Frühstückspausenbeeinflussung

Okay, der Blogtitel ist gar kein Wort und eigentlich sollte heute ein super fancy Blogbeitrag über aufgepimptes Büromaterial kommen, aber ich muss mir was anderes von der Seele schreiben. Und ja, Achtung, wird wieder ein bisschen öko.

Zurzeit lese ich nebenbei das Buch „worldchanging“ und in den zahlreichen Vorworten steht Schlimmes geschrieben: Experten zufolge haben wir nur noch bis 2050 Zeit, den Planeten zu retten, sonst gehts mit uns mächtig bergab. Das hat mich ziemlich deprimiert und sehr, sehr hoffnungslos gemacht.

Heute morgen, nach dem Aufstehen, sah die Welt schon wieder ein bisschen anders aus. Ich hab aus Spaß mal geguckt, ob es noch mehr deutsche Blogs/Infos zum Thema Plastikfrei/ohne Müll leben gibt und bin über einen Fernsehbeitrag gestolpert. Klick: Das Quarks-Experiment: Eine Woche ohne Plastik
Diese Problematik mal aus normaler, deutscher/europäischer Sicht zu betrachten, war erfrischend.

Und dann fuhr ich zur Arbeit und hockte mit meinen Kollegen am Frühstückstisch. Alle meine Kollegen sind sehr interessiert an meinem Achtsamkeitsexperiment zum Thema Ernährung und wollten wissen, wie es danach weitergeht. Also habe ich ihnen gesagt, dass ich gerne mal eine Woche versuchen möchte, ohne Plastik auszukommen…

Boah und ihr könnt nicht ahnen was da los war! Lautes Auflachen, interessiertes Ohrenspitzen, säuselnde Bewunderung und ein paar Mal „geht doch gar nicht“ – also habe ich grob erzählt, was ich alles bisher so recherchiert habe und auch ein paar kleine plastikfreie Tipps gegeben…

joah und irgendwie wurde das dann ein gruppendynamischer Selbstgänger. Plötzlich war es so laut, dass ich nicht mal mehr meine Gedanken hören konnte und dann waren wir auch noch beim Thema Atomenergie :D *LOL* – das waren knackige 10 Minuten Diskussion, wobei ich da aber kaum was gesagt habe…

Allerdings habe ich ein paar interessante Sachen entdeckt:
– bei dem Thema reden ALLE mit, auch die, die sich eigentlich nicht so sehr dafür interessieren
– dabei habe ich gemerkt, das bei der Müllproblematik alle eher eine „man kann ja doch nix dagegen machen“ – Haltung einnehmen und trotzdem:
– fast alle nutzen Rucksäcke, große Taschen oder Beutel :D aber doch auch Plastiktüten für Regenfälle
– es kamen ca. 10 Vorschläge, worauf man verzichten könnte, weil es einige Sachen gibt, die total doof sind und die Erkenntnis,
dass es früher auch irgendwie ohne Plastik ging. Zum Beispiel haben alle ein generelles Plastiktütenverbot befürwortet, obwohl eine Sekunde vorher genannt wurde, dass eine Plastiktüte manchmal doch ganz praktisch ist.

Und obwohl ich kaum etwas dazu gesagt habe und obwohl meine Kollegen keine Ökohippies sind, ist mir eines klar geworden – man sieht im heutigen Dschungel keine Alternativen mehr. Wenn man sie aber vorgelebt bekommt – von Leuten, die bereits so leben oder es zumindest versuchen – bekommt man Inspiration und den Drang etwas zu ändern, weil es plötzlich doch machbar ist. Diese Diskussion hat zumindest wieder das Gedankenkarussell angestubst und ein zartes Pflänzchen kann gedeihen.

Und plötzlich ist da wieder ein klein bisschen Hoffnung. :)

5 Gedanken zu “Frühstückspausenbeeinflussung

  1. Erst heute habe ich mich wieder maßlos über genau dieses Thema geärgert.
    Ich habe die Büromaterialbestellung in der Firma kontrolliert und verräumt.

