Extrem-Minimalismus für Anfänger und Weicheier

Okay, von der besten Sache, die ich in meinem Alles-anders-April gemacht habe, habe ich noch gar nicht ausführlich berichtet – und das will ich schleunigst ändern!
Also, was wars?
Ich bin an einem Tag wie immer zur Arbeit gefahren und zwar ohne ALLES. Also nein, nicht nackt! :D

Alles, was ich bei mir trug, waren folgende Sachen:
1. Schlüssel fürs Büro
2. Schlüssel für die Wohnung
3. Geldbeutel in abgespeckter Form: Bargeld und Fahrkarte (wobei normalerweise auch nicht viel mehr drin ist…)

Und obwohl ich normalerweise überhaupt nicht auf Extrem-Minimalismus stehe (wobei…gut das würde jetzt zu weit führen), fand ich diesen Zustand wahnsinnig toll, weil es 1. anders war und 2. ziemlich befreiend und mir 3. frischen Wind in die Birne geblasen hat.

Für mich ist der Zustand extrem, weil ich viel unterwegs bin und ich immer eine gut gepackte Tasche bzw. Rucksack habe. Normalerweise trage ich neben Geldbeutel und Schlüssel noch einen Filofax (Terminplaner, To Do-Liste, Adressliste, Notizbuch, Ausgabenliste + Stift), ein Buch, mein Krimskramsbeutel (Handcreme, Taschenlampe, Feuerzeug, Pflaster, Taschentücher, Lippenbalsam etc.), mein Mittagessen, eine Wasserflasche und Besteck mit mir herum. Ich will auf alles vorbereitet sein und möchte mich beschäftigen können, wenn ich mich beschäftigen will.
An dem Tag ging das nicht und siehe da – ich habe es überlebt und es war toll!

Deshalb rate ich allen, die Extrem-Minimalismus mal ausprobieren wollen zu so einer Aktion.
Vielleicht fährst du soewieso immer nur mit Geldbeutel und Handy rum, dann ist dir o.g. Taschenverzicht natürlich völlig egal.

Aber:

…Autofahrer könnten auch das Auto stehen lassen und alles mit ÖPNV oder zu Fuß erledigen
…Handysüchtige könnten das Handy absichtlich mal daheim „vergessen“
…aus der 30 Min. Haar- und Make-up Routine könnten heute 5 Min. werden
…Licht? Strom? Wieso nicht mal Kerzenschein? Und das Internet bleibt auch geschlossen, auch die Hintertüren :D
…Junk Food Liebhaber könnten ja mal selbst kochen
…die Samstagnachmittagsshoppingkaffeeundkuchenrunde mit den Mädels fällt flach
… und Listenschreiber lassen Zettel und Stift liegen

Wichtig dabei: Bleib aufmerksam bei der Sache!
Frage dich: Ist es gut? Ist es schlecht? Ist es nur schlecht, weil es für mich unbequem ist? Was genau ist daran unbequem? Wo ist der Level des „minimalen“? Wie extrem darf/muss es sein?
Registriere alles: Blicke, Komplimente, freche Sprüche
Spüre die Angst. Fühle den Schweiß. Und die fiesen Gedanken, die der innere Kritiker flüstert.

Hast du noch mehr Ideen? Bitte her damit! Was würde dich in eine „extreme“ Situation bringen?

7 Gedanken zu “Extrem-Minimalismus für Anfänger und Weicheier

  1. Hallo, Frau Ding-Dong, ich merke das immer, wenn ich walken gehe. Nur Schlüssel und Fahrkarte (ich walke ziemlich weit und fahre dann mit dem Bus zurück. Macht Spaß!). Andere Walker, die mir begegnen sind da viel aufwändiger ausgerüstet. „Was machst du denn, wenn’s regnet?“ „Dann werde ich nass!“ Liebe Grüße Kirsten

  2. @kirsten
    …hätt mich eben auch beinahe nass gemacht :-D

    @FrauDingDong
    Viele der „Extrem-Minimalismus-Dinge“ schrecken mich nicht. Einiges davon habe ich schon gemacht und ab und zu kommt was Neues dazu. Beziehungsweise was weg..

