Gelesen: Alles Öko oder was? von Dominic Muren

Das Buch „Alles Öko, oder was?: Wie man die Umwelt richtig schützt“ kommt auf den ersten Blick gut rüber. Das Format ist interessant, die Aufmachung poppig und ansprechend. In der Kürze liegt die Würze, deshalb sind Pro und Contra von umweltbewussten Entscheidungen auf 145 Seiten zusammengebastelt. So geht es in den Kapiteln Ernährung, Einkaufen, Energie, Reise & Verkehr, Arbeit, Zu Hause, Abfall & Recycling und Lifestyle um Ursache und Wirkung von eben diesen umweltbewussten Entscheidungen. Auf den linken Seiten finden sich jeweils die Argumentation für das „JA, los – machen“ und auf der rechten Seite das „Aber…bedenke dies und jenes“. Zu jedem der Kapitel gibt es eine kurze Einführung und eigentlich ist nur die Einleitung mit „viel“ Text, in der der Autor ein „5 vor 12“ Szenario malt und darauf hinweist, dass der Planet prima klar kommt – notfalls auch ohne uns.
Fazit: Toller Ansatz, leider nix dahinter, deshalb nicht lesenswert. Wer gut recherchierte Fakten lesen und danach entscheiden will, kann evtl. etwas damit anfangen, aber ich war nach dem Lesen verwirrter als vorher. Mir ist klar, dass ich nicht zur Ökoheldin werde, wenn ich nur Bio-Produkte kaufe, aber teilweise fand ich die Argumentationen ein bisschen flach. In einem Kapitel wird z.B. von wiederverwendbaren Keramik-Bechern gesprochen vs. Wegwerfbecher aus Plastik/Styropor/Papier. Keramikbecher müsste man mind. 1000 Mal benutzen um die Energiebilanz auszugleichen, allerdings hat man auch den Wasserverbrauch, weil man die Becher ja wieder abspülen muss, bei einem Plastikbecher ist es halt der Müll, der entsteht. Was soll man also tun? Man kann und muss die Entscheidung für sich selbst treffen, aber da hilft dieses Buch leider nicht allzu viel. Eher hinterlässt es ein schales Gefühl von „Achso, ja dann is eh schon alles egal“ – und das finde ich gefährlich.

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