachtet. Aber braucht man Dinge als Auslöser für Schlüsselerfahrungen?
      Als ich meine „Briefschatzkiste“ durchsortiert habe, habe ich Briefe und Fotos von meinen Ex-Freunden weggeworfen. Nicht weil ich sauer auf sie war sondern einfach weil mir die Sachen egal sind und ich auch zu diesen Menschen keinen Kontakt mehr habe. Nach dem die Sachen im Müllcontainer lagen, war ich kurzzeitig schockiert, aber nun denke ich: „Ich kann ja googlen.“

  10. Liebe Frau DingDong, Danke für den Artikel,

    die 2 Dinge die mich am meisten Angesprochen haben sind auf jeden Fall das Digitale Konservieren durch Fotos und zum anderen auch der Punkt, sich nicht an alles erinnern zu müssen.

    Ich besitze noch einige Genestände, wie z.B. die Armbanduhr meines Großvaters, mit der ich so viele Dinge verbinde.

    Ein Foto der Uhr hätte auf jeden Fall den Effekt, dass ich mich an viele Dinge erinnere, aber es ist etwas anderes, wenn ich ein Foto sehe oder diese Uhr anfassen kann. Sie nimmt physich eine Platz ein, ist immer noch da, wie ein weiterer Zeuge dieser Begegnungen und Erinnerungen.

    Ich denke darüber hinaus, dass mir die Uhr viel bedeutet, weil Sie ihm viel bedeutet hat und er sie täglich trug. Irgendwann werde ich loslassen, aber ich bin dort noch nicht so weit.

    Den anderen Punkt kann ich auch gut verstehen, es gibt so viele kleine Erinnerungen, sei es an Beziehungen, Begegnungen oder gewisse Tage, die keine so große tiefe merh aufweisen, dass man sich zwingend an alles Erinnern muss, loslassen kann dort gut tun.

    Und wieder einmal zeigt sich, dass der Weg zum Minimalismus eine Schulung der eignen Glaubenssätze, Prioritäten und Einstellungen mit sich bringt.

    Ich freue mich schon auf deine nächsten Posts

  11. Ich finde es ist auch wichtig materielle Dinge aufzuheben. Damit lassen sich später den Kindern und Enkeln die „Geschichten“ viel anschaulicher, plastischer erzählen. Außerdem hat die Weitergabe dieser Dinge einen höheren emotionalen Stellenwert weil man sie nur genau einer Person weitergeben kann. Digitale Dinge kann man 1000fach kopieren und allen geben.

    Das heißt nicht das ich alles aufhebe ;) Ich sortiere die „archivierten“ Dinge immer dann noch ein wenig aus wenn ich sie sowieso in den Händen habe. Die emotionale Bindung zu verschiedenen Dingen verliert sich mit der Zeit so dass man nach 5, 10 und 20 Jahren mehr, oder manchmal auch alles, wegschmeißen kann als direkt nach dem „Ereignis“.

    Das mache ich auch bei digitalen Dingen so. Der Zoobesuch von vor 10 Jahren mit 200 Fotos will sowieso keiner mehr komplett anschauen und heute weiß man das man in den 10 Jahren dazwischen sowieso noch 5 weitere Male im Zoo war und noch genug andere Fotos hat.. Da reichen dann eben auch 10 Fotos von dem Zoobesuch damals.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*