    Was mich nachdenklich macht (und schreckt): gedanklich _nicht_ vorbereitet sein. _Nicht_ sehr viele Variationen von möglichen Situatuationen – und Lösungsmöglichkeiten – durchspielen. Weiß noch nicht wie ich das einordnen soll, es geht nicht ums SchwarzMalen. Durchaus auch verschiedene Positive Variationen. Zu „DingeHaben“ gehört’s nicht, zum „Haben“ aber schon?

    P.S.: wie ich mich 5 Minuten mit den Haaren beschäftigen soll, dafür habe ich noch keine Lösung gefunden. Was mach ich nur so eine ganze Ewigkeit lang.

  3. Ich weiß nicht so recht ob das auch in die „Extrem-Minimalismus“ Kategorie passt. Unter dem Aspekt des Reduzierens mit Sicherheit.

    1. Fahrpläne ignorieren und die Reisezeit großzügig ansetzen. In der Regel fahre ich mit den Öffentlichen immer die gleiche Route (Routine halt). Da weiß ich ungefähr wie lange ich Unterwegs bin um pünktlich zu sein. Da Schau ich nicht wann welche Bahn fährt und mache mich einfach auf den Weg. Das erspart mir einiges an Zeitstress und Sprintstrecken zum nächsten Gleis. Wenn ich die Bahn bekomme ist gut, wenn nicht ist es auch nicht schlimm – nehme ich halt die nächste. In der Regel bin ich +/- 15 min zu der vereinbarten/angedachten Zeit am Ort :)

    2. Wetterbericht überspringen. Aus dem Fenster schauen und gut ist. Meistens bin ich optimal angezogen, manchmal auch nicht. Das kann ab und zu ein Kick sein, wenn das T-Shirt anfängt im Wind zu wehen und Gewitterwolken aufziehen. Werde ich Nass oder nicht? EXTREM!!! ADRENALIN!!!

    Schönen Tag noch!

  4. Seit Anfang des Jahres lese/höre und schaue ich keine Nachrichten mehr. Mein Radio habe ich entsorgt, Handy und Auto auch. Bisher bin ich – selbstverständlich auch ohne Wetterbericht :-) – bestens klargekommen. Absolut extrem wäre wohl, nie mehr mit Plastikgeld zu bezahlen und wirklich keinen Müll mehr zu machen, nur noch Geschäfte zu betreten, die echte „unelektrische“ Türen haben, privat kein Telefon und keinen Internetanschluss mehr zu haben, Irgendwie ist das mein Traum. Ob dann alle Leute – statt anzurufen – wie in den guten alten Zeiten einfach bei mir vorbeikommen?

  5. Toll! Und danke!

    Wir haben uns vorgestern vorgenommen spazierenzugehen. Oder wandern. Wie mans’s nennen mag. Ohne den Wetterbericht gehört zu haben… Morgens regnete es dann… Und es regnete… und regnete… Wir sind dann doch los. Weil wir es entschieden hatten. Mit Laufrad. Mit Regenhose… Zwischendrin wurden Socken getauscht, weil die vom Kerl nass waren und Mama zwei Paar anhatte.

    Es tat gut. Wir sind niemandem begegnet. Erst als der Regen nachließ – unmittelbar danach kamen die Tiere aus ihren Verstecken. Das war sehr genial! Was hätten wir verpasst, wenn wir uns vom Wetterbericht und der eigenen KomfortZone hätten leiten lassen?!!!

  6. hallo.ich bin seid kurzen deine leserin.
    und der alles anders april und extrem minimalismus hat mir soo gut gefallen, das ich diesen blog nominiert habe.
    bitte nicht böse sein :D

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