Gelesen: Am Meer ist es wärmer von Hiromi Kawakami

Kei, eine Frau mittleren Alters, verheiratet und Mutter einer pubertierenden Tochter macht sich auf die Suche nach ihrem spurlos verschwundenen Mann. Das letzte was dieser sich in sein Tagebuch notiert hatte, war der Name eines Fischerdorfs: Manazuru.
10 Jahre nach dem Verschwinden ihres Mannes fährt Kei in den kleinen Ort am Meer. Warum hat er sie verlassen? Wohin ist er gegangen? Ist er ertrunken? Hat er Selbstmord begangen? Kommt er vielleicht doch zurück?
Sie sucht nach Antworten, bekommt aber hin und wieder nur vage Andeutungen einer unbekannten, geheimnisvollen, weiblichen Präsenz. Die Zeit rast und steht still, Kei hat ein Verhältnis mit dem verheirateten Seiji und liebt trotzdem noch ihren Mann. Sie kann mit ihrer Tochter Momo nichts anfangen, liebt das Mädchen aber mehr als alles andere. Diese Widersprüchlichkeit zieht sich durch die ganze Geschichte, kann aber letztlich nur ein Ende finden: Im Loslassen.
Fazit: Es passiert viel und irgendwie auch gar nichts. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und man will wissen, wie es weiter geht, aber es ist dann doch irgendwie nichts Besonderes. Es ist verwirrend, weil so viele surreale Elemente autauchen (die im übrigen sehr an Murakami erinnern) und man zwischendurch immer mal wieder den Faden veliert. Die Stimmung im Buch ist einsam, kühl und distanziert, was ich zwar sehr mochte, aber nicht ausreicht, dass mir dieses Buch in guter Erinnerung bleibt. Außerdem hat da irgendein Lektor gepennt: Die vielen Fehler machen die Lektüre leider zu keinem Lesevergnügen.

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