    Post-its!!! Das ist doch die Höhe wie die verpacken!
    Ich bestell gern den „Promopack“. Das sind 2×6 Post-its aus der aktuellen Kollektion. 2 Farbschemen. Jeweils 6 verschiedene Farben.
    Das Promopack ist in Plastik gewickelt.
    Die einzelnen Farbsets sind in Plastik gewickelt.
    UND JEDER EINZELNE POST-IT BLOCK IST IN PLASTIK GEWICKELT!!!
    Was das an Müll ist! Diese Mengen, sind doch nicht mehr feierlich.
    Ich glaub ich schreib Post-It mal ne Nachricht deswegen.
    Danke für deinen Schubser mit deinem Post.
    Kleinvieh macht halt auch Mist.
    Und wenn ich die nicht mal drauf aufmerksam mache, dann macht es vielleicht keiner.
    Und wenn es aber doch schon ein paar gemacht haben, dann bin ich vielleicht die Eine, die das „Umdenken-Fass“ zum Überlaufen bringt.
    Könnt ja sein ^^

    Plus, nehm ich beim Einkaufen immer die teureren Stofftaschen, anstatt die Plastiktüten. Hab die Milliardstenfach daheim, weil ich Dussel immer vergess, welche einzupacken wenn ich wieder einkaufen geh.
    Aber Plastiktüten, kommen bei mir nicht mehr in die Tüte ;)

    Danke für deine öko-Posts. Nur weiter so.

    1. Ich habe auch unendlich viele Stofftaschen. Hab mal überlegt, heimlich einen Haken neben einem Supermarkt anzuschrauben um dort eine kostenlose Stoffbeutel-Station einzuführen. Die, die den Beutel vergessen haben, können sich dann da bedienen. Leider hat der Supermarkt meiner Wahl zugemacht und der andere liegt direkt gegenüber der Polizei :D

  2. Das Thema Plastik überdenke ich auch schon seit längerem.
    Was mir derzeit besonders Kopfzerbrechen macht, ist das Thema Einfrieren. Als (meistens) Singlehaushalt komme ich ums Einfrieren von Essen nicht herum, auch ist es ja viel billiger und komfortabler, gleich in größeren Mengen zu kochen. Für den nächsten Tag geb ich das Essen immer in Glasbehälter oder noch im Topf in den Kühlschrank. Aber beim Einfrieren (ich hab nur so ein kleines Gefrierfach) bring ich mit Joghurtgläsern (die mich ach und Krach reinpassen) nicht so viel unter und die Gefahr ist groß, dass mir doch mal ein Glas platzt. Ich bin also immer noch bei den Plastikdosen und Gefrierbeuteln – die sind auch von der Form her praktisch, die Dosen sind flach und stapelbar und mit den Gefrierbeuteln kann man mal schnell das restliche Sugo elegant zwischen die Dosen quetschen…

    Grade bei Essen, Kosmetik und Kleidung bin ich immer sehr skeptisch, das sind ja Bereiche wo Giftstoffe aus Plastik sehr gut im Körper aufgenommen werden.

    Deine Beeinflussung gefällt mir! Ich bin auch Anhängerin des „mit gutem Beispiel voran“. Sein Ding selbstbewusst und mit positiven Gefühlen durchziehen, bei Fragen geduldig und freundlich erklären und hoffen, dass man andere inspiriert. Missionieren bringts einfach nicht, auch wenn das viele nicht einsehen wollen.

  3. Interessantes Thema allerdings! Das Video ist wirklich interessant!
    Ich nehme zum normalen Einkaufen in Drogerie oder Supermarkt auch immer Stoffbeutel mit. Werde ich aber auch in Zukunft bemühen auch z.B. beim Kleidungskauf Stoffbeutel zu verwenden. Einen ersten Schritt habe ich da gestern auf dem holländischen Stoffmarkt gemacht und selbst noch zwei Stoffbeutel eingepackt, sodass ich letztendlich nur eine Plastiktüte von dort nehmen musste, um meine Stoffe unterzubringen. Mein Erfahrung dort ist, dass sich die Leute entweder für jeden Stoff eine Plastiktüte geben lassen oder mit Trolli unterwegs sind, was definitiv besser aber im Menschengewühl machmal auch etwas nervig ist.

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