Escape

Der russische Fotograf Danila Tkachenko hat Aussteiger im Wald portraitiert, die mit der Gesellschaft gebrochen habe. Diese Fotografien sind im Bildband „Escape“ abgedruckt, zusammen mit ein paar Zitaten der Männer, die nun im Wald leben.

Auf seiner Website kann man sich ein paar der Fotos ansehen und auch den Entstehungsprozess nachvollziehen. Er fragte sich:

I am concerned about the issue of internal freedom in the modern society: is it at all reachable, when you’re surrounded by social framework all the time? School, work, family – once in this cycle, you are a prisoner of your own position, and have to do what you’re supposed to. You should be pragmatic and strong, or become an outcast or a lunatic. How to remain yourself in the midst of this?
I grew up in the heart of the big city, but I’ve always been drawn to wildlife – for me it’s a place where I can hide and feel the real me, my true self, out of the social context.

An den Bildern finde ich interessant, dass alles von Menschen gemachte und der Mensch selbst mit der wilden Natur total verschmolzen ist. Da ist keine Werbung, kein buntes, glitzerndes Plastikzeugs, alles ist grün, braun, schwarz und grau. Alles, was bunt ist, ist nun verblasst. So eine Aussteiger-Romantik sehe ich in den Bildern nicht. Ich sehe darin aber auch keinen Kampf gegen die Natur. Eher eine Symbiose. Hm.

Guck dir die Bilder mal an. Was hältst du davon?

3 Gedanken zu “Escape

  1. Ich selbst bin auch furchtbar gerne im Wald unterwegs und verbinde das ganz stark mir Freiheit, Ausgeglichenheit und Harmonie.
    Bei diesen Bildern hier stellte sich mir allerdings sofort ein eher tristes Gefühl ein. Fast schon ein bisschen bedrohlich. So ein bisschen ein „The Walking Dead“-Feeling…

  2. Danke für den Tipp.
    Ich finde diese Serie wirklich schön, wenn auch etwas bedrohlich, wie Anja schon angesprochen hat. Doch das ist gerade das tolle daran. Keine „Heile-Zurück-zur-Natur“-Fotos, sondern eine recht sachliche, wenn auch gestellte, Dokumentation.

  3. Ich liebe das Internet und die dinge die sich daraus entwickeln. Das gute und das schlechte. Ich will darauf auf keinen Fall verzichten. Ich habe trotzdem dieses Gefühl „aussteigen“ zu müssen. Für mich muss es eine andere Lösung geben als der Wald und das einsam sein.

    Wobei letzteres nicht umbedingt der Fall sein muss. Eine Freundin von mir arbeitet gerade an einer Reportage über das Leben eines Aussteigers in Deutschland. Er sagt, er ist auf keinen Fall einsam. Er bekommt heute mehr Besuch als früher.